A/N Auch hier ist eine Entschuldigung fällig, und zwar,
dass ich es nicht früher geschafft habe und die Chaps auch nicht immer
sehr lang sind :) Ich hoffe ihr verzeiht es mir ;) Dank an: kurai91,
LittleWhisper, Matschi, LovelyNearly und Fanjana...HEAGDL und wenn ich
es mir so anschaue...scheinbar war ich doch schnell, ansonsten hätten
nicht nur fünf Leute reviewt :) Viel Spaß beim Lesen...R&R
Zehn
Lieber Fred,
wenn du willst, dann kannst du mich am Ufer der Themse finden, vor dem Tower of London.
Liebe Grüße,
Hermine
Fred schmunzelte. Selbst in dieser kurzen Notiz steckte für ihn viel drin. Sie schien ihm zu vertrauen, ansonsten würde sie sich sicherlich nicht mit ihm treffen wollen. Mit dem letzten Bissen Toast im Mund verließ er die Winkelgasse. Er würde sich heute einmal wie ein Muggel benehmen, außerdem gab er Hermine somit viel mehr Zeit, da sie nicht einfach so apparieren würde.
Hermine erreichte den Tower in einer knappen halben Stunde. Eine Sonnenbrille auf der Nase und gekleidet in ein dunkelblaues Top, dunkelblaue Jeans und das Sweatshirt um die Hüften geschlungen sah sie ohne Frage gut aus. Touristen säumten den Eingang des Towers, die Sonne schien auf das Gras und ließ es noch grüner und weicher aussehen, als es war. Wehe dem, der den fein gestutzten Rasen betrat, der zweifellos der Stolz des Gärtners war. Hermine schmunzelte, als sie eine Familie sah, die sie an ihre eigene von früher erinnerte. Sie war auch in ihrer Kindheit mit ihren Eltern hier gewesen, Hermine hatte den Tower immer geliebt. Altes Gemäuer verschaffte ihr ein Gefühl, welches sie nicht zu beschreiben vermochte.
Sie fand eine Bank unter einem der Bäume, ließ sich darauf nieder und betrachtete das Wasser, welches sich langsam und stetig seinen Weg stromabwärts suchte. Der Anblick hatte etwas Beruhigendes an sich.
Hermine verstaute die Sonnenbrille in ihrer Tasche, warf einen Blick auf ihr Handy, welches sie sich angeschafft hatte, um zu sehen, wie es um die Zeit stand. Sollte Fred sich auf Muggelart fortbewegen, würde er noch ein bisschen brauchen.
Fred war schon da, doch das wusste Hermine nicht. Er stand oben auf dem Wall des Towers und blickte mit einem sanften Ausdruck in seinen Augen auf ihren Hinterkopf. Es war nicht das Problem den Tower zu betreten, ohne zahlen zu müssen. Ein Zauberer hatte seine Möglichkeiten. Hinter ihm im Hof konnte er die Raben krächzen und die Touristen, die sich selbst zu dieser frühen Zeit hier eingefunden hatten, veranstalteten ihren eigenen Lärm. Sie waren die ersten, die es an diesem Tag schafften, den Tower zu besichtigen. Fred seufzte, gerade in dem Augenblick, als er eine Bewegung in seinem rechten Augenwinkel wahrnahm. Er blickte in die Richtung und seine Finger krampften sich um die Metallstreben vor ihm. Was suchte er hier?
„Hey Granger", sagte eine ihr allzu bekannte Stimme und sie legte seufzend ihr Buch weg, nachdem er sich neben sie gesetzt hatte.
„Was willst du?", fragte sie leise, ohne den Blick vom Wasser zu nehmen.
„Ich weiß nicht", sagte Malfoy, scheinbar ehrlich, was Hermine veranlasste ihm einen Blick zuzuwerfen. Er grinste, aber es war nicht das Grinsen, was sie von ihm kannte, es hatte fast schon einen freundlichen Eindruck auf sie.
