Das Samstagschap ist lufa gewidmet!
Illing: …wuschelt Hope durch die Haare… was machst du denn für Sachen, hm? Kaum bin ich mal nicht da, brichst du dir den Fuß… hust… unparteiischer Schiri? So völlig uneigennützig, oder? Lol… SOSS? Na ja, solange du nicht FOSS draus machst… rotwerd… ach, gab's da mal eine Stellenbeschreibung? Muss noch mal im Forum nachschauen… hey, du kennst doch meine Vorliebe für Namen, oder? Was hast du erwartet? :D
Gaia: Melone nehme ich immer… kein Internet, dafür aber ein Auto? Kopfschüttel… auf Deals lassen sich die Leute ein… also, ich habe beides… heißt das, wenn du wieder Internet hast, besitzt du kein Auto mehr? :D
JackyFCR: klar, hab ich gern gemacht. Übrigens muss ich dich enttäuschen, Malfoy sr. taucht jetzt noch nicht auf, die Einladung gilt ja erst für Mittwoch, und noch haben wir Dienstag… und Draco? Der ist nicht so verkehrt, hat halt nur das Pech, ein Malfoy zu sein…lol… Kuss, hm? Unser Sev küsst gleich noch weiter… und sonniger Nachmittag? Hier regnet´s, seit ich aus dem Urlaub zurück bin…
Viper: schön, dass es deinem Winzwolf so gut geht bei dir! Kannst ihn gleich noch mal streicheln (von mir) – ich mag diese kleinen Racker… so, damit die Entzugserscheinungen nicht zu groß werden…das nächste chap!
lufa: genau das, lufa, aber das bleibt jetzt noch unter uns, ok? …hust… das habe ich jetzt mal überlesen, das mit dem im Original sehen…also, ich würde Sev ganz gern mal Veritasserum unterjubeln… ich hätte eine Menge Fragen…lol…
Seraphina66: und die Moral von der Geschicht? Lies attacks Geschichten mit Getränken nicht… lol… sorry, ich konnte nicht widerstehen… und danke – ich muss erst mal sehen, wie ich die rote Farbe wieder aus meinem Gesicht kriege… hm… das hat alles überhaupt keine Bedeutung, Seraphina, ehrlich, absolut nicht… schiebt einen Dickmann rüber (die mag ich gern, du doch auch, oder?)
AryaLynx: also, ihr könnt doch nicht alle Sev als Lügner hinstellen… lach!... es hatte bestimmt überhaupt keine tiefere Bedeutung… noch ernster? Na, jetzt wendet sich Sev erst mal anderen Frauen zu, sorry… es gibt nun mal keine andere Möglichkeit, das Blut eines rechtsseitigen Manticor von einem normalen zu unterscheiden…
Nik: ich verspreche, ich werde alle diese Fragen klären, nur nicht jetzt – sonst müsste ich dir schon sämtliche anderen Kapitel zum Lesen geben… und was die Malfoys bzw. Lucius von Hermione wollen wird unser Lieblingsgiftmischer im übernächsten chap klären… mehr Input? Bitte, dein Wunsch ist mir Befehl…
Sepsis: echt, du mochtest Ollivander? Kann man den mögen? Ich finde den sehr, sehr undurchsichtig, und gerade im letzten Band war er mir auch verdammt unsympathisch… wie ich die Leute reden lasse? Also ehrlich mal, Sepsis, das bin ich nicht, Sev erzählt doch… :D… wenn du in den SOS-Fanclub eintreten willst, musst du dich vertrauensvoll an LMA23 wenden…
Summerfeeling: Regeln, um ´ne Frau klar zu machen? Lach… so kann man die Slytherinspielchen natürlich auch nennen… ja, unsere kleine Know-it-all hat tatsächlich mal etwas nicht gewusst, und das nur, weil sie eine emanzipierte Frau ist, die davon ausging, dass diese ganzen Dinge total veraltet sind… :D – nun, mit Sev hat sie einen wissenden Begleiter an ihrer Seite…
Cura: tja, Pech für die Malfoys… aber sie müssten ja mittlerweile daran gewöhnt sein, dass Sev regelmäßig ihre Pläne durchkreuzt… immerhin – ohne Snape wäre der Dunkle Lord nie gefallen, davon bin ich überzeugt, Harry hin oder her… ich freue mich, wenn euch meine irren Ideen (wie mit dem Manticor) gefallen!
KatAid: …hebt die Hand: ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut, und es wird noch mehr von Teddy Lupin geben… stottert… ich kann doch nichts dafür, wenn Ollivander so unfähig ist und Sev keinen Zauberstab besorgt… und Malfoy sr. wird noch eine wichtige Rolle spielen… Digitaliber, hm… um ehrlich zu sein, da habe ich unter anderem Digitalis und Mulciber ein bisschen gemixt…lol…
SSHGSSHGSSHGSSHG
10. Kapitel
Dienstag, 04. Oktober 2005
Er versperrte seinen Laden und führte mich in ein gemütliches Hinterzimmer mit schweren, alten Möbeln und großen, dunklen Ledersesseln. Dann goss er mir ein großzügiges Quantum in ein Whiskyglas und sich selbst ein noch großzügiger bemessenes in etwas, das eher einem Wasserglas ähnelte, und prostete mir zu.
