Kapitel
10
Eine Fahrt in's Blaue
(Das soll Urlaub sein ? Teil
4)
Pünktlich um 8:00 Uhr klingelte das Telefon.
Die
nehmen ihren Job aber auch verdammt ernst...
Müde
krabbelte Tala aus dem Bett, zog sich an und machte sich auf den Weg
zur Rezeption. Kai schlief unterdessen weiter und machte keine
Anstalten, in der nächsten Zeit
aufzustehen.
„Guten
Morgen, der Herr"
„Morgen...ich würde gerne die
Weckzeit von Zimmer 305 um eine Stunde nach hinten verlegen.
„Moment
bitte" hastig tippte die Angestellte auf den Tasten. „Und ihr
Name ist...?"
„Tala Iwanov"
„Also sie wollen nun
um 9:00 Uhr geweckt werden ?"
Tala nickte.
„Das ist kein
Problem...kann ich sonst noch etwas für sie tun...?"
freundlich lächelte ihn die junge Dame hinter dem Tresen an.
Er
überlegte kurz.
„Ja..." er lächelte zurück
„...da gäbe es noch
etwas..."
Als
Kai gegen 8:45 Uhr aufwachte, war Tala noch nicht zurück.
Ohne
sich weiter darum zu kümmern, duschte er und wollte nach unten,
was Frühstücken.
Im Fahrstuhl stieg einer der Jungen vom
Strand ein, welcher ihn und seinen Freund schräg angemacht
hatten.
Ein wenig erschrocken hatte er Kai angesehen, welcher sich
gegen die Wand gelehnt hatte, die Arme vor der Brust verschränkte
und mürrisch dessen Blick erwiderte.
Doch der Junge begann
plötzlich hämisch zu lächeln.
„Na wo ist denn
dein Freund, Schwuchtel...?"
Sein Gegenüber schien von
dieser Beleidigung nicht sehr beeindruckt.
„Ich weis
nicht...vielleicht amüsiert er sich ja mit einem von deinen
Freunden..."
Schnell hatte der Junge ihn am Kragen
gepackt.
„Pass auf, was du sagst, du perverse Drecksau..."
Wut und Ekel brannten in den graugrünen Augen. „Typen wie ihr
macht mich krank..."
„...was du nicht sagst..." Kai
grinste verächtlich, packte ihn am Hals und drückte zu.
Erschrocken von dieser Gegenwehr ließ er seinen Angreifer los
und taumelte zurück. Er wurde am Hemd gepackt und mit dem Kopf
gegen die Fahrstuhltür geschleudert und rutschte an ihr
runter.
Kai baute sich vor dem Jungen auf.
„...Ihr seid ja
alle Versager, einer wie der andere..."
Der Junge stand
auf.
„Elende Schwuchtel..." zischte er und wollte sich
gerade auf seinen Gegenüber stürzen, als dieser ihn
zurückstieß und er aus der Tür fiel, welche sich
gerade öffnete.
Unsanft landete er vor den Füßen
eines Ehepaares.
Kai steckte die Hände in die Taschen und
ging auf den, am Boden, Liegenden zu, welcher zurückrutschte, um
ihm auszuweichen.
Das Ehepaar stieg in den Fahrstuhl und drückte
eilig auf den Kopf.
„Na was denn?...hast du etwa Angst vor einer
"Schwuchtel"...?"
Der Angesprochene sprang
auf.
„Angst vor jemanden, der es mit Männern treibt ? Das
ich nicht lache...ich will nur nicht, dass du mich mit deinen
ekelhaften Händen anfasst...mir ist sowie schon
schlecht..."
Als
Tala in das Restaurant kam, um seinen Freund zu suchen, saß
dieser nicht unweit von dem Eingang und hatte sich über das
Buffet her gemacht.
„Hier bist du...ich hab schon überall
nach dir gesucht..." Er setzt sich dazu und beäugte
amüsiert den überfüllten Teller. „Meinst du nicht,
dass du ein bisschen übertrieben hast ?...nicht das ich dich
hier rausrollen muss..."
Kai reagierte nicht darauf und
stopfte weiter das Essen in sich rein, bis sein Partner ihm den
Teller wegzog.
„Was ist...?"
