Nach dem Vormittagsunterricht verließen Jim und Hermine zusammen die Klasse und Ron sah ihnen griesgrämig nach. Schließlich machte er sich gemeinsam mit Jules und Harry auf den Weg zum Mittagstisch.
Jules war das anscheinend jetzt erst aufgefallen, die Blicke Rons zu Jim und Hermine. Er setzte ein breites Grinsen auf: „Es scheint fast so als würde dir mein Bruder in die Quere kommen?"
Ron warf ihm daraufhin einen verärgerten Blick zu: „Papperlapapp! Blödsinn! Ich finde ihn nur etwas aufdringlich."
„So wie Hermine Claire aufdringlich und besserwisserisch hält?"
Ron sah jetzt eher verdattert aus: „Was meinst du damit?"
„Dass Hermine Claire offensichtlich nicht ausstehen kann. Sie hat sich ein Urteil gebildet und gibt ihr jetzt keine Chance mehr, sie wirklich kennen lernen zu wollen." Jules Augen umspielten eine gewisse Traurigkeit.
„Du magst sie sehr!?", es war wohl mehr eine Feststellung als eine Frage von Ron.
„Ja sicher – seitdem ich aufgehört hab sie zu hassen ..."
Ron und Harry starrten ihn mit offenem Mund an. Das war das erste Mal, dass anklang, dass ihre Freundschaft nicht seit Anbeginn so gewesen war, wie sie jetzt erschien. Harry wollte nachfragen, aber da trafen sie auf Prof. Snape.
„Kann ich dich kurz sprechen?", er hatte sich direkt an Jules gewandt. Dieser musterte ihren Lehrer abschätzend sagte aber zu: „Natürlich – um was geht es?"
Ron und Harry waren ebenfalls interessiert stehen geblieben, fingen aber von Snape einen so kalten Blick auf, dass sie schleunigst weitergingen. Snape wartete ab, bis sie außer Hörweite waren, so hatten sie keine Chance zu verstehen worum es ging.
„Und du bist ja doch eifersüchtig auf Hermine." Harry konnte sich diese Aussage nicht verkneifen. „Jetzt hat es auch schon Jules mitbekommen."
„Jetzt hör doch auf. Es stimmt natürlich nicht!" Ron konnte manchmal ganz schön zornig sein.
„Was stimmt natürlich nicht?" Harry drehte sich um. Ginny und Luna waren aus dem Seitengang gekommen und jetzt hinter ihnen.
„Brüderchen, ich bin doch auch Harrys Meinung. Schön langsam könntest du es ja zugeben."
Ron war es ja schon peinlich, dass Ginny gehört hatte was Harry ihm vorwarf, aber auch noch Luna! Diese lächelte auf die ihr eigene entrückte Weise. Luna gehörte zu denen, die ihre Gefühle nicht nach außen zeigten. Harry hatte im vergangenen Jahr zu Schulschluss, einmal mir ihr ein Gespräch geführt, wo er ein wenig mehr über sie erfahren hatte. Sie bemerkte, dass Harry sie ansah und lächelte ihm zu. Ihr Lächeln machte ihn verlegen, andererseits freute er sich darüber.
Er grinste zurück, was wiederum Ginny auffiel. Sie sah von Harry zu Luna und wieder zu Harry, hakte sich dann bei Ron unter „So Brüderchen, mir kannst du es ja erzählen" und zog ihn mit sich weiter.
Harry hätte Luna gern angesprochen, aber es fiel ihm nichts passendes ein. Also gingen sie schweigend nebeneinander zum Mittagessen.
Jim und Hermine saßen bereits am Tisch. „War Jules nicht bei euch?" fragt Jim Harry. „Anfangs ja, aber dann hat ihn Snape angesprochen."
„Severus hat was?" Jim war ehrlich verdutzt und erst auf Jims fragend zweifelnden Blick über Harry hinweg, bemerkte Harry, dass Claire hinter ihm stand. Sie zuckte mir den Schultern: „Wieso verwundert es dich gar so? War doch wohl zu erwarten gewesen."
