Es hat alles gebraucht, um mein Versprechen - ein Kapitel zu Weihnachten – einzuhalten, doch hier ist es nun endlich. Es hat sich bei mir nicht viel geändert ich habe immer noch kaum Zeit, trotzdem habe ich es geschafft, wenigstens ein Kapitel fertigzustellen. Ich kann auch sagen, dass schon weitere Kapitel in Arbeit sind, jedoch sind noch einige Umstellungen erforderlich.

Eine Riesendank an meine treuen Leser, die sogar auf meine Entschuldigung geantwortet haben. Ich war richtig überrascht und erfreut. Da es seit dem letzten Posting so lange her ist, sind die Antworten hier etwas länger.

Zuerst mal an alle, die an dieser Stelle nicht erwähnt werden, weil sie in ihrem Review keine Frage gestellt haben besten Dank für das grosse Lob und die Aufmunterungen.

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Des weiteren wünsche ich Euch allen
ein schönes Weihnachtsfest mit viel Lesestoff,
einen guten Rutsch
und ein 2009 das Euch alle Eure Wünsche erfüllt.

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Zu den Fragen (wie immer in umgekehrter Reihenfolge):

leo2109: Ja im Moment läuft es fast zu gut. Damit kann man dann wenigstens schlechte Monate (und davon gibt es einige) kompensieren... ;-)

MoonY: Hermine ahnt (vorerst) nicht, wer sie gerettet hat. Die Dinge werden (vorest) schlimmer für sie (ist ja ein Drama).

Mr. Eddy: K1: DU hast im Moment noch zu wenig Informationen. Diese kommen nun und machen es nachvollziehbarer, weshalb Hermine so reagiert hat. K4/7 – hast Du nicht unrecht.

herzgirl008: Na ja, wäre dann ja die Geschichte schon zu Ende oder? Wir haben die Talsohle des Dramas noch nicht erreicht. Macht Euch auf eine schwierige Zeit gefasst. Wieviele Kapitel? Ehrlich – keine Ahnung. Ich vermute mal so 30 – 50 Kapitel?

Polarkatze: Wow – auf einer Stufe mit Zerengeb – Wow. Zuviel des Lobes. Dessen Storys mag ich auch sehr.

Dartwin: Der nächste Vergleich: Auch mit Obelix kann ich mich nicht messen. Ich liebe seine Storys! und...Hermine weiß nicht wer sie gerettet hat.

angelfly04: Wie lang die Geschichte wird? Ehrlich – keine Ahnung. Ich vermute mal so 30 – 50 Kapitel?

LordMegger: Hmm, ich enttäusche Dich ungern, aber der Kampf gegen das Böse ist in dieser Story nur eine Randerscheinung. Es wir immer mehr aus Hermines POV bzw. aus ihrem Leben geschrieben. Was mit der Sondereinheit läuft, wird nur am Rande oder wenn es sich ergibt beschrieben.

LuJo: Du wirst Dich noch wundern WIE lange das auf sich warten lässt *bg*

bepa: Ey, Du kannst doch wegen mir nicht das Schreiben unterbrechen? Schließlich warte ich auf Updates!!! Ja, verzeihen fällt schwer, aber ich glaube, bei Harry geht das tiefer. Er ist nach drei Jahren immer noch nicht darüber weg – ich denke, dass er Angst hat, dass das wieder passieren kann und er das nicht überstehen würde?

So, nun geht es weiter. In den nächsten Kapiteln kommen wir der Sache näher, weshalb Hermine damals so überreagiert hat.:

Kapitel 10 – Langsames Erinnern

Große Schneemassen bogen die Äste der Tannen des verbotenen Waldes tief in Richtung des tief verscheiten Waldbodens. Blendend hell stand die vor zwei Stunden aufgegangene Sonne im Osten an einem strahlend dunkelblauen Himmel. Der in der Nacht gefallene Schnee glitzerte über die Ländereien. Nur eine Spur von den Toren Hogwarts bis an den verbotenen Wald trübte die Jungfräulichkeit des Pulverschnees. Wo die Spur endete, gingen langsam zwei Personen am Rande des dunklen Waldes entlang. Dick vermummt, um sich vor der klirrenden Kälte zu schützen spazierten der Junge und das Mädchen in einem Abstand von etwa einem Meter nebeneinander her. Jeder der Zwei schien im Moment in den eigenen Gedanken versunken, den keiner sprach. Nur hin und wieder warf der eine dem anderen scheue Blicke zu, wenn der jeweils andere es nicht zu bemerken schien.

