„Auf der Suche nach Magie"
Übersetzung der Geschichte „Looking for Magic" von Hypnobarb.
Disclaimer: Alles gehört JKR, bis auf diese Übersetzung. Die gehört mir, aber ich verdiene kein Geld damit!
Ich hoffe, ihr konntet euch ein wenig von dem Schock erholen. Heute lest ihr, wie Hermine vom Tod ihrer Eltern erfahren hat.
10. Kapitel:
Hermine, 19. Oktober 1997
Hermine sitzt auf dem großen Sofa vor dem Kamin im Gryffindor Gemeinschaftsraum. Mary Ellen Whitcombs Kopf liegt auf ihrem Schoß und sanfte Laute des Schlafens kommen von dem kleinen, dunkelhaarigen Mädchen. Hermines Hand bewegt sich über Mary Ellens Haar und streichelt es sanft. Sie selbst lehnt sich zurück und entspannt sich an Harrys Schulter und Arm, den er hinter Hermine ausgestreckt hat. Sie fühlt, wie Harry seinen anderen Arm um sie legt und sie an sich drückt.
"Sieht so aus als würde sie endlich tief schlafen", flüstert Harry.
"Der Traumlosschlaftrank zeigt seine Wirkung", antwortet Hermine. „Sie sollte jetzt für einige Stunden schlafen."
Ron erhebt sich aus seinem Lehnsessel, in dem er gegenüber von Hermine und Harry gesessen hat. Er winkt Sarah Bannach und Jeremy Philpot zu sich, zwei Gryffindor Vertrauensschüler des fünften Jahrgangs.
"Wie wäre es, wenn ich Mary Ellen jetzt hinauf in ihr Zimmer bringe? Sarah und Jeremy können bei ihr bleiben und aufpassen, dass sie nicht allein bleibt. Sie braucht Schlaf und du auch." Ron hockt sich zu Hermine und legt seine Hand auf ihren Arm.
"Ron hat Recht. Auch du brauchst Schlaf", sagt Harry sanft.
"Wir werden bei ihr bleiben, Hermine", sagt Sarah. „Sie wird nicht allein sein, wenn sie aufwacht."
"Ich denke, dass geht in Ordnung", erwidert Hermine. Ihre Stimme kommt ihr fremd vor, fast leer, fast so betäubt wie sie sich fühlt. Sie nimmt ihren Arm beiseite als Ron sich zu ihr beugt. Er steckt seine Arme unter Mary Ellen und hebt sie behutsam aus Hermines Schoß hoch. Dann verlagert er Mary Ellen sanft und zieht sie zu sich herauf, so dass ihr Kopf an seiner Schulter liegt. Sarah ergreift ihren herunterbaumelnden Arm und lehnt ihn an Ron.
"Ich werde in ein paar Minuten zurück sein, nachdem wir sie hingelegt haben." Ron nickt Harry zu. In Begleitung der zwei Vertrauensschüler trägt Ron Mary Ellen die Treppen zum Mädchenschlafzimmer hinauf.
"Meinst du nicht, dass es auch für dich Zeit ist, den Traumlosschlaftrank einzunehmen?", fragt Harry.
Nachdem Mary Ellen von ihrem Schoß fort ist, bewegt sich Hermine, um ihren Beinen wieder Leben einzuhauchen. Sie dreht sich herum und kuschelt sich an Harry, indem sie ihre Arme um ihn legt und ihren Kopf an seiner Schulter vergräbt. Hermine schließt fest ihre Augen und hängt an ihm wie an einem Rettungsseil. Harry hält sie ganz fest im Arm und streichelt ihr Haar.
"Es ist in Ordnung, Hermine. Wir werden dich nicht allein lassen, beide nicht. Wir werden auf dich aufpassen", murmelt Harry in ihr Haar.
Hermines Gedanken driften zurück zu einem früheren Zeitpunkt des Tages, kurz vor dem Frühstück. Sie hatte geahnt, dass etwas nicht stimmt als Professor McGonagall an der Tür zu ihrem Zimmer, das sie sich mit Parvati Patil und Lavender Brown teilt, geklopft hatte. Parvati und Lavender waren schwimmen gegangen. Hermine war schon fertig angezogen und wollte gerade gehen, um Harry und Ron in der Großen Halle zu treffen. Als sie die Tür geöffnet hatte, stand Professor McGonagall vor ihr, ganz still für einen Moment.
"Miss Granger, ich möchte Sie um etwas bitten. Würden Sie Mary Ellen Whitcomb holen und mit ihr zusammen in den Gemeinschaftsraum kommen? Wir müssen sie und Matthew McAllister zum Direktor bringen." Professor McGonagalls Stimme hatte seltsam angespannt geklungen.
"Natürlich, Professor. Ich brauche nur ein paar Minuten, dann kommen wir direkt zu Ihnen." Professor McGonagall hatte sich umgedreht und war zur Seite getreten, um Hermine durchzulassen. Hermine ging zu einem Raum auf der linken Seite, in dem die Mädchen des ersten Jahrganges wohnen und klopfte an der Tür. Professor McGonagall war währenddessen die Treppen im Flur, welche zum Gryffindor Gemeinschaftsraum führten, hinuntergegangen.
Mary Ellen hatte die Tür geöffnet, anscheinend die einzige noch im Raum. „Hi Hermine. Was ist los?" Mary Ellen war ein beliebtes Mädchen, mit einer lebendigen Persönlichkeit und reiflich Energie. Sie war die kleinste und jüngste Gryffindor des ersten Jahrgangs. Sie erfüllte die Geburtstagsanforderung für die Zulassung um einen Tag, denn sie wurde elf Jahre alt kurz bevor die Schule begann. „Kannst du mir helfen mein Band gerade zuzubinden?" Mary Ellen hielt ein oft benutzt aussehendes, rotes Band hoch, das in ihrem schwarzen Haar ziemlich hübsch aussehen würde.
