Author's Note: Etwas Dialog ist aus dem Feuerkelch geborgt. Fans sollten JKRs Dialog erkennen, und ihr gebührt das ganze Lob dafür (neben den Charakteren, usw. Mir gehört nichts, bla bla bla)
Kapitel Zehn: Der Weihnachtsball
„Ein Weihnachtsball also?" sagte George. „Ich vermute, das heißt, wir bleiben über Weihnachten hier." Die Zwillinge wanderten gemächlich den Korridor zum Gemeinschaftsraum hinab.
„Woher weißt du das?" fragte Fred geistesabwesend, während er über die letzten Bestellformulare von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze blickte.
„Alicia," sagte George. „Sie wird gehen wollen. Verdammt. Ich hasse es, mich so schick zu machen."
„Ach, na ja, sei froh, dass dein Festumhang keine Spitze hat wie Rons," sagte Fred. „Er tut mir fast leid. Er wird in der Aufmachung wie ein Mädchen aussehen."
„Ein sehr hässliches Mädchen," sagte George. „Gehst du also zum Ball?"
„Sicher, warum nicht?" erwiderte Fred und nickte voll Zufriedenheit auf das Bestellformular. „Das sind zwei Dutzend Bestellungen für Kanarienkrem, George. Ganz und gar nicht schlecht."
„Nicht schlecht," stimmte George zu. „Wäre allerdings besser, wenn wir nicht bloß Versandhandel machen müssten."
„Bei dem Tempo werden wir in den nächsten fünf Jahren noch nicht genug für Räumlichkeiten zusammen haben," sagte Fred mit einem Kopfschütteln. „Und dieser dumme Trottel Bagman—"
„Fang bloß nicht damit an," sagte George.
„Hast du diesen Brief von ihm?" fragte Fred.
„Genau hier," sagte George, die Brusttasche seines Umhangs tätschelnd.
„Quatsch," sagte Fred zur Fetten Dame, und das Porträt schwang auf. Die Zwillinge krochen durch das Porträtloch und betraten den Gemeinschaftsraum, wo sie Hermine lernend, Harry „Fliegen mit den Cannons" lesend und Ron eine Haus aus Snape Explodiert-Karten bauend vorfanden. Als Ron die letzten zwei Karten auf die Spitze setzte, explodierte die ganze Sache und versengte seine roten Augenbrauen.
„Siehst ja hübsch aus, Ron...passt sicher gut zu deinem Festumhang," sagte Fred und gab George einen Blick, der sagte „Jüngere Brüder. Also wirklich." Ron schaute die beiden finster an.
„Ron, können wir uns Pigwidgeon ausleihen?" fragte George.
„Nein, er ist mit einem Brief unterwegs," sagte Ron. „Warum?"
„Weil George ihn zum Ball einladen will," sagte Fred mit verdrehten Augen.
„Weil wir einen Brief verschicken wollen, du Riesenrindvieh," sagte George.
„An wen schreibt ihr da eigentlich die ganze Zeit?" fragte Ron, die Augen zusammenkneifend.
„Steck deine Nase nicht in unsere Angelegenheiten, oder ich verbrenn sie dir auch noch," entgegnete Fred, zog seinen Zauberstab und fuchtelte bedrohlich mit ihm herum. „Wie steht's...habt ihr schon eure Mädchen für den Ball?"
„Nee," sagte Ron und hielt dann inne, um die Überbleibsel seines Kartenhauses auf einen Haufen zu schieben.
„Tja, ihr solltet euch besser beeilen, sonst sind die besten weg," sagte Fred.
„Und mit wem gehst du?" fragte Ron
„Angelina," antwortete Fred, blickte zu ihr hinüber und grinste. Sie war in eine Unterhaltung mit Alicia vertieft und hatte ihn noch nicht gesehen.
„Hast du sie schon gefragt?" sagte Ron.
Fred schaute wieder zu Ron, dann zu George. Das hatte er tatsächlich noch nicht.
„Gut, dass du's sagst," meinte er. „Hey! Angelina!"
