The Wars of Light and Shadow
By E. Liddell
Autorisierte Übersetzung
Kapitel 8
„Ich weiß nicht, Naru. Ich kann vielleicht eine Art Netz darum machen, aber ich habe noch nie so eine Art Stein gesehen und ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn nicht beschädige."
Naru hielt den kleinen Kristall beschützend in ihrer Hand. „Schau, kannst du nicht irgendwie ein paar Drähte darum arbeiten, so dass ich ihn an eine Kette hängen kann? Es ist wichtig."
Der Goldschmied seufzte. „Naja, okay. Ich hoffe es macht dir nichts aus, wenn ich einfache Metalle nehme, weil ich nichts anderes in deiner Preisklasse habe."
„Wieauchimmer…" das Mädchen zwang sich, ihm den Kristall zu geben. Ihn jemand anderen zu geben war beinahe schmerzhaft und so war es seit sie ihn letzte Nacht aufgehoben hatte. Mein Seelenkristall. Und wer wusste, was das bedeutete? Für jeden anderen war ein nur ein durchscheinender gelber Stein, der in der Mitte rot wurde.
„Es wird nur ein paar Minuten dauern." Der junge Mann beugte sich über seine Wekzeuge.
„Jiro, bist du da hinten?" Naru's Mutter kam durch den Vorhang, der die Goldschmiede von dem Rest ihres Ladens trennte. „Du weißt, dass du meiner Tochter keine Gefallen tun musst."
„Sie bezahlt mich für meine Zeit, Frau Osaka. Und das kostet… ahh, hier steht es. Das macht dann zweitausendfünfhundert Yen, für Zeit und Material.
Naru bezahlte die Rechnung. Es war beinahe alles, was sie hatte. „Danke." Sie nahm den Kristall zurück, der nun in einer Art Korb war, mit einem Ring daran, so dass sie an eine Kette hängen konnte.
„Naru", sprach ihre Mutter dringlich auf sie ein, „was ist mit deinen Augen passiert?"
„Nichts, soweit ich weiß."
Frau Osaka runzelte die Stirn. „Du trägst aber keine Kontaktlinsen, oder so?"
„Nein, warum?"
Naru's Mutter nahm eine polierte Silberplatte, an der Jiro gerade arbeitete und hielt sie ihrer Tochter hin. Ihr Spiegelbild wurde durch die bebogene Oberfläche etwas verzerrt, aber Naru konnte erkennen, dass ihre Augen um einige Töne heller wahren, als ihr normales blau-grün. Sie waren nun wirklich strahlend grün und den Ausdruck in ihnen war sie auch nicht gewohnt zu sehen.
Das Mädchen legte die Schale nieder. Die Kälte in ihren Augen hatte ihr Angst gemacht und sie wollte sie nicht wieder sehen. War das der Grund warum sie heute Morgen die ganze Zeit vermieden hatte in den Spiegel zu sehen, als sie sich fertig machte?
„Naru, ich möchte dass du zum Arzt gehst", sagte Frau Osaka. „Vielleicht auch zu einem Psychiater. Wir haben in letzter Zeit eine Menge durchgemacht, da…."
„Ich brauche keinen Doktor. Oder einen Seelenklemptner." Sagte Naru. „Mir geht's gut." Mal abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wer oder was ich bin.
„Das denke ich nicht", erwiderte ihre Mutter streng.
„Ich habe dir gesagt, es ist alles in Ordnung, mir geht's gut!" Dieser erbärmliche Mensch hat kein Recht mit mir du diskutieren. Ich werde ihr eine Lektion erteilen, die sie nicht vergisst! Gelbes Licht strömte aus der Hand, die Naru's Seelenkristall hielt und sie sammelte sich zum Angriff… Mein Gott, was tue ich hier? Ich will meine eigene Mutter angreifen! Ich könnte sie umbringen! Der Ärger verschwand so plötzlich, wie er gekommen war und ließ Naru fröstelnd und ängstlich zurück. Nephrite, hast du dich all die Jahre so gefühlt? „Vergib mir, Mutter!" Naru drehte sich um und floh aus dem Laden. Ihre Mutter und Jiro konnten ihr nur nachstarren.
Ein Teil von mir ist nun wie *sie* und ich weiß nicht, wie ich ihn kontrollieren kann. Ich bin eine Gefahr für jeden um mich herum. Sie erinnerte sich an den Ausdruck in Nephrite's Gesicht, nachdem er sie das erste Mal vor einem von Zoisite's Monstern gerettet hatte. Er hatte auf seine Hand gestarrt, mit einem Blick, als ob sie ihn betrogen hätte. Onyx, warum habe ich dir nicht richtig zugehört? Sie drückte den Kristall an sich und weinte.
