10. Kapitel
Die Nachricht von Claires und Alex Rettung schlug wie eine Bombe in Killarney ein.
Die Gefühle schwankten von Glück, Erleichterung, Ungewissheit, und Angst.
Harry hatte ihnen nur knapp berichtet was sich zugetragen hatte.
Er wusste ja nicht genau in was für einem Zustand sich die beiden befanden.
Für die daheim gebliebenen wurden nun die folgenden Stunden, zu den längsten ihres Lebens.
Frühestens Morgen würden Claire und Alex wieder Zuhause sein, sofern ihnen nichts Ernstes fehlte.
Es war bereits Abend, als Claire und Alex in Melbourne ankamen. Sie wurden umgehend ins nächste Krankenhaus gefahren um sie durchchecken zulassen.
Harry fuhr sofort dahin und wartete nun ungeduldig, dass einer der Beiden rauskommen würde.
Er unterhielt sich mit Nick und der erzählte ihm, was Alex ihm während des Fluges berichtet hatte.
Harry war geschockt und zeitgleich erleichtert. Die beiden hatten ein unglaubliches Glück gehabt! Nicht nur, dass sie den Absturz überlebt hatten, sondern dass sie von den Einheimischen gefunden und gepflegt wurden. Es dauerte noch lange bis endlich die Tür eines Behandlungszimmers öffnete.
Claire trat heraus und sah dass Harry auch da war. Sie ging auf ihn zu. Harry sprang auf und umarmte sie. Claire war etwas überrascht von seiner Reaktion, aber erwiderte die Umarmung.
„Wie geht es dir Claire?" sagte Harry nachdem er sie losgelassen hatte.
Der Arzt der mit raus getreten war antwortete Harry
„Miss McLeod hatte erstaunliches Glück. Ausser den Schnittverletzungen und Prellungen fehlt ihr nichts. Die Dorfschamanin hat ihre Wunden ausgezeichnet behandelt. Sogar der Bluterguss an ihrem Kinn heilt erstaunlich schnell."
Claire strich sich verlegen über die genannte Stelle.
Harry sah, dass diese Verletzung nicht ganz so frisch war wie die anderen „Claire was ist gesehenen? Wer hat dich geschlagen? Etwa Alex? War das der Grund, warum ihr so übereilt zurück wolltet?" fragte nun Harry aufgebracht.
Claire musste über Harrys ungehaltene Art grinsen. „Nein Alex würde doch niemals eine Frau schlagen, du kennst doch deinen Sohn. Nein das hier hab ich Robin Evans zu verdanken, sie hatte sich an Alex rangemacht und ich hab dafür die Rechnung bekommen." antwortete sie wage.
Nick und Harry sahen sie nun noch verwirrter an.
"Es ist nicht so schlimm, aber tatsächlich hatten deswegen Alex und ich Streit bekommen und ich habe ihn gezwungen sofort abzureisen. Wenn ich geahnt hätte, dass wir abstürzten hatte ich mir lieber noch so ein Kinnhacken verpassen lassen. Das könnt ihr mir Glauben. Aber lassen wir das. Es ist vorbei. Wisst ihr wie es Alex geht?" wollte sie nun wissen.
Als beide den Kopf schüttelten sah Claire den Arzt an.
Er verstand und sah nun nach Alex. Es dauerte einen kleinen Moment, als er nun mit Alex wiederkam.
Harry ging ihm entgegen und umarmte ihn ebenso wie Claire vorhin. Belustigt sah Alex dabei auf Nick, der belustigt die Schultern zuckte.
„Dad ist ja gut. Du erdrückst mich ja noch!" witzelte Alex, dem das Ganze etwas unangenehm war. Harry lies ihn los und wischte sich schnell über die Augen.
„Mach du deine Witze, Alex. Aber du hast ja auch nicht mitten in der Nacht einen Anruf erhalten, wo dir mitgeteilt wird, dass dein Sohn abgestürzt ist und vermutlich tot ist!
Ich darf mich doch darüber freuen, euch Zwei wohlbehalten wieder zu haben oder?" fuhr ihn Harry beleidigt an.
Claire lachte leise und kassierte einen bösen Blick von Harry. Als sie den bemerkte verstummte sie augenblicklich.
„Und Doc alles in Ordnung mit ihm?" fragte nun Nick, um die Situation etwas aufzulockern.
„Ja, wie Miss McLeod hatte ihr Bruder unglaubliches Glück gehabt.
