A/N: Öhm, okay, vielleicht ein wenig zu spät, aber als ich heute Mittag in einer Vorlesung saß und das heutige Datum (den 24.01.) auf einen Zettel geschrieben hab, fiel mir spontan ein, dass in meiner Geschichte heute ja Jennys und Gotens Geburtstag wäre! (Würde man von der Geburt bis heute rechnen, würden sie 23 werden.) Und da ich ja schon ein weiteres deutsches Kapitel fertig hatte, dachte ich mir, warum nicht? Ein Update als Geburtstagsgeschenk für die Zwillinge, doch mit dem ganzen Lernen und einem Besuch in der Bücherei, fiel es mir erst wieder ein, als ich heute Abend auf Tele5 Dragonball Z geguckt habe. Also, hier schon mal wieder ein neues Kapitel – immerhin hab ich euch nicht zu lange auf dem Cliffy sitzen lassen!
Jessy, schön, dass du wieder da bist... Knie-OPs kenn ich nur allzu gut, nur bei mir lief damals alles ganz gut... Hoffe, du erholst dich jetzt ganz schnell. Ich weiß, wie nervig das ist, ein Bein nicht richtig benutzen zu können. Eine kleine Bitte – ich darf ja am Anfang von Kapiteln keine Reviews mehr beantworten, wäre also nett, wenn du mir irgendwie eine Emailadresse oder so was hinterlassen könntest, damit ich dir immer antworten kann. Wäre klasse, wenn du das tun könntest! Danke!
So, und nun aber ab zum Kapitel! Die Auflösung des Cliffys und vieler Fragen! Nächstes Update wie immer Sonntag!
Teil I
Kapitel 9: Die Erkenntnis
Son Gohan war in seinem Zimmer, saß auf seinem Stuhl neben seinem Bett und wachte über die kleine Gestalt, die darin lag. Das gesamte Zimmer war in absolute Dunkelheit gehüllt, obwohl es draußen noch hell war. Nur durch die wenigen Lücken zwischen den Vorhängen schaffte es ein wenig Licht, in das Zimmer vorzudringen. Für jeden normalen Menschen wäre es beinahe unmöglich, in dieser Dunkelheit nicht über etwas zu stolpern. Doch da Gohans Augen wesentlich schärfer waren als die eines Menschen jemals sein würden, konnte er jedes kleinste Detail in seinem Zimmer erkennen. Daher konnte er auch die Blässe im Gesicht seiner Schwester sehen und den Verband, der ihre Unterarme bedeckte.
Gohan wollte sein Gesicht in seinen Handflächen begraben, doch er weigerte sich, seine Augen von dem Bett abzuwenden. Seine Gedanken überschlugen sich. Erst an diesem Morgen hatte er sie getröstet, nachdem Trunks und Goten ihr einen Streich gespielt hatten, und nun lag sie in seinem Bett, bewusstlos. Es war seine Schuld, dass sie nun hier lag. Er hatte ihr versprochen, mit ihr zu spielen, doch dann kam Vegeta mit seinem Training dazwischen und sie hatte zu ihm gesagt, er sollte gehen. Wäre er bloß geblieben! Dann wäre das – was immer es auch war – nie passiert.
Als Trunks nach seiner Mutter ausrief - in dem Moment, als sie sich alle umschauten - war es schon zu spät. Sie mussten ihre Augen vor dem aufgewirbelten Staub schützen, doch Gohan befürchtete schon das schlimmste. Wenn der Ki-Strahl Bulma wirklich getroffen hatte, dann hätte sie nie auch nur den Hauch einer Chance, zu überleben. In diesem Moment wusste er jedoch noch nicht, dass seine Schwester ebenfalls von der Explosion erwischt worden war.
Nachdem die Schockwelle der Detonation an ihnen vorbeigegangen war, löste sich die Staubwolke langsam auf, und obwohl die Explosion verklungen war, konnten die Saiyajins nichts machen. Scheinbar am Boden festgeklebt und durch Schock wie erstarrt, blieben sie einfach stehen und warteten darauf, dass die Wolke ganz verschwand. Keiner von ihnen wollte sich der Realität früher stellen als nötig.
