9. Entscheidungen

Als er am nächsten Morgen erwachte, war sie weg.

‚Von wegen, es gibt nichts was ich weniger will…' dachte er spöttisch. Sie würde das Wochenende mit ihren Eltern verbringen und er hatte zu allem Überfluss Aufsicht in Hogsmeade und es war nicht einmal eine einzige nette Strafarbeit zu beaufsichtigen. Na, wunderbar!

Das war alles nur ihre Schuld.

Als er sich knurrend aus den Laken schälte, fiel ihm allerdings wieder ein, dass seine entschwundene Meisterschülerin mit einem Schlafbedarf von mindestens sieben bis acht Stunden lediglich ein bis zwei Stunden in seinem Bett wirklich mit Ruhen verbracht hatte, sie würde sicherlich einen ziemlich müden Samstag auf der heimatlichen Couch verbringen müssen!

Solche Vorstellungen und die Erinnerungen an die letzte Nacht, ließen sein missmutiges Gesicht um einige deutliche Grade fröhlicher erscheinen. Schadenfreude war halt die wahre Slytherinfreude.

Das Frühstück verbrachte er damit, den Tagespropheten zu studieren und sich Minervas Vorwürfe anzuhören, wobei er zugeben musste, dass die Direktorin mehr Zeit darauf verwendete, Hermines Eltern zu loben und darüber zu spekulieren, wer denn nun Hermines geheimer Freund sein könnte.

Er musste sich schwer beherrschen, nicht die Fassung zu verlieren. Nicht nur wegen Minerva, sondern vor allem wegen der Kommentare und Spekulationen im Propheten.

Unter den reißerischen Überschriften: „Schlaueste Hexe seit 582 Jahren in Oxford geehrt" „Severus Snape hält Laudatio auf schöne Gryffindor", waren zahlreiche Fotos der Feier abgebildet. Hermine, wie sie ihr Zeugnis erhielt und das Gemälde überreicht bekam. Hermine mit dem Dekan und den Leitern der drei Fakultäten an denen sie ihre Abschlüsse gemacht hatte und auch ein Foto, wo er sich mit seiner Meisterschülerin das kleine, nette Geplänkel lieferte und eines, wo er mit ihr tanzte.

Die Kommentare darunter waren schon ziemlich boshaft, allerdings auch ziemlich treffend. Da stand unter dem ersten „Was sich neckt, das liebt sich? Nachdem er zur Überraschung der gesamten Zaubererwelt eine sehr ansprechende Laudatio auf seine außerordentlich hübsche und schlaue Meisterschülerin gehalten hatte, (Wortlaut, siehe Seite 3) lieferte sich Slytherins Hauslehrer ein sehr amüsantes Wortgefecht mit seiner ehemaligen Schülerin aus dem Hause Gryffindor, das für unvoreingenommene Zuhörer von einem tiefen Vertrauensverhältnis zeugte, aber durchaus auch mehr vermuten ließe." Und unter dem Bild, das sie zusammen tanzend zeigte, stand: „Harmonisieren nicht nur gut am Kessel, sondern augenscheinlich auch auf der Tanzfläche."

Ein dunkles Schnauben entwich ihm, der dazugehörige Artikel ging über volle vier Seiten und war von Rita Kimkorn, was generell nichts Gutes erwarten ließ. Und tatsächlich beschäftigte sich die Reporterin nur am Rande mit den herausragenden Leistungen seiner Meisterschülerin, viel mehr ließ sie sich in epischer Breite spekulierend über alle möglichen und unmöglichen Verehrer und Liebhaber aus.

Neun Männer und Unglaublicherweise auch eine Frau wurden in einer Art vergleichender Gegenüberstellung auf Tauglichkeit und Kompatibilität hin von ihr geprüft und beurteilt.

Grundgütiger! Nicht zu fassen, auch er war unter den Kandidaten.

Diese irre Reporterin hielt ihn zwar für klug genug für Hermine, allerdings schnitt er in den Kategorien Charakter und Ruf desolat ab. Welch eine Überraschung!

Da gab ihre Einschätzung, sein Aussehen betreffend, schon viel eher Anlass zur Verwunderung. Da stand allen Ernstes, dass sein schmieriges Outfit zum Glück der Vergangenheit angehören würde und er wäre zwar noch lange nicht der ideale Partner, aber immerhin durchaus akzeptabel. Beinahe hätte er sich an seinem Tee verschluckt. Nicht zu glauben!