Sie erreichten den schwarzen See, der schon fast fünfzig Meter weit vom Ufer weg an der Oberfläche zugefroren war. Mitten im Eis ragte ein großer Felsen aus dem See. Im Sommer wurde er von den Schülern als willkommener Platz zum Sonnen genutzt, oder auch als Absprungbasis, um sich in die Fluten zu stürzen.

Jetzt jedoch war alles winterlich still, denn keine Schüler trieben sich auf dem Hogwartsgelände herum. Es war immer noch Unterricht und erst nach dem Mittagessen würden sich die Schüler in das willkommen Weiß stürzen, um die erste Schneeballschlacht dieses Winters zu genießen.

Nur die beiden Schüler, die nun vorsichtig über das zentimeterdicke Eis auf den Felsen zu schritten, waren vom Vormittagsunterreicht freigestellt worden. Ihr bester Freund, der das Paar sonst zum Trio ergänzte, lag verletzt im Krankenflügel. Die ganze Nacht waren sie bei ihrem Freund am Krankenbett gesessen, bis die Krankenschwester erleichtert verkündete, dass dieser keine bleibenden Schäden von dem Todesserangriff zurückbehalten würde.

Da Mdm. Pomfrey versicherte, dass der Junge nicht vor dem nächsten Morgen aufwachen würde, folgten sie der Anweisung der Krankenschwester, und verließen widerwillig den Krankenflügel. Jedoch gingen sie nicht in ihren Turm um sich auszuruhen, sondern beschlossen, das herrliche Wetter und den ersten Schnee zu einem Spaziergang zu nutzen.

Nun saßen sie auf dem Felsen und starrten auf den See. Der Junge zuckte zusammen, als er ein unterdrücktes Schniefen hörte. Er wandte sich dem Mädchen zu, dem haltlos Tränen über die von der Kälte geröteten Wangen liefen.

Hermine, er wird wieder gesund werden. Du hast Poppy doch gehört. Beruhige Dich doch bitte."

Ron wandte sich dem braunhaarigen Mädchen zu. Sanft legte er die Hand auf ihre Wange und wischte mit dem Daumen ihre Tränen weg. Dabei sah er in ihre Augen. Diese waren verschleiert vor Trauer und Angst. Kurz lehnte sich Hermine in die Berührung, ehe sie sanft aber bestimmt seine Hand wegdrückte.

Ron sah ihr verunsichert in die Augen. „Hermine, ich ... Du ... wir ... meinst Du wir könnten ..." Verschämt wandte er den Blick ab und starrte über den See.

Ron, was ist? Ich kann Dir nicht antworten, wenn Du in Rätseln sprichst. Ist es wegen Harry?"

Der Rothaarige räusperte sich. „Nein, nicht direkt ... es ist ... Ach Mist, ich bin nicht gut in diesen Dingen. Was ich sagen will ist..." und wieder schwieg er. Sein Gesicht hatte eine dunklere Färbung angenommen.

Hermine sah in erwartungsvoll an und eine dunkle Vorahnung sagte ihr, was nun kommen würde.

Hermine ich ..." begann Ron wieder. Dann gab er sich einen Ruck. „Ich weiß, es ist der völlig falsche Zeitpunkt, aber ... Ich habe gemerkt, dass sich meine Gefühle verändert haben. Weißt Du ich glaube, ich habe mich in Dich..."

Hermine unterbrach ihn, in dem sie ihre Finger auf seine Lippen legte.

Bitte sag es nicht, Ron. Ich weiß was Du mir sagen willst. Es tut mir leid, aber ich empfinde nicht auf diese Art für Dich. Ich mag Dich sehr. Du bist einer von meinen beiden besten Freunden. Aber es wird niemals mehr werden."

Ron war glühend rot geworden. Beschämt, dass er so leicht zu durchschauen war, senkte er den Kopf. „Aber warum? Du sagst Du magst mich. Wie kannst Du wissen, ob es nicht doch zwischen uns funktionieren könnte?"

Nun wandte Hermine den Blick ab und ihre Wangen röteten sich leicht. „Ron, bitte. Ich weiß es einfach. Ich ... ich ... ich bin bereits verliebt, schon sehr lange. Ich kann meine Gefühle nicht ändern. Niemand kann das. Bitte verstehe mich."

Rons Augen verdunkelten sich vor Ärger. „Es ist Harry, oder?"

Hermine antwortete nicht, aber ihr Blick war Ron Antwort genug.

Verdammt, es ist Harry! Immer ist es Harry! Harry bekommt immer das, was ich haben will. Geld, Ruhm und jetzt auch noch Dich!" wütend sprang er auf und wäre fast von dem Felsen gefallen.