Dann sahen sie sie – sie schwebte etwa einen halben Meter über dem Grund und hatte ihre Arme vor ihrem Gesicht gekreuzt. Bulma saß hinter ihr, nachdem sie offensichtlich durch die Schockwelle zu Boden geworfen worden war, mit einem benommenen Ausdruck auf ihrem Gesicht, doch ansonsten schien sie okay zu sein.
„Jenny...", konnte Gohan nur in absolutem Unglauben krächzen. Er wusste, dass es seine Schwester war, sie musste es einfach sein, doch sie sah überhaupt nicht wie die Jenny, die er kannte, aus. Ihr einst blondes Haar war plötzlich pechschwarz und sie hatte – er musste ein paar Mal blinzeln um sicher zu gehen, dass seine Augen ihn wirklich nicht betrogen, doch er war noch immer dort und schwang von einer Seite zur anderen – ein Schwanz. Zum ersten Mal im Leben hatte er das Gefühl, ohnmächtig zu werden, und das nicht durch schwere Verletzungen.
Nach scheinbar einer halben Ewigkeit, was jedoch nicht länger als wenige Sekunden war, fielen die Arme des Mädchens zur Seite und ihre Augen rollten in den Schädel zurück, bevor ihr schlaffer Körper mit einem dumpfen Schlag zu Boden fiel, wo sich ihre Haarfarbe wieder in das normale blond färbte und der Schwanz verschwand. Erst in diesem Moment wurden die anderen aus ihrer Starre gerissen und Gohan und die beiden Jungs rannten auf sie zu, während Vegeta einfach schnaubte und fortflog. Doch Gohan schenkte ihm keine Beachtung, da er nur sicherstellen wollte, dass es seiner Schwester und Bulma gut ging.
Bulma, die in dem Moment, als Jenny auf dem Boden auftraf, sofort wieder bei Sinnen war, versicherte ihnen schnell, dass es ihr gut ging und nur ein paar Kratzer hatte, da Jenny den ganzen Strahl abgefangen hatte. Gohan brachte Jenny schnell zum Krankenflügel, dicht gefolgt von Bulma und den Jungs, doch die letzteren wurden auf ihr Zimmer geschickt und nachdem Gohan Jenny auf eines der Krankenbetten gelegt hatte, wurde auch er aus dem Zimmer gescheucht. Sehr zu seinem Missfallen hatte die Tür kein Fenster, deshalb konnte er wirklich nur dort bleiben und darauf warten, dass Bulma mit Neuigkeiten herauskam.
Es war die Hölle gewesen. Er hatte solche Angst gehabt – eigentlich immer noch - dass seine Schwester sich nicht von ihren Verletzungen erholen würde, besonders, da sie im Moment keine Senzus hatten. Obwohl er außer den Verbrennungen keine weiteren Wunden gesehen hatte, und Bulma ihm hinterher informiert hatte, dass wirklich nur ihre Unterarme verletzt waren, hatte er das Gefühl, dass irgendjemand ihn würgte.
Das letzte Mal, dass er sich so gefühlt hatte, war an dem Tag gewesen, als seine Mutter gestorben war. Er war am Boden zerstört gewesen und es fiel ihm immer noch schwer, darüber nachzudenken, obwohl er sich diesen grausamen Tatsachen Tag für Tag stellen musste. Dende, viereinhalb Jahre waren vergangen und er hatte noch nicht einmal die Kraft gefunden, das Grab seiner Eltern zu besuchen! Was würde er also tun, wenn Jenny etwas schlimmeres zugestoßen wäre, wenn er... sie verloren hätte? Wäre er dazu fähig gewesen für Goten stark zu sein oder hätte er den Verstand verloren? Er wusste es ehrlich gesagt nicht. Die Zwillinge waren alles, was er noch von seiner wahren Familie übrig hatte, und alleine der Gedanke daran, einen oder beide zu verlieren, gab ihm das verlangen, aufzuschreien. Wenn dieses passierte, würde das sein Ende sein und nicht einmal die Spezialkräfte der Erde würden in der Lage sein, ihn von dem, was er in seinem schmerzerfüllten Zustand anstellen würde, abzuhalten.
