-10- Wahrheit oder Pflicht
Missmutig schob Draco Malfoy sich durch die tanzende Menge. Seine flinken grauen Augen huschten durch die Disco und suchten nach dem verräterischen Teil seines Anhangs, sprich, dem weiblichen Teil.
Der Junge verzog angewidert das Gesicht, als er Pansy heftig mit einem Spanier flirten und nach einiger Zeit künstlerische Zungenakrobatik ausführen sah.
Sie sollte verdammt noch mal nicht diesen dahergelaufenen Sunnyboy, sonder ihn anhimmeln!
Das gleiche mit Millicent. Sogar die nicht gerade hübsche Slytherin war Mittelpunkt der Aufmerksamkeit eines Spaniers geworden, der ohne Zweifel nur ein Vergnügen für die nächtlichen Stunden suchte.
Draco schnaubte. Weiber waren so unzuverlässig. Und wo waren seine männlichen Kumpane?
Malfoy glaubte im hinteren Teil der Disco Blaise mit einer Muggelschülerin rumknutschen zu sehen und Crabble und Goyle gaben sich gerade an der Bar die Kante, natürlich in sicherem Abstand zu ihrem Hauslehrer.
Auch mit den anderen Slytherinjungen sah es nicht besser. Alle hatten sich irgendein Mädchen mehr oder weniger gekrallt und vergnügten sich nun mehr oder weniger mit ihr.
Der junge Malfoy hatte für so etwas nichts übrig und hielt nicht viel von sinnlosem Knutschen und anderen überstürzten Intimitäten.
Er spielte lieber mit den Frauen. Wechselte ein paar Worte mit ihnen, tauchte immer wieder in ihrem Blickfeld auf, machte ihnen ein paar Komplimente und beobachtete sie aus einer abgelegen Sitzecke aus, um ihnen hin und wieder ein paar interessierte Blicke zuzuwerfen.
Irgendwann kamen sie alle zu ihm hin, luden ihn auf einen Drink ein und symbolisierten ihm allein durch ihre Körpersprache unverholenes Interesse.
Doch immer entwand Draco sich ihnen, wenn er sie dort hatte, wo er sie haben wollte. Zu etwas anderem waren Frauen nicht nütze. Ein kurzes Spiel, an dem er sich ebenso kurz erheiterte, und das mit der Zeit einfach langweilig wurde.
Draco spielte nicht im entferntesten mit dem Gedanken, mit einem der Mädchen etwas anzufangen. Warum auch?
Gelangweilte nippte der Blonde an seinem Cocktail und beobachtete die tanzenden Paare. Ihm war langweilig und er suchte jemanden der ihm die Zeit verkürzen würde.
Das perfekte Opfer war auch schnell gefunden.
Ein Grinsen bildete sich auf Dracos Gesicht, als er Harry Potter entdeckte, der arge Schwierigkeiten hatte, mit seiner Cola heil durch eine Gruppe giggelnder Mädchen zu kommen.
Grinsend schlenderte Draco ihm entgegen, ohne von Harry bemerkt zu werden.
Daher wusste der Junge-der-lebt- gar nicht wie ihm geschah, als er plötzlich ein gehässiges „Hey Potter"an seinem Ohr hörte und im nächsten Moment stolperte.
Seine Cola glitt ihm aus der Hand, genau auf das Top einer spanischen Schönheit, die entsetzt aufschrie.
Draco wollte sich schon triumphierend abwenden, als er plötzlich am Arm gepackt und von Harry aus Reflex als Stütze benutzt wurde.
Malfoy Junior hatte damit nicht gerechnet und geriet nun ebenfalls aus dem Gleichgewicht.
Verzweifelt suchte er irgendwo halt und landete mehr oder weniger auf dem erstbesten Mädchen, wobei seine Hände dummerweise den Weg zu nicht ganz risikofreien Zonen fanden.
Das Mädchen kreischte empört auf und stieß den Jungen mit aller Kraft von sich.