RON WEASLEY! Beruhige Dich. Du weißt doch gar nicht wovon Du redest oder? Wie kannst Du so von Harry reden? Nichts von all dem bedeutet ihm etwas. Alles würde er hergeben um ein normales Leben zu führen!" Nun war es Hermine, der den Rothaarigen anblitzte. Sie packte ihn am Ärmel und zog ihn wieder hinunter.

Harry weiß nichts von meinen Gefühlen für ihn. Ich glaube auch nicht, dass er mich auf dieses Art sieht. Und unterstehe Dich, ihm etwas davon zu sagen. Aber akzeptiere bitte, dass ich niemals mehr für Dich sein kann, als Deinen beste Freundin."

Noch immer verärgert starrte Ron auf den See.

Seit wann?"

Seit wann was?" fragte Hermine.

Seit wann bist Du ihn Harry verliebt?" präzisierte Ron mit tonloser Stimme.

Hermines Blick wurde weich und ein Hauch von Sehnsucht wurde sichtbar.

Ich kann es nicht sagen. Ich glaube es fing schon an, als ich ihn zum ersten Mal im Zug gesehen habe. Du erinnerst Dich daran? Du wolltest Krätze verzaubern. Ich habe geplappert wie ein Buch. Ich plappere immer, wenn ich nervös bin. Er sah so süß aus ... Bist Du sicher, dass Du das hören willst? Ich möchte Dir nicht weh tun."

Ron nickte. „Ich werde zurechtkommen. Wenigstens bist Du ehrlich. Es wird weh tun, Euch zusammen zu sehen, aber ich werde damit umgehen können.

Hermine sah ihn skeptisch an, fuhr jedoch fort. „Er sah so verloren aus, in seinen viel zu großen Klamotten. Trotzdem hat sein Blick Mut und Stärke ausgedrückt. Einen kurzen Moment habe ich mich in seinen grünen Augen verloren. Da muss es passiert sein. Realisiert habe ich es aber erst, als er so verzweifelt Cho zum Weihnachtsball einladen wollte. Es war ... schwierig, sich nichts anmerken zu lassen. Ich hatte so gehofft, dass er mich einladen würde."

Ron nickte. „Ja, das ist Harry. Er sieht nicht, was direkt vor ihm ist. Warum sagst Du es ihm nicht?"

Du musst verrückt sein. Ich kann es ihm nicht sagen. Er wird meine Gefühle nicht erwidern und damit wäre unsere Freundschaft zerstört. Schau mich doch einmal an. Meine fürchterlichen Haare, meine Figur! Und vor allem bin ich nur ein unverbesserlicher Bücherwurm. Siehst Du nicht die ganzen Mädchen?Alle die in anhimmeln? Eine schöner als die Andere? Ich bin dagegen nur das Mauerblümchen das ich immer war. Wie könnte ich es ihm sagen? Lieber verzichte ich auf ihn als festen Freund, als dass ich ihn als besten Freund verliere."

Ron sah sie nachdenklich an und bemerkte den verzweifelten Blick in ihren Augen. „Du magst ihn sehr, nicht? Es erfordert viel Kraft, das zu tun, was Du tust. Du solltest es ihm wirklich sagen. Ich meine, es ist Harry. Er wird nicht zulassen, dass deshalb unsere Freundschaft zerstört wird, selbst wenn er Deine Gefühle nicht erwidert."

Ron war überrascht, wie leicht er die Eifersucht auf Harry niederringen konnte. Aber er sah in Hermines Augen, dass ihr Herz wirklich Harry gehörte. Es war richtig, was Hermine sagte. Für Gefühle kann man nichts.

Wir sollten zurückgehen." unterbrach Hermine resigniert seine Gedanken. „Es ist bald Mittag."

Hermine schrak aus ihrem Traum auf und versuchte sich zu orientieren. Sie lag in einem fremden Bett. Eine Kerze verbreitete schummriges Licht. Die Gerüche, die auf sie einströmten, waren fremd und doch kannte sie einen Teil davon. Es roch, wie im Krankenflügel auf Hogwarts.

Sie schob die Gedanken an ihren Traum zur Seite und erinnerte sich wieder. Sie lag im St. Mungos. Als sie erwachte, hatte sie Amanda, Remus und die Heilerin erkannt. Sie erzählten ihr von ihrem Zusammenbruch, aber Hermine nahm kaum ein Wort wahr. Auch wurden sie sofort von der Heilerin mit dem Hinweis unterbrochen, dass sie Ruhe bräuchte und sich nicht aufregen dürfte. Sofort wurde ihr ein Schlaftrunk eingeflösst und wenige Minuten später war sie eingeschlafen.