„Nein, das seh' ich nicht so. Keinesfalls sogar. Und schon gar nicht muss er Jules allein abpassen." Jim schien ziemlich wütend.
„Beruhig dich doch. Du solltest deinem Bruder wohl zutrauen, dazu fähig zu sein mit 'nem Lehrer zu reden." Claires Augen schienen Jim hypnotisieren zu wollen. Aber zu Jims Beruhigung erschien Jules nun im Speisesaal. Jim setzte bereits zu einer Frage an aber Jules kam ihm zuvor.
„Ich glaub's einfach nicht. Harry, Prof. Dumbledore scheint der Meinung zu sein, dass du weiter in Okklumentik unterrichtet werden sollst. Und auf Severus Methode wirst du wohl nicht so viel Wert legen, Remus hat zu viel um die Ohren, so dass er das eher nicht übernehmen kann. Jetzt ist er auf mich gekommen. Und Severus soll überprüfen, ob ich auch wirklich dazu geeignet bin. Ich war so verblüfft, dass ich für heute Abend zugesagt hab'." Jules hatte einen echt ablehnenden Gesichtsausdruck aufgesetzt.
„Och du Armer, du." Claire hatte anfangs ein Grinsen aufgesetzt, konnte sich nun aber nicht mehr zurückhalten und lachte lauthals los., fing aber eine bösen Blick von Jim auf und bemühte sich rasch wieder ernst zu werden. „Komm her du Bemitleidenswerter."
Und sie umarmte Jules ungeachtet der Tatsache, dass sie sich in der großen Halle beim Mittagstisch befanden, die meisten Lehrer am Kopfende an der Tafel zugegen waren und laut Schulordnung solche Intimitäten zwischen Schülern verboten waren.
„verarschen kann ich mich selber" zischte Jules seiner vermeintlichen Trostspenderin zu, wimmelte sie aber nicht ab, sondern legte seinerseits die Arme um sie und flüsterte ihr ins Ohr.
Harry war über die Szene peinlich berührt. Küsse und Umarmungen waren wirklich nicht üblich in Hogwarts, abgesehen von jenen in den Gemeinschaftsräumen, wo ja normalerweise keine Lehrer zugegen waren. Er wandte sich ab und sein Blick fiel zum Slytherin Tisch. Draco Malfoy hatte die Szene verfolgt und machte nun ein angewidertes Gesicht und imitierte ein starkes Gefühl von Übelkeit.
Und Michel Lion, der 3 Plätze weiter saß, tat als würde er die beiden nicht beachten, aber sein Mienenspiel verriet, dass er ihre Umarmung bemerkt hatte und ziemlich verärgert darüber – nein das traf es nicht ganz – eher enttäuscht darüber war.
Irgendwie berührte Harry die Reaktion der beiden. Dracos affektierte Ablehnung Claires, aufgrund ihrer Verunstaltung durch ihre Narbe war zwar sehr präpotent, andererseits hatte auch Harry selbst noch Probleme mit ihrem Aussehen. Zumeist fielen ihr ihre langen schwarzen Haare ja ins Gesicht, und verdeckten die Narbe, aber wenn sie nervös war strich sie wie unabsichtlich mir ihren Fingern darüber und dabei wurde ihre Miene meist sehr ernst, ja irgendwie traurig, und Harry hatte dabei das Gefühl, sie in den Arm nehmen zu müssen und ihr Trost zu spenden. Woher sie dies Zeichen auch immer hatte, es schien ein dunkles Geheimnis zu hüllen.
Und Michel hatte sich allem Anschein nach in sie verknallt, anders konnte Harry seine Reaktion nicht interpretieren und Claires Narbe schien ihn keineswegs zu stören.