"Klar." Hermine hatte das Band genommen, es unter die langen Haare gezogen und es zu einer hübschen Schleife gebunden. „Professor McGonagall möchte uns sofort sehen. Ich glaube nicht, dass du in Schwierigkeiten bist, aber ich weiß leider auch nicht, was los ist. Also, lassen wir sie nicht warten, umso schneller kommen wir auch zum Frühstück."
"In Ordnung, Hermine." Mary Ellen hatte zu ihr mit braunen Augen voller Vertrauen aufgeschaut. Die zwei verließen den Schlafraum und gingen die Stufen hinunter. Am Ende der Treppe stand Ron und schaute die beiden Mädchen verwirrt an.
"Professor McGonagall war gerade hier und hat mich angewiesen, Matt McAllister zu holen. Ich habe ihn gefunden und er wartet auf dich und Mary Ellen im Gemeinschaftsraum. Weißt du was los ist?"
"Nein. Professor McGonagall hat mir nicht gesagt, worum es geht. Ist sie noch im Gemeinschaftsraum?"
"Bis vor einer Minute war sie es noch."
"Dann sollten wir besser gehen", hatte Hermine erwidert.
Professor McGonagall stand im Gemeinschaftsraum mit Mathew McAllister. Hermine und Ron begleiteten Mary Ellen zu ihr hinüber.
Mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck hatte Professor McGonagall zu ihnen gesprochen. "Mary Ellen, Mathew, wir werden jetzt zum Direktor gehen. Miss Granger wird mit uns kommen. Dort werden wir Ihnen erklären, worum es geht. Miss Granger, würden Sie bitte Mr. McAllister und Miss Whitcomb begleiten? Ich werde gleich nachkommen. Mr. Weasley, kann ich Sie einen Moment sprechen?"
Hermine hatte jeweils eine Hand auf die Schultern der Jüngeren gelegt und war mit ihnen zur Tür des Gemeinschaftsraumes gegangen. Sie schaute zurück und sah Professor McGonagall ernst mit Ron sprechen. Ron hatte für einen Moment hochgeblickt und ihr in die Augen geschaut. Er schaute betroffen. Hermine hatte einen Moment innegehalten, erinnerte sich aber an die Anweisungen der Professorin und ging mit den zwei Kindern weiter. Sie waren schon außerhalb des Gemeinschaftsraums und auf den Stufen zu Dumbledores Büros als sie von Professor McGonagall eingeholt wurden. Sie erreichten die Eingangstür, Professor McGonagall sagte „Gummibärchen" und die Tür öffnete sich. Die vier stellten sich auf die sich bewegende Wendeltreppe und erreichten das Büro von Dumbledore. Dieser stand in einem dunkelblauen Umhang vor seinem großen Schreibtisch. Fawkes saß hinter ihm auf seiner Sitzstange, in einer fabelhaften leuchtend roten Farbe und trällerte vor sich hin. Hermine vernahm ein Geräusch, drehte ihren Kopf in die Richtung und sah Arthur und Molly Weasley an der Seite sitzen. "Warum sind sie hier?", hatte sich Hermine gewundert. Mrs. Weasley sah sehr traurig aus. Remus Lupin stand neben ihnen, schien ziemlich aufgewühlt und wirkte unrasiert. Madame Pomfrey stand ebenfalls an der Seite, was Hermine noch mehr verwirrte.
Dumbledore war auf sie zugekommen, sich heruntergebeugt und die Hände der zwei Kinder in seine genommen. Sanft führte er sie zu den Stühlen. Professor McGonagall stand neben Hermine und begleitete sie in Richtung einer der Stühle vor dem Schreibtisch.
"Haben wir etwas angestellt, Direktor?", hatte Mary Ellen gefragt.
"Nein Kind. Keiner von euch hat etwas falsch gemacht und ihr seid nicht in Schwierigkeiten. Ich habe Euch gebeten herzukommen, da ich euch schlechte Nachrichten überbringen muss." Dumdledore zauberte sich einen Stuhl heran und setzte sich vor die zwei Kinder, immer noch deren Hände haltend. Er lehnte sich vor. Professor McGonagall verschwand von Hermines Seite, stellte sich hinter die beiden Stühle und legte ihre Hände auf die Schultern der Jugendlichen.
"Ihr wisst, dass im Moment Krieg zwischen den Anhängern von Dem-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf und dem Zaubereiministerium herrscht?" Mary Ellen und Mathew nickten bejahend. „Gelegentlich überfallen die Todesser Menschen, die unschuldig sind und mit dem Krieg nichts zu tun haben." Dumbledore schaute prüfend in die Augen der Kinder vor sich. Hermine spürte, wie ihr Herz anfing bis in ihre Kehle zu schlagen, als sie erkannte, was er gerade dabei war, den beiden jungen Gryffindors zu erzählen.
"Mary Ellen. Ich habe schreckliche Nachrichten für dich. Letzte Nacht überfielen Todesser dein Zuhause. Deine Mutter und dein Vater wurden dabei getötet und leider auch deine Schwester Tina." Mary Ellen riss ihre Hände zu ihrem Mund und begann zu zittern.
"Das ist unmöglich. Sie machen da einen Fehler, Direktor. Es ist nicht wahr. Es ist die Familie von jemand anderem, aber nicht meine." Ihre Stimme erhöhte sich durch Schmerz und Panik in gleichem Maße. „Professor McGonagall, bitte sagen sie ihm, dass er falsch liegt. Er muss sich irren", hatte sie geschluchzt.
McGonagall ging um die beiden Stühle herum, als Dumbledore sich zurückzog. Sie kniete sich vor Mary Ellen nieder und nahm sie in die Arme. Trotz ihres drahtigen Körperbaus hob sie das kleine Mädchen mit einer erstaunlichen Stärke aus dem Stuhl hoch und hielt sie fest. McGonagall drehte sich um und setzte sich in den Stuhl, dass zitternde und weinende Kind immer noch in ihren Armen haltend, streichelte ihr das Haar und sprach beruhigend auf sie ein. Allerdings konnte Hermine nicht verstehen, was sie sagte.