Nach achtundzwanzig Minuten und einundfünfzig Sekunden – Gohan hatte versucht seine Gedanken von dem schlimmsten fernzuhalten, indem er die Uhr an der Wand angestarrt und jede einzelne Minute und Sekunde, die mit einem Tick und einem Tack verging, zu zählen – kam Bulma endlich aus dem Zimmer, wobei sie ein wenig erschöpft aussah und doch ein Lächeln auf ihrem Gesicht hatte. Sie erzählte ihm von Jenny Verletzungen, und dass sie ihr etwas gegen die Schmerzen gegeben hatte, was sie auch für eine Weile schlafen lassen würde. Sie bat ihn auch, sie irgendwo hinzubringen, wo sie nicht gestört werden würde. Gohan kam dem sofort nach und brachte sie auf sein Zimmer.
Und nun lag sie in seinem Bett, fest am Schlafen. In der Stille des Zimmer konnte er ihr tiefes und gleichmäßiges Atmen hören und durch die Decke das Heben und Fallen ihrer Brust sehen. Auf ihrem Gesicht war ein ruhiger und friedlicher Ausdruck zu sehen, bei dem er sich fragte, wovon sie wohl träumte. Träumte sie überhaupt oder hatte die Medizin, die Bulma ihr gegeben hatte, sie in einen traumlosen Schlaf fallen lassen? Er graute sich schon vor dem Moment, in dem die Wirkung nachließ und der brennende Schmerz sie aus diesem benötigten Schlaf riss. Würde sie sich überhaupt an das Geschehene erinnern, wenn sie aufwachte? Oder würde sie noch verwirrter sein, als er es im Moment war? Auf alle Fälle würde er sie nicht alleine in einem Zimmer aufwachen lassen, das nicht ihres war. Er musste dort sein, um sie zu trösten, um die Fragen zu beantworten, die sie sicherlich haben würde – obwohl er sich nicht sicher war, ob er alle Antworten kannte. Doch er würde sein bestes tun; das schuldete er ihr.
Eine bittere Träne rann an seiner Wange herunter und er hielt sie nicht auf, als er das, was ihm durch den Kopf schoss, flüsternd in Worte fasste. „Ich habe versagt, Dad. Ich habe versagt, schon wieder. Ich habe versprochen, mich um Jenny und Goten zu kümmern und sie zu beschützen. Und ich habe versagt. Genauso wie die anderen Male. Zuerst habe ich dich enttäuscht, dann Mom und nun Jenny. Nur warum? Warum wird allen, die ich liebe, wehgetan? Warum…?"
Ein leises Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken und er wischte mit seinem Ärmel schnell die Tränen fort, die noch in seinen Augen standen. Die Tür öffnete sich einen schmalen Spalt und ließ ein schwaches Licht in das Zimmer fallen. Gohan setzte sich auf, damit das Licht nicht auf sein Gesicht fiel, in der Hoffnung die rötlichen Augen in der Dunkelheit zu verstecken. Es war Bulma, die im Türrahmen stand. „Gohan? Essen ist fertig."
„Ich habe keinen Hunger", antwortete der Teenager bloß. Er wandte seinen Blick von der Tür ab und wieder dem Bett zu und fuhr leiser fort: „Ich kann sie nicht alleine lassen. Sie könnte mich brauchen, wenn sie aufwacht."
Er hörte Bulma seufzen und kurz danach spürte er eine Hand auf seiner Schulter liegen. „Jenny wird in den nächsten Stunden nicht aufwachen und du hast seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, erzähl mir also nicht, dass du nicht hungrig bist." Er merkte, wie sie seine Schulter sanft drückte. „Ich kenne dich einfach zu gut. Und wenn es dich beruhigt, wird meine Mutter in ein paar Minuten nach ihr schauen, bis du mit dem Abendessen fertig bist. Komm schon, mach dich ein wenig frisch und dann kannst du mir noch den Gefallen tun und dem Höllenduo Bescheid sagen, dass das Essen fertig ist. Ich komme nach, wenn meine Mutter herkommt."
„Aber—", fing Gohan an zu widersprechen, doch Bulma schnitt ihm das Wort ab.
„Kein aber, Son Gohan. Geh jetzt."
Er wollte das Zimmer am liebsten nicht verlassen, doch er wusste auch, dass er gegen eine Frau wie Bulma kein Argument gewinnen konnte, wenn noch nicht einmal Vegeta das schaffte. Deshalb gab er nach, wenn auch sehr widerwillig, und ging in sein privates Badezimmer, nur um ein paar Minuten später wieder mit einem gewaschenen Gesicht und etwas frischer aussehend herauszukommen. Als er zurückkam, war Mrs. Briefs bereits da und saß in dem gleichen Stuhl, in dem er schon den ganzen Nachmittag gesessen hatte. Bulma war schon verschwunden. „Du sagst mir Bescheid, wenn sie aufwacht oder etwas anderes passiert, ja?", fragte Gohan die Frau.