Angelina blickte auf. Ihre Augen strahlten, aber da waren immer noch Spuren der Traurigkeit in ihnen. Sie spürte immer noch den Schmerz ihrer Trennung von Roger, aber Fred war ermutigt, zu sehen, dass sie heute nicht annähernd so niedergeschlagen aussah wie noch vor einer Woche. Vielleicht kam sie doch endlich über Davies hinweg...
„Willst du mit mir zum Ball gehen?" rief Fred und grinste sie an. ‚Sag ja,' dacht er. ‚Das wird lustig. Du verdienst ein bisschen Spaß.'
Sie betrachtete ihn einen Moment lang, bevor sie lächelte. „Na gut."
„Verdammt," sagte Fred. Er starrte sich zornig im Spiegel an. Es lag am Festumhang, hatte er beschlossen. Alles andere an ihm sah gut aus. Seine Haare waren stylisch verwuschelt, Hemd und Hose passten ihm gut, aber der Festumhang...
Die Farbe war nicht schlecht. Mitternachtsblau, was seine Augen betonte. Aber er war schäbig und offensichtlich aus zweiter Hand. Der Samt sah abgenutzt und verblichen aus.
‚Zum Teufel,' dachte er. ‚Aber gut, zumindest hat er keine Spitze.'
Da war nichts zu machen. Er hatte schon versprochen, auf den Ball zu gehen, weniger aus dem Verlangen heraus, zu gehen, als vielmehr, um Angelina unter Leute zu bringen. Sie hatte bei weitem zu viel Zeit in ihrem Zimmer verbracht und wegen Davies Trübsal geblasen. Er hoffte nur, sie würde fähig sein, damit umzugehen, Roger mit Fleur auf dem Ball zu sehen.
Er verließ den Schlafsaal und ging hinunter in den Gemeinschaftsraum, wo George, Alicia, Lee und Katie Bell sich alle daran machten, aus dem Porträtloch zu gehen.
„Hi, Fred," sagte Alicia mit freundlicher Stimme. „Angie hat gesagt, sie wär in ein paar Minuten unten."
„Mädchen," sagte George. „Sie lieben es, obligatorisch zu spät zu sein. Außer Alicia natürlich." Er schenkte Alicia ein liebevolles Lächeln und sie verdrehte die Augen und küsste ihn auf die Wange.
„Ihr zwei seid widerwärtig," sagten Lee und Fred gleichzeitig.
George machte eine unanständige Handbewegung in ihre Richtung, und Fred grinste, als sein Zwilling, Alicia, Katie und Lee sich allesamt auf den Weg aus dem Gemeinschaftsraum machten.
Fred ging auf den Kamin zu und wollte sich gerade hinsetzen, als er über sich ein Geräusch hörte. Er schaute auf und sah ein Mädchen die Wendeltreppe hinabschreiten.
Es war Angelina.
Freds Kinnlade klappte herunter. Ihr Umhang hatte einen sanften Champagnerton, der ihre wunderschöne Sahnekaffeehaut betonte. Ihr dunkles Haar, mit seinen Tausenden winzigen Zöpfen, war zu einem kunstvollen Knoten hochgesteckt, den klitzekleine funkelnde Perlen durchwoben. Unter ihrem Umhang trug sie ein passendes champagnerfarbenes Seidenkleid, das sich an ihren Körper anschmiegte, vorne tief ausgeschnitten war und somit ein sehr fantastisches Dekolleté enthüllte. An ihren Füßen trug sie passende Schuhe, deren Absätze sie noch einmal um fünf Zentimeter größer machten. Sie sah schöner aus als Fred sie jemals gesehen hatte.
„Hi," sagte sie lächelnd.
„Wow," sagte er. „Angie. Du siehst...wow."
„Ist das deine Art, mir zu sagen, dass ich mich ganz gut rausgeputzt hab?" meinte Angelina neckisch.
„Du siehst atemberaubend aus," sagte er. „Wunderschön."
„Danke," sagte sie ein bisschen schüchtern. „Du siehst aber auch ganz gut aus."
