So.
Das zweite Kapitel für heute ist auch schon angerichtet ;-) Dieses Kapitel ist sowas von schnulzig ^^ Aber immerhin gibt es noch mehr Drarry als in Kapitel 8. Ich mag es ... auf gewisse Weise ^^
Wieso ich mir die Mühe mache, immer Vorworte zu schreiben, weiß ich selber nicht. Ich finde einfach, wenn man sofort in ein Kapitel hineingeworfen wird, ist man so unvorbereitet *lach* Ihr müsst gar nichts lesen, wenn ihr nicht wollt. Niemand zwingt euch ;-)
Zum Glück kann ich mich kurz fassen, wenn ich will ;-)
Deshalb sag ich jetzt auch schon wieder Tschüss, viel Spaß und bis zum Nächsten Mal
Eure GlowDraconis
Kapitel 9
„Draco. Draco, du musst aufstehen." Wie aus weiter ferne drang eine Stimme gedämpft an Dracos Ohr. Er war noch nicht bereit seinen Schlaf voll aufzugeben, befand sich gerade noch im Raum zwischen Schlaf und Erwachen. Doch die Stimme war hartnäckig. Immer wieder sprach sie seinen Namen und beförderte ihn dadurch immer näher an den Wachen zustand heran. Langsam spürte er seine Glieder, jedes einzelne, und die Schmerzen in seiner Nase kehrten zurück. Schließlich wusste er, dass er verloren hatte, der Frieden des Schlafs war vorbei. Er öffnete langsam die Augen, strich sich mit einer Hand über das Gesicht und setzte sich schließlich auf. Seine Augen mussten sich noch an die Helligkeit um ihn herum gewöhnen, er nahm alles nur in schattigen Schemen war, auch die Person, die vor ihm stand und ihn geweckt hatte, seltsam vorgebeugt, als hätte sie ihn gerade wachrütteln wollen.
„Guten Morgen", wurde er freundlich begrüßt. Es war Harry, wer sonst? Er richtet sich auf und Dracos Sicht wird immer klarer. „Du siehst schon deutlich besser aus als gestern", ein Lächeln erhellt sein Gesicht, lässt die grünen Augen des Gryffindors erstrahlen. „Was macht die Nase?"
Draco übergeht diese Frage zunächst, schwingt die Beine aus Harrys Bett und steht auf. Erst dann tastet er vorsichtig nach seinem Nasenbein, das gestern zuerst unter Weasleys Faust dann unter Harrys Heilzauber deutlich leiden musste. Doch nur ein leichtes, unangenehmes Pochen ist die Antwort auf seine Berührung. Er nickt nur, doch Harry scheint zu verstehen.
„Ron hat vorhin schon mit Hermine gesprochen. Er verzichtet auf den Wahrheitszauber", sein Lächeln wird breiter. „Es hat doch Vorteile, dass er eigentlich schon seit dem ersten Schuljahr praktisch mit ihr zusammen ist. Dass sie das jetzt erst verstehen ist … naja sagen wir, es hat lange gedauert. Dein Glück ist das, Draco." Er spricht immer weiter und weiter. Irgendetwas von wegen, es habe lange gedauert, Ron zu überzeugen. Doch Draco hört nicht richtig zu, hört nur die Stimme seines neuen Freundes auf sich einprasseln, warm, ehrlich. Er verliert sich im Redefluss und in den Informationen, die ihn nicht wirklich erreichen, lässt sich treiben, wie er es bei niemandem sonst jemals tun hätte können.
Erst als Harry ihn neugierig und mit schief gelegtem Kopf ansieht, bemerkt Draco, dass wohl schon eine ganze Weile Stille im Zelt eingekehrt war. Er läuft leicht rot an, weiß nicht, was er sagen soll, weiß nicht, ob Harry ihn am Ende etwas gefragt hat oder einfach am Ende angekommen war. Doch sein Gegenüber lächelt immer noch dieses warme, alles umfassende Lächeln, dem Draco nicht widerstehen kann. Auch er grinst jetzt.
