10. Sex, Sex und Sex
Wie viel Zeit vergangen war wusste Harry nicht. Er erwachte, weil er völlig durchnässt war. Immer noch regnete es auf ihn herab. Er blinzelte zur Decke und aus einem der Wassersprenkler spritzte ein Strahl direkt auf sein linkes Brillenglas.
Er hatte überlebt. Das Feuer war gelöscht und er war lebendig - nass bis auf die Unterhose, aber lebendig. Diese Story würde er an einen Verlag verkaufen können - er würde berühmt werden - endlich!
Hinter ihm erklang eine Stimme. Der Direktor stand im Türrahmen und sah ihn zornig an.
"Mr. Potter, wie mir Professor Snape mitteilte, haben Sie sich geweigert seinen Anweisung nachzukommen, das Schloss zu verlassen."
"Aber Sir..."
"Leugnen hat keinen Zweck - der Vorfall wurde ins Logbuch eingetragen. Sie, Mr. Potter, werden wegen Befehlsverweigerung der Schule verwiesen." Damit zog der Direktor seinen Zauberstab und ließ auf einen Schlag das gesamte Klassenzimmer in Nullkommanichts trocknen.
Harry suchte nach Gründen die er vorbringen konnte, um seine unehrenhafte Entlassung abzuwenden. Da ihm nichts einfiel, erhob er sich und ging zum Gryffindorturm, um seine Sachen zu packen.
Nachdem er fertig war, ging er noch einmal durchs Schloss, um Abschied zu nehmen. Es ist ein großes Schloss und so bleibt uns Harry auch noch einige Zeit erhalten.
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Beim Abendessen in der Großen Halle hatte sich die Aufregung über das Feuer bereits wieder gelegt. Allerdings schienen nach der Aufregung alle besonders hungrig zu sein, und so verfluchte jeder still Albus Dumbledore, der ausgerechnet für heute Abend ein Fondue vorgesehen hatte.
Snape tauchte gerade ein Stückchen blutiges Fleisch in das siedend heiße Öl, als Hooch ihm etwas zuraunte: "Severus, wann hatten Sie eigentlich Ihre letzte Reitstunde?"
Snape zog die Augenbrauen zusammen und sah sie fragend an.
"Flugstunde, meinte ich natürlich", korrigierte sich dann Hooch.
"Sie meinen mit dem Flugbesen?"
"Ja - also, wann?"
Snape grübelte lange. Nach endloser Grübelei holte er sein Fleisch aus dem Fett und betrachtete das verkohlte Stück eingehend.
"Ich glaube das war so vor...ach, ist jedenfalls lange her", er schob sich das Fleischstück in den Mund und kaute darauf herum.
"Das ist ungesund", sagte Madam Hooch ernst.
"Warum? Davon habe ich noch nie etwas gehört", erwiderte Snape erstaunt.
"Doch, Poppy kann das bestimmt bestätigen."
Snape sah jetzt zur Krankenschwester herüber und fragte: "Poppy, Hooch meint, es sei gesundheitsschädigend wenn man zu lange keinen Flugbesen mehr benutzt hat - ist da was dran?"
Ehe Hooch klarstellen konnte, dass sie damit eigentlich den Verzehr von verbranntem Fleisch gemeint hatte, gab Poppy auch schon detailiert Auskunft.
"Also wenn Sie ansonsten regelmäßigen Geschlechtsverkehr ausüben, dann würde ich mir mal keine Sorgen machen. Hooch ist da ein wenig fixiert finde ich. Ich gebe ja zu, dass so ein Besen schon mal eine nette Abwechslung sein kann, aber im großen und ganzen würde ich doch jederzeit einem Mann den Vorzug geben."
Hooch sah ein wenig rot aus, als sie murmelte: "Ich doch auch Poppy, ich doch auch."
Snape, der endlich verstanden hatte, dass die Fluglehrerin ihn ursprünglich, auf eine etwas komplizierte Art, für ein Schäferstündchen hatte anbaggern wollen, wollte retten was zu retten war.
"Heute Abend hätte ich Zeit. Dann können wir das Thema ja näher erörtern. Auf Wunsch kann ich Ihnen auch den Besen machen - ich kann ja ganz leblos tun."
"Sie sind gleich ganz leblos - dann brauchen Sie sich nicht einmal zu verstellen", fauchte Hermine in sein Ohr, die plötzlich hinter ihm stand.
Schuldbewusst zuckte er zusammen, dann knirschte er kleinlaut in Richtung Hooch: "Tut mir leid, ich kann doch nicht. Ich bin hier der Schülerinnenverführer - naja, zumindest arbeite ich daran. Da kann ich schlecht noch mit Ihnen...zuviel Streß, verstehen Sie?"
Hooch zuckte kurz mit den Schultern, warf Hermine jedoch einen mörderischen Blick zu. Trelawney, die dies alles interessiert beobachtet hatte, sagte jetzt zur Fluglehrerin: "Ich wusste es, als ich ihr zum ersten Mal aus der Hand las. Dieses Mädchen macht uns nur Ärger."