Hermine sah zu Mathew. Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben als Dumbledore sich zu ihm wandte, seine Hände ergriff und ihm ernst ins Gesicht blickte.
"Du ahnst wahrscheinlich schon, was ich dir jetzt sagen werde, richtig, Junge?", hatte Dumbledore sanft gefragt.
"Wer, Direktor?" Mathews Griff um Dumbledores Hand war eisern.
"Deine Mutter. Es war niemand weiter da zu der Zeit", hatte Dumbledore geantwortet.
"Oh nein. Mum. Mum…" Der Junge brach zusammen, ließ Dumbledores Hände los und rollte sich zusammen. Dumbledore rückte zu ihm auf, legte seine Arme um das Kind und begann es leicht zu wiegen.
Hermine sah in Schock die beiden Kinder an, die von McGonagall und Dumbledore umarmt wurden. Angst begann sich in ihrem Bauch auszubreiten. "Nein. Das passiert nicht. Das ist nicht wahr. Ich bin nicht hier." Sie hatte sich wie betäubt gefühlt als sie aufsah und Mr. und Mrs. Weasley neben ihrem Stuhl stehend vorfand.
Mr. Weasley schaute zu Hermine herab mit schrecklich traurigen Augen.
Hermine konnte ihre Kehle kaum dazu bringen, Worte herauszubringen. Ihre Stimme war ein ersticktes Flüstern. „Mr. Weasley, geht es meiner Mum und meinem Dad gut?"
Mr. Weasley hatte sich vor Hermine gekniet und ihre Hand ergriffen. „Nein, Hermine. Deine Eltern sind von uns gegangen."
Das hier war nicht real. Tausende der intensivsten Gefühle durchfuhren sie und doch wieder keines. Hermine konnte kaum atmen. Es lag ihr auf der Zunge zu fragen „War es sehr schlimm?", aber sie sah zu den beiden Kindern und wusste, sie konnte die Frage nicht vor ihnen stellen. Der Raum begann vor ihren Augen zu verschwimmen. Sie konnte sich nicht mehr konzentrieren. Ein Gedanke kam ihr.
"Wir wollten nächstes Wochenende nach Chicago reisen, um uns das College anzusehen. Ich muss ihnen eine Eule schreiben und ihnen mitteilen, dass wir nicht kommen werden." Hermine wollte sich erheben. Sie fühlte Hände auf ihren Schultern, die sie im Stuhl hielten.
"Nicht, Kleines", hatte Mrs. Weasley gesagt. „Das musst du jetzt nicht tun."
Hermine wurde durch ein Geräusch neben sich abgelenkt. Mathew strampelte um sich und schrie hysterisch. Er schlug Dumbledore blind mit seinen Fäusten. Hermine wollte helfen, aber wusste nicht wie, außer hier zu sitzen und zuzusehen. Madame Pomfrey eilte zu Dumbledore hinüber, bewegte ihren Zauberstab und Wörter kamen aus ihrem Mund. Hermine verstand nicht, was sie sagte, aber Mathew wurde stiller und sank in Dumbledores Arme. Dumbledore wiegte das Kind und schaute zu Lupin.
"Remus, kann ich dich dazu bringen, Poppy zu helfen, Mathew in den Krankenflügel zu bringen?", hatte Dumbledore gefragt.
"Natürlich, Albus." Remus kniete sich nieder und nahm den Jungen aus Dumbledores Armen. Er hob ihn sanft hoch und war Madame Pomfrey in die grünen Flammen des Kamins gefolgt.
Mary Ellen lag schwach vor Erschöpfung und leise schluchzend in Professor McGonagalls Armen.
"Professor McGonagall?", hatte Hermine mit merkwürdig ruhiger Stimme und einem brummenden Geräusch in ihren Ohren gefragt. Sie fühlte sich, als sähe sie sich selbst aus weiter Entfernung. Sie fühlte sich betäubt und leer. Es fühlte sich alles nicht real an. Wie kann all das wahr sein?
McGonagall schaute sie überrascht an. „Ja, Hermine?"
"Mary Ellen hat sich mit Sarah Bannach angefreundet. Wir könnten sie mit zurück nach Gryffindor nehmen und uns dort um sie kümmern." Mary Ellen schaute Hermine mit schmerzerfüllten, rot geweinten Augen an.
"Hermine? Kann ich bei dir und Sarah bleiben? Bitte?", hatte sie geflüstert.
Hermine beugte sich hinüber und streichelte Mary Ellens Haar. „Natürlich, Zwerg. Wir bleiben bei einander, in Ordnung?"
Mary Ellen kletterte aus der Umarmung von McGonagall und auf Hermines Schoss. Ihre kleinen Arme griffen um Hermines Hals. Hermine drückte sie fest an sich und beide hielten sich zitternd aneinander fest. Wenige Augenblicke später flossen Tränen ihr Gesicht herab. Hermine sagte zu sich selbst, sie würde wegen Mary Ellen weinen, wegen dem Verlust des anderen Mädchens. Die Emotionen strömten auf sie ein und überwältigten sie, das Gefühl der völligen Hoffnungslosigkeit und der Schmerz des Verlustes. Allein, so allein. Auch in einem Raum voller Menschen würde sie immer allein sein. Hermine stand an den Toren zur Hölle, die sie sich öffneten und stolperte hinein.
Es ist alles meine Schuld.