Sein Rücken hat zwar einiges Abbekommen, doch diese Heilerin muss ein wahres Wundermittel verwendet haben. Die Schwellung an der Wirbelsäule ist fast verschwunden. Hätte man diese nicht so sorgfältig behandelt würde er nun erhebliche Probleme haben. Die Platzwunde an der Stirn mussten wir auch nicht gross behandeln. Es erstaunt mich immer wieder, welche Heilmittel diese Eingeborenen haben. Die moderne Medizin könnte ungemein davon profitieren!" sagte der Arzt.
„Dürfen wir sie mitnehmen? Sie verstehen sicher das wir alle so schnell wie möglich nachhause wollen" fragte Harry, den es nicht interessierte was der Arzt von der Heilerin hielt.
Er wollte nur seine Familie nachhause bringen!
„Von mir aus kein Problem, die zwei müssen sich noch etwas schonen aber ihr dürft gerne nachhause gehen" entließ sie der Arzt und verabschiedet sich nun von allen.
„Ich denke wir übernachten heute hier und morgen Früh fliegen wir zurück! Roger hat uns die Suite überlassen" sagte Harry.
„Roger?" fragte Alex verwirrt.
„Ja der Hotelmanager!" antwortete Harry genervt.
„Ach ja unser Zimmer, gut das du davon angefangen hast Dad. Ich denke du bist Claire und mir noch eine Erklärung schuldig!" meinet Alex und sah seine Vater etwas böse an.
Zerknirscht sah der nun zu Boden.
„Ist ja gut, aber lasst uns im Hotel weiter reden!" sagte er.
Grinsend machten sich nun alle auf den Weg.
Claire sah sich erstaunt in der Suite um. Alles hatte sich geändert. Statt der zwei Fernsehsessel war da eine großzügige Couch und als sie einen Blick in Alex Zimmer warf, sah sie dass das „Kinderbettchen" verschwunden war und einem großem Bett gewichen war.
Schmunzelt sah sie Harry an, sagte aber nicht. Sie war nur noch müde und wollte schlafen gehen.
Die anderen taten es ihr nach.
Mitten in der Nacht wachte Claire auf und hörte sie wie jemand im Salon herum tigerte. Sie stand auf und ging nachsehen wer es war. Erstaunt sah sie, dass es Alex war.
„Was machst du hier? Warum bist du nicht im Bett?" flüsterte sie.
„Versuch du mal darin zu schlafen. Harry zersägt gerade einen Mammutbaum. Und hier kann ich ja auch nicht schlafen, weil Nick auf der Couch schläft." flüsterte er ihr ebenso leise zu.
Claire sah in verdutzt an und dann nahm sie seine Hand und zog in ihn ihr Zimmer. Alex zog sie zurück und sah sie erstaunt an, dann schüttelte er leicht den Kopf.
„Claire, ich glaube nicht, dass das eine so gute Idee ist!"
„Es ist ja nicht so, dass du das erste Mal mit mir das Bett teilst. Lass aber deine Hände diesmal bei dir. Ich habe keine Lust morgen früh in einer verfänglichen Situation von den Beiden erwischt zu werden!" sagte sie ihm spielerisch drohend.
Alex grinste sie nun an und legte sich ins Bett. Claire tat es ihm nach wobei sie auf genügend Abstand achtete. Beide waren so müde, dass sie gleich wieder einschliefen.
Als Alex am Morgen erwachte sah er, dass Claire sich diesmal nicht an ihre Abmachung gehalten hatte. Sie war es, die ihn umarmte und ihr Kopf ruhte auf seiner Brust.
Vorsicht weckte er sie. Verschlafen blinzelte sie ihn an.
„Hey, ich denke wir müssen aufhören so wach zu werden!" spottete er.
Claire sah nun in was für eine Lage sie sich befand und kicherte.
„Du hast Recht, dein Vater glaubt sonst noch was!" sagte sie und richtete sich auf.
Alex stand auf und streckte sich ein bisschen.
Claire blieb noch liegen und sah ihm belustigt zu. Sie dachte dabei an die heißen Quelle zurück und ein zufriedenes Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Claire hör aus so zu grinsen. Ich weiß woran du denkst und wenn du nicht aufhörst mich so anzusehen, kann ich für nichts garantieren!" drohte ihr Alex lachend.
Claire schmollte aber zog es vor nun die Bettdecke anzusehen.
Er hatte ja Recht. Sie hatte es ja so vereinbart. Eine einmalige Sache die keine Wiederholung duldete!