Hooch nickte ihr zustimmend zu, während Hermine wieder auf ihren Platz am Schülertisch verschwand. Snape spießte seufzend das nächste Stück Fleisch auf und ließ es im zischenden Fett verschwinden.
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Die Schlange vor Dumbledores Büro war inzwischen fast so lang wie die vor der Bibliothek. Jede der Frauen war aufgetakelter als die andere und jede hielt eine Nummer in der Hand, die sie aus dem eigens neu angebrachten Automaten gezogen hatte.
Die Wasserspeier hatten bereits aufgegeben nach Passwörtern zu fragen, denn man hatte ihnen mehrfach Prügel angedroht, wenn sie sich weigerten eine der Damen zum Direktor vorzulassen. Das Geschnatter erfüllte die ganze Halle und die Schüler blieben wie angewurzelt stehen, als sie begriffen, dass all diese Frauen sich beim Direktor vorstellen wollten.
Eine nach der anderen verließ jedoch wieder mit verärgertem Gesicht das Büro Dumbledores.
Minerva McGonagall betrachtete das Geschehen schon seit zwei Stunden, und hatte dabei völlig vergessen, das eine Horde Zweitklässler vergeblich in ihrem Klassenraum saß, um zu lernen wie man ein Kätzchen in einen wilden Tiger verwandeln konnte. Dabei hätten sie nur Minerva betrachten müssen, die sich immer mehr in Rage gesteigert hatte. Natürlich bereitete es ihr Genugtuung, dass bisher scheinbar alle Damen abgeblitzt waren, obwohl manche wirklich überaus attraktiv waren. Doch andererseits hatte rasende Eifersucht sie gepackt, denn wer sagte ihr, dass nicht schon die nächste Bewerberin genau nach Albus Geschmack war.
Mit großen Schritten ging sie nun zu den Wasserspeiern und verlangte Einlass.
Lautes Gepöbel war aus der Schlange der wartenden Frauen zu hören.
Minerva ignorierte diese billigen Flittchen und sah die Wasserspeier ungeduldig an.
Der linke Speier drehte den Kopf zu seinem Kumpel und flüsterte etwas in Wasserspeiersprache, für die es nachweislich kein Wörterbuch gibt, und in die Minerva folglich auch nicht eingeweiht war. Sie verstand erst was sie meinten, als beide im Chor sangen: "Wollen Sie den Chef heut sehen, müssen Sie erst eine Nummer ziehen. Sind Sie dann endlich einmal dran, lassen wir Sie vor, zu diesem Mann. Doch Drängeln und auch Schubsen ist Tabu, jetzt ziehen eine Karte Sie im Nu. Wenn Ihre Nummer wird gerufen, erklimmen Sie doch bitte dann die Stufen. Die Treppe windet sich heute nicht automatisch, denn ihre Stufen sind rheumatisch. Zur Genesung deren werfen Sie doch ein, ein Geldstück - das wär wirklich fein!"
Minerva ignorierte den letzten Teil des Gedichtes, zog eine Nummer und stellte sich ans Ende der Schlange. Sie sah ungeduldig auf die Uhr. In drei oder vier Stunden würde sie endlich zu ihm vorgedrungen sein, bis dahin galt es gut zu überlegen, was sie ihm sagen wollte.
Als sie nach drei Stunden und fünfundvierzig Minuten endlich an ihrem Ziel angelangt war, hatte sie immer noch keinen Plan, was sie zu ihm sagen würde.
Albus riss erstaunt die Augen auf, als er sie sein Büro betreten sah. "Ah, Minerva, du hättest doch keine Nummer ziehen müssen. Für Schulbelange bin ich doch stets ansprechbar."
Minerva zerknüllte das Nummernzettelchen in ihrer Faust. Dann sah sie Albus direkt in die Augen: "Ich bin nicht wegen Schulbelangen hier."
Der Direktor schien irritiert: "So? Warum denn dann?"
"Ich will, dass du mich behandelst wie eine von den anderen Frauen. Stell mir die gleichen Fragen. Oder mach die gleichen Tests mit mir - oder was auch immer du mit denen getrieben hast."
Ihre Stimme klang ergeben, aber sie straffte entschlossen ihren Rücken.
"Du meinst, ich soll dich so behandeln wie eine von den Bewerberinnen? Aber warum? Die wollten doch alle ein Verhältnis mit mir."
Minerva stöhnte laut auf: "Genau deshalb sollst du mich ebenso behandeln. Ich will auch ein Verhältnis mit dir!"
Es dauerte eine Weile, bis der gescheite Mann dies in seinem Hirn sortiert hatte, schließlich sagte er: "Oh!"
