Disclaimer: Nicht mir.
Es tut mir leid! Wirklich! Wie lange habe ich euch jetzt warten lassen? Circa drei Monate... (versteck) tut mir wirklich leid, aber mir wollte nichts einfallen. Ob dieses Kapitel die ganze Warterei Wert war, müßt ihr entscheiden. Ich hoffe es, aber leider sind wir immer noch nicht in Malfoy Manor angekommen. Das wird noch zwei oder drei Kapitel dauern. Ich möchte mir mit dieser Geschichte Zeit lassen und die Handlung innerhalb der einzelnen Kapitel nicht überstürzen (sich duckt, als Gemüse geworfen wird).
Vielen Dank an alle, die diese Story gelesen haben, noch lesen werden und immer noch auf eine Fortsetzung warten. Ihr seid großartig
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Danger Games 10
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Müde bog Harry in den Gang ein, der zum Gryffindor-Turm führte. Alles, was er jetzt noch wollte, war schlafen. In Gedanken war er allerdings immer noch bei seinem Gespräch mit Snape. Wieso hatte er sich dermaßen gehenlassen? Warum musste er sich ausgerechnet diesen Zeitpunkt aussuchen, um all das loszuwerden, was ihm seit Jahren auf der Seele brannte? Immer noch völlig in sich versunken erreichte er das Gemälde und murmelte das Paßwort.
"Hey, Kumpel. Wo warst du den ganzen Nachmittag?"
Harry zuckte erschrocken zusammen und starrte seinen besten Freund sekundenlang so verwirrt an, als hätte er ihn noch nie zuvor im Leben gesehen. "Wo...wo kommst du denn her?!"
"Das sollte ich wohl besser dich fragen. Wir haben uns Sorgen gemacht, Harry." Ron warf einen kurzen Blick auf die noch geschlossene Tür zu ihrem Aufenthaltsraum. Glücklicherweise schien Hermine nichts von Harrys Ankunft mitbekommen zu haben. Rasch packte Ron seinen Freund am Arm und zerrte ihn wieder zurück auf den Flur. Das Gemälde fiel mit einem leisen Klicken ins Schloss und Harry, der sich bereits auf sein Bett gefreut hatte, konnte ein gequältes Stöhnen nicht unterdrücken.
"Was willst du, Ron? Ich bin müde."
"Hast du nicht zugehört, Harry? Wir machen uns Sorgen und alles was du sagen kannst ist ‚ich bin müde'? Wir wollen dir doch nur helfen!"
"Ich weiß das. Aber keine Sorge. Es ist alles in Ordnung." Harry klopfte dem anderen beruhigend auf die Schulter und wandte sich wieder dem Gemälde zu, nur um mit einem erschrockenen Aufschrei zurück zu stolpern.
"Würden Sie bitte in mein Büro kommen, Mr. Potter?"
Fassungslos starrte Harry in das Gesicht von Professor Dumbledore, das urplötzlich vor ihm aufgetaucht war und lauschte auf sein Herz, dass wie wild gegen seine Rippen hämmerte, bis ihm klar wurde, was dies zu bedeuten hatte.
Es war soweit. Snape hatte ihn bei Dumbledore verpetzt und nun würde er sich vor dem Schulleiter verantworten müssen. Harry schluckte schwer und setzte sich widerwillig in Bewegung.
"Harry? Was ist los? Was hat das zu bedeuten?"
Doch der schwarzhaarige Gryffindor hörte nicht. Völlig taub für die besorgten Fragen seines Freundes eilte er, ohne sich noch ein einziges Mal umzudrehen, durch den im Halbdunkel liegenden Flur davon.
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Endlich allein. Lucius seufzte und rekelte sich behaglich im warmen Wasser. Eine Stunde zuvor war Narzissa abgereist und hatte ihren Ehemann endlich sich selbst überlassen. Wie sehr er darauf gewartet hatte!