„Danke," erwiderte er, aber er fühlte sich schäbig und abgetragen in seinem gebrauchten Umhang.
„Fred," sagte sie und nahm seine Hand. „Danke. Dass du mich gefragt hast."
Fred spürte, wie sein Gesicht heiß wurde. „Natürlich," sagte er in einem Versuch, lässig zu klingen. „Mit wem sollt ich sonst gehen?"
„Ich weiß, dass es mit mir in der letzten Zeit nicht gerade lustig war—" fing sie an.
„Schh," sagte er und legte einen Finger auf ihre Lippen, die voll und glänzend waren. „Heute Abend werden wir Spaß haben, okay? Du bist das schönste Mädchen in der ganzen verdammten Schule und ich werde die beste Verabredung sein, die du jemals hattest. Verstanden?"
Ihre Augen leuchteten vor unvergossener Tränen und sie lächelte. „Verstanden," sagte sie.
„Wollen wir?" Fred bot ihr seinen Arm an. Sie nahm ihn. Zusammen gingen sie aus dem Porträtloch hinaus in Richtung der Großen Halle.
Die Schüler tummelten sich vor der Großen Halle, als Fred und Angelina die Masse erreichten.
„Die Champions hierher, bitte!" rief Professor McGonagall.
„Netter Hut," sagte Angelina trocken, auf McGonagalls ziemlich scheußlichen Hut deutend, der mit einem Distelkranz verziert war.
„Zumindest ist es festlich," sagte Fred grinsend.
Angelina kicherte, hielt dann aber abrupt inne. Fleur Delacour schwebte vorüber, mit Roger Davies am Arm. Er starrte sie mit einem Ausdruck des Schocks und der Freude auf seinem Gesicht an. Fred fühlte, wie Angelina neben ihm steif wurde, und er packte ihre Hand.
„Bist du in Ordnung, Liebes?" fragte er, ihr Gesicht anblickend.
Sie drehte sich zu ihm. „Mir geht's gut," sagte sie nicht gänzlich überzeugend.
Die Schüler begannen, hinter den Trimagischen Champions und ihren Partnern in die Große Halle hineinzumarschieren. Es amüsierte Fred, zu sehen, wie Ron Viktor Krum blutrünstige und seiner Partnerin, Hermine Granger, die in einem immergrün-blauen Umhang ganz reizend aussah, sehnsüchtige Blicke zuwarf.
Die Große Halle war bis unters Dach dekoriert, aber anstatt der üblichen vier langen Tische standen ungefähr einhundert kleinere, runde Tische über den Raum verteilt. Fred und Angelina fanden George, Alicia, Lee und Katie und schlossen sich ihnen an.
„Ganz nett hier," meinte Fred und schaute sich im Raum um.
„Jaah," sagte George. „Und sieh dir das an. Speisekarten. Als ob wir in einem scheiß Restaurant wären."
Fred nahm eine der kleinen Karten auf und sah sie sich durch. Schweinekoteletts, Lammkoteletts, gegrilltes Hühnchen, Kartoffeln, Reis, grüne Bohnen, Salat...das sah ihm alles ganz gut aus. „Wie soll ich mich denn da entscheiden? Ich verhungre. Das sieht alles gut aus."
„Dann nimm alles," sagte Angelina. „Das werde ich machen."
Fred grinste. „Ich liebe Frauen mit einem gesunden Appetit."
"Ich stärk mich nur," sagte Angelina. „Die Schwestern des Schicksals spielen heute Abend, und ich hab vor, zu tanzen, bis meine Beine abfallen."
„Oje," sagte George. „Angie, du weißt SCHON, dass Fred nicht tanzen kann?"
„Ich kann tanzen!" sagte Fred. „Na ja, so was in der Art. Es klappt gut, solang ich ausreichend Platz hab."
Fred ließ seinen Löffel fallen.
„Das war's," sagte er. „Ich bin fertig. Ich könnt keinen weiteren Bissen essen, selbst wenn mein Leben davon abhinge."
