Tami saß bei der Show im Backstagebereich und verfolgte auf dem Fernseher gerade den Kampf zwischen Claudio und Nick, als Colby, Joe und Jon neben ihr erschienen.

"Und wer gewinnt?", wollte Joe wissen.

"Ich glaube, Claudio soll heute gewinnen. Gegen wen müsst ihr heute?"

"Joe gegen Randy und ich darf gegen Jon" antwortete Colby.

Jon hatte sich auf den Boden gesetzt und dehnte seine Beine, als Renee auf ihn zukam.

"Hallo Jon, Na gut angekommen? Wie war die Fahrt?" Sie ging vor ihm in die Hocke.

Geht so. Hätte spannender sein können", antwortete er.

"Vielleicht hättest du doch mit mir Fliegen sollen." Renee fuhr mit den Fingern über seinen Oberarm.

"Hmm. Gehen wir nachher noch einen Trinken?" Jon sah Renee an, die ihn zuerst nur verwundert anstarrte.

"Gerne", säuselte die Blondine, stand auf und ging Hintern wackelnd Richtung Pressehalle.

Colby sah seinen Freund kopfschüttelnd an. Dann gingen seine Augen zu Tami, die Renee hinterher sah, dann aufstand und wortlos in den Catering Bereich ging.

"Du bist ein Arschloch Mox", zischte Colby nur.

"Was denn?" Mit verschränkten Armen stand Jon vor ihm.

"Hattest du nicht noch gestern von Gefühlen zu Tami erzählt. Und jetzt ist es wieder Renee."

"Ich will nur was mit ihr trinken. Da ist nichts mehr. Ich war nicht gerade nett zu Renee in letzter Zeit."

"Ach komm Jon. Seit wann hast du ein Gewissen." Joe schlug ihn mit der Faust gegen die Schulter.

Colby griff sich mit der rechten Hand durch die Haare. "Ich sag dir jetzt mal was. Wenn du Tami weh tust, dann hast du nicht nur Dave an der Backe. Freundschaft hin oder her. Das hat sie nicht verdient."

Jon starrte seinen Freund nur an. Gerade wollte er antworten, als Paul alias The Big Show zu ihnen stieß. "Hey Leute, wir sollen alle in den Catering Bereich kommen. Paul hat etwas zu verkünden. Die drei Männer folgten Paul in den Catering Bereich, wo schon alle anderen warteten.

"So Leute, wir haben euch etwas mitzuteilen. Es werden sich sicher einige gewundert haben, warum wir fünf Tage hier sind und nicht wie üblich drei. Nun Mark hier wird euch den Grund jetzt sagen." Paul gab das Mikro an Mark weiter, der mit seiner Freundin Claire neben Paul stand.

"Ja, also ihr wisst, dass Claire und ich schon lange beschlossen haben zu heiraten. Und nun ist es so weit. Genauer gesagt, in zwei Tagen ist es soweit und wir möchten, dass ihr alle dabei seid. Deshalb haben wir Stephanie und Paul um Hilfe gebeten und sie haben es einrichten können, dass unser Wunsch nun wahr wird."

Ein heftiger Applaus ging durch den Saal.

"Da Claire hier aus Vegas ist, hat ihre Familie schon soweit alles geplant. Wir heiraten in der Guardian Angel Kathedrale und feiern im Gemeindehaus daneben. Ähm, ich glaube das war es."

Nun standen alle auf, um Mark und Claire zu gratulieren.

"Das finde ich ja echt klasse. Ich freue mich für Mark und Claire", kam von Joe und Jon nickte zustimmend.

Jon ging sofort zu dem Glücklichen Brautpaar und gratulierte. Als er sich umdrehte, sah er Tami hinter sich. Er warf ihr ein Lächeln zu, doch Tami schaute nur kurz und ging an ihm vorbei. Seine rechte Hand fuhr durch seine Haare und kopfschüttelnd verließ er den Saal Richtung Terrasse. Seine Hände umfassten das Geländer und er sah durch die klare Nacht auf Lichter von Vegas.