Sie Seufzte und stand nun ebenfalls auf.
„Ich denke ich gehe Duschen!" sagte sie.
Alex hielt sie am Arm fest und sah sie spöttisch an „Warm oder Kalt!" fragte er dabei.
Claire warf ihm einen Luftkuss zu und riss sich sanft los! „Das wirst du nicht erfahren!" sagte sie lachend über ihre Schulter und ging nun ins Badezimmer.
Nick sah erstaunt von der Couch hoch und sah wie sein Bruder grinsend Claire hinterher sah. Er wunderte sich darüber was Alex in Claires Zimmer suchte und die Wortfetzen die er gehört hatte verwirrten ihn noch mehr. Schnell legte er sich wieder hin. „Da ist doch etwas zwischen den Beiden gelaufen!" murmelte er vor sich hin.
Alex kam nun hinaus und sah, dass Nick wach war, ebenso sah er seinen verwirrten und fragenden Blick.
„Hey komm nicht auf falsche Gedanken! Ich hab nur Claire geweckt, sonst nichts!" wies ihn Alex gleich zurecht.
Nick setze sich auf und sah in spöttisch an „Hab ich denn etwas gesagt!" fragte er ihn.
„Nein, aber dein Blick hat genug gesagt. Wie oft denn noch, Claire und ich sind nur Freunde! Hört endlich auf uns verkuppeln zu wollen!" sagte Alex in einem ärgerlichen Ton.
Harry kam verschlafen aus dem Schlafzimmer und hatte Alex´ letzten Satz gehört und bezog es aus sich.
„Ich hab mich ja bereits gestern bei euch entschuldigt. Ich hatte wirklich gedacht, dass es eine gute Gelegenheit währe. Kannst du nicht endlich damit aufhören?" regte sich Harry auf.
Alex sah ihn verdattert an „Ich hab gar nicht dich gemeint Dad, sondern Nick. Gott bin ich froh, wenn ich wieder Zuhause bin. Ich macht mich ja ganz kirre!" seufzte Alex genervt.
Nick hielt es besser zu schweigen. Er hatte keine Lust sich mit Alex zu streiten, nicht nachdem was sie alle zusammen durchgemacht hatten.
Als Claire aus der Dusche kam sah sie, dass sich alle Ryan Männer im Salon versammelt hatten.
„Die Dusche ist frei!" sagte sie und ging in ihr Zimmer.
Harry liess den Vortritt Alex und Nick bestellte das Frühstück.
Claire setzte sich hin und sah erwartungsvoll auf Harry.
„Nun, was macht dein schlechtes Gewissen?" fragte sie in foppend.
Harry blickte auf Claire hinunter. „Mein liebes Fräulein, denke ja nicht, dass ich nun immer so ein seniler und gefühlsmäßiger Trottel bin. Ich erkenne immer noch wenn jemand versucht mich an der Nase herumzuführen!" sagte er ruhig.
Claire sah ihn belustigt an „ Aha... und warum denkst du, dass ich dir etwas vormache? Ich hab nichts zu verbergen!"
Harry grinste sie an. „So dann kannst du mir sicher das hier erklären! Eigentlich wollte ich dich damit verschonen, aber du hast es ja so gewollt." meinte er und ging in sein Zimmer.
Claire sah verwundert auf Nick, der nichts ahnend mit den Schultern Zuckte.
Harry kam nun wieder hinein und hielt etwas in der Hand.
Claire setzte sich nun etwas aufrecht hin und sah neugierig auf seine Hand. Eine Dunkle Vorahnung beschlich sie.
Alex kam aus dem Badezimmer und bemerkte die etwas angespannte Stimmung.
Harry grinste ihn an und wedelte mit ein paar Fotos und ging damit auf ihn zu.
„Nun Claire meinte sie hätte nichts zu verbergen. Könntest du in dem Fall uns über diese Fotos aufklären! Ich finde sie höchst interessant!" meinte Harry grinsend.
Alex sah sich verwundert die Bilder an und musste leise lachen.
Nick ging nun zu Alex und sah ihm über die Schulter. Seine Augen weiteten sich und nun wusste Claire, dass ihre Vermutung richtig war.
Sie stand auf und langte nach den Fotos. Tatsächlich, es waren Bilden von dem Empfang!
Von ihr und ihrem Kleid, wie sie mit Alex tanzte und von einigen Männern angestiert wurde. Ihre Diskussion mit Robin und wie Alex sich besorgt über sie beugte, als sie verletzt am Boden lag.