„Komm schon, Malfoy, es muss einen Grund haben, dass du schon wieder hier sitzt, neben einem Schlammblut und mit auch noch mit einem redest."
„Macht es dir Spaß, dich selber runter zu machen?", fragte er und hielt ihren Blick mit seinem fest. Hermine hob eine Augenbraue.
„Wie soll ich das verstehen?"
„Du hast unser Treffen vergessen", stellte Malfoy fest und entließ sie mit einem Zwinkern.
„Welches Treffen, Malfoy?", fragte Hermine, die ehrlich überrascht war.
„Draco", war die Antwort, die sie beinahe von der Bank warf, die ausgestreckte Hand von Malfoy…oder Draco, wenn er denn so wollte, half nichts zu ihrer Rettung bei. Skeptisch beäugte sie sie.
„Muss ich Angst haben?"
„Kein Gift dran, keine Bange."
„Bist du sicher?" Draco rollte mit den Augen.
„Tu mir den Gefallen."
„Dir einen Gefallen tun?"
„Mir einen Gefallen tun", sagte er und erneut schlicht sich ein Lächeln auf seine Lippen.
Zögernd streckte Hermine ihre Hand aus, nicht sicher, ob sie es wirklich tun sollte.
„Warum?", fragte sie und blickte Draco gerade heraus an.
„Weil ich einen neuen Anfang wagen will."
„Was ist mit deiner Welteinstellung?" Er zuckte mit den Schultern.
„Nicht mehr vorhanden?" Ungewollt musste Hermine lächeln.
„Bedingung", sagte sie und sah ihn an. Er nickte und hob fragend eine Augenbraue. „Wenn ich das wirklich mache und Gott weiß warum ich es mache, dann will ich keine Beleidigungen mehr haben."
„Ist das nicht selbstverständlich, Hermine?", fragte Draco und umschloss seine Hand mit ihrer, die sich nur zögernd seiner entgegen gehoben hatte. Er ließ sie los und stand auf. Hermine starrte auf ihre Hand, sie konnte nicht glauben, was sie gerade getan hatte. Ein Händeschütteln mit ihrem Erzfeind oder viel mehr, ihrem ehemaligen Erzfeind.
„Was?", fragte sie perplex, als sie merkte, dass Draco immer noch mit ihr redete.
„Ich gehe jetzt."
„Ja...ja…okay, man sieht sich?", murmelte Hermine gedankenverloren und zuckte zurück, als Draco sein Gesicht nah vor ihres brachte.
„Nervös?", fragte er und seine arrogante Seite war wieder da. Hermine kniff die Augen zusammen.
„Wo denkst du hin?"
„Ich lese die Zeichen", entgegnete er ihr, doch ehe er noch etwas sagen konnte, durchschnitt eine, leicht säuerliche Stimme das Gespräch der beiden:
„Auszeit, Malfoy." Draco richtete sich wieder auf und musterte Fred, der lässig dastand, die Hände in den Hosentaschen und ein falsches Lächeln auf dem Gesicht.
„Verzeih, Weasley, ich habe dein Mädchen nicht angefasst."
„Ich bin nicht sein Mädchen", warf Hermine ein und fügte ein ‚noch' in Gedanken hinzu.
„Nicht? Dann bist du also noch frei? Ausgezeichnet", sagte Draco und feixte.
„Hau ab, Malfoy, du wirst hier nicht mehr gebraucht."
„Ich an deiner Stelle würde von jetzt an deine Augen auf ihr halten, man kann nie wissen, wer einem den Platz wegschnappt", erwiderte Draco und musterte Fred mit einem etwas geringschätzigen Blick. Hermine saß stumm da und betrachtete die beiden jungen Männer, der eine das komplette Gegenteil des anderen. Draco war es schließlich, der sich mit einem letzten Blick auf Hermine umdrehte und die gut bevölkerte Straße hinunterging.
