Bevor ihr mich vergesst und denkt, ich wäre verschollen, gibt es heute ein neues Kapitel. Ich weiß nicht mal ob ihr es noch lesen wollt. Vorallem da nun, zumindest im Englischen, alles beendet worden ist. Ich bin darüber glücklich, das ich bisher jedem Hinweis auf das Ende des siebten Bands entfliehen konnte.
Bevor's aber losgeht, danke an meine zwei treuen Leser Dragonsoldier und Larinja für ihre Reviews. Replys kamen an und jetzt wünsch ich nicht nur euch beiden viel Spaß beim Lesen.
Die Hütte
Mit relativ langsamen Schritten kamen sie dem Wald immer näher, als sie an Hagrids Hütte vorbeikamen, drohte ihnen fast das Herz stehen zu bleiben, denn Hagrid marschierte mit ernster Miene aus seiner Hütte hinaus und stapfte ebenfalls auf den Verbotenen Wald zu. Die kleine Gruppe blieb wie erstarrt stehen und wartete, bis Hagrid außer Sichtweite war, tunlichst darauf bedacht, kein Geräusch zu machen.
„Mist! Und jetzt?", fragte Harry die anderen leise flüsternd.
„Wir gehen trotzdem", kam es überraschend entschlossen von Hermine.
„Was will der bloß um diese Uhrzeit im Wald?"
„Ja, gute Frage, was will man um diese Zeit im Verbotenen Wald?", meinte Ron sarkastisch.
Nachdem sie sich sicher waren, dass Hagrid einiges an Vorsprung hatte, liefen sie weiter, wenige Minuten später kämpften sie sich durch das Walddickicht. Die Luft war hier noch kühler und das Mondlicht drang schon fast garnicht mehr durch das Geäst. Harry hörte in regelmäßigen Abständen ein Kreuzchen oder einen Uhu, genau wusste er es nicht. Über ihren Köpfen startete vereinzelt eine Eule um auf ihren nächtlichen Beutezug zu gehen.
Schweigend gingen sie den Trampelpfad entlang, irgendjemand hatte hier anscheinend vor kurzem gewütet, denn vereinzelte Büsche und Sträucher waren wie platt gedrückt.
„Wo wollen wir überhaupt suchen?"
„Auf jeden Fall müssen wir tiefer rein, die Pflanze wächst vorallem an feuchten Orten, hier finden wir nichts", antwortete Hermine.
„Leute, ich find das total beknackt, ich seh euch nicht!", motzte Ron.
„Dann heben wir halt den Desillusionierungszauber auf, während wir hier sind." Gesagt, getan. Hermine zückte ihren Zauberstab und machte die anderen wieder sichtbar. Harry stopfte die Karte in seine Hosentasche und zog ebenfalls seinen Zauberstab, schließlich konnte man nie wissen, was einem im Verbotenen Wald begegnete. Ein fünffaches Lumos! Flüstern folgte, dann liefen sie los.
Eine ganze Weile gingen die fünf den Pfad entlang, immer wieder mit kurzen Pausen dazwischen, um nach Geräuschen von Waldbewohnern zu lauschen. Harry hatte eine Vermutung, wohin Hagrid um diese Uhrzeit noch hinwollte...
„Stopp, hier geht's nicht weiter."
„Und jetzt?"
„Hier lang", sagte Hermine und deutete nach rechts auf einen riesigen Strauch mit spitzen Dornen. Mit einem Stoß ihres Zauberstabes raschelte es laut und in der Mitte des Strauches gab sich etwas in der Art eines Durchgangs frei. Nacheinander kletterten sie durch den Busch.
Jetzt waren sie tief im Wald angelangt, ging es Harry durch den Kopf. Kein einziges Geräusch drang an ihre Ohren, es war totenstill. Die Luft roch hier irgendwie anders, fand Harry, er merkte, wie Ginny neben ihm anfing zu zittern.
„M-m-m-mir ist kalt." Harry zog sich seinen Umhang aus und legte ihn um Ginny. „Danke."
Sie liefen weiter, oder vielmehr kämpften sich weiter. Der Boden war mittlerweile alles andere als trocken und fest...
Nach weiteren, schier endlosen Minuten, traten sie durch einen weiteren riesigen Busch auf eine kleine Lichtung zu. Das Mondlicht fiel zart durch das Blattwerk auf den moosigen, feuchten Boden. Etwas Erstaunliches erreichte die Aufmerksamkeit der fünf Jugendlichen: mitten auf der Lichtung wuchsen kleine, weiße Blumen, Harry tippte auf Gänseblümchen. Doch das Interessantere waren die winzigen Wesen, die über die kleine Wiese huschten.
„Was sind das für – äh, Dinger, Hermine?", fragte Laura.