Viele Stunden später wachte Hermine auf und dieses Mal war sie alleine. Wieder kamen ihr die Gedanken aus dem Traum. Warum träumte sie gerade jetzt davon? Sie hatte Ron schon vier Jahre nicht mehr gesehen. Was holte diese alten Erinnerungen in ihre Träume?

Siedend heiß fiel es ihr ein und sie setzte sich erschreckt auf. In rascher Folge kamen die Erinnerungen an das Gespräch mit Harry zurück und sie realisierte zum zweiten Mal, welch furchtbarem Irrtum sie aufgesessen war. Sie viel wieder ins Bett zurück und schluchzte hemmungslos. Sofort öffnete sich die Türe und die Heilerin stürzte ins Zimmer. Besorgt trat sie an das Bett. Als sie feststellte, dass Hermine wach war und bitterlich weinte, gab sie ihr einen erneuten Schlaftrunk.

Widerstandslos schluckte Hermine das widerliche Gebräu sank in die Kissen zurück und fiel in einen weiteren erholsamen Schlaf. Mit einem letzten besorgten Blick auf Hermine verließ die Nachtheilerin das Zimmer.

ooOOOoo

Tiefe Stille herrschte in Hogwarts Krankenflügel. Außer einem, waren alle Betten frei. In dem belegten Bett lag ein schwarzhaariger Junge und schien tief zu schlafen. Auf der unnatürlich blassen Haut war eine Blitznarbe um so deutlicher zu sehen. Neben dem Bett saß ein braunhaariges Mädchen und hielt fest die Hand des Schlafenden. Das Mädchen sah um keinen Deut besser aus, als der Junge, den sie besorgt aus braunen Augen ansah. Dunkle Ringe unter den Augen, ein blasses Gesicht und strähnige Haare gaben ein deutliches Zeugnis von Schlafmangel ab. Das Mädchen schien viel geweint zu haben, denn die Spuren im Gesicht sprachen eine deutliche Sprache.

Der Junge schlug die Augen auf die sich sofort hektisch suchend durch das Krankenzimmer bewegten. Erst als sie in Hermines braune Augen sahen, kamen sie zur Ruhe. „Merlin sein Dank!" krächzte er mit einer Stimme, die lange nicht mehr benutzt worden war. „Du bist in Ordnung!" Die Erleichterung war dem Jungen anzumerken und sei Körper entspannte sich.

Harry, Du bist wach!" sagte Hermine unter Tränen. „Oh Gott, endlich!" Vorsichtig gab sie ihm eine Umarmung.

Ich bin ok!" flüsterte er. „Wie geht es Dir?"

Du solltest um Dich besorgt sein, nicht um mich!"

Mine, Du bist das Wichtigste in meinem Leben. Wie könnte ich nicht um Dich besorgt sein."

Ein hoffnungsvolles Lächeln trat auf Hermines Lippen. „Wie meinst Du das, Harry?" Doch der Junge in dem Bett war schon wieder erschöpft eingeschlafen.

Hermine erwachte. Und mit dem Erwachen und der Erinnerung an die ständigen Träume aus ihrer Vergangenheit mit Harry strömten wieder die aktuellen Ereignisse auf sie ein. Zittern kauerte sie auf dem Bett, die Knie angezogen und mit den Armen umschlossen. Verschleiert sahen die braunen Augen ins Leere. Wie schon in ihren Träumen zogen auch in ihrem halbwachen Zustand die Bilder der Vergangenheit an ihrem inneren Auge vorbei.

Mine komm endlich!" Harry's ungeduldige Stimme klang von der Eingangshalle nach oben, als Hermine grade die ersten Stufen nach unten nahm. Etwas nervös nahm sie zwei Stufen auf einmal. Hogsmeade-Wochenende war angesagt und Harry hatte sie tatsächlich gefragt, ob sie dieses mal zusammen hingehen würden. Ron hatte sich nach ihrem Gespräch am See bemerkenswert ruhig verhalten und ging seinen beiden besten Freunden etwas aus dem Weg. Trotzdem war Hermine froh, dass sie Ron reinen Wein eingeschenkt hatte. Sie hatte keine Ahnung, wie Harry darüber dachte, dass Ron keine Anstalten machte, mit ihnen nach Hogsmeade zu gehen. Sie hoffte, dass Ron Wort gehalten hatte und nichts über ihr Gespräch am See verlauten ließ. Hermine war sich sicher, dass Harry nur als bester Freund mit ihr nach Hogsmeade wollte und keine romantischen Ziele verfolgte. Trotzdem war der heutige Tag so etwas wie ein Date. Zumindest Hermine hatte diesen Eindruck.