„Wie laufen denn die Geschäfte so, jetzt, wo man keine Spione mehr gebrauchen kann?", fragte er dann.
„Ich kann nicht klagen", antwortete ich freundlicher als es sonst meine Gewohnheit war. Ich sprach nie über meine Geschäfte oder meine Vergangenheit, doch ich wollte den großen Kerl zum Reden animieren, und das würde wohl schlecht gehen, wenn ich ihm in die Parade fuhr. „Und selbst? Wie geht es denn so ganz ohne Todesser und anderes mysteriöse Gesindel?"
Er stieß wieder sein Truthahnkollern aus. „Gesindel gibt es genug, Snape, Merlin sei Dank. Und solange das so ist, wird es mir immer gut gehen."
Ich prostete ihm zu. „Kaufen die „Haremsdamen" noch immer ihre Mittelchen hier?" Er grinste und nickte, während ich behutsam in seinen Geist eindrang. Granger hätte es gemerkt, weil sie in meiner Nähe immer einen Okklumentikwall aufbaute, doch Digitaliber war in der Hinsicht völlig unbegabt.
Wie ich es beabsichtigt hatte, schweiften seine Gedanken zu ihm bekannten Prostituierten, von denen es ihm besonders eine kleine Rothaarige angetan zu haben schien. Geistesabwesend trank er von seinem Whisky, während er in ziemlich banalen Phantasien über die Kleine schwelgte.
Dann fand ich einen interessanten Erinnerungsfetzen, als besagte Rothaarige ihrem Freier von einer Kollegin erzählte, die urplötzlich verschwunden war, und von der sie glaubte, sie sei tot. Allerdings waren ihre Theorien nun völlig konfus. Sie schwor auf Elfen und Trolle, Leute aus dem Ministerium hätten ihre Freundin entführt und ermordet.
Ich zog mich aus Digitalibers Geist zurück, als er sich an etliche schweißtreibende Aktionen mit der Kleinen erinnerte. Ich war nicht mehr oder weniger Voyeur als andere, aber es gab Dinge, die ich nicht sehen musste. Er trank mit einem gewaltigen Schluck seinen Scotch aus und schüttete sich einen zweiten nach.
„Die und nicht nur die, mein Freund", sagte er aufgeräumt. Ich war immer wieder erstaunt, wie schnell man der beste Freund eines Händlers wurde, wenn man nur eine Summe hinterließ, die groß genug war.
Er beugte sich verschwörerisch vor. „Du glaubst ja gar nicht, wie viele Ladys der besseren Gesellschaft ihre Hauselfen zu mir schicken. Die sind sich zu fein dazu, selbst herzukommen, wissen wahrscheinlich nicht einmal, wo die Dark Lane ist, aber mich kennen alle, Snape."
Ich gab ihm Recht. „In der Tat. Man kann sich gar nicht vorstellen, was solche exklusiven Ladies von dir brauchen könnten."
Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich ein wenig. „Eine Menge, das sag ich dir. Und weißt du, was jetzt passiert ist? Eine wirklich feine Lady, die hier ihre Schönheitszauber bestellte, ist auf einmal tot. Kein Mensch weiß, was passiert ist, aber sie ist tot." Er sah mich intensiv an. „Ich glaube, da hält jemand die Hand drauf", flüsterte er vertraulich. „Weißt du, wie viel Galleonen mir jetzt verloren gehen, nur weil sie nicht mehr bei mir bestellt?"
Ich schüttelte den Kopf. Auch ich senkte meine Stimme. „Was meinst du damit, eine deiner Stammkundinnen ist tot, und keiner weiß, was passiert ist? Ich habe in der Zeitung nichts über einen Todesfall in den alten Familien gelesen!"
„Aber das ist es ja eben!", ereiferte er sich. „Sie war eine reiche Erbin – du wirst sie nicht kennen, aber ihre Familie ist wirklich reich, mindestens so wie die Malfoys – und kein Mensch weiß davon! Wie geht denn das?"
„Aber woher weißt du dann davon?", bohrte ich. Seltsam. Ich hatte seit Jahren nichts mehr von Katie Eddowes gehört, und doch schmerzte das Wissen um ihren Tod.
Er trank noch einen Schluck von seinem Whisky und beugte sich dann so weit vor, dass ich den Alkohol in seinem Atem riechen konnte.
„Die Mädchen auf der Straße wissen Bescheid, weißt du?", murmelte er. „Ich habe da eine kleine Freundin, Ginger heißt sie, die hat mir davon erzählt. Sie hat mir eine Menge seltsamer Dinge erzählt, Snape. Irgendwas geht da vor, etwas, was den Mädels dort Angst macht, aber keiner weiß etwas Genaues. Eine Freundin von ihr ist auch verschwunden."