„Blumenfeen oder, wie sie auch genannt werden Flower fairies. Sie sind harmlos und tun einem nichts, eigentlich müssten sie uns schon längst entdeckt haben", flüsterte Hermine. „Sie sind sehr scheu."
Harry beobachtete die winzigen, in weißem Glanz fliegenden Wesen, wie sie über die Blumen flogen, die Miniaturflügel mit rasender Geschwindigkeit schlagend. Ginny und Laura machten ein- und dasselbe Gesicht. „Sind die süß!", flüsterten sie zugleich und grinsten sich an.
„Wir müssen weiter, ich habe keine Lust hier zu übernachten", drängte Harry weiter.
„Ja, schon gut." Nachdem Ginny, mit leicht enttäuschtem Unterton, das letzte ihrer Worte gesprochen hatte, KRACHTE es irgendwo in der Ferne des Waldes. Die Flower Fairies stoben aufgeschreckt durcheinander und ehe Harry sich´s versah, waren alle verschwunden. Es KRACHTE ein weiteres Mal - das Absplittern von Holz und das Herausreißen von Wurzeln.
Die fünf waren in Deckung gegangen und kauerten nun eng aneinander gedrängt an einem Baumstamm.
„Grawp", meinte Ron schlicht und Harry nickte zustimmend.
„Klasse! Jetzt müssen wir auch noch aufpassen, das Hagrids kleiner Bruder uns nicht auch noch über den Weg läuft."
„Hagrids kleiner Bruder?!", stieß Laura laut aus. „Er hat noch einen Bruder?", fragte sie ungläubig.
„Jaaaah, lange Geschichte, erzählen wir dir, wenn wir hier raus sind, okay?"
„Hmm, okay", grummelte Laura.
„Wir müssen trotzdem weiter."
Sie lauschten noch einmal nach irgendwelchen Gräuschen, doch es war wieder Stille eingekehrt. Nachdem die fünf die kleine Lichtung verlassen hatten, mussten sie sich schon bald wieder durch dichtes Gestrüpp schlagen, die Bäume standen auch immer dichter.
Harry fiel auf, dass hier absolut alles gleich aussah – dann beschleunigte sich sein Herzschlag deutlich. „Wie finden wir eigentlich zurück?", fragte er, tunlichst darauf bedacht, die Panik, die in ihm aufstieg, nicht auf seine Stimme zu übertragen. Es klappte nur zur Hälfte.
Ginny und Ron schauten ebenfalls alarmiert mit großen Augen, alle sahen Hermine an.
Die fing an zu kichern. „Glaubt ihr ernsthaft, ich lass uns einfach durch den Wald irren, ohne dass wir wissen, wie wir wieder zurückkommen? Genau wegen solcher Sachen bin ich mitgekommen, ich habe in regelmäßigen Abständen eine magische Markierung hinterlassen, auf dem Rückweg leitet uns mein Zauberstab. OH, ihr solltet eure Gesichter sehn!", lachte sie – als einzige.
Die anderen vier blickten sie mit säuerlicher Miene an, während Hermine frech grinste.
Nachdem das geklärt war, stapften sie schweigend weiter, beruhigt, auch wieder aus dem Wald herauszufinden. Es ging bergab, der Boden wurde wieder fester und Harry spürte viele unterschiedlich große Steine an den Füßen, ab und zu trat er auf eine dicke Baumwurzel. Es würde ihn nicht wundern, wenn er morgen Schmerzen in seinen Füßen haben würde, wie nach einer tagelangen Wanderung.
Als Hermine den nächsten Strauch beiseite fegte (mit ihrem Zauberstab), traten die fünf wieder auf einen schmalen Pfad, der in so etwas wie eine kleine Senke führte. Hier war es absolut finster, kein Mondlicht drang mehr durch die Baumkronen, dafür hörte Harry wieder ein Kreuzchen.
Hermine ging voran, den leuchtenden Zauberstab vor sich ausgestreckt, der Pfad wurde immer mehr zu einem Hang bis Hermine sich schließlich nicht mehr halten konnte und hinfiel. Auch Harry machte mit dem Waldboden Bekanntschaft. Ron half beiden wieder auf. Nach einem Sprung über einen staubtrockenen Graben standen die fünf zum zweiten Mal an diesem Abend auf einer Lichtung, nur diesmal viel größer und unbewohnt.
„Ähm, seht ihr das auch? Oder spinn ich jetzt total...", fragte Ginny an die anderen gewandt. Vor ihnen stand eine alte, verwitterte Holzhütte. Das Dach war schmutzig und mit Moos übersät, das Holz an manchen Stellen fast schwarz und verfault und die Fensterscheiben mit Spinnweben zugehangen; das Glas milchig, sodass kein Blick hinein fand.
Doch Ron, Hermine und Laura schauten Ginny überrascht an.