Als Harry nun zum Lehrertisch hochblickte, erwartete er verärgerte Gesichter zu erblicken, aber McGonagall unterhielt sich angeregt mit Albus Dumbledore, nur Severus Snape, der gerade erst in den Saal gekommen war, schien erbost und wollte allem Anschein nach einschreiten, als ihm Remus Lupin die Hand auf den Arm legte und ihn davon abhielt. Harry hätte zu gern gewusst, was Remus Severus zuraunte.
Dabei fiel ihm ein, dass wohl auch Remus bekannt sein musste, wer Claires Vater war, hatte er doch bei der Zugfahrt gesagt, dass dieser ehemaliger Slytherin war.
Der Nachmittagsunterricht war wie im Flug vergangen und Harry machte sich nach dem Abendessen auf zu Albus Dumbledores Büro. Jules Worte zu Mittag hatten ihn schon sehr verwundert. Dass die drei Neuen sehr talentiert zu sein schienen, war ihm ja bereits bewusst geworden, aber dass Jules selbst in Okklumentik so gut war, dass er Harry darin unterrichten könnte verblüffte ihn.
Als er zum Wasserspeier kam ging die Tür von selbst auf und er gelangte von den Treppen hochgehoben in Albus Dumbledores Büro. Dieses war ihm ja bereits von seinen früheren Besuchen vertraut. In seiner Ecke saß Fawkes, der Phönix auf seiner Stange und schaute ihm entgegen.
„Harry komm nur weiter, wir sind hier drüben." Dumbledore lotste ihn in den anschließenden Raum, in dem am Kamin auf einigen sehr alt aussehenden Sofas Albus Dumbledore und Remus Lupin saßen.
„Setz dich zu uns. Ich hab dir ja bereits geschrieben, dass ich der Meinung bin, dass du den unterbrochenen Unterricht in Okklumentik fortsetzen solltest. Eigentlich wollte ich ja Prof. Lupin hier bitten, dich zu unterrichten, aber dafür ist seine Zeit wohl zu knapp. Und Prof. Snape weigert sich nach wie vor. Also hab ich mir überlegt einen der Nero Zwillinge zu bitten und am liebsten wäre mir dabei Jules."
„Das hab ich schon von ihm gehört. Prof. Snape hat es ihm mitgeteilt, und dass er seine Fähigkeiten dazu überprüfen wird."
„Ja ich weiß. Mir ist bewusst, dass Jules der Richtige für diese Aufgabe ist, aber Prof. Snape ist wohl in Sorge. Jules dürfte aber nicht ganz so begeistert von dieser Überprüfung sein. Ich haben ja auch an Claire Aquila als Lehrerein gedacht, aber das ist vielleicht doch nicht die beste Idee."
„Weil sie Snapes Tochter ist?" Harry waren diese Worte einfach herausgerutscht. Ohne vorher nachzudenken, dass er es das doch eigentlich vorläufig für sich behalten hatte wollen. Er schlug sich mit seiner rechten Hand auf den Mund, aber die Worte waren gesprochen.
„Woher weißt du?" es war Remus, der ihm verwundert diese Frage stellte, „Ich war der Meinung, dass wenn du es wüsstest, du nichts mit ihr zu tun haben wolltest und bisher konnte ich aber nicht bemerken, dass du dich von ihr fernhältst."
„Wieso sollte ich so handeln? Ich muss doch nicht sie hassen, weil er mich hasst. Das kann doch wohl nicht ewig so weitergehen?"
Albus Dumbledore sah ihn bewundernd an. „Sehr klug gesprochen mein junger Freund, nein, sie hat es wahrlich nicht verdient deinen Hass zu spüren. Sie ist ja auch noch die Tochter der besten Freundin deiner Mutter."
„Ihre Patentochter." Harry war über seinen eigenen Worte betrübt. Seltsam es handelte sich um seine Mutter, die viel zu früh umgekommen war, aber im Moment bedauerte er, dass Claire ihre Patin so früh verloren hatte.