Ich hob zweifelnd meine Augenbraue. „Diese Mädchen verschwinden doch dauernd. Sie bleiben nie lange an einem Ort, wenn sie der Meinung sind, dass woanders die Goldgalleonen auf der Straße liegen."
„Richtig, richtig", stimmte er mir zu. „Das wird es auch sein. Aber komisch ist es trotzdem. Sie hatte nämlich ihren festen Platz in der Nähe des Ministeriums, und dort ist immer was los…" Er rieb seinen Zeigefinger und seinen Daumen aneinander, um mir zu verdeutlichen, wie viel dort immer los war.
Ich nickte, wartete, bis er sich umdrehte und kippte den Scotch blitzschnell in sein Glas. Dann erhob ich mich. „Ich muss jetzt gehen", sagte ich. „Ich habe noch einige andere Sachen zu erledigen, bevor es Nacht wird." Ich versuchte anzüglich zu zwinkern. „Vielleicht besuche ich ja noch einige der Ladies, von denen du gesprochen hast."
Er grinste. „Tu das, Snape. Wenn du Ginger siehst, sag ihr, dass du ein Freund von mir bist, dann macht sie es billiger."
Ich schüttelte mich innerlich. „Danke", sagte ich laut, aber es hörte sich selbst in meinen Ohren abwehrend an. Ich hob mein leeres Glas und grüßte damit. „Feiner Stoff, Digitaliber. Es ist immer wieder angenehm, mit dir Geschäfte zu machen."
Er ließ mich hinaus, und als ich auf der Straße stand, konnte ich hören, wie er die ganzen Sicherheitszauber wieder aktivierte. Ich fiel automatisch in die Todesserhaltung, sprich, Rücken straff und gerade, Kopf hochmütig erhoben und festen Schrittes meinen Weg verfolgend. Da es bereits wieder mit Dämmern anfing, brauchte ich niemandem die Vorstellung vermitteln, ich sei ein Opfer.
Ich beobachtete aus den Augenwinkeln das Treiben in der Dark Lane. Es hatte sich nicht wirklich etwas geändert. Noch immer huschten undurchsichtige Gestalten nahe den Häusern vorüber, standen in Toreinfahrten und verhandelten über Dinge, von denen ich gar nichts wissen wollte. Ich lehnte mich im Schatten eines bröckelnden Denkmals gegen eine niedrige Mauer und versuchte, irgendeinen Geist zu scannen.
Es waren genügend Leute vorhanden, und nicht einer von ihnen benutzte Okklumentik. Das war die gute Nachricht. Die schlechte war, dass sie über kein Wissen und keine Erinnerungen verfügten, die mir oder der kleinen Löwin weiterhalfen. Ich beschloss, dass ich alles erfahren hatte, was die Dark Lane zu bieten hatte und apparierte nach Hause.
SSHGSSHGSSHGSSHG
Ich gestattete Winky, mir ein Abendessen herzurichten, während ich im Wohnzimmer auf und ab lief und die ganze Zeit das Gefühl hatte, etwas zu übersehen. Seit die kleine Löwin hier aufgetaucht war und mir die ganze Geschichte erzählt hatte. Was war es nur? Es lauerte unter der Oberfläche und machte mich wahnsinnig bei dem Versuch, es zu packen.
Hing es mit den Werwölfen zusammen? Ich eilte zum Feindglas und blickte hinein. Nebelartig waberte es. Gefahr bestand definitiv, aber nicht unmittelbar. Das bedeutete gar nichts. Ich hatte immer Feinde gehabt – wenn es danach ging, musste ich der ehrbarste Mann der Welt sein.
Irgendetwas war mit dem Mörder. Er hatte vor vier Tagen gleich zweimal zugeschlagen. Warum? Warum war das erste Opfer, diese Prostituierte, so nah am Ministerium gefunden worden? Sie musste es sein, von der Digitalibers Freundin glaubte, sie sei von Ministerialen entführt worden.
Wie kam sie darauf? Und was wussten die Straßenmädchen? Hatte sich aus dem Ministerium eigentlich jemand die Mühe gemacht, sie zu befragen? Ich bezweifelte es. Manchmal fand ich es wirklich bedauerlich, dass wir Zauberer keine Truppe hatten wie die Muggel.
Diese Polizisten mussten den Büchern nach, die ich gelesen hatte, ein cleverer Haufen sein, die nicht nur ihren Kopf sondern auch ausgeklügelte Technik benutzten, um Mörder und anderes Gesindel dingfest zu machen.
Ich erwähnte es ja schon, wir Zauberer verließen uns einfach zu sehr auf die Magie. Auroren und Unsägliche waren gut und schön, konnten aber – zumindest in solchen Fällen – keinesfalls die Arbeit der so genannten Detektive ersetzen, wenn es keine magisch hinterlassenen Spuren gab.
