Draco saß hoch oben auf einer der Außenmauern Hogwarts' und starrte in die Nacht. Er konnte nicht schlafen, und er bezweifelte, dass es irgend jemandem anders ging. In der Großen Halle, die aus seinem Blickwinkel gut zu sehen war, bewegten sich noch viele Gestalten, obwohl es sicherlich schon nach drei war.
Angst lag drückend auf dem Schloss. Viele der jüngeren Schüler hatten von Madam Pomfrey einen Schlafzauber erhalten müssen, da eine ganze Menge von ihnen hysterisch gewesen waren. Draco konnte das gut verstehen, ihm ging es ähnlich.
Voldemort war also wieder zurück? Ein Menge Tatsachen wiesen in diese Richtung, aber genauso viele, die dagegen sprachen. Das einfache Verschwinden des Dementoren, das körperlose Bild Voldemorts, und die merkwürdige Stimme ...
Snape war nach der Versammlung wieder in seinen Räumen verschwunden, und Draco und Chloe Sinistra waren ihm gefolgt. Die beiden älteren Lehrer waren zutiefst verärgert über die Unterstellungen Trelawneys gewesen.
Draco hatte die Ereignisse noch einmal ausführlicher erzählt, da Snape ihn darum gebeten hatte. Doch selbst sein ehemaliger Hauslehrer, der ansonsten scheinbar Dinge im Voraus wusste, war ratlos.
Unruhig rutschte er auf der eiskalten Mauer hin und her und schloss dann die Augen. Er wäre vor Schreck fast hinuntergefallen, als eine Stimme hinter ihm etwas sagte.
„Weasley! Schleich dich nicht so an, verdammt noch mal!"
„Tut mir leid." Ginny hörte sich zutiefst erschöpft an.
„Was machst ... machen Sie eigentlich noch mitten in der Nacht hier?"
„Hör auf, Draco, das ist doch albern. Genau dasselbe könnte ich dich übrigens fragen."
„Also gut, lassen wir die Tatsache mal aus, dass ich dein Lehrer bin. Ich hab keine Energie mehr, mich heute noch großartig aufzuregen."
„Denkst du, ich?" Sie balancierte auf der Mauer entlang und setzte sich dann neben ihn. „Du kannst auch nicht schlafen, wie?"
„Sieht so aus."
Ginny seufzte und strich sich durch die Haare.
„Glaubst du, so etwas passiert wieder?"
„Woher soll ich das wissen?" fragte er gereizt, und seufzte dann ebenfalls. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht anmachen. Ich weiß es einfach nicht, Ginny. Aber ich habe so das Gefühl, als wäre das nur ein Auftakt gewesen."
Ginny schwieg wieder einen Moment.
„Ich auch", murmelte sie dann. Im Mondlicht konnte er sehen, wie dünne Tränenspuren über ihre Wangen rannen. „Es ist nur ... die vielen Toten, darunter so viele von uns ..."
„Ich weiß."
Schweigend saßen die beiden nebeneinander, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
„Woher wusstest du, wo du mich findest?" fragte er schließlich.
„Wusste ich nicht. Ich bin hier oben hochgekommen, um mal einen Moment allein zu sein, dann habe ich dich gesehen."
Sie sah auf das mondbeschienene Gelände hinab. Der See glitzerte geheimnisvoll, und ein trügerischer Frieden hatte sich ausgebreitet.
„Eigentlich muss ich mich bei dir noch bedanken", sagte Draco und starrte betont in eine andere Richtung.
„Bei mir? Wieso denn?"
„Trelawney ..."
Von Ginny kam ein gereiztes Schnauben.
„Quatsch. Genauso gut hätte sie Harry, Ron oder Hermine beschuldigen können, sie waren auch außerplanmäßig in Hogsmeade. Die Frau hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank", sagte sie unverblümt, und wurde dann rot. Selbst in dem schwachen Licht konnte er das sehen. „McKinley hat mich angesprochen, vorhin."
Abrupt drehte Draco den Kopf herum.
„Was wollte er?"
„Du wirst es nicht glauben, aber er hat sich entschuldigt."
„Angus McKinley?" fragte Draco ungläubig. „Bist du dir sicher, das wir hier von derselben Person sprechen?"
Das entlockte ihr ein Lächeln.