Ich habe keine Ahnung, was ich tun soll, dachte Kunzite, während er herunter auf die körperlose Hand in seinem Schoß starrte. Es war ein seltsames gefühl für ihn, und keines, das er besonders genoss. Du hast nie irgendetwas erklärt, verdammt. Wenn ich wüsste wie ich dich zurückbringen könnte würde ich es tun, nur um die eine reinzuhauen! Du Bastard. Ärger war wenigstens ein bekanntes Gefühl. Eines, das ihn davon abhielt tiefer in seine beginnende Depression zu verfallen. Du hast erwartet, dass ich sie gegen die Empyrean anführe, nicht wahr. Nun, ich habe Neuigkeiten für dich. Selbst wenn ich Zoisite und Nephrite dazu bringen kann zusammenzuarbeiten, Jadeite wird niemals mit Almandite's Anwesenheit einverstanden sein. Er verabscheut Menschen zu sehr.
Ich weiß noch nicht mal, was ich letzte Nacht getan habe, das so viele dieser Kreaturen auslöschte. Ich habe aus Instinkt und Not gehandelt. Ich habe keine Ahnung, ob ich es noch einmal tun kann. Ich muss mich erinnern, verdammt! Warum konntest du uns nicht unsere Erinnerungen auch mitgeben, als du uns erweckt hast?
Der weißhaarige Mann seufzte. Nun, ich habe ein Versprechen gegeben. Wir alle haben es gegeben. Ich vermute da kann ich es auch halten. Es war nur etwas Magie nötig, um die rohe Steinspitze aus ihrer Metallfassung zu lösen. Seine Hand schloss sich darum. Er ignorierte den Schmerz, der von den Schnitten durch seine Ecken ausgelöst wurde, bis der Stein unter dem erbarmungslosen Druck entzwei brach.
Verrotte in der Hölle, du Hurensohn. Als er seine Hand öffnete war Blut an den Kanten des Kristalles. Es schien den vagen Glanz zu löschen, der davor noch von ihm ausgegangen war.
Usagi war gerade mit ihrem Mittagessen fertig und wünschte sich sie hätte mehr dabei. Warum sind Schulessen nur immer so wenig? Hey, vielleicht sollte ich Makoto suchen. Sie hat immer extra dabei. Nur eine Sek… wer ist das? Umino? Warum schleicht er sich so an Naru an? Oh, das wird sicher gut… Das blonde Mädchen schlich auf Zehenspitzen hinüber und versteckte sich hinter einem Baum, der ihr einen guten Blick auf die Geschehnisse erlaubte.
„Hey, Naru!"
Naru sah auf zu Umino, dann zurück auf ihr Essen.
„Naru, ich verstehe nicht, warum du mich ignorierst. Habe ich etwas getan?"
„Mehr, dass du nichts getan hast, Schwachkopf." Naru's Stimme hatte eine unbekannte Schärfe an sich. „So wie etwas, dass an ein eigenes Leben erinnert zu bekommen."
Umino sah aus wie ein geschlagener Welpe. „Aber… Ich dachte…"
„Du hast falsch gedacht."
„Welchen Teil von ‚Es ist vorbei' verstehst du nicht, Umino? Lass mich allein!"
Ohmeingott, ihre Augen glühen ja. Das ist es. Es ist etwas passiert in der Gasse vorletzte Nacht. Nephrite hat meiner besten Freundin irgendwas angetan. Und ich werde herausfinden was. Usagi schlich zurück, wo sie hergekommen war.
Anstatt mit Usagi von der Schule nach Hause zu laufen, wie sie es normalerweise tat, schlich sich Naru in die Mädchentoilette um ungesehen teleportieren zu können. Sie hatte den ganzen Tag über irrationale Wutanfälle gehabt – wenn auch nicht so extrem, wie der am Morgen, als sie beinahe ihre Mutter angegriffen hätte – und sie war besorgt. Nichts wird je wie früher sein. Verdammter Onyx. Als sie vor Nephrite's Herrenhaus materialisierte stellte sie fest, dass die Bitterkeit, die sie fühlte auch nicht typisch für sie war und schauderte.
„Almandite."
Naru fuhr herum. „Verdammt, Kunzite, lass das!"