„Was ist denn daran so schlimm? Ich trage ein Kleid, na und? Es ist ja nicht so, dass ich das ausgesucht habe, Tess hat es mir in den Koffer gelegt! Ich bin völlig unschuldig und hab nur... " verteidigte sie sich.
„Ha und wer hat dich zum Friseur geschleppt?" unterbrach sie Harry belustigt.
Alex lachte immer noch leise.
„Also... das ... ja... ich meine, es musste ja schliesslich zusammen passen! So schlimm seh ich nun auch wieder nicht aus!" stotterte Claire verlegen
„Das stimmt, du siehst... woww! Ich hätte dich nicht erkannt... du siehst so richtig heiß aus!
Gott Alex ich bewundere deine Willenskraft! Nun Claire, ich denke Tess wird sich freuen, wenn sie sieht wie toll du ausgesehen hast!" gab nun Nick seinen Senf dazu, während Harry bewundernd eine Augenbraue hob und sich die Fotos nochmals ansah.
Claire sah sie alle funkelnd an.
"Nun habt ihr es ja gesehen, ich hoffe für euch, dass ihr ein gutes Gedächtnis habt, denn es war das letzte mal, dass ihr mich in dem Kleid gesehen habt!" sagte Claire, schnappte sich die Bilder und zerriss sie. Triumphierend lächelte sie die Männer an und holte nun ihre Tasche.
Harry sah ihr hinterher und ein listiges Lächeln umspielte seine Lippen.
Er dreht sich zu seinen Söhnen um die ihn neugierig ansahen.
Harrys Grinsen wurde breiter und er zog die Augenbrauen mehrmals hoch.
Alex lachte leise und schüttelte ungläubig den Kopf.
Nick lachte nun auch "Sag nicht..."
Aber sicher doch..." lachte Alex "... du kennst doch Dad!"
"Wer weiß..." grinste nun Harry, konnte aber sich ein Nicken nicht verkneifen.
"Oh Dad, wenn Claire es raus findet zerreißt sie dich in der Luft." warnte ihn Nick, konnte ihm aber nicht wirklich wütend sein, dafür fand er das ganze zu komisch.
"Oh, dann sorgen wir dafür, dass sie es nicht so schnell erfährt." antworte Harry leicht.
"Du Dad, könntest du... ich mein... Tess würde sich sicher freuen...?" wollte Nick wissen.
"Wenn du schon dabei bist, ich hätte auch eins, so als Erinnerung..." meinte nun Alex.
"Mal sehen Jungs, mal sehen..." sagte Harry wage.
Alle lachten herzhaft, verstummten aber, als Claire wieder ins Zimmer kam.
Misstrauisch sah sie die drei an.
"Was heckt ihr nun schon wieder aus?"
"Wir? Nichts!" sagten alle drei gemeinsam.
Forschend sah sie die drei an, doch ihre Minen verrieten ihr nichts.
Claire verdrehte die Augen "Gott werd ich froh sein, wenn ich wieder auf Drovers bin.
Da bin ich wenigstens von normalen Menschen umgeben!" brummelte sie genervt.
Nick grinste "Dann lass uns endlich aufbrechen. Ich denke Tess kann es nicht erwarten dich zu sehen."
Claire nickte ihn glücklich an.
Sie suchten noch ihre wenigen Sachen zusammen und machten sich auf den Weg zu Flugplatz.
Als Claire sah, dass Harry mit seiner eigenen Maschine gekommen war, wurde sie etwas nervös.
Harry bemerkte ihr Zögern.
Sanft legte er ihr seinen Arm um die Schultern.
"Claire du kennst doch das alte Sprichwort, wenn man vom Pferd fällt muss man gleich wieder aufsteigen. Mach dir keine Sorgen es wird nicht geschehen." beruhigte er sie.
Claire sah in dankbar an.
Sie stiegen nun ein und Harry hielt den ganzen Flug über die Hand.
Claire hätte es nie zugegeben, aber sie war ihm sehr dankbar das er es tat.
Sie landeten in der nähe von Gungellan und Terry wartete bereits auf sie.
In seiner trotteligen Art begrüßte er die beiden und war sichtlich gerührt, dass beide wieder zuhause waren.
Er brachte sie direkt nach Killarney. Tess wartete bereits den halben Vormittag auf ihre Ankunft und hüpfte aufgeregt als sie endlich den Wagen sah.
