Kapitel 10:
Daphne war die Erste, die ihr Sprache wieder fand und sich beinahe automatisch an die anderen Gryffindors wendete.
„Was sagt ihr dazu?", fragte sie an die drei Jungs gerichtet, welche sich nun gegenseitig ansahen, irritiert und verunsichert und auch irgendwie schockiert.
„Ich würde ja gerne irgendwas ausschließen, aber ich glaube da wären Ginny oder Harry so viel nützlicher als wir.", gab Seamus zu und Dean pflichtete ihm bei in dem er den Kopf nickte.
„Ich kann nur sagen, ich hab sie tatsächlich noch nie wirklich trinken sehen – aber zu sagen es wäre ein Lüge würde bedeuten die anderen Geschichten sind wahr."
Nevilles Stimme war ein wenig zittrig und unsicher und als er zu Hermione herüber sah und diese ihn ganz unverwandt ansah, schüttelte er nur leicht den Kopf.
„Dann können uns die Gryffindors eben nicht helfen.", endete Tracey Davis diese kurzen Gedankengänge und blickte in die Runde. „Also die tatsächlich erste richtige Abstimmung? Wer ist für den Alkohol?"
Die Tatsache das sich tatsächlich nur Neville und Daphne meldeten sagte so einiges. Hermione biss sich auf ihre Unterlippe als sie verfolgte wie der Rest sich versuchte zu entscheiden welche Geschichte unlogischer, unwahrscheinlicher klang und nach einer kurzen Diskussion – da es zuerst in einem unentschieden durch einige Enthaltungen kam – entschied sich die Mehrheit für den Nachtclub.
Ihr Grinsen wurde nur breiter.
„Prost Freunde, ihr liegt falsch."
„Du musst uns diese Geschichten aber ganz eindeutig erzählen, denn sonst glaub ich dir kein Wort Granger.", grummelte Zabini, der dann aber ganz zügig seinen Kurzen vernichtete. So wie alle Anderen auch.
„Ihr müsst mehr auf die Formulierung achten. Ich habe nicht behauptet ich wäre in einem Muggel Nachtclub bei Nacht gewesen." Sie konnte sehen wie manche Mitschüler sie absolut schockiert ansahen. Sie hatte sie reingelegt. „Es war Tag, die Türen waren geöffnet – offensichtlich kümmerte sich die Putzfrau um die Überbleibsel der letzten Nacht – und ich hab gefragt ob ich das Bad benutzen könne. So einfach ist die Geschichte."
„Du hast uns reingelegt."
„Verdammt richtig Zabini."
„Dann war also die Geschichte mit Krum eine Lüge."
„Nein, wieder passt ihr nicht auf."
Hermione lehnte sich zurück und sah Neville an.
„Du hast gesagt du hast mich noch nie trinken sehen, und ich sagte, ich habe vorher noch nie getrunken. Die Frage ist ja – warum denkt ihr alle sofort an Alkohol?"
Ihr Grinsen wurde immer breiter.
„Verdammt noch Mal Granger, du..."
„Ich nutze nur aus, dass ihr mich entweder zu sehr beim Wort nehmt, interpretiert oder gar nicht richtig zuhört. Also habe ich vorher schon getrunken – Tee, Wasser, Kaffee, einen Schluck Sekt zu Silvester, den ich nicht als übermäßigen Alkoholgenuss zählen würde."
„Dann ist das mit Krum auch irgendwie ein Wortspiel von dir und du legst uns ganz gewaltig aufs Kreuz.", kommentierte Nott schließlich worauf Hermione nur nicken konnte.
„Allerdings. Ich habe einen erotischen Brief erhalten, ich habe aber nie behauptet das der erotische Teil an mich gerichtet war. Wir hatten uns darüber unterhalten, dass seine Fanpost Grenzen überschritt und als ich nachfragte, was er meinen würde, schickte er mir einen Auszug aus einer selbstgeschriebenen Kurzgeschichte eines jungen Mädchens, die sich ausmalte wie es wäre eine heimliche Affäre mit ihm zu haben."