Die zwei Waisen weinten, sich gegenseitig im Arm haltend. Die Erwachsenen schauten hilflos zu. Einige Minuten vergingen und das einzige Geräusch, das zu hören war, waren die weinenden Mädchen. Beide wurden allmählich stiller. Hermine fing an, ihren Umhang nach einem Taschentuch zu durchsuchen, als ihr vier gleichzeitig von den Erwachsenen angeboten wurden. Ein Taschentuch mit einem feinsäuberlich besticktem „M" war ihr am nächsten. Hermine nahm es mit einem Schluchzer an sich. Sie wischte sich die Augen, schnäuzte sich und sah zu Mary Ellen hinunter, deren Kopf an Hermines Brust ruhte. Ein weiteres Taschentuch mit magisch blinkenden Smileys wurde ihr angeboten. Hermine nahm es und hob Mary Ellens Kopf an. Sie trocknete die Augen und Wangen des Mädchens. Dann bündelte sie das Taschentuch, hielt es vor Mary Ellens Nase und gab ihr die Anweisung „Schnaub." Mary Ellen schnaubte ziemlich geräuschvoll und legte ihren Kopf wieder zurück an Hermine.
Hermine fühlte sich ausgelaugt und durstig. Sie sah zu Dumbledore und die Worte sprudelten aus ihr heraus. „Ich muss Vorkehrungen treffen." Ihre Stimme brach. Mrs. Weasley hielt ihr ein Glas Wasser hin. Hermine nahm es an und trank es aus. "Danke", hatte sie mit klarer Stimme gesagt.
"Wir kennen einen Rechtsanwalt in der Muggelwelt. Er ist ein Squib aus einer vertrauenswürdigen Familie. Du bist achtzehn, oder, Hermine?", hatte Dumbledore gefragt.
"Ich bin im letzten Monat achtzehn geworden", hatte sie abwesend erwidert, da die Benommenheit wieder einsetzte.
"Dann bist du in beiden Welten bereits erwachsen. Wenn du einverstanden bist, werde ich mit dem Rechtsanwalt Kontakt aufnehmen und ihn die notwendigen Schritte einleiten lassen."
"Hermine?", hatte Mr. Weasley gesagt und sanft ihren Arm gestreichelt. „Molly und ich werden dir auf jeden Fall helfen."
"Danke, Mr. Weasley. Das bedeutet mir viel und ich bin für Ihre Hilfe dankbar."
"Dann werde ich gehen und mich mit dem Rechtsanwalt treffen, um herauszufinden, was wir machen müssen und was wir als nächstes nach dem Muggelgesetz tun können."
"Ich habe eine Menge Fragen, aber ich weiß, dass es im Moment nicht der richtige Zeitpunkt ist. Ich möchte wissen, was passiert ist." Hermine schaute zu Mary Ellen hinunter, die mit geschlossenen Augen an Hermine gelehnt dalag. Sie umarmte das Mädchen beschützend und beruhigte sich damit selbst.
"Und wir werden Ihre Fragen so schnell wie möglich beantworten", hatte Dumbledore geantwortet. „Ich glaube, Ihre Freunde sind da, um sie zurück in den Gryffindorturm zu begleiten."
Hermine schaute auf. Harry und Ron standen jeweils an einer Seite ihres Stuhls. Ihre Augen füllten sich erneut mit Tränen als ihre beiden besten Freunde sich neben sie knieten. Sie unterdrückte ihre Emotionen. Sie wollte nicht länger weinen, nicht jetzt, nicht hier. Sie wollte weg aus Dumbledores Büro. Sie wollte allein sein, weglaufen, aber sie wollte auch Ron und Harry an ihrer Seite haben. Sie wusste nicht mehr, was sie wollte. Sie wollte, dass alles aufhörte.
Es ist alles meine Schuld.
„Bist du bereit, mit uns zurückzukommen?" Harry hatte Hermine mit seinen schmerzerfüllten grünen Augen angeschaut.
"Ich denke schon", hatte sie geflüstert. Hermine schaute wieder auf Mary Ellen hinunter. Sie streichelte Mary Ellens Haar und rieb ihren Rücken. „Mary Ellen? Harry und Ron sind da. Wir gehen jetzt zurück in den Gryffindorturm."
Mary Ellen hob ihren Kopf. „Kann ich bei dir bleiben, Hermine?"
"Natürlich kannst du das. Wir müssen doch aufeinander aufpassen, richtig?"
"Ja." Mary Ellen trocknete ihre Nase am Ärmel ihres Umhangs und setzte sich auf. „Igitt. Ich habe Rotz an meinem Ärmel."
"Ich glaube, das können wir beseitigen, Miss Whitcomb", hatte McGonagall entgegengesetzt und ihren Zauberstab über das Mädchen geschwungen.
"Oh, das ist viel besser. Danke, Professor McGonagall", hatte Mary Ellen gesagt und war von Hermine heruntergeklettert. Als Mary Ellen stand, zog sie sich ihren Umhang zurecht. Sie schaute zu Ron auf. „Mein Gott, du bist wirklich groß", hatte sie bemerkt.
Ron lächelte die kleine Gryffindor an. „Und du bist ein kleiner Pimpf, oder? Ich kann mich noch an Ginny erinnern als sie so groß war wie du. Ich wette, ich kann dich einfach hochheben und tragen, so wie es meine älteren Brüder mit ihr getan haben." Ohne auf die Erlaubnis zu warten, hatte Ron sich aufgebaut und Mary Ellen legte ihre Arme um seinen Hals. Rons lange Arme griffen unter ihre Beine und er richtete sich auf. Mary Ellen legte ihren Kopf an seinen Hals und schloss ihre Augen.
Hermine stand auf, ihr war ein wenig übel und sie schwankte. Harry stellte sich zu ihr und legte seinen Arm um sie, mit der Hand stützte er ihren Ellenbogen. Hermine lehnte sich für einen Moment an ihn, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen und Sicherheit zu erhalten. Alles was sie wollte, war sich neben ihm zusammenzurollen und zu wimmern. Sie musste stark sein, aber eigentlich war alles was sie wollte, sich zu verstecken.
"Wird es gehen?", hatte Harry geflüstert.
"Ich werde es versuchen. Du kannst ja immer noch den Mobilicorpus anwenden, wenn es notwendig sein sollte", hatte sie mit einem schwachen Lächeln zurückgeflüstert.