Mit einem schüchternen Lächeln trat Hermine zu Harry. „Hi." Sie genoss den bewundernden Blick, den der Schwarzhaarige ihr zuwarf. Sie hatte sich das Sommerkleid angezogen, das ihre Mutter ihr vor einigen Tagen zugeschickt hatte. Sie wusste, dass das helle blau hervorragend zu ihrer Haarfarbe passte.

Harry schluckte, ehe er antwortete. „Hi, können wir?" Hermine nickte und sie traten aus dem großen Hogwartstor, dessen beide Flügel weit offen standen. Wie selbstverständlich griff Harry nach ihrer Hand und verschlang die Finger mit ihren. Schlagartig erhöhte sich ihr Herzschlag und leichte Röte stieg ihr ins Gesicht. Sie bemerkte, dass Harry sie von der Seite ansah, wie um Erlaubnis bittend, Hand in Hand mit ihr zu gehen. Als sie aufsah, schenkte er ihr ein strahlendes Lächeln. Hermines Herz machte einen Hüpfer und ihre Gedanken rasten. ‚Also doch ein Date?` Hermine war immer noch unsicher, aber sie beschloss, den Tag zu genießen, egal wie er enden würde. Langsam schlenderten sie nach Hogsmeade ohne viel zu reden. Trotzdem war die Stille nicht unangenehm. Im Gegenteil. In stillem Einverständnis genossen sie den Spaziergang und den Kontakt ihrer Hände.

Nach den üblichen Besuchen im Honigtopf, Zonkos und dem obligatorischen Butterbier in den völlig überfüllten „Drei Besen" neigte Harry den Kopf zu ihr und flüsterte: „Lust auf einen Spaziergang zur „Heulenden Hütte"?. Sein Atem kitzelte an ihrem Hals sandte wohliges Kribbeln über Hermines Wirbelsäule. Sie nickte und wieder nahm Harry ihre Hand und zog sie aus dem Lokal. Langsam lenkten sie ihre Schritte in Richtung Ortsausgang. Wieder schwiegen sie und genossen einfach die Gegenwart des anderen. Hermine bemerkte die verstohlenen Blicke, die ihr Harry hin und wieder zuwarf. Endlich kamen sie an der „Heulenden Hütte" an und setzten sich auf einen großen Baumstamm, der den Weg säumte. Harry behielt ihre Hand in legte die verschränkten Hände in seinen Schoß. Mit der anderen Hand streichelte er nervös ihren Handrücken.

Hermine nahm ihren ganzen Mut zusammen. „Harry – was ist los! Du hast doch was." Noch nie hatte sie ihren besten Freund so nervös erlebt. Lag es an ihrer Gegenwart? Empfand er doch etwas für sie? Nervös sah Harry in ihre Augen.

Weißt Du Mine, ich habe viel nachgedacht ... ich meine ... Du und ich ... wir sind beste Freunde ... aber. Ich habe Träume, die mir Angst machen."

Sofort setzte sich Hermine grade hin und starrte ihn an. „Du hast Alpträume?"

Nein, keine Alpträume, zumindest nicht mehr oft. Nein, es ist nur ... ich träume von ... von..." Harry senkte den Kopf. „...Dir."

Hermines Herz machte einen Satz. ‚Sollte er wirklich...'

Du...Du träumst von mir? Was für Träume, Harry?" fragte sie atemlos. Harry lief knallrot an. Einen Moment sagte er nichts, bis Hermine ihm einen Finger unter das Kinn legte und sanft sein Gesicht zu sich zog. Seine Gesicht war erschreckend nahe und in Hermines Bauch schienen Schmetterlinge Samba zu tanzen. „Harry, bitte sag es mir. Was träumst Du?"

Leuchtend grüne Augen trafen auf haselnussbraune. Harry sah ihr tief in die Augen, ehe er sagte: „Das!" Er neigte seinen Kopf näher zu ihr und instinktiv schloss Hermine ihre Augen. Sanft zog er sie näher und...

Die Türe des Krankenzimmers öffnete sich. Angeführt von der Heilerin betraten sechs Rotschöpfe das Zimmer und sahen mit besorgten Blicken auf die Frau, die in der Ecke des Bettes kauerte, die Knie angezogen und die Arme darum gelegt. Ihr Kinn war auf den Knieen aufgestützt und ihre Augen sahen blicklos ins Leere.