"SIE KOMMEN! LIZ, MEG, JODI, BECKY SIE KOMMEN!" rief sie den anderen zu.
Als Terry endlich anhielt, riss sie beinahe die Türe aus der Verankerung und umarmte Claire stürmisch.
Meg zog sie sanft etwas weg.
"Tess lass sie doch erst mal aussteigen!" maßregelte sie sie.
Claire stieg nun ungehindert aus und Tess umarmte sie wieder.
"Tu mir das nie wieder an, hörst du! Du wirst nie wieder irgendwo hingehen! Und heute bist du zum letzten Mal geflogen! Hast du verstanden!" weinte Tess an Claires Schulter.
Claire wurde nun auch von ihren Gefühlen überrollt und erwiderte ihre Umarmung, leise begann sie zu weinen.
"Ich habe es auch nicht wieder vor kleine Schwester, es tut mir leid, dass du dir Sorgen gemacht hast. Ich hab dich lieb Tess." flüsterte ihr Claire zu.
Die beiden hielten sich noch lange so fest.
Liz umarmte indessen Alex und war glücklich ihren Sohn wieder zu haben.
Alex drückte sie gerührt an sich.
Nach dem sich Tess von Claire getrennt hatte umarmten sie nun die anderen. Alle sagten ihr wie glücklich sie waren, dass sie wieder zuhause sei.
Liz drängte sie nun alle ins Haus, denn drinnen wartete ein ausgezeichnetes Willkommensessen auf sie.
Alex und Claire erzählten ihnen was ihnen in den letzten Tagen geschehen war.
Alex amüsierte sich dabei den anderen von Claires Auftritt bei den Konferenzen zu erzählen.
Die Frauen sahen Claire dabei erstaunt an, während Claire verlegen mit den Schultern zuckte.
"Ich kann euch versichern, dass Claire in dem Kleid wirklich super aussah. Roger hatte mir einige Fotos gezeigt und ich hätte Claire beinahe nicht erkannt!" bestätigte Harry.
"Und wo sind die Fotos? Ich würde gerne Claire als Vamp sehen." platze Jodi vor lauter Neugierde.
"Oh das tut mir aber Leid Jodi, irgendwie habe ich diese vernichtet, Sorry!" sagte Claire, doch niemand glaubte an ihre Reue.
Tess sah Nick an und sein Blick irritierte sie
"N E G A T I V E H A R R Y!" formte er lautlos mit den Lippen.
Tess grinste nun breit. Sie war ja so gespannt wie Claire wohl in dem Kleid ausgesehen hatte.
Gegen Abend wurde Claire nun müde und wollte nun endlich nach hause.
Meg und die Mädchen standen nun auf und verabschiedeten sich.
Tess und Nick gingen nun auch nach Wilgul zurück.
Alex stand etwas abseits und sah der allgemeinen Aufbruchstimmung zwiespältig zu.
Claire ging zu ihm hinüber und umarmte ihn, ohne dass sie ein Wort wechselten.
Alex hielt Claire einen Moment zu lange fest, was Liz aufmerksamen Augen nicht entging.
Claire drückte sich noch einmal an Alex und ließ ihn dann endgültig los.
Langsam ging sie nun zum Wagen und stieg ein.
Alex stand immer noch an der gleichen Stelle und sah dem Wagen nach. Liz ging zu ihm und berührte ihn am Arm.
Er sah sie an und Liz schluckte. Sie las Endtäuschung und Trauer in seinen Augen.
"Alex?" fragte sie sanft.
"Mom, es ist nichts. Nur dass es sich etwas seltsam anfühlt sie gehen zu lassen. Immerhin waren wir sechs Tage immer zusammen und haben eine schlimme Zeit durchlebt.
Ich fühle mich für sie verantwortlich, das ist alles." sagte Alex mit belegter Stimme.
Liz verstand was er damit sagen wollte und doch sagte ihr Instinkt, dass es nicht die ganze Wahrheit war. Sie sah ihn lange an "Komm lass uns reingehen du musst dich noch schonen." sagte sie und gab ihm damit zu verstehen, dass sie keine weiteren Fragen stellen würde.
Claire saß nachdenklich im Wagen und hörte nur mit halbem Ohr zu, was ihr Jodi und Becky erzählten.
Meg bemerkte Claires seltsame Stimmung und sah besorgt zu ihr hinüber. Claire spürte ihren Blick und sah sie entschuldigend an.