Hermione war zufrieden mit sich. Sie hatte sie alle ausgetrickst, sie musste nur beim nächsten Mal deutlich vorsichtiger sein, denn nun würden sie ihre Worte auseinander nehmen, da sie ja jetzt wussten wie sie plante sie reinzulegen.
„Chapeau.", sagte Malfoy neben ihr nur und deutete auf die Flasche.
Die Gryffindor lächelte schwach und drehte die Flasche und Zabini setzte sich sofort etwas aufrechter hin um seine Märchenstunde zu beginnen.
„So Granger, jetzt zeig ich dir wie man dieses Spiel spielt, damit es auch Spaß macht.", er zwinkerte ihr zu und das war beinahe verstörend. Sie sagte jedoch nichts.
„Okay, ich habe mit fünf Personen aus diesem Raum hier schon geschlafen. Unabhängig davon wie viele es tatsächlich sind – ist es eine Mischung aus männlich und weiblich. Und wäre Draco nicht, dann wärst du als nächstes auf dieser Liste Granger."
Hermione verspannte sich. Sie konnte mit den ersten zwei Geschichten umgehen. Sie hatte auch Daphnes Geschichten irgendwie verkraftet, aber diese letzte…
Aber nicht nur Hermione spannte sich etwas an, auch Malfoy neben ihr wirkte so als würde er sich versteifen. Sein Kiefer knackte außerdem und Hermione war sich nicht wirklich sicher warum.
„Okay eine Wahrheit wissen wir zumindest schonmal eindeutig. Zabini macht keinen Unterschied ob männlich oder weiblich.", begann Nott langsam.
„Was?", fragte Neville beinahe irritiert und Zabini konnte nicht anders als diese Reaktion auszunutzen.
„Eh Longbottom" Und als Neville sich zu ihm herumdrehte, zwinkerte Zabini ihm zu und Neville schauderte regelrecht, was die Stimmung deutlich lockerte und einige zum Lachen brachte.
„Bin ich die Einzige die schon einen Schritt weiter ist? Wir sind 19 Menschen im Raum. Wir müssen nicht einmal nur auf den weiblichen Anteil reduzieren. Ohne Zabini sind wir 18 und davon nur 5?", hinterfragte Tracey schließlich und da meldete sich Malfoy zu Wort.
„Allein unter den Slytherins wird es knapp – Daphne, Pansy, du und selbst Millicent. Und dann bin ich mir bei Nott und ihm auch nie so ganz sicher."
„Moment du glaubst ich hab mit Zabini gevögelt?", fragte Tracey ungläubig.
„Wenn du jetzt sagst du hast es nicht getan nur um auf empört zu tun Davis und am Ende hast du es doch getan dreh ich dir den Hals um. Die Frage ist doch eher, warum glaube ich das wohl? Weil du Monate lang nackt aus unserem Schlafzimmer geflüchtet bist, mitten in der Nacht und da du nicht bei mir warst, und auch nicht bei Nott, denn der war in der Zeit anderweitig beschäftigt kann es fast nur Zabini gewesen sein."
„Die Slytherins haben ein Leben.", brachte plötzlich ein völlig überforderter Neville von sich. Susan legte ihm sanft eine Hand auf den Arm und er schien dadurch um einiges ruhiger und einfacher zu atmen, was Hermione erleichterte und ihr letztlich die Möglichkeit gab sich selbst genügend zu beruhigen um zu sprechen.
„Das heißt ihr sagt es wäre eine Lüge?"
„Genau das sagen wir, wir könnten natürlich auch fragen, jeder oder jede, die mit Zabini im Bett war könnte sich ja melden, aber die Frage ist wie viele werden es hier schon so offen zugeben?"
„Also stimmen wir für die 5?", fragte Hermione noch einmal und als sich dann tatsächlich einige ein Handzeichen dafür gaben, erhoben sich fast alle Arme. Nur Hermione und Malfoy nicht. Beide starrten Zabini nur an als er seinen Kurzen hinab schüttete und diesmal Hermione zuzwinkerte.
