A/N: So, das ist jetzt das letzte Kapitel. Leider. Ich hab mich total über eure Reviews gefreut. :)

Mal gucken, vielleicht gibt es demnächst noch etwas Neues. Je nachdem wie viel Zeit ich hab. Immoment arbeite ich auch an einer neuen eigenen FF mit Hermine und Sev, aber ich denke, ich stelle eher eine übersetzte rein (hab schon eine im Blick). Aber bevor ich nach Kanada fliege gibt es auf jeden Fall noch irgendetwas.


Kapitel 10 – I Don't Want To Miss A Thing (Aerosmith)

Severus wachte am Samstagmorgen auf, mit einem grauen Himmel draußen und der Wettervorhersage, die Regen versprach. Er nahm es nicht als gutes Zeichen. Der Himmel in der Großen Halle sah noch dunkler aus, als er zum Frühstück kam. Sehr wenige Kollegen blieben in Hogwarts während der Ferien. Er, Minerva, Filius und Hagrid waren die einzigen, die diesen Sommer da waren. Minerva saß am Lehrertisch, als er eintrat.

„Guten Morgen, Severus", sagte sie fröhlich.

„Draußen ist es düster."

„Passt zu dir", stichelte sie. Er starrte sie zornig an und nahm sich ein Spiegelei.

„Hast du Pläne für heute?"

„Vielleicht." Er zuckte mit den Schultern.

„Es gibt keinen Grund, mir auszuweichen."

„Ja, Minerva, ich habe heute Nachmittag was vor."

„Oh, mit wem?"

„Du bist viel zu neugierig."

Sie seufzte. „Ist überhaupt etwas aus diesem Brief geworden, den du letzten Sommer verschickt hast?"

„Ich habe einer Frau namens Jane geschrieben. Es hat nicht funktioniert." Er grinste. Es war keine ganze Lüge. Mit Jane hatte es nicht funktioniert. Mit Hermine jedoch …

„Denk nicht einmal daran, mir ‚Ich hab's dir ja gesagt' an den Kopf zu werfen. Ich verstehe nicht, warum du dir nicht einfach eine Freundin suchst. Wir würden alle aufhören, dir damit in den Ohren zu liegen."

„Nein, würdet ihr nicht. Ihr würdet mich nur mehr nerven."

„Nun, ich nicht. Ich kann nicht für Albus, Poppy oder Pomona sprechen."

Severus aß den Rest Spiegelei auf. „Ich treffe mich heute Nachmittag mit einer Frau."

„Siehst du, das war doch nicht so schlimm."

„Ich sage dir aber sonst nichts."

„Ich habe schon befürchtet, dass du es nicht machen wirst", sagte Minerva mit einem schiefen Grinsen. „Aber das heißt nicht, dass ich es letztendlich nicht herausfinden werde."

„Das bezweifele ich nicht." Severus nahm einen gebutterten Toast vom Teller vor ihm. „Wahrscheinlich wirst du diese Frau erlegen um direkt mit ihr sprechen zu können."

„Das würde ich nicht tun", sagte Minerva und schaute ein wenig beleidigt. „Es sei denn, ich kenne sie schon." Ihre Augen weiteten sich. „Severus! Triffst du jemanden, den ich kenne?"

„Ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich dir zu diesem Thema keine Fragen mehr beantworten werde."

„Sei kein Spaßverderber. Ich bin alt, ich hab keine Action mehr in meinem Leben."

„Lass es uns dabei bleiben, damit du keinen Schlaganfall kriegst."

Minerva verdrehte die Augen und haute ihn auf die Schulter. „So alt bin ich nicht."

*

Hermine war ein reines Nervenbündel, als sie im Laden ankam. Während sie Eddie half, die Desserttheke zu füllen, ließ sie den beliebten Möhrenkuchen auf den Boden fallen. Der Teller zerbrach und der Kuchen fiel hinunter.

„Vielleicht solltest du mir lieber nicht helfen", sagte Eddie und ließ das Durcheinander verschwinden.

„Ich glaube, du hast recht." Sie entfernte sich langsam rückwärts gehend. Sie überprüfte die Kasse erneut, um sicher zu gehen, dass alle Rechnungen und Münzen in ihren richtigen Fächern waren. Eine Stunde, bevor der Laden aufmachte, fuhr sie vor Schreck in die Höhe, weil jemand an der Tür klopfte.

Als sie sah, dass es nur Ginny war, entspannte sie sich ein wenig. Sie öffnete die Tür und der Rotschopf, der immer ein Energiebündel war, hüpfte fröhlich herein.

Hermine umarmte ihre Freundin und sagte „Ich sehe deinen Ehemann schon öfter als dich."

„Ich weiß. Es ist schrecklich. Mum braucht mich, um Charlies Hochzeit zu planen."

„Charlie wird heiraten?" fragte Hermine geschockt.

„Ich weiß. Wir waren alle erstaunt. Mum hat sich natürlich wahnsinnig gefreut. Obwohl seine Verlobte noch schlimmer als Schleim ist, wenn du mich fragst."

„Ist das überhaupt möglich?"

„Ich denke nicht, aber du wirst es verstehen, wenn du Heidi triffst."

„Sie heißt Heidi?"