„Ganz sicher. Scheinbar hat es ihm einen ganz schönen Schock versetzt, als er ebenfalls angegriffen wurde. Er sagte, es war ein Vampir."
„Ich dachte mir schon, dass ich ein paar davon gesehen habe. Eigentlich merkwürdig, oder? Ich meine, dass niemand gebissen worden ist. Und die Dementoren ... sie haben zwar Angst und Schrecken verbreitet, aber es ist auch niemand geküsst worden. Das einzige, was wirklich Schaden angerichtet hat, waren diese Blitze."
„Weißt du, wie mir das ganze vorkommt?" sagte Ginny nach einer weiteren Pause. „Wie eine gigantische Illusion."
„Hm. Da könntest du recht haben. Ich hoffe nur, Dumbledore findet heraus, was hinter diesem Wort Asphodel steckt."
„Ja." Sie seufzte wieder. „Eigentlich wäre diese Nacht wie geschaffen für einen romantischen Spaziergang oder so etwas, und das einzige, an was man denkt, ist Tod und Schrecken."
Dann ging ihr auf, was sie gerade gesagt hatte, und zu wem, und errötete noch mehr als vorhin.
„Soll das eine Einladung sein?" fragte Draco trocken, obwohl ihm nicht nach Witzen zumute war.
Sie antworte mit etwas, was ihn wirklich fast von der Mauer katapultierte.
„Und wenn ich nun ja sagen würde?"
„Ginny ..."
„Vergiss es", sagte sie dann abrupt. „Ich glaube, ich bin heute Abend einfach nicht ich selbst."
Sie wollte sich erheben, doch Draco packte ihr Handgelenk und zog sie wieder herunter, beugte sich vor und sah ihr ins Gesicht. Dann presste er seine Lippen auf ihre.
Draco, hör bitte sofort auf mit dem Blödsinn! Erstens ist jetzt ein denkbar schlechter Zeitpunkt, zweitens ist sie eine Weasley und drittens deine Schülerin!
Ginny schlang einen Arm um seinen Nacken und küsste ihn zurück, und er befahl seiner inneren Stimme, einfach die Klappe zu halten. Die Außentemperatur schien plötzlich sprunghaft gestiegen zu sein.
Es dauerte nicht einmal eine Minute, und hinter ihnen ertönte ein angestrengtes Räuspern. Beide fuhren auseinander.
Hermine sah in eine andere Richtung, aber sie hatte eine steile Falte auf der Stirn.
„Ginny, deine Mutter fragt nach dir."
„Ich komme", sagte Ginny hastig. Ihr war das ganze sichtlich peinlich, und sie beeilte sich, von der Mauer herunterzukommen. Man konnte ihre eiligen Schritte auf der Treppe hören.
„Nun?" sagte Hermine frostig. „Hast du irgendwas zu sagen, Malfoy?"
„Ich wüsste nicht, dass ich mich vor dir rechtfertigen muss, Granger", sagte er kalt und stand ebenfalls auf.
Hermine legte den Kopf schief und sah ihn mit einem ihrer stechendsten Blicke an.
„Vielleicht nicht vor mir", sagte sie betont langsam. „Aber Mr und Mrs Weasley, von Ginnys Brüdern mal ganz abgesehen, wären sicher sehr gespannt darauf, deinen Standpunkt kennen zu lernen, meinst du nicht auch?"
„Wenn das eine Drohung sein soll ..."
„Nein, nur eine Warnung. Lass Ginny in Ruhe, oder du wirst es bereuen, das verspreche ich dir."
„Ich denke, Ginny hat dabei auch noch ein Wörtchen mitzureden", entgegnete er, und hätte sich dann am liebsten auf die Zunge gebissen.
„Ginny ist vielleicht verknallt, na und? Du mit Sicherheit nicht, und schon gar nicht in eine Weasley. Das ist doch die perfekte Chance für dich, Malfoy, uns allen eins auszuwischen."
„Denkst du? Dann will ich dir mal was erzählen, Miss Oberschlau. Du quatschst doch immer davon, dass Menschen sich ändern können, dass jeder ein Recht hat, auf seine eigenen Entscheidungen, bla bla bla. Aber deine Weisheiten gelten nicht für Slytherins, und besonders nicht für mich, korrekt?"
Hermine wurde weiß vor Zorn.