„Tja, ich weiß nicht, warum du satt bist," entgegnete Angelina trocken. „Wenn man betrachtet, dass du genug gegessen hast, um damit ein kleines Land zu ernähren."
„Ich kann nichts dafür, Angie," sagte Fred und verpasste ihr einen zärtlichen Kinnstüber. „Ich bin ein Junge im Wachstum. Außerdem hast du auch nicht so schlecht abgeschnitten, was das Essen anbetrifft."
„Ich bin ein Mädchen im Wachstum," sagte Angelina kühl, aber sie lächelte ihn an.
„Ich mag es, wie du bis dato gewachsen bist," erwiderte er, zwinkerte und warf einen schnellen Blick auf ihre üppige Oberweite.
„Fred," sagte sie mit verdrehten Augen. „Du Schwein." Aber sie grinste.
„Also wirklich," sagte Alicia. „Ich weiß nicht, was Jungs mit Brüsten haben. Was ist so besonders an ihnen?"
„Woran?" fragte George. „An Jungs oder an Brüsten?"
Alicia schlug ihn auf den Arm
„Sie sind besonders, weil sie weich und hübsch sind und wir sie nicht haben," sagte Lee. „Was auch nur gut ist, denn wenn wir welche hätten, würden wir nie was getan kriegen. Wir würden nur die ganze Zeit an ihnen rumspielen."
„Zu viel Information, Lee," meinte Alicia.
„Du hast doch gefragt, oder?" sagte Lee.
„So faszinierend das Thema ‚Mädchen und ihre Körperteile' auch ist," sagte Katie, „es sieht so aus, als ob die Schwestern des Schicksals aufbauen."
„Cool," sagte Fred. „Wollte die schon immer mal live hören."
Fred, Angelina und der Rest ihres Tisches schauten zu, wie die Band ihre Instrumente aufbaute; die kleinen Tische räumten sich ab. Dumbledore erhob sich, bedeutend, dass jedermann es ihm gleichtun sollte, und als die gesamte Große Halle auf den Beinen war, sausten die kleinen Tische an die Wände und aus dem Weg, sodass eine riesige Tanzfläche entstand.
Im nächsten Augenblick fingen die Schwestern des Schicksals an, zu spielen. Es war so ein langsames, trauriges Lied, und Fred spürte eine Welle der Belustigung, als er die vier Trimagischen Champions auf die Tanzfläche gehen und zu tanzen anfangen sah. Fred lachte leise in sich hinein.
„Sieh dir Harry an," sagte er zu Angelina. „Der arme Kerl hat keine Ahnung, was er tun muss. Parvati führt ihn."
„Tja, zumindest tritt er ihr nicht auf die Füße," erwiderte Angelina.
„Was man von Neville nicht behaupten kann," sagte George mit einem Kopfschütteln. „Arme Ginny. Ihre Füße werden größer anschwellen als ihr Rest bevor der Abend zu Ende ist."
"Wollen wir, Angie?" fragte Fred und hielt ihr seinen Arm hin.
„Natürlich," antwortete sie, wobei ihre Augen standhaft Roger und Fleur mieden.
Sie fanden eine leere Stelle auf der Tanzfläche und fingen an, zu tanzen. Oder zumindest Angelina fing an, zu tanzen. Fred blieb wie angefroren stehen. Er stellte fest, dass er nicht wusste, wie man auf DIESE Art tanzte. Langsames Tanzen.
„Ähm, Angie," sagte er unsicher.
„Aha, und wer braucht jetzt Führung?" fragte Angelina grinsend. Sie nahm seinen rechten Arm und schlang ihn um ihre Hüfte, dann nahm sie seine linke Hand in ihre rechte und legte ihre linke Hand um seine Schulter, und langsam begann sie, ihn in kleinen Kreisen zu führen.
„Ah," sagte er grinsend. „Das ist nicht so schlecht."
