So zuerst ist mal eine Entschuldigung fällig, weil das doch wieder recht lange gedauert hat. Meine Oma hatte einen Schlaganfall vor ein paar Wochen und seitdem herrscht dast totale Chaos. Naja und die Uni v.v gut, dass das Semester bald zuende ist!

Das Kapitel stand schon seit Wochen so in meinem Hirn und ich bin es immer wieder durchgegangen. Am Ende ist es doch so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Trotzdem hat die Story eine gewisse Eigendynamik entwickelt und der Plot wird immer größer. Word sagt dass ich die 100 Seiten schon überschritten habe und irgendwie fehlte da immer noch GANZ VIEL! Naja... mal schauen wie lang es wird *g*

Meinungen zu diesem Kapitel höre ich gerne. Was denkt ihr von Harrys Verhalten? Und sollte Draco mal über einen neuen Job nachdenken? *g*

Sooooo viel Spaß!


Kapitel 9 A Drop in the Ocean

This is the bend before the break.
This is the mercy not the grace.
This is the proof and not the faith i try to find.
There shouldn't be a good in goodbye.

Draco war mit seinem Roastbeef außerordentlich zufrieden, wobei der Geschmack vielleicht auch von seinem sehr subjektiven Gefühl der Zufriedenheit überlagert wurde, vermutlich hätte ihm im Moment alles geschmeckt, sogar Golyes Hintern.

Potter betrachtete den Happen Knoblauchente auf seiner Gabel nachdenklich, ehe seine Augen zu Draco zurück huschten und der sich das Stück Fleisch in den Mund schob. „Also, was ist nun dieser ‚goldene Schnatz'?, wollte er wissen, nachdem er geschluckt hatte.

Draco zuckte nur mit den Schultern und grinste Potter zufrieden an. Es war wunderbar am längeren Hebel zu sitzen und ein gewisses Gefühl der Macht genießen zu können. Zutiefst zufrieden mit sich selbst schob er ein weiteres Stück Roastbeef auf seine Gabel. „Das wirst du dann sehen", sagte er mit einem Lachen in der Stimme.

Potter schüttelte kurz amüsiert den Kopf, ehe er seinen Blick auf etwas richtete, das sich hinter Dracos Rücken zu befinden schien. Dieser hob fragend eine Augenbraue, um sich nicht umdrehen zu müssen, da er solches Verhalten für äußerst unhöflich hielt. Doch als Potter weiter nur an ihm vorbei starrte schoss Draco seine guten Manieren in den Wind und drehte sich doch auf dem Stuhl um, und blickte über die Schulter.

An einem Tisch in der Mitte des Raumes saß ein Paar. Der Mann saß mit dem Rücken zu Draco, sodass er sein Gesicht nicht erkennen konnte, aber die sandfarbenen Haare waren deutlich zu sehen, während er sich nach vorn beugte und in leisem Ton mit seiner Begleiterin sprach. Sie wiederum konnte man eindeutig erkennen. Langes, glattes rotes Haar, das im diffusen Licht sanft glänzte, helle Haut mit Sommersprossen gespickt und warme, braune Augen. Eine Hand hatte Ginny Potter-Weasley vor sich auf dem Tisch platziert und tippte abwechseln mit jedem Finger einmal auf das Holz während sie mit Ernie Macmillan sprach und leise lachte. Worüber die beiden sich unterhielten war zwar nicht zu verstehen, aber er war sich sicher, dass das auch gar nicht nötig war, zumindest Potters Gesichtsausdruck nach zu urteilen.

Draco wollte gerade fragen, ob dieser es vorziehen würde doch wieder zu gehen, als die Bedienung an ihrem Tisch ankam und ihre Getränke abstellte. Potters Blick wanderte zunächst über die giftig blaue Flüssigkeit in der einige Kirschen schwammen, welche vor Draco abgestellt wurde, bevor er seinen eigenen Cocktail betrachtete, der gänzlich in weiß daher kam. Zum Schluss folgten zwei kleine Gläser mit einer goldenen Flüssigkeit darin, jedes davon begleitet von einer Scheibe Orange und einem Zim6tstreuer – der ‚Goldene Schnatz'.

„Ich fürchte ich brauche einen Drink", presste Potter hervor und wollte bereits das Glas an die Lippen heben, als Draco ihn stoppte.

„Nicht so, Potter. Gib mir deine Hand", sagte er und griff ohne auf eine Antwort zu warten nach dessen Hand. Es kostete ihn einiges an Willenskraft sich nicht in das Gefühl der sanften Berührung fallen zu lassen. Stattdessen griff er zum Zimtstreuer und beträufelte Potters Handrücken, nahe dem Daumen, mit etwas Zimt. „Lecken – Trinken – Beißen", sagte er grinsend.