Der weißhaarige Mann lächelte, aber es war ein zynisches Lächeln. „Keine Sorge. Du kannst mich nicht verletzen, selbst wenn es willst, also bezweifele ich ernsthaft, dass es durch einen Unfall passiert."
„Es war mein Herz, um das ich besorgt war."
„Auf jeden Fall ist es gut, dass du hergekommen bist. Wenn du uns von irgendeinem Nutzen sein willst, dann musst du lernen deine Macht einzusetzen."
„Von dir? Liebe küsse ich eine Kröte."
Kunzite grinste höhnisch. „Das ließe sich einrichten. Oder du kannst immer noch versuchen mich umzubringen."
„Das ist dein Ernst."
„Natürlich." Er faltete seine Arme über seiner Brust. „Na komm, triff mich mit deinem besten Schuss."
Naru's Augen begannen zu leuchten und ihr Haar und Rock wogten in dem plötzlich aufkommenden Wind. Gelbes Licht strömte aus ihrer hohlen Hand und schoss in Richtung von Kunzite…
… der nur nicht mehr dastand. Ein harter Stoß in ihren Rücken ließ Naru der Länge nach hinfallen.
„Armselig." Kunzite's Stimme war bestimmt und schneidend. „Wenn du die Empyrean dermaßen vorwarnst bist du tot. Steh auf."
Das Mädchen starrte ihn an. Als sie auf die Knie ging, erschuf sei eine Lichtscheibe und warf sie nach ihm. Kunzite fing sie und warf sie zurück, so dass sie sich eilig ducken musste.
„Etwas besser", sagte er. „Aber zu schwach. Du musst noch eine Menge über Kontrolle und Konzentration lernen."
Naru seufzte und stand auf. Es würde ein langer Nachmittag werden.
Kunzite war gnadenlos und beißend sarkastisch. Er wich aus, konterte oder blockte alles was sie auf ihn schleuderte. Naru beschloss, dass sie ihn wirklich hassen konnte.
Okay, dachte sie, als sie zum vierten Mal mit dem Gesicht nach unten im Dreck landete. Du bist ein heimtückischer, hinterhältiger Hurensohn. nun, ich kann auch hinterhältig sein. Als sie Kunzite aufforderte aufzustehen blieb sie liegen. Er stupste sie mit der Stiefelspitze an. Als sie sich nicht bewegte fluchte er und beigte sich herunter, um ihren Puls zu fühlen.
Naru schlug zu, mit einem dünnen, scharfen Pfeil, der in Kunzite's Gesicht zielte. Er fluchte abermals und schlug ihn aus dem Weg, aber zu ihrer Zufriedenheit stellte sie fest, dass er einen blutenden Kratzer auf seiner Handfläche hinterlassen hatte.
„Geschieht dir recht", sagte sie.
„Ich habe sich unterschätzt", gab Kunzite zu. „Hoffentlich bin ich da nicht der einzige."
Naru berührte seine verwundete Hand, von ihren Fingern lösten sich gelbe Funken. Sie sahen zu, wie sich der dünne Schnitt schloss und dann verschwandt.
Kunzite berührte die verletzte Hand, schloss sie zu einer Faust und öffnete sie wieder. „Sehr gut", sagte er. „Du bist sogar besser als es Alexandrite zu Anfang war. Es zieht nicht einmal."
„Ich verstehe nichteinmal was ich gerade getan habe", gab Naru zu.
„Unsere Kräfte wirken sich bei jedem von uns unterschiedlich aus. Du hast ein spezielles Talent als Heilerin, wie Alexandrite. Leider ist Heilmagie eine der am schwersten zu beherrschenden Gaben der Kristallkraft, und keiner von uns kann dir viel darüber beibringen. Jadeite beherrschte etwas aber ich bin mir nicht sicher, ob er sich schon wieder daran erinnert. Du musst sehr vorsichtig sein. Wenn du die Gabe falsch anwendest kannst du die Situation des Verletzten verschlimmern, anstatt sie zu verbessern." Er streckte seine frisch geheilte Hand aus um ihr aufzuhelfen. Nach kurzem Zögern nahm Naru an und lies sich von ihm auf die Füße ziehen.
„Weißt du", begann sie, „du verhältst dich jetzt beinahe menschlich. Nachdem Training, durch dass du mich heute gejagt hast habe ich mich schon gewundert…"
Kunzite seufzte. „Wir Vier sind auf viele Arten genauso menschlich, wie du es bist. Auch eintausendeinhundert Jahre als Kristallweber haben das noch nicht vollständig geändert. Auch wenn Beryll es versucht hat."