Zum ersten Mal seit Wochen wieder im Einklang mit Gott und der Welt ließ Lucius sich tiefer in die Badewanne gleiten und schloß glücklich die Augen. Das warme Wasser tat seinem Körper gut und unwillkürlich entrang sich ein zufriedenes Schnurren seiner Kehle.
‚Kindskopf,' schalt er sich selbst gutmütig, doch das Gefühl tiefer Zufriedenheit in ihm breitete sich weiter aus und Lucius gratulierte sich im Stillen zu seinem Einfall, Narzissa genügend Taschengeld zu geben, dass diese ihren Urlaub um mindestens eine Woche verlängern konnte. Was sie hoffentlich auch tun würde.
Und jetzt erwartete ihn mindestens eine halbe Stunde absoluter Entspannung. Lucius liebte es zu Baden. Das warme Wasser, die angenehm duftenden Öle und was noch viel wichtiger war: die Gewißheit, dass er in seinem Badezimmer völlig unbeobachtet war. Hier musste er niemandem etwas vorspielen. Er musste keine Rechenschaft ablegen, niemand würde jede seiner Bewegungen wie mit Argusaugen überwachen und sich seine Fehler merken, um ihn später damit zu erpressen. Kurz gesagt: er konnte endlich wieder einmal er selbst sein. Ihn erwarteten drei ungestörte Wochen voller... Draco.
Stöhnend sank er in sich zusammen, nur um gleich darauf mit einem unterdrückten Fluch wieder aufzutauchen. Hustend und nach Luft schnappend kam er wieder hoch und wischte sich das Wasser aus den Augen. Jetzt hätte er sich auch noch beinahe ertränkt und das nur, weil er vergessen hatte, dass die Weihnachtsferien vor der Tür standen.
Was hatte Narzissa noch gesagt? Er solle Draco mitnehmen, sobald er einen Auftrag für den Dunklen Lord zu erfüllen hatte? So ein Unsinn. Als würde er seinen Sohn früher in die ganze Sache hineinziehen als unbedingt nötig. Erst wenn der Dunkle Lord die Anwesenheit seines Sohnes forderte, würde er ihn zu den Treffen mitnehmen. Aber erst dann und nicht eine Minute früher.
Doch was sollte er in den nächsten Tagen mit Draco anfangen? In den letzten Jahren hatten sie sich immer mehr auseinandergelebt und manchmal fragte sich Lucius, ob er seinen Sohn überhaupt noch kannte. Hätte er jetzt auf der Stelle ein Hobby seines Sohnes nennen müssen, er wäre kläglich gescheitert.
Grollend richtete er sich auf. Ruhe hatte er keine mehr, die Aussicht auf sein Bad war ihm verleidet. Verärgert verließ er die Wanne und beschloß, wieder an seine Arbeit zu gehen. Es gab noch eine Menge zu erledigen und er musste wenigstens ab und zu Präsenz im Ministerium zeigen, sonst würde dieser dämliche Fudge noch irgendwann mißtrauisch werden.
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"Ah, Harry! Komm doch herein, Junge!" Dumbledore saß entspannt hinter seinem Schreibtisch, die Hände locker vor sich gefaltet und den Blick freundlich auf seinen Schüler gerichtet. "Wie geht es dir?"
"Wie es mir geht?!" Harry sah sich rasch um, doch Snape konnte er nirgendwo entdecken. Nun, das machte Sinn. Sicher war der Lehrer verschwunden, sobald er sich beschwert hatte und würde nun in aller Seelenruhe Dumbledores Urteil erwarten.
"Ich dachte mir, du könntest eine kleine Pause vertragen." Der Schulleiter hielt Harry das Schälchen unter Nase, in der er seine Zitronendrops aufbewahrte und stellte es mit leiser Enttäuschung beiseite, als Harry den Kopf schüttelte. "Du fragst dich sicher, was ich von dir will..."
"Ich kann es mir denken!" unterbrach Harry den älteren mitten im Satz und in seiner Stimme schwang ein bitterer Unterton mit. "Es tut mir leid, Professor Dumbledore! Aber ich war so wütend..."