„Was?"

„Naja, Zimt ablecken, Schnatz trinken und dann schnell in die Orange beißen. Das Zeug schmeck abartig wenn man es pur trinkt", erklärte Draco, während er sich selbst Zimt auf die Hand streute.

„Na wenn du meinst", erwiderte Potter und hob sein Glas, diesmal wartete er aber bis Draco es ihm gleich tat. Sie nickten einander zu und einen Herzschlag später breitete sich erst der leicht scharfe Geschmack von Zimt auf Dracos Zunge aus, sofort gefolgt vom vollen Aroma des Alkohols, welches wiederum vom fruchtigen Saft der Orange abgelöst wurde. Egal wie gerne er auch Quidditch spielte, dies war seine liebste Form eines goldenen Schnatzes.

Potter keuchte leicht, als er Glas und Orangenschale wieder auf dem Tisch abstellte. Draco grinste ihn leicht an, während sich ein warmes Gefühl in seinem Bauch ausbreitete, von dem er inständig hoffte, dass es ausschließlich vom Alkohol ausgelöst wurde.

„Wow… das tat gut", hauchte Potter, die Ente völlig vergessen und den Blick noch immer auf das leere Glas gerichtet.

„Hör zu, wenn du nicht hier bleiben willst ist das absolut in Ordnung. Wir können wo anders hingehen, oder nach Hause, wie du willst", sagte Draco, hob aber die Orange nochmal an die Lippen, um auf die letzten Bissen zu erwischen. Er liebte Zitrusfrüchte.

„Nein, wir bleiben hier. Ich werde nicht vor ihr weglaufen. Ganz im Gegenteil! Ich werde ihr… und mir… beweisen, dass ich sie nicht brauche und auch ohne sie glücklich sein kann. Sie hat mir das Herz gebrochen, aber es ist nicht irreparabel beschädigt", antwortete Potter, und rührte in seiner Schneeeule.

Draco grinste und nahm einen Schluck von seinem eigenen Drink. „So gefällst du mir schon viel besser, Potter", sagte er.

Der Angesprochene zuckte bloß mit den Schultern, ehe er die Vogel-Kellnerin herbei winkte und zwei neue ‚Schnätze' bestellte.
„Bist du sicher? Du machst nicht den trinkfestesten Eindruck", hakte Draco nach.
„Ich hab doch eben gesagt, dass ich heute Abend Spaß haben werde", gab Potter etwas schnippisch zurück und sein Blick wanderte wieder an Draco vorbei zu dem Tisch, an dem Macmillan und Potters Frau saßen.
„Also, woher kennen die beiden sich?", fragte Draco um die Stille zu durchbrechen, obwohl er die Antwort bereits aus dem Prophet kannte.

Einen Moment schien der Angesprochene verwirrt, als hätte er die Anwesenheit seines Anwalts vergessen, dann richteten sich die grünen Augen wieder auf Draco und Potter antwortete: „Bei der Arbeit, soweit ich weiß. Ernie arbeitet als Sportjournalist oder so und Ginny, naja das weißt du ja. Die beiden sind schon seit Jahren befreundet, aber ich hab mich ja auch immer gut mit Ernie verstanden, als wir noch in der Schule waren".

„Er hat in der Schlacht um Hogwarts gekämpft, nicht wahr?", wollte Draco wissen, während sein Blick über den jungen Mann mit den sandfarbenen Haaren glitt. In der Schule war Macmillan etwas pummelig gewesen, aber wie es schien hatte er angefangen Sport zu machen, statt nur darüber zu schreiben.

„Ja, er hat damals überhaupt erst dazu angeregt, dass ältere Schüler zurückbleiben und mitkämpfen, statt sich in Sicherheit zu bringen. Er wollte so unbedingt helfen", antwortete Potter als die Vogel-Kellnerin zurück kam und jedem von ihnen einen weiteren Shot mit Orange vor die Nase stellte.

Der scharfe Alkohol schien sämtliche Unsicherheit aus Dracos Gliedern zu brennen und wärmte ihn angenehm von innen heraus. Er konnte seinem Gegenüber bereits ansehen, dass dessen Augen langsam glasig wurden. Potter war wirklich nicht an Alkohol gewöhnt.

„Also nur Freunde, ja?", hakte Draco nach, eindeutig mutiger als noch zwei Shots zuvor, bevor er einen großen Schluck seines Cocktails trank ohne dabei die Augen von Potters Gesicht abzuwenden.
„Nur… Freunde…? Ich dachte…", nuschelte Potter verwirrt, ehe sich seine Mine verstehend aufhellte: „Oh! Ginny und Ernie? Ja, klar doch!".