„Natürlich, mein Lieber", sagte die blonde Frau zu ihm. „Oh, und bevor du gehst... Bulma sagte sie ist schon in der Küche und bereitet den Rest vor und dass du nur noch die Jungs holen musst." Gohan erwiderte das Lächeln, das sie ihm zuwarf, und verließ das Zimmer, doch nicht bevor er noch ein letztes Mal zu seiner Schwester zurückgeschaut hatte, bevor sich die Tür hinter ihm schloss.
Er ging den Flur ein kleines Stück entlang bis er bei dem Zimmer der drei Kinder ankam und vor der Tür anhielt, als er die Jungs drinnen reden hörte. Er strengte seine Ohren an um zu verstehen, was sie sagten, und ein kleines Lächeln erschien auf seinem Gesicht, als er Gotens Stimme sagen hörte: „Ich glaube, Gohan ist wirklich böse auf uns. Er hat seit dem Unfall nichts zu uns gesagt."
„Ich glaube, du hast Recht", antwortete Trunks Stimme. „Er wird mich umbringen."
„Dich? Ich hab dich angegriffen."
„Aber wegen mir hat der Strahl Mom und Jenny getroffen!"
„Gohan wird uns beide umbringen! Aber war Jennys Verw—, Verwa—"
„Verwandlung?", bot der andere Junge an.
„Genau! Ich glaube immer noch, dass Jennys Verwandlung cool war!"
„Jaah...", stimmte Trunks zu und Gohan musste bei dem plötzlich Stimmungswechsel der Jungs grinsen, obwohl dieses Thema noch immer ein empfindliches war. „Hey, vielleicht ist sie ja doch ein Saiyajin!"
„Natürlich ist sie ein Saiyajin! Ich bin einer, Bruder ist einer, warum sollte sie nicht auch einer sein?"
In diesem Moment beschloss Gohan, dass er reingehen sollte. Je mehr Zeit er vor dieser Tür verbrachte, umso länger konnte er nicht bei Jenny sein. Die Jungs schauten ihn mit großen Augen an, als er die Tür öffnete und in das Zimmer trat, und er glaubte sogar, einen Moment lang Furcht in ihnen sehen zu können. Hatten sie wirklich geglaubt, dass er sie verletzen, oder schlimmer noch, umbringen würde? „Bulma hat mich geschickt", sagte er und einen Moment lang glaubte er, dass sich ihre Augen noch mehr geweitet hatten. „Essen ist fertig."
Beide ließen den Atem, den sie angehalten hatten, als sie Gohan gesehen hatten, aus und grinsten sich an. „Wie geht es Jenny?", wollte Goten wissen.
„Sie schläft noch, aber es geht ihr gut." Seine eigene Stimme das sagen zu hören, ließ es irgendwie glaubhafter klingen, daher wurde auch er langsam optimistischer. „Aber nun, lasst uns los. Ich bin mir sicher, ihr habt Hunger."
Ohne darauf zu warten, dass eine weitere Sekunde verging, eilten die zwei Jungs an ihm vorbei. Gohan schüttelte einfach seinen Kopf und folgte ihnen, jedoch viel langsamer.
Das Abendessen verging ohne dass viel geredet wurde, hauptsächlich dadurch, dass alle fünf Saiyajins (Vegeta würde niemals eine Mahlzeit verpassen) am Tisch saßen und alles verschlangen, was vor sie gestellt wurde und auch nur im geringsten etwas zu Essen ähnelte. Gohan war überrascht, wie hungrig er wirklich war. Den ganzen Nachmittag hatte er nicht einmal daran gedacht, etwas zu essen, aber als er den Geruch von Essen wahrnahm, bemerkte er, dass er am verhungern war.
Nach dem Abendessen gingen die Jungs schnell wieder auf ihr Zimmer. Gohan wollte auch gehen, sobald das dreckige Geschirr in den Geschirrspüler gestellt worden war, doch Bulma hielt ihn auf, bevor er die Tür erreichen konnte. „Gohan, könntest du dich bitte wieder hinsetzen? Vegeta und ich, wir müssen mit dir reden."