"Alles klar bei dir Jon?" Seine besten Freunde Joe und Colby standen hinter ihm. Leicht schmunzelte er. Warum zum Teufels Namen wussten sie immer, wenn es ihm schlecht ging. "Sind halt deine Brüder Jon. Deine Seelenverwandten", antwortete er sich selbst.

Joe's Hand legte sich auf seine Schulter und tief atmete Jon ein. "Rede mit ihr Mox."

"Meinst du, dass es was bringt. Dave wird es nie zu lassen. Ich weis, wie er über mich denkt."

"Dann überzeuge ihm vom Gegenteil. Und wenn dir wirklich etwas an ihr liegt, dann kann dir Dave egal sein."

"Oder hast du Schiss mit ihr zu reden?" Colby sah ihn jetzt grinsend an.

"Schiss? Ich. Jonathen Lee Good hat doch... Ja verdammt, habe ich. Weis auch nicht, was mit mir los ist."

"Du bist verknallt Alter, dass ist los", tönte Joe und seine Hand klatschte auf Jons Rücken.

"Hmm. Ja ich glaube, dass könnte es sein. Ich könnte wahnsinnig werden, wenn ich nur ihren Geruch wahrnehme. Am liebsten würde ich sie an mich reißen und sie nicht mehr loslassen."

"Die Chance hattest du ja." Jon's Kopf ging ruckartig zu Colby.

"Was meinst du?"

"Ich weis von eurem Kuss am See und das du sie hast abblitzen lassen. War ein feiner Zug von dir, es nicht auszunutzen."

"Feiner Zug", murmelte Jon und seufzte auf.

"Sorry, dass ich störe Leute. Jon, was ist jetzt. Gehen wir noch was trinken?" Renee war neben ihnen erschienen und sah sie an.

"Ja, machen wir."

Er spürte Colbys stichelnden Blick und sah ihn an. "Ich schwöre, wir gehen nur etwas trinken. Ich muss mich bei Renee entschuldigen."

"Ok, mein Freund. Bis morgen."

Er hakte sich bei Renee unter und die beiden gingen die Treppe runter zu den Parkplätzen, um sich ein Taxi zu rufen.

Joe und Colby sahen ihnen hinterher. "Den scheint es erwischt zu haben. Mox entschuldigt sich. Wow."

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Die Shows waren gelaufen und so fuhren Joe, Jon und Colby einen Tag vor der Hochzeit auf das Gelände der Guardian Kathedrale vor, um beim Tische aufstellen zu helfen. Als sie den Raum betraten waren Windham und Jonathan schon fleißig dabei, auf Anweisung von Marks Schwester große Blumenkübel aufzustellen. Natalia und Eva stellten Gestecke auf die Fensterbänke und Catherine und Stephanie bezogen die Stühle mit Hussen. Als Mark sie sah, kam er freudestrahlend auf sie zu.

"Morgen Jungs. Schön euch zu sehen."

"Morgen Großer. Und bist du schon nervös?", wollte Joe wissen.

"Bei mir hält es sich noch in Grenzen, aber Claire ist völlig fertig. Im Moment ist sie in der Küche und hilft Tami, die schon fleißig das Fleisch anbrät."

Jon hob den Kopf und sah ihn an. "Tami macht das Essen?"

"Klar. Wusstest du nicht, dass sie Köchin ist. Sie war bis zu ihrem Unfall im "Grace" beschäftigt. Als ich das gehört habe, konnte ich gar nicht anders, als sie zu fragen."

"Wow, dass ist mir aber auch neu. Und noch dazu im Grace. Edler Schuppen", pfiff Joe.

"Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne helfen. Tami ist für jede Kraft dankbar."

Tami war gerade dabei, den nächsten Braten in den Ofen zu schieben, als die große Flügeltüre aufging und Colby, Jon, Nattie, Trinity, April, Eve, sowie Claudio den Raum betraten. "Küchenhilfe Lopez meldet sich zum Dienst, Mam", schrie Colby und salutierte vor ihr.