Ich musste zusehen, dass diese Sache geklärt wurde. Nicht nur, um der kleinen, unerträglichen Know-it-all zu helfen oder Katies Tod zu rächen. Der Grund war viel profaner. Ich musste mich selbst entlasten.
Spätestens morgen früh, wenn die Zeitung mit den Meldungen über die Morde erschien, würde sich irgendjemand, der sich profilieren wollte, daran erinnern, dass ganz in der Nähe jemand lebte, der Albus Dumbledore – Lichtgestalt der Weißen Magie – kaltblütig umgebracht hatte.
Und ganz schnell würde jemand darauf stoßen, dass derselbe Mann innerhalb der letzten drei Tage wieder getötet hatte, und das gleich zweimal hintereinander. Und zwar auch noch zwei Brüder, Zauberer einer Minderheit, die sowieso schon immer mit Vorurteilen und Hass zu kämpfen hatten: die Werwölfe.
Ich erledigte meine Aufträge, wobei ich wieder einmal meine Vorräte plünderte. Wenn das so weiterging, würde ich noch einige Nachtschichten einlegen müssen, um nicht plötzlich ohne Tränke dazustehen.
Danach ging ich duschen, zog mich um und apparierte in die Winkelgasse. Ich musste dringend mit dieser Ginger reden.
SSHGSSHGSSHGSSHG
Es war ein schöner Tag gewesen, doch der Abend versprach, ungemütlich zu werden. Ein stetiger Nieselregen hatte eingesetzt, und es wurde recht kühl. Ich warf meine Kapuze über und zog den schweren Umhang fester um mich. Dann schlenderte ich ohne festes Ziel durch die Winkelgasse und versuchte, die Gegend aus den Augen eines Freiers oder noch besser, aus dem Blickwinkels eines Mörders zu betrachten.
Die Winkelgasse selbst wurde von Ministeriumsangehörigen, den so genannten Ordnungsmagiern, frei von Prostituierten gehalten, da sie in sämtlichen Werbungen als Prachtstraße des zauberischen Londons angepriesen wurde. Doch natürlich gab es bekannte oder auch nicht so bekannte Stellen, wo man auf die Ladies der Nacht treffen konnte, wenn man denn das Bedürfnis dazu verspürte.
Bei Tom im Tropfenden Kessel hielten sich grundsätzlich ab neun Uhr abends welche auf, und in den Nebenstraßen war es nur eine Frage der Zeit, bevor man als männliches Wesen von einer käuflichen Schönheit angesprochen wurde.
Da ich Tom keine Munition für neugierige Fragen liefern wollte, ließ ich den Pub links liegen und betrat die Witchersfatestreet, eine recht breite Seitenstraße der Winkelgasse. Hier konnte man alles kaufen, was es auch dort gab, nur war es hier ein bisschen billiger, einfacher und manchmal auch gefährlicher.
Da ich offensichtlich kein bestimmtes Ziel hatte, wurde ich bald von der ersten Lady angesprochen. Sie sah mich und setzte ein strahlendes Lächeln auf. Interessant, dachte ich. Sie benutzte mit Sicherheit einen Blendzauber; niemand konnte so herzlich und frisch aussehen, der diesen Job machte und schon einige Zeit auf der Straße arbeitete.
Sie brachte die typische Na-Süßer-so-allein?-Nummer, die mich immer irritierte. Warum fragten diese Frauen nicht einfach, ob man wollte oder nicht? Beide Parteien wussten doch, wer der andere war. Ich runzelte die Stirn und musterte sie. „Oh, ich verstehe…", säuselte sie. „Du bist ein ganz schlimmer Junge, du liebst es hart! Da bist du bei mir genau richtig, starker Mann!" Ihr Zeigefinger glitt über meinen Arm.
„Ich suche jemanden", sagte ich schob ihr einige Sickel in die Hand.
„Du hast bereits jemanden gefunden, Großer", antwortete sie überraschend schlagfertig und lächelte zu mir herauf.
Ich unterdrückte ein Knurren. „Kennst du ein Mädchen namens Ginger?"
Sie wackelte mit den Augenbrauen. „Ein Mädchen ist sie schon seit einiger Zeit nicht mehr, aber ich kenne eine Ginger. Und ich versichere dir, sie kann nichts, was ich nicht auch zu bieten habe.
Ich nahm eine Goldgalleone und drehte sie zwischen meinen Fingern. Ihre Augen saugten sich an dem Geldstück fest und verfolgten seinen Weg, bis ich die Münze schließlich hochwarf und ungesehen in meine Handfläche nahm. „Kopf oder Zahl?", fragte ich.
„Du bist also ein Spieler, Großer? Immer Kopf", antwortete die Frau.
Ich öffnete meine Hand. Zahl lag oben. „Leider verloren", sagte ich. „Allerdings kann sie dir trotzdem noch gehören, wenn du mir sagst, wo diese Ginger ist."