„Was bitte siehst du? Eine Hütte?", fragte Ron seine Schwester, als ob sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte.
„Ja, genau vor deiner Na – jetzt nicht mehr! HÄ?" Die Hütte verschwand von einem auf den nächsten Moment und Ginny suchte mit ihren Augen die Lichtung ab.
Laura allerdings hatte die ganze Zeit Harry beobachtet. Der trat plötzlich einen Schritt vor.
„Harry?", fragte sie vorsichtig.
Harry starrte auf die alte Hütte oder vielmehr auf die Türklinke der alten, ebenfalls verwitterten Holztür. Die Form zwei sich windender Schlangen, das Schloss aus einem Schlangenmaul, das weit geöffnet war und darauf wartend, mit einem Schlüssel gefüttert zu werden, statt einer Maus.
Laura trat zu Harry heran, dabei streifte ihr Arm Harrys Seite. Für einen winzigen Augenblick konnte sie eine verdreckte Holzhütte sehen, dann war die Hütte wieder weg.
„Da war eine Hütte!", sagte Laura laut und Ron starrte nun auch sie an, als hätte sie sie nicht mehr alle.
„Moment, Harry, kannst du da eine Hütte sehn?", fragte Hermine, ihr kam ein Gedanke.
„Ja", antwortete er schlicht, den Blick nicht von dem Türschloss abwendend, je länger er drauf schaute, umso lebendiger kam ihm die Schlange vor. Mit Mühe konnte sich Harry von dem Anblick losreißen.
Er blickte zu Hermine, die ihn seltsam musterte und sich auf der Unterlippe herumkaute. Dann trat sie plötzlich zu Harry heran und legte ihre Hand auf seine Schulter – die Hütte tauchte vor ihr auf und verschwand, als sie die Hand wieder von seiner Schulter nahm.
Harry hörte sie irgendetwas murmeln, doch er verstand es nicht.
„Ron? Würdest du bitte deine Hand mal auf Harrys Schulter legen?"
„Warum?"
„Tu´s einfach."
Ron gab Hermines Bitte nach und im nächsten Moment machte er große Augen. „Alter!", murmelte er. Auch Ginny legte eine ihrer Hände auf Harrys Schulter, Laura tat es ihr nach.
„Ähm... Ich mag euch auch gern, aber könntet ihr das jetzt bitte wieder lassen?", fragte Harry, inzwischen von allen vieren betatscht.
„Das müssen wir uns merken." Hermine ließ Harry wieder los und machte kurz eine nachdenkliche Miene. Dann flüstertete sie kaum hörbar irgendeine Formel. Ein Stück Pergament erschien, Harry ließ sich auf den Waldboden fallen und setzte sich im Schneidersitz vor die Hütte. Er wunderte sich, was Hermine mit dem Fetzen Pergament wollte, doch sie machte eine verschlungene Bewegung mit ihrem Zauberstab, auf das Pergament zielend.
Feine Linien wurden sichtbar, ganz oben in der linken Ecke ein großer schwarzer Punkt.
„Ist das der Weg, den wir heute zurückgelegt haben?", fragte Ginny sie neugierig, Hermine nickte.
„Dank der magischen Markierungen ging das so, ich hätte nicht gedacht, dass der Plan so genau wird."
Kurz schwiegen alle fünf, auf dem Waldboden sitzend. Es war schon fast um drei Uhr nachts.
Dann sprangen Hermine und Laura plötzlich zugleich auf, beide auf dieselbe Pflanze starrend.
Die Pflanze trug kleine, weiße und rosafarbene Blüten, auf den Blütenblättern glitzerte es seltsam. Beide gingen zu der Pflanze, Harry beobachtete sie, weiterhin sitzend.
„Das ist es!", sagte Laura fröhlich.
„Du hast nichts von magischem Baldrian gesagt, Laura", flüsterte Hermine wütend.
„Spielt das eine Rolle?"
„Ob das eine Rolle spielt? Natürlich spielt das eine Rolle, magischer Baldrian ist gefährlich! Was glaubst du, warum er fast das ganze Jahr blüht, sogar im Winter?"
„Keine Ahnung... Hauptsache wir haben es, oder?"
Hermine schnaubte, dann beugte sie sich über die Pflanzen und fing an, sie mit samt der Wurzel auszugraben und drückte sie anschließend Laura in die Hand.
„Kein Wort darüber zu Harry."
„Ja, ja..."
„Gibt's ein Problem?" Hermine und Laura zuckten zusammen, sie hatten nicht gehört, dass Harry zu ihnen gekommen war.
„Nein, nein... ähm... Alles okay", sagte Hermine hastig, Harry zog die Augenbrauen nach oben. „Hier, wir haben die Pflanze, also können wir jetzt endlich verschwinden und ins Bett."