„Ha, Severus hast Du schon gelesen, wen der Prophet für die geeignete Wahl hält?", piepste Filius neben ihm, „es steht ganz hinten!"

Er blätterte unwillig zwei Seiten weiter und rechnete schon mit allem Möglichen, als ihm das grinsende Gesicht von Simon Beaty entgegen strahlte.

„Kennst Du den?", wollte Filius besorgt wissen, denn die Gesichtsfarbe seines Kollegen hatte sich schlagartig in ein sehr ungesundes Grau gewandelt.

„Hm!", knirschte Severus und starrte auf das Foto dieses unmöglichen Hippies.

„Hier steht, dass sie zusammen studiert haben und sich laut verlässlichen Quellen vor Weihnachten zu einem romantischen Rendezvous in den „Drei Besen" getroffen hätten. Danach wären sie zusammen aus dem Lokal gegangen und man könne vermuten, dass sie auch die Nacht gemeinsam verbracht hätten, denn der junge Amerikaner hätte erst im Laufe des Vormittages das Schloss verlassen", Filius schaute anerkennend auf das Foto, „Alle Achtung!", dann fügte er noch hinzu, "Außerdem wäre er ein vielversprechender Tränkemeister mit einem enormen Einfluss und einem riesigen Vermögen",

„Er sieht sehr, sehr gut aus!", befand Minerva und lächelte verträumt in ihren Porridge.

„Ja, es hätte Schlimmer kommen können, finde ich", war Filius abschließender Kommentar und faltete die Zeitung zusammen, „immerhin hielt diese Schlange von Reporterin – entschuldige, Severus, - die Frau für die ungeeignetste Wahl."

„Wie beruhigend!", schnaubte Severus und verarbeitete sein Toast zu einem Häufchen Krümel.

„Du kommst übrigens laut Einschätzung unserer verehrten Journalistin immerhin schon auf Platz Sieben, direkt hinter Benedict Moorhouse, Cyril Overtons, Godfrey Staunton, Draco Malfoy und Ron Weasley, den die Kimkorn für die zweitbeste Wahl hält, immerhin wären sie schon mal eine Zeit lang zusammengewesen und immer noch eng befreundet", warf Pomona hilfreich ein und grinste ihn an.

„Hmf!", war Severus einziger Kommentar, außer, dass er mit den Zähnen knirschte. Er musste sofort hier raus. Sonst würde er alle Tageszeitungen in der großen Halle mit einem Feuerzauber zu Asche verwandeln. Augenblicklich! Verdammt!

Der Tag wurde übrigens nicht besser, kein klitzekleines, verdammtes Bisschen!

Wer hätte das auch geglaubt, seine reichhaltige Erfahrung sagte ihm, dass Hogsmeadesamstage unter seiner Aufsicht nie besser wurden! Und natürlich hatte er recht!

Wie immer!

Er musste als erstes einen verängstigten Hufflepuff aus der Heulenden Hütte retten, der anscheinend einer Mutprobe erlegen war, erwischte dann zwei Slytherins dabei, wie sie verbotener Weise Feuerwiskey in den „Drei Besen" bestellten (mit Alterungstrank versteht sich), erinnerte zudem eine mehr als stark gebaute Slytherin vor dem Betreten des Honigtopfes an die Konsequenzen, wurde danach fast im Eberkopf in eine Schlägerei verwickelt und fror sich zum guten Schluss den Hintern dabei ab, alle Schülerinnen und Schülern pünktlich wieder ins Schloss zu treiben.

Alles in Allem ein grässlicher Tag, der natürlich auch nicht dadurch an Attraktivität gewann, dass es nichts gab, auf dass man sich hätte freuen können. Keine strahlende Hermine, die sich mitleidsvoll nach seinem Befinden erkundigte, keine verführerische Hermine, die der Meinung war, dass er sich eine Massage redlich verdient hatte, keine euphorische Hermine, die eine neue Trankidee nur mit ihm allein in die Tat umsetzen wollte. Natürlich auch keine Hermine, die ihn verlangend in sein oder ihr Bett zerrte oder wenigstens ein Glas Wein und ein prasselndes Feuer vorbereitet hatte.