"Einen Augenblick." Jetzt war es an Dumbledore, den anderen mit einer kurzen Handbewegung zu unterbrechen. "Wovon um alles in der Welt sprichst du, mein Junge?"
Verwirrt runzelte Harry die Stirn. Irgendwie verstand er jetzt gar nichts mehr. "Von meinem Streit mit Professor Snape, Sir. Ist das nicht der Grund, aus dem Sie mich sehen wollten?"
"Um ehrlich zu sein, wollte ich nur wissen, welche Fortschritte du in deinen Vorbereitungen machst, Mr. Malfoys Platz einzunehmen."
"Oh." Harry schloß die Augen und gratulierte sich im Stillen für seine Dämlichkeit. Er konnte regelrecht Snapes verärgertes Gesicht vor sich sehen, wenn dieser erfuhr, dass Harry ihn verraten hatte. Das er dies unwissentlich getan hatte, änderte nichts an der Tatsache, dass er noch einen weiteren Grund hatte, um den Jungen zu hassen.
"Erzähl mir von dem Streit, Harry. Worum ging es dabei?"
Großartig. Er war Snape nicht nur in den Rücken gefallen, denn dieser hatte das ganze offensichtlich für sich behalten wollen, sondern hatte auch noch Dumbledore auf ihr zerrüttetes Verhältnis aufmerksam gemacht.
"Ich...ich habe die Beherrschung verloren und Professor Snape ziemlich übel beleidigt. Ich dachte, er wäre hier gewesen, um sich zu beschweren," gestand er mit leiser Stimme ein und eine verlegene Röte kroch ihm in die Wangen. Irgendwie hatte er das Gefühl, mit jedem seiner Worte die Grube, in der er sich gerade befand, noch ein wenig tiefer auszuheben.
Der Schulleiter seufzte, sagte aber nichts. Statt dessen blickte er Harry prüfend an und wandte sich dann ab, um langsam hinter seinem Schreibtisch auf und ab zu schreiten. In Augenblicken wie diesem fühlte er sich einfach nur müde. Ihm war durchaus bewußt, dass der Lehrer für Zaubertränke und James Potters Sohn nicht gut miteinander auskamen, aber er hatte auch gehofft, dass ihr Verhältnis sich mit dieser Aufgabe verbessern würde. Anscheinend hatte er sich geirrt.
"Mal sehen, was Professor Snape dazu zu sagen hat." Dumbledore wandte sich in Richtung Feuerstelle, als Harry aus seiner Erstarrung erwachte und ihn mit einem verzweifelten Aufschrei zurückhielt.
"Bitte, Sir! Tun Sie das nicht!" Der Junge lief schon wieder rot an, als ihm klar wurde, was er sagen wollte. aber so peinlich dies für ihn auch war, es war die einzige Möglichkeit. Ihm wurde bewußt, dass Dumbledore ihn erwartungsvoll ansah. Hastig fügte er hinzu: "Ich möchte mich zuerst bei Professor Snape entschuldigen! Vielleicht läßt sich noch etwas retten! Bitte, geben Sie mir diese Chance, die Sache auf meine Weise zu regeln!"
Harry sah den Schulleiter flehend an und der ältere Mann nickte schließlich zögernd. "Nun gut. Ganz wie du möchtest. Aber wenn Professor Snape dich nicht weiter unterstützen will, möchte ich, dass du zu mir kommst. Dann werde ich mit ihm sprechen. Wir können es uns nicht leisten, auf Severus Wissen zu verzichten."
"Danke, Sir!" Harry wartete die Antwort gar nicht erst ab. Er war schon aus der Tür und halb die Treppe hinunter, ehe Dumbledore auch nur zu seinem Schreibtisch zurückgekehrt war.
"Ich hoffe, du zeigst dich einsichtig, Severus," murmelte er lautlos vor sich hin, als er sich in seinem Stuhl zurücklehnte und nachdenklich aus dem Fenster blickte. "Ich würde dich ungern zwingen müssen."