Gohan warf ihr einen verwirrten Blick zu und, während er Vegeta flüchtig anschaute, setzte er sich wieder auf seinen Stuhl. Ein finsterer Blick erschien auf seinem Gesicht, da er sich schon denken konnte, worüber sie mit ihm sprechen wollten, da Vegeta dem Gespräch beiwohnte. „Was ist los?"
„Nun", begann Bulma und Gohan konnte merken, dass sie sich nicht wohl dabei fühlte. „Heute Nachmittag, nachdem... kam Vegeta zu mir und er – du wirst es wahrscheinlich nicht mögen, aber ich bin seiner Meinung – nun, er sagte mir..."
„Hör mit deinem erbärmlichen Gestammel auf, Weib, und sag's ihm! Oder noch besser, ich werde es tun. Ich habe vor, das Gör zu trainieren."
Da er genau das schon erwartet hatte, war Gohan nicht sehr überrascht, doch sein ganzer Körper verspannte sich und er sprang auf, wobei sein Stuhl hintenüber fiel. „Nein! Ich werde nicht zulassen, dass du sie trainierst. Sie ist keine Kämpferin! Jenny ist nur ein Mädchen, ein normales Mädchen!"
Vegeta schnaubte. „Nach dem, was heute Nachmittag passiert ist, willst du mir immer noch weismachen, dass sie nur normal ist? Du kannst mir nicht weismachen, dass du an diesen Unsinn glaubst."
„Na und? Nur weil da scheinbar irgendeine Kraft durch ihren Körper fließt, heißt das nicht, dass du das Recht dazu hast, sie zu etwas zu zwingen, das sie wahrscheinlich gar nicht will!"
„Etwas, das sie nicht will oder das du nicht willst?", fragte Vegeta ihn.
„Hey! Beruhigt euch! Ihr beide!", warf Bulma schnell ein, als sie bemerkte, wie sich die Temperatur im Zimmer erhitzte und sah, wie die Luft um sie herum begann zu flackern. „Keine Kämpfe im Haus!"
„Nun denn... Gravitationsraums." Vegeta nickte nur auf die Herausforderung des jungen Saiyajins und folgte ihm hinaus, wobei sie eine vor Wut kochende Bulma zurückließen.
„Kommt zurück, sofort!", schrie sie ihnen nach, doch vergeblich. Sie würden eh nicht zuhören. „Saiyajins...", brummelte sie und wischte sich mit ihrer Handfläche über das Gesicht.
Es war schon lange dunkel draußen und die Sterne funkelten am Himmel, als Gohan sich durch die Flure von Capsule Corporation schleppte um zu seinem Zimmer zu kommen. Er sah grässlich aus. Sein ganzer Körper war mit blauen Flecken, Verbrennungen und vielen anderen Wunden übersät und sein linkes Auge war dicht geschwollen. Die Kleidung die er trug existierte fast nicht mehr – es waren nur noch Fetzen übrig. Sie hatten nicht zurückgehalten – weder er noch Vegeta wollte nachgeben. Am Ende war Bulma es, die den Kampf beendet hatte und das nur, indem sie den Hauptschalter von dem Gravitationsraum ausgeschaltet hatte. Er grinste müde. Zumindest sah Vegeta genauso schlimm aus.
Er hielt vor seiner Tür an und öffnete sie vorsichtig, nur um Bulma im Stuhl neben dem Bett sitzen zu sehen. Die Frau schaute auf und ging auf ihn zu, wobei sie ihn sanft durch die Tür hinaus schob und sie hinter sich schloss. Sie schien sich den Jungen, der schon ein paar Zentimeter größer war als sie, einmal gut anzuschauen und schüttelte seufzend ihren Kopf. „Oh Gohan..."
„Es tut mir Leid..."
„Ich weiß", antwortete Bulma lächelnd. „Und ich bin dir nicht böse. Aber sag mir bitte, warum du nicht willst, dass Jenny trainiert?"
