Kapitel 10:
"Mrs. Potter?"
Ginny schrak auf und sah auf die Uhr. Es war halb zehn.
"Entschuldigen Sie die Störung, aber die Besuchszeit ist um. Ich werfe Sie nur ungern hinaus, aber unsere Patienten brauchen ihre Ruhe."
"Selbstverständlich. Ich habe wohl die Zeit vergessen! Bis morgen. Auf Wiedersehen."
Sie gab Harry noch einen Kuss auf die Stirn und verließ das St.-Mungos.
Im Fuchsbau angekommen, ging sie sofort unter die Dusche. Als sie wieder ins Wohnzimmer kam, noch im Bademantel und ein Handtuch um die feuchten Haare gewickelt, wartete eine Überraschung auf sie. Hermine war aus dem Krankenhaus entlassen worden und war mit Ron und den Zwillingen zu Besuch gekommen.
"Ihr seid schon aus dem Krankenhaus entlassen worden? Das ging aber schnell!"
"Stimmt. Eigentlich wollten sie uns auch noch dabehalten, aber weil es den Kleinen so gut geht, haben sie uns dann doch gehen lassen."
"Das freut mich für euch. Wie ist das denn jetzt so, zu viert zuhause?"
"Seltsam", antwortete Ron, "es ist komisch, wenn mitten in der Nacht plötzlich jemand losbrüllt. Da musst du erstmal zu dir kommen!"
Ginny konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Ihr großer Bruder hatte aber auch wirklich schöne Ringe unter den Augen. Doch schnell wurde sie wieder ernst.
"Was gibt es eigentlich Neues von Harry?" wollte Hermine wissen.
"Nichts, aber auch gar nichts. Sein Zustand hat sich überhaupt nicht verändert. Es macht mich absolut fertig, ihn so daliegen zu sehen. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchstehe. Ich vermisse ihn so!"
Hermine nahm Ginny in den Arm und diese wischte sich mit einem Taschentuch über die Augen.
"Ginny, meine Kleine, ich weiß, wenn ich jetzt sage, dass wird wieder, ist das kein Trost, aber ich sag es trotzdem. Harry schafft das! Glaub mir!"
Doch es half nichts. Ginny weinte, als ob ein Damm gebrochen wäre. Sie konnte einfach nicht mehr aufhören. Schließlich zog Hermine Ginny hoch und brachte sie in ihr Zimmer. Dort saßen die Freundinnen noch zusammen und redeten über Harry.
Nach einer Weile schlief Ginny ein und Hermine ging wieder zu den anderenins Wohnzimmer.
Am nächsten Morgenwurde Ginny von einem Klopfen an ihrer Tür geweckt.
"Herein."
Die Tür ging auf und Hermine kam herein. Sie trug ein großes Tablett mit allerhand Sachen für das Frühstück darauf.
"Wie komm ich denn zu der Ehre?"
"Ich hab mir gedacht, du willst vielleicht in Ruhefrühstücken, ohne Fragen nach Harry. Und ich wollte noch ein bisschen mit dir alleine sein, bevor mich der Elternalltag wieder auffrisst!"
Hermine grinste, sogar Ginny musste etwas lächeln.
Gegen Mittag war Ginny wieder im St.-Mungos. Doch bevor sie zu Harry ging, wollte sie noch einmal kurz bei ihrer Freundin Miranda vorbeisehen.
Diese lag in ihrem Bett und nur noch ein paar rote Flecken erinnerten daran, warum sie überhaupt hier war.
"Hi. Siehst ja wieder besser aus. Die haben ganze Arbeit geleistet!"
"Das haben sie wirklich. Morgen darf ich heim, die roten Flecken kann ich ja überschminken. Aber nun zu dir! Was treibt dich schon wieder hier her? Entschuldige, dass ich letztes Mal so gar nicht neugierig war, was mit Harry los ist, aber ich war zu sehr mit mir selbst und den Tentakeln beschäftigt. Jetzt bin ich aber ganz Ohr, also schieß los!"
Ginny fing an zu erzählen. Nachdem sie geendet hatte, waren auf Mirandas Gesicht mehrere Emotionen gleichzeitig zu sehen.
"Das ist ja wohl der Knaller! Sieht denen aber ähnlich. War ja noch nie so, dass die fair einer gegen einen gespielt haben. Aber dass sie Harry so schlimm mitspielen hätte ich nicht gedacht, aber andererseits... Harry hat ihnen den Anführer genommen, klar dass sie sich da rächen wollten!"
"Genau das werden ihre Gedanken gewesen sein. Und auch wenn es mir sehr schwerfällt, mir bleibt nichts anderes übrig, als zu warten, dass sich sein Zustand ändert."
"Das tut mir so Leid für dich. Ich drück alle Daumen für Harry und denk an euch."
"Danke, das ist lieb von dir. Ich geh dann mal, will noch zu ihm."
"Alles klar, bis demnächst mal wieder, Ginny."
"Tschüss, Miranda."
Auf dem Weg zu Harry lief ihr wieder einmal Draco über den Weg.
"Hi Ginny. Na, wie geht's?"
"Mir geht's soweit ganz gut, nur Harry nicht. Er liegt hier im Koma, nachdem er von ein paar übriggebliebenen Todessern angegriffen wurde."
Mit entsetztem Gesicht starrte Draco sie an.
"Aber er wird doch wieder?"
"Das weiß keiner so genau. Noch nicht einmal die Heiler können mir etwas sagen. Es kann sein, dass er jeden Moment aufwacht oder aber für immer im Koma bleibt."
Ginny traten schon wieder die Tränen in die Augen, Draco sah es und nahm sie tröstend in den Arm.
"Ginny, lass es geschehen. Wenn du weinen musst, dann tu es. Es ist nicht gut, sich immer alle Gefühle zu verkneifen."
"Das sagt mir der, der in der Schule immer den Eisklotz gespielt hat!"
"Du weißt doch, warum ich das gemacht habe, oder?"
"Ja, ja, natürlich weiß ich das. Dein Vater, Voldemort und alle, die dazugehören. Schon klar."
Bei der Erwähnung seines Vaters war Draco zusammen gezuckt. Ginny hatte es sofort bemerkt.
"Oh, tut mir Leid , dass wollte ich nicht. Entschuldige."
"Schon gut. Nicht so schlimm. Du, ich muss los. Muss noch zu Madam Malkin, meinen Anzug holen. Für die Hochzeit. Ach so, ich soll dir von Luna sagen, dass ihr... du... ihr zur Hochzeit eingeladen seid."
"Danke. Ich werd's Harry ausrichten. Bis dann."
In Harrys Zimmer angekommen, machte Ginny es sich wieder auf dem Sessel bequem und berichtete ihmvon ihrem Tag.
Nachdem sie noch einen Schluck von ihrem mitgebrachten Kürbissaft getrunken hatte, machte sie sich daran, Harry weiter die Story ihrer Liebe zu erzählen.
Wie seid ihr eigentlich auf meine Story gekommen? Würde mich mal interessieren!