"Blödmann. Also hat Mark noch ein paar Opfer gefunden. Fein, denn es gibt viel zu tun. Kartoffeln und Gemüse schälen ist angesagt." Trinity, Claudio und Nattie nickten und gingen sogleich rüber zu den vier großen Kartoffel Eimern.

"Ok, ähm Jon, April und Eve, ihr dürft euch das Gemüse vornehmen. Wenn es geht, zuerst die Zwiebeln, denn die brauche ich gleich für das Fleisch. Viel Spaß. Colby, du darfst mir helfen."

"Gerne. Vielleicht lerne ich noch was und kann meiner Freundin mal etwas kochen", antwortete er.

"Gut, mein Gehilfe, ran an die Arbeit. Aber ich sag dir eins, ich bin streng."

"Grrr, das gefällt mir. Ich stehe auf Frauen, die das Kommando übernehmen."

Tami nahm sich ein Handtuch und schlug damit gegen Colbys Hintern. "Los jetzt."

Zuerst würzten sie das Fleisch und brieten es heiß an. Danach legten sie die Stücke in Bräter, fügten Gemüse und den von Tami selbstgemachten Fond hinzu und schoben alles in die vier vorhandenen Öfen. Nach etwa drei Stunden schweißtreibender Arbeit, köchelte alles vor sich hin und sie gingen in den Raum, um eine Pause zu machen. Claire und ihre Schwestern brachten Getränke und belegte Sandwiches.

"Ich wusste überhaupt nicht, dass du Köchin bist. Wo hast du denn gekocht?", wollte Trinity wissen.

"Im "Grace".

"Was? In dem Nobelschuppen. Jonathan hat mich mal dorthin eingeladen. Einfach klasse."

"Danke. Ja, wir waren schon ein tolles Team. Wir brauchten nie viel reden. Jeder wusste, was zu tun war und es lief. Eine schöne Zeit war das."

"Die sicher bald wieder kommt, Sweetie", kam von Dave.

"Ich hoffe es. Es fehlt mir total", antwortet Tami leise.

"Echt, ich kann mir das gar nicht vorstellen. Mir ist es schon zu viel, wenn ich mir ein Spiegelei braten muss", kam von Jon.

"Wenn ich zu Hause bin, koche ich auch ungerne, aber im Restaurant ist das anders. Ich brauche diesen Stress einfach", antwortete Tami lachend.

"Ach, du kannst gerne jeden Tag die ganze Truppe bekochen, wenn du den Stress brauchst", meinte Stephanie und stupste sie an.

"Klar, und wenn es nach dir geht, dann jeden Tag gefüllte Champignons."

Stephanie klatschte in die Hände. "Na klar. Da könnte ich mich reinsetzen."

"Die gibt es übrigens morgen auch. Habe es mit Claire abgesprochen und ihre Schwester hat mir alles besorgt."

"Ach, du Scheisse. Dann muss ich morgen noch vor Paul ans Buffett", antwortete Stephanie.

"Das kannst du vergessen, mein Schatz. Ich bin viel schneller." Paul grinste seine Frau schelmisch an.

"Ist genug für alle da. So, ich muss wieder in die Küche." Tami stand auf, schnappte sich noch ein Sandwich und war auch schon verschwunden.

Colby und Jon gingen raus, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Renee kam mit Catherina angefahren und stieg freudestrahlend aus dem Auto.

"Hallo, ihr Zwei, alles klar? Wie geht's dir heute Jon?"

"Gut, danke."

"Und hast du schon..?"

"Nein, noch nicht", unterbrach er sie.

"Warte nicht zu lange." Kurz berührte sie seine Schulter und ging dann hinein.

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Flashback

Jon und Renee fuhren zu einer kleinen Sushibar und setzten sich in eine abgelegene Ecke. Nachdem ihnen der Kellner das Essen gebracht hatte, aßen sie erst einmal eine Weile still vor sich hin.

"Ich wollte mich bei dir entschuldigen Renee. Ich war die letzte Zeit nicht ganz fair zu dir."