Genauso menschlich, wie ich es bin. Ich denke, genau das macht mir Sorgen.
#Wieso bist du hier?#
#Erhabener, ich suche Euren Rat#, erwiderte der Uralte. #Diese Welt hat einige mächtige neue Gegner hervorgebracht. Wir kommen nicht gegen sie an. Wir benötigen Hilfe, die nur Ihr uns geben könnt.#
Die Stimme in dem Meer aus schillerndem Licht erwiderte, #Wir wissen von den Kristallwebern. Einst hast du viele von ihnen besiegt. Was ist an diesen so anders?#
#Die, die wir besiegten waren gut in der Magie ausgebildet, aber sie waren weich. Dieses neue Geflecht ist rücksichtslos und unbarmherzig. Er besteht aus ausgebildeten Kämpfern, die nicht die dummen Fehler machen, die wir gelernt haben, von den Stofflichen zu erwarten. Und sie sind sehr, sehr stark.#
Das Ewige Licht sinnierte. Der Uralte konnte nur auf seine Antwort warten. Das Gedächtnis und der Halbgott einer gesamten Rasse sollte nicht gehetzt werden.
#Du hast nie wirklich Art und Weise, wie die Stofflichen kämpfen, verstanden#, sagte es endlich. #Dieser Mangel kann behoben werden. Du möchtest Macht. Wir können sie dir geben. Bist du bereit, den notwendigen Preis zu zahlen?#
#Nicht ohne zu wissen, um was es sich dabei handelt#, erwiderte der Uralte ernst. Er würde nicht die notwendige Vorsicht über Bord werfen, nur weil er es mit einem Gott zu tun hatte.
#Du wirst dich verändern#, war alles was es sagte. #Unabhängig deinem Erfolg oder Misserfolg wirst du nie mehr in der Lage sein, zu deinesgleichen zurückkehren zu können. Du wirst ein Ausgestoßener werden, verdammt dazu in der Welt der Menschen zu leben, für den Rest deiner Existenz.#
Der Uralte grübelte, aber er wusste, der Gott würde ihm keine Zeit lassen. War der süße Geschmack der Rache diesen Preis wert?
#Ich nehme an.# Der gesamte Grund seiner Existenz lag darin, gegen die Kristallweber zu kämpfen. Er war sehr jung gewesen, im ersten Krieg. Er war alt geworden, während er seine Rache plante. Verglichen damit war ewiges Exil nichts.
#Nun gut.#
Der leuchtende, schillernde Nebel verdichtete sich um ihn herum, er wurde beinahe fest, als er das Licht ausschloss.
#Was passiert hier? Was tut Ihr mit mir?# Lage um Lage der dicken Kälte legte sich um die Kreatur, die sich selbst ‚Uralt' nannte. Sie formte sich um ihn und er wurde ein Teil davon, bis er von einer dicken, kalten Hülle umgeben war, sein Licht seltsam verdunkelt und verändert.
#Nimm-#
Das Licht erreichte ihn erneut durch die Dunkelheit, aber das Licht war nicht länger die natürliche Umgebung der Kreatur. Das Licht verbrühte ihn. Es brannte. Es legte sich eng um den Kern der gefolterten Kreatur und weigerte sich loszulassen. Die Lagen der kalten Hülle zogen sich erneut zusammen und er war gefangen. Darinnen. Mit dem Licht.
Kälte. Quälende Kälte umgab sein neues Sein, das bis dahin nur die Hitze des Ewigen Lichts gekannt hatte. Er öffnete die Augen (und wunderte sich im gleichen Moment wieso er wusste was Augen waren.) Dunkelheit. Wie seltsam.
Dann wurde er sich bewusst, was genau stattgefunden hatte. Er starrte auf seine Hände mit einer Mischung aus Hass und Unverständnis. #Ist das wirklich der einzige Weg sie zu verstehen? Einer von ihnen zu werden? Bitte, Herr, tut mir das nicht an!#
Niemand antwortete. Er war eingesperrt in diesem… diesem Körper, unfähig, einen seiner Art zu erreichen. Die Kreatur, die es so eilig hatte die Erde zu erobern brach zitternd zusammen.
So, dann hoffe ich euch gefällt das Osterkapitel ^_^
Frohe Ostern und schöne Feiertage euch allen!