Das wars, zum ersten Mal griff Hermione nach dem großen Glas mit der Geheimmischung von Daphne und ohne groß nachzudenken kippte sie das halbe Glas hinab. Sie spürte das Brennen in ihrer Kehle und wie sie leicht aufkeuchen musste, doch das war ihr so ziemlich egal. Sie trank beinahe sofort die zweite Hälfte und ignorierte die Blicke der Anderen.
„Mhhh wir sollten eine Pause einlegen.", grinste Daphne breit und rappelte sich auf. „Sonst übergeben sich hier einige gleich noch."
Hermione nickte nur zustimmend, unfähig ihren Mund auseinander zu bekommen. Nach dem Glas der Spezialmischung hatte sie immer wieder trinken müssen. Dadurch hatte sie selbst beim Geschichten erzählen weniger Glück und das forderte noch mehr Alkohol. Sie fühlte sich einerseits unglaublich leicht aber dann wiederum unglaublich schwer.
Ihr Blick glitt über die Menge, die sich nun langsam auflöste. Sie brachen den Sitzkreis, zogen sich wieder auf Sessel und Couch zurück und unterhielten sich soweit es ging miteinander, oder übersprangen dies geschickt und klebten förmlich aneinander – so wie Nott und Tracey. Hermione war sonst niemand, der Pärchen lange beobachten konnte, sie fühlte sich als würde sie die Privatsphäre anderer missachten, doch jetzt in diesem leicht benebeltem Zustand konnte sie beinahe nicht anders. Sie sah wie sie erst eng an ihn gedrückt neben ihm saß bevor ihre Beine sich über seine schwangen, ihre Lippen nah an seinem Ohr. Hermione biss nervös auf ihre Unterlippe, als sie eine Berührung an ihrem Arm aus der Situation riss.
„Ganz die Beobachterin huh?"
Hermiones Wangen glühten als Zabini sich nun neben sie auf den Boden gleiten ließ. Sie wusste nicht was Malfoy machte und sie wollte sich nicht nach ihm umdrehen und ihn mit ihren Augen suchen. Er war in der Nähe, das konnte sie fühlen, und das war das einzig wichtige.
„Mh.."
„Und zu betrunken um zu sprechen, verstehe.", grinste er und Hermione wollte ihm das Gegenteil beweisen. So wie immer.
„Gar nicht wahr. Nur...beschwippst." Ihr Lallen verriet sie. Sie konnte es ja selbst hören. Sie seufzte verärgert über sich selbst und dieses dumme Spiel.
Sein Lachen war leise aber ehrlich und ließ sie auch leicht lächeln. Sie wussten ja wohl Beide, dass sie mehr als nur betrunken war. So viel wusste sie noch.
„Longbottom und du – ihr seid wirklich sehr..."
„prüde.", beendete sie den Satz und ohne darüber nachzudenken, nahm sie ihm sein Glas aus der Hand und trank es leer. Er hob seine Augenbrauen.
„Sagt Malfoy. Ich...plapper nur nach was der Großmeister sagt." Ihre Stimme war ganz albern geworden, sie klang belustigt und amüsiert und das schob Zabini eindeutig auf den Alkohol.
„Vielleicht musst du ihm ja nur beweisen, dass du es nicht bist."
Hermione zog eine Augenbraue hoch und sah Zabini lange an. Kurz wanderten ihre Augen wieder zu Tracey und Nott – sie saß mittlerweile auf seinem Schoß und er hatte seine Hände unter ihren Rock gleiten lassen. Ihr Atem wurde schneller und sie musste sofort wieder wegsehen. Zurück zu Zabini.
„Mh findest du wirklich?"
„Du willst ihm doch immer zeigen, dass er im Unrecht ist."
„Stimmt. Dieses arrogante Grinsen aus seinem Gesicht...fegen.", Hermione kicherte schon beinahe und dabei lehnte sie sich mehr zu Zabini, der sie mit ernstem Blick bedachte.
„Und du würdest mir sicher dabei helfen wollen, oder?"