Draco zog die Stirn in Falten. Potter hatte ihn am Anfang eindeutig falsch verstanden oder an jemand anderen gedacht, als an Macmillan und Weasley, aber an was? Oder besser: An wen? Machte es Sinn, sich doch Hoffnungen zu machen?
Wenn man auf Enttäuschungen steht, macht es sicher total viel Sinn, mein Lieber. Hör auf zu fantasieren!, spie die kleine Stimme in Dracos Kopf.

„Draco?"

Potters Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und ließ ihn zugleich schaudern. Wie sehr er sich wünschte diese Stimme würde ihn für immer so ansprechen. „Ja?", fragte er mit leicht heiserer Stimme.

„Was würdest du davon halten, wenn wir uns an die Bar setzen? Ich glaube ‚Goldene Schnätze' kommen da schneller an als hier", schlug Potter vor, ein spitzbübisches Grinsen zierte sein Gesicht von einem Ohr zum anderen. Sah er so aus, wenn er vor hatte etwas Unerlaubtes anzustellen?
„Goldene Schnätze? Ich seh schon, das wird mein Verderben. Aber wenn du willst, können wir gerne an die Bar. Noch sind Plätze frei", antwortete Draco, schob sein nicht wirklich aufgegessenes Roastbeef von sich und griff nach dem Einhornblut, oder besser, dem gleichnamigen Cocktail.

Die Bar war aus dunklem aber edlem Kirschholz gefertigt und zog sich als Halbkreis um eine Ecke des ausladenden Raumes. Die Hocker waren bequem und verfügten sogar über Lehnen. Über Dracos und Potters Köpfen schwebten unzählige Flaschen mit zum Teil grotesk buntem Inhalt, welche mit einem Wink in die Hand einer jungen Frau flogen, die hinter der Bar stand und Cocktails mixte.

Ihre Augen hatte die Farbe reifer Beeren und ihr recht blasses, sommersprossiges Gesicht war von flammendroten Haaren umgeben. Einen Moment schien es, als starre Potter sie an, ehe sich zu Draco umwandte und entschuldigend lächelte. Vermutlich müsste Draco sich in einen Rotschopf verwandeln, um jemals Chancen zu haben.

Ödipus-Komplex, was?, spottete seine innere Stimme. Er steht eigentlich eben doch auf seine Mutter.

Irritiert schüttelte Draco den Kopf in der Hoffnung so den Gedanken zu vertreiben, während Potter bei der Barfrau zwei Schnätze bestellte.

Potter streute sich Zimt auf die Hand und hob anschließend Draco prostend den Shot entgegen, ehe beide dem Ritual folgend, erst Zimt, dann Schnatz und zuletzt Orange zu sich nahmen.

„Also, wir reden ständig von mir und meiner nicht mehr vorhandenen Ehe, was ist mit dir? Was machst du, außer Leuten bei ihrer Scheidung zu helfen?"

„Hey! Ich helfe nicht nur bei Scheidungen! Ich bin Anwalt! Ich beschäftige mich mit ganz vielen Fällen! Erbschaft, Strafrecht, sogar Finanzen! Okay, der strafrechtliche Aspekt ist bei Weitem nicht mehr so vielversprechend, wie vor 10 Jahren, aber ab und an gibt es einen Fall", antwortete Draco, wobei ihm nicht entging das die Schnätze seine Zunge gelockert hatten.

„Oh ja, entschuldige, dein Job ist natürlich total spannend und abwechslungsreich. Ich wollte aber eher wissen, was du in deiner Freizeit tust, oder hat Draco Malfoy keine Hobbies?", entgegnete Potter mit einem Grinsen im Gesicht.

„Na spannender sicher als deiner. Was jagt ihr Auroren eigentlich, seit sämtliche Todesser in Azkaban verrotten? Aber nur zu deiner Information, ich habe Hobbies. Ich arbeite in meiner Freizeit gerne an Zaubertränken und versuche neue Zusammenstellungen und Wirkungen zu entwickeln, die ich anschließend dem St. Mungo's zur Verfügung stelle", Draco streckte Potter die Zunge heraus, als die Barkeeperin ihnen frische Gläser auf die Nase stellte.
„Soll ich die Flasche einfach hier lassen?", fragte sie amüsiert, woraufhin Potter nickte und sich bedankte.

Mit einem Grinsen schenkte Potter beiden nach und fischte auf eigene Faust nach einer Schüssel hinter der Theke in der sich Orangenstücke befanden. Draco hob leicht amüsiert eine Augenbraue.
„Also, du hast dich für wohltätige Arbeiten entschieden, ja?", hakte Potter nach, eine Hand bereits wieder am Shot-Glas.