„Ja. Er hat sie getroffen, als er mit seinen Kumpels in der Schweiz war", sagte Ginny sachlich.

„Und wo werden sie leben? In der Schweiz, in Rumänien oder hier?"

„Hier. Er wird nächstes Jahr in Hogwarts unterrichten."

„Ich bin immer noch geschockt, dass Charlie, der ewige Junggeselle, heiraten wird."

„Ich weiß. Zeigt uns nur, dass alle Junggesellen nur die richtige Frau treffen müssen."

„Das nehme ich an."

„Wo wir gerade von Alleinstehenden sprechen, was ist eigentlich aus dem Dating-Service geworden, bei dem ich dich angemeldet habe?"

„Oh. Das. Es, ähm, war besser als ich es mir vorgestellt habe."

„Ja, bis sich herausstellte, dass er –" Hermine starrte Eddie wütend an und sein Mund klappte zu.

„Bis sich herausstellte, dass er was ist?" fragte Ginny und sah zwischen Eddie und ihr hin und her.

„Ich weiß nicht, ob ich es dir sagen sollte, Gin. Dir würde es nicht gefallen."

„Um Himmels willen, sag mir was mit diesem blöden Mann nicht stimmt!"

„Naja, es stellte sich heraus, dass er kein wirklicher Fremder war."

„Ich verstehe nicht."

„Was dir Hermine vergeblich zu sagen versucht, ist, dass sie das ganze Jahr Snape geschrieben hat."

„Snape!" Ginny kreischte. „Es tut mir so wahnsinnig leid!"

Hermine presste ihre Augen zusammen. „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen."

„Doch, das tue ich. Ich werde mich nie wieder in dein Liebesleben einmischen, weil immer wenn ich das tue, versaue ich es."

„Ginny, ich habe mich in ihn verliebt."

„Du hast dich in Snape verliebt … warum? Ich meine, ist das überhaupt möglich?"

Hermine blickte sie finster an. „Ja, es ist möglich."

„Oh. Tut mir leid. Vielleicht kannst du mir es erklären, weil ich ein Problem, es nachzuvollziehen."

„Du kennst ihn nur so wie wir ihn in der Schule kennen gelernt haben. Er ist nicht immer so. ich meine, er ist so, aber es ist anders. Ich weiß, das hat keinen Sinn, aber so kann ich es dir nur erklären."

„Liebt er dich?"

„Ich weiß es nicht."

„Hast du es ihm nicht gesagt?"

„Es ist komplizierter als es scheint."

„Wir haben uns noch nicht getroffen. Er weiß nicht, dass ich Jane bin. Zumindest denke ich, dass er es nicht weiß."

„Hm. Wann triffst du ihn denn?"

„Diesen Nachmittag. Wir wollten uns schon zwei Wochen früher treffen, aber er hat mich versetzt."

„Warum?"

„Ich weiß es nicht. Anscheinend hat er kalte Füße gekriegt."

„Lass ihn das nicht noch einmal tun."

„Das werde ich nicht. Ich hab ihm gesagt, dass es seine letzte Chance ist."

„Gut für dich." Ginny lächelte. „Vielleicht hätte ich mich schon eher einschalten sollen. Dann hättest du deine Zeit nicht mit meinem bescheuerten Bruder verschwendet." Ginny schlug die Hand vor den Mund, als sie Hermines Gesichtsausdruck sah. „Entschuldigung, ich hab was Grausames gesagt. Ich weiß nicht, was mit mir los ist."

„Mach dir nichts draus", sagte Hermine.

„Wann triffst du ihn?" fragte Ginny, um die Gesprächspause zu füllen.

„Um drei."

„Viel Glück."

„Danke. Das werde ich brauchen."

*

Der Regen, der für diesen Tag angekündigt war, war bis 14.30 Uhr noch nicht eingetroffen. Hermine überließ Eddies fähigen Händen den Laden und begann den kurzen Spaziergang zu der Heulenden Hütte.

Er hörte, wie sie durch den Wald ging und sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Er wusste nicht, ob er noch einmal imstande war, die Enttäuschung in ihrem ganzen Gesicht zu ertragen. Er fühlte, wie die Temperatur sank und ein schwacher Wind fing an zu wehen. Gerade als sie die Lichtung erreichte, riss die Wolkendecke auf und setzte den Regen frei.

Sie ging langsam auf ihn zu, stoppte nicht, bis nur wenige Zentimeter sie voneinander trennten. Seine Augen suchten ihr Gesicht, prägten sich jede Rundung und Farbe ein. Er wollte nicht blinzeln oder gar seine Augen schließen und zu riskieren, etwas zu verpassen.

Ihre Augen folgten den Regentropfen, die sein Gesicht herunterliefen.

„Es war ein Zufall", begann sie, „Ich hatte es nicht beabsichtigt, mich in dich zu verlieben."

„Ich wollte mich auch nicht in dich verlieben." Er schmunzelte.

Sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und ihre Lippen berührten zärtlich die seinen. Er schlang seine Arme um sie und küsste sie leidenschaftlich.

Sie standen im Regen und küssten sich, wollten einander nicht mehr loslassen, und versanken in ihrer unbeabsichtigten Liebe.