War es auch nicht. Es war nett. Sehr nett. Angelina roch himmlisch, sie sah sagenhaft aus, und er musste zugeben, dass er es mochte, seine Hand auf ihrem Rücken zu haben. Unbewusst spürte er, wie sich diese bewegte und unter ihren Umhang schlängelte. Sie rückte ein kleines bisschen näher an ihn heran. Er rückte näher an sie heran. Ihr Arm wanderte um seinen Hals. Er fühlte ihren Atem an seinem Ohr. Bevor er es fassen konnte, waren sie sehr eng aneinander gedrückt, ich Kopf auf seiner Schulter ruhend.
Fred schloss die Augen, als er einen vertrauten Blutandrang unterhalb der Gürtellinie spürte und eine Spannung in seiner Hose fühlte. Bei Merlin, er war erregt. Und zwar unglaublich. Falls sie es bemerkte, sagte sie nichts. Er wollte sich nicht bewegen. Wenn er sich bewegte, könnte sie unter Umständen seinen Ständer an sich spüren. Wenn sie es nicht ohnehin schon hatte.
Es war falsch. Sie war sein bester Kumpel. Sie trauerte immer noch um Roger Davies. Sie brauchte Fred als einen Freund; das Letzte, was sie brauchen konnte, war, dass ihr bester Kumpel auf der Welt ganz geil wurde wegen ihr.
‚Ich kann nicht anders,' dachte er. Und das konnte er auch nicht. Sie sah so schön aus und fühlte sich so wunderbar in seinen Armen an und roch so gut...
‚Bitte lass sie nicht merken, dass ich hart wie ein Brett bin.'
Sie drückte sich enger an ihn und seine Erektion streifte ihre Hüfte.
Sie merkte es.
„Weasley," murmelte sie, ihr Atem heiß an seinem Ohr, „hast du da einen Zauberstab in deiner Tasche oder freust du dich einfach nur, mich zu sehen?" Sie gluckste.
„Das ist nicht lustig," sagte er, hin und her gerissen zwischen dem Drang, sich von ihr zu lösen, um den Sturm in seiner Hose zu beruhigen, und der Angst, dass, wenn er dies tat, jeder etwas aus seinem Umhang hervorstehen sehen würde. Zumindest war sie nicht gekränkt. Zumindest fiel sie in ihr gewohntes freundliches, flirtendes, unanständiges Geplänkel zurück.
„Ich fühl mich geschmeichelt," sagte sie, hob ihren Kopf von seiner Schulter und sah ihn an.
„Ich bin froh, dass du dich geschmeichelt fühlst," entgegnete er mit verzogenem Gesicht. „Ich selbst habe ein wenig Schmerzen."
„Vielleicht solltest du dir Hagrid nackt oder so was ähnliches vorstellen," sagte sie kichernd.
„Igitt," sagte Fred. „Ich brauch ihn mir gar nicht nackt vorzustellen, ich kann ihn mir einfach in diesem Yeti-Kostüm, das er trägt, anschauen."
Fred tat dies, wobei seine Augen Hagrids fürchterlichen, haarigen braunen Anzug wahrnahmen, und er spürte, wie sich die Schwellung zwischen seinen Beinen entspannte. „Ah, viel besser."
„Ich wusste gar nicht, dass ich so eine Wirkung auf dich hatte, Weasley," neckte Angelina ihn.
„Gönn mir 'ne Pause," sagte Fred. „Seit Marietta hatte ich keine mehr, und du siehst fantastisch aus und du riechst köstlich und...okay, ich hör jetzt auf, weil ich nämlich schon wieder anfange, aufrecht zu stehen." Entschlossen schaute er Hagrid an, dann Mad-Eye Moody, und abermals flachte die Schwellung ab.
Angelina lachte. „Diese Hormone sind schon fiese Scheißdinger," sagte sie.
„Da hast du wohl recht," erwiderte Fred grinsend. Okay, das hatte er unbeschadet überstanden. Wegen seines besten Kumpels eine Erektion bekommen und es geschafft, ihre Freundschaft nicht zu zerstören. Er war enorm erleichtert. Fast so erleichtert über ihre Reaktion wie auf Grund der Tatsache, dass seine Hose ihn nicht mehr drückte.