„Nenn es nicht so. Ich probiere rum und weiß sonst nicht, was ich mit den Ergebnissen machen soll. Ich war eben immer gut in Zaubertränke und habe die Begeisterung dafür nicht aufgegeben", gab Draco zurück, ehe der nächste ‚Schnatz' wärmen seine Kehle hinab rann.

„Warum bist du Anwalt, wenn eigentlich Zaubertränke deine Leidenschaft sind?", wollte Potter wissen, die Organgenschale zwischen Daumen und Zeigefinger, während er mit der Zunge über die Lippen leckte.

Einen Moment lang schloss Draco die Augen, in der Hoffnung das Bild wieder vergessen zu können. Als er sie wieder öffnete blickte Potter ihn noch immer erwartungsvoll an. „Naja, als Zaubertränkelehrling brauchst du einen Meister, der dich aufnimmt und anleitet. Nach dem Krieg wollte kein Zaubertränkemeister sich einen Malfoy ins Haus holen. Ich bin ein Todesser und ich werde es immer sein. Dass ich jemanden gefunden habe, der mich zum Anwalt ausbildet, war reines Glück. Also war ich nicht wählerisch".

„Das tut mir leid. Ich glaube dieser Job macht dich, so wie er ist, nicht glücklich", während Potter sprach wanderte seine Hand bereits wieder zu der Flasche mit der goldenen Flüssigkeit. Draco spürte zwar, dass der Alkohol deutlich Wirkung zeigte und er eigentlich aufhören müsste weiter zu trinken, doch der Gedanke daran, den Abend mit Potter einfach so weiter laufen zu lassen, war zu verlockend. Also erhob er keinen Protest, als dieser die beiden Gläser wieder füllte und ihm die Schüssel mit den Orangenstücken entgegen hielt.

„Es geht nicht darum, ob ich glücklich bin mit dem was ich tue. Ich bin gut in meinem Job und habe mir einen neuen Ruf aufgebaut, das war mein Ziel nach dem Krieg und ich habe es erreicht. Es ging niemals darum, ob mich das alles glücklich macht", erwiderte Draco.

Einen Moment sah Potter ihn nachdenklich an, so als würde er etwas aushecken, ehe sich seine Gesichtszüge plötzlich erhellten. „Ich hab eine Idee", sagte er, fast überschwänglich.
„Du bist betrunken, Potter. Ich kann keine deiner Ideen im Moment ernst nehmen".

„Sei nicht albern, Draco. So viele… Schnätze… waren das gar nicht. Zurück zum Thema: Du bist gut in deinem Job, aber er macht dich im Moment nicht glücklich. Soll ich dir sagen warum?"

„Warum?"

„Weil du deine Seele an der Teufel verkaufst".

Draco versuchte im folgenden Lachanfall seinen Schnatz nicht verschütten, sondern entschied sich die goldene Flüssigkeit sicherheitshalber zu trinken. Nachdem er die leere Orange beiseitegelegt hatte, lachte er leise. „Bist du immer so theatralisch, wenn du trinkst, Potter?".

„Ich bin nicht theatralisch! Du kannst nur die Wahrheit nicht ertragen. Es fühlt sich falsch an, einen Vorteil aus dem Leid anderer zu ziehen, nicht wahr? Deswegen macht es dir keinen Spaß, weil du dich schäbig fühlst am Ende des Tages", erklärte dieser mit einem Ernst, den Draco ihm nach dieser Menge Alkohol nicht mehr zugetraut hätte.

Kopfschüttelnd und leise lachend wollte er nach der Flasche greifen, um sich nachzuschenken. Was glaubte dieser Kerl wer er war? Glaubte er wirklich, Draco zu kennen? Ihn zu verstehen? Und eigentlich wollte er über Potters Worte auch gar nicht nachdenken, also würde ein weiterer Schnatz herhalten müssen. Doch als seine Hand auf halbem Weg zur Flasche war, schlossen sich starke Finger im sein Gelenk.

„Sei ehrlich. Es bereitet dir Bauchschmerzen, nicht wahr? Am Ende des Tages fühlst du dich nicht gut".

„Was willst du von mir hören, Potter? Dass ich mich nachts in den Schlaf heule? Dass ich mich schmutzig fühle? Nein, tue ich nicht. Der Job ist nicht das, wovon ich als Kind geträumt habe, aber ich bin gut darin. Also werde ich ihn nicht aufgeben, um irgendwas zu machen, dass mich deiner Meinung nach glücklich macht", Draco versuchte seine Hand aus Potters Griff zu ziehen, doch dieser hielt ihn eisern fest.