„Ich wiederhole es Malfoy, Finger weg von Ginny!"
Damit drehte sie sich um und verschwand.
Klasse, Malfoy. Diesmal hast du es wirklich geschafft, dir dein eigenes Grab zu schaufeln. Gratuliere.
Der Schulunterricht am nächsten Tag fiel aus. In der großen Halle, obwohl fast voll besetzt, war die gleiche Stille wie am Tag zuvor bei der Besprechung des Phönix Ordens.
Dumbledore war nicht zum Frühstück erschienen, und kaum jemand sagte etwas.
An vielen Tischen fehlten Leute, und eine Menge Mädchen hatte verweinte Augen.
Draco stocherte nur in seinem Frühstück herum, genau wie alle anderen. Wenn er den Kopf hob, traf ihn immer wieder ein drohender Blick aus Hermines Richtung. Sie, Harry und Ron, genau wie Sirius Black und die Eheleute Weasley, waren auf McGonagalls Bitte noch hier geblieben.
Ein paar Mal spürte er Ginnys Blick auf sich, doch er blickte betont an ihr vorbei. Draco wusste genau, dass Hermine ihre Drohung war machen würde, sollte er nur Anzeichen von Interesse zu erkennen geben.
Und vielleicht hatte Granger nicht einmal Unrecht, es wäre besser, das ganze zu vergessen. Eine Beziehung zwischen Ginny und ihm würde nie gut gehen, dafür stand einfach zuviel zwischen ihnen. Zu seiner eigenen Überraschung passte ihm dieser Gedanke jedoch überhaupt nicht.
Moment mal, Malfoy, willst du etwa behaupten, dir liegt wirklich etwas an ihr?
Als die Posteulen eintrafen, entfesselte sich ein wahrer Sturm. Fast alle Eltern hatten geschrieben und verlangten von ihren Kindern zu wissen, ob es ihnen gut ging, und was genau passiert war.
Draco selbst bekam einen Brief vom Ministerium, den er misstrauisch musterte. Aus den Augenwinkeln sah er, dass auch Ginny einen erhalten hatte.
„Was ist das?" fragte Sinistra leise.
„Eine Vorladung. Ich habe auszusagen." Ihm war flau im Magen.
„Sie müssen sich doch gar keine Gedanken machen."
„Wissen Sie, weiß ich, aber weiß es Fudge auch?"
Er verließ den Tisch, ohne zurückzublicken.
„Draco, warte!"
Er war auf dem Weg zu den Verliesen gewesen, als er Ginnys eilige Schritte hinter sich hörte.
„Was?" fragte er barsch.
„Wir müssen reden."
„Ich wüsste nicht, worüber."
„Oh nein, jetzt komm mir nicht so, Draco Malfoy! Du weißt ganz genau, was ich meine!"
Er sah sich vorsichtig um, und zog sie dann heftig mit.
„Das ganze war ein Ausrutscher, und damit hat sich's, Ginny, klar?" sagte er, als er die Tür zu seinen privaten Räumen hinter sich geschlossen hatte.
„Nichts ist klar. Es ist Hermine, oder?"
„Verdammt, Weasley, es ist nicht nur Granger! Vielleicht muss ich es ja für dich buchstabieren, aber ich dein Lehrer, und du bist noch minderjährig! Was denkst du, was hier los ist, wenn das bekannt wird? Ich glaube, wir haben Probleme genug!"
„Ausgerechnet du machst dir Gedanken darum?" Sie sah ihn ungläubig an, und das machte ihn noch wütender, als er schon war.
„Was soll denn das heißen, ausgerechnet ich?! Die Sache ist erledigt, soweit es mich betrifft!"
Ginny schwieg einen Moment, aber ihren funkelnden Augen konnte er ansehen, dass das Ganze für sie noch lange nicht ausgestanden war.
„Wenn das deine einzige Sorge ist", sagte sie dann langsam, „Erstens werde ich schon im Juni siebzehn. Zweitens verlasse ich Hogwarts sowieso, und drittens bist du ab Sommer kein Lehrer mehr, richtig? Mir fällt nur auf, dass du eine Menge guter Gründe hast, warum das ganze nicht funktionieren wird, aber ich noch keinen gehört habe, der meine Person betrifft."
„Ich habe nicht den blassesten Schimmer, worauf du hinauswillst."