Zabini war zwar über ihre Offenheit erstaunt, auch der Ton, der sie mehr an Tracey oder Daphne erinnerte war irritierend, doch er hatte vorhin definitiv nicht gelogen als er gesagt hatte, sie wäre auf seiner Liste, wenn Draco nicht wäre. Also nickte er nur leicht und da begann Hermione an zu lachen. Sie gluckste laut, hielt sich ihren Bauch als sie sich wieder von ihm weg lehnte. Es erregte Aufmerksamkeit und natürlich sah man zu ihr und dann auch zu Zabini, der sie nun entgeistert anstarrte.
„Sorry Zabini. Zu lustig.", sagte sie nur und verzog ihr Gesicht leicht.
„Alles okay?"
Daphne sah zu Hermione herüber und diese grinste breit, breiter als sonst.
„Oh ja, Zabini erzählt fantastische Witze."
Es dauerte ein wenig, doch langsam ließ das Interesse für Hermiones Lachanfall ab. Hermione selbst bemühte sich von dem Kissen hochzukommen. Sie stützte sich am Couchtisch ab und schwankte ein wenig, weswegen sie dankbar aber auch erstaunt war, als Malfoy neben ihr stand und ihr half.
„Willst du hoch?", fragte er leise und Hermione sah sich noch einmal im Raum um. Zabini hatte sich mittlerweile an Daphne gewandt und sie kam nicht drumherum zu denken, dass er es sowieso niemals mit jemandem ernst meinte. Das mochte sie einfach nicht. Dann sah sie wieder zu Tracey und Nott, die noch immer in ihrer eigenen Welt zu schweben schienen. Neville war nicht mehr da, während Seamus und Dean sich mit Ernie und Justin unterhielten. Es schien ein lustiges Gespräch zu sein, welches mehr auf wilden Gestiken beruhte als auf Sprache. Terry und Goyle stapelten beide Shot Gläser – offenbar wollten sie sehen wer den höheren Turm bauen konnte, während Megan, Hannah, Susan und Lisa tatsächlich irgendwo in einer Ecke tanzten. Und das gar nicht so schlecht. Als Hermione Millicent und Pansy erblickte, sagte sie schließlich tatsächlich das sie nach oben wollte. Tracey und Nott zuzusehen war das Eine aber Parkinson und Millicent?
Malfoy half Hermione das Gleichgewicht zu behalten in dem sie sich gegen ihn lehnen konnte. Die Treppen schienen ein wirklich zäher Gegner zu sein, doch schließlich meisterte Hermione diesen und sie feierte es in dem sie leise quiekte und in ihre Hände klatschte wie ein kleines Kind. Natürlich Malfoys Reaktion ignorierend.
Doch sobald sie ihr Zimmer betreten hatten und er sie auf dem Bett abgesetzt hatte, spürte Hermione wie sich alles um sie herum drehte.
„Es dreht sich alles.", noch immer kicherte sie. Es war als könne sie gar nicht anders.
„Du hast eben zu viel getrunken. Es vergeht bis morgen früh."
„Oder du bist zu weit weg.", jammerte sie und sah zu ihm herüber und dann auf den Boden um die Distanz abzuschätzen.
„Viiiiel zu weit.", schlussfolgerte sie schließlich und klopfte auf den Platz neben ihr.
Zu ihrem Erstaunen setzte er sich tatsächlich neben sie und die Brünette kicherte wieder leise vor sich hin, ehe sie sich nach hinten fallen ließ. Es drehte sich zwar immer noch alles und ihr Kopf war so schwer, aber sie bekam zumindest was sie wollte.
„Was hat Zabini vorhin gesagt? Was dich so zum Lachen gebracht hat."
Hermione hatte ihre Augen geschlossen und summte nun leise, ihre Hände hatte sie auf ihren Bauch gelegt und versuchte sich nun ganz angestrengt zu erinnern.
„Oh...ich weiß.", sagte sie dann plötzlich und setzte sich ruckartig wieder auf, was nur dazu führte das ihr schwindelig wurde und sie sich beinahe automatisch gegen Malfoy lehnte. Sie legte ihren Kopf an seine Schulter und schloss wieder ihre Augen. Sie atmete tief ein und aus, ehe sie zu ihm hoch sehen konnte um seine Frage zu beantworten.