Die Musik wechselte zu einer schnellen, mitreißenden Melodie, und Angelina, die immer noch lachte, fing zu tanzen an. Fred machte mit, weniger tanzend, als viel mehr mit Armen und Beinen strampelnd, und die Leute machten ihm schleunigst Platz.
Ziemlich bald verlor Fred den Überblick. Er stellte fest, dass er Spaß hatte, aber nicht wegen des Tanzens, wenn man das so nennen konnte. Er hatte Spaß, weil Angelina Spaß hatte. Sie lachte und wirbelte herum und zum ersten Mal war sie das Mädchen, dass er vor all diesen Jahren bei der Aufteilung getroffen hatte, das fröhliche, lebenslustige Mädchen, dessen Herz nicht von einem grausamen, selbstsüchtigen Jungen gebrochen und dessen Selbstvertrauen nicht von der Tatsache, dass sie größer und jungenhafter war als andere Mädchen, untergraben worden war.
Als sie tanzten, vergaß Fred so ziemlich alles, außer sie. Das Gefühl, das ihn überkam, als er sie zur Abwechslung mal fröhlich sah, konnte er einfach nicht verstehen. Nur dass es auch ihn fröhlich machte.
„Gott sei Dank," sagte Angelina, als sie und Fred aus der Großen Halle hinaus und in die beißende Dezemberluft traten.
„Heiß da drinnen," meinte Fred und nahm einen tiefen Zug Punsch. Angelina nahm ein Schlückchen von ihrem und tupfte ihre Stirn mit ihrem Taschentuch ab.
„Tanzen ist ganz schön gutes Training," sagte sie. „Ich muss unmöglich aussehen."
„Schwachsinn," entgegnete Fred. „Du siehst fantastisch aus."
„Danke," sagte sie. „Du selbst siehst aber auch gar nicht schlecht aus. Ich denk, der Verschwitzte-Haare-Look passt definitiv zu dir."
„Verschwitzte, steifgefrorene Haare meinst du," sagte Fred, seine nassen Haare berührend, die tatsächlich angefangen hatten, einzufrieren. „Weißt du, ich könnt mich hier draußen verkühlen."
„Nicht mit dem Zeug," sagte Angelina und nahm ein weiteres Schlückchen Punsch. „Was habt ihr da eigentlich reingekippt?"
„Ein bisschen von diesem, ein bisschen von jenem," antwortete Fred verschmitzt. „McGonagall ist auf jeden Fall etwas lockerer geworden."
„Das Zeug ist gut," sagte Angelina. „Ich fühl mich schon wärmer."
„Ich hatte mir schon gedacht, dass diese niedliche Röte in deinen Wangen nicht nur vom Tanzen kam," sagte Fred mit einem weiteren seiner zärtlichen Kinnstüber.
Sie lächelte ihn an, aber dann wanderten ihre Augen zu etwas hinter ihm and schienen wie angefroren inne zu halten."
„Was?" fragte Fred, aber irgendwie kannte er die Antwort schon.
Er drehte sich langsam um und folgte ihrem Blick, nur um Fleur Delacour und Roger Davies zu entdecken, die in Mitten eines kahlen Rosenbusches standen und angeregt knutschten. Fred drehte sich eilig zu Angelina zurück.
„Angelina—" setzte er an.
„Mir geht's gut," sagte Angelina. „Mir..." Ihr Kiefer war starr und ihre Augen waren aufgerissen und kühl, aber Fred sah es. Das leiseste Zittern in ihrem Kinn.
„Mir geht's nicht gut," sagte sie, indem sie ihre Augen von Fleur und Davies losriss.
„Komm," sagte er entschieden. „Lass uns nach drinnen gehen." Er zog sie sanft ins Innere des Schosses und lenkte sie zurück zur Großen Halle.
„Mehr Punsch," sagte sie, als sie die Kontrolle über ihre Füße wiederfand und direkt auf die fast überlaufende Bowle zuging.