„Sir, darf ich sie was fragen? Wieso wählen sie Jules Nero? Woher hat er seine Kenntnisse?" Und an Remus gewandt, „Und woher kennst du alle drei so gut?"
Remus warf einen kurzen fragenden Blick zu Dumbledore, wie um sich damit die Zustimmung zu seiner Antwort zu holen: „Es wäre wohl seltsam, wenn ich meine Patenkinder nicht kennen würde!"
Harry war verdutzt, „Von wem sprichst du?"
„Von Jules und Claire! Ich bin Claires und Jules 1."
„Aber wieso, woher kennst du die Jungs?"
„Hast du dir noch nie gedacht du würdest die Zwillinge vielleicht kennen? Ihr Aussehen ist dir wirklich ganz fremd?"
Harry war immer verwirrter: „Nein, zu Beginn hatte ich das Gefühl ich würde sie irgendwoher kennen, aber ich wüsste nicht woher!"
„Jim und Jules – sie – sie sind Sirius Söhne!"
Harry wurde schwindelig. Was hatte Remus gesagt? Sirius – Sirius der Vater von Jim und Jules? Aber plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: als er die drei vor Remus Unterrichtsstunde beisammen stehen gesehen hatte, war ihm das so vertraut gewesen, weil ihn das Beisammenstehen an Sirius und Remus erinnert hatte.
„Und wer ist ihre Mutter?" auch diese Frage wollte er jetzt noch geklärt wissen.
Remus sah ihn ernst an: „Phil, Philomenea". Den Namen hatte Harry noch nie gehört, hatte aber das Gefühl dass das nicht alles war was Remus zu sagen hatte.
„Philomenea und wie noch?"
„Philomenea Snape! Severus Schwester!"
Snapes Schwester? Sirius hatte Kinder mit Snapes Schwester? Der Schwester seines Erzfeindes? „Aber wieso heißen die beiden dann Nero?"
„Na eigentlich heißen sie ja Black. Sirius und Phil waren verheiratet, aber nach Sirius Inhaftierung hat man Phil sehr zugesetzt. Ständig wurde sie verdächtigt Todesserin zu sein. Immer wieder wurde sie verhört und im Endeffekt wurde ihr nahegelegt, die Ehe für ungültig erklären zu lassen. Aber Phil war immer von Sirius Unschuld überzeugt. Wenige Wochen nach Sirius Verhaftung hat sie es geschafft eine Besuchserlaubnis für Askaban zu bekommen. Aber Sirius selbst hat sie eindringlich gemahnt, sie solle sich offiziell von ihm trennen, zu ihrem eigenen Besten und dem ihrer beiden Söhne. Sie wollte, dass er kämpft, wollte dass er von Wurmschwanz erzählte, aber er hatte selbst so Schuldgefühle wegen dem Tod deiner Eltern, dass er Peter als Geheimniswahrer vorgeschlagen hatte, dass er es für gerechtfertigt hielt in Askaban gelandet zu sein. Seine vermeintliche Schuld war ihm wichtiger als die Verantwortung, die er seiner Familie gegenüber gehabt hätte. Phil hat sich nicht scheiden lassen, aber ihren Namen auf Nero geändert – das heißt Black auf Italienisch, für eine gebürtige Snape eine logische Kombination."
Harry hatte ihm andächtig gelauscht. Sirius hatte Kinder, war verheiratet gewesen und hatte ihm gegenüber nichts davon erwähnt? Aber wieso? Wie war das möglich? Und er hatte seine letzte Zeit in seinem Elternhaus verbracht, und nicht bei seiner Frau und seinen Kindern.
Remus sah ihn traurig an. Er schien über Harrys Gedanken Bescheid zu wissen.