„Wirklich?", sagte Harry erfreut, von dem Blick den Hermine Laura zuwarf, bekam er nichts mit.
Hermine sprach anschließend einen Zauber, damit der magische Baldrian nicht welk wurde, danach quetschten die beiden den Baldrian in ein Glas. Lauras Hände waren voller Erde, doch nicht nur das: ihre gesamten Oberarme noch dazu, ein Fingernagel war ihr abgebrochen und, das Seltsamste, ihr gesamter Arm schien irgendwie zu glitzern, fast so, wie die Pflanze selbst.
„Du musst dir sofort die Arme waschen, Laura, wenn wir wieder im Schloss sind", flüsterte Hermine ihr leise zu, tunlichst drauf bedacht, dass die Anderen sie nicht hörten.
„Ja, ja, weiß ich", antwortete Laura ungeduldig und wedelte mit der Hand.
„Also wieder zurück, oder?", sagte Ron, Harry nickte.
Die Prozession ging von Neuem los, Hermine verzichtete auf den Desillusionierungszauber, solange sie tief im Wald waren. Die fünf kletterten den Pfad aus der Senke hinauf und waren kurz darauf wieder mitten im Waldgestrüpp, mühsam das Blattwerk der Sträucher aus dem Weg hexend. Diesmal ging Harry vorneweg, dahinter Hermine und am Ende lief Ron. Im Wald war es unheimlich ruhig, wie Harry fand und im nächsten Moment kam ihm ein ganz anderer Gedanke, den er bislang noch garnicht in Betracht gezogen hatte: Zentauren.
Was würde passieren, wenn sie den Zentauren über den Weg laufen würden? Er wusste, dass er bei seiner letzten Begegnung mit ihnen einen riesen Kredit bei Fortuna aufgenommen hatte...
Es KNACKTE laut und Harry schreckte aus seinen Gedanken. Er war auf einen dünnen Ast getreten. An dem Ast schimmerte irgendetwas, Harry blieb stehen. Es war Blut. Harry unterließ es, den Ast aufzuheben.
„Was ist, Harry?", fragte Hermine sich wundernd, warum er stehen geblieben war. Er deutete mit dem leuchtenden Zauberstab auf den in der Mitte zerbrochenen Ast.
„Ist das Blut?"
„Ja."
„Da ist noch mehr", kam es von Ginny und sie beleuchtete einen Baumstamm.
„Sicher nur von einer toten Ratte oder so", meinte Ron leichthin.
„Ja, sicher", sagte Laura spöttisch.
„Ist doch jetzt egal, ich will in mein Bett, gehn wir bitte weiter?", drängelte Ginny. Hermine stimmte ihr zu und sie setzten ihren Weg fort.
Eine geschlagene Stunde später, Harry hatte inzwischen einen saftigen Schnitt von einem Brombeerstrauch, wurde es heller und die Bäume standen nicht mehr so dicht. Hermine schlug vor, sich nun wieder zu desillusionieren und wenige Zauberstabschwünge später waren die fünf nicht mehr zu sehen und hatten sich chamäleongleich dem Wald angepasst. Sie hatten Glück, sie liefen nicht einem einzigen Lebewesen über den Weg und kurz darauf traten die fünf aus dem Wald aufs Schlossgelände.
Auf leisen Sohlen schlichen sie hinauf zum Schloss, an Hagrids Hütte vorbei, in der nun kein Licht mehr brannt.
Die letzte Hürde stand ihnen noch bevor: keinem Lehrer über den Weg laufen. Harry dachte unwillkürlich an einen bestimmten. Doch das Schicksal meinte es gut mit ihnen und so kamen sie letztendlich im Gemeinschaftsraum der Gryffindors an. Die Hauselfen hatten wie immer den gesamten Gemeinschaftsraum wieder auf Vordermann gebracht. Ohne großartiges Rumgerede verabschiedeten sich die Mädels in ihren Schlafsaal, Harry musste bei dem Gedanken daran, wie Ginny sich in ihr Bett schmeißen würde, grinsen. Er würde es ihr jetzt gleichtun.
„Nacht", brummte Ron.
„Ja, Nacht." Harry blickte ein letztes Mal hinaus und sah schon ein Glühen, die Sonne drängte den Mond vom Himmel, er drehte sich zur Seite und schlief sofort ein...
So, wieder ein Kapitel fertig. Ich würde gern wissen, ob überhaupt noch Interesse an der Story besteht und es sich lohnt weiterzuschreiben.. Deswegen bitte ich euch, diesen Knopf da unten zu drücken und mir ein winziges Review zu hinterlassen. Ich würd mich tierisch freuen, wenn es mal mehr wie 2 Leute über sich bringen würden. Jetzt halt ich aber wieder meine Klappe °g° und sag euch erstmal tschaui waui ;-)
der TyBmaN