-tbc-
Es tut mir leid! Wirklich! Wie lange habe ich euch jetzt warten lassen? Circa drei Monate... (versteck) tut mir wirklich leid, aber mir wollte nichts einfallen. Ob dieses Kapitel die ganze Warterei Wert war, müßt ihr entscheiden. Ich hoffe es, aber leider sind wir immer noch nicht in Malfoy Manor angekommen. Das wird noch zwei oder drei Kapitel dauern. Ich möchte mir mit dieser Geschichte Zeit lassen und die Handlung innerhalb der einzelnen Kapitel nicht überstürzen (sich duckt, als Gemüse geworfen wird).
Vielen Dank an alle, die diese Story gelesen haben, noch lesen werden und immer noch auf eine Fortsetzung warten. Ihr seid großartig
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Müde bog Harry in den Gang ein, der zum Gryffindor-Turm führte. Alles, was er jetzt noch wollte, war schlafen. In Gedanken war er allerdings immer noch bei seinem Gespräch mit Snape. Wieso hatte er sich dermaßen gehenlassen? Warum musste er sich ausgerechnet diesen Zeitpunkt aussuchen, um all das loszuwerden, was ihm seit Jahren auf der Seele brannte? Immer noch völlig in sich versunken erreichte er das Gemälde und murmelte das Paßwort.
"Hey, Kumpel. Wo warst du den ganzen Nachmittag?"
Harry zuckte erschrocken zusammen und starrte seinen besten Freund sekundenlang so verwirrt an, als hätte er ihn noch nie zuvor im Leben gesehen. "Wo...wo kommst du denn her?!"
"Das sollte ich wohl besser dich fragen. Wir haben uns Sorgen gemacht, Harry." Ron warf einen kurzen Blick auf die noch geschlossene Tür zu ihrem Aufenthaltsraum. Glücklicherweise schien Hermine nichts von Harrys Ankunft mitbekommen zu haben. Rasch packte Ron seinen Freund am Arm und zerrte ihn wieder zurück auf den Flur. Das Gemälde fiel mit einem leisen Klicken ins Schloss und Harry, der sich bereits auf sein Bett gefreut hatte, konnte ein gequältes Stöhnen nicht unterdrücken.
"Was willst du, Ron? Ich bin müde."
"Hast du nicht zugehört, Harry? Wir machen uns Sorgen und alles was du sagen kannst ist ‚ich bin müde'? Wir wollen dir doch nur helfen!"
"Ich weiß das. Aber keine Sorge. Es ist alles in Ordnung." Harry klopfte dem anderen beruhigend auf die Schulter und wandte sich wieder dem Gemälde zu, nur um mit einem erschrockenen Aufschrei zurück zu stolpern.
"Würden Sie bitte in mein Büro kommen, Mr. Potter?"
Fassungslos starrte Harry in das Gesicht von Professor Dumbledore, das urplötzlich vor ihm aufgetaucht war und lauschte auf sein Herz, dass wie wild gegen seine Rippen hämmerte, bis ihm klar wurde, was dies zu bedeuten hatte.
Es war soweit. Snape hatte ihn bei Dumbledore verpetzt und nun würde er sich vor dem Schulleiter verantworten müssen. Harry schluckte schwer und setzte sich widerwillig in Bewegung.
"Harry? Was ist los? Was hat das zu bedeuten?"
Doch der schwarzhaarige Gryffindor hörte nicht. Völlig taub für die besorgten Fragen seines Freundes eilte er, ohne sich noch ein einziges Mal umzudrehen, durch den im Halbdunkel liegenden Flur davon.
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Endlich allein. Lucius seufzte und rekelte sich behaglich im warmen Wasser. Eine Stunde zuvor war Narzissa abgereist und hatte ihren Ehemann endlich sich selbst überlassen. Wie sehr er darauf gewartet hatte!