„Du scheinst wohl doch noch nicht ganz fit zu sein, oder?", fragt ihn Harry.
„Doch, natürlich. Ich habe ja auch … wie lange geschlafen?"
„Nur ein paar Stunden. Es ist jetzt zehn Uhr", er zögert kurz, „hast du mir überhaupt zugehört?"
Der Slytherin läuft noch ein wenig mehr an und stottert ganz untypisch herum, verlegen, dass er nur am Anfang folgen hatte können. „Der Wahrheitszauber wird nicht mehr benötigt...", war alles, was er darauf erwidern konnte. Natürlich entlockt das Harry ein Glucksen.
„Das ist das wichtigste." Er kichert noch einmal. Potter, sei froh, dass du mich nicht mehr zum Feind hast! Das Gespött eines Gryffindors. Pah! Draco rümpft die Nase, froh, dass er dabei keine Schmerzen mehr verspürt.
„Jedenfalls", beginnt Harry von Neuem zu sprechen, „Ron und Hermine sind ein wenig … unterwegs", er sieht den Slytherin jetzt seltsam ernst an. „Ich habe uns draußen ein Frühstück hingerichtet. Dachte, vielleicht hast du Hunger." Verlegen kratzt er sich am Nacken und geht dann, ohne ein weiteres Wort aus dem Zelt. Ein Frühstück zu zweit mit … Harry Potter. Auch Draco ist leicht unerklärlich verlegen und folgt Harry zögernd aus dem Zelt hinaus.
Was er draußen sieht, verschlägt Draco die Sprache: Im Gegensatz zu den letzten paar Wochen hat Harry ein wahres Festmahl, bestehend aus verschiedensten Sorten Wurst, Käse, Cornflakes, Joghurt, Obst, Marmelade, Honig, Brot und Brötchen,... hingerichtet. Außerdem hat er den Tisch, der die letzten Wochen deutlich unter dem Staub der immer wieder gleichen Wälder und Felder gelitten hat, gründlich gereinigt, dass er (beinahe) weiß im Sonnenlicht strahlt. Ebenso die Stühle. Neben ihrer „Tafel" brennt ein mittelgroßes Feuer, dass die noch kalte Frühjahresluft ein wenig erwärmt, sodass das Sitzen und Essen draußen behaglicher und angenehmer gemacht wird. Harry sieht ihn erwartungsvoll an, doch Draco kann nicht sprechen vor Erstaunen. Nie hätte er zu träumen gewagt, auf diesem selbst gewählten Selbstmordkommando ein so reichhaltiges Frühstück zu bekommen.
Langsam geht er auf den Tisch zu, als müsse er sich davon überzeugen, dass der Gryffindor ihm nicht einen Streich durch eine Illusion spielt, und setzt sich schließlich auf einen der beiden Stühle. Harry ihm gegenüber. Als Draco zu essen beginnt, huscht ein Lächeln über Harrys Gesicht und die beiden frühstücken in angenehmem Schweigen.
Nach einer Weile beginnt Harry zu erzählen, dass er mittels Vielsafttrank in den nahegelegenen Supermarkt gegangen ist, behauptet hat, ein Muggel auf der Durchreise zu sein, und deshalb so viel Nahrung brauche. Draco weiß, dass es dennoch sehr gefährlich war für Harry, sich von ihrem Camp zu entfernen und weiß es durchaus zu schätzen. Irgendwie hat er das ja für mich getan …
Draco hört ihn gerne sprechen. Ihm gefällt das weiche, warme in Harrys Stimme und er schilt sich nur noch in den hintersten Winkeln seines Bewusstseins für diese Gedanken.