Ron schaute zu seinen Eltern und zu den zwei Professoren. „Wir werden auf sie aufpassen. Es wäre vielleicht eine gute Idee, wenn uns jemand den Traumlosschlaftrank bringt. Wenn ich wieder im Turm bin, werde ich die Vertrauensschüler des sechsten Jahrgangs holen, damit sie auf Matt aufpassen."
Dumbledore nickte. "Ich werde die Vorkehrungen bezüglich des Traumlosschlaftranks treffen und Madame Pomfrey in Kenntnis setzen." Er schaute zu Hermine. „Ich werde unsere Spione beauftragen, alles zu überprüfen. Ich werde Ihnen die Informationen mitteilen, sobald ich sie habe."
"Danke." Harry stützte Hermine als sie das Büro verließen und die Treppen hinabstiegen. Ron folgte ihnen mit Mary Ellen im Arm.
Hermine hatte noch gehört wie Dumbledore sagte, "Minerva, bitte lass Pomona wissen, dass wir für sie und Miss Andropolous bereit sind. Wir müssen noch mit zwei weiteren Kindern heute sprechen."
Der Weg zurück in den Gryffindorturm schien eine Ewigkeit zu dauern. Die anderen Schüler kamen gerade vom Frühstück und schauten die vier Gryffindors seltsam an. Harry Potter lief Arm in Arm mit einer schwach aussehenden Hermine Granger vorbei, gefolgt von Ron Weasley, der Mary Ellen Whitcomb trug, die an ihm hing wie Efeu. Lavender Brown und Seamus schlossen zu ihnen mit fragenden Gesichtern auf. Ron gab ihnen einen ernsten Blick und schüttelte seinen Kopf. Er verdeutlichte ein ‚später', was sie akzeptierten.
Sobald sie den Gemeinschaftsraum erreicht hatten, verscheuchten Ron und Harry alle. Hermine wurde auf das Sofa vorm Kamin geleitet. Sie plumpse hinunter, die emotionale Erschöpfung saß in jeder Faser ihres Körpers. Harry setzte sich neben sie und rief eine Decke herbei, um sie darin einzuwickeln. Ron setzte Mary Ellen ab und sie kletterte sofort neben Hermine aufs Sofa. Sie legte sich hin, mit ihrem Kopf auf Hermines Schoß platziert. Hermines Hand bewegte sich zu ihren Haaren und streichelte diese sanft. Sie fragte sich, wo das rote Band hin war. Eine weitere Decke wurde herbeigerufen und über Mary Ellen gelegt. Die drei verharrten schweigend vor dem Feuer. Ron wurde beobachtet, wie er die Treppen hinaufstieg. Hermine nahm an, dass er ihren Freunden mitteilte, was passiert war und sie bat, Hermine und Mary Ellen in Ruhe zu lassen. Nach ein paar Minuten gesellte sich Ron zu ihnen, gefolgt von Sarah Bannach und Jeremy Philpot. So erschöpft und emotional ausgelaugt sie sich auch fühlte, war Hermine jedoch dankbar für ihre stille Gesellschaft während diese langen Stunden vergingen.
Grüne Flammen schossen aus dem Kamin und Madame Pomfrey stieg aus ihnen heraus. Um die Gryffindors herumgehend, die über die zwei verwundeten Seelen wachten, stellte sie sich neben das Sofa. Indem sie ihren Zauberstab über Mary Ellen hielt, machte sie einige Messungen. Als nächstes bewegte sich der Zauberstab über Hermine.
"Hermine, Sie und Mary Ellen sind beide dehydriert. Ich werde die Hauselfen bitten, euch einen Krug Wasser zu bringen, oder hättet Ihr lieber Tee?"
Hermine hatte mit dem Kopf geschüttelt. „Wasser, bitte."
"Ihr solltet etwas essen. Meint Ihr, Ihr könnt etwas Toast essen?"
"Ich glaube, ich würde ihn wieder erbrechen. Was ist mit dir, Mary Ellen?" Das kleine Mädchen nickte.
"Ich werde die Elfen anweisen, auch davon etwas zu bringen. Esst, wenn Ihr meint, Ihr könnt. Ich habe etwas Traumlosschlaftrank für Euch beide. Eure Namen stehen auf den Flaschen." Madame Pomfrey sah Ron an. „Ich nehme an, ich kann Ihnen die anvertrauen?"
"Ich werde darauf achten, dass sie ihn einnehmen, Madame Pomfrey."
"Sehr gut. Wenn ich gebraucht werde, flohen Sie mich bitte."
"Madame Pomfrey, wie geht es Matt?", hatte Harry gefragt.
"Er schläft. Miss Weasley und Mr. Shreveport sind bei ihm. Er wird über Nacht im Krankenflügel bleiben", hatte Madame Pomfrey geantwortet.
"Gibt es noch andere Familien, abgesehen von den dreien, von denen wir wissen?", fügte Harry hinzu.
"Nicola Andropolous aus Hufflepuff und Stephen Woodville aus Ravenclaw haben auch beide ihre Familien letzte Nacht verloren." Madame Pomfrey schüttelte traurig den Kopf.
"Danke, dass sie es uns gesagt haben", sagte Harry.
Madame Pomfrey ging gerade als ein Hauself mit einem Tablett, auf dem ein Krug mit Eiswasser und Gläsern sowie einem Teller mit Toast standen, herein kam. Mary Ellen setzte sich auf und nahm sich ein Stück Toast. Sie bot Hermine eins an, die allerdings ihren Kopf schüttelte. Ron füllte die Gläser mit dem Wasser und gab eins Hermine und ein anderes Mary Ellen. Hermine trank das Glas aus und stellte es ab. Sie schloss ihre Augen und lehnte sich an Harry. Mary Ellen aß ihren Toast auf und Ron gab ihr den Traumlosschlaftrank. Nachdem sie die Flasche entkorkt hatte, schluckte Mary Ellen den Zaubertrank hinunter und legte ihren Kopf wieder in Hermines Schoß.
„Hermine?"
„Ja, Mary Ellen?"
"Tut es weh, tot zu sein?"