Zum ersten Mal seit Wochen wieder im Einklang mit Gott und der Welt ließ Lucius sich tiefer in die Badewanne gleiten und schloß glücklich die Augen. Das warme Wasser tat seinem Körper gut und unwillkürlich entrang sich ein zufriedenes Schnurren seiner Kehle.
‚Kindskopf,' schalt er sich selbst gutmütig, doch das Gefühl tiefer Zufriedenheit in ihm breitete sich weiter aus und Lucius gratulierte sich im Stillen zu seinem Einfall, Narzissa genügend Taschengeld zu geben, dass diese ihren Urlaub um mindestens eine Woche verlängern konnte. Was sie hoffentlich auch tun würde.
Und jetzt erwartete ihn mindestens eine halbe Stunde absoluter Entspannung. Lucius liebte es zu Baden. Das warme Wasser, die angenehm duftenden Öle und was noch viel wichtiger war: die Gewißheit, dass er in seinem Badezimmer völlig unbeobachtet war. Hier musste er niemandem etwas vorspielen. Er musste keine Rechenschaft ablegen, niemand würde jede seiner Bewegungen wie mit Argusaugen überwachen und sich seine Fehler merken, um ihn später damit zu erpressen. Kurz gesagt: er konnte endlich wieder einmal er selbst sein. Ihn erwarteten drei ungestörte Wochen voller... Draco.
Stöhnend sank er in sich zusammen, nur um gleich darauf mit einem unterdrückten Fluch wieder aufzutauchen. Hustend und nach Luft schnappend kam er wieder hoch und wischte sich das Wasser aus den Augen. Jetzt hätte er sich auch noch beinahe ertränkt und das nur, weil er vergessen hatte, dass die Weihnachtsferien vor der Tür standen.
Was hatte Narzissa noch gesagt? Er solle Draco mitnehmen, sobald er einen Auftrag für den Dunklen Lord zu erfüllen hatte? So ein Unsinn. Als würde er seinen Sohn früher in die ganze Sache hineinziehen als unbedingt nötig. Erst wenn der Dunkle Lord die Anwesenheit seines Sohnes forderte, würde er ihn zu den Treffen mitnehmen. Aber erst dann und nicht eine Minute früher.
Doch was sollte er in den nächsten Tagen mit Draco anfangen? In den letzten Jahren hatten sie sich immer mehr auseinandergelebt und manchmal fragte sich Lucius, ob er seinen Sohn überhaupt noch kannte. Hätte er jetzt auf der Stelle ein Hobby seines Sohnes nennen müssen, er wäre kläglich gescheitert.
Grollend richtete er sich auf. Ruhe hatte er keine mehr, die Aussicht auf sein Bad war ihm verleidet. Verärgert verließ er die Wanne und beschloß, wieder an seine Arbeit zu gehen. Es gab noch eine Menge zu erledigen und er musste wenigstens ab und zu Präsenz im Ministerium zeigen, sonst würde dieser dämliche Fudge noch irgendwann mißtrauisch werden.
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"Ah, Harry! Komm doch herein, Junge!" Dumbledore saß entspannt hinter seinem Schreibtisch, die Hände locker vor sich gefaltet und den Blick freundlich auf seinen Schüler gerichtet. "Wie geht es dir?"
"Wie es mir geht?!" Harry sah sich rasch um, doch Snape konnte er nirgendwo entdecken. Nun, das machte Sinn. Sicher war der Lehrer verschwunden, sobald er sich beschwert hatte und würde nun in aller Seelenruhe Dumbledores Urteil erwarten.
"Ich dachte mir, du könntest eine kleine Pause vertragen." Der Schulleiter hielt Harry das Schälchen unter Nase, in der er seine Zitronendrops aufbewahrte und stellte es mit leiser Enttäuschung beiseite, als Harry den Kopf schüttelte. "Du fragst dich sicher, was ich von dir will..."
"Ich kann es mir denken!" unterbrach Harry den älteren mitten im Satz und in seiner Stimme schwang ein bitterer Unterton mit. "Es tut mir leid, Professor Dumbledore! Aber ich war so wütend..."