Gohan stieß einen schweren Seufzer aus. Er hätte wissen sollen, dass Bulma nicht aufhören würde, ihn zu nerven, doch er fühlte sich jetzt zu müde und erschöpft um wütend zu werden und um sich mit ihr zu streiten. „Bis heute Nachmittag war sie noch ein normales Mädchen mit einer Chance auf ein normales Leben. Sie hätte alles tun können, von dem ich nur geträumt habe. Aber wenn—, falls sie trainiert, würde sich alles ändern. Sie würde stärker werden und zu einer Kriegerin werden – eine Kriegerin, die losziehen müsste um die Erde zu verteidigen, falls eine neue Bedrohung auftaucht. Ich will nur..."
Er atmete einmal tief durch.
„Ich weiß, dass du wahrscheinlich wissen willst, warum ich Goten trainieren lasse... Bei ihm und Trunks ist es anders. Ich weiß, es klingt dumm, aber ich glaube, das ist so, weil sie Jungs sind. Sie besitzen die Kraft eines Saiyajins. Sie haben schon versucht, die Bewegungen von Vegeta und mir zu kopieren, als sie gerade das Laufen gelernt hatten. Sie waren in eine Welt des Kämpfens geboren und bevor ich überhaupt wusste, was geschah, war es schon zu spät. Ich konnte Goten nicht mehr aufhalten. Aber Jenny, sie war immer die Ruhige und Schwache gewesen und ich will sie immer nur beschützen – das wollte ich schon immer. Ich will sie beschützen, obwohl ich weiß, dass nun zumindest ein Teil ihrer Kraft erwacht ist. Sie wollte immer wie Goten und Trunks sein – das hat sie mir erst heute wieder erzählt – und ich weiß, dass wenn ich sie trainiere, sie nicht umkehren würde. Ich kann nicht mehr leugnen, dass sie ein Saiyajin ist, egal wie sehr ich es will."
„Du hast Recht, Gohan", sagte Bulma sanft. „Mit allem, was du gesagt hast. Jenny ist ein Mädchen, aber sie ist auch ein Saiyajin – sie ist immerhin die Tochter deines Vaters – genauso wie du und Goten seine Söhne sind. Ich kenne euch Saiyajins und was das Kämpfen für euch bedeutet. Jenny, auch Goten und Trunks, sind noch Kinder und leicht zu begeistern. Warum fragst du sie nicht einfach, was sie will, wenn sie wach ist? Und selbst wenn sie sich entschließt zu trainieren, wer weiß, was sie in ein paar Jahren machen wird, wenn sie ein Teenager ist? Du kannst sie nicht ewig beschützen. Und wer weiß, vielleicht wird sie das Kämpfen aufgeben und ihr Interesse anderen Dingen zuwenden, wie zum Beispiel Jungs."
„Jungs?", fragte Gohan sie erschrocken und er konnte das wissende Grinsen auf ihrem Gesicht sehen.
Bulma schüttelte ihren Kopf und lachte bei dem schockierten Ausdruck auf dem Gesicht des Teenagers. „Oh ja, Jungs... Glaub mir, Gohan. Es wird noch viel schlimmere Dinge geben, um die du dir in den kommenden Jahren Sorgen machen musst." Gohan schluckte schwer und Bulma konnte sehen, wie er noch blasser wurde. „So, Gohan. Warum gehst du jetzt nicht in dein Zimmer? Du siehst so aus, als könntest du etwas Ruhe gebrauchen. Und denk an das, was ich dir gesagt habe."
Gohan lächelte sie an, als er seine Hand auf den Türgriff legte. „Das werde ich. Danke, Bulma." Die blauhaarige Frau blinzelte ihm zu und ging. Da er sich jetzt viel besser als vorher fühlte, öffnete Gohan die Tür und trat hinein. Er setzte sich auf den Stuhl und legte seinen Kopf auf seiner Hand, während seine Augen auf der stillen Form seiner Schwester ruhten.
Gohans Kopf zuckte hoch, als er eine Bewegung unter der Decke und ein müdes Gähnen hörte. War er eingenickt? Er schaute zur Uhr an der Wand. Es war fast vier Uhr morgens. Ja, er war eingenickt. Seine Augen wandten sich wieder dem Bett zu und er sah, dass der Kopf seiner Schwester ihm zugewandt war und dass ihre Augen offen waren. „Hey", sagte er sanft.
„Hey", antwortete sie, genauso leise und setzte sich langsam auf.
„Wie geht es dir?"
Sie zuckte mit den Schultern. „Ich bin müde und hab Durst. Und meine Arme jucken. Warum ist da ein Verband?"