Renee sah ihn mit großen Augen an. "Wow, was für eine Veränderung."

"Huh?"

"Na, das man sich so ändern kann, wenn man verliebt ist. Guck nicht so blöd, Mox. Ein Blinder kann sehen, dass du auf Tami stehst. Ich will ehrlich sein Am Anfang war ich schon ziemlich eifersüchtig. Habe mich gefragt, was hat sie, was ich nicht habe."

"War?"

"Ja, war. Aber du hattest schon recht. Das mit uns beiden würde sowieso nicht gutgehen. Wir sind zu verschieden. Ich komme mit deiner verrückten Art manchmal einfach nicht klar. Aber ich möchte dich als Freund nicht verlieren."

Jon lächelte sie an.

"Ich komme gegen dich einfach nicht an. Und irgendwann wurde mir bewusst, was sie mir voraus hat. Sie hat dich im Griff. Sie gibt dir Kontra und das brauchst du. Ein gleichwertiges Gegenüber. Ich glaube, sie kann den guten Mox runterbringen."

"Hmm, ja kann sie." Er griff nun nach Renees Hand.

"Dann rede mit ihr."

"Ich glaube nicht mehr, dass ich da Chancen habe. Habe sie ziemlich derbe abblitzen lassen."

"Was hast du angestellt?" Renee sah ihn jetzt finster an.

"Auf der Fahrt nach hier hat sie mich geküsst und ich habe sie zurückgewiesen."

"Du bist ein Idiot. Warum?"

"Na, wegen Dave. Er sollte nicht denken, dass ich die Situation ausnutze, wenn er nicht da ist."

"Solltest du nicht Tami überlassen, was sie will oder nicht. Sicher macht Dave sich Sorgen um sie, aber es geht ihn nichts an, in wen sie sich verliebt. Und sie ist in dich verliebt. Und du bist in sie verliebt, hab ich recht."

Jon hatte den Kopf gesenkt und nickte. "Ich denke schon. Wenn ich sie sehen, kann ich meine Augen nicht von ihr lassen. Ich werde wahnsinnig, wenn sie mich anschnauzt oder mir nur einen bösen Blick zuwirft. Am liebsten würde ich sie in meine Arme schließen und sie nicht mehr loslassen. Ich fühle ich mich irgendwie angekommen, wenn sie da ist."

Renee lächelt ihn an. "Voll erwischt, kann ich da nur sagen. Jonathan Lee Good hat wohl seinen Deckel gefunden. Aber jetzt musst du was unternehmen."

Wieder nickte Jon nur stumm.

Flashback Ende

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Am nächsten Morgen fuhr Tami schon ganz früh mit Nattie zur Cathedrale, um weiter zu arbeiten. Das Essen sollte pünktlich zum Mittag auf den Tischen stehen. Als sie die Küche betrat, saßen dort schon Colby, Ettore und Eva.

"Hi, was macht ihr denn hier?"

"Wir dachten, du brauchst noch Hilfe. Umziehen können wir uns später hier und gehen dann zusammen rüber."

"Ihr seid klasse. Dann machen wir alles fertig. Nachher kommen drei Nachbarn von Claires Schwester und stellen alles zurecht. Die Trauung will ich auf keinen Fall verpassen."

So arbeiteten die Vier bis Elf Uhr und machten sich dann im Waschraum zurecht. Eva half Tami mit dem Kleid und den Haaren. Skeptisch betrachtete Tami sich im Spiegel.

"Du hast einiges zugenommen in der Zeit oder? Steht dir besser." Eva griff an Tamis Hüfte.

"Finde ich auch. Bis auf zwei Kilo habe ich mein früheres Gewicht wieder. Die Knochen, die an der Hüfte rauskamen am Anfang, waren furchtbar, aber John meinte, dass war halt von dem vielen Liegen. Die Muskeln verkümmern ja sehr schnell."