Nichts! Nur ein kalter, klammer Kerker, ein einsames Bett und die Aussicht auf einen langen, drögen Sonntag.

Verdammt!

So verging das Wochenende sehr schleppend, mühsam und voller Selbstmitleid. Aber es verging, wie alles im Leben. Sekunde um Sekunde, Minute um Minute kämpften sich die Zeiger der Wohnzimmeruhr weiter vorwärts und schenkten ihm schließlich einen neuen Tag, eine neue Woche und den Anblick einer immens fröhlichen Hermine, als er unruhig und immer wieder unauffällig zur Türe linsend, Montagfrüh beim Frühstück saß.

Er bemerkte sie sofort. Sie stieß die Türe zur großen Halle auf und trat lächelnd, und den Schülerinnen und Schülern an ihren Haustischen Grüße zurufend, zügig auf den Lehrertisch zu.

Und obwohl er schlecht geschlafen hatte und obwohl seine Laune wahrlich nicht die allerbeste war, konnte er einfach nicht den Blick von ihr lassen. Es war, als wenn sich bei ihrem Anblick geradewegs der Himmel öffnen und ihm einen Blick auf all das schenken würde, was er sich am sehnlichsten erhoffte.

Schwungvoll und mit einem breiten Lächeln setzte sie sich neben ihn und wünschte allen, einen wunderschönen Morgen.

Sofort wurde sie von den Kolleginnen und Kollegen in Beschlag genommen. Die Artikel im Propheten wurden haarklein analysiert, sie musste lang und breit von der Zertifikatsfeier berichten, von dem Bild, das man von ihr gemalt hatte, von den Gästen, die dort versammelt waren und von Reden und Menüfolgen. Minerva sonnte sich im Glanz ihrer ehemaligen Musterschülerin und trug stolz kundige Ergänzungen zu Hermines Ausführungen bei.

Niemand kümmert sich groß um ihn, auch nicht seine Meisterschülerin. Beinahe hätte man meinen können, dass sie ihn gar nicht kennen würde und seine Augenbrauen zogen sich ärgerlich und verletzt zusammen. Doch dann bückte sie sich, weil ihre Serviette von ihrem Schoß gerutscht war und als sie sich wieder aufrichtete, trafen sich kurz ihre Blicke und sie flüsterte ihm leise zu: „Ich habe Dich wahnsinnig vermisst, Severus!"

Und wie sich eben einfach so der Himmel geöffnet hatte, so schob sich seine ganze verkokste Welt mit einem Ruck wieder ins Gleichgewicht. Mit einem einzigen Satz, mit einem einzigen heimlichen Blick. Magie, nichts anderes konnte das bewirkt haben, da war er sich vollkommen sicher.

Er musste sich einige Augenblicke lang sammeln, den Schauer verdauen, der diese Erkenntnis bei ihm hinterlassen hatte, dann trank er entschlossen seinen Tee aus, stand auf und verkündete in seinem typischen Lehrerton: „Ich denke, Miss Granger, wir kennen jetzt alle unnötigen Details um sagen zu können, dass sie einen sehr zufriedenstellenden Freitag erlebt haben, daher würde ich vorschlagen, Sie wenden sich nach all der Lobhudelei und Ehrpreisungen zur Abwechslung mal wieder der Arbeit zu. Den Meistertitel verdient man sich nicht durch Bälle, sondern durch Leistung!"

Den Blick, den sie ihm daraufhin zuwarf, bescherte ihm einen erneuten Schauer und noch einiges mehr.

„Ich erwarte Sie in fünf Minuten im Labor!", setzte er darum schnell hinterher und eilte mit langen Schritten zurück in die Kerker.

Dort begann er sofort unruhig auf und ab zu gehen, den Sekundenzeiger der Uhr fest im Blick und auf etwaige Schritte im Gang lauschend.

Nach exakt sieben Minuten öffnete sich ihre Zimmertüre und Hermine trat lächelnd ein.

„Sie sind zu spät, Miss Granger!", grollte er finster und riss sie zur Strafe in seine Arme.