„Ich will nicht, dass du deinen Job aufgibst. Aber ich habe vielleicht eine Idee, wie du ihn… aufwerten kannst"

„Aufwerten?", hakte Draco nach. Was hatte Potter vor?

„Naja weißt du, mein Job ist es Verbrecher zu jagen und ob du es glaubst oder nicht, davon gibt es noch paar da draußen. Ich führe also das Gesetz aus. Aber sobald ich jemanden in Gewahrsam genommen habe, enden meine Befugnisse und meine Kenntnisse. Angeklagt werden die Tatverdächtigen vor dem Zaubergamot, und als Ankläger tritt für gewöhnlich der Leiter der Abteilung für magische Strafverfolgung auf, in dem Fall also eigentlich ich. Aber wie ich schon sagte, habe ich davon nicht wirklich viel Ahnung. Was also würdest du sagen, wenn ich dir anbiete, für mich zu arbeiten? Auf der Seite des Ministeriums, anstatt für Leute, die ihre Ex-Partner ausnehmen wollen".

In diesem Moment war Draco dankbar, dass er nicht getrunken hatte, denn was immer sich zu diesem Zeitpunkt seinem Mund befunden hätte, hätte gewiss einen sehr unschönen Weg zurück gefunden. „Du willst was?", brachte er halb erstickt heraus.

„Ich will, dass du für mich arbeitest. Mach deine Fälle fertig und dann wechselst auf die Seit des Ministeriums und bringst Verbrechern ihre gerechte Strafe. Hör zu, ich weiß, dass der Job zu dir passt. Und wie du schon sagtest, du bist gut darin. Ich habe im Gerichtssaal keine Chance gegen jemanden, der so gut ist wie du. Das führt dazu, dass Leute, von denen ich weiß, dass sie schuldig sind, am Ende straffrei ausgehen, weil sie sich aus der Affäre ziehen", führte Potter weiter aus. Beinahe hätte Draco geglaubt, sein Gegenüber sei tatsächlich nüchtern und würde seinen Vorschlag wirklich ernst meinen.

„Ok, Potter du hattest deinen Spaß. Jetzt hab ich genug davon. Morgen früh kannst du dich im Zweifelsfall eh nicht mehr dran erinnern", gab Draco zurück und befreite sich schlussendlich aus Potters Griff.

„Hey, das ist mein Ernst, Blödmann! Und ich weiß morgen ganz sicher noch, was ich heute gesagt habe. Ich will, dass du in der Aurorenzentrale arbeitest und das Gesetz vor dem Zaubergamot vertrittst", Potter klang fast ein wenig gereizt, während er sprach.

„Ehrlich mal, hast du vergessen wer ich bin? Was ich bin? Ein Todesser, der für das Ministerium arbeitet? Mach dich nicht lächerlich!", antwortete Draco und goss sich einen weiteren Schnatz ein, nur um diesen sofort runter zu schütten. Aus den Augenwinkeln konnte er sehen, dass Potter es ihm gleich tat.

„Nein, ich habe nicht vergessen wer du bist und was du getan hast. Du hast mein verdammtes Leben gerettet an jenem Tag in Malfoy Manor. Wenn du mich an Bellatrix verraten hättest, wäre ich gestorben und Voldemort hätte gewonnen".

„Ich… ich wollte halt verdammt noch mal nicht, dass Voldemort gewinnt, okay? Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass du ihn am Ende stoppst. Aber ich wusste an jenem Tag auch, dass du noch nicht soweit warst", erklärte Draco und strich sich eine blonde Strähne aus der Stirn. Was wollte Potter hören? Dass er es einfach nicht hatte tun können? Dass er es sich nie verziehen hätte, ihn auszuliefern? Dass er schon damals gewusst hatte, dass Harry Potter das einzige im Leben war, das er immer wollte und doch nie haben konnte? Und dennoch hatte er es nicht über sich gebracht, ihn zu zerstören.

„Und genau deshalb bist du perfekt für diese Aufgabe. Du bist kein Todesser. Du warst auch nie wirklich einer. Du hast zwar ein Dunkles Mal auf deinem Arm, aber ehrlich, wenn dein Vater in jener Nacht im Ministerium nicht so kläglich versagt hatte, wäre dir dieses Schicksal vielleicht erspart geblieben. Und egal was du auch sagst, du hast nie wirklich hinter der Sache gestanden. Wer wäre also besser geeignet, als du?", entgegnete Potter.

