Guten Tag! Ich habe hier ein schönes langes Kapitel, um euren Abend zu versüßen! Ich bin grad nämlich glücklich...hab meine erste Lasagne gemacht. Auf mein/e/n erste/s/n Review warte ich immer noch. Na ja...wer nicht will...

Kapitel 10- 2 Captains für ein Schiff?

Tage vergingen, ich fragte mich nicht mehr, was Tachion-Strahlen waren, und Pavel und ich verzweifelten. Er an mir, ich am Aufbau dieses Schiffes. Pavel hatte nämlich entsetzt festgestellt, dass ich absolut keine Ahnung hatte, und wollte mir die Physik in Bezug auf Warpreisen erklären. Wir sind noch nicht weit gekommen. Aber eines war wichtiger als Nachhilfestunden: Unser Dienst.

Und deshalb hatten wir eines Nachmittags Probleme. Vom Sternenflottenhauptquartier erhielten wir eine dringende Nachricht:

Auf Planet Riegel IV gab es eine von menschlichen Rebellen angeführte Geiselnahme. Die Rebellen sind gegen die Sternenflotte. Dummerweise waren die Geiseln quasi nur hohe Sternenflottenbosse, die mit irgendwelchen anderen Vertretern Verhandlungen führten. Wir waren das nächste Schiff, das hieß also: Wir mussten eine Rettungsaktion starten. Das haben sowohl Ela als auch ich aus erster Hand erfahren, wir waren nämlich auf der Brücke.

„Bei Worpfjaktor funf sind wier in 10 Minutjen da, Kjeptin Kork", informierte Pavel. Ich hielt Kirk weiterhin meine Liste mit Chemikalien hin, die wir dringend brauchten, weil er als Captain das unterschreiben musste. Er ignorierte mich. Irgendwas musste ich an mir haben. Ich fuchtelte mit der Liste vor seinem Kopf rum. Brachte was.

„Lass doch mal dein komisches Brett, ich habe jetzt wichtigere Aufgaben!", meinte Kirk zu mir und dann zum Rest: „OK, dann lasst uns mal einen Plan schmieden. Ich brauche Karten von der Station, auf der sie sind. Weil wir nicht in die Station beamen können, wegen des Kraftfeldes, müssen wir den Generator ausschalten. Kriegen Sie das hin, Scotty?"

„Klar Captain, ich glaube aber, dass ich bei ein paar Programmierungen Schwierigkeiten haben könnte. Wenn die Kommunikation gestört ist, brauche ich einen guten Assistenten da unten", gab MG zurück. Bitte, nimm nicht Ela mit, ich habe echt Angst um sie. Und was muss man an dem Ding programmieren, kann man es nicht einfach ausschalten?

„Chekov kann sie unterstützen, dann brauche ich noch Leute, die eine Kampfausbildung ha...", sein Blick fiel auf Sulu. Spock blickte Kirk an.

„Darf ich Sie darauf hinweisen, dass kein Offizier mehr au der Brücke wäre, wenn Sie Mr Sulu, Mr Chekov, Mr Scott und Dr. McCoy - zur medizinischen Versorgung etwaiger Verletzter - mitnehmen, und ich Sie hinunter begleite? Miss Uhura hat heute keinen Dienst." Kirk machte ein nachdenkliches Gesicht.

„Pille hätte die Enterprise sowieso nicht bekommen, der macht sie ja nur kaputt", fing Jim an.

„Jim, danke für dein Vertrauen", äffte Pille Kirk nach, als er Captain wurde. Die Story hat mir Pille mal erzählt. Wundervoll.

„Dann wären die nächsthöheren Offiziere hier..." Kirk blickte sich um und sein Blick fiel auf Elas und meine Ärmel. Ein Streifen. Mit etwas mulmigen Gefühl sah ich mich um. Irgendwo muss hier doch einer sein, der mehr hat.

„In 5 Minuten beamen wir uns 2 Kilometer vom Objekt entfernt auf die Oberfläche. Bis dahin werden die freien Stationen besetzt. Miss Scott, Miss McCoy, Sie haben die Brücke."

„Captain, darf ich Sie darauf hinweisen...", setzte Spock an.

„Nein, Sie dürfen nicht", unterbrach der Captain. Scheiße nein, ich war Captain...mehr oder weniger.

„Und was sollen wir tun?", fragte ich, leicht entsetzt.

„Was soll den passieren? Die Rebellen sind unten in der Station, ich brauch hier oben nur wen, der uns wieder hochbeamen kann, wenn wir da unten alles geregelt haben. Bis dahin könnt ihr euch ja um den Stuhl kloppen. Bis zum Abendessen ist Daddy wieder zurück, macht bis dahin keinen Kratzer in den Lack. Also Ela, Kathi, viel Spaß!" Und weg war er. Ela ließ sich mit einem wundervoll entsetzt-resignierten Gesichtsausdruck auf den Stuhl des Captains fallen. Der Anblick war unbezahlbar.

Aber was Kirk plant, ging meistens sowieso schief. Folgender Bericht ist zusammengesetzt aus den verschiedenen Geschichten, die man im Nachhinein erzählte.

