Nächstes =)


Review:

Mannequin: Huhu =)

Oh ja, jetzt ist wieder diese Zeit. Ich muss auch schon ständig aufpassen, dass es mich nicht erwischt. Ich hab mir mittlerweile sogar so Desinfektionsgel gekauft, um es zwischen drin mal, wenn ich mir die Hände nicht waschen kann, zu benutzen. Bringt natürlich nichts, wenn ich direkt angeniest werde XD

Walking Dead? Oo Und ich dachte, nur in Game of Thrones sterben die Hauptcharaktere reihenweise. Ich kenn schon auch noch ein paar andere, die Walking Dead anschauen und es gut finden, aber ich bin nicht so der Zombie Mensch gewesen und da du mir das nun mit den vielen Tode (Ich denk, das ist ein Wort ^^ ) erzählt hast, bin ich ganz froh, dass ich das nicht anschaue. Ich komm damit ja irrsinnig schlecht zurecht. Mich härtet leider nichts ab =.= Selbst Horrorfilme sind immer wieder aufs neue uahhhhh.

Hm, jetzt so im Nachhinein betrachtet, hättest du es denn für gut befunden, wenn Sirius im 7. Buch wieder zurückgekommen wäre? Ich frage nur, weil er war ja ein Jahr dann in dem Schleier gefangen. Nach 12 Jahren Askaban, wär da ein Jahr Schleier nicht noch mal eine Bestrafung gewesen? Ich glaub, ich hatte gehofft, dass er in Buch 6 gerettet wird, aber das passierte ja leider nicht =/

Ja, da stimme ich dir schon zu, dass wenn es nachvollziehbar ist, durchaus alle möglichen Entwicklungen denkbar sind.

Bei Draco konnte ich den Umschwung verstehen, denn er ist noch ein halbertes Kind in Buch 7 und natürlich ist er von seinen Eltern so erzogen worden und in Buch 6, wie du gesagt hast, sieht er dann die Grausamkeit von Voldemort. Ich werd hier allerdings noch ein Stück weitergehen bei ihm, weil ich nicht weiß, ob das für jemanden wie ihn wirklich schon genug gewesen wäre, um sich gegen Voldemort aufzulehnen. Ich mein, er hatte keine Probleme damit seine Mitschüler zu schikanieren, Mitschüler zu verletzen und Harry mit dem Cruciatus Fluch zu foltern. Auch wenn es von mir grausam ist, aber so kann ich es eher nachvollziehen, warum er nicht mehr bei Voldemort ist und meiner Linie treu bleiben.

Kamikaze Draco? XD

Gut, es kommen nämlich noch so einige Überraschungen ^^

Ah, verstehe =) Mach ich aber auch so, versprochen. James und Lilli sind zwar nicht so präsent wie in CofX aber ganz unwichtig sind sie hier auch nicht und es kommen noch einige schöne Szenen mit den beiden.

Schon, da kann es der Autor nicht jedem recht machen. Wobei Rowling es mir mit Buch 1 bis 5 schon recht gemacht hatte ^^ Ich mein, ich hab Remus in Buch 4 vermisst, aber dafür bekommt er von mir hier eine Ausrede XD Er musste nämlich dafür sorgen, dass Jimá sich nicht vom Acker machte und nach England kam. Vielleicht kompensiere ich es auch ein wenig über, wenn ich meine Lieblingscharaktere zu sehr in den Vordergrund schiebe, aber ich schreib die FF ja nicht für alle, sondern für mich und für die, die diese Lieblingscharaktere teilen ^^

Jaah =) So ist auch der gute Dumbledore nicht ganz weg.

Richtig, aber das mit Malfoy kommt dann im nächsten Kapitel. Schätz ich. Habs noch nicht begonnen, da ich ja gerade dieses erst fertig habe.

Brian ist sein richtiger Name, yup und da wird es auch noch eine Szene hier später geben. Es war einer der vielen Vornamen von Dumbledore und derjenige, den ich mir für nen Junge noch am ehesten vorstellen konnte. Percival klingt zu sehr nach Percy und Wulfric wollte ich auch nicht nehmen. Der Name wurde ihm aber in der Tat von Anna und Sirius selber gegeben.

Ich spoilere hier mal. Neville ist nicht so arm dran gewesen, wie es für Harry klang. Aber das kommt erst noch und das zählt wohl zu etwas, von dem ich durchaus Panik habe, dass ihr es nicht gut aufnehmen werdet. X.x

Thx für das liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 10 - Friend or foe

Die Woche war alles andere als schön. Ginny, Hermine, Harry und Ron saßen deprimiert und entmutigt in ihren Klassen. Je mehr sie über White erfuhren, umso düsterer wirkte sich dies auf ihre anfänglich noch entschlossene Stimmung aus. Harry hatte nach Dumbledore's Tod mit vielem gerechnet, was Voldemort und ihn betraf. Er hatte erwartet vor seinen Schergen davon zulaufen, von ihnen mit dem Cruciatus Fluch traktiert zu werden, aber dieser Psychoterror von White war eine andere Dimension. Sie wollte ihn für Voldemort vorbereiten? Wofür vorbereiten? Angemessen anziehen damit er beim Sterben auch gut aussah?!

„Harry, pass auf!"

Zu spät. Peng! Harry erwischte eine Metallhand mitten ins Gesicht und er sah nur noch Sternchen.

Damit war Verteidigung gegen die Dunklen Künste für ihn vorbei und er ging mit pochendem Kopf nachdem die Stunde vorbei war mit Ginny, Hermine und Ron an seiner Seite aus dem Unterricht raus. Malfoy, Crabbe und Goyle mimten wie befürchtet auffällig laut und dämlich in ihrer Nähe nach wie Harry von der Faust der Rüstung getroffen auf den Boden torkelte.

„Tut mir echt leid, Mann," sagte Ron und sah den Freund schief von der Seite an. „Ich dachte, du hast die Rüstung gesehen. Andererseits, wenn man bedenkt, dass du -" Er wandte sich an seine Schwester. „ihn hättest beschützen sollen. Sollte die Entschuldigung eher von dir kommen, statt von mir."

„Ich war mit Hermine's Ganzklammerfluch beschäftigt!" keifte Ginny entrüstet. „Harry trotzdem so anzugreifen, obwohl sein Schutzpartner am Boden liegt ist ne doofe Idee von dir selbst, du Depp!"

„Nun hört schon auf ihr zwei," sagte Hermine sanft. „Es war doch nur eine Übungsstunde, damit wir als Partner das duellieren lernen und so auf unsere Umgebung besser Acht geben. Jedes andere Quartett hatte ebenfalls Fehler gemacht."

„Auch welche in der einer mit ner Gehirnerschütterung heraus marschierte?" kommentierte Harry sarkastisch. Ron biss sich unangenehm auf die Lippen.

„Na ja, ich glaube Dean Thomas hat nun Furunkeln an seinem Körper," überlegte Hermine angestrengt, offenbar ohne den Sarkasmus in der Stimme von Harry mitbekommen zu haben. Ginny kicherte, hielt ihren Freund mit der Hand am Arm jedoch an und drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf die Stirn.

„Nun, Dean Thomas bekommt den Kuss bestimmt nicht von mir," sagte sie mit vielsagendem Blick und Harry fühlte sich zum ersten Mal seit Tagen wieder etwas besser. Ginny war seit Monaten so sehr mit Lernen und ihm Helfen beschäftigt, dass sie kaum Gelegenheiten zur Zweisamkeit hatten. Ihm wurde erst jetzt klar, wie gut sie ihm tatsächlich die ganze Zeit getan hatte. Sie schaffte es, dass alles schöner aussah und das mit nur einem einzigen sanften Lächeln.

„Ginny Weasley?" Wieder war es eine piepsige Stimme eines Erstklässlers neben ihnen. „Die Direktorin wünscht sie jetzt zu sprechen."

„Was?!" donnerte Harry so laut, der Erstklässler war augenblicklich zusammengezuckt und panisch weggelaufen.

„Ich lauf ihn mal lieber hinterher," sagte Ginny irritiert. Hermine und Ron indes wandten sich mit entsetzten Mienen an Harry.

„Ihr wird schon nichts geschehen," sagte Hermine, wirkte jedoch alles andere als unbesorgt. „Ich mein... White will womöglich nur wissen, was sie weiß, oder wie es um uns gerade steht. Sie benutzt ihre Fähigkeiten nicht zum Foltern..."

Den letzten Satz hätte Hermine besser nicht gesagt, denn Harry schien gar nicht alles gehört zu haben, sondern nur das wahrzunehmen, was er wollte und dies war das letzte Wort. Er war sofort losgelaufen und Hermine und Ron liefen ihm ohne zu zögern hinterher, sehr wohl in dem Wissen, dass es unklug war ihn alleine zum Wasserspeier rennen zu lassen.

Als sie dort ankamen war Harry dabei alle möglichen Passwörter auszuprobieren.

„Erdbeerschokolade."

Nichts.

„Erdbeerdonut."

Nichts.

„Erdbeerscheiße!"

Nichts.

Harry trat mit dem Fuß dagegen.

Nichts.

Er schlug mit der Faust dagegen.

Nichts.

„Harry, hör auf damit!" sagte Hermine laut und hatte ihn mit Ron's Hilfe weggezogen. „Das führt doch zu nichts."

„Das führt zu nichts? Das führt zu NICHTS?! DAS FÜHRT ZU NICHTS?!" brüllte er lauthals und zornig.

„Dobby ist auch dabei," sagte Ron etwas unsicher. „Er wird nicht zulassen, dass White etwas tut."

„Harry, bitte," flehte Hermine innig. „Ich hab letzte Woche wirklich nur geweint, weil alles zu viel war. Professor White hat mir nichts angetan. Ginny wird okay sein."