„Du meine Güte, dir ist es aber ernst, hm?"
Ich beugte mich zu ihr hinunter. „Todernst, Lady!", grollte ich.
Sie erschrak. Ich konnte sehen, wie ihr dutzende Gedanken durch den Kopf gingen und drang skrupellos in ihren Geist ein. Sie machte sich Sorgen. Seit einiger Zeit waren seltsame Gerüchte am Überkochen, Gerüchte von einem Mann, der mit Prostituierten sprach, aber keinen Sex mit ihnen haben wollte.
Und Gerüchte, dass Frauen verschwunden waren. Und nie wiederkamen. Und noch schlimmere Gerüchte, dass manche dieser Frauen tot sein sollten, aber keiner wusste wirklich etwas.
„Hast du Angst; Lady? Eben war ich noch der schlimme Junge", murmelte ich samtig. „Und jetzt machst du einen Rückzieher? Und das bei so leicht verdientem Geld?"
„Du wirst doch Ginger nicht wehtun, Großer?", fragte sie, hin- und hergerissen zwischen ihrer Gier nach dem Geld und dem Bedürfnis, eine Kollegin zu schützen.
„Oh, das kann ich dir reinen Gewissens versprechen", versicherte ich mit der tiefsten Stimme, derer ich fähig war. Sie erschauerte.
„Na schön. Wenn du unbedingt Ginger haben musst, findest du sie irgendwo in der Nähe dieser Bar hinter Madam Malkins Laden", sagte sie mürrisch und schaute mich an, als erwarte sie, dass ich die Galleone einfach einstecken und davongehen würde.
Ich verbeugte mich knapp und gab ihr das Geldstück. „Verbindlichsten Dank, Madam!", sagte ich und wandte mich ab. Ich hätte auch apparieren können, doch ich wollte die Atmosphäre des magischen Londons in mich aufnehmen, wollte sehen, was er sah, spüren, was er spürte, fühlen, was er fühlte.
Natürlich war das Illusion. Ich spürte nichts außer dem gleichförmigen Regen, der langsam durch meinen Umhang drang, hörte nur die üblichen Geräusche der Nacht, gelegentliches Rufen oder Gespräche, wenn Menschen aus einer Bar oder einem Haus traten, sah nur dunkle Schemen, die vorüber eilten und das Aufblitzen der Straßenlaternen.
Absolut nichts Ungewöhnliches. Wonach also richtete sich der Mörder? Hatte er eine Idee? Ich hatte nicht das Gefühl, dass er planlos vorging, trotz seiner Brutalität und Grausamkeit.
Ich sah mich um, als ich in der Nähe der Wizard-Blizzard-Bar war. Lautstarkes Gelächter drang aus der sich ständig öffnenden und schließenden Tür, und hin- und herzuckende Lichtblitze zeugten von irgendeiner Show, die drinnen lief. Ich suchte mit meinen Augen die Umgebung ab und wurde fündig.
Zwei nur leicht bekleidete Damen, umgeben von einem wabernden Nebel, der eindeutig ein Wärmezauber war, standen unter einer Laterne und langweilten sich. Eine von ihnen hatte lockiges, rotes Haar, und sie war ein gutes Stück kleiner als ihre Kollegin.
Ich glitt zielstrebig auf sie zu. Beide Frauen waren jetzt sehr aufmerksam und blickten mir erwartungsvoll entgegen. Ich verbeugte mich vor ihnen. „Miss Ginger?", fragte ich förmlich und sah die Rothaarige an.
Die Ladies kicherten. „So förmlich, Süßer?", fragte die große Brünette. Ich hätte beinahe die Augen verdreht. Hatten diese Frauen alle denselben Wortschatz?
„Sind Sie Miss Ginger?", fragte ich erneut, ohne auf die andere einzugehen.
„Es reicht völlig, wenn du mich Ginger nennst", antwortete die Kleine.
„Würde es Ihnen etwas ausmachen, mit mir unter vier Augen zu reden?" Sie setzte etwas auf, das wohl ein schüchternes Lächeln darstellen sollte. „Ich bin auf Empfehlung von Digitaliber hier", fügte ich hinzu.
„Oh, ein Freund von Dig ist auch mein Freund!", versicherte sie mir. „Sunny, wenn es dir nichts ausmacht?", wandte sie sich an ihre Kollegin.
„Ich bin schon weg. Viel Spaß, ihr beiden!" Die große Frau stöckelte davon, wurde bald darauf von der Dunkelheit verschluckt.
Ginger schob ihren Arm durch meinen, und im ersten Moment hätte ich sie beinahe abgeschüttelt. Doch ich riss mich zusammen. „Miss Ginger", sagte ich, „ich werde mich bemühen, Sie nicht zu lange zu belästigen."
„Aber", unterbrach sie mich und drängte sich näher an mich heran. „Für drei Goldgalleonen kannst du mich die ganze Nacht „belästigen", wenn du möchtest!" Dieses Mal war ihr Lächeln keinesfalls schüchtern.