Minerva wartete darauf, was nun als nächstes passieren würde. Es passierte jedoch gar nichts. Erst als sich eines der Porträts der ehemaligen Direktoren durch ein Räuspern in Erinnerung brachte, wandte sich Dumbledore diesem zu: "Ja, ich weiß Theobald, Sie hatten ein Verhältnis mit Ihrer Konrektorin und es war ein Desaster, nachdem es vorbei war. Sie haben mir diese Geschichte schon Tausendmal erzählt und ich habe versucht, aus ihrer Erfahrung zu lernen - doch Minerva und ich...wir sind anders. Wir waren schon immer anders", er sah ihr jetzt tief in die Augen und erhob sich von seinem Stuhl um auf sie zu zugehen. "Schon lange habe ich dieses Gefühl, dass wir zusammen gehören. Ich habe versucht, gegen mein Verlangen anzukämpfen, weil ich weiß, dass man sich nicht mit Untergebenen einlassen soll - ich habe mir immer eingeredet, du seist alt, verkniffen und hässlich. Doch nun habe ich festgestellt, die anderen sind mir alle zu jung, offenherzig und hübsch. Ich will dich - nur dich!"
Minerva glaubte zu träumen, als Albus zielsicher unter ihren Rock griff und mit den Händen an ihren Strapsen entlangfuhr, bis er am Rande ihre Höschens angelangt war. Er selbst entledigte sich seiner Kleidung nur wenige Augenblicke später.
"Nicht ganz so überdurchschnittlich - ich habe dich vorgewarnt", hauchte er, während sie sich willig auf den Teppich sinken ließ. Theobald schüttelte verzweifelt - aber stumm - den Kopf.
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Auf seiner endlosen Wanderung kam Harry auch in den Flur mit der Einäugigen Hexe. Er wollte der Statue noch einen letzten Besuch abstatten. So oft war er durch den Geheimgang geschlüpft und hatte Hogsmeade besucht. Nicht ein einziges mal war er deshalb der Schule verwiesen worden. Und nun, da er sich als echter Held erwiesen hatte - seinem Lehrer die Stirn geboten hatte und dies zudem auch noch überlebte, da flog er, so mir nichts dir nichts, von der Schule.
Er seufzte tief, als er plötzlich erstaunt stehen blieb. Statt der einäugigen Hexe stand dort nun ein einarmiger Bandit.
Und davor stand Draco Malfoy und schmiss Münzen in das Gerät.
Als er Harrys Gesicht in der Spiegelung des Automaten sah, drehte er sich grinsend um. "Na Potter - kleine Besichtigungstour, bevor du für den Rest deines Lebens in die Muggelwelt verschwindest?"
Harry gab schlagfertig zurück: "Na Malfoy, schon sehr oft gewonnen? Du weißt ja, das Glück ist mit den Dummen."
"Nein, ich gewinne nie", sagte Draco selbstsicher. Kaum hatte er das ausgesprochen, gab der Spielautomat einen Heidenlärm von sich, begann zu blinken und spuckte soviel Kleingeld aus, dass es klirrend zu Boden fiel.
"Ach, da fällt mir noch ein Spruch ein", sagte Harry gehässig, "Glück im Spiel, Pech in der Liebe, tja, sieht schlecht für dich aus."
Draco schob das Geld mit dem Fuß quer über den Boden und sagte: "Bedien dich ruhig, Potter - vielleicht kannst du es brauchen, um immer eine Animationsmünze auf das Tellerchen zu legen, wenn du erst mal Toilettenmann bist."
"Vielleicht behältst du es lieber, damit du immer Kleingeld für den Kondomautomaten hast, damit du dich bloß nicht reproduzierst."
Draco lächelte nun kalt: "Weißt du überhaupt wovon du da redest, Potter? Du kennst Sex doch nur vom Hörensagen. Wie ist denn das Leben so als männliche Jungfrau?"
Das schien Harry nun wirklich einen Tiefschlag zu versetzen. Er war jetzt fast dem Weinen nahe.
"Jetzt heul bloß nicht - dann komme ich mir so gemein vor", klagte Draco.
"Du bist gemein, du mieses fieses Frettchen", sagte Harry tränenerstickt.
"Das ist hier meine Rolle", gab Draco zu bedenken.
Dann trat er auf Harry zu und legte tröstend einen Arm um ihn: "Hey, wenn du willst, kannst du bei mir wohnen. Ich schmuggle Essen aus der Großen Halle zu dir. Außerdem können wir zusammen in meinem Bett schlafen, da lösen wir dann gleich dein Problem mit der Jungfräulichkeit und einige Leser kommen auf ihre Kosten. Außerdem tun wir Kira einen persönlichen Gefallen, weil sie dann endlich sagen kann, sie hätte mal eine Slash-Geschichte geschrieben."
Harry grübelte für ganze drei Sekunden, dann sagte er: "Na gut, aber nur für Kira."
Damit ließ er es zu, dass der blonde Slytherin in seine Mundhöhle eindrang. Ihre Zungen trugen einen heißen Kampf aus, und Harry bekam das erste mal eine Erektion, als er an männliches Schamhaar dachte, das er mit seinen Fingern durchkämmen würde, um den gehärteten Penis seines Gegenübers weit unten am Schaft umfassen zu können. Auch Draco schien sich auf diese Art des Zeitvertreibs zu freuen, denn er sagte: "Potter - los jetzt", worauf die beiden verschwanden und Harry seine ziellose Umherstreiferei durch das Schloss beendet hatte, und dennoch immer noch auf Hogwarts weilte.
tbc
Bei Merlin - es geht immer noch weiter... :D