Schmerz durchspülte sie. Unbeantwortete Fragen gingen ihr durch den Kopf und ein Verlangen, alles zu leugnen, ging durch sie hindurch. Die Pforten der Hölle öffneten sich erneut und Hermine unterdrückte den Schmerz. Sie fühlte, wie Harry sich anspannte, als er ihr etwas näher kam. Hermine beruhigte sich um Mary Ellens Willen.
"Nein, Zwerg. Zu leben kann wehtun. Wenn man tot ist, gibt es keinen Schmerz mehr." Die Worte fühlten sich so leer an. Sie fühlte sich, als würde sie leere Worte sprechen, Plattitüden. Sie bedeuteten gar nichts, angesichts des Schmerzes.
Es ist alles meine Schuld. Es ist alles meine Schuld.
"Also haben Mum und Dad und Tina keine Schmerzen?"
Ron griff hinüber und streichelte Mary Ellens Haar. Sie sah zu ihm hoch, die Frage in ihren Augen. „Nein, Mary Ellen. Deine Mum, dein Dad und deine Schwester haben keinerlei Schmerzen. Ihnen geht's gut. Sie befinden sich nur auf der anderen Seite des Schleiers und sie werden dich immer lieben und sie wissen, dass du sie auch immer lieben wirst."
"Okay. Danke, Ron." Sie legte ihren Kopf wieder ab und schloß die Augen. Nach wenigen Augenblicken wurde ihr Atem langsamer und sie war eingeschlafen.
Ron kam wieder, nachdem er Mary Ellen ins Bett gebracht hatte. Sarah und Jeremy blieben bei dem Mädchen. Er setzt sich aufs Sofa, auf den Platz auf dem Mary Ellen vorher gelegen hatte. Harry und Ron rücken näher zusammen, nehmen Hermine in ihre Mitte und legen ihre Arme um sie. So sitzen sie einige Minuten.
"Es ist alles meine Schuld", flüstert Hermine. Sie wollte sich zusammenrollen und zwischen ihren beiden Freunden verschwinden.
"Es ist nicht deine Schuld", beharrt Ron. „Es sind diese verdammten Todesser."
"Wenn ich nicht als Hexe geboren worden wäre, wären sie noch am Leben."
"Tu' dir das nicht an, Hermine", sagt Harry mit Schmerz in seiner Stimme. „Gib dir nicht die Schuld dafür, dass du existierst. Deine Mum und dein Dad hätten das niemals gewollt."
"Ich wünschte, ich würde nicht existieren. Ich wünschte, ich wäre nie geboren. Sie wären noch am Leben, wenn ich nicht geboren wäre." Hermine zittert, ihre Stimme erstickt.
"Es wird besser werden, Hermine. Es ist jetzt schrecklich, aber es wird besser werden", sagt Harry mit Tränen in der Stimme.
"Wie? Wie soll ich mir selbst vergeben? Sie waren wegen mir hinter Mum und Dad her." Hermine schluchzt untröstlich.
Weder Harry noch Ron wissen, was sie sagen sollen. Alles, was sie tun können, ist ihre Freundin festzuhalten, während sie weint. Alles, was sie tun können, ist mit zu weinen; dabei fließen lautlose Tränen des Mitgefühls über ihre Gesichter.
Vor dem Schmerz wegrennend, weint sich Hermine in den Schlaf. Ron und Harry ziehen sich zurück, um ihnen allen etwas Raum zum Atmen zu geben. Sie schläft nur leicht und bewegt sich ruhelos umher.
"Wir sollten sie hoch bringen", sagt Harry.
"Wenn wir sie bewegen, werden wir sie aufwecken."
"Nicht, wenn wir sie wirklich schlafen lassen." Seinen Zauberstab hervorziehend, flüstert Harry „Quietus." Hermine kommt zur Ruhe, während sie in einen tieferen Schlaf fällt.
"Sieht so aus als hätte es geklappt. Gute Idee, Harry. Ich nehme sie." Ron beugt sich hinunter und nimmt Hermine hoch, sie gegen sich lehnend. Harry ergreift den Wasserkrug und die Flasche mit Traumlosschlaftrank und geht voran. Sie erreichen die Tür des Zimmers, das sich Hermine mit Lavender und Parvati teilt. Harry klopft.
Lavender öffnet die Tür. "Oh, Harry. Geht es ihr gut?" Parvati kommt herüber, beide starren die schlafende Hermine an.
"Sie schläft. Können wir sie reinbringen?", fragt Harry.
"Oh, sicher", sagt Parvati und geht aus dem Weg, damit Harry und Ron Hermine hinein-bringen können. Lavender läuft hinüber zu Hermines Bett und zieht die Decke weg. Ron legt sie sanft ab. Hermine rollt sich immer noch schlafend auf die Seite.
„Gut. Warum wartet Ihr beiden nicht draußen? Wir befreien sie von Ihren Sachen." Lavender gluckt über der schlafenden Hermine.
"Wir sind direkt draußen vor der Tür", sagt Ron, sich zurückziehend während Lavender und Parvati ihre Zauberstäbe zücken, um Hermines Kleider durch einen Zauber zu entfernen.
Als er die Tür hinter ihnen geschlossen hat, lehnt sich Harry gegen die Wand. Er nimmt seine Brille ab und reibt sich den Nasenrücken. „Das war ein grässlicher Tag."
"Ich weiß, was du meinst. Ich konnte es nicht glauben, als McGonagall es mir erzählt hat." Ron schüttelt den Kopf.
"Hat sie irgendetwas darüber gesagt, was die Todesser den Grangers angetan haben?"
"Sie wurden sofort mit einem Avada getötet, soweit sie wusste. Du denkst doch nicht, dass Hermine das, was sie gesagt hat, niemals geboren worden zu sein, ernst meint?", fragt Ron besorgt.