"Einen Augenblick." Jetzt war es an Dumbledore, den anderen mit einer kurzen Handbewegung zu unterbrechen. "Wovon um alles in der Welt sprichst du, mein Junge?"
Verwirrt runzelte Harry die Stirn. Irgendwie verstand er jetzt gar nichts mehr. "Von meinem Streit mit Professor Snape, Sir. Ist das nicht der Grund, aus dem Sie mich sehen wollten?"
"Um ehrlich zu sein, wollte ich nur wissen, welche Fortschritte du in deinen Vorbereitungen machst, Mr. Malfoys Platz einzunehmen."
"Oh." Harry schloß die Augen und gratulierte sich im Stillen für seine Dämlichkeit. Er konnte regelrecht Snapes verärgertes Gesicht vor sich sehen, wenn dieser erfuhr, dass Harry ihn verraten hatte. Das er dies unwissentlich getan hatte, änderte nichts an der Tatsache, dass er noch einen weiteren Grund hatte, um den Jungen zu hassen.
"Erzähl mir von dem Streit, Harry. Worum ging es dabei?"
Großartig. Er war Snape nicht nur in den Rücken gefallen, denn dieser hatte das ganze offensichtlich für sich behalten wollen, sondern hatte auch noch Dumbledore auf ihr zerrüttetes Verhältnis aufmerksam gemacht.
"Ich...ich habe die Beherrschung verloren und Professor Snape ziemlich übel beleidigt. Ich dachte, er wäre hier gewesen, um sich zu beschweren," gestand er mit leiser Stimme ein und eine verlegene Röte kroch ihm in die Wangen. Irgendwie hatte er das Gefühl, mit jedem seiner Worte die Grube, in der er sich gerade befand, noch ein wenig tiefer auszuheben.
Der Schulleiter seufzte, sagte aber nichts. Statt dessen blickte er Harry prüfend an und wandte sich dann ab, um langsam hinter seinem Schreibtisch auf und ab zu schreiten. In Augenblicken wie diesem fühlte er sich einfach nur müde. Ihm war durchaus bewußt, dass der Lehrer für Zaubertränke und James Potters Sohn nicht gut miteinander auskamen, aber er hatte auch gehofft, dass ihr Verhältnis sich mit dieser Aufgabe verbessern würde. Anscheinend hatte er sich geirrt.
"Mal sehen, was Professor Snape dazu zu sagen hat." Dumbledore wandte sich in Richtung Feuerstelle, als Harry aus seiner Erstarrung erwachte und ihn mit einem verzweifelten Aufschrei zurückhielt.
"Bitte, Sir! Tun Sie das nicht!" Der Junge lief schon wieder rot an, als ihm klar wurde, was er sagen wollte. aber so peinlich dies für ihn auch war, es war die einzige Möglichkeit. Ihm wurde bewußt, dass Dumbledore ihn erwartungsvoll ansah. Hastig fügte er hinzu: "Ich möchte mich zuerst bei Professor Snape entschuldigen! Vielleicht läßt sich noch etwas retten! Bitte, geben Sie mir diese Chance, die Sache auf meine Weise zu regeln!"
Harry sah den Schulleiter flehend an und der ältere Mann nickte schließlich zögernd. "Nun gut. Ganz wie du möchtest. Aber wenn Professor Snape dich nicht weiter unterstützen will, möchte ich, dass du zu mir kommst. Dann werde ich mit ihm sprechen. Wir können es uns nicht leisten, auf Severus Wissen zu verzichten."
"Danke, Sir!" Harry wartete die Antwort gar nicht erst ab. Er war schon aus der Tür und halb die Treppe hinunter, ehe Dumbledore auch nur zu seinem Schreibtisch zurückgekehrt war.
"Ich hoffe, du zeigst dich einsichtig, Severus," murmelte er lautlos vor sich hin, als er sich in seinem Stuhl zurücklehnte und nachdenklich aus dem Fenster blickte. "Ich würde dich ungern zwingen müssen."
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