Harry und Draco standen nun plötzlich Seite an Seite und mussten die übelsten Schimpfattacken auf Spanisch über sich ergehen lassen. Zu allem Überfluss war das Mädchen mit dessen Körper Draco unfreiwillig Bekanntschaft gemacht hatte Engländerin und übersetzte freimütig die Beschimpfungen ihrer spanischen Freundinnen.
„Ihr notgeilen Arschlöcher! Ihr habt wohl gedacht euer Plan wäre gut! Erst kippt der eine, Isabella sein Getränk auf ihr Top und der andere macht ihn dann fertig, um vor ihr als strahlender Held dazustehen. Ihr Männer werdet immer einfallsloser. Und du, behalt das nächste Mal deine Hände bei dir, das ist ja Ekelhaft. Ihr haltet euch wohl für die allergrößten, seht zu, dass ihr Land gewinnt und unseren Freunden nicht über den Weg lauft!"
Das taten Harry und Draco allerdings. Zeitgleich drehten sie sich um und flüchteten sich in die abgelegenste Ecke der Disco, ohne darauf zu achten, ob sie jemanden anrempelten.
Schnaufend und keuchend blieben sie schließlich stehen und ließen sich auf ein großes Sofa fallen. Für ein paar Minuten konnten sie nur den Atem des jeweils anderen hören, bis sie schließlich zu einer gemeinsamen Erkenntnis gekommen waren.
„Weiber!"
Erschrocken sahen die beiden sich an. Draco fand als erster in seine alte Form zurück.
„Na Potter, das muss dir doch gefallen haben. Schon wieder standest du im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses."Ein süffisantes Grinsen umspielte seine Lippen.
„Das sollte dich doch nicht stören Malfoy, schließlich warst du derjenige, der mir dieses Interesse beschert hat", konterte Harry mit leichtem Zittern in der Stimme. „Ich weiß jetzt, was mit dem Feuer der Spanier gemeint ist."Entsetzt biss der Junge sich auf die Lippen. Hatte er sich in Malfoys Gegenwart zu einer persönlichen Aussage herabgelassen?
Draco hatte die Reaktion seines Erzfeindes amüsiert bemerkt. „Krieg dich wieder ein, Potter. Schwing lieber deinen Hintern zur Bar und hol uns was zu Trinken."Draco drückte ihm gönnerhaft einen Zehn-Euro-Schein in die Hand. „Jetzt guck nicht so, mir geht es gut, aber es gibt Erlebnisse im Leben von Männern, die man nicht zu zweit durchstehen kann, ohne sie danach zusammen ordentlich zu begießen. Und fünf wildgewordenen Spanierinnen zu entkommen und gehört gewiss dazu."
„Der Abend mit dir hat mir wirklich sehr gefallen, Hermione."Rubén hatte Hermione vor ihrer Bungalowtür abgeliefert und lächelte das Mädchen nun mit strahlend weißen Zähnen an.
„Oh... ähm... mir auch... wirklich.... Nur du hättest nicht so oft für mich bezahlen sollen."Hermine senkte verlegen den Blick, was ihrem Kopf, in dem sich durch die Wirkung von zwei Cuba Libres und einem Wodka Lemon alles ein bisschen drehte, gar nicht gut tat.
„So etwas macht ein Gentleman aber. Ihr Engländer legt doch viel wert auf so was, oder?"
„Ach,...das ist so ein altes Klischee, nicht mehr als andere auch."Irgendwie kam Hermione sich blöd vor. Sie unterhielt sich mit ihrem Date gerade über die Gebräuche der Europäischen Länder, nicht gerade romantisch.
„Also... ich geh dann mal rein.... War nen langer Tag."Hermine hatte die Tür nur einen Spaltbreit geöffnet als ihr die inzwischen so vertraute schrille Stimmde Parvatis entgegen schlug.
„Komm rein, Hermione! Und bring diesen Rubén mit."Als Antwort ertönte aus dem Wohnraum des Bungalows ungehaltenes Gelächter.