„Sirius hatte kurz Kontakt mit Phil. Sie war die erste Anlaufstelle, als er aus Askaban ausgebrochen war. Als seine Flucht bekannt wurde, hatte sie gewusst, wo sie ihn treffen würde. Zu ihr nach Haus hat er sich ja nicht wagen dürfen, da es vom Ministerium als erstes überwacht wurde. Aber sie hat ihn getroffen. Bloß waren seine einzigen Gedanken dich, seinen Patensohn zu beschützen. Erst nachdem er mit Seidenschnabel entkommen war, hat er sich bereit erklärt seine eigenen Söhne wiederzusehen. Du musst dir das einmal vorstellen: ihr Vater ewig in Askaban inhaftiert, und wieder in Freiheit gilt all seine Fürsorge dir und sie interessierten ihn beinah nicht. Ich hab ja Kontakt behalten zu ihnen und musste ihm gehörig zureden, damit er ein Treffen vereinbart hat. Und er hat darauf bestanden, dass ich dabei war. Er hatte unendlich Schiss davor, seine eigenen Söhnen kennen zu lernen."
„Und du hattest die ganze Zeit Verbindung mit ihnen?"
„Ja sicher hatte ich. Ich versuchte Phil in ihrer Trauer zu unterstützen und mich um Jules zu kümmern. Und auch um Jim, nachdem sein Pate ja tot war."
Harry begann zu begreifen. „Wenn du Jules Pate bist, dann war mein Vater James Jims Pate?"
Remus musste bei der Erinnerung daran lächeln „Sicher, Jim als der Erstgeborene bekam ja einen verwandten Namen zu James. Und Julius hieß ein Urgroßvater von Phil, den sie sehr gemocht hatte. Und so wurde ich Jules Pate. Vor nunmehr fast 17 Jahren am 23.9. sind sie geboren."
Schön langsam wurden Harry die ganzen Informationen zu viel. Was hatte er alles erfahren? Jim und Jules Nero, hießen eigentlich Black, waren Sirius Söhne und ihre Mutter Severus Snapes Schwester. Sein eigener Vater James und Remus waren die Paten der beiden, aber – und hier begann er stutzig zu werfen dann waren die Zwillinge Snapes Neffen, und daraus folgerte er waren sie Claires Cousins. Daher also diese Vertrautheit zwischen den Dreien. Und daher wohl auch das Nichteinschreiten, ob der Umarmung der beiden, was aber voraussetzte, dass auch noch andere Lehrer außer Albus Dumbledore und Remus Lupin darüber Bescheid wussten, zumindest Prof. McGonagall.
Auf Harrys Frage, ob Snape über die Abstammung der beiden Bescheid wusste, bekam er von Albus Dumbledore die Antwort:
„Du kennst ja bereits einige Zusammenhänge, weißt etwa dass Sirius und Severus arg verfeindet waren. Nun musst du dir dies vorstellen:
Sirius verliebt sich in der 7. Klasse in Severus Schwester Phil! Severus wird natürlich unheimlich wütend – geht auf Sirius entsprechend los. Phil erklärt ihrem Bruder aber auch, dass sie seine Einmischung nicht wünscht, dass es ihre Entscheidung sei mit wem sie zusammen wäre. Sie haben sich zu der Zeit sehr schwerwiegend verkracht. Und als dann Phil von Severus Mal erfahren hat, wurde es noch schlimmer.
Die Familie Snape ist eine uralte Zaubererfamilie, und es gab auch einige, die sich der schwarzen Magie verschrieben hatten. Aber Phil hatte sich genauso wie Sirius, und das machte vielleicht auch die Anziehungskraft zwischen den beiden Verliebten aus, von ihrer Herkunftsfamilie distanziert und hat erst nach dem Tod ihres Vaters, welcher selbst Lord Voldemort sehr zugetan war, mit ihrer Mutter wieder Kontakt aufgenommen.