„Nichts...ich will nur
nicht, dass du dich überfrisst...ich hab nämlich für
heute noch was geplant..."
Sein Gegenüber zog eine
Augenbraue hoch und wischte mit einer Servierte seinen Mund ab.
„Und
was...?"
Ein Schlüssel baumelte vor seiner Nase.
„Was
ist das...?"
„Ein Schlüssel..."
„Das sehe
ich selbst...wofür ist der...?" Er hatte nur flüchtig
das glänzende Ding vor seiner Nase begutachtet, denn seine
Aufmerksamkeit galt dem beschlagnahmten Teller.
„Bist du fertig
mit essen...?"
Kai seufzte leise. Wenn er jetzt „Nein"
sagen würde, bekäme er seinen Teller sowieso nicht zurück.
Er nickte.
„Na dann komm
mit..."
Wie
Feuer leuchtet das rote Ferraricabrio in der Sonne. Das schwarze
Leder der Sitze gaben dem Wagen einen Hauch von Eleganz und die
tiefliegenden Vorderlichter ließen den Zweisitzer wie ein
Raubtier aussehen, dass seiner Beute auflauerte.
„Schön,
nicht ? Die Dame an der Rezeption hat dutzend Autovermietungen
angerufen, bis sie den gefunden hat"
„Darfst du hier
überhaupt fahren ?"
„Sicher darf
ich"
Tala
war der Einzige von beiden, der einen Führerschein gemacht
hatte.
Kai hielt dies für Geldverschwendung, da sie ja nie
ein Auto gebraucht hatten und wohl auch zu Hause nie eines brauchen
werden.
„Es kann nie falsch sein, einen zu haben...man weis ja
nie, was kommt"
Von
hinten fuhren seine Hände unter das schwarze, halb aufgeknöpfte
Hemd Kai's und strichen über dessen Bauch. Leicht massierte er
die Muskeln und knabberte an seinem Hals.
„Ich hab mich
erkundigt und mir wurden ein paar nette Ortschaften genannt..."
Er
küsste ihn in den Nacken.
„Da wird uns keine "blonde
Bohnenstange" oder ein "Strandschönling"
stören...und wir können endlich mal den Urlaub
genießen"
„Da hab ich so meine Zweifel..."
„Ach
? Und wieso...?" er ließ seine Hände über Kais
Hüften gleiten.
„Weil ich den Urlaub mit dir
verbringe..."
Tala lachte.
„Du Rotzbengel..."
Er schlug ihm auf den, in enge, hellblaue Jeans gehüllten,
Hintern. „...na los...schwing deinen Allerwertesten ins
Auto...und wenn wir wieder zurück sind, müssen wir uns mal
"unterhalten"..." er presste sich näher an
seinen Körper „...du wirst mir langsam zu
frech..."
Es
war der perfekte Tag, um einen Ausflug zu machen und die Umgebung zu
erkunden.
Die Insel war noch recht ländlich und für die
beiden Großstädter war dies ein recht ungewohnter Anblick.
Von einem Touristenort hatten sie etwas anderes erwartet.
Sie
fuhren an Stränden vorbei, welche mit pechschwarzem Sand
überzogen waren. Die Ortschaften waren recht klein und schnell
langweilte Kai der immer gleiche Anblick von Häusern und
bäuerlicher Umgebung.
Es war zwar ungeheurer angenehm, von
dem Smok und Straßenlärm weg zu sein, dennoch bot die
Landschaft für Kai keinerlei Reiz.
Auch seinem Nebenmann
schien es so zu gehen, trotzdem war er fest entschlossen, diesen
Ausflug fortzusetzen.
Er hatte die Nase voll von irgendwelchen
dreisten Störungen, welche immer damit endeten, dass er und sein
Freund auf 180 waren.
Aus den Augenwinkeln bemerkte er, wie die
roten Augen ihn immer wieder kurzzeitig begutachteten und sich dann
wieder der Aussicht widmeten.
„Was ist...?"
Der
Angesprochene wandte seinen Blick nicht von den vorbeirauschenden
Häusern ab.
„Es verwundert mich immer wieder..."
Tala lachte.
„Da bist du nicht der Einzige..." Auch
ihm war es aufgefallen und hatte ihn doch des öfteren
überrascht, wie ähnlich sich die beiden geworden sind.