Sie gingen in den Saal, wo Tami nochmal alles überprüfte. Dave kam, um sie abzuholen. In der Kathedrale angekommen, gingen sie den Gang entlang und setzten sich in die vierte Reihe. Jon, der schräg hinter Tami saß, hielt die Luft an, als er sie sah. Tami trug ein blaues Schulterfreies Cocktailkleid und sie strahlte, als sie durch die Menschenmenge ging. Die Musik setzte ein und Claire kam am Arm ihres Vaters in den Saal. Mark, der vorne am Altar stand, war sichtlich bewegt und konnte seine Tränen nur schwer zurückhalten. Es war eine wunderschöne Zeremonie. Tami ging während alle anderen Mark und Claire gratulierten zurück in die Küche, um nach dem rechten zu sehen. Sie war nervös und hoffte, dass allen ihr Essen schmeckte.

"Ich gratuliere euch beiden", rief sie, als Mark und Claire auf sie zukamen und schloss sie in die Arme.

"Danke dir Tami. Und können wir das Buffett eröffnen oder fehlt noch etwas?", wollte Mark wissen.

"Nein, du kannst loslegen", antwortete sie. Dann setzte sie sich zu Dave und Randy an den Tisch. Mark bedankte sich zuerst bei allen für ihr Erscheinen und eröffnete dann das Buffett. Sofort ging das eifrige Stühlerücken los und alles stürmte auf die lange Tafel zu. Tami und Dave warteten, bis sich der Erste Sturm gelegt hatte und stellten sich dann hinter Ettore an. Sie war gerade wieder an ihrem Platz angekommen, da erschien auch schon Claire und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.

"Das Essen ist phantastisch. Danke"

"Da bin ich aber beruhigt. Ich war echt nervös", antwortete Tami und sofort löste sich der Knoten in ihrer Brust, der dort schon den ganzen Morgen wütete.

"Sweetie, du hast doch nicht ernsthaft an dir gezweifelt. Gelernt ist gelernt", meinte Dave und steckte sich ein weiteres Stück Fleisch in den Mund.

"Das es dir schmeckt war klar. Du würdest auch kleine Kinder essen, Hauptsache Fleisch." Sie grinste ihn an.

"Wenn sie schmecken", antwortete er und lachte.

Nach dem Essen tanzte Claire mit ihrem Vater und Tami wurde plötzlich ein wenig traurig. Sie dachte an ihren Dad und das er, falls sie mal heiraten sollte, nicht an ihrer Seite sein würde. Dave spürte sofort, was mit ihr los war und griff nach ihrer Hand, die sie fest umschloss. "Ich liebe dich. Ich werde immer für dich da sein, hörst du", flüsterte er ihr zu. Sie drückte ihm kurz einen Kuss auf die Wange. "Ich weis und ich danke dir."

"Tami, tanzt du mit mir." Claudio stand vor ihr und verbeugte sich leicht vor ihr.

"Das ist der Schweizer Charme. Wie kann ich da widerstehen." Sie stand auf und Hand in Hand gingen sie zur Tanzfläche. Jon, der mit Ettore an der Bar stand, betrachtete die beiden mit Argusaugen. Ettore und er hatten schon einige Whiskey intus und seine Sinne waren nicht mehr ganz beieinander.

"Bin mal kurz raus", lallte er und verschwand dann Richtung Garten. Dort fragte er Stephen für eine Zigarette und verzog sich dann auf eine Bank.

"Ist noch Platz bei dir?", hörte er auf einmal Dave's Stimme. Er öffnete seine geschlossenen Augen und nickte.

"Alles ok bei dir?", wollte Dave wissen, doch Jon reagierte überhaupt nicht. Dave stupste ihn an. "Hey"

"Interessiert es dich wirklich?"

"Würde ich sonst fragen."

"Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen. Ich werde Tami nicht mehr zu Nahe kommen. Sie wird dir sicher alles erzählt haben", plapperte Jon drauflos. Dave war verwirrt, doch er unterbrach ihn nicht. "Ich bin halt nicht der Schwiegersohntyp, den du dir für sie vorstellst. Kann ich ja verstehen. Ich würde mir für meine Tochter auch nicht so einen Arsch wie mich wünschen. Einen, der wild durch die Weltgeschichte rumvögelt." Er beugte sich nach vorne und verschränkte die Arme vor seinem Gesicht. "Aber weist du was. Ich hätte mich geändert. Für sie hätte ich mich geändert. Du kannst mir gleich ruhig auf die Fresse hauen, aber soll ich dir was sagen. Ich will dieses gottverdammte Weib. Mehr als alles andere. Verdammte Scheiße, ich will nur noch sie."

Plötzlich sprang er auf und trat gegen den Mülleimer, der neben der Bank stand. "Ich weis nicht, was mit mir los ist. Meine Gedanken sind morgens bei ihr, wenn ich aufwache und abends ist sie das letzte, an was ich denke. Und als sie mich geküsst hatte, hätte ich sie am liebsten nicht mehr los gelassen. Aber ich wollte unsere Freundschaft nicht kaputt machen, Dave. Ja, der alte Mox hat mal an was anders, als nur das Ficken gedacht. Ja, lach ruhig los. Kein Problem."

Er war so in Rage, dass er noch nicht mal wahrnahm, dass Dave ihm nur zuhörte und das Joe und Colby mittlerweile hinter ihm standen. "Aber ich lasse sie in Ruhe, kein Problem. Ich kriege das schon hin. Verdammt noch mal, nichts kriege ich hin. Jeden Tag sehe ich sie. Verdammt, Verdammt." Erneut musste der Mülleimer einen Tritt von ihm hinnehmen.

"Jon, komm, wir bringen dich ins Hotel", kam nun von Joe, der ihm sanft am Arm zog. Doch Jon schüttelte ihn ab.

"Ach, lass mich doch." Mit beiden Händen umfasste er seinen Kopf und schüttelte ihn immer wieder. "Ich liebe sie Joe. Ich liebe Tami."

"Ich weis, Kumpel. Aber du gehörst trotzdem ins Bett. Du kannst morgen mit ihr reden."

Jon schwankte leicht und Joe griff um seine Hüfte. "Sie will doch gar nicht mit mir reden. Und mich will sie sowieso nicht. Wer will schon so einen Arsch wie mich, stimmts Dave."

Er drehte sich zu Dave um, der aufgestanden war. "Joe, bring ihn auf sein Zimmer. Ich glaube, er braucht seinen Schlaf."

"Komm, mein Freund." Joe zog ihn Richtung Saal.

"Aber...", kam nur noch leise von Jon.

"Kein aber. Du gehst jetzt schlafen. Ich glaube, du brauchst morgen einen klaren Kopf."

"Na Bravo, morgen bin ich fällig", murmelte Jon. Doch Joe antwortete nicht, sondern ging stillschweigend mit einem schmunzeln im Gesicht neben ihm her.

"Bist du jetzt sauer auf ihn", wollte Colby wissen und richtete den Blick auf Dave.

"Warum sollte ich sauer sein? Weil er endlich mal zu seinen Gefühlen steht. Wir kennen ihn beide und wissen, wie er tickt."

"Aber er ist betrunken."

"Wie hat meine Mutter immer gesagt. Besoffene und Kinder sagen immer die Wahrheit", antwortete er und grinste.

"Das hat meine Mum auch immer gesagt", hörten sie Tami's Stimme und sofort drehten sie sich um.

"Du hast alles gehört", wollte Dave wissen.

Tami nickte und setzte sich zwischen die Beiden. "Dieser Kerl macht mich total verrückt. Erst redet er so und jetzt so."

"Du hast ihn doch gehört. Er wollte die Situation nicht ausnutzen."

"Was willst du jetzt machen?" Dave sah sie an.

"Das weis ich noch nicht."

"Magst du ihn?" Obwohl er die Antwort schon kannte, stellte er ihr diese Frage. Tami nickte.

Dave seufzte kurz auf, klopfte ihr auf das Knie und stand das auf. "Ihr Zwei macht das schon."