"Nein. Ich denke, das sind die Trauer und Schuld, die da aus ihr sprechen. Hermine ist ziemlich stark. Ich denke nicht, dass sie sich selbst etwas antun würde. Aber nur für den Fall, denke ich, sollten wir ein Auge offen halten. Wenn sie so weiter redet oder wir irgendeinen Grund sehen, beunruhigt zu sein, sagen wir es McGonagall und bitten sie um Hilfe."
Ron nickt. „Einverstanden."
"Ich habe Hunger und fühle mich deswegen schuldig. Die Eltern unserer besten Freundin wurden getötet und alles, woran ich denken kann, ist etwas zu essen zu bekommen." Murrt Harry.
"Wir haben das Frühstück und Mittagessen verpasst. Natürlich haben wir Hunger. Wir helfen Hermine nicht dadurch, dass wir nichts essen. Ich sag dir was. Du wartest hier und ich geh runter in die Küche und veranlasse die Hauselfen, mir ein paar Sandwichs zu geben."
"Abgemacht. Ich hätte gern Schinken und Schweizer Käse, wenn sie das machen." Harry rollt seine Schultern, um die Verspannung zu lösen und schaute zu, wie Ron die Stufen hinab geht. Die Tür öffnet sich und Parvati ruft ihn herein. Harry geht hinüber zum Bett und sieht Hermine an, die immer noch schlafend auf der Seite liegt. Die Decke wird über ihre Schultern gezogen. Krummbein liegt an ihren Knien. Der rothaarige Halbkniesel sieht zu Harry hinauf, dieser greift nach unten und kratzt ihn hinterm Ohr. Krummbein neigt seinen Kopf, um Harry besseren Zugang zu gewähren.
"Hab ein Auge auf sie, Krummbein. Wir sind die einzige Familie, die sie jetzt noch hat."
"Gab es irgendwelche Berichterstattungen darüber, was passiert ist?", fragt Harry.
"Dumbledore hat beim Mittagessen mit uns gesprochen", sagt Parvati. „Er sagte, Todesser hätten Matts, Mary Ellens und Hermines Eltern getötet, ebenso Nicola Andropoulus von Hufflepuff und Stephen Woodvilles von Ravenclaw. Weiter ging er nicht darauf ein. Er wies uns an, jeden zu unterstützen."
„Wie haben die Slytherins reagiert?"
"Sie waren sehr still. Jeder hat bemerkt, dass kein Slytherin betroffen war. Jeder zeigte ihnen die kalte Schulter." Lavender zuckt mit den Schultern. „Nicht, dass es ihnen was ausmachen würde. Wahrscheinlich feiern sie in Slytherin heute Nacht eine Party."
„Was wird Hermine jetzt unternehmen?", fragt Parvati.
"Ich weiß es nicht. Es ist zu früh, um etwas zu sagen. Rons Eltern werden ihr helfen und Dumbledore hat einen Anwalt in der Muggelwelt, der ihr mit den rechtlichen Dingen helfen wird."
„Wird es für sie sicher sein, überhaupt eine Beerdigung zu arrangieren?", wundert sich Lavender.
"Ich schätze Dumbledore wird es uns sagen. Ron und ich waren bei Hermine, seit sie es ihr gesagt haben."
Die Tür öffnet sich und Ron streckt seinen Kopf herein. „Alle hier drin angezogen?", flüstert er.
"Komm herüber", sagt Parvati mit einem Bühnenflüstern.
Ron kommt herein und bleibt vor dem Bett stehen, um sich Hermine anzusehen. Er trägt einen Korb mit Essen. „Ist es in Ordnung, wenn wir hier drinnen essen? Harry und ich haben heute noch gar nichts gegessen." Er schaut Parvati und Lavender an, die beide nicken und auf Parvatis Bett zeigen.
"Lasst uns hier drüben hinsetzen. So können wir ein Auge auf Hermine haben und ihr zwei könnt essen."
Ron öffnet den Korb und zieht zwei Flaschen Kürbissaft heraus. Er gibt Harry eine, der sie entkorkt und einen Schluck entnimmt. Dann nimmt er ein Sandwich heraus, wickelt es in eine Serviette und gibt es Harry. Er holt ein weiteres Sandwich heraus, wickelt es aus und nimmt selbst einen großen Bissen.
"Was machen wir jetzt?", fragt Parvati.
"Ich schätze, wir bleiben einfach in der Nähe, um für sie da zu sein. Wir müssen uns auch um Mary Ellen und Matt kümmern", antwortet Ron. „Es war ein ganz schöner Schlag, nachdem Dumbledore ihnen gesagt hatte, was passiert ist."
"Wir sind dazu gekommen, nachdem man es ihnen gesagt hatte", unterbricht Harry. „Nachdem Professor McGonagall kam und Matt, Mary Ellen und Hermine geholt hatte, erzählte sie Ron, was passiert war und sagte, dass wir in zehn Minuten in Dumbledores Büro sein sollten. Ron kam und hat mich geholt. Als wir endlich da waren, hatte man es ihnen schon gesagt."
Ron fährt fort. "Professor McGonagall saß in einem Stuhl und hielt Mary Ellen, die weinte. Dumbledore hielt Matt, als er plötzlich hysterisch wurde und auf Dumbledore einschlug. Madame Pomfrey setzte ihn mit einem Zauber außer Gefecht und brachte ihn in den Krankenflügel. Hermine saß einfach ausdruckslos da. Fast so, als könne sie nicht glauben, dass irgendetwas davon wahr war. Mary Ellen beruhigte sich, verließ McGonagalls Schoß und kletterte zu Hermine hoch. Hermine hatte bis dahin nicht geweint. Beide hielten sich einfach aneinander fest und weinten zusammen."
„Mary Ellen hat quasi Hermine seitdem nicht mehr los gelassen, bis wir ihr schließlich etwas Traumlosschlaftrank einflößen konnten und Ron sie ins Bett gebracht hat. Sarah und Jeremy bleiben bei Mary Ellen. Ginny und Elliott sind bei Matt. Ron und ich werden bei Hermine bleiben."