Harry aber schnaubte verächtlich und war drauf und dran erneut das nächste Wort mit Erdbeere zu donnern, da hörten sie eine Männerstimme hinter ihnen nach ihm rufen.

„Harry?"

Alle drei drehten sich um und sahen angenehm überrascht, dass Brian auf sie zuschritt.

„Ich hätte überall damit gerechnet in euch reinzulaufen, aber bestimmt nicht hier," grinste er amüsiert, verzog jedoch misstrauisch die Augenbraue als er verstand, dass er in etwas ernsthafteres geraten war. „Okay – Wieso sieht hier jeder aus als ob jemand beim Henker gelassen wurde, Leute?"

„Ginny ist bei Professor White," sagte Ron.

„Und?"

„Sie ist ein Empath," sagte Harry grimmig. „Sie hat Hermine letzte Woche schon zum weinen gebracht."

„Hat sie nicht!" widersprach diese empört. „Ich sagte doch, dass es nicht ihre Schuld war."

Brian begann wieder zu grinsen und deutete Harry an ihm zu folgen.

„Lasst uns gehen, Leute. Am besten in die Große Halle. Mein Magen knurrt."

„Nein, ich will warten bis Ginny raus kommt."

„Harry," sagte Brian bestimmend. „Ich schwöre dir, Professor White wird Ginny am wenigsten etwas antun. Du hast mein Wort."

Alle drei sahen ihn verwirrt an und verstanden nicht, wie er sich so sicher sein konnte, aber da er bereits losgegangen war, gingen ihm alle drei, wenn auch zögernd nach. Harry hätte sich wohl selst dann noch nicht vom Fleck gerührt, hätten Hermine und Ron ihn nicht mitgezogen.

„Du schwörst es?" warf Harry skeptisch ein.

„Klar. Ich verwett meinen Hintern drauf und das tu ich selten. Etwa seitdem ich ihn mir verbrannt habe, weil ich mir sicher war den Fluch zu brechen. Bill meinte, das ginge niemals und ich hätt vielleicht besser auf ihn hören sollen. Dann hätte ich wesentlich weniger Probleme meine Pobacken beim Motorradfahren ruhig zu halten."

Hermine und Ron sahen ihn irritiert an, aber ob das nun ein Witz war oder nicht, erfuhren sie durch Harry nicht mehr.

„Wie kannst du dir so sicher sein?" warf dieser ein ohne der kleinen Geschichte gerade zugehört zu haben. Brian blieb stehen und sah Harry schmunzelnd an.

„Okay, ich weiß, du denkst, der Orden weiß nichts von dem was White treibt. Ich weiß, du bist enttäuscht, weil Dumbledore Snape verteidigt hat und am Ende von ihm getötet wurde und Ich weiß, du hast Angst, dass sich dies mit Professor White wiederholt und es einen weiteren Menschen trifft, der dir etwas bedeutet.

Glaub mir, wir wissen Dinge von Professor White, die du nicht weißt und die dir deswegen keiner sagt, weil es Privatsphäre ist. Genauso wie wir Jimá's und deine Privatsphäre achten, tun wir das auch im Bezug auf die Direktorin.

Ich garantiere dir, wenn sie für einen von euch wirklich gefährlich wäre, hätten wir längst etwas unternommen."

„Ich hab Remus vor Monaten gefragt, ob sie gefährlich für mich ist und er hat diese Frage bejaht und mich zur Vorsicht aufgerufen."

„Vor Monaten sah alles auch noch anders aus. Professor White war doch gerade erst wieder zurückgekehrt."

„Von Voldemort."

Brian sah Harry amüsiert an und es wurde Letzterem sofort klar, dass sein Gegenüber den Versuch an mehr Informationen zu kommen bereits durchschaut hatte und deswegen nicht darauf einging.

„Und wir brauchten etwas Zeit, um sicher zu sein, dass sie sie selbst war. Aber nun sind wir es."

„Warum? Was ist passiert?"

Brian lachte.

„Okay, um Jimá's Willen und weil wir Freude sind, erzähl ich mehr und hoffe dann, dass du dich damit zufrieden gibst und mich nicht weiter löcherst, oder ich komme als Kaffeesieb wieder aus Hogwarts heraus.

Professor White ist eine Person, mit der viele im Orden eine Vergangenheit haben und viele kennen sie entsprechend sehr lang."

„Weil sie mit Remus zur Schule ging, zum Beispiel oder Dumbledore's Urenkelin ist zum Beispiel?"

„Zum Beispiel," sagte Brian mit einem milden Lächeln. „Aber auch aus ihrer Zeit aus dem Orden. Sie war bereits Mitglied bei der Gründung."

„Sie war?" fragte er überrascht. Ron und Hermine sahen nicht weniger verblüfft aus.

„Ja. Und glaub mir, wenn ich dir sage, dass sie kein normales Mitglied war. Sie hat viel für den Orden getan und gerade die älteren Mitglieder vertrauen ihr immer noch. Sie soll... nun sagen wir es so, was ich aus den Worten der anderen rauslese ist, sie macht es nicht immer so wie man es tun würde, aber sie schafft stets das Ziel. Wenn sie dich also nicht auf Rosen bettet, so wird sie ihre Gründe haben."

„Sie sagt offen zu mir, dass sie zu Voldemort gehört und für ihn arbeitet," sagte Harry, was sein letzter Versuch war Brian dazu zu bewegen die Augen zu öffnen. Der Freund schmunzelte belustigt.

„Harry, hat sie jemals zu dir gesagt: Mr. Potter, ich bin ein Todesser und arbeite für den Dunklen Lord? Oder wirkt sie auf dich wie jemand, der über Voldemort nur als Mein Meister spricht?"

„Ja!"

Nur eine Sekunde später wurde ihm bewusst, dass sie nie genau diese Worte benutzt hatte und ihre Art auch absolut keine Ähnlichkeiten mit Peter Pettigrew oder Quirrel hatte. Sie hatte auch tatsächlich noch nie mein Meister benutzt, wenn sie über Voldemort sprach.

„Aber sie hat dennoch gesagt, dass sie für ihn arbeitet."

Brian sah ihn immer noch mitfühlend, wenn auch tief an.

„Sie sagte, dass sie Dinge für ihn tut. Mich zum Beispiel hier her nach Hogwarts holen."

„Hat sie gesagt, Mr. Potter, ich hole sie nach Hogwarts im Auftrag des Dunklen Lords oder sagte sie, Mr. Potter, ich hole sie nach Hogwarts, weil der Dunkle Lord das so will?"

„Wo liegt da der Unterschied?" platzte ihm ungeduldig heraus.

Brian aber klopfte ihm mitfühlend auf die Schulter.

„Du bist nicht der Erste und wirst auch nicht der letzte sein. Sie will, dass du glaubst, dass sie für Voldemort arbeitet."

„Und warum sollte sie das?"

„Frag dich lieber, warum sollte sie das tun, wenn sie tatsächlich für ihn arbeitet? Welcher Todesser hatte jemals offen seinem Gegner gesagt, was ihm von Voldemort aufgetragen wurde?"

Er hatte auf diese Frage keine Antwort, denn alles, was er gesagt hätte, klänge zu naiv und einfach nicht richtig. Brian hatte recht und das wurde Harry in diesem Moment bewusst. Sein Freund drückte ihm aufmunternd die Schulter.

„Lass uns etwas essen gehen und auf Ginny warten. Hermine, Ron?"

Beide nickten zustimmend und so gingen sie zu viert in die Große Halle für das Mittagessen.


Während sie aßen wandte sich Harry, dem das Gesprochene nach wie vor nicht aus dem Sinn ging, Brian zu.

„Warum glaubst du, dass sie das tut?"

Mit der Gabel und einem dicken Fleischkloß im Mund sah Angesprochener mit großen Augen auf.

„Wuer?" würgte er mit vollem Mund ahnungslos hervor.

„Professor White."

Hermine und Ron sahen Brian gleichfalls interessiert an, also schluckte er alles runter was in seinem Mund war, legte die Gabel nieder und wandte sich ihnen wieder zu.

„Fiele mir leichter zu urteilen, wenn sie mit mir reden würde, aber das tut sie nicht, also sauge ich mir mal eine Vermutung aus den Fingern, von dem, was mir die anderen sagen.

Sie will, dass du das glaubst. Entweder, weil es irgendwie dem Ziel des Ordens dient, obgleich ich keine Ahnung habe, welchem, oder – und dann würde ich sagen, willkommen im Club mit Jimá und mir – sie kann dich nicht leiden."

„Aha?" machte Harry irritiert. Ron und Hermine sahen nicht weniger verwirrt aus. Brian grinste jedoch und stach seine Gabel in den nächsten Fleischkloß.

„Mit uns redet sie nämlich gar nicht. Ignoriert uns im Orden und sogar hier in Hogwarts, wenn man sich im Korridor begegnet. Ich hab jedoch herausgefunden, dass sie es früher auch nie für wichtig befunden hat, andere zu berichtigen, die ihr vorwarfen ein Todesser zu sein. Nur engen Freunden gegenüber tat sie dies und dann auch nur einmal."

„Und diese engen Freunde glaubten ihr das, weil?"

Brian schmunzelte.

„Würdest du es Ron und Hermine glauben, wenn sie dir das sagen, dass sie keine Todesser sind?"

„Ja, natürlich, aber was hat das mit White zu tun?"

„So eng waren auch Remus und Professor White befreundet und Ich garantiere dir, Harry, die Freundschaft zwischen ihnen war enger als die Freundschaft zwischen Remus und Peter Pettigrew. Als ich Remus jedenfalls darauf ansprach sagte er nur, sie bräuchte noch Zeit sich einzugewöhnen und wir sollten ihr etwas Zeit geben. Also, geben wir sie ihr. Gib du es ihr auch. Vielleicht wird sie ja netter."