Molly Weasley wollte auf die junge Frau zustürzen, wurde jedoch von der Heilerin zurückgehalten. „Nein!" sagte sie entschieden. „Nicht erschrecken." Molly nickte und näherte sich langsam dem Bett. „Hermine" sagte sie. Vorsichtig zog sie Hermine in eine für sie völlig untypische sanfte Umarmung. Die junge Frau rührte sich nicht und war wie ein Kartoffelsack in Mollys Armen, die Augen immer noch auf einen Punkt in der Leere fixiert. Langsam ließ Molly sie los und Hermine saß wieder in der gleichen Position da, wie zuvor.

Fassungslos starrten Arthur, Bill, Charlie, Molly Fred und George die junge Frau an, die sie seit vier Jahren nicht mehr gesehen hatten. Langsam zog Ronald Weasley seine Mutter vom Bett weg und setzte sich auf die Matratzenecke. Er hob eine Hand und strich Hermine sanft über die Wange. „Herms! Ich bin es, Ron!". Ein missbilligendes, angewidertes Zucken glitt über Hermines Gesicht, doch sofort war wieder der leere Gesichtsausdruck da. Die Leere in den sonst so klaren funkelnden Augen war erschreckend.

Das Portraitloch des Gryffindor-Gemeinschaftsraum öffnete sich und ein Mädchen mit buschigem Haar und einem Stapel Bücher unter dem Arm klettert hinein. In einer Ecke des Gemeinschaftsraums saßen einige Mädchen zusammen und unterhielten sich kichernd. Hermine suchte sich einen Tisch etwas abseits und breitete ihre Bücher aus. Harry und Ron hatten Quidditch-Training und so konnte sich Hermine auf ihre Hausaufgaben konzentrieren. Lächelnd dachte sie an den Abschiedskuss zurück, den Harry ihr noch vor der Bibliothek aufgedrückt hatte.

Vertieft in ihre Arbeit, bekam Hermine kaum etwas von den Gekicher der anderen Mädchen mit. Erst als das Wort Harry fiel, wurde sie aufmerksam, ließ sich aber nichts anmerken. Die Mädchen schienen die körperlichen Vorzüge der Jungen zu diskutieren und ihr Freund schien dabei eine große Rolle zu spielen. Eins ums andere Mal seufzten die Mädchen auf.

Weisst Du," sagte grade Lavender zu Parvati. „Ich glaube nicht, dass das von Dauer sein wird. Schau sie Dir doch mal an. Immer diese unkleidsamen Roben und diese Haare. Wenn Harry gekriegt hat, was er haben will, lässt er sie ganz sicher fallen. Wo er doch die hübschesten Mädchen in Hogwarts haben kann. Ich verstehe nicht, was er an diesem hässlichen Bücherwurm findet.

Hermine wurde blass. Ihre geheimsten Ängste so offen im Gemeinschaftsraum diskutiert zu hören, als wäre sie nicht da, verursachte ihr Übelkeit. Schnell packte sie ihre Sachen zusammen und verschwand aus dem Gemeinschaftsraum. Erschrocken sahen ihr die Mädchen hinterher. Sie hatten Hermines Eintritt nicht bemerkt und schauten sich betreten an. Plötzlich begann Lavender zu kichern und nach einigen Sekunden hallte der Gemeinschaftsraum vom Gelächter wider.

Auf dem Korridor hatte sich Hermine mit dem Rücken an die Wand gepresst, die Bücher fest an sich gedrückt. Während Tränen über ihre Wangen liefen, rutschte sie langsam an der Wand hinunter. So fanden Harry und Ron sie nach einer Stunde vor.

Betreten sahen die Weasleys auf die junge Frau, die völlig apathisch auf dem Bett kauerte. Zwischenzeitlich war Amanda zu ihnen gestoßen. Täglich sah Harry's Stellvertreterin bei Hermine vorbei um sich nach ihrem Genesungszustand zu erkundigen. Hermine war nun schon neun Tage im St. Mungos, ohne dass sich ihr Zustand gebessert hätte.

Soeben betrat ein Heiler das Zimmer und schritt zielstrebig auf Amanda zu. „Ms. Mowian, würden Sie mich bitte für einen Augenblick begleiten?" Amanda nickte und folgte nach einem letzten Blick auf die Meute, die Hermines Bett umgab dem Heiler auf den Flur. Nachdem sich dieser vergewissert hatte, dass Amanda ihm folgte, ging er voraus und berat schließlich ein Büro. Amanda erhaschte noch kurz einen Blick auf das Türschild.

Marc Beewer
Chefheiler Langzeitschäden

stand auf dem Messingschild. Amanda runzelt die Stirn. War es schon so weit? Sie hatte keine Zeit darüber nachzudenken, denn der Heiler bot ihr einen Sitzplatz an, ehe er sich hinter seinen Schreibtisch setzte.