Auch
wenn ihre Kleidung sich farblich nicht glich (nur hin und wieder
mal), war sie doch immer gleich geschnitten und von der gleichen
Sorte.
Auch jetzt wieder. Beide trugen blaue, hautenge Jeanshosen.
Kai in hell- Tala in dunkelblau. Die selbe Marke, der selbe Schnitt.
Auch die Hemden glichen sich wie ein Haar dem anderen in ihrem Stil.
Nur das Tala's weiß
war.
Er
parkte das Auto am Ortseingang von El Sauzal.
Kai stieg aus und
streckte sich etwas, sein Freund tat es ihm gleich, ging um das Auto
herum und lehnte sich auf die Motorhaube. Sein Blick heftete sich an
den Anderen.
„...langsam scheint dein schlechter Geschmack auf
mich abzufärben..." als Kai sich wieder entspannte und an
die Wagentür lehnte, rutschte sein Geldbeutel aus der
Gesäßtasche in den Innenraum des Cabrios und landete im
Fußraum.
Genervte stöhnte er auf und beugte sich in das
Auto und fischte nach der Geldbörse. Erschrocken zuckte er
zusammen, als er Tala's Körper von hinten spürte.
„Ich
finde aber, mein schlechter Geschmack steht dir ziemlich gut..."
schnurrte er ihm in's Ohr und ließ es sich nicht nehmen, Kai's
Bauchmuskeln abermals mit seinen Händen zu verwöhnen, was
diesem ziemlich zu gefallen schien und eine leises Brummen entwich
seiner Kehle. „...aber wenn sie dir nicht gefallen, dann...
„er drehte ihn um „...zieh' sie doch aus...".
Langsam
begann er einen Knopf nach dem Anderen zu öffnen, bis er
ungehindert über die seidige Haut streichen konnte während
seine Zunge sanft zwischen die Lippen seines Partners rutschte.
Kai
drückte ihn weg.
„Und so jemand behauptet, Schamgefühl
zu
besitzen..."
Beide
erregten in dem schönen Ort El Sauzal ziemlich Aufsehen.
Die
beiden sahen aus, wie zwei Models.
Die Hemden offen und der
dadurch ungehinderte Blick auf ihre mit Muskeln überzogenen
Oberkörper.
Die verspiegelten Sonnenbrillen, welche die Augen
verdeckten und ihnen ein elegantes Flair verliehen
So liefen sie
durch den Ort, welcher 300 Kilometer über dem Atlantik auf einem
Klippenrand lag. Von diesem Plateau konnte man die gesamte Nordküste
überblicken.
Ein älterer Herr gesellte sich zu den
Jungen.
„Ihr seid Touristen, ja ?" fragte er sie auf
englisch. Sie nickten.
„Hier kann man schöne Gegenden
bewundern" er begann über die Örtlichkeiten zu
plaudern.
„Neben unseren Villenvierteln kann man ein Panorama
von Puerto de la Cruz bis zu den nördlichen Ausläufern des
Tenogebirges sehen... Einen schöneren Ausblick finden sie hier
nicht und bei gutem Wetter und kann man den 3718 Meter hohen Pico del
Teide sehen. Je nach Jahreszeit ist der sogar noch mit etwas Schnee
bedeckt"
Es war vermutlich nicht das erste Mal, dass er diese
Worte aussprach. Doch unseren beiden Urlaubern schien das nicht
wirklich zu interessieren.
„Wenn die beiden Herren was wirklich
Beeindruckendes sehen wollen..." versuchte er ihr Interesse zu
wecken „...dann sollten sie nach Bajamar fahren..." Das
liegt am Fuß des Anagagebirge. Dieses Gebirge ragt steil aus
dem Meer bis auf etwa 1000 Meter Höhe. Dahinter liegt das Bosque
de la Mercedes (Mercedeswald)..."
Beide sahen sich fragend
an.
„...Mercedes...?" kam es im Chor.
„Oh, das wird
den jungen Herren gefallen..." fuhr er fröhlich fort
„...sie sehen aus, als kämen sie aus einer großen
Stadt...da werden sie nicht sehr viel Natur zu sehen bekommen
haben..."
Nach
einer guten Stunde Inselforschung mit den Einheimischen saßen
beide wieder im Auto und fuhren Richtung Bajamar.