„Sie sind verbrannt", sagte Gohan zu ihr, als er das Glas auf dem Nachtisch mit Wasser füllte und es ihr gab. „Erinnerst du dich an das, was passiert ist?"
Sie nahm ein paar große Schlucke und leerte das Glas innerhalb weniger Sekunden und wischte ihren Mund mit ihrem bandagierten Arm. „Bulma und ich hatten für euch Kekse gemacht. Wir wollten sie gerade zu euch rausbringen, als ich den Strahl auf uns zufliegen sah. Ich hatte Angst und hab den Teller mit den Keksen fallen gelassen um mein Gesicht zu schützen, genauso wie ich gesehen hab, wie du es getan hast, wenn du trainierst. Dann... keine Ahnung... fühlte ich mich plötzlich ganz merkwürdig. Ich erinnere mich, dass ich die Augen zugemacht hab, weil da soviel Staub war. Und dann... nichts." Plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf. „Ist Bulma okay? Sie war hinter mir."
„Sie ist okay", beruhigte Gohan sie und strich durch ihr blondes Haar. „Du hast den ganzen Strahl abgefangen und ihr Leben gerettet. Jenny, wir wissen noch nicht, wie es geschehen ist, aber du hast dich verwandelt und bei der Verwandlung ist dein Ki hoch genug geworden um den Strahl abzublocken."
Jennys Augen weiteten sich und ein riesiges Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Ich hab mich verwandelt? In was? Heißt das, ich bin nicht schwach? Kann ich jetzt mit dir und den anderen trainieren?"
„Hey, hey!", lachte Gohan. „Nicht so schnell. Ja, du hast dich verwandelt. Deine Haare waren schwarz geworden und dir war ein Schwanz gewachsen. Doch der Schwanz war wieder verschwunden und dein Haar war wieder blond geworden, als du ohnmächtig geworden warst. Und du warst in diesem Moment nicht schwach gewesen, ansonsten wären deine Verletzungen viel schlimmer gewesen, und was dein Training angeht... Nun, Vegeta will dich trainieren, aber ich—" Er hielt plötzlich inne, da er nicht wusste, was er sagen sollte. Er wollte sie nicht aufregen und als er den funkelten Schimmer in ihren blauen Augen sah, entschloss er sich, ihr nicht die Wahrheit über das, was vor ein paar Stunden geschehen war, zu erzählen. „Ich hab zu ihm gesagt, ich müsste dich erst fragen. Also, willst du wirklich trainieren?" Sie nickte eifrig und ihr Grinsen wankte nicht einmal. „Okay, abgemacht. Sobald deine Verletzungen geheilt sind, werden wir anfangen, dich zu trainieren." Solange du nicht anfängst mit Jungs auszugehen, bis ich zu alt und zu schwach bin um dich davon abzuhalten, fügte er in Gedanken hinzu.
„Übrigens, Gohan?", fragte sie plötzlich, als sie sein ganzes Erscheinungsbild mit den blauen Flecken und zerfetzter Kleidung bemerkte. „Was ist mit dir passiert?"
Gohan grinste sie an und kratzte sich am Hinterkopf. „Nun, lass uns einfach sagen, dass ich in einen kleinen Kampf geraten bin, okay?"
„Okay...", gähnte sie und legte sich wieder hin, wo sie sich in ihre Decke kuschelte. „Gohan, kannst du mir bitte eine Geschichte erzählen?"
„Was willst du denn hören?"
„Erzähl mir von Dad...", sagte sie, als sich ihre Augen bereits schlossen.
„Dad... Dad war ein großartiger Mann. Krieger, Ehemann und Vater... Er war der stärkste Mann auf der Erde und im ganzen Universum, und hat jeden Feind geschlagen, der es gewagt hatte, ihn anzugreifen. Er hat nie aufgegeben und sah immer das Gute in den Herzen anderer. Er war gewöhnlich immer gut drauf, genauso wie Goten, doch in einem Kampf konnte er zu einem ganz anderen Mann werden. Kämpfen war sein Leben, obwohl er nie seine Familie vergessen hat. Er hat sich entschlossen, nicht zu uns zurückzukehren, weil er nicht nur die Welt, sondern auch uns, seine Familie, beschützen wollte. Er liebte uns." Als er bemerkte, dass seine Schwester schon wieder fest schlief, beugte er sich über sie und gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. „Das tut er noch immer."