„Ms. Mowian." sagte der Heiler und sah Amanda ernst in die Augen. „Ich bin Heiler Beewer, der Leiter der Station für Langzeitschäden, hier im St. Mungos."

Amanda nickte. „Ja, ich habe es draußen an der Türe gelesen." Gespannt wartete sie darauf, was der Mann ihr zu sagen hatte.

„Wie Sie sich sicher denken können, geht es um Ms. Granger. Ich habe heute die Akten von der regulären Krankenstation bekommen. Ms. Granger ist körperlich völlig gesund, wenn ihr auch die mangelnde Selbstständigkeit in Sachen Ernährung Schwierigkeiten bereitet. Sie hat bis heute noch keinen Ton gesagt und scheint die Außenwelt entweder nicht wahrzunehmen oder zumindest zu ignorieren. Es tut mir leid, es sagen zu müssen, aber wir alle stehen im Fall Granger vor einem Rätsel. Alle Symptome weisen auf einen Fall von Agonie hin. Zwingend einher geht aber in solchen Fällen eine eingeschränkte oder sogar fast eingestellte Hirntätigkeit. Bei Ms Granger ist aber das Gegenteil der Fall. Sie weist eine erschreckende Gehirnaktivität auf, als würde sie in Höchstgeschwindigkeit Arithmantik-Aufgaben lösen.

Alle ihre Energie wird auf diese Gehirntätigkeit gerichtet, was auch immer sie da tut. Es scheint, als wäre sie im Geist in einer Endlosschleife gefangen. Wir haben leider keine Erfahrung mit einem solchen Fall. Es ist auch nicht abzusehen, wann dieser Zustand endet und ob er je ein Ende hat. Da Ms. Granger ansonsten keinerlei Krankheitsbilder aufweist, können wir sie nicht auf der regulären Krankenstation belassen."

„Was wollen sie tun? Sie kann in diesem Zustand unmöglich nach Hause." antwortete Amanda besorgt.

„Deswegen wollte ich sie sprechen. Ms. Granger ist zusammen mit Harry Potter einer unserer Helden aus dem zweiten Krieg. Obwohl sie vier Jahre untergetaucht war, ist sie nach wie vor ein Idol für die Öffentlichkeit. Es sträubt sich alles in mir, die junge Frau in die geschlossene Abteilung einzuweisen. Und doch bleibt uns keine Wahl. In ihrem Zustand können wir Ms. Granger keinesfalls unbeaufsichtigt lassen."

„Was ist mit Ihren Eltern?"

Beewer blätterte in den Akten. „Ja, Dan und Emma Granger. Beides Muggel. Da nicht auszuschließen ist, dass Ms. Granger ein magisches Problem hat, können wir sie nicht in die Hände von Muggels geben. Ich hatte gehofft, Sie hätten eine Lösung. Ich weiß zum Beispiel, dass Ms. Granger bis vor vier Jahren eine starke Verbindung mit Mr. Potter hatte. Ich hätte gerne mit ihm gesprochen, aber er war bisher noch nie hier in St. Mungos. Wäre es möglich, dass Sie ihn auf die Problematik ansprechen würden?"

Amanda zuckte mit den Schultern. „Ich kann es versuchen, Heiler Beewer, aber ich bin nicht zuversichtlich. Ms. Granger und Leutnant Eva... Mr. Potter haben sich nicht gerade im guten Einvernehmen getrennt. Die Auslösung dieses Schocks ist wahrscheinlich auch auf die zerstörte Beziehung zwischen den beiden zurückzuführen."

Der Heiler ließ resigniert die Schultern fallen. „Dann haben wir keine andere Wahl."

„Wann wird Ms. Granger dann in Ihre Station verlegt werden?"

„Ich denke, dass das in etwa fünf bis sechs Tagen der Fall sein wird." überlegte der Heiler.

Amanda stand auf. „Ich werde versuchen, nochmals mit Mr. Potter zu reden. In jedem Fall werde ich weiterhin täglich vorbeischauen."

Nachdem sie sich die Hände gegeben hatten, trat Amanda zurück in den Flur und machte sich wieder auf den Weg zu Hermines Zimmer.

Dort hatte sich mittlerweile das Publikum geändert. Mit Erleichterung stellte Amanda fest, dass die Weasleys verschwunden waren. Nun saß eine rothaarige schlanke Frau an Hermines Bett. Hermine lag nun mit offenen Augen an die Decke starrend auf dem Bett und rührte sich nicht. Die Rothaarige hielt die Hand Hermines und schien rege auf sie einzuflüstern. Als Amanda den Raum betrat sah die Rothaarige auf. Sanft legte sie Hermines Hand auf die Bettdecke und stand auf und streckte Amanda die Hand entgegen.