Mit einer bösen Ahnung betrat Hermine das Zimmer und sah ungefähr zehn Leute um eine leere Cola Flasche sitzen.
Bei ihrer schnellen Musterung erkannte sie von ihrem Mitschülern Seamus, Neville, Dean und natürlich Lavender und Parvati. Zusätzlich saßen noch zwei Muggelschüler in dem Kreis und grinsten sie vergnügt an.
„Hey Wahrheit oder Pflicht!"Rubén schnappte sich begeistert Hermiones Hand und zog sie mit in den Kreis. „Spielt ihr schon lange?"
„Nee, habt noch nichts Wichtiges verpasst."An Lavenders funkelnden Augen sah Hermine, das sie mit „Wichtiges"wohl neue Pärchenbildungen oder ähnliche Peinlichkeiten meinte.
„Na dann, wer ist dran?"Die junge Gryffindor wollte Spaß haben und Flaschendrehen garantierte diesen.
„Ich!" Dean drehte voller Elan die Flasche. „Auf wen die Flasche zeigt, muss bis zur Unterwäsche strippen."
Lautes Gejohle, vor allem von dem männlichen Teil der Gruppe, erklang, als die Flasche auf Lavender zeigte.
Grinsend erhob sie sich und ließ unter lautem Gejohle die Hüften kreisen, während Top und Rock den Weg zum Boden fanden.
Hermine musste innerlich grinsen als sie daran dachte, wie sie vor ein paar Stunden mit Lavender und Parvati darüber diskutiert hatte, ob ein BH unter dem Top besser aussah als keiner. Glücklicherweise waren sie zu der Entscheidung gekommen, dass Lavender nicht auf dieses wichtige Utensil verzichten sollte. Obwohl... Hermine grinste nun breit... wahrscheinlich hätte es Lavender auch nichts ausgemacht ohne zu strippen.
Nachdem die Menge sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, drehte das Mädchen die Flasche. „Auf wen die Flache zeigt, muss..."Sie blickte jeden der Reihe nach an... „Rubén küssen- egal ob Junge oder Mädchen."Dabei warf sie dem armen Neville der ihr unglücklicherweise gegenüber saß einen so zweideutigen Blick zu, wobei sie sich in irer Unterwäsche auch noch verbeugte, dass der arme Kerl schlagartig rote Ohren bekam und die Flasche in der Mitte plötzlich anfing zu schweben.
Geistesgegenwärtig packte Lavender die Flasche und drückte sie auf den Boden. Die Muggel wechselten irritierte Blicke. Gerade als ein blondes Mädchen näher nachhaken wollte, drehte Lavender erneut die Flasche und grinste triumphierend als diese auf Hermione zeigte.
Die schwebende Flasche war sofort vergessen und wieder johlten alle laut. Hermione lief dunkelrot an, doch im nächsten Moment hatte Rubén sich schon zu ihr rübergebeugt und seine Lippen gegen ihre gedrückt.
Das Mädchen wusste gar nicht wie ihr geschah, als eine Zunge plötzlich in ihren eindrang und anfing mit ihrer zu spielen. Sie nahm ihre Umwelt gar nicht mehr bewusst war, sondern nur... ja, was nur...?
Das einzig, was sie plötzlich wahr nahm war eine schneidende Stimme.
„WAS.IST.HIER.LOS?" Dort stand er! Snape! In der Tür! Groß und gefährlich mit blitzenden Augen und leicht irritiertem Gesichtsausdruck.
„Prof...Professor..." Alle Hogwartsschüler in dem Raum sahen dunkle Zeiten auf sich zukommen und Neville versuchte sich hinter einem Muggel zu verstecken.
„Professor wir haben..."
„Seien Sie ruhig, Miss Patil."Sofort klappte Parvati ihren Mund zu.
„Ich habe drei Fragen."Snapes Stimme war samtweich und tödlich wie ein Messer. Unwillkürlich schauderte Hermione.