Er fuhr mit der Gabel bereits zum Mund, hielt jedoch kurz vorher an.

„Oder nicht. Wie gesagt, ist bei uns noch nicht geschehen."

„Waren die beiden ein Paar?" fragte Ron, aber statt einer Antwort hatte Brian sich am Fleischkloß verschluckt und Hermine klopfte ihm stark auf den Rücken.

„Diankeeeeeee," röchelte er nach Luft schnappend, dann drehte er sich wieder mit entrüsteter Miene zu Ron. „Nein! Natürlich nicht!"

Harry wollte eigentlich mehr fragen, doch da hatte sich Ginny wieder zu ihnen dazugesetzt. Sie weinte nicht und hatte auch nicht geweint, wirkte nicht mal besonders erschüttert oder verwirrt. Sie wirkte, so wie immer. Gefasst, stark und bildhübsch.

„Ist nichts passiert," teilte sie ihnen sofort mit, sah dabei aber insbesondere Harry beruhigend an.

„Wir haben uns sogar unterhalten."

„Echt?" sagte Harry verwundert, aber Ginny nickte erneut zuversichtlich.

„Ja, sie wollte wissen, wie es für mich läuft, nachdem ich ein Jahr übersprungen habe. War sogar ehrlich gesagt richtig nett und dann gab sie mir das für dich mit."

Sie reichte ihm eine kleine Pergamentrolle, verschlossen mit einem weißen Band. Harry nahm es an sich und rollte es aus.

Morgen, 19 Uhr. Klassenzimmer für Geschichte der Zauberei. A. White.

Harry rollte es wieder zusammen und sah grimmig auf.

„Sie will sich wohl wieder mit mir duellieren."

Brian schob ihm den Teller Fleischklöße rüber und grinste breit.

„Dann solltest du gut essen. Auf leerem Magen duellieren macht Aua."

Harry gab ihm ein blöden Blick, aber Brian fühlte sich nicht im mindestens angegriffen, sondern stopfte sich genüsslich den nächsten Fleischkloß hinein.

„Bist du eigentlich nur zum Essen hier?"

„Nope," sagte er mit vollem Mund, schluckte alles aber mit einem Mal hinunter.

„Hätte ich fast vergessen – Jimá sagt, du sollst heute Abend um 22 Uhr zum Tor kommen. Sie trifft dich da."

„Uhm, okay... Sagte sie auch warum?"

„Nope. Hätte ich nachfragen sollen?"

„Ne, schon gut."


Er erschien wie abgemacht um 22 Uhr am Tor, was er glücklicherweise als Schulsprecher auch durfte. Sie war jedoch noch nicht da, also wartete er etwas ungeduldig. Es war eisig kalt und der erste Frost hatte sich in der ganzen Gegend gebildet. Er war versucht ein Wärmezauber auf sich zu produzieren, wenn sie nicht gleich auftauchte.

„Harry!" rief Jimá und rannte vom dunklen Dickicht des Waldes auf ihn zu. Er kam ihr auf halbem Weg entgegen und das war nicht ganz uneigennützig, denn wenn er noch länger auf dem Fleck verweilt wäre, hätte er sich von einer Frostbeule nicht mehr unterscheiden lassen.

„Tut mir leid," sagte sie sofort als sie endlich beieinander standen. Sie ging wieder zurück Richtung verbotener Wald und er folgte ihr auf gleicher Höhe. „Ich bin spät dran, ich weiß. Wir müssen etwas tiefer in den verbotenen Wald hinein, aber ich bin da. Es kann nichts passieren."

„Was sollte passieren?" fragte Harry verwirrt.

„Es ist der verbotene Wald?"

„Err – ja, stimmt."

Jimá lachte, stupste ihn dann aber schwesterlich mit der Schulter an. Harry kam nicht umhin ebenfalls zu grinsen.

„Du wirkst bedrückt? Ist es immer noch wegen dem Medaillon?"

„Ja, auch," sagte er leise. Er wollte nicht schlechtgelaunt und mürrisch sein, wenn sie doch bei ihm war. Er hatte sie 17 Jahre lang nicht in seinem Leben gehabt, er wollte keine einzige weitere Sekunde mit ihr damit verschwenden sich wie ein Idiot aufzuführen.

„Es ist wegen Professor White, hab ich recht?"

Er wollte es gar nicht wirklich ansprechen, denn sobald er das tat, regte er sich nur auf. Nun tat es Jimá selbst und Harry hatte das Gefühl von ihr eher verstanden zu werden.

„Brian, Remus, Hermine, sie alle sagen, ich solle White vertrauen. Aber sie benimmt sich wirklich widerlich, wie Snape es getan hat. Und Snape war ein Verräter. Er hat Dumbledore getötet. Er hatte Dad gehasst. Unsere Mum beleidigt. Sirius gehasst. Mich gehasst."

Jimá blieb plötzlich stehen und Harry wünschte sich auf der Stelle das nicht gesagt zu haben. Das letzte was er wollte war sie traurig zu machen und sie sah nun mehr denn je niedergeschlagen und bedrückt aus.

„Ich mein -"

„Weißt du, Harry," fuhr Jimá ihm bestimmend ins Wort, sah dabei jetzt jedoch mehr mitfühlend und einfühlsam aus. „Vielleicht sollten wir einfach akzeptieren, was Professor White tut, ohne verstehen zu wollen, warum sie es macht?"

„Uhm?" machte er irritiert. Er hatte ihren Satz wirklich nicht verstanden. Jimá lächelte mild.

„Ich war eine ganze Zeit lang nicht ich selbst, weil ich nicht verstand, warum sie nicht mit mir sprach und nur ignorierte. Dann haben wir uns gesehen und – ich verstand warum."

„Warum?"

„Zu schmerzhaft," sagte Jimá leise, aber Harry verstand es immer noch nicht. Er wollte aber auch nicht noch tiefer nachfragen, da seine Schwester bereits sehr miserabel aussah nachdem sie das Thema angeschnitten hatten. Es war nie seine Absicht gewesen, sie damit zu deprimieren. So verstand er jetzt zumindest, dass es wohl noch mehr in der Geschichte gab, die er noch nicht kannte und er war sich nicht mal sicher, ob er das überhaupt noch wissen wollte, wenn es nichts als Schmerz brachte.

„Wenn Professor White dich so schlecht behandelt, dann tu, was du tun musst. Stell dich gegen sie. Und ich verspreche dir hinter dir zu stehen, egal worum es geht."

In ihren Haselnussbraunen Augen spiegelte sich ein warmer Glanz wieder und Harry hatte seine Schwester einfach nur fest umarmt. In diesem Moment wären ihm keine passenden Worte gekommen, um zu beschreiben, was sie für ihn bedeutete und wie wichtig es für ihn war, dies zu hören.

Die beiden gingen weiter und kamen schließlich fast am Ende des Waldes an, von wo aus man sogar ein Teil des Dorfes Hogsmeade mit all den hellen Lichtern aus den Häusern bereits erspähen konnte.

„Harry Potter," sagte eine weibliche ihm fremde Stimme und er drehte sich erschrocken zur Seite. Da stand nun eine unglaublich atemberaubend hübsche Frau. Für einen Moment verschlug ihm diese Schönheit die Sprache und er konnte nicht anders als sie förmlich anzustarren.

Die Frau lächelte sanft, dann schritt sie näher an die beiden heran und wandte sich Jimá zu.

Dschia jo, Jimá va," sagte sie warmherzig. Sie begrüßte Jimá auf eine für Harry unbekannte Weise, aber seine Schwester schien damit vertraut, denn sie grüßte auf dieselbe Weise zurück. Beide hatten zuerst ihre Hände vor der eigenen Brust überkreuzt, dann legte Byen als erstes ihre Hand mit dem Handrücken nach unten in die Mitte der beiden und Jimá hatte ihre Hand ebenfalls mit dem Handrücken nach unten auf Byen's Hand gelegt. Beide senkten leicht ihre Häupter, bevor sie sich wieder aufrichteten und einander anstrahlten. Die Frau hatte Jimá einen Moment liebevoll angesehen, dann wanderte ihr hübscher Blick zu ihm.

„Mein Name ist Byenoushaena Tacaedurame Loralles Bishovtas Ray. Jimá sagte mir, du hast um ein Gespräch mit mir gebeten?"

„J-ja," stotterte er unverständlicherweise. Normal war er doch sonst auch nicht auf den Mund gefallen, aber ihre Schönheit hatte ihm wirklich die Sprache verschlagen.

„Du siehst deinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten aus," sagte sie mit fesselndem Blick in seine Augen und erst jetzt erinnerte sich Harry wieder an das, was Jimá ihm damals erzählt hatte. Nämlich, dass diese Frau eine sehr enge Freundin ihres Dads und damit auch von Harry's Dad war.

„Außer deine Augen. Diese sind mir... weniger vertraut. Hätte ich dich jedoch nur von weitem gesehen, ich hätte dich mit deinem Vater verwechselt."

Harry versuchte freundlich und offen auszusehen, denn Freunde seines Vaters wollte er auf keinem Fall verärgern oder unhöflich gegenübertreten, obgleich ihm diese Feststellung langsam aber sicher den letzten Nerv raubte, wenn er es von jedem hörte, den er neu kennenlernte.

„Nun, Harry. Was kann ich für dich tun?"

„Uhm," machte er kurz und rüttelte sich selbst innerlich wach. Er durfte sich von ihrer Schönheit nicht ablenken lassen, auch wenn das zugegebenermaßen wirklich anstrengend war nicht wahrzunehmen. Er schaffte es, weil er an Ginny dachte, für die er alles tun würde.