Unwillig schob ich sie von mir fort. „Sie bekommen Ihre drei Goldgalleonen, Miss Ginger, machen Sie sich keine Sorgen. Allerdings möchte ich, dass Sie mir dafür meine Fragen beantworten, und zwar wahrheitsgemäß."
Ihr Blick wurde misstrauisch. „Fragen? Was bist du, ein verdammter Reporter?"
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, Miss Ginger, ich bin kein „verdammter Reporter". Mich interessieren nur aus persönlichen Gründen ein paar Dinge, von denen ich annehme, dass Sie etwas darüber wissen." Ich griff in meine Innentasche und wiederholte das Spiel mit einer Goldgalleone.
Sie überlegte angestrengt, das ganze kleine Gesicht in Falten gelegt. „Also gut, wie du willst. Aber sieh mal, hier draußen ist es fürchterlich ungemütlich. Was hältst du davon, wenn du mich in eine ruhige Bar führst, und ein paar Drinks ausgibst? Oder ist es dir peinlich, in meiner Gesellschaft gesehen zu werden?"
Ginger drehte sich kokett einmal um sich selbst, um sich mir von allen Seiten zu präsentieren. Sie hatte tatsächlich eine nette Figur, soweit man das unter den aufwallenden Rüschen und Roben erkennen konnte. Außerdem war sie nicht wie die meisten ihrer Kolleginnen halb nackt, so dass man es schon wagen konnte, sie in eine Bar mitzunehmen.
Ich deutete eine knappe Verbeugung an. „Irgendwelche Vorschläge?"
„In der Old Lounge dort drüben gibt es die besten Drinks und leise Musik, mein Schöner. Und es ist nicht schmuddelig, denn ich denke, du bist ein Mann, der auf Ordnung und Sauberkeit Wert legt."
„Wohl wahr, Lady", murmelte ich und ließ mich von ihr zu der besagten Bar führen.
Sie hatte Recht. Die Old Lounge war eine kleine Bar mit gedämpftem Kerzenlicht, dezenten Nischen und unaufdringlicher Musik, die von einem selbständig spielenden Klavier ertönte; offensichtlich eine Bar für Pärchen oder solche Zweiergruppen, die es werden wollten. Ich zuckte innerlich die Schultern. Was interessierte es mich?
Ich geleitete Ginger zu einem Tisch in der Nähe des Tresens und setzte mich mit dem Rücken zur Wand. So konnte ich sowohl die Bar überblicken als auch die Tür im Auge behalten. Alte Gewohnheiten, schätze ich. Ein Wink, und der Kellner stand neben uns. „Was darf es sein, die Herrschaften?"
Ich sah die Lady auffordernd an. „Bring mir eine Bloody Blairwitch und ein Wasser", sagte sie schnell.
„Mir dasselbe", orderte ich, obwohl ich nicht vorhatte, den Alkohol zu trinken. Er würde trotzdem nicht umkommen, vermutete ich, denn meine Begleitung würde sich seiner erbarmen.
Der Kellner brachte die Getränke so schnell, dass ich fast annahm, er sei ein verkleideter Hauself. Ich nutzte die Gelegenheit, als sich Ginger in der Bar umsah und schüttete ihr Veritasserum in ihren Drink. Ich gebe zu, ich bin recht skrupellos, wenn es meinem Vorhaben nützt.
Ich prostete ihr zu und beobachtete verwundert, dass sie ihre Bloody Blairwitch mit einem Schluck hinunterkippte. Beiläufig schob ich ihr meine eigene hinüber. „Also, Ginger, stimmt es, dass du eine Freundin vermisst?"
Ihre Augen wurden glasig, und ich wusste nicht, ob es der Alkohol oder das Serum war. „Ja", sagte sie schwach und nickte.
„Erzähl mir alles von ihr", murmelte ich und beugte mich zu ihr, damit sie leise sprach.
„Sie heißt Liza", begann sie zögernd. „Wir kennen uns schon seit der Schule. Sie hatte einen Mann aus einer alten Familie geheiratet, der jedoch durch Spekulationen und Spielsucht alles verloren hat." Vielleicht hätte ich sie doch nicht anweisen sollen, mir alles erzählen, dachte ich, unterbrach sie jedoch nicht.
„Wir haben uns lange aus den Augen verloren, bis wir uns vor zwei Jahren hier wieder trafen." Ginger kicherte ein bisschen vor sich hin und nippte an meinem Drink. „Mann, war das zuerst peinlich! Aber wir vertrugen uns gut und kamen uns auch nicht in die Quere, weil wir unterschiedliche Dienste anbieten, wenn du verstehst, mein Schöner?"
Ich nickte nur. Das wollte ich gar nicht genauer wissen.