„Hörzu, ich bin was ich bin. Dieses Mal wird nicht einfach verschwinden, weil ich plötzlich einen Job mache, bei dem man ‚Gutes' tut", Draco schüttelte den Kopf und schenkte ihnen beiden nach.

„Ich will auch nicht, dass du dich jetzt gleich entscheidest. Ich will nur, dass du wenigstens mal drüber nachdenkst, okay?", Potter schenkte ihm ein kurzes Lächeln und setzte das Glas wieder an.

„Na gut, ich denke drüber nach. Können wir jetzt über etwas anderes reden?", wollte Draco leicht genervt wissen. Seine Laune hatte einen kleinen Knick bekommen, aber genügend Alkohol, so hoffte er, würde dem wieder entgegen wirken.

„Wie viele davon hatten wir jetzt?", fragte Potter leise lachend.

„Ich hab keine Ahnung, aber verdammt viele und das wird verdammt teuer", antwortete Draco, ebenfalls lachend.

„Hmm… ich habe noch Feuerwhisky zu Hause. Der ist zwar nicht ganz so lecker, wie die Schnätze, aber immerhin ist er bezahlt. Außerdem sitzt uns bei mir zu Hause meine Ex nicht im Nacken", schlug Potter vor, während er mit der freien Hand abwesend die Flasche drehte.

„Klingt nach einem guten Vorschlag", Draco stellte sein Glas beiseite und legte eine Visitenkarte dazu, ehe er sich von seinem Barhocker gleiten ließ.

„Warum lässt du die hier? Hoffst du auf Klienten?", wollte Potter irritiert wissen.

„Nein, ich muss doch eine Adresse da lassen, damit der Laden weiß, wo die Rechnung hingeht"

Potter lachte leise. „Interessante Art zu bezahlen".

„Ja ich weiß. Kommst du nun, oder gehe ich allein deinen Whisky trinken?"

„Ja, ja ich komme schon", entgegnete Potter, leerte den letzten Rest deines Glases und ließ sich vom Hocker gleiten, nicht jedoch ohne die Wirkung des Alkohols zu spüren zu bekommen, da sein Gleichgewichtssinn scheinbar nicht mehr so arbeitete wie er sollte. Ohne nachzudenken machte Draco einen Schritt vor und versucht den anderen Mann aufzufangen, bevor dieser ungeschickterweise den Halt gänzlich verlor.
Womit er nicht gerechnet hatte, war, dass Potter mit seinem gesamten Gewicht auf ihn fallen würde, sodass er selbst ins Straucheln geriet. Um Gleichgewicht bemüht lehnte er sich gegen die Theke, während Potters Oberkörper gegen ihn prallte und ihm den Atem raubte. Heißer Atem strich über seinen Nacken und er konnte den Körper des anderen gegen den Seinen spüren. Der Duft von Minze brachte seine Gedanken ins Wirbeln und starke Hände krallten sich haltsuchend in seine Schultermuskulatur.

Fühlte Potters Körper sich genauso auch in anderen Momenten an? Warm, stark und irgendwie… fordernd? Ohne sein Zutun schlossen sich seine Arme um den Körper vor ihm, offensichtlich, um ihm Halt zu geben, aber wenn er ehrlich war, um den anderen Mann näher zu sich zu ziehen. Wie sollte er so viel Nähe zu Harry Potter nur überleben?

Langsam richtete Potter sich in seinen Armen wieder auf, was die Situation dennoch nicht besser machte. Sein Atem strich über Dracos Wangen und jene glühenden grünen Augen blickten ihn direkt an. Der Wunsch, dem Drang nachzugeben und ihn zu küssen schien überwältigend in diesem Moment und ehe er sich zügeln konnte, schloss er die Augen und legte eine Hand in Potters Nacken.

„Danke fürs Auffangen, Draco"

Überrascht und von sich selbst schockiert schob Draco sein Gegenüber von sich weg. Beinahe hätte er vor den Augen eines ganzen Lokals den größten Fehler seines Lebens begangen. „Ähm… nichts zu danken…", brachte er mühevoll hervor.

„Also, heim zum Feuerwhisky?", frage Potter und löste sich vollends von Draco, der plötzlich nicht genug Abstand zwischen sich und den anderen Mann bringen konnte. Am liebsten hätte er die ganze Sache sofort abgeblasen und wäre nach Hause gegangen, doch wie konnte er das erklären? Er konnte schlecht sagen, dass er sich kaum noch zurückhalten konnte und Potters Nähe seine wenige Selbstbeherrschung immer weiter zum Schmelzen brachte. Er wusste, es war nur eine Frage der Zeit, bis er nachgeben würde, aber er konnte sich einfach nicht zurückziehen.