„Sie haben vor einigen Jahren ein Trinkbecher gekauft. Es gehörte Helga Hufflepuff."

„In der Tat, das habe ich."

„Ich weiß, das klingt bestimmt merkwürdig. Gibt es eine Möglichkeit den Becher – uhm – zu bekommen?"

„Bekommen?" fragte Byen misstrauisch und hatte ihre Augen ein wenig verengt. Da ihre Lippen aber nach wie vor ein wohlwollendes Lächeln zierte, wagte es Harry fortzufahren.

„Ja, bitte. Es ist wichtig. Ich glaube, dass es verflucht ist und es ist wichtig, ihn zu zerstören."

Nun sah sie ihn fast ein wenig verrückt an.

„Du willst, dass ich dir das wertvolle Relikt, was noch von der großen Hexe Helga Hufflepuff existiert und was unmengen gekostet hat, einfach so übergebe, um es zu zerstören, weil du annimmst, dass ein Fluch darauf liegt?"

So ausgesprochen musste er zugeben, dass ihr verrückter Blick nachvollziehbar war, aber er hatte auch keine Zeit sich etwas zurechtzulegen, denn das Treffen kam einfach zu plötzlich. Byen jedoch lächelte zu seiner Überraschung amüsiert.

„Du siehst nicht nur aus wie dein Vater, du trägst auch vieles von seinem Charakter. James hatte sich auch oft unbeholfen angestellt, wenn er überrascht wurde."

Harry lächelte unangenehm.

„Unter anderen Umständen hätte ich dir sagen müssen, dass du das Relikt unter keinen Umständen bekommst und es dir niemals möglich sein wird, es auch nur wiederzusehen."

„Unter welchen Umständen?" fragte Jimá vorsichtig.

„Wenn der Trinkbecher im Besitz meines Volkes wäre, gäbe es keine Chance es in die Zaubererwelt zurückzubringen. Lhayphsas sind sehr streng, was dies betrifft."

„Aber?" fragte Harry erwartungsvoll. Erneut sah sie ihn eindringlich an als ob sie sich ihn ganz genau einprägen wollte. Sie drehte sich danach weg und schritt etwas zur Seite, um sich an einem Ast festzuhalten. Sie begann mit den Blättern darauf zu spielen und Harry warf Jimá einen merkwürdig konfusen Blick zu. Seine Schwester lächelte nur sanft zurück und deutete ihn damit an geduldig zu sein.

„Es ist nicht mehr in meinem Besitz," sagte die Lhayphsa nach einer Weile und drehte sich den beiden wieder zu. Ihr Blick war weiterhin offen, gar seltsam erfreut und das obwohl Harry seinen Kopf am liebsten hätte hängen lassen. Es wäre auch zu einfach gewesen, wenn sie den Trinkbecher noch hatte und er ihn einfach so von ihr bekam.

„Ich habe ihn damals nicht für mein Volk erworben. Mein Vater zeigte ihn mir in meinen Träumen, bat mich ihn zu erwerben, denn dann könnte ich endlich auch deinen Vater wiedersehen."

Harry warf Jimá einen merkwürdigen Blick zu, aber seine Schwester war weder überrascht, noch verwirrt. Die Frau meinte das also wirklich ernst, was sie da sagte.

„Unter normalen Umständen, hätte ich gar nicht zurück in die Zaubererwelt gekonnt. Mein Volk hat sich von euch allen abgewandt und beschlossen nie wieder zurückzukehren. Die Zeit jedoch, nachdem du, Harry, Lord Voldemort aufgehalten hattest und er in der Versenkung verschwand, diese war eine der ruhigsten und unbeschwertesten Zeiten, die wir Lhayphsas je erlebt hatten.

Einige begannen sogar es zu befürworten, dass man wieder Kontakt zur Zaubererwelt herstellt. Deswegen konnte ich eintreten und den Trinkbecher erwerben.

Er ist nicht mehr in meinem Besitz, weil er als Geschenk gedacht war, um wieder mit James reden zu können. Es war... wirklich sehr schön."

„Uhm, können sie mir sagen, wem sie den Trinkbecher dann gegeben haben? Vielleicht kann ich ihn dann von ihm bekommen?"

Byen lächelte zärtlich.

„Ich bin mir sogar sehr sicher, dass du ihn bekommen wirst."

Harry sah sie irritiert an und er spürte endlich wieder etwas Zuversicht aufkeimen.

„Der Trinkbecher ist im Besitz deines Vaters. Geschützt durch einen Zauber, liegt dieses nahe seinem Grab in Godric's Hollow. Du dürftest keine Probleme haben da ran zu kommen. Der Zauber ist so konzipiert, dass du und Jimá die Einzigen seid, die den Trinkbecher von Hufflepuff finden werden."

„Was für ein Zauber ist das?"

„Das ist nicht wichtig. Es wird sich dir zeigen, wenn du den Trinkbecher dort suchst. Daran habe ich keine Zweifel."

Er war so verblüfft und überrumpelt. Alles was raus kam war ein leises.

„Danke..." Und hätte er ihren langen Namen noch gekannt, hätte er diesen auch gesagt, aber es wollte ihn partout nicht mehr einfallen und so setzte er der Höflichkeit halber hinzu: „sehr..., Madam."

Byen lächelte sanft.

„Nenn mich Byen, Harry."

Er nickte erfreut und setzte freundlich hinzu: „Byen."

Sie wartete einen Moment und sah ihn nachdenklich an. Harry hatte das Gefühl als ob er etwas sagen sollte, aber er wusste beim besten Willen nicht was und auch ein kurzer Blick zu seiner Schwester rüber brachte nichts, denn sie hatte nicht ihn, sondern Byen beobachtet.

„Harry," sprach die Bishovtas plötzlich sanft und er wandte sich ihr sofort wieder zu. Sie sah nun nicht mehr ganz so freundlich aus, eher in sich gekehrt und auch etwas unsicher.

„Ich sagte dir vorhin, dass dein Sieg über Lord Voldemort uns Lhayphsas eine wunderbare, friedliche Zeit geschenkt hat. Wir sind keine Krieger. Der Großteil meines Volkes möchte nicht in den Krieg hier hineingezogen werden und zieht es auch vor nichts mit euch zu tun zu haben.

Nichtsdestotrotz, es gibt einige von uns, die dennoch bereit sind, zu kämpfen, wenn es nötig sein sollte. Wir wollen nicht, dass die Dunkelheit von früher zurückkehrt, nachdem wir den Frieden für ein Jahrzehnt hatten kosten dürfen. Wir wollen unsere unschuldigen Kinder in der friedlichen Zeit aufwachsen sehen, die sie 10 Jahre dank dir haben durften.

James bat mich Vertrauen in seinen Sohn zu haben und... nachdem ich nicht für ihn da war, als er ermord... -" Sie stockte und blickte sichtlich traurig zu Boden.

„Ich habe vollstes Vertrauen in dich. Mein Volk besitzt viel Wissen, längst Vergessenes, selten gehörtes oder wiedergegebenes. Solltest du jemals die Hilfe der Lhayphsas brauchen, rufe nach mir. Ich werde auftauchen. Ob und wie wir dann helfen können, sehen wir dann zur gegebener Zeit. Auch wenn ich nichts versprechen kann, aber ich möchte dir diese Hilfe zumindest anbieten und ich tue dies in dem Wissen und auch der Hoffnung, dass du sie annimmst, sollte es wirklich mal dazu kommen. Wir verfolgen dein Ziel. Frieden und den endgültigen Tod von Lord Voldemort."

Harry nickte mit dankbar. Innerlich hatte er sich die letzten Monate oft überfordert gefühlt, manchmal auch alleine, von niemandem verstanden und komplett isoliert. Er war es nicht. Ihr Angebot hatte ihm gezeigt, dass er alles andere als alleine war.

Er wusste nicht, ob Byen das nun tat, weil sie wirklich davon überzeugt war, dass er es schaffen könnte Voldemort zu töten oder weil es an ihrer hohen Meinung über seinen Vater lag. Was auch immer es war, wenn es soweit war und er die Hilfe brauchte, würde er sie auch erfragen.

„Danke," wiederholte Harry freundlich. „Byen."

Sie nickte höflich, dann drehte sie sich mit liebevollem Blick zu Jimá.

„Unterschätze nicht die Gefahr, in der du wirklich steckst, Jimá. Das, was dich besonders macht in dieser Welt, zieht Gier und Dunkelheit magisch an. Nimm dich vor Lord Voldemort und seinen Anhängern in Acht, ja? Wenn er erst einmal herausfindet, was du wirklich bist, wird es für ihn kein Halten geben."

Sie nickte verstehend. Daraufhin nickte auch Byen ihr und Harry zu und schritt dann von ihnen weg. Sie verschwand schließlich irgendwo zwischen den vielen Bäumen.

„Was meint sie damit?" fragte Harry als sie die Bishovtas nicht mehr sehen konnten. Jimá senkte traurig ihren Blick, bevor sie sich ihm wieder zuwandte.

„Wüsste Voldemort, was ich bin, dann würde er mich jagen. Im Moment kennt er mich nicht. Jilli Potter war eine Verwandte von unserer Mum und soweit es den Großteil derer angeht, die unsere Eltern gekannt haben, lebt diese Person nicht mehr in der Zaubererwelt.

Jimá Sayé ist die Tochter eines Zauberers und einer Hexe, die umkamen und welche seitdem bei Yuno Sayé aufwuchs. Kaum einer aus dem Orden und keiner, der nicht im Orden ist, weiß von unserer Verbindung, weiß dass ich einem Ponester entstammte. Die wenigen, die es kennen, hüten das Geheimnis.