„Ich soll dir beweisen, dass ich gar nicht prüde bin."
„Ach?", da musste Malfoy doch eine Augenbraue hochziehen.
„Und was war daran so komisch?"
„Mh...ich weiß nicht mehr.", murrte sie leise und sah ihm in die Augen.
„Du hast so...kalte Augen.", blubberte sie weiter und Malfoy zog wieder eine Augenbraue hoch. Wenn er sich nicht schon vorher sicher gewesen wäre, dass sie betrunken war, dann wäre dies der wohl beste Beweis gewesen.
„Ach findest du?"
„Mh, aber auch so …", sie ließ ihre Zunge über ihre Unterlippe gleiten. „es geht durch alles durch. Dieser Blick."
Es war amüsant sie so zu erleben, und vielleicht nötigte er sie deswegen auch nicht sich hinzulegen.
„Ist das gut oder schlecht Granger?"
„Kommt drauf an."
Er sah zu wie sie sich langsam etwas zu ihm herumdrehte und beinahe instinktiv hielt er sie an ihren Unterarmen fest so als wolle er sie unterstützen. Er wusste wie schwindelig ihr sein musste.
„Manchmal ganz schlecht. Dann...willst du mich erstechen mit dem Blick. Ganz kalt. Dann fröstelt es mich richtig." Und wie auf Kommando ging ein Schauer durch ihren Körper, den er sehen konnte. Auf ihren Armen konnte er die Gänsehaut sehen die zurück blieb und er zog eine Augenbraue hoch. „Und manchmal..."
Doch sie schüttelte nur den Kopf und kicherte wieder und versteckte ihr Gesicht hinter ihren Händen. Wenn sie sich da morgen noch dran erinnern könnte, würde sie sich wahrscheinlich selbst vergraben wollen, dachte er nur leicht schmunzelnd.
„Da du mir ja nicht mehr verraten willst, sollten wir uns etwas anderes anziehen und versuchen zu schlafen, huh?", schlug er schließlich vor.
„Du willst mir beim ausziehen helfen..."
„Ich...das hab ich nicht behauptet."
„Doch im Bad. Da brauchte ich deine Hilfe aber nicht."
„Aber jetzt schon?", er zog eine Augenbraue hoch.
„Sei nicht so prüde Malfoy...", grinste sie dann und sprang auf, was nur dazu führte das sie sofort zu schwanken begann. Malfoy seufzte bei diesem Übermut nur und stand sofort neben ihr um sie vor einem Sturz zu bewahren. Er hielt sie eng bei sich und sofort blickte sie zu ihm hoch und er konnte sehen wie sie wieder ganz rot wurde. So wie mehrfach während des Abends. Doch diesmal sagte niemand etwas unanständiges. Hermione Granger begann ihn offiziell zu verwirren.
„Hilfst du mir?", fragte sie schließlich kleinlaut und Malfoy nickte nur, bevor er sie in Richtung des Kleiderschrankes schob. Er stand hinter ihr und hielt sie an ihren Hüften fest, als sie sich langsam aus ihrem Oberteil befreite, ebenso wie von ihrem BH. Sie presste ihren Rücken etwas gegen ihn, als sie ihren Rock hinab gleiten ließ und aus diesem herausstieg und dann griff sie ohne auch nur zu fragen nach einem seiner Hemden und streifte es sich über. An ihr war es definitiv zu groß, dennoch bedeckte es nur Teile ihrer Oberschenkel und da die obersten Knöpfe offen waren, gewährte sie ihm einen freizügigen Einblick als sie sich wieder zu ihm herumdrehte.
„Fertig."
„Seh ich."
„Du aber noch nicht. Beeil dich ja."