„Gut, dann werde ich deutlicher, wenn du schon unbedingt den Idioten spielen willst. War das bloß eine Herausforderung für dich, weil ich diesen blöden Spruch gelassen habe? Dafür hast du deine Zunge verdammt tief in meinem Mund gehabt, in Anbetracht dessen, was gestern in Hogsmeade passiert ist!"
Das hätte sie besser nicht sagen sollen, denn Draco sah nun rot. Er packte sie bei den Schultern und schüttelte sie heftig.
„Hör sofort auf! Es geht überhaupt nicht um dich, Weasley! Granger und deine verdammte Familie wären mir egal, aber ich habe auch ohne das alles genug Schwierigkeiten! Seitdem Voldemort den verdammten Infinitus Flamma ..."
Es war, als hätte ihn einer der Blitze getroffen, so heftig fuhren die altbekannten Schmerzen durch seinen Körper. Er ließ Ginny los, landete auf dem Fußboden und schrie.
„Oh nein, was ... Draco! Draco, was ist? Soll ich Madam Pomfrey holen? Um Himmels willen, sprich mit mir!"
„Nicht ... Pomfrey", brachte er heraus und biss wieder die Zähne zusammen. Er spürte, wie der Rest Extinguere, den sein Körper immer noch beinhaltete, gegen den Fluch anzuwirken begann. Aber es war bei weitem nicht genug.
Ihm wurde bewusst, dass Ginny auf Knien neben ihm saß und mit ihren großen braunen Augen ängstlich ansah.
„Hilf mir hoch."
Gemeinsam schafften sie es, ihn auf die Füße zu bringen.
„Was war das? Und ... was ist ein Infinitus Flamma?" fragte sie zögernd. Dann wurden ihre Augen groß. „Ist es das? Das, was Voldemort dir angetan hat?"
Draco hatte keine Wahl, und er wusste es.
„Setz dich hin. Ich erklär's dir, aber du musst mir vorher etwas versprechen."
„Und was?"
„Zu niemandem ein Wort."
„Aber ..."
„Nichts aber, versprich es. Mein Leben hängt davon ab."
„Na gut, ich verspreche es."
Die ganze Geschichte nahm mehr Zeit in Anspruch, als Draco gedacht hatte, zumal Ginny genau zuhörte und immer wieder Zwischenfragen stellte. Am Ende war sie blass und nachdenklich.
„Und jetzt?" fragte sie schließlich. „Wenn ich das ganze richtig verstanden habe, solltest du so schnell wie möglich wieder diesen Zaubertrank einnehmen, korrekt?"
„An sich die beste Idee, aber das kann ich nicht. Er setzt mich mindestens vierundzwanzig Stunden außer Gefecht, es ist mitten in der Woche, und außerdem muss ich morgen früh beim Ministerium erscheinen."
„Ja, ich auch." Wieder schwieg sie. „Ist es sehr schlimm?" fragte sie dann leise.
Draco war drauf und dran, ihr eine Lüge zu erzählen, doch dann nickte er nur stumm.
„Es war schon schlimmer", sagte er dann. „Aber der Fluch hat sich jetzt verdoppelt, und das spüre ich sehr deutlich."
„Der Schulunterricht wird nicht vor nächster Woche weitergehen, ich habe McGonagall mit Flitwick reden hören. Und wenn du dich krank meldest? Ich meine, wenn du morgen vom Ministerium zurück bist?"
„Mal angenommen, das tue ich. Erstens würden Chloe und Severus sicherlich darauf bestehen, dass ich auf die Krankenstation komme. Und wenn wieder etwas geschieht wie gestern? Es gibt einfach keine Möglichkeit, Ginny."
„Und ich bin auch noch Schuld", sagte sie unglücklich.
„Schwachsinn. Ich hätte einfach meine große Klappe halten sollen, aber ich war so sauer auf dich ... na ja, du hast es mitbekommen. Ginny, glaub mir, ich ... ich mag dich wirklich, aber im Moment wird es uns nichts anderes als Schwierigkeiten bringen."
Und das aus meinem Mund. Ich muss verrückt geworden sein.
„Ich werde zu Dumbledore gehen", sagte sie nach einem Moment entschlossen.
„Was?! Hast du nicht zugehört, Weasley? Niemand darf davon erfahren!"