Denn wenn es je zu Voldemort durchdringt, würde ich meine Leben verlieren. Er ist einer der wenigen, der weiß, zu was er meine Magie benutzen kann und er ist stark genug, um sie mir zu nehmen.

Er wird sie mir nehmen, wenn er davon weiß."

„Warum, Jimá? Zu was wird er deine Magie benutzen?"

Der verbotene Wald war fast ein wenig unheimlich um diese Uhrzeit. Hier und da raschelte es merkwürdig, obwohl man kein Tier in der Nähe sah. Harry sah seine Schwester besorgt an und Jimá schien mit sich zu ringen, es auszusprechen. Er wollte gerade sagen, dass er es nicht hören müsse, da hatte sie bereits gesprochen.

Ponestermagie ist sehr rein, weißt du. Es ist weder weiß noch schwarz. Deswegen versuchen immer wieder Zauberer oder Hexen, gerade die schwarzmagischen, wenn sie auf einen Ponester treffen, ein Teil seiner Magie zu bekommen. So passiert bei meiner Ponestermutter, als unser Dad und Sirius sie verletzt im Wald fanden.

Mit dieser Magie, lassen sich zum Beispiel Tränke verstärken. Voldemort aber wird sie für etwas anderes hernehmen. Er wird sich sein eigenes Black Heart erschaffen. Das letzte Black Heart."

Harry war verwirrt.

„Was meinst du mit letztes Black Heart? Ist das nicht etwas von der Magie erschaffenes?"

„Deswegen letztes Black Heart. Erschafft er sich erfolgreich ein eigenes, beendet dies Black Heart. Es wird nie wieder welche von der Magie gewählte Black Hearts geben.

Vor langer Zeit, hatte Voldemort es schon mal versucht, sich ein eigenes Black Heart zu schaffen, was ihn aber glücklicherweise misslang. Er weiß nicht, was falsch gelaufen war, aber wenn er es weiß – dann wird er es noch mal tun. Ich weiß das, weil ich es gesehen habe."

„Wie -"

„Danke, für die Information."

Beide drehten sich erschrocken zur Seite, wo plötzlich ein maskierter Todesser hinter einem dicken Baum hervor trat. Harry und Jimá hatten auf der Stelle die Zauberstäbe gehoben.

Expelliarmus!" kam es von der anderen Seite von zwei Stimmen gleichzeitig und sie wurden entwaffnet noch bevor sie einen Zauber zu ihrer Verteidigung aussprechen konnten. Auf der anderen Seite erkannten sie zwei weitere maskierte Todesser.

Harry hatte sich schützend vor seine Schwester gestellt und auch wenn er wusste, dass er alles für sie tun würde, er wusste nicht, ob er dazu gleich überhaupt noch im Stande sein würde.

„Und wir haben uns noch gefragt, ob wir dich nicht einfach nur töten sollten, denn der dunkle Lord will ja nur Potter haben," sagte der erste Todesser zu Jimá, der alleine auf der einen Seite von ihnen stand. „Aber mit dieser Information, bist du nun natürlich entschieden mehr wert geworden."

Die anderen beiden lachten dreckig und näherten sich wie wilde Tiger an ihre Beute. Ohne Zauberstab, wie sollte er da seine Schwester verteidigen?

„Jimá, lauf!" schrie Harry und zog sie sofort mit sich in eine freie Richtung zwischen den drei Angreifern hindurch. Sie waren kaum losgelaufen, da ertönte Locomotor Mortis aus zwei verschiedenen Stimmen und Jimá und Harry stolperten auf den Waldboden nieder.

„Nein!" brüllte Harry als er und Jimá von den Todessern auf die Beine gezogen und so fest in den Armen ihrer Angreifer gedrückt wurden, dass Jimá von der brutalen Kraft aufschrie.

„Was für ein lächerlicher Versuch," feixte einer der Todesser, der keinen von ihnen hielt und wohl auch das Sagen hier hatte. Er hatte mit seiner Hand Jimá's Kinn gedrückt und sie gierig angestarrt. In Harry kochte die Wut so stark, hätte ihn der andere Todesser nicht fixiert, er hätte sich auf den Gegner gestoßen und ihn mit bloßen Händen gewürgt.

„Lass sie in Ruhe, du Mistkerl!" brüllte er wütend. Er wusste nicht, ob sich irgendjemand in dieser verlassenen Gegend überhaupt aufhielt, aber wenn doch, egal wer, dann kam er ihnen vielleicht zur Hilfe. Harry hatte keine andere Wahl als auf ein Wunder zu hoffen.

„Los, fesselt die beiden," befahl der Todesser den anderen beiden.

Seile banden Harry's Hände am Rücken fest, obwohl er sich mit aller Kraft dagegen wehrte. Er sah zu Jimá, aber ihr Ausdruck war so voller Verzweiflung, dass er plötzlich aufhörte seine Gegner wegzustoßen. Was hatte er nur getan? Hätte er sie doch nur nicht gefragt. Er hatte sie in diese Lage gebracht, in diese Gefahr gestoßen. Er würde Schuld sein, an dem was nun folgte. Er war bereits Schuld, dass Voldemort erfuhr, dass sie ein Ponester war.

„Jimá," sagte er als der dritte Todesser sich niederbeugte um einen Portschlüssel aufzubauen. „Es tut mir leid. Ich -"

„Es ist nicht deine Schuld," sagte sie sofort, aber ihre Augen waren so voller Furcht, ihre Stimme klang so verzweifelt und verängstigt, er hatte das Gefühl etwas zerriss ihn innerlich.

'Bitte!' flehte er in Gedanken. 'Bitte, lass jemanden kommen. Irgendjemanden! BITTE!"

„Veternus!" ertönte eine ihm bekannte Stimme. Er hatte es schon mal gehört...

Etwas rotes, sehr helles hatte die Umgebung eingehüllt und Harry schloss geblendet davon die Augen. Er hatte sie nur deswegen wieder geöffnet, weil er plötzlich losgelassen wurde und zu Boden krachte. Der Beinklammerfluch war aufgehoben, was er spürte, weil er seine Beine wieder bewegen konnte. Er sah zwei Todesser am Boden, Jimá hatte sich unweit von ihm entfernt ebenfalls wieder halb aufgerichtet, also war auch ihr Beinklammerfluch aufgehoben. Harry verstand nicht. Das letzte Mal, als er den Fluch hörte, war er ebenfalls betäubt worden.

Den dritten Todesser erspähte er, als er die Stimme auf einer anderen Seite ausmachte und erkannte, dass sich dieser duellierte – und zu Harry's großer Überraschung – mit Professor White.

Die Flüche, die aneinander krachten und sich gegenseitig stets parierten waren hart, waren stark, beide kämpften erbittert mit ganzer Kraft gegeneinander. White's Flüche waren viel kräftiger als Harry sie im Duell mit sich in Erinnerung hatte, selbst ihr Ausdruck, ihre Art den Zauberstab zu schwingen unterschied sich heute. Sie war viel härter, entschlossener, das Schwingen des Zauberstabs war wilder, voller Zorn, nicht mehr berechnend wie im Duell mit ihm selbst.

White kämpfte gegen Todesser. War sie nun Freund oder Feind? Kämpfte sie nur gegen sie, um Jimá und ihn nun Voldemort persönlich auszuliefern? Harry wagte nicht zu glauben, dass sie ihnen wirklich helfen wollte. Er drückte sich auf die Beine und suchte angestrengt nach einem Zauberstab. Da! Er fand seinen eigenen. Harry eilte die wenigen Schritte zu dem Fleck und griff mit seinen auf den Rücken gefesselten Händen nach seinem Zauberstab. Erleichtert spürte er das Holz an seiner Hand, da wurde er plötzlich grob auf die Beine gerissen und verlor das Holz wieder aus seinem Griff. Es war einer der Todesser, der vorher bewusstlos am Boden gelegen hatte.

„Wo willst du hin, Potter?!"

So kurz wie die Erleichterung anhielt, genauso schnell kehrte die Panik in Harry wieder zurück. Der Todesser drückte ihn seinen eigenen Zauberstab gegen den Rücken und suchte nach den beiden Duellierenden.

„Stupor!" rief White in dem Moment und der Todesser, mit dem sie sich bis dahin duelliert hatte, fiel getroffen und mit einem lauten Schrei zu Boden.

„White!" brüllte der Todesser neben Harry und hatte seine Fingernägel tief in dessen Schulter gegraben. Der andere Todesser war nicht wieder aufgestanden, sondern blieb bewusstlos ließen. „An deiner Stelle würde ich nichts mehr tun, wenn ich Potter hier nicht auf der Stelle das Licht ausblasen soll."

White hatte sich nicht gerührt, aber ihr Ausdruck war nach wie vor überlegen und kein bisschen eingeschüchtert. Harry verstand nicht wie sie so gelassen bleiben konnte, erst als er „Stupor!" von einer anderen bekannten männlichen Stimme von einer ganz anderen Seite hörte und der Todesser, der ihn festgehalten hatte ohnmächtig umfiel. Da er noch seine Hand um seine Geisel hatte, riss er Harry auch mit sich um und dieser fand sich erneut am Boden wieder. Er sah erleichtert, dass Remus, Kingsley Shacklebolt und Mad-Eye Moody auf sie zurannten.

„Alles okay hier?!" bellte Mad-Eye während Lupin und Kingsley Harry aufhalfen und von den Fesseln befreite. White war zwischenzeitlich bei Jimá angekommen und hatte sie losgebunden.

„Was ist hier passiert?" fragte Lupin verwirrt. „Wieso sind Harry und Jimá hier?"