Ihre Hände vergruben sich sogleich in seinen Haaren und sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen um seinen Mund zu erreichen. Ihren schlanken Körper presste sie dabei ganz fest an ihn heran und seine Hände begaben sich im Gegenzug ihren Rücken hinab auf eine verheißungsvolle Wanderschaft. Als sie aber auf ihrem Po zu liegen kamen, löste sie den Kuss und gab keck zu bedenken: „Aber Professor, ich dachte, wir wenden uns zur Abwechslung mal wieder der Arbeit zu?"

„Das hier ist harte Arbeit, Miss Granger!", behauptete er und schnappte wieder nach ihren Lippen.

„So?", stutzte Hermine, „Das hier ist also Arbeit für Dich?"

„Selbstverständlich! Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie anstrengend und kraftraubend es ist, mich zurückzuhalten und Dich nicht gleich und sofort hier auf dem Labortisch zu nehmen!"

Hermine spähte an ihm vorbei zu erwähntem Möbel hin und sie hob eine Augenbraue in die Höhe, dann meinte sie frech „Ich finde ja, Du solltest Deine Kräfte und Anstrengungen für die wirklich … interessanten Dinge … einsetzen, mein Lieber!"

Die sofortige Befolgung von Hermines klugem Rat war zwar ebenfalls nicht ohne eine gewisse Anstrengung zu meistern, dafür aber mehr als erfreulich und brachte ihm ganz neue Sichtweisen ein. Nie wieder würde er zum Beispiel beim Anblick dieses Tisches nur an Zutaten denken können, soviel war klar! Bei Merlin!

So könnte ein Arbeitstag immer beginnen, schoss es Severus durch den Kopf, als er später am Vormittag wieder an eben diesem Labortisch stand und diesmal die nötigen Bestandteile für die komplizierte Versuchsreihe, die Hermine im Rahmen ihrer Meisterarbeit konzipiert hatte, vorbereitete.

Sie war verständlicher Weise noch einmal kurz unter die Dusche gehüpft und stand jetzt tief versunken vor der Tafel mit dem Rezeptfragment, dass sie in den geheimen Archiven der Edinburgher Universität gefunden hatte.

Er teilte ihre Einschätzung, den Trank betreffend. Wenn dieser auch nur in etwa das hielt, was er versprach, war er eine Sensation und brandgefährlich!

„Du wirst mit Kingsley sprechen müssen, sollten sich Deine Berechnungen und Thesen bestätigen", gab er zu bedenken, als sie schließlich zu ihm trat und ihm bei den Zutaten half.

„Auf alle Fälle", stimmte sie zu, „die Chancen, wie die Risiken sind bei diesem Trank ungefähr gleich gigantisch hoch!"

Es handelte sich tatsächlich um einen außergewöhnlich mächtigen Trank, der sich Cardioamoris nannte und sich des Liebespotentials der Person bediente, die ihn einnahm. Das Spannendste daran war Hermines These, was die Fokussierung anging. Sie glaubte, dass die Möglichkeiten dabei nahezu unbegrenzt seien. Konkret dachte sie an Fluch- oder Trankopfer, bei denen bisher alle Heilungsversuche gescheitert waren. Mit der Trägersubstanz ‚Liebe' hoffte sie Regionen und Potentiale erreichen zu können, die sonst verschlossen blieben. Dazu war natürlich, neben einem kompletten und funktionierenden Rezept, vor allem ein geeigneter Zauberspruch von Nöten. Wie gut, dass dies Hermines Spezialität war. Schon seit einigen Wochen tüftelte sie immer wieder daran herum, beriet sich mit Filius und Dumbledore und wälzte Bücher um Bücher, bevor sie der Meinung war, dass ihre Versuche in die richtige Richtung gingen.

Es machte ihm riesigen Spaß, gemeinsam mit ihr an diesem oder einem anderen anspruchsvollen Projekt zu arbeiten. Sie war überaus kompetent und kreativ, hartnäckig und auch risikofreudig. Alles Eigenschaften, die mit den seinen gut harmonisierten.

Minerva hatte schon recht, sie verbrachten Stunden um Stunden damit, die verschiedensten Möglichkeiten zu beraten, rangen und stritten heftig um die beste Lösung und stürzten sich dann ohne viele Worte in die praktische Umsetzung.

Noch vor eineinhalb Jahren hätte er auf alles geschworen, was ihm heilig war, dass man nur alleine gut arbeiten konnte. Was ja auch stimmte, aber zusammen mit ihr, arbeitete er eben noch viel besser und vor allem mit viel mehr Spaß.