Irgendwann sprechen sie von der Vergangenheit in Hogwarts, wie man Jahr für Jahr versucht hat, sich gegenseitig bloßzustellen, welche idiotischen Ideen dabei herausgekommen sind. Und sie lachen darüber. Draco gesteht sich ein, dass er eigentlich all die Jahre über nur enttäuscht von der zurückgewiesenen Freundschaft und deshalb so unfreundlich zu Harry war. Aber er wagt es nicht, das laut auszusprechen. Also sprechen und lachen sie weiter über das Offensichtliche. Und Draco ist fasziniert davon, wie sich Harrys Lachen als ein goldenes Leuchten in seinen smaragdgrünen Augen widerspiegelt und fragt sich, ob sein Lachen sich auch in seinen Augen zeigt.
Nach dem Frühstück (Harry hat ihr „Festmahl" auf magische Weise ins Innere des Zeltes in die Küche verschwinden lassen) legen sich die beiden gemeinsam aufs Gras neben ihr Feuer, das mittlerweile ziemlich heruntergebrannt ist, jedoch immer noch genug Wärme abgibt, um sie nicht frieren zu lassen. Eine Weile liegen sie stumm, mit geschlossenen Augen, nebeneinander und hängen ihren eigenen Gedanken nach. Man könnte beinahe unsere Mission vergessen, den Dunklen Lord, Granger und Weasley, Hogwarts, einfach alles. Nur das Hier und Jetzt zählt, so könnte man meinen. Draco wird melancholisch, als er daran denkt, wie das Schicksal diesen Moment wie ein dunkler, bedrohlicher Schatten überlagert. Und ich bin dennoch froh, jetzt hier sein zu dürfen.
Er hört eine Bewegung neben sich im Gras, ein geflüstertes „Was?" von Harry und wird sich erst jetzt bewusst, dass er das letzte leise geflüstert haben musste. Er wiederholt sich nicht, ist sich sicher, dass Harry ihn genau verstanden hat. Und auch der Gryffindor schweigt ein wenig.
„Ich … bin auch froh, dass du hier bist", sagt er dann langsam, dreht seinen Kopf ein wenig, um Draco von der Seite ansehen zu können. „Dass wir beide jetzt hier sind", verbessert er sich dann und greift kurz nach Dracos Hand. Ohne es bewusst zu steuern, verschränken sich ihre Finger für einen kurzen aber intensiven Moment ineinander. Ein Schauer nach dem anderen jagen über Dracos Körper und er sieht aus dem Augenwinkel, dass sich auch Harrys Haare ein wenig aufrichten unter dieser Berührung. Und so schnell, wie der Augenblick gekommen ist, genauso schnell ist er auch wieder vorüber. Beide ziehen ihre Hände weg und sehen in unterschiedliche Richtungen, um sich nicht in die Augen blicken zu müssen. Draco, das war's. Händchen halten mit Harry Potter!, er errötet leicht bei dem Gedanken. Jetzt bist du vollkommen übergeschnappt, Draco. Was mag er jetzt von dir denken?
Schweigen legt sich über die beiden. Für Draco ist es nicht angenehm, seinen Gedanken in der Stille zu lauschen, sich immer wieder zu fragen, wie es dazu kommen konnte. Doch wagte er einen einzigen, kurzen Blick auf Harry, sähe er das warme, ehrliche Lächeln auf seinem Gesicht und dass Harry glücklich war in genau diesem Moment und dass er mit nichts und niemandem hätte tauschen wollen, egal wie Glücklich das Leben des anderen gewesen wäre. Er fühlte sich durch und durch wohl.
Langsam, ganz langsam verging die Zeit an diesem Morgen, bis die Sonne im Zenit stand und das kleine Camp leicht zu erwärmen schien und mit ihren goldenen Strahlen die beiden jungen Männer berührte, die über ihre Gedanken hin eingeschlafen waren. Eben diese goldenen Sonnenstrahlen kitzelten Dracos Nase und brachten ihn zum Niesen, was ihn aufweckte. Er sah sich um, noch etwas schläfrig und deshalb noch zu verwirrt, um zu begreifen, wo er sich befand. Dann sah er Harry neben sich liegen, noch immer ruhig schlummernd, und ihm fiel alles wieder ein. Es musste um die Mittagszeit sein, wir sind tatsächlich auf dem kalten Boden eingeschlafen, das Feuer war heruntergebrannt und spendete keine Wärme mehr. Ich muss ihn wecken, wer weiß..