Mit einem flauen Gefühl im Magen folgte er wenige Herzschläge später Harry Potter aus der Bar, jedoch nicht ohne noch einen Blick zurück auf dessen Ex-Frau zu werfen.


Irgendetwas, das er nicht genauer identifizieren konnte, kitzelte Draco an der Nase und er öffnete leicht verärgert und zugleich irritiert die Augen, was er auch sogleich wieder bereute. Noch ehe er ausmachen konnte, wo er sich befand und was um ihn herum war, zwang ihn ein stechender Schmerz dazu die Augen wieder zu schließen.

Wann hatte er zuletzt einen Kater gehabt? Ächzend versuchte er sich tiefer in die Laken zu kuscheln und wieder einzuschlafen, um in den angenehmen Zustand der Schmerzfreiheit zurückzukehren, doch wie es schien hatte sich das Universum gegen ihn verschworen, denn in genau jenem Moment stieß etwas Warmes gegen sein Bein.

Ohne die Augen zu öffnen, um den hämmernden Schmerz in seinem Kopf nicht noch schlimmer zu machen, tastete er nach dem ‚Etwas' das sich neben ihm im Bett befand und entdeckte zu seinem Erstaunen… Wärme. Und weiches Haar… und Haut… nackte Haut…

Und mit einem Mal saß er aufrecht im Bett, was neue Dimensionen des Schmerzes durch seinen Schädel sandte und der Person neben ihm ein schlaftrunkenes Raunen abverlangte. Gegen den Drang entweder die Augen zu schließen, oder sofort Richtung Badezimmer zu rennen, ankämpfend blinzelte Draco die Tränen weg und suchte nun ein weiteres Mal das Bett ab.

Aus dunkelblauer Bettwäsche hoben sich schwarze Haare und leicht sonnengebräunte Haut ab, während eine Hand nach dem Shirt griff, das Draco wohl über Nacht getragen hatte und das ganz eindeutig nicht seines war.

Wer bitte hat ein Chudley Cannons Shirt in Eidotter-Gelb?

Zu seinem Erstaunen verfügte die Hand über erstaunliche Kräfte und zog ihn recht unsanft wieder in die Kissen zurück, wogegen sein Magen deutlich protestierte. Wo war er da nur wieder hinein geraten? Neben ihm lag ein ziemlich wenig bekleideter Harry Potter, der gerade dazu überging Draco als Schmusekissen zu missbrauchen, während er selbst ein verdammt hässliches T-Shirt von einer Quidditch-Mannschaft trug, die er nicht mal in seinen kühnsten Träumen unterstützen würde.

Und überhaupt… Wie war er mit einem (hoffentlich nur) halbnackten Harry Potter in ein Bett geraten?

Das letzte woran er sicher erinnern konnte, war ein weiches Sofa, eine Flasche Feuerwhiskey und eine recht interessante Unterhaltung darüber, dass Potter in der 2. Klasse Vielsafttrank geschluckt und sich als Goyle verkleidet in den Slytherin Gemeinschaftsraum gestohlen hatte, um Draco als Erben Slytherins überführen.

Er wusste auch noch, dass Potter dabei auf dem Sofa gelegen und seinen Kopf auf Dracos Oberschenkeln platziert hatte, was dieser ohne den Einfluss von zu viel Alkohol sicher nie zugelassen hätte. Aber das erklärte trotzdem nicht, wie die beiden in dieses Bett gekommen waren und vor allem beantwortete es nicht die Frage, was sie in diesem getan hatten!

Während er so da lag und verzweifelt versuchte sich an die vergangene Nacht zu erinnern schlang sich ein Arm um seinen Oberkörper und Potter legte seinen Kopf auf Dracos Brust ab. Dieser schloss die Augen in einem Versuch so tun, als wäre er allein zu Hause in seinem eigenen Bett.

Irgendwie musste er es schaffen, dieser Situation zu entkommen, bevor Potter wach wurde und merkte was los war. Vorsichtig versucht Draco den anderen Mann ein Stück beiseite zu schieben, um aus dem Bett schlüpfen zu können. So würde es ihm vielleicht gelingen so zu tun, als hätte er auf dem Sofa übernachtet.

„Draco? Was machst du da?", fragte eine verschlafene Stimme und ließ den Angesprochenen, der bereits mit einem Bein aus dem Bett hing, erschrocken zusammenfahren.
„D… du… bist wach?", stammelte und versuchte das Bein wieder auf die Matratze zu ziehen. Wenn er Pech hatte, sah das Ganze so aus, als wolle er sich nach einer Nacht, die er bereute, davon schleichen. Aber eigentlich gab es nichts zu bereuen… zumindest nichts woran er sich erinnern könnte.