„Sie müssen Amanda sein, Harry's Freundin? Ich bin Ginny Weasley, eine frühere gute Freundin von Hermine. Bitte nennen Sie mich Ginny. Remus hat mir von Ihnen erzählt und was Sie für Hermine tun." sagte die Rothaarige und zeigte ein ehrliches Lächeln.

Amanda nahm die Hand. „Ja, ich bin Amanda Mowian. Sagen Sie bitte Amanda zu mir. Und nein, ich bin nicht Harry's Freundin, sondern nur seine Stellvertreterin. Wie geht es ihr?"

Ginny sah traurig auf Hermine. „Die Heilerin hat ihr einen Beruhigungstrank gegeben. Ron, mein Bruder, hat versucht, sie zu umarmen. Da ist sie hysterisch geworden und hat geschrieen. Dann hat die Heilerin alle rausgeworfen. Nur ich durfte bleiben."

Amanda hob eine Augenbraue. „Sie hat geschrieen? Das ist erstaunlich, nachdem sie in den letzten Tagen keinen Mucks von sich gegeben hat. Wie gut kannte sie ihren Bruder?"

Ginny schnaubte. „Ron, Harry und sie waren in Hogwarts das goldene Trio. Sie lernten sich im ersten Jahr kennen, als Harry und Ron sie vor einem Troll gerettet hatten. Seitdem waren sie unzertrennlich. Im fünften Jahr verknallte sich Ron in Hermine, die aber nichts in dieser Richtung von ihm wollte. Hermine hat mir mal erzählt, dass sie sich schon in Harry verliebt hatte, als sie ihn das erste Mal im Zug gesehen hatte.

Als Ron ihr im fünften Jahr gestand, dass er Gefühle für sie hatte, bekam er heraus, dass sie in Harry verknallt war. Ab da war das goldene Trio Geschichte. Ron hatte zwar Verständnis geheuchelt aber er war schon immer immens eifersüchtig auf alles was Harry scheinbar in den Schoß flog. Dabei wollte Harry nichts von alledem. Als dann Harry und Hermine tatsächlich zusammenkamen, ging Ron ihnen aus dem Weg, bis sie schließlich fast verfeindet waren."

„Nun, das erklärt einiges." murmelte Amanda. Auf den fragenden Blick von Amanda? erzählte sie ihr von der missbilligenden Reaktion Hermines auf Ron.

„Aber das bedeutet doch, dass Hermine zumindest zeitweise ihre Umwelt wahrnimmt, oder?" fragte Ginny hoffungsvoll.

Amanda seufzte. „Vielleicht. Ich weiß es ehrlich nicht. Es ist mir auch ein Rätsel, wie Hermine aus dem Koma geweckt wurde."

Ginny keuchte auf. „Koma?" Amanda erkannte, dass Ginny davon ja nichts wissen konnte und erzählte ihr von der Nacht, als Hermine aus dem Koma erwachte und dem mysteriösen Verschlusszauber.

„Und Du hast keine Ahnung, was da abgelaufen ist?"

Amanda lächelte. „Nicht wirklich. Aber ich habe einen leisen Verdacht. Leider ist es unmöglich, dafür eine Bestätigung zu bekommen, es sei denn der ‚Retter' outet sich selbst."

„Du meinst, es war Harry?" fragte Ginny erstaunt.

Überrascht sah Amanda die Rothaarige an, die die Zusammenhänge scheinbar schnell begriffen hatte. Trotzdem bestätigte sie Ginnys Frage nicht, sondern stand auf und reichte ihr die Hand. „Ich habe noch dringendes zu erledigen. Vielleicht sehen wir uns wieder einmal." Sie drückt die Hand der Rothaarigen und wandte sich zur Türe.

Dann drehte sie sich noch einmal um und musterte die jüngste Weasley mit einem kalkulierenden Blick. „Sag, Ginny, wusstest Du, dass die beiden verlobt waren?"

Ginny keuchte: „Wie bitte? Nein, das wusste ich nicht. Was, in Merlins Namen, hat die Beiden auseinander gebracht? Ich habe noch niemals ein Paar gesehen, das so offensichtlich zueinander gehörte wie Harry und Hermine."

Amanda zuckte nur unbehaglich mit den Schultern, ehe sie die Türe hinter sich schloss. Ginny setzte sich wieder zu Hermine und nahm ihre Hand. Diese starrte noch immer an die Decke, ohne nur eine Reaktion zu zeigen.

TBC