„Sag mal...
interessiert dich das wirklich...?" Kai gähnte und rutschte
etwas tiefer in den Sitz.
Tala schien diese kleine Ortskunde auch
nicht sonderlich gefallen zu haben. Müde hatte er seine Kopf auf
eine Hand gestemmt, welche auf dem Türrahmen abgestützt
wurde. Mit der Anderen hielt er das Lenkrad fest.
„Eigentlich
nicht..."
„Warum machen wir das dann...?"
„Ich
bin eigentlich hergekommen, weil ich den Kerl nicht mehr ertragen
konnte...und jetzt haben wir 3 von der Sorte am Hals..." je
mehr er darüber nachdachte, desto schlechter wurde seine Laune.
„...und wenn ich die Typen heute noch mal sehen müsste,
würde ich denen reihenweise die Schwänze
abreißen..."
Kai's Müdigkeit schien
verflogen. Die ordinäre Ausdrucksweise seines Freundes war neu
für ihn.
„...beim ihm hätte ich das schon längst
tun sollen..."
„Die Gelegenheit hattest du ja
dazu..."
Überrascht sah er zur Seite. Sein Freund
schien es ernst zu meinen.
„...das hätte dir gefallen,
wie...?" er grinste provozierend.
Kai lächelte
schwach.
„Wär' nicht schade darum
gewesen..."
Fassungslosigkeit trat in das Gesicht des
Rothaarigen. Es war das erste Mal, dass er etwas von dem Vorfall
zwischen Kai und Bryan erfuhr. Und zu seiner Freude, hatte es
wenigstens seinem Freund nicht gefallen.
Doch schon grinste er
wieder.
„Na aber hallo...wir sind heute aber gut aufgelegt,
was ?"
„Macht wohl die öde Landschaft...wo fahren
wir noch mal hin ?"
„Nach Bajamar und von dort zum
Anagagebirge und über den Bosque de la Mercedes nach Santa Cruz
de Tenerife..."
Die Namen flossen nur so über Tala's
Lippen, als entstammten sie seiner Heimatsprache.
„Aha...und
dann ?"
„Dann...ist es dunkel und wir fahren
zurück..."
„...du quälst mich gerne,
was...?" die Aussicht, dass sie den ganzen Tag hier rumfuhren,
war nicht gerade sehr erbaulich.
„Ein Hobby braucht
jeder..."
Die
Fahrt gestaltete sich doch interessanter, als erwartet.
Der
Gebirgskamm des Anagagebirges war recht imposant und bot ein
wunderbares Panorama.
Die Mercedeswald war zeitweise recht dicht
und die Bäume hingen wie Torbögen über der Straße.
Es war für Städter wirklich ein ziemlich beeindruckender
Anblick, wie sich das Leben hier mit der Natur verband.
In der
Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife machten sie wieder eine kleine
Erkundung zu Fuß und obwohl es hier etwas kühler war, da
es direkt am Meer lag, machten sie keine Anstalten, sich ordentlich
anzuziehen und erregten auch hier reges Aufsehen bei den Frauen,
welche ihren Weg
kreuzten.
„War
doch nicht ganz so schlimm, wie ich geglaubt habe..." Tala
hatte sich an eine Mauer gelehnt und betrachtete prüfend den
Himmel. Der Himmel war rot. Das Wasser sah aus, wie Blut und der
Strand schien die Farbe wie ein Schwamm aufgesaugt zu haben.
„Es
gibt schlimmeres..." Kai setzte auf die Steinmauer und folgte
seinem Blick.
Sie standen vor dem Playa de las Teresitas, der
Hausstrand der Inselhauptstadt Santa Cruz. Im Gegensatz zu den
Stränden, an welchen sie vorbeigefahren waren, hatte dieser hier
keinen schwarzen Sand.
Er war goldgelb und die darauf stehenden
Palmen gaben dem Ganzen einen karibisches Flair.
Da es langsam
immer dunkler wurde, leerte sich der Strand und Tala schwirrte eine
verrückte Idee durch den Kopf.
„Sollten wir nicht langsam
fahren..."
Die Straßenlaternen gingen schon an.
Innerhalb von einer Stunde war es schon dunkel.
„Warum denn..."
er zog Kai von der Mauer. „...lass uns Schwimmen
gehen..."