„Und was sollen wir mit den dreien hier machen?" fügte Kingsley Shacklebolt für Lupin hinzu und deutete auf die drei herumliegenden Todesser. Einer war dabei wieder zu sich zu kommen.

„Ich kümmer mich um den," sagte Mad-Eye und humpelte rüber, um ihn mit einem Fluch erneut zu betäuben. White wandte sich an Shacklebolt.

„Kingsley, du und Mad-Eye, bringt die drei ins Versteck in Hogsmeade. Ich komm sofort nach. Sie dürfen auf keinem Fall entkommen."

„Okay," sagte er auf der Stelle und tauschte einen kurzen Blick mit Remus aus, bevor er zu Moody dazu stieß. Harry stutzte, weil Kingsley einfach so auf White hörte, aber genauso überraschte es ihn, dass sie sich duzten. Sie aber wandte sich mit wütender Miene an ihn und Jimá während die anderen beiden Männer die drei Todesser wegschafften. Harry schreckte zurück, als er ihren seltsam zornigen Blick traf. Er war nicht mehr kalt oder listig, sondern einfach nur voll von Gefühlen.

„Wie könnt ihr beide nur so unvernünftig sein!" donnerte White lautstark und sowohl Jimá wie auch Harry wurden klein wie zwei Mäuse. „Um diese Zeit herumzuwandern und dann auch noch ausgerechnet hier?! Alleine?! Wenn wir nicht zufällig hier gewesen wären, wisst ihr eigentlich, was dann passiert wäre?

Jimá, gerade von dir hätte ich wirklich mehr Vernunft erwartet!"

Seine Schwester wurde noch mal um ein ganzes Stück kleiner unter den Worten der Professorin und sah sichtlich schuldbewusst aus.

„Du hättest mindestens einen weiteren aus dem Orden mitnehmen müssen. Müssen. Verstehst du eigentlich, was da eben passiert ist? Was du getan hast? Wenn ich die Erinnerung der Todesser nicht direkt manipuliere wird Voldemort von dir erfahren! Und ich kann nicht mal garantieren, dass eine Manipulation hinhaut!"

Harry kam nicht umhin erstaunt festzustellen, dass White offenbar wusste, dass Jimá ein Ponester war?!

„Was ist nur in dich Gefahren, dass du einen solchen Stuss baust und hier ausgerechnet jetzt auch noch mit Harry auftauchst?!"

„Es war nicht Jimá's Schuld," hatte Harry angesetzt, doch White wandte sich sofort mit erbostem Blick ihm zu, was ihn auch direkt ebenfalls einschüchterte.

„Zu dir komme ich gleich, Harry, denn glaub ja nicht, dass ich mit dir nicht auch ein Hühnchen zu rupfen habe!"

Harry? Dir? Seit wann duzten sie sich?

„Habt ihr eigentlich eine Vorstellung davon, was ihr angestellt habt? Hat denn wirklich gar nichts von Lilli's Vernunft auf euch abgefärbt? Es reicht nicht, dass James mir zu Lebzeiten ständig Mehrarbeit machte. Seine Kinder erben dieses Talent von ihm!"

Harry war so überfordert mit dem Gehörten, er fühlte sich schlichtweg erschlagen von den Worten. So kannte er White nicht und hatte eine solche Reaktion auch niemals von ihr erwartet.

„Eure Eltern gaben ihr Leben, um euch zwei zu schützen und euch ein Leben zu ermöglichen und ihr schmeißt euch kontinuierlich in Voldemort's Schusslinie, was das Opfer eurer Eltern förmlich zunichte macht!"

„Professor White," sagte Remus laut und Harry erkannte verblüfft ein amüsiertes Schmunzeln auf dem Gesicht des Freundes. Wie konnte er bitte sehr in dieser Situation schmunzeln?!

White atmete tief durch und wandte sich Lupin zu.

„Bring die beiden von hier weg. Ich muss das Gedächtnis der drei verändern und das kann dauern."

„Das Gedächtnis verändern?" wiederholte Remus misstrauisch, dann aber verstand er und sah Jimá entsetzt an.

„Das heißt?"

„Ja," sagte White grimmig. „Die beiden haben einfach frei heraus alles geplappert, was Voldemort nicht wissen soll und aber wissen wird, wenn ich jetzt nicht Schadensbegrenzung betreibe. Du kümmerst dich um die beiden?"

„Sicher."

Remus schob Harry und Jimá mit sich von den anderen weg und zu einem herumliegenden, alten Zaubererhut, der neben einem Baumstamm ruhte.

„Portschlüssel," erklärte er ihnen. „Führt uns aus dem verbotenen Wald heraus. Kommt."

Und in der Tat fand sich Harry nur wenige Augenblicke später auf den Ländereien vor den Schlosstoren wieder.

„Harry, geh hoch in dein Schlafsaal."

„Aber -"

„Wir reden später. Ich muss Jimá in Sicherheit bringen."

„Aber -"

Er sah seine Schwester angsterfüllt an. Wenn sie nun ging, hieß das, dass er sie nie wieder sah? Gerade erst bekam er eine Schwester und schon wurde sie ihm wieder genommen? Und es war seine eigene Schuld. Wieso musste er auch so dumm fragen. Jimá wandte sich ihm zu und hatte ihn plötzlich ganz fest umarmt. Harry war wie erstarrt, sein Herz fühlte sich an als ob es stehen geblieben war.

„Das ist kein Abschied für immer," flüsterte sie mit gebrochener Stimme. „Nur auf Zeit, okay, kleiner Bruder?"

Harry nickte. Ein Kloß in seinem Hals hatte ihm das Sprechen untersagt. Jimá ließ ihn wieder los, lächelte ihn ein letztes Mal liebevoll an und ließ sich dann von Remus aus dem Schloss geleiten. Er sah den beiden schweren Herzens hinterher, bis sie in der Dunkelheit verschwanden.


Er fand keinen Schlaf, egal was er getan hätte und so saß Harry einfach nur auf dem Fensterbrett in seinem Schlafsaal und sah auf die Ländereien hinaus. Die Einzige, mit der er hätte reden wollen, war Ginny, aber es war unmöglich einfach in den Mädchenschlafsaal zu kommen und anders hätte er sie nicht finden können.

Ron zu wecken hätte nichts gebracht. Er war nicht der Mensch, mit dem Harry hätte erfolgreich ergründen können, was heute Abend passiert war. Verzweifelt vergrub er seinen Kopf zwischen seinen Knien und schloss seine Augen.

Warum hörte das nicht auf? Er baute Mist und Sirius starb. Er baute Mist und Dumbledore starb. Er baute Mist und nun musste es womöglich seine Schwester büßen. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Warum wurde ihm stets seine Familie weggenommen, gerade wenn er sie wieder fand? Wenn doch alles nur endlich ein Ende hatte...

„Harry?"

„Jimá?" flüsterte er und hatte sich erschrocken wieder aufgerichtet. Er sah sich überall im Schlafsaal um, aber sie war nicht da.

„Harry, sei nicht traurig."

Ihre Stimme erklang nicht in seinen Ohren, sie erklang wieder in seinem Inneren. Es war das Band, dass er und seine Schwester miteinander besaßen. Er konnte nicht nicht traurig sein, zu vieles bedrückte ihn und er hätte gar nicht gewusst, wo er beginnen sollte mit dem aufräumen.

„Mach dir keine Vorwürfe, ja? Anna wird es bestimmt regeln."

„Anna?"

„Professor White."

„Du nennst sie Anna?"

„Sie wird es bestimmt regeln und dann sehen wir uns wieder. Ich weiß es. Bis dahin, pass auf dich auf, okay?"

„Du auch."

Die Wärme, das Vertraute, was er bis eben noch spürte, war mit einem Mal weg und alles was blieb war die Kälte, Dunkelheit... Einsamkeit. Der Wunsch seine Eltern, seine Familie bei sich zu haben.

„Ich hab dich lieb," flüsterte Harry in die Leere hinein, wohl wissend, dass Jimá längst weg war und es nicht mehr hörte. Er wollte es dennoch ausgesprochen haben, denn ihm wurde erst jetzt klar, dass sie es vielleicht gar nicht wusste, wie gern er sie wirklich hatte.

Harry fühlte sich so mies und schlecht, er konnte seinen Freunden nicht erzählen, was passiert war. Er hatte sich vor allen anderen geduscht und war mit dem Frühstück fertig, bevor seine Freunde dazustoßen konnten. Sie holten erst im Unterricht auf, als er bereits in Zauberkunst saß.

„Alles okay, Kumpel?" begann Ron und hatte sich zu einer Seite gesetzt. Ginny und Hermine saßen zu seiner anderen Seite, alle drei hatten wieder diesen besorgten Ausdruck auf ihren Gesichtern, der ihn manchmal dazu brachte sich einfach noch schlimmer zu fühlen, als er es ohnehin bereits tat. In diesen Momenten wollte er sich lieber in ein tiefes Loch graben und alleine sein.

„Ja, klar," sagte Harry, aber mehr kam nicht. Das musste zum Glück auch nicht, denn Flitwick betrat den Raum und rief alle zur Stille auf. Harry hörte nicht, was Flitwick erzählte, noch schrieb er auch nur ein Wort mit. Auch wenn er tief in seinen eigenen Gedanken war, so bekam er dennoch die beobachtenden Blicke seiner Freunde mit und so tat er zumindest ab und zu so, als ob er dem Unterricht folgen würde. Es gab jedoch nur eines, an das er dachte. Er musste wissen, was mit Jimá nun passierte und zwar heute Abend, wenn er White traf. Und wenn sie sich wieder mit ihm duellieren wollte, damit er eine Antwort bekam, so würde er das auch durchziehen. Um seiner Schwester Willen würde er das durchziehen und er würde gewinnen, koste es was es wolle.