Bei der Hochzeit von Phil und Sirius war Severus Snape nicht dabei, er hat aber die Zwillinge als Neugeborene kurz mal gesehen, weil er etwas aus seinem Elternhaus holen musste. Seine Mutter wollte noch einlenken, zwischen den verkrachten Geschwistern, aber das hat nicht funktioniert.
Aber Prof. Snape hat die beiden wohl sofort als seine Neffen erkannt, zu sehr entspricht ihr Aussehen je zu einem Teil dem von Sirius und dem von Philomenea, und der Name Nero, so er nicht sowieso wusste, dass sich seine Schwester zuletzt so genannt hatte, musste ihm als italophil geprägtem Zauberer ja sofort Bescheid geben.
Ich hab ihn sehr bewusst zuvor nicht von Jim und Jules Ankunft in der Schule informiert, ich hab sogar dafür gesorgt, dass er am Auswahlabend nicht anwesend war, indem ich ihn mit einem Auftrag außer Haus betraut hatte.
Aber du hast anfangs gefragt, woher Jules seine Begabung hat. Bedenke dass die Familien Black und Snape, beide zu den ältesten Zaubererfamilien Großbritanniens gehören, ihre Stammbäume reichen unglaublich weit zurück. Und unter diesen Voraussetzungen vererben sich bestimmte magische Eigenschaften nun mal besonders gut. Du musst nur bereit sein sie umzusetzen und damit umgehen lernen, aber die Veranlagung ist gegeben. Und die Zwillinge z.B. haben so wie ihr Onkel oder ihr Großvater väterlicherseits die Begabung für Okklumentik und noch einige andere Begabungen."
„z.B. für Tränke!?" Harry hatte das ja bereits am Vortag gesehen.
„Ja sicher, wie Claire doch übrigens auch, und diese noch um ein Vielfaches mehr, weil bei ihr noch die ganz individuelle Liebe zu Braukunst hinzukommt. Hast du im Moment noch Fragen?"
Harry musste sich zusammennehmen, tatsächlich hatte er noch eine. Eine, die ihm in den letzten Minuten das Herz schwer gemacht hatte.
„Wenn Jim und Jules Sirius Söhne sind, müssen sie mich doch hassen, ich bin es doch, der am Tod ihres Vaters schuld ist. Wissen die beiden, dass ich das bin?"
Harry hatte Angst vor der Antwort. Er kannte die beiden ja erst seit 4 Tagen, aber sie waren ihm von Anfang an sympathisch gewesen. Und jetzt hatte er erfahren, dass sie die Söhne des besten Freundes seines Vaters waren. Er war den ganzen Sommer über so betrübt gewesen, weil er seinen Paten verloren hatte, wie musste es dann den beiden ergehen, sie hatten ihren Vater verloren. Einen Vater, den sie kaum gekannt hatten, den kennen zu lernen sie nun nicht mehr die Chance hatten.
„Harry, hör mir zu: sie wissen was im Ministerium vorgefallen ist. Es wäre gar nicht möglich gewesen, es vor ihnen zu verheimlichen. Nicht einmal wenn wir gewollt hätten. Aber das haben wir gar nicht. Phil wurde knapp nach Sirius Tod informiert und sie ist sofort, sowie sie sich etwas gefangen hatte, zu ihren Jungs nach Beauxbatons und hat es ihnen selbst erzählt. Sie kennen also auch die Geschehnisse, die zu Sirius Tod führten. Und ist dir bisher aufgefallen, dass es den Anschein hätte, dass sie dich hassten?"
Harry dachte nach. Nein, die Jungs waren freundlich zu ihm, sie waren witzig, fröhlich und sie hatten Harry weder gemieden, noch ihm ihre mögliche Abneigung offen spüren lassen. Also wenn sie nicht auch im Verstellen Meister waren ließ das den Schluss zu, dass sie ihn nicht hassten. Und wenn nun Jules bereit war ihn in Okklumentik zu unterrichten? Ja, damit wäre er wohl einverstanden. Lieber bei Snapes Neffen als bei Snape persönlich.