„Aha," murmelte Fred, und er ging ihr nach, als sich ihm plötzlich ein Mädchen in den Weg stellte. Das letzte Mädchen, das er sehen wollte.
„Hallo, Frederick."
„Marietta."
„Hast du Spaß?" fragte sie süß.
„Unbedingt," antwortete Fred. „Und welcher Vampir hat sich einverstanden erklärt, heute mit dir zu kommen?"
„Clever," sagte Marietta, deren Augen gefährlich blitzten. „Ich habe deinen Humor schon immer gehasst, Frederick."
„Ich bin wirklich niedergeschlagen," sagte Fred, seine Augen auf Angelina gerichtet, die ihren Becher schon ein Mal mit Punsch gefüllt, ihn geleert und wieder gefüllt hatte. Bei ihrem Tempo würde sie binnen Minuten sternhagelvoll sein. Nicht gut.
„Also, Frederick, wie läuft's denn so mit Angelina?" sagte Marietta, eine Strähne ihres blonden Haares zwischen den Fingern zwirbelnd. „Ich hab von ihr und Davies gehört. Wirklich furchtbar. Sie muss so am Boden zerstört gewesen sein—"
„Hör zu, Marietta," sagte Fred hitzig, verärgert und rasend über die Art, wie sie Mitgefühl für Angelina vortäuschte, wo sie tatsächlich nichts dergleichen empfand, „ich bin gerade beschäftigt. Entschuldige mich." Er ging los zu Angelina und der Bowle, aber Marietta versperrte ihm den Weg.
„Richtig," sagte Marietta. „Sich um die arme Angelina kümmern. Ich bin sicher, eine gute Nummer mit dir wird sie Roger total vergessen lassen."
„Du hast wirklich keine Ahnung, wovon du redest," erwiderte Fred. „Warum machst du dich nicht ab und findest ein paar andere blutsaugende Parasiten, mit denen du rumhängen kannst, hm? Ich werde mit meiner Verabredung rumhängen. Leb wohl."
Er stolzierte davon und versuchte dabei, ihren süffisanten Gesichtsausdruck zu ignorieren. Er erreichte Angelina gerade rechtzeitig, um sie ihren Punschbecher ein drittes Mal füllen zu sehen.
„Das Zeug ist gut," sagte sie, ihr Worte schon leicht lallend.
„Angie," sagte Fred in einem warnenden Tonfall. Aber er war so verärgert und wütend über seine Konfrontation mit Marietta, dass ein Teil von ihm selbst sturzbesoffen werden wollte.
„Nimm 'nen Schluck," sagte sie und schob ihm ihren Becher zu. „Du siehst aus, als könntest du's gebrauchen, nach deinem Gespräch mit...wie heißt sie noch."
„Angie, vielleicht sollten wir nicht—"
„Unseren Kummer ertränken?" sagte Angelina. „Unsinn. Ich hab eine herrliche Zeit, Fred. Fühl mich wie eine Million Galleonen. Ich hass es auf jeden Fall, mich ganz alleine so gut zu fühlen." Sie drückte sich wohlüberlegt aus, wie jemand, der versucht, nüchtern zu klingen, es ihm aber nicht gelingt.
„Mach schon, nimm 'nen Schluck," sagte sie und lächelte ihn an.
Fred nahm den Becher und kippte den Inhalt runter. „Was zum Teufel," sagte er und füllte den Becher abermals.
Translator's Note: Nachdem jetzt auch mein mündliches Abi rum und die Abizeitung gedruckt ist, hab ich wieder ganz viel Zeit zum Übersetzen. Ich glaub, die Tatsache, dass ich momentan Band fünf auf Deutsch les (hab mich bisher drum gedrückt, denk aber, dass das vor Erscheinen des HBP noch sein muss), wirkt sich positiv aufs Übersetzen aus, weil ich mir doch einiges abgucken kann. Na ja, ich hoff, alle hatten Spaß mit dem Kapitel; auf dass das nächste in Bälde kommen möge... ;-)