Und ohne weiter zu warten, machte sie zwei Schritte um ihn herum und kletterte aufs Bett. Sie war noch auf allen Vieren und wollte die Decke zurück schlagen als er sie musterte. Er schüttelte sofort den Kopf und drehte ihn weg, da er durch das Hemd und die Position mehr sehen konnte als er sollte. Es war die eine Sache sie so zu sehen wenn sie gemeinsam duschten, es war eine andere sie so zu sehen, wenn sie betrunken war und es nicht mehr besser wusste.
Er schälte sich zügig aus seiner Kleidung und schlüpfte dann beinahe genauso schnell zu ihr in das riesige Bett, bedacht darauf so viel Abstand zwischen ihnen zu halten wie es möglich war.
„Du..."
„Mh?"
„Darf ich dich was fragen?"
„Hast du ja jetzt."
„Bitte..."
Malfoy drehte sich letztlich zu ihr herum und sah, dass sie zu ihm gewandt da lag, ihre Augen waren nun auf ihn gerichtet und ihm wurde bewusst, dass sie das erste Mal so dalagen.
„Haben du und...Zabini...auch..."
„Moment Granger, du fragst mich jetzt nicht wirklich ob ich mit Zabini Sex hatte oder?"
Hermione kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum und irgendwie sorgte es dafür, dass Malfoy sie weniger schockiert ansah.
„Ihr seid alle so...offen.", sagte sie schließlich und er war erstaunt als sie ganz gedankenverloren wirkte, wobei ihre Wangen wieder zu glühen begannen. Woran die Gryffindor wohl dachte?
„Nein. Ich bin keines von Zabinis Opfern."
Hermione nickte bedächtig und dann stützte sie sich leicht auf ihrem Arm auf. Er war sich nicht sicher, ob sie das still liegen einfach nicht ertragen konnte, oder wieso sie sich wieder leicht aufsetzte.
„Er wollte mich zum Opfer machen. So sollte ich es dir beweisen.", sagte sie plötzlich. Zuerst war er verwirrt, denn es ergab für ihn im ersten Moment keinen Sinn. Doch dann begann er die Zusammenhänge zu sehen – erinnerte sich an das Lachen von Granger, an die Geschichte von Zabini und das was sie vorhin noch behalten hatte.
„Und du hast gelacht. Granger du bist manchmal Gold wert.", grinste er sie nur an und die Brünette strahlte ihn schon fast zum Dank an. Sie rückte sogar etwas näher als sie sich wieder zurück ins Bett gleiten ließ.
„Außerdem...", begann sie dann und Malfoy zog eine Augenbraue hoch als sie abbrach und nicht weiter zu sprechen schien.
„Sprich weiter."
„Du hast Recht, ich...Ron und ich...wir haben nie...und da werde ich doch nicht Zabini..."
Mehr musste sie nicht sagen. Er verstand was sie ihm damit sagte und er war verwirrt darüber wie sehr es ihn erleichterte, dass sie tatsächlich nie etwas mit dem Wiesel gehabt hatte.
„Du weißt das Sex nicht das Einzige ist was Zabini im Sinn hat oder?"
„Wie...was?"
„Du könntest mir auch beweisen, dass du ganz und gar nicht prüde bist in dem du mit ihm herum knutschst. Er ist ein Slytherin. Das wäre schon Beweis genug."
„Du willst also, dass ich das mache?"
Ihr Blick ließ ihn grinsen. Er schüttelte dann aber seinen Kopf, was sie aufatmen ließ.
„Ich sag dir nur was in seinem Kopf vorgeht."
Hermione nickte nur und seufzte dann leise, erleichtert. Sie bemerkte es wahrscheinlich nicht, aber bei dem Versuch es sich etwas gemütlicher zu machen, rückte sie ihm noch näher als zuvor schon und Malfoy schluckte leicht.
„Du riechst so gut...", murmelte sie noch leise, ihre Augen schon fest geschlossen als ihr Atem auch schon ruhiger wurde und sie weg zu driften schien. Es irritierte ihn – so wie die Sache mit den Augen. So wie die Sache als sie ohne Grund rot geworden war. Und dann sein Hemd, dass sie einfach so zum Schlafen trug. Seine Gedanken rasten immer noch, als sie sich herum drehte und beinahe automatisch nach seinem Arm griff und dafür sorgte, dass er diesen um ihre Taille legte. Er erstarrte förmlich, doch immer wenn er sich von ihr losmachen wollte, wurde sie unruhig.