„Also hat Lizzy sich ihren Stammplatz hinter dem Ministerium eingerichtet, und sie sagte immer, sie wäre zufrieden. Es war wohl immer was los, morgens, mittags, abends, dort wird ja immer gearbeitet. Und dann kam oft dieser Mann, um mit ihr zu reden und zu bitten, sich eine „anständige" Arbeit zu suchen. Er wollte nie Sex, immer nur reden, immer nur vernünftig und so."
Ich wurde hellhörig. „Ja? Hat sie auch gesagt, wie er aussah?"
Ginger zuckte die Schultern. „Das weiß ich nicht. Sie meinte auch, dass er wahrscheinlich einen Blendzauber trug, damit sie ihn nicht unter seiner richtigen Gestalt erkannte."
„Wie kam sie darauf?", warf ich ein.
„Keine Ahnung. Sie erwähnte es eben nur."
Ich dachte kurz nach. „Also könnte es auch eine Frau gewesen sein?"
Sie lächelte mich kurz an. „Nein, Schöner. Glaub mir, Blendzauber hin oder her, wir erkennen, ob ein Mann tatsächlich ein Mann ist oder nicht."
„Ach, tatsächlich? Und woran erkennt man das?"
Veritasserum oder nicht, sie vergaß nie ihren Job. Sie streichelte über meine Wange und wollte die Kapuze herunter schieben. Ich hielt ihre Hand fest. „Wieso konnte es keine Frau sein?"
„Weil eine Frau sich eben nicht wie ein Mann bewegt oder verhält, Schöner!"
Ich wurde kurz abgelenkt, als sich die Tür öffnete und ein weiteres Pärchen den Pub betrat. Ich sah auf und wäre beinahe zusammengezuckt. Merlin! Das war Granger mit einem gelackten Typen, der aussah, als wäre er aus einem der Schundromane entwichen, die ich zu Hogwartszeiten hundertfach einkassiert hatte. Dunkle, nach hinten gegelte Haare, weißes, bis zum Bauchnabel offenes Hemd, schwarze Hose und schwarze Lederstiefel, die fast zu den Knien gingen.
Was wollte sie mit so einem… einem… mir fiel nicht einmal ein passendes Schimpfwort ein!
Sie lächelte auf etwas, was ihr Begleiter sagte und sah sich kurz um, wahrscheinlich auf der Suche nach einem passenden Tisch. Sie zuckte zusammen, als sie mich sah. Befriedigt registrierte ich, dass sie mich anstarrte und sich dann abrupt umdrehte. Sie wechselte ein paar Worte mit ihrem Abenteurer, doch der lächelte nur, nahm ihren Ellenbogen und führte sie in eine Nische, die nicht weit von der unseren entfernt war.
Die kleine Gryffindor musterte mich, doch ich schüttelte unauffällig den Kopf. Wir kannten uns nicht! Sie warf die Haare zurück und ignorierte mich von da an. Oder versuchte es zumindest, denn ich merkte, dass ihr Blick immer wieder zu mir zurückkehrte.
Ich wandte mich wieder Ginger zu, die mittlerweile begonnen hatte, an meinem Umhang zu nesteln. Ich hielt auch noch diese Hand fest und dachte, dass wir jetzt wahrscheinlich wunderbar in dieses Ambiente passten, mit dem typischen Händchenhalten und all diesem romantischen Blödsinn.
„Gut, lassen wir das mal dahingestellt. Dieser Mann hat also öfter mit ihr geredet?"
Ginger zog einen Schmollmund, weil ich sie festhielt, nickte aber. „Mindestens zweimal, von denen ich weiß. Lizzy meinte, er sei aus dem Ministerium. Ich weiß aber auch nicht, wie sie darauf kam."
Ein Ministeriumsangehöriger, der einen Blendzauber benutzte und mit einer Prostituierten sprach? Das mochte Sinn ergeben. Und schränkte die Tatverdächtigen auf höchstens zweihundert Leute ein. Oh, was sind wir wieder einmal zynisch, Snape, fuhr ich mich selbst an.
„Hat sie ihn in seiner Blendzauber-Form beschrieben?"
Sie schüttelte den Kopf. „Schöner, was glaubst du, wie sehr uns Typen interessieren, die nur dummes Zeug reden und nicht einmal dafür bezahlen, wie du es tust, hm?"
Ich erkannte einen Wink mit dem Zaunpfahl, wenn ich einen sah. Ich schob ihr unauffällig die erste Goldgalleone hinüber, die sofort unter ihrem Ausschnitt verschwand. Ein Wink von mir, und ein weiterer Drink wurde gebracht. Ich nippte an meinem Wasser.
„Was glaubst du also, warum ist deine Freundin verschwunden?", forschte ich weiter.
Sie lehnte sich über den Tisch, bis sie fast meine Nase berührte. „Ich denke, der Kerl vom Ministerium hat sie geholt. Die machen doch bestimmt geheime Experimente dort. Ich meine, weißt du, was die da alles machen? Da gehen immer hunderte Typen ein und aus, und alle sind wahnsinnig beschäftigt. Und irgendwoher müssen all die neuen Zaubersprüche und so ja kommen…"
Sie nickte tiefsinnig und schluckte schon wieder die Hälfte der Bloody Blairwitch hinunter. Merlin, was musste sie für Mengen ertragen können! Experimente an Menschen? Das war natürlich Blödsinn. Das Ministerium hatte weitaus besseres zu tun, als neue Zaubersprüche an Menschen auszuprobieren.