„Jetzt ?"
„Ja,
jetzt..."
Er
zierte sich ziemlich, doch Tala ließ nicht locker und stieß
ihn, in voller Montur, in's Wasser.
„BIST DU NOCH GANZ
DICHT...?"
Der Rothaarige lachte und zog sich das Hemd
aus.
„Selbst Schuld...warum musst du dich auch immer so
anstellen...?"
Wie ein begossener Pudel sah sein Freund
aus, als er aus dem Wasser stieg.
„Hauptsache, du hattest deinen
Spaß..." er zog das Hemd aus und presste das Wasser
raus.
Plötzlich wurde er von den Füßen gerissen
und viel zurück ins feuchte Nass.
Leicht sackten beide in den
nassen Sand.
Verlangend leuchteten die blauen Augen über
ihm.
„Den werd' ich erst noch haben"
Kai sah etwas
irritiert aus. Doch dann ging ihm ein Licht auf.
„...hey...Moment
mal...du willst doch nimpff...?" ein Kuss erstickte seine Stimme
und beantwortete die Frage. Sanft fuhren die Fingerspitzen über
seine nasse Haut und begann an dem Hosenverschluss zu zerren.
Immer
wieder versuchte Kai ihn von sich runterzudrücken. Doch Tala
ließ nicht locker. Die ganzen Aggressionen hatten jegliche
Sinnlichkeit zwischen den Beiden auf Null geschraubt. Doch da sie nun
schon den ganzen Tag alleine waren und sie keiner mit irgendwelchen
anzüglichen Angeboten genervt hatte, konnte der Rothaarige nicht
mehr an sich halten.
Kaltes Wasser umspülte den liegenden
Körper und zog sich wieder zurück, nur um ihm bei seiner
Rückkehr einen erneuten Schauer zu bescheren.
Der Rothaarige
löste sich von den Lippen und beugte sich weiter runter bis Kai
dessen heißem Atem an seinem Ohr spürte.
„...Ich
will dich..."
Kai drückte gegen den Oberkörper.
Nicht, dass ihn diese Behandlung nicht ebenso in Ekstase versetzt
hatte, wie seinen Freund. Dennoch sträubte er sich gegen die
Vorstellung, dass hier zu tun.
„...ka...kann das
nicht...warten...bis wir zurück sind ?...nimm deine Hand da
raus..."
Tala hatte das Glied seine Freundes sanft
umschlossen.
„...nein...ich will dich hier und
jetzt..."
„...du bist...doch irre...aahhhhh"
Zärtlich
drängten sich zwei Finger in Kai.
„Da sieht du mal, wie
ungesund du für mich bist..."
Seine Finger glitten
wieder aus dem Körper, zogen mit einem Ruck die Hose runter und
warfen sie in das Dunkle der Nacht.
Langsam beugte er sich wieder
runter und verschmolz abermals mit den feurigen Lippen. Kai's Arme
schlangen sich um seinen Nacken und Tala zog ihn mit sich hoch und
auf seinen Schoß.
Sein Freund griff ihm an den Hosenbund.
Schnell war dieser offen und Kai's Hand glitt hinein. Während
der ganzen Zeit hatten sich ihre Lippen für nicht länger,
als eine Sekunde gelöst und auch jetzt, als Kai begann, das
Glied zu massieren, klebten sie aneinander.
Fordernd drückte
Tala das Becken seines Freundes näher an sich und langsam ließ
Kai sich in dessen Schoß sinken. Er warf den Kopf in den Nacken
und stöhnte laut auf, während zwei Hände seine
Wirbelsäule nachzogen und sich fest in seine Pobacken
krallten.
Ein Feuer begann in Kai zu lodern und es verbrannte ihn.
In seinem Kopf schwirrten tausend Gedankenströme und versetzten
ihn in einen Rausch.
Vorsichtig wurde er angehoben und wieder
runtergelassen. Kai's Finger krallten sich erst in den Haare, dann in
den Schultern des Andern fest. Dieser begann, einen leichten und
langsamen Rhythmus vorzugeben.
Auch die Sinne des Rothaarigen
spielten Achterbahn. Durch seine Adern floss pure Lust und er geriet
in vollkommene Ekstase.