Aber er bringt es noch nicht über sich, den Frieden des Gryffindors zu stören, sieht noch ein wenig auf ihn hinab, sieht das Lächeln, das Harry in den Schlaf begleitet hatte und sich hartnäckig auf seinen Lippen hält. Zärtlich streicht er Harry eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich im Wind leicht über sein Gesicht bewegte, und führt seinen Finger langsam Harrys Wange nach unten. Er ist fasziniert davon, wie sich die feinen Haare auf Harrys Arm unter dieser Berührung aufstellen. Doch er wacht nicht auf davon. Aber er muss aufstehen. Er legt seine Hand auf Harrys Schulter und rüttelt ihn leicht, spricht dabei den Namen des Schlafenden. Doch nichts passiert. Harry murmelt nur etwas, dreht seinen Kopf auf die Seite und schläft weiter. Draco versucht es noch einmal und noch einmal. Doch die Reaktion bleibt aus.
Also beugte sich Draco ganz tief zu Harrys Ohr herab, sodass seine Lippen dieses beinahe berührten und flüsterte, so leise, dass nur Harry es hören konnte, einige Worte, um den Gryffindor zu wecken. Und selbst als Harry sich unter ihm zu bewegen begann, hörte er zwar auf zu sprechen, setzte sich jedoch noch nicht wieder auf. Falls er wieder fest einschlafen sollte. Doch Harry schlief nicht mehr ein.
Langsam drehte er den Kopf, sodass Draco bald seinen warmen Atem auf dem Gesicht spürte. Unter diesem begann sein ganzer Körper unter angenehmen Schauern zu erzittern, immer wieder. Und selbst als Harrys Augenlider unter dem Erwachen zu flattern begannen und ihn schließlich die smaragdgrünen Augen verschlafen ansahen, richtete er sich aus seiner gebeugten Haltung noch nicht auf, war noch nicht bereit, das warme Gefühl in seiner Magengegend aufzugeben, wollte immer wieder nur noch einmal unter dem stromähnlichen Zustand stehen, den Harrys Blick und Atem in ihm auslösten. Und als er aus dem Augenwinkel sah, dass sich auch die feinen Härchen auf Harrys Armen sich bei jedem Atemzug Dracos etwas aufrichteten, was den Slytherin nur noch weiter dazu ermutigte, in dieser Position zu verharren. Und sie sahen sich einfach nur in die Augen.
Einige Momente verstrichen so, keiner der beiden hätte im Nachhinein sagen können, wie lange sie so dalagen. Und gerade, als Harry zu einer folgenreichen Erkenntnis gekommen war und einen Entschluss gefasst hatte (was Draco daran erkannte, dass der Gryffindor sich kurz einmal, zweimal auf der Unterlippe kaute), hörten sie Schritte und Stimmen auf ihre Lichtung dringen.
Erschrocken richtete Draco sich auf und Harry stand schnell auf, beide klopften sich den Staub von den Kleidern und sahen, wie Granger und Weaselby aus dem Wald heraustraten. Nein, warum jetzt? Draco war verärgert. Immer, immer waren die beiden zur falschen Zeit am falschen Ort.
Ich glaube, Harry leise neben mir (etwas verärgert) seufzen zu hören, was mir ein leises Glucksen entlockt. Dann winkt er und ruft. „Hi, wo wart ihr so lange?" Doch nur ich scheine den etwas genervten Unterton in seiner Stimme zu bemerken. Welche Genugtuung.