„Hast du eine Ahnung, was er wollte?", fragte Hermine, kaum hatte sich Fred neben sie gesetzt und, ob sie es wollte oder nicht, einen Arm um ihre Schultern gelegt.
„Keine Ahnung, aber halt dich von ihm fern, Hermine." Hermine zuckte mit den Schultern und blickte Fred von der Seite her an.
„Erzähl mir etwas", forderte sie ihn auf und er lächelte. Hermine fühlte ein leichtes Kribbeln in ihrer Magengegend und schmunzelte. Er konnte es immer noch.
„Was willst du wissen?"
„Wie hat Ron noch reagiert?" Fred verzog sein Gesicht zu einer Grimasse.
„Er hat mir gedroht, aber du willst nicht wissen, womit und warum und so weiter."
„Bist du sicher?"
„Sehr sicher."
„Wie geht es Harry?", fragte sie ihn und blickte hinaus aufs Wasser.
„Bestens…aber er braucht wieder einen kühlen Kopf in seiner Umgebung. Hermine, warum kommst du nicht offiziell wieder?" Hermine runzelte die Stirn.
„Kann ich dich etwas fragen, Fred?"
„Alles, Kleines." Seine Hand suchte ihre und umschloss sie. Hermine ließ es zu.
„Hat sich Harry je nach mir erkundigt, hat er sich Sorgen um mich gemacht?" Fred zögerte. Gedankenverloren spielte er mit Hermines Fingern, zuckte noch nicht einmal mit der Wimper, als Hermine ihm seine Hand entzog und sie in ihrem Schoß mit der anderen verflocht. Er würde ihr Zeit lassen.
„Weißt du, Hermine. Er ist ein wenig abgehoben, ein wenig viel, hat den Boden der Tatsachen verlassen. Seitdem der Krieg vorbei ist, schert es ihn nicht, ob sein Verhalten ihn unausstehlich macht. Harry scheint nur noch für die Berühmtheit zu leben und er lässt es uns manchmal auch deutlich spüren." Hermine nickte. Sie schwiegen für eine kurze Zeit, Fred musterte ihr Gesicht von der Seite und Hermine, die seine Blick fühlte, hielt ihre Augen auf das gegenüberliegende Ufer gerichtet.
„Hermine?", fragte Fred leise und dachte gar nicht daran, seinen Blick von ihr zu lösen.
„Ja?"
„Was ist passiert?" Hermine runzelte die Stirn und drehte ihr Gesicht in seine Richtung, zuckte beinahe zurück, als sie feststellte, dass ihre Nasenspitzen sich beinahe berührten. Seine blaugrauen Augen hielten ihre fest und Hermine fühlte zu ihrem Entsetzen, dass erneute Panik in ihr hoch kochte.
„Wie meinst du das?", fragte sie zurück, obwohl sie genau wusste, wie er es meinte.
„Wer hat dich so verändert, dass du Angst davor hast, berührt zu werden?"
„Niemand."
„Du beschützt ihn?", wollte Fred wissen, überbrückte den Abstand zwischen ihren Nasenspitzen und stupste leicht gegen ihre.
„Ich beschütze niemanden, Fred", flüsterte Hermine. Zwei Wünsche fochten in ihr einen stummen Kampf. Der eine wollte, dass Fred sie küsste, der andere verlangte von ihr aufzustehen und zu gehen.
„Doch, Kleines, das tust du, auch wenn du es vielleicht nicht merkst. Aber wer auch immer dir das angetan hat, er kann dir nichts tun, ich bin hier und beschütze dich." Er kam näher, näher und näher und schließlich berührten seine Lippen leicht ihre. Der Augenblick dauerte nicht lange, die Panik ergriff die Oberhand und zwang Hermine aufzustehen, ihre Tasche zu packen und sich mit einem letzten Blick umzudrehen und zu flüchten.
