A/N: Alain versucht sich mit Alastair anzufreunden und hat so seine Schwierigkeiten
Alain trat wütend gegen die Holzwand des Stalles. Seit Tagen schon versuchte er sich mit Alastair anzufreunden. Etwas das Oscar sehr erfreute. Denn es zeigte, das Alain obwohl er ungehobelt wirkte, einen weichen Kern hatte. Doch Alastair schien den schwarzhaarigen nicht zu möge. Er nahm weder einen Apfel an noch sonst was während er bei Oscar das liebste Pferd war.
„Das kann doch wohl nicht wahr sein", knurrte Alain und schaute zu Oscar die Alastair und maschierte wütend aus dem Stall.
„Ich kann mir das auch nicht erklären. Vielleicht merkt er das du nicht André bist? Ich kann es nicht sagen", sprach Oscar als sie ihm und den anderen folgte. Es war schon merkwürdig das musste Oscar sich eingestehen. Alastair war doch normalerweise sonst nicht so.
„Aber er müsste ihn doch langsam vergessen haben oder nicht?", murmelte Alain verzweifelt und sah zurück zu dem braunen Pferd das neben Mistral stand. Er konnte das irgendwie nicht fassen, dass ein Pferd selbst nach fast einem Jahr noch immer an seinen Besitzer dachte.
„Ich kann es dir wie schon erwähnt nicht sagen. Ich weiß nur, dass Victor und sein Vater langsam die Geduld mit Alastair verlieren. Wenn er nicht bald einen neuen Reiter, findet, dann", sie brach ab und sah zu dem Anführer ihrer kleinen Gruppe. „Vielleicht können wir ihn ja überlisten", kam es abwesend von Oscar als sie nach einer Lösung suchte um Alastair zu helfen und sie Alain ein paar Momente musterte. War das gerade André? Sie blinzekte und schüttelte den Kopf. Alain sah sie verwirrt an.
„Alles ok?", fragte dieser und trat etwas näher.
„André?", flüsterte sie mit halb offnenen Mund als Alain sprach und es sich für einen Moment wie ihr Toter Freund anhörte und sie auch meinte ihn zu erkennen. Doch so schnell wie diese Erscheinung gekommen war, so schnell war sie verschwunden.
„Oscar! Alles ok?", wiederholte Alain und die anderen die das ganze schweigend beobachteten waren mehr als verwirrt.
„Bis auf einige Unterschiede bist du ihm sogar etwas ähnlich", murmelte Oscar abwesend.
„Was?", fragte Alain intelligent der nicht verstand was die blonde Frau wollte.
„Ich erkläre es dir später", fügte sie hinzu und verabschiedete sich von den Tieren bis zum Unterrichtsschluss.
„Was willst du?", fragte Victor und sah zu Alain der die beiden begleitete. Er hatte sich doch gerade verhört. Das konnte sie nicht ernst meinen.
„André's alte Kleider holen, um Alastair zu helfen", kam die Antwort Oscars.
„Wie soll das gehen?", wollte Alain wissen. Auch er verstand das ganze nicht so. Denn er saß zwar auf Alastair aber dieser wurde von Oscar an den Zügeln geführt und so musste Alain sich darauf konzentrieren das Gleichgewicht zu halten. Erschwerend kam hinzu, dass Alastair das ganze nicht zu gefallen schien, denn er zeigte seinen Unmut deutlich.
„Ganz einfach du ziehst sie an und näherst dich Alastair. Vielleicht beruhigt es ihn etwas, wenn er die Sachen von André sieht und seinen Geruch wahrnimmt. Irgendwann wird er dich schon vollends akzeptieren Alain. Es geht mir nur darum ihm die Erinnerung an André nicht gewaltsam zu nehmen. Sie langsam verschwinden zu lassen."
„Ich soll also kein Ersatz für deinen besten Freund sein?", hakte er misstrauisch nach. Warum nur wackelte das Pferd so? Hätte er das geahnt. Er hätte nicht behauptet er würde es schon schaffen Alastair zu bändigen. Allerdings wollte er auch nicht Oscar in den Selbstmord treiben, sie hing an dem Pferd und er musste an die Szene auf dem Friedhof am Grab Andrés denken. Wie verzweifelt sie an jenem Tag war.
„Nein. Außerdem sind sie noch so gut und ich will nicht das sie von Motten zerfressen werden."
„Wenn du meinst", kam es von Victor etwas skeptisch und dann sah er zu Alain. „Redet nicht so vertraut mit meiner Verlobten", fauchte er in Richtung des schwarzhaarigen.
„War nur ein Vorschlag", konterte Oscar und sah ihn an. „Du verbietest ihm nicht wie er mit mir zu reden hat und wie nicht. Ich habe es ihm und den anderen erlaubt. Also akzeptiere es", damit wandte sie sich um und sah weiter gerade aus. Victor stieß verägert Luft aus und sah nach vorne. Dass ihm das Ganze nicht passte, war ihm anzusehen. Denn er konnte es nicht ertragen, seine Verlobte umgeben, von zweitklassigen Adeligen die auch noch mit ihr umgingen, als gehörten sie zu ihnen.
„Also gut wir versuchen es", meinte Alain schließlich der sich geschlagen gab. Wenn es klappte umso besser. Außerdem war das die Chance zu sehen, wie Oscar als Gräfin so lebte. Aber er spürte den verärgerten Blick auf sich und ein ungutes Gefühl breitete sich in ihm aus. Was hatte dieser Kerl nur? War er eifersüchtig? Schwachsinn. Was wollte er schon von einer adeligen Frau wie Oscar?
„Macht Euch keine sorgen. Ich bin nicht an Eurer Verlobten interessiert", meinte er gelassen und beobachtete aus den Augenwinkeln heraus wie Oscar's Verlobter auf diese Worte reagieren würde.
„Halt dein schändliches Mundwerk", fauchte Victor wütend und hätte wohl Angeriffen, würde Oscar nicht mit Mistral neben Alastair und damit Alain reiten.
Sie bogen ab und ritten eine Straße einen Hügel hinauf durch einen Wald an dessem Ende ein Haus über die Baumwipfel ragte. „Wow" war alles was von Alain kam als er das Gebäude sah und das Schmiedeeiserne Tor, dass das Anwesen von der Straße trennte.
„Dann warte mal ab bis du Versailles gehsehen hast", meinte Oscar neben bei und Alains Augen wurden groß wie Teller ehe er sie ansah.
„Wie meinst du das Oscar? Also das Versailles sehen", fragte Alain und von Victor erklang ein Satz der Oscar zum lachen brachte.
„Für dich Lady Oscar du bist immerhin nicht mit ihr auf einer so engen Vertrauensbasis als dass es dir zustünde sie so anzureden."
„Das braucht er nicht. Hör auf dich wie Sophie zu benehmen. Sie hat André auch immer so korrigiert."
„Aber es ist nun mal so Oscar. Er ist nicht mit dir Verlobt und gehört einem anderen Stand an und", Oscar unterbrach ihn.
„Noch ein Wort von wegen er gehört einem anderen Stand an und du lernst mich kennen. Alain hat einen Titel", knurrte Oscar und das Eisentor wurde geöffnet. Langsam ritten sie auf den Hof und stiegen ab. Der Stallbursche kam sofort und führte die Tiere in den Stall wo er sie versorgte und auch absattelte. Denn sie konnten nicht wissen wie lange sie hier bleiben würden und wie schnell sie Sophie würden überzeugen können. Zu mal sie nicht wusste wie ihre Mutter und vor allem ihr Vater reagieren würde.