Immer weniger musste Tala Kraft anwenden,
um ihn anzuheben. Kai begann, sich selbst zu bewegen und sein Freund
strich mit den Händen nun über den Oberkörper. Sein
Freund beugte sich vor und drängte seinen Partner zurück,
bis dieser flach im Sand lag.
Der noch bis eben bedeckte Mond
schob die Wolkendecke weg und ließ die beiden, sich in Ekstase
windenden Körper, wie Edelsteine leuchten und wie Eins
erscheinen. Zwar immer noch bedacht, aber dennoch fordernd ließ
sich Kai immer wieder auf das Becken seines Freundes sinken.
Tala
ließ seine Hände ins Wasser gleiten und strichen das kühle
Nass über den erhitzten Oberkörper. Kai's Herz begann zu
rasen, das Blut schien wie ein wilder Fluß in seinem Ohr zu
rauschen und ihm wurde schwindelig.
Die Finger des Rothaarigen
krampften sich in seine Hüfte und mit glasigem Blick verfolgten
die blauen Augen jede Bewegung und saugten das lustvolle Stöhnen
in sich auf. Das kalte Wasser brannte wie Säure auf ihrer Haut.
Wie Tiere begannen sie, sich mit den Fingernägeln blutig zu
kratzten und der leichte Schmerz entfachte ihr Verlangen noch
mehr.
Sein Freund beugte sich runter und suchte nach den Lippen
des Anderen, an welchen er sich gierig festsaugte. Seine Finger
gruben sich in den Sand und suchten Halt, während die Knie
einsackten.
Schneller und verlangender bewegte sich sein Becken
und das Wasser um sie herum schien zu kochen. Zärtlich strich
Tala über das Glied seines Partners und betrachtete dessen
lustverzerrtes Gesicht, welches im Mondschein einen unglaublich
zerbrechlichen Eindruck machte.
Unaufhörlich begann plötzlich
sich der Leib über ihn aufzubäumen und seine Lustschreie
halten durch die Nacht.
Ein letztes Mal richtete sich Kai's
Körper auf, fest zogen sich die heißen Muskeln um Tala
zusammen. Er zog laut die Luft ein und riss die Haut um die Hüfte
seines Freundes auf.
Erschöpft sank dieser auf Tala's Brust.
Sanft strich er ihm durch die nassen Haare.
„...wie...ich
dich...dafür hasse..." drang es schweratmend an Tala's
Ohr.
Der Rothaarige packte den Kopf und hob ihn an.
„...das
weis ich..."
Ihre Lippen trafen sich und ein Feuer begann
erneut in ihnen aufzulodern.
Sie
standen an der Rezeption und warteten auf einen Angestellten, der
ihnen ihre Schlüssel gab, die sie vorsichtshalber hier gelassen
hatten.
Nur mühsam schafften es Beide, zu duschen. Als Kai
das Bad verließ, wurde er von zwei blauen Augen aufmerksam
begutachtet.
„Ist was...?" fragte er genervt.
Sein
Gegenüber lächelte.
„Nein...alles bestens..."
Langsam
glitten die rubinroten Augen seinen Körper entlang und bemerkten
die Wunden, welche hauptsächlich an den Hüften auftraten.
Das war ihm gar nicht aufgefallen, es hatte nicht mal beim Duschen
gebrannt. Sie blutenden auch nicht mehr.
„Das hast du wirklich
toll hingekriegt..." Kai's Stimme bebte leicht.
„Find' ich
auch..." der Rothaarige grinste.
Der Andere wollte was
entgegensetzten, doch er war zu müde.
„Und was bringt das
deinem kranken Hirn...?"
„Die Gewissheit, dass du ganz
alleine mir gehörst..."
Mit einem Grummeln nahm sein
Freund diese Aussage zur Kenntnis und ging kommentarlos in's
Bett.
Beide waren ziemlich erledigt und abermals ließ Tala
es sich nicht nehmen, sich von hinten an seinen Bettnachbarn zu
schmiegen und sanft seine Finger über die kleinen Wunden gleiten
zu lassen.
Von seinem Vorhaben, eine "Unterhaltung" zu
führen, sah er erstmal ab. Dieses kleine "Gespräch"
am Strand, hatte ihn erstmal besänftigt.
Ende Kapitel 10