Den ganzen Tag über schwieg er, wann immer seine Freunde ihn nach dem Geschehen von gestern Abend fragte, verwarf es mit einem Nichts und verbrachte die Freistunden zwischendurch auf dem Quidditchfeld. Er zählte die Stunden bis zum Treffen am Abend. Irgendwann dann die Minuten. Und als es bald 19 Uhr war, lief er schnellen Schrittes Richtung Klassenzimmer.

Als er ankam, befand sich noch niemand im Raum. Verständlich, denn er war auch zu früh da, und dennoch wurmte es ihn, weil jede weitere Minute, in der er nichts tat und wartete, ihn mehr und mehr aufregte.

„Du bist ein Idiot, weißt du das?!" zischte Ginny, die plötzlich den Raum betreten hatte. Harry sah sie überrascht an, hatte er doch mit ihr hier am wenigsten gerechnet. Sie sah wütend aus und hatte den winzigen Abstand zwischen ihnen sehr schnell überwunden. Der Raum war dunkel und doch sah er die Enttäuschung in ihrem Gesicht.

„Wir sind deine Freunde. Ich bin deine Freundin!" fuhr sie mit festem Blick und entschlossener Stimme fort. „Wie sollen wir dir helfen, wenn du uns gar nicht miteinbeziehst? Das mit Neville ist nicht deine Schuld, okay? Das war White. Dass Hermine weinte ist nicht deine Schuld. Das war sie selber, die einfach mal alles raus lassen musste. Was immer also mit Jimá gestern Abend war, du darfst uns nicht ausschließen! Du darfst das nicht, hörst du!"

Harry fühlte sich überrumpelt und nun kamen in ihm noch mehr Schuldgefühle auf, als er ohnehin bereits empfand.

„Was ist gestern Abend passiert, dass du dich heute benimmst, als hätten wir dir alle großes Unrecht getan?!" fragte Ginny erneut, ihr Ton war sanfter, nicht aber weniger bestimmend. Harry lehnte sich an die Wand und seufzte.

„Ich hab Jimá in Gefahr gebracht," antwortete er niedergeschlagen. „Ich weiß nicht wo sie jetzt ist... oder ob ich sie jemals wiedersehe."

„Wieso?" fragte Ginny leise. Mitfühlend hatte sie ihre Hand auf seine Schulter gelegt. Es war ihr wunderbarer Duft, ihre Nähe, die ihm Stärke gab weiterzusprechen.

„Weil Voldemort sie jagen wird. Und ich bin Schuld, dass er das tut."

„Harry, gib dir doch nicht immer die Schuld an allem," flehte sie zärtlich, verhakte ihre Hand in seine und drückte diese fest. Sie lächelte und er lächelte zurück.

„Aber wenn es doch meine Schuld ist?"

„Selbst wenn," sagte Ginny entschlossen. „Ich weiß, dass Jimá nicht wollen würde, dass du so niedergeschlagen bist."

Er atmete tief durch.

„Nein, womöglich nicht."

Zugegeben, ein wenig besser fühlte er sich nach dem Gespräch mit Ginny schon, auch wenn er nicht gedacht hätte, dass dies möglich wäre. Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und ohne es zu begreifen kroch ihm ein zufriedenes Lächeln über die Lippen.

„Du solltest vielleicht besser gehen. White könnte jeden Moment hier auftauchen."

„Mhm," murmelte sie leise. Erst nach einigem zögern hatte sie ihren Kopf tatsächlich wieder von seiner Schulter erhoben.

„Ich warte auf dich im Gemeinschaftsraum, okay?"

„Okay."

Ginny war gerade dabei den Raum zu verlassen als sie beide merkwürdige Geräusche vom Korridor vor dem Klassenzimmer hörten.

„Das kannst du nicht tun!" sagte Lupin laut.

„Halt dich da raus, Remus," erwiderte White und klang nicht weniger verärgert als der Freund selbst. Harry und Ginny erstarrten im Raum vor der Tür. Ihre Blicke waren aussagekräftig genug. Eigentlich wussten sie, dass lauschen das Letzte war, besonders, weil es hier auch um einen Freund ging, aber die Neugierde überwog.

„Ich habe mich lange genug raus gehalten," entgegnete er verärgert. „Ich hab dich bisher tun lassen, weil ich dir vertraue. Das tat ich immer und das werde ich immer tun. Aber es ist Harry, Anna. Was du im Begriff bist zu tun, damit gehst du zuweit. Das hättest du früher nie getan! Es gibt eine Grenze und du bist dabei diese zu überschreiten!"

„Wenn du mir vertraust, Remus, dann stellst du dich mir nicht in den Weg und gehst wieder bevor Harry kommt."

„Bist du dir eigentlich bewusst, dass wenn du diesen Weg gehst, es kein Zurück mehr gibt. Bist du dir der Folgen überhaupt bewusst?"

„Ich bin mir dessen bewusst," sagte sie eindringlich.

„Das wirkt auf mich aber alles andere als so. Harry wird dich hassen."

„Ich weiß."

„Tust du das?"

„Remus!" sagte sie mahnend als sie etwas begriffen hatte, aber dieser fuhr einfach fort und ignorierte ihr kurzes wirres aufschrecken.

„Weder James und Lilli noch Sirius hätten gewollt, dass Harry seine Patentante hasst."

Harry und Ginny sahen einander verblüfft an.
„Patentante?!" sagten sie beide tonlos zum anderen.

„Wenn du Jimá und Harry auseinanderreißt, wird genau das passieren. Harry wird dich dafür hassen ihm die einzige Familie zu nehmen, die er im Moment kennt!"

„Was?"

Harry war herausgetreten noch bevor er überhaupt realisierte, dass er sich und Ginny damit verraten hatte. Remus wandte sich entsetzt zur Seite und starrte ihn aufgelöst an während Professor White mit niedergeschlagenem Blick den Kopf schüttelte.

„Das hättest du nicht sagen dürfen, Remus," flüsterte sie verletzt. Remus war auf der Stelle erstarrt und hatte zuerst Harry dann zurück zu White geblickt. Für einen Moment schien er zu entsetzt zum handeln zu sein, doch nur eine Sekunde später, so hatte Harry jedenfalls das Gefühl, überwog seine Entschlossenheit.

„Harry? Darf ich dir vorstellen? Professor Anna White, deine Patentante und Sirius' Frau."

„Patentante? Sirius' Frau? Ich verstehe nicht," sagte Harry verständnislos.

Um besser reden zu können gingen sie in das Klassenzimmer hinein. Professor White lehnte im Schatten an einer Wand, Harry und Ginny saßen an der Wand daneben auf Stühlen, Remus stand direkt zwischen ihnen allen.

„Du hast mich zu Beginn des Semesters gefragt, ob Professor White gefährlich für dich ist und ich habe diese Frage bejaht und dich zur Vorsicht ermahnt. Ich war mir selber nicht sicher, inwiefern die Freundin, die ich kannte, wieder zurückgekehrt ist. Vor 16 Jahren -"

„Remus," mahnte ihn White bestimmend und ein Blick zwischen den beiden reichte, damit Remus frustriert den Kopf schüttelte.

„Ist etwas passiert," fuhr er schließlich mit schwerer Stimme fort. Sie würden dieses Ereignis also nicht näher ansprechen. „Dies hatte zur Folge, dass sie noch bevor deine Eltern starben aus deinem Leben verschwand. Wir haben nie ein Wort über sie verloren, weil wir selber bis vor kurzem nicht sicher waren, dass sie überhaupt noch lebte. Wir dachten alle, sie wäre bereits tot. Ihre Rückkehr war daher für viele von uns sehr überraschend.

Aber sie ist es wirklich und sie lebt. Nach Dumbledore's Tod waren viele von uns bereit im Untergrund zu verschwinden und sich zu verstecken. Keiner wusste noch wie man sich gegen Voldemort wehren könnte, wenn selbst Dumbledore gefallen war. Mitglieder wie Arabelle Figg wären die ganze Zeit in großer Gefahr gewesen und es wäre doch nur eine Frage der Zeit, bis die Todesser sie holen und töten würden.

Professor White kam zurück auf Bitten Dumbledores und das war unser Glück. Als der Orden des Phönix gegründet wurde, hatte sie sehr vieles von dem übernommen, was Dumbledore tat. Sie hat den Orden damals mitgeleitet. Seit ihrer Rückkehr, Harry, leitet nicht Elphias Doge den Orden, wie du glaubst, sondern Professor White.

Viele von uns setzten großes Vertrauen in sie und das tun auch dieses Mal wieder alle. Deine Eltern, Harry, standen nicht nur mir und Sirius sehr nahe. Sie standen auch Professor White sehr nahe. Deswegen baten sie sie auch deine Patentante zu werden.

Uns alle verbindet eine sehr tiefe Vergangenheit und eine sehr enge Freundschaft. Daher garantiere ich dir, dass du ihr vertrauen kannst."

„Ich habe das Foto von der Gründung gesehen," sagte Harry trotzig. „Sie war nicht drauf."

„Err -" machte Lupin und hatte unverständlicherweise geschmunzelt. „Jaah, das war etwas unglücklich. Dennoch, sie war dabei."

„Sie trägt das dunkle Mal," wiederholte er und kam sich langsam dämlich vor, das immer wieder anzusprechen.

„Sie trägt es, weil sie in der 7. Klasse von Voldemort entführt worden ist und er ihr das dunkle Mal eingebrannt hat. Hast du dich nie gefragt, warum sie es am rechten Arm trägt? Und nicht am linken, so wie es üblich ist bei Voldemort's Anhängern? Dies ist das Brandzeichen derer, die er sich gegen ihren Willen zu eigen macht."