„Wie soll man denn schlafen können, wenn du so rumzappelst", murmelte Potter und strich sich mit einer Hand durchs Gesicht.

„Tut mir leid. Ich wollte dich nicht wecken, Potter", antwortete Draco, dem das Atmen mit jedem Moment schwerer fiel, da besagter Auror ihn noch immer irgendwie umschlungen hielt und sich daran gerade überhaupt nicht zu stören schien.

„Potter? Wirklich? Ich dachte wir wären sowas wie Freunde, vor allem nach gestern Nacht", erwiderte dieser.

„Nach… nach letzter Nacht? Was… war letzte Nacht?"

„Und da sag mal einer, ich würde nichts vertragen. Du bist mit hier her kommen und wir haben geredet, bis es ziemlich spät und wir beide ziemlich betrunken waren. Dann hast du mir deine ewige Liebe gestanden – Nein Spaß. Du weißt doch, dass ich seit Ginny weg ist… das mit Gesellschaft ganz gut tut… also bist du hier geblieben und da wir ja Freunde sind – hast du selbst gesagt – ist es auch nicht schlimm wenn man in einem Bett schläft, da man weiß, dass es nichts bedeutet", erklärte Potter, ehe er sich umdrehte und eine kleine Phiole vom Nachtisch holte.

Draco wusste nicht, was und wie er fühlen sollte. Er hatte tatsächlich eine Nacht mit Harry Potter in einem Bett verbracht, doch es war absolut nichts passiert, genau wie er es sich noch vor wenigen Momenten gewünscht hatte. Und jetzt wünschte er sich, es wäre mehr passiert, nur um das hohle Gefühl in seiner Brust loszuwerden. Sie waren Freunde… und mehr würden sie nie sein… Er steckte in der sprichwörtlichen Friendzone.

Ge-friendzonedvon Harry Potter, na herzlichen Glückwunsch, neckte die Stimme in seinem Kopf.

„Hier trink das, damit geht's dir besser", sagte Harry und hielt ihm die Phiole entgegen.

„Was ist das?

„Anti-Hangover-Trank. Hilft gegen Kopfschmerzen und Übelkeit".

Draco hob eine Augenbraue. „Hast du den gebraut? Wenn ja, verzichte ich dankend".

Harry rollte mit den Augen und lehnte sich vor, sodass sein unbekleideter Oberkörper viel zu nahe kam für Dracos Geschmack. „Nein, den habe ich so wie er ist gekauft. Aber danke für dein unerschütterliches Vertrauen".

„Unerschütterliches Vertrauen? Wessen Kesselboden ist denn in Snapes Unterricht regelmäßig durchgeschmolzen?", gab Draco zurück nahm einen Schluck aus der Phiole.

„Das war Nevilles, nicht meiner!", entrüstete sich Harry und stemmte die Hände in die Hüften.

„Na gut, aber viel besser war deiner auch nicht".

Draco konnte beobachten, wie Harrys Mundwinken zu zucken begannen, ehe er zu lachen anfing und sich gegen ihn lehnte. Einen Moment versuchte er die Flucht zu ergreifen, doch dann blieb Draco einfach still sitzen und stimmt in das Lachen mit ein.

„Du hast Recht, ich war wirklich furchtbar in Zaubertränke. Vermutlich würde dich alles was ich braue, umbringen oder blind machen oder so", stimmte Harry zu.

Jeder Nerv in Dracos Körper schien in Flammen zu stehen und er versuchte verzweifelt die körperliche Nähe zu ignorieren, die wie Brandbeschleuniger gegen die Leere in seinem Inneren erschien.

Es wird dich auffressen, ganz langsam. Bis am Ende nichts von dir bleibt, als eine leere Hülle, die nie das haben kann, was sie am meisten begehrt.

Ja… es würde ihn auffressen, aber es fühlte sich zu gut an, um sich davon zu lösen. Zu ein ‚Lebwohl' war es längst du spät und außerdem gab es für Draco kein ‚wohl' in ‚Lebewohl'. Also würde es sich lieber sehenden Auges in sein eigenes Verderben ergeben, als sich jemals von Harry zurück zu ziehen. Und wenn Freundschaft alles war, was er bekommen konnte, dann würde er eben vor dem gedeckten Tisch verhungern und zusehen, wie Harry glücklich wurde und es wäre das erste Mal, dass er etwas nicht für sich, sondern ausschließlich für jemand anderen tat.

Ich liebe dich, Harry Potter… das ist mein Geheimnis… und ich werde es mit ins Grab nehmen.

Kapitel 9 Ende