Kapitel 10: Ein Neuanfang

Es war das Wochenende direkt vor Weihnachten – die meisten Schülerinnen und Schüler sowie einige Lehrer, hatten das Schloss bereits verlassen. Früh am Morgen erwachte Snape. Er kippte seinen Kopf leicht nach rechts und küsste das dichte dunkelblonde Haar seiner Liebsten, die nah an ihn gekuschelt neben ihm lag. „Guten Morgen", murmelte Stephanie verschlafen. „Morgen", entgegnete Severus lächelnd. Sie gab ihn einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor sie ihren Kopf wieder auf seine Schulter legte.

„Ich liebe Sonntage einfach", sagte sie und ein breites Grinsen formte sich auf ihrem Gesicht. Er pflichtete ihr durch Kopfnicken bei. „Leider ist das der einzige Tag, indem ich neben dir aufwachen darf", murmelte sie. Sie richtete sich auf und sah ihn an. Ein Schmollmund formte sich. Snape verdrehte die Augen. „Du weißt, wie gerne ich dir bei mir hab – auch über Nacht", sagte er. Auch er richtete er sich auch. Sanfte küsste er ihre Schulter. „Doch ich will einfach nicht, dass Gerüchte aufkommen…"

„Gerüchte? Etwa, dass wir beide uns seit nun seit fast zwei Monaten treffen?", fragte sich sie lachend. „Was wäre denn so schlimm daran, wenn es jemand wüsste?", hackte sie nach. Er antwortete nicht – küsste stattdessen ihren Hals. Kurz ließ sie ihn – schob ihn dann jedoch weg von sich. „Severus, ernsthaft."

„Ich will einfach nicht, das Fremde in meinem Privatleben stochern", erklärte er. „Außerdem: Meine Schüler sollen mich respektieren", erklärte er. „Nun ja, einige meiner Gryffindors – ich will jetzt ja nicht sagen, wer… – die fragen mich immer nach dir…" „Potter", knurrte Snape. „Ohne Harry und seine Freunde würden wir jetzt wahrscheinlich nicht hier liegen", wandte sie ein. Er winkte einfach ab und ließ sich wieder zurück in seine Kissen fallen.

„Das du nicht willst, dass „Fremde" von uns erfahren, das sehe ich ja ein. Aber was ist mit deiner Familie?" Er riss die Augen auf. „Meiner Familie?", fragte er erschrocken. Sie legte sich wieder zu ihm. „Deine Mutter", erklärte sie. „Ach ja…" „Weißt du, ich rede häufig mit ihr, wenn ich sie sehe", berichtete sie. „Ach ja? In der Bibliothek?", fragte er skeptisch. „Eher davor – auf dem Gang." Er nickte nur.

Einige Minuten, in denen keiner etwas sagte. „Wir können es ihr ja nach Weihnachten sagen", gab Severus schließlich nach. Stephanie schien überglücklich zu sein, drückte sich fest an ihn und küsste ihn zärtlich. „Ich liebe dich einfach", murmelte sie, als sie schließlich wieder von ihm ließ.

Snape erschrak. Hatte sie das wirklich gesagt? Er sah sie an: Ihre Stirn ruhte auf seiner – sie hatte die Augen geschlossen. Ja, sie hatte es gesagt – und er war sich sicher, dass sie es auch so meinte. Damit hatte sie ausgesprochen, was er bereits seit einiger Zeit spürte – er liebte sie. Das war etwas, was er eigentlich schon gar nicht mehr kannte – er liebte. Er fühlte sich noch keinem Menschen so nah, wie Stephanie – nicht einmal Lily hatte er sich so nah gefühlt. Lily hatte er geliebt – als Junge, als Jugendlicher, als junger Mann. Lily hatte diese Liebe nur wenig erwidert. Einmal waren sie sich nähergekommen – dies blieb Snapes einzige Frauenbekanntschaft – bis es Stephanie traf. Diese liebte er – hier und jetzt. Als erwachsener und freier Mann. Durch sie hatte er wieder neuen Lebensmut geschöpft. Erst durch sie schien sein Leben einen richtigen Sinn zu bekommen. Er kannte sie erst seit vier Monaten – es kam ihm jedoch wie eine Ewigkeit vor. Er fühlte sich ihr verbunden, vertraute ihr. Zum ersten Mal seit fast zwanzig Jahren fühlte er Glück. Und dieses Glück wollte er nicht mehr verlieren.

Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte. Etwas, was er seit sehr vielen Jahren nicht mehr wirklich getan hatte. Er küsste sie sanft und sagte dann: „Ich liebe dich auch."

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So, das war's für's erste. Was haltet ihr vom Ende/von den beiden/von der Geschichte?

Ggf. würde ich noch eine Fortsetzung schreiben ... ich hätte da ja auch schon einige Ideen... so in Richtung Familienzuwachs...

Ich freue mich über Reviews. Und danke Chiara, für das Feedback :-)

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