-Kensi-

Deeks nahm meine Hand in seine und zog mich sachte durch die feiernde Meute. Seine Hand war groß und fest und warm, es fühlte sich gut an, wie sie meine kleine Hand umfasste und festhielt.
Er drehte sich immer kurz, um als wolle er sich vergewissern, dass die Hand, die er hielt, immer noch mit dem Rest von mir verbunden war.
Erst am Rand hinter der Tanzfläche, in der Nähe des Porträtlochs, hielt er an.
Hier war es tatsächlich ruhiger. Deeks gab meine Hand frei und wir setzten zum Reden an, doch noch bevor einer von uns etwas sagen konnte, tauchte Scott Petersen aus unserem Jahrgang neben mir auf und stieß ein "Hey Kensi, wollen wir tanzen?" aus.

Irritiert sah ich zu Deeks, wartete ob er einschritt, doch er nickte mir nur zu, als wollte er sagen: "Wenn du möchtest...mir macht das nichts aus."
Ich stotterte sowas wie "Ja...äh sicher, gerne" und ließ mich von Scott mitreißen.

-Deeks-

Zähneknirschend lehnte ich an der Wand, an der Stelle, wo gerade eben noch Kensi gestanden hatte, bevor Scott sie mir ausgespannt hatte. War ja klar, dass sowas passieren würde. Mich ärgerte es nur, dass Kensi ihm so leicht nachgab. Sie hätte ablehnen können, doch vielleicht waren die anderen Typen interessanter als ich. Ich entschied, mir erst mal noch etwas zu trinken zu holen um die Stimmung zu heben.

***********************

Je später der Abend wurde, desto mehr wurde getrunken und desto heiterer wurde auch die allgemeine Laune im Raum.
Kensi wurde wie erwartet weitergereicht wie eine Trophäe, erst Scott, dann Craig, dann Ian Ascot und später irgendein Viertklässler, den ich nicht kannte.
Sie wehrte sich nicht, ganz im Gegenteil, sie schien Spaß zu haben.
Sie tanzte die ganze Nacht und die Anstrengung trieb ihr die Röte ins Gesicht. Von ihr ging eine Art Feuer aus, das alle um sie herum zu begeistern schien. Dieses Feuer passte zu ihrer Erscheinung und ihrem Temperament.

Auch meine Laune besserte sich.
Man musste das Leben nehmen, wie es kam und auch wenn ich zugeben musste, dass ich mir den Abend etwas anders vorgestellt hatte und ziemlich enttäuscht war, als das Blatt sich wendete, hatte es keinen Sinn, zu schmollen oder irgendwem nachtragend zu sein, denn niemand hatte einen Fehler gemacht.

Ich hatte gute Laune und blieb auch nie lange allein, es war eine tolle Party, es gab gute Drinks und es waren die besten Leute da, Freunde mit denen man lachte und komische Sachen machte, Mädchen mit denen man tanzte und die es verstanden meine Stimmung zu heben.
Alles Menschen, die in dieser Nacht dasselbe wollten wie ich, leben, feiern, das tun, was einem gut tut, ohne sich Gedanken über irgendwas zu machen.