„Wenn das alles wirklich wahr ist," sagte Harry und hatte zu White gesprochen, welche seinen misstrauischen Blick direkt erwiderte und noch war ihr Ausdruck verschlossen und kalt. „Wieso tun sie das alles dann? Wieso sprechen als ob sie zu Voldemort gehören? Wieso mich behandeln wie der letzte Dreck?"

White atmete tief durch und hatte kurz die Augen geschlossen.

„Es ist raus," sagte Remus leise. „Du musst Harry die Wahrheit sagen. Um James, Lilli's und Sirius' Willen."

Sie schluckte hart und als sie sich ihm wieder zuwandte, sah er erneut die Hexe von gestern Abend, die stürmisch ihn und Jimá auf ungehaltene Weise zusammengestaucht hatte. Nicht, wie ein Lehrer seine Schüler eine Standpauke hielt, sondern jemand enges, der vor Sorge um sie beinahe gestorben wäre.

„Weil ich wollte, dass du mich hasst," sagte sie bedrückt.

„Und wieso? Denn das haben sie geschafft," sagte Harry trotzig.

„Wie ich sagte," fuhr sie in derselben traurigen Stimme fort und plötzlich fühlte er sich anders. Denn wenn das alles stimmte, was hier gesprochen wurde, wenn sie wirklich die war, die Remus erzählte... „Um dich für Voldemort vorzubereiten. Von Dumbledore selbst weiß ich, was du weißt. Auch, dass er dir erzählt hat, dass du eine Magie besitzt, die Voldemort nicht kennt.

Du, Harry, besitzt die Magie Gryffindor's, die in deinem Vater vor Jahren bereits freigesetzt wurde. White Breath und Dark Breath.

Als ich zurückkehrte, habe ich dich beobachtet und ich spürte sofort wie stark diese Magie in dir bereits ist. Mit White Breath gehst du auf natürliche Weise bereits um und wendest sie in jedem deiner Zauber, ohne es zu bemerken, bereits an. Dark Breath aber zeigt sich bei dir nur in seltenen Momenten. Du benutzt sie, wenn du hasst, wenn du tiefe Abneigung empfindest. So wie in den Duellen gegen mich, so wie an dem Abend als ich dir drohte, damit du nach Hogwarts zurückkehrst."

„Wieso haben sie das getan?" fragte er grimmig.

„Du musstest zurück nach Hogwarts kommen. Es gab keine andere Möglichkeit, denn dich nur darum zu bitten, hätte nichts gebracht. Ich bin empathisch genug, um zu erkennen, wie fest entschlossen du gewesen warst. Auf bloßes Bitten und einer Erklärung hättest du zu jener Zeit nicht gehört. Deine Freunde aber bedeuteten dir alles. Ich wusste, wenn ich dir mit ihrem Leben drohe, würde ich einerseits deine Abneigung gegen mich schüren und zum anderen, dich dazu bringen nach Hogwarts zurückzukehren.

Nur so bekam ich die Gelegenheit Dark Breath in dir zu stärken. Um gegen Voldemort anzukommen, um gegen seine Magie standhalten zu können, um ihn gar Einhalt gebieten zu können, was Gryffindor's Magie durchaus in der Lage ist zu tun, musst du beides beherrschen und zwar beides gleich gut.

Denn Voldemort kennt White Breath nicht, hält nichts von dieser Magie, erachtet sie als wertlos, weil sie auf Liebe und Zuneigung aufbaut und in der Tat wird diese allein gegen seine Magie Slytherins nichts ausrichten können. Er kennt aber Dark Breath und wenn du sie nicht besser beherrscht als er sie kennt, wird alles angreifen, alles duellieren, alles kämpfen von dir nichts bringen. Er wird es stets parieren. Es wird dir nichts nutzen, alle Horkruxe zerstört zu haben, wenn er dich am Ende doch umbringen wird.

Beherrscht du die Magie allerdings gut genug, so wird es seine Magie eindämmen, ebenbürtig sein und White Breath wird ihn endgültig zerstören. Dazu aber musst du beides gleich gut beherrschen. Ich wollte dir beibringen das zu tun, aber dazu musstest du mich hassen. Die Aura von Dark Breath hat sich nur dann bei dir gezeigt, wenn du Hass gegen mich empfunden hattest."

Er fühlte sich vollkommen überfordert von ihren Worten. Es machte Sinn, das tat es wirklich, nicht zuletzt, weil sie Voldemort beim Namen nannte, aber er verstand es dennoch nicht.

„Da du nun jedoch die Wahrheit kennst, ist meine Wenigkeit hier überflüssig geworden. Ich kann spüren, wie sich etwas in dir weigert diesen Hass gegen mich erneut zu empfinden. Was ich tun konnte, habe ich getan. Ab nun an, bist du auf dich alleine gestellt, um mit beiden Magien zurechtzukommen. Bereite dich gut vor oder du wirst keine Chance in einem erneuten Duell gegen Voldemort haben."

White stieß sich von der Wand ab.

„Du musst mir nicht glauben, Harry. Ich spüre, dass du mit dir haderst. Es steht dir frei das von heute Abend anzunehmen oder nicht. Was immer du auch tust, ist ab jetzt an deine Sache. Ich kann nun nicht mehr helfen. Alles was ich tun kann ist Voldemort weiterhin von Hogwarts fernhalten, solltest du weiterhin den Schutz der Schule suchen. Remus. Miss Weasley."

Sie nickte beiden zu und schritt dann zur Tür, wo sie jedoch stehen blieb und sich nur halb zur Seite drehte, statt sich ihm noch mal zuzuwenden.

„Ich war bereit Jilli von dir zu trennen, um diesen Hass gegen mich zu schüren," sagte sie leise und Harry wurde es auf einem Schlag eiskalt im Herzen.

„Ich wusste, wenn ich das tue, wenn ich sie dir wegnehme, dann gäbe es kein Halten mehr. Dein Hass und deine Verachtung wären so groß, dass Dark Breath White Breath vertreiben würde und sich dann auch vollständig in dir zeigen würde. In einem Duell heute Abend hätte ich dann versucht dir zu zeigen, richtig damit umzugehen.

Aber dies ist nun nicht mehr nötig und möglich, nachdem du die Wahrheit kennst. Remus hatte womöglich sogar recht, dass ich damit zuweit gegangen wäre. Aber ich bin nun mal nicht mehr diejenigen, die ich vor 16 Jahren war.

Deiner Schwester geht es gut. Vorerst. Ich habe die Erinnerung der drei Todesser verändert und das Zaubereiministerium hat sie in Gewahrsam genommen. Solange diese Todesser sich dort befinden ist Jilli sicher. Sollten sie jedoch jemals von dort fliehen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Voldemort herausfindet, dass ihre Erinnerungen manipuliert wurden und wenn er die Wahrheit erst mal kennt, weißt du ja, was dies für sie bedeutet.

Ich rate dir also, dich mit deinem Vorhaben gegen ihn zu beeilen. Das Medaillon hattest du zerstört. Das Schwert Gryffindor's steht dir jederzeit zur Verfügungen, wenn du es benötigst. Wenn du Hogwarts nun verlassen willst, steht es dir frei zu gehen. Ich stehe dir nicht im Weg. Viel Glück, Harry."

Und ohne auf eine Reaktion von ihm zu warten, noch ihn ein letztes Mal angesehen zu haben, verließ sie den Raum und Harry, nach wie vor irritiert, wandte sich Erklärungsuchend an Remus. Der Freund schüttelte deprimiert den Kopf und atmete schwer aus.

„Tut mir leid, Harry," sagte er geknickt. „Was mit deinen Eltern und Sirius geschehen ist, hat sie sehr verändert. Sie glaubte, dass sie dich nicht unterrichten kann, wenn du die Wahrheit erfährst. Deswegen hat dir keiner von uns etwas von ihr erzählt. Sie hatte James beigebracht mit beiden Magien umzugehen und glaubt bei ihm versagt zu haben, weil sie sich zu nahe standen.

Ich weiß, du hast bestimmt noch viele Fragen, aber ich glaube nicht, dass ich derjenige bin, der sie dir beantworten kann. Worum ich dich jedoch bitten möchte und dir auch rate ist, sprich mit ihr und überzeuge sie davon, dass du von ihr lernen kannst und willst und sie dich unterrichten soll. Professor White ist die Einzige, die dir helfen kann mit der Magie Gryffindors umzugehen.

Was ich heute Abend getan habe – sie dazu zu drängen sich dir zu offenbaren – damit habe ich unsere Freundschaft aufs Spiel gesetzt. Sie lässt sich nicht gern zu etwas zwingen. Ich möchte nicht, dass dies umsonst war."

Harry nickte, aber hatte er Remus' Worte überhaupt verstanden? Dessen war er sich nicht sicher.

„Ich sollte schauen, dass ich rette, was noch zu retten ist mit ihr. Gute Nacht, ihr zwei."

„Nacht, Remus," sagte Ginny während Harry völlig in Gedanken versunken war und schwieg. Nachdem sein Freund ebenfalls das Klassenzimmer verlassen hatte, hatte Ginny Harry zärtlich die Hand gedrückt und erst dann wachte er aus seiner Starre wieder auf. Sie sahen sich tief an und es brauchte nur diese eine Sekunde, damit sie verstand, wie chaotisch es in ihm tatsächlich aussah. Er hatte alles gehört, alles aufgenommen, aber verstehen, das war nicht möglich.

„Ron begleitet Hermine heute bei den Rundgängen. Lass uns einfach hier bleiben und... verarbeiten."

Harry lächelte sanft. Ja, das war es, was er jetzt tun wollte und was er brachte. Zeit und Ruhe, um zu verarbeiten.