„Ich werde ihm nicht die ganze Wahrheit erzählen. Aber etwas muss passieren, Draco."
„Ganz ausgeschlossen. Ginny, zwing mich bitte nicht dazu, an dir einen Oblivate auszuführen."
„Es ist dein Ernst, oder?"
„Ich bin todernst."
Ein Klopfen an der Tür unterbrach die beiden.
„Wenn das Granger ist, bin ich sowieso geliefert", sagte Draco düster und öffnete die Tür. Es war Sinistra.
„Kann ich Sie einen Moment sprechen? Oh", unterbrach sie sich dann mit hochgezogenen Augenbrauen, „Ich wusste nicht, dass Sie Besuch haben." Ihr Blick wanderte zwischen Ginny und Draco hin und her.
„Miss Weasley wollte sowieso gerade gehen. Wir reden später weiter."
Widerstrebend nickte Ginny.
„In Ordnung, bis später." Sie verließ den Raum.
Sinistra hatte an seinem Schreibtisch Platz genommen und trommelte nun mit einer Hand auf der Platte herum.
„Chloe, wenn Sie etwas sagen wollen, dann tun Sie's bitte. Ansonsten wäre ich gerne einen Moment allein."
„Sie wissen sicher, dass es nicht besonders klug ist, mit Miss Weasley allein in ihren privaten Räumen zu sein, oder?"
„Wir hatten etwas zu besprechen."
„So?"
Sinistra musterte sein Gesicht scharf. Dann wechselte sie das Thema.
„Es geht um Ihren Besuch im Ministerium morgen früh. Professor Dumbledore möchte, dass zwei Leute Sie zu der Anhörung begleiten, denn er traut Fudge nicht so recht."
„Sie, und wer noch?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein, er hat entschieden, dass Remus Lupin und Hermine Granger mit Ihnen gehen."
„Sie ziehen mich auf, oder?" Fassungslos sah er Sinistra an. „Ausgerechnet die beiden? Granger kann mich nicht leiden, die wird keinen Finger krumm machen, um mir zu helfen!"
„Professor Dumbledore ist da scheinbar anderer Meinung."
„Na, großartig. Haben Sie noch mehr so tolle Neuigkeiten für mich?"
„Sie möchten sich bitte in Dumbledores Büro einfinden. Er möchte noch etwas anderes mit Ihnen besprechen."
Hört das denn nie auf?
„Professor."
Draco nickte Dumbledore knapp zu.
Dumbledore saß hinter seinem Schreibtisch, der Phoenix Fawkes vor ihm. Immer noch sah der Direktor der Hogwarts Schule sehr alt aus, viel älter, als er noch vor zwei Tagen gewirkt hatte.
„Mr Malfoy, vielen Dank, dass Sie so schnell erschienen sind. Nehmen Sie bitte Platz."
„Wenn es um die Ministerium Sache geht ..."
„Ja und nein. Ich muss Sie inständig bitten, bei der Anhörung ihr Temperament im Zaum zu behalten. Ich habe gesehen, wie Sie gestern auf Professor Trelawneys Anschuldigungen reagiert haben, und das gibt mir Grund zur Sorge. Fudge wird jede Kleinigkeit registrieren und gegen Sie verwenden wollen."
„Dann ist Trelawney nicht die einzige, die mich beschuldigt?"
Dumbledore spielte mit einer Feder des großen Vogels und sah ihm nicht in die Augen.
„Ich fürchte, nein."
Das musste Draco erst mal schlucken.
„Wer noch?" fragte er dann flach.
„Viele Eltern verlangen, Sie auf der Stelle zu entlassen. Sehr viele misstrauen Ihnen einfach, und die Geschichte mit ihrer mysteriösen Krankheit hat nicht dazu beigetragen, dieses Misstrauen zu bekämpfen."
„Und was soll ich Ihrer Meinung nach jetzt machen?"
„Ich weigere mich, Sie einfach vor die Tür zu setzen", stellte Dumbledore klar. „Aber bitte nehmen Sie meine Warnung sehr ernst, Sie wissen genau, dass Fudge Ihnen das Leben zur Hölle machen kann."
Noch mehr als jetzt?
„Wäre das alles?"
„Fürs erste ja. Ich hoffe inständig, Sie denken an meine Worte."