"Meg, mach dir keine Sorgen, ich bin nur müde. Die letzten Tage stecken mir noch in den Knochen." versuchte sie Meg zu beruhigen, doch Meg kannte sie zu gut. Trotzdem entschloss sie sich Claire in Ruhe zu lassen. Vorerst mal.
Als Claire die Umrisse von ihrem Zuhause sah fing ihr Herz aufgeregt zu klopfen.
Sie konnte es kaum erwarten endlich wieder in ihrem Haus zu sein.
Endlich waren sie da und Claire stieg nun schnell aus. Roy kam sofort auf sie zu gerannt und begrüßte sie stürmisch. Claire kniete sich hin und genoss mit ihrem Hund zu schmusen.
Jodi und Becky zogen sich nun zurück und wollten Claire ihren Freiraum lassen.
Claire stand nun wieder auf und sah Meg an.
"Meg vielen Dank, dass du dich so gut um alles gekümmerte hast." sagte sie gerührt.
Meg umarmte sie "Claire ich hoffe, dass du weisst, dass ich dich wie eine Tochter liebe. Ich lass dich jetzt allein, aber du weisst wo du mich finden kannst, ok?" antwortete Meg und wusste, dass es Claire so am liebsten war. Langsam ging sie zu ihrem Bungalow.
Claire ging ins Haus und sah sich um.
Es schien ihr als wären Jahre vergangen und nicht nur sechs Tage. Roy wich ihr nicht von der Seite und als Claire in ihr Zimmer ging trottete er ihr hinterher.
Claire grinste als sie seinen treuen Blick bemerkte.
"Ok ich will ja nicht so sein, du darfst ausnahmsweise bei mir in meinem Bett schlafen." sagte sie grinsend und Roy wedelte zufrieden mit dem Schwanz.
Sie lag nun in ihrem Bett und fühlte sich seltsamerweise unruhig. Roy schlief bereit am unterem ende ihres Betts. Claire wälzte sich zum x-mal im Bett und fand trotz ihrer Müdigkeit keinen Schlaf. Irgendetwas fehlte ihr doch sie wusste nicht was.
Sie erschrak, als das Telefon klingelte.
Sofort dachte sie dass es Tess war
"Ich bin noch da Tess!" sagte sie zur Begrüßung.
"Woher wusstest du, dass ich es bin?" fragte diese nun erstaunt.
"Tess nicht nur du fühlst dieses Band, ich fühle es auch und wusste einfach das du es bist." sagte Claire ernst. Liz hatte ihr von ihrem Gespräch erzählt und sie war erstaunt, dass Tess dies ebenso intensiv empfand wie sie selber.
"Ich weiss Claire, ich wollte dir nur gute Nacht sagen. Ich liebe dich Claire."
"Ich liebe dich auch Tess, wir sehen uns morgen. Gib Nick einen Kuss von mir." sagte Claire und legte auf.
Kaum hatte sie aufgelegt klingelte es wieder.
"Tess ich bin immer noch hier, du träumst nicht!" sagte Claire etwas genervt in den Hörer.
"Oh, gut zu hören, dass du noch da bist." begrüßte sie eine andere Stimme.
Claire kuschelte sich etwas tiefer ins Bett.
"Alex, schön dass du anrufst." sagte sie ehrlich. Kaum hatte sie seine Stimme erkannt legte sich ihre Unruhe.
"Oh fehle ich dir bereits?" zog Alex sie auf, freute sich aber über ihre Worte.
"Irgendwie habe ich mich daran gewöhnt dich immer um mich zu haben und dein Schnarchen hat mir auch gefehlt." sagte sie kichernd.
"Dann sind wir ja schon zu zweit. Mir hat dein Zähneknirschen gefehlt." spottete Alex.
"Ist doch gar nicht wahr!" protestierte nun Claire und wurde immer schläfriger, auch Alexs Müdigkeit wurde nun stärker.
"Woher willst du das wissen? Du hast ja immer geschlafen und gar nichts mitbekommen!" foppte sie Alex.
"Ha ha!" sagte Claire und ihre Augen wurden immer schwerer.
„Ist aber wahr!" widersprach Alex undeutlich und ihm fielen die Augen zu.
"Gute Nacht, John Boy!" zog ihn Claire, mehr schlafend als wach, auf.
"Ja gute Nacht." nuschelte Alex in den Hörer.
Beide schliefen endlich ein und hielten den Hörer fest an sich gedrückt.
TBC