Parvati und Lavender sehen sich an. „Von uns aus geht das klar, aber meint ihr Professor McGonagall wird das erlauben?"
"Sie kann uns nachsitzen lassen bis zu dem Tag nach unserem Abschluss, wenn es ihr nicht passt. Wir gehen nirgendwo hin", sagt Harry.
"Dann kampieren wir alle hier", betont Parvati. „Wir sind alle 17 und 18 Jahre alt. Wir sind wegen Hermine hier und nicht, um Flaschendrehen zu spielen. Sie müssen uns einfach vertrauen."
Ron schafft sein Sandwich und greift nochmals in den Korb. Er zieht einen Teller mit Brownies heraus und bietet an, sie mit den Mädchen zu teilen.
"Schon ok, Ron. Wir haben zu Mittag gegessen", sagt Parvati.
Die vier sitzen eine Weile schweigend da, nur umgeben von den Kaugeräuschen und Hermines sanftem Atmen. Sie hören, wie Hermine sich regt und Ron steht auf.
Hermine dreht sich herum und öffnet die Augen. Sie sieht Ron neben dem Bett stehen. Als er merkt, dass sie wach ist, setzt er sich auf die Bettkante.
"Hi Ron", krächzt sie mit trockenem Mund.
"Ich hol' dir etwas Wasser. Wir haben auch Kürbissaft, falls du den lieber magst."
"Nur Wasser."
Lavender hörte, wie Ron Wasser anbot. Sie holt ein Glas und füllt es mit Wasser aus dem Krug auf. Sie bringt es herüber und reicht es Ron. Lavender setzt sich auf die andere Seite des Betts und zieht die Decke ein Stück herunter. Sie hilft Hermine, sich aufzusetzen und schüttelt das Kissen hinter ihr auf. Ron gibt Hermine das Glas. Sie trinkt die Hälfte und gibt es ihm zurück.
"Wie fühlst du dich?", fragt Harry, der neben Ron steht.
"Sehr, sehr müde", stöhnt Hermine. „Mein Kopf tut weh."
„Madame Pomfrey hat gesagt, du sollst viel Wasser trinken und versuchen, etwas zu essen. Sie hat etwas Traumlosschlaftrank für dich da gelassen", sagt Harry.
"Wie spät ist es?", fragt Hermine.
"Fast 15 Uhr", sagt Ron. "Wir haben ein Schinkensandwich für dich oder einen Brownie, wenn du magst."
"Ich mag nichts. Ich muss zur Toilette."
Lavender steht auf. "Komm, Hermine, ich gehe mit dir."
Hermine schiebt die Decke beiseite. Sie trägt ein langes Baumwollnachthemd mit langen Ärmeln. Sie berührt den Boden mit ihren Füßen und steht wankend auf.
Harry steht ebenfalls auf. "Ich denke, wir sollten ihr einige Cracker besorgen, oder etwas, das sie essen kann, bevor sie den Traumlosschlaftrank einnimmt. Alles andere würde sie krank machen."
"Madame Pomfrey hat gesagt, wir sollen sie flohen, wenn wir etwas brauchen. Wenn Madame Pomfrey es den Hauselfen sagt, dann bringen sie es her", sagt Ron. „Ich gehe und flohe sie." Ron verlässt das Zimmer, um zum Kamin im Gemeinschaftsraum zu gehen.
Harry schaut sich im Zimmer um. Er nimmt den Stuhl von Hermines Schreibtisch und bearbeitet ihn. Binnen weniger Minuten verwandelt er sich in einen bequemen, gut gepolsterten Stuhl.
Parvati nickt zustimmend. "Der sollte gut sein, für jeden, der bei ihr sitzen wird. Warum machen wir nicht einen Plan für den Rest des Tages und die Nacht? Wir vier können uns abwechseln. So würde jeder von uns etwas Schlaf bekommen."
„Gute Idee, Parvati", sagt Lavender. Harry nickt.
"Ihr denkt doch nicht, dass sie versuchen wird, morgen zum Unterricht zu gehen?", fragt Parvati.
"Nein, sie wird mit Mr. und Mrs. Weasley den Anwalt aufsuchen. Ich nehme nicht an, dass sie bis zur Beerdigung etwas machen wird", sagt Harry.
Ron kommt mit einer Schüssel voller Cracker zurück. „Madame Pomfrey hatte sie schon hochgeschickt."
Hermine und Lavender kommen zurück. Hermine steigt wieder ins Bett. Sie zieht Krummbein auf ihren Schoß und knuddelt ihre Katze. Ron ergreift das Glas Wasser und hält es ihr hin. Hermine nimmt das Glas und trinkt es aus. Harry nimmt einen Cracker und gibt ihn Hermine, die ihn gehorsam isst.
"Wie geht es Mary Ellen?"
"Ich habe gefragt als ich im Gemeinschaftsraum gewesen bin", sagt Ron. „Sie schläft tief und fest. Sarah und Jeremy wechseln sich darin ab, bei ihr zu sitzen."
Hermine isst einen weiteren Cracker. „Ok Leute. Ich nehme jetzt den Traumlosschlaftrank. Morgen wird schrecklich werden, also werde ich lieber schlafen, auch wenn es mitten am Tag ist."
Ron nimmt den Korken von dem Fläschchen und gibt es ihr. Hermine trinkt den Inhalt aus und spült mit Wasser nach. Sie vergräbt sich wieder unter den Decken und Harry mummelt sie ein.
Ihre Augen tränen und ihre Stimme klingt weinerlich. „Danke euch allen, dass ihr hier seid. Es hilft. Es hilft wirklich."
"Wir werden da sein, Hermine. Schlaf einfach ein bisschen", sagt Harry.
Hermine schließt ihre Augen.
Es ist alles meine Schuld.
tbc
Ich verteile ein Runde Taschentücher…
Fandet ihr Ron auch so erwachsen wie ich?
Im nächsten Kapitel erfahrt ihr durch Severus, wer die Ermordungen vollzogen hat und was die Lehrer vorhaben.