Es dauerte unendlich lange bis er selbst langsam ruhiger wurde und einschlief.
Ihr war so entsetzlich heiß. Ihr Körper brannte förmlich. Und der Arm, den sie um sich spürte war der Grund. Hermione war sich sicher, dass es alles ein Traum war. Eine Reflexion ihres Erlebten und Erhofften und dem tief vergrabenem Wollen.
Sie drehte sich langsam und spürte wie der Körper neben ihr sich wieder an sie schmiegte, sobald sie wieder eine perfekte Position gefunden hatte. Sie spürte wie sich ein Bein zwischen ihre schob und sie konnte fremden Atem an ihrem Hals fühlen, der sie erschaudern ließ. Beinahe automatisch schlang sie einen Arm um seine Taille, während die andere auf der nackten Haut seiner Brust liegen blieb.
Wenn es schon ein Traum war, dann konnte sie diesen Traum auch genießen.
Hermione ließ ihre Finger über seine Haut gleiten, und sie konnte spüren wie sein Atem schneller wurde. Er kitzelte sie immerhin an ihrem Hals. Ihre Finger glitten weiter über seine Haut und sie erschrak leicht, als er plötzlich seine Finger um ihr Handgelenk legte.
„Was soll das?", murmelte er verschlafen, doch da schwang noch etwas anderes in seiner Stimme mit.
Sie schüttelte nur den Kopf und er seufzte leise.
„Du bist noch immer betrunken, du solltest schlafen...", sagte er ernst und Hermione begriff langsam, dass es kein Traum war. Würde Malfoy sie im Traum abwehren? Würde er so etwas sagen? Warum würde sie so etwas überhaupt träumen?
Sie ließ ihr Gesicht auf seine Brust sinken, beinahe verzweifelt da sie zumindest sich selbst eingestehen musste, dass sie es für normal empfände anzügliche Träume von Malfoy zu haben. Das hieß irgendwo tief in ihr wusste sie, dass sie ihn anziehend fand. Und nun hatte sie es sich eingestanden.
„Granger..."
Hermione sah zu ihm hoch und da packte sie der Mut. Er dachte sie war noch immer vollkommen betrunken. Und das hieß sie hatte eine Erklärung, sie hatte einen Grund. Er würde es nicht hinterfragen. Und sie konnte es vielleicht damit überwinden.
Er wollte gerade wieder zum sprechen ansetzen als sie ihre Lippen auf seine drückte. Sie schmiegte sich wieder an ihn und für einen Moment versteifte er sich. Ein endlos langer Moment. Ein Moment der Angst für sie und dann legte er plötzlich seine Hand in ihren Nacken und erwiderte den Kuss beinahe genauso intensiv wie sie ihn begonnen hatte. Ehe sie es sich versah beugte er sich über sie und die Brünette ignorierte einfach alles was in ihrem Kopf vor sich ging. Alles was ihr sagte das es falsch wäre. Jede Stimme, jeden Zweifel.
Als sie den Kuss unterbrachen um nach Luft zu schnappen, überkam sie jedoch wieder diese Angst und da spielte sie…
Hermione kicherte leise vor sich hin und biss sich auf ihre Unterlippe. „Mh wer ist hier also prüde...", und mit einem weiteren Kichern drehte sie sich zur Seite und schloss ihre Augen, und krallte sich unter der Decke in das Bettlaken. Sie hasste sich. Sie hasste die Situation, diesen dummen Zauber und sie hasste am meisten das es sich anfühlte als hätte sie Malfoy ausgenutzt. Sie bemerkte erst viele Augenblicke später, wie er sich wieder hinlegte, diesmal mit etwas Abstand und als sie sich sicher war das er schlief, entspannte sie sich etwas. Doch das schlechte Gewissen ließ sie nicht schlafen.