Darum war die Vorstellung, dass dies mit dem Ende ihrer Meisterzeit ebenfalls vorbei wäre, alles andere als erquicklich.

„Hast Du Dich schon entschieden, was Du Amos Carter antworten willst?", fragte er, als sie eine kurze Ruhephase des Trankes überbrücken mussten.

„Ja, ich habe lange mit meinen Eltern gesprochen und auch Harry, Ron und Ginny gefragt. Heute Nachmittag habe ich noch einen Termin bei Filius und Minerva. Aber ich denke, ich kann Ende der Woche Professor Carter meine Entscheidung mitteilen."

„Und die lautet?"

„Ach so", Hermine schlug sich gegen die Stirn, „sie lautet, dass sich selbst eine Hermine Granger eine solche Chance nicht entgehen lassen kann!"

„Du nimmst also sein Angebot an", nickte Severus langsam.

„Ja, und ich werde Minerva darum bitten, mein Zimmer hier unten behalten zu dürfen. Natürlich nur, wenn das für Dich in Ordnung ist", schmunzelte sie.

„Darüber muss ich noch gründlich nachdenken!", behauptete Severus zweifelnd und fing sich einen dicken Knuffer ein.

„Wenn Du genug darüber nachgedacht hast, sollten wir eventuell auch überlegen, ob wir mein Zimmer nicht umfunktionieren."

„In was denn?", fragte er erstaunt.

„In ein Büro zum Beispiel. Wofür brauchen wir zwei Betten? Und meine Kleider passen mit einem kleinen Vergrößerungszauber locker in Deinen Schrank mit hinein."

„Das ist wahr, aber was erzählst Du Deinen Freunden und Gästen, wenn sie fragen, wo Du schläfst?"

„Ich hoffe doch sehr, Severus, dass spätestens nach Ablauf meiner Meisterzeit eine Entscheidung gefallen ist!"

„Welche Entscheidung soll das denn sein?", fragte er allarmiert.

„Ganz einfach: Entweder haben wir wiedererwarten festgestellt, dass eine Beziehung miteinander für einen von uns beiden nicht der beste Weg ist, dann werde ich natürlich nicht mehr hier unten wohnen wollen, oder aber, wovon ich doch sehr stark ausgehe, wir sind dann immer noch zusammen, dann wissen meine Freunde und Gäste schon Bescheid über uns und diese blöde Spekuliererei über Liebhaber und geeignete, wie ungeeignete Heiratskandidaten nimmt endlich ein Ende!", erklärte Hermine und gab ihm einen kurzen Kuss.

„Hm", machte Severus, das mit dem Bescheidwissen über ihre Beziehung gefiel ihm ja gar nicht, das mit dem Ende der Spekulationen schon eher. Allerdings sah er auch noch weitere Vorteile „wenn Du ein Büro hättest, könntest Du Deine Bücher dort unterbringen und ich hätte mehr Platz in meinem."

„Auch das, aber vor allem könnte ich die ganzen Bücher von zu Hause und die zehn großen Kisten, die ich immer noch verkleinert im Schrank stehen habe, endlich in Regale stellen."

Severus musste lachen, er hatte einen Bücherwurm zur Freundin, die eine Bibliothek ihr Eigen nannte, deren Umfang sicherlich mit jeder Dorfbücherei konkurrieren konnte.

„Abgemacht!", er streckte ihr seine Hand entgegen, „Sollten wir im nächsten Januar immer noch zusammen sein wollen, dann werden wir die Raumfragen und Raumfunktionen hier unten generell überdenken!", versprach er, just bevor ein keines Glöckchen das Zeichen gab, den schweren Kessel wieder aufs Feuer zu hiefen.

Hermine schlug nickend ein und meinte schelmisch, „Ebenfalls abgemacht, aber ich schlafe rechts!"

„Warum rechts?"

„Weil das näher am Kamin ist!", grinste sie und stahl sich noch einen kleinen Kuss, bevor sie sich wieder in die Arbeit vertieften.

Er dachte dabei, dass diese Forderung ganz in seinem Sinne wäre, denn so würde sie vielleicht weniger seine Wärmflaschendienste benötigen und er konnte auch seinen rechten Arm viel besser um sie herum legen.