„Erstens: Warum Miss Brown sitzen Sie hier in Unterwäsche?"Spöttisch ließ der seinen Blick über sie gleiten und Lavender lief sehr, sehr rot an, als ihr bewusst wurde, dass Snape sie gerade im roten Spitzen BH und dazu passendem Höschen sah.
„Zweitens: Miss Granger, warum küssen Sie diesen... Jungen..."Severus Stimme wirkte auf einmal sehr lauernd. „Nicht, dass mich Ihr Liebesleben interessieren würde, doch kann sich mir die Romantik dieser Situation nicht ganz erschließen."Mit hochgezogener Augenbraue musterte der Tränkemeister die 12 Anwesenden und auf dem Boden liegenden Chipstüten.
„Und drittens: Warum in Merlins Namen sitzen Sie alle auf dem Boden um eine leere Flasche herum?"
Nun waren es die Muggelschüler die Snape leicht entgeistert ansahen. Dieser Mann wusste nicht was Flaschendrehen war?
„Wir... wir spielen ein Spiel. Ein... ein sehr bekanntes Spiel, bei... bei den... Mu...bei den anderen Klassen."Fast wäre Hermione das Wort Muggel herausgerutscht.
„Aha..." Snape versuchte seine Unsicherheit zu verbergen. Er hatte sich gerade bei den Muggeln verdächtig gemacht, so wie die ihn anschauten, musste es wirklich ein sehr bekanntes Spiel sein.
„Scheint ein sehr..."Er zwang sich zu einem Lächlen, „ein sehr interessantes Spiel zu sein...wenn auch etwas..."Er sah noch einmal zu Lavender, die auf Kommando noch roter wurde und somit das Rot der Weasleys um Längen schlug, „ eigenartig."
Severus atmete noch einmal tief durch. Und verdrängte die Frage warum Granger diesen dummen Muggel geküsst hatte. Miss Brown sollte ihn doch eigentlich mehr sorgen.
„Nun, dann wünsche ich ihnen noch viel... Spaß... und Miss Brown...!"
„J-Ja, Sir?"Lavender schaffte es nicht ihrem Lehrer in die Augen zu schauen.
„Ich wünsche ebenfalls, dass Sie sich während dieses Spiels nicht noch mehr Kleindung entledigen. Es würde mich vor Professor McGonagall in Erklärungsnot bringen."
„J-Ja, Sir."
Eine Sekunde später war Snape aus dem Raum gerauscht. Alle sahen ihm fassungslos hinter her.
Plötzlich schluchzte Lavender laut auf. „Oh Gott, ich wechsel' die Schule! Snape hat mich in Unterwäsche gesehen. Ich will sterben! Hermione hetz mir den Avada Kedavra auf den Hals! Oh Gott, wie peinlich!"
„Des wa...?"Ein Muggeljunge namens John kam die Sache nun wirklich irgendwie komisch vor, wurde aber von Rubén mit einem festen Stoß in die Rippen gestoppt.
Kopfschüttelnd sah der junge Spanier Hermione an. „Ich habs ja gesagt: Euer Lehrer ist wirklich komisch. Kennt nicht Flaschendrehen...."
Dark.Trinithy: Lang genug? ;)
Little Nadeshiko: Schon wieder ein langes! froi Nein, weiß noch nicht wie lang die story wird, mal sehen was sich ergibt. Irgendwie muss ich Rubén ja wieder los werden. Der hat sich auch einfach so eine große Rolle erschlichen. Eigentlich wollte ich ihn nur nebenbei erwähnen. seufz
Lexy83: War nicht besonders schnell, ich weiß. schäm
Thalia77: Also ich würde mich sehr über weiter Kommentare freuen.:)
Vs. Goliath: So, da hast du dein Fettnäpfchen. g Zufrieden?
Inlaka: Ich hoffe deine Frage wurde geklärt. Ron kommt im nächsten Pitel dazu
MomoSnape: In der italienischen Disco hätte ich den lieben Sev gebraucht. g Furchtbar aufdringlich. Fand der Teamer auch, musste der meine Freundinnen und mich beschützen g