Unbeabsichtigt wanderte mein Blick zu Granger und ihrem Charmeur hinüber und ich tastete bereits nach meinem Zauberstab, als ich bemerkte, was ich da tat, und dass ich natürlich auch keinen mehr besaß. Der Bursche versuchte doch tatsächlich gerade, sie zu küssen, was sie zwar abwehrte, aber dabei lachte.
Ich knirschte mit den Zähnen.
„Hast du noch mehr Freundinnen oder Kollegen, die du vermisst, und von denen du glaubst, dass das Ministerium sie geholt hat? Das würde deine Theorie nämlich untermauern!", sagte ich schneidend, weil ich unter meinen Lidern hervor noch immer Granger beobachtete, die mit dem Lackaffen herumturtelte, als würde es kein Morgen geben.
Gingers Kopf fiel ein wenig herunter, die Wirkung des Alkohols setzte langsam ein. „Von uns nicht, Schöner, aber weißt du was? Elsbeth, die sich meistens in der Nähe vom Tropfenden Kessel aufhält, hat mir erzählt, dass der schmierige Tom dort eine tote Frau gefunden hat." Sie sah sich um, ob uns jemand hörte und flüsterte dann. „Und davon stand nichts in der Zeitung! Ich habe extra nachgeschaut!"
„Vielleicht hat Elsbeth sich ja auch nur wichtig machen wollen", warf ich ein.
„Nee, nee, die nicht. Die ist so strohdumm, dass nicht einmal ein Troll mit ihr reden würde. Wenn die etwas erzählt, dann ist es genau das, was sie auch erlebt oder gesehen hat. Außerdem hat sie gezittert vor Angst, als sie mir das erzählt hat. So was kann man nicht spielen, Schöner!"
Mir ging es langsam gewaltig auf die Nerven, dass sie mich ständig mit „Schöner" anredete, und außerdem fiel mir auch nichts mehr ein, was ich sie fragen konnte. Und ich fühlte eine fast ununterdrückbare Gereiztheit, die ich auf Grangers Anwesenheit schob. Ich wollte hier raus und zwar sofort.
Wieder spähte ich zu ihrem Tisch hinüber. Ihr Galan hatte sich zu ihr hinübergebeugt und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Ich fragte mich, ob ihr jetzt vielleicht ein Schauer über den Rücken lief und sich ihre Härchen aufstellten, wie ich es schon beobachtet hatte. Wollte ich das überhaupt wissen?
Nein. Ja. Nein, verdammt!
In diesem Moment sah sie zu mir hinüber, und das Lächeln erstarb auf ihren Lippen. Ich beugte mir vor und küsste Ginger. „Oh, Schöner, endlich!", wisperte sie in meinen Mund und schob ihre Zunge hinterher.
Es war… na ja, nichts Besonderes. Natürlich hatte ich schon Frauen geküsst und Vergleichsmöglichkeiten. Und selbstverständlich sind nicht alle Frauen gleich und somit auch nicht ihre Küsse. Aber hier… fehlte etwas.
Hinter Gingers Kuss steckte keine Leidenschaft, keine Süße, keine Wärme. Er erregte mich nicht. Jedenfalls nicht einmal annähernd so sehr wie…
Verdammt, verdammt, verdammt! Diese kleine Löwin machte alles kaputt! Ich hasste sie!
Ich beendete den Kuss, stand abrupt auf, warf ein paar Galleonen auf den Tisch und zerrte Ginger fast grob mit mir hinaus. Sie kicherte und wäre gestolpert, wenn ich sie nicht festgehalten hätte. „Du hast es mit einem Mal vielleicht eilig", säuselte sie, als wir draußen standen.
Ich drückte ihr die anderen zwei Galleonen in die Hand, pflückte sie von meinem Arm und schob sie fort. „Ich wünsche noch einen angenehmen Abend, Miss Ginger!", knurrte ich und disapparierte.
Zuhause verbrachte ich angenehme fünf Minuten damit, irgendwelche Dinge gegen die Wand zu schmettern, Hauptsache, sie machten Lärm und Dreck. Dann ging ich in den Keller und bearbeitete eine alte, speckig aussehende Boxbirne, bis mir der Schweiß in die Augen rann, meine Muskeln brannten und meine Arme zu schwer waren, um sie auch nur noch anheben zu können.
Nach einem halbstündigen Bad in sehr heißem Wasser war ich wieder so ruhig und teilnahmslos, wie es überhaupt möglich war. Jetzt würde ich problemlos schlafen können.
Was soll ich sagen? Den Rest der Nacht braute ich Tränke.