Unten auf dem Planeten drang die Gruppe noch ungesehen in den Gebäudekomplex ein. Da niemand wusste, wo die Geiseln festgehalten wurden, hatte die da unten sowas wie Ostern. Sucht die Geiseln. Macht auch mal Spaß. Die 15 Geiseln wurden angeblich in 2 Gruppen aufgeteilt. Aber auch unser Außenteam trennte sich, Pavel rannte mit MG rum, um technische Sachen zu machen, die anderen, also Kirk, Pille, Spock und Sulu, suchten. Ihr Problem war, dass sie keinen Kontakt herstellen konnten. Deswegen mussten sie sich Treffpunkte ausmachen, wenn was passierte . Doofe Sache. MG und Pavel brauchten aber auch Zeit, das Teil zu finden und zu deaktivieren. Die hatten zwischendurch keine Probleme. Die anderen kaum. Die Probleme hatten wir auf dem Schiff. Denn entgegen aller Behauptungen hatten die Rebellen auch eins.

Ela ist nach gefühlten hundert Schockminuten wieder an ihre eigentliche Arbeit gegangen, und zwar mal wieder irgendeine Konsole reparieren („Ela, du musst das nicht tun, du bist Captain!" „Ich muss, ich bin sonst zu nervös"), Weshalb ich mich auf den Stuhl pflanzte, als die Typen auf uns schossen. Mit einem Schuss hatten sie die Schilde an einer Stelle durchschossen und ein Leck in den Schiffsrumpf geschossen.

„Was war das!", rief ich.

„Eine Kugel, Ma'am, davon hatten sie laut meiner Anzeige nur eine, aber sie haben unser Waffensystem getroffen, wir haben kaum noch Munition, wir können maximal drei Phaserschüsse abfeuern", bekam ich Informationen von der Seite. Ela sprintete in de Maschinenraum, um Reparaturen einzuleiten, und ich blieb allein zurück.

„Schilde wieder online!", rief eine Stimme hinter mir.

„Wir können nicht auf Warp gehen, das würde die Hülle nicht aushalten", informierte man mich weiter.

„Wie steht's mit ihrem Schiff?", fragte ich erst mal planlos.

„Ein älteres Modell, starke Schilde, jetzt nur noch mittelmäßig ausgestattete Waffen, keine Sensorenstrahlen, ich nehme an, die wurden ausgebaut", sagte eine neue Stimme.

„Wir werden gerufen, Captain", rief mich wer.

„Ja, auf den Schirm", murmelte ich und machte mich für eine Niederlage bereit.

Auf dem Planeten unterdessen konnte man auch keine Erfolge feiern. Man hatte zwar entdeckt, wo sich die Geiseln aufhielten, aber man stellte auch fest, dass da sehr viele Geiselnehmer waren. Ein Plan musste her. Der geniale Plan des Captains war es, dass man einen vom Außenteam als Köder in den Raum kommen ließ, der dann wegrennen sollte. Wer zwar voll der Job für Pavel, aber der fing etwa zu dieser Zeit an, mit MG am Eroberungsplan der Zentrale der Rebellen zu arbeiten, in der auch ein paar Admiräle gefangen gehalten wurden. Dort gab es aber nur 5 Rebellen. Sie habe irgendeine Art Lichtbombe reingeworfen und die Typen überrannt. Sie sollten ihre Kreativität mit dem Captain teilen. Die waren die einzigen, bei denen alles nach Plan verlief.

Bei mir klappte jedenfalls gar nichts. Ein übel gelaunt dreinblickender Typ starrte mir entgegen.

„Ich dachte, wir hätten uns darauf geeinigt, dass keine Rettungsversuch Ihrerseits unternommen werden", fing er an.

„Wir sind auch eher etwas wie stille Beobachter", räumte ich ein. Stimmt ja auch fast. Auf mich persönlich trifft das ja zu.

„Und das soll ich Ihnen glauben?" Skeptisch sah er mich an.

„Haben wir zurückgeschossen?", fragte ich schnippisch. Unser Mangel an Rückfeuer kann ja kaum an unserem Mangel an Munition festgemacht werden. Schon eher an meinem Mangel an Reaktionen.

„Sie sind nicht grade das, was ich bei der Sternenflotte erwarten würde. Ich möchte sofort mit Ihrem Captain sprechen." Ich möchte auch, dass du mit meinem Captain sprichst, dann wär ich hier nämlich raus.

„Ich bin der Captain dieses Schiffes", erklärte ich.

„Sie tragen blau." Da hatte er nicht ganz unrecht.

„Wollen Sie jetzt mit mir über meine Uniformfarbe diskutieren?"Ich war leicht genervt von dem Typen.

„Wissen Sie was ich glaube? Ihr Captain macht was ganz anderes, er ist auf dem Planeten und versucht, die Geiseln zu befreien", stimmt soweit, „töricht." Auch richtig. Der Typ war intelligent.

„Und selbst wenn es so wäre, was könnten Sie tun? Sie können nicht mit ihren Leuten kommunizieren" erinnerte ich ihn.

„Wir stehen über der Sternenflotte. Ich könnte auch einfach auf die Station schießen, ich weiß, wo sich die Geiseln befinden."

„Sie könnten Ihre Leute treffen."

„Das ist mir egal. Wir haben genug von dieser Sternenflotte. Wissen Sie, wer ich bin? Ich bin Bred Pitt, erklärter Gegner der Sternenflotte seit ich lebe. Ich habe Anhänger um mich gescharrt, und wir werden die Sterneflotte vernichten. Wir standen schon so oft kurz vor der Vollendung unseres Plans, beispielsweise auf Beta 5, als wir es schafften, einen Außenposten..." An dieser Stelle brach ich die Übertragung ab (weil, obwohl alle das Gegenteil behaupten, ich doch so was wie eine Beobachtungsgabe haben. Die nette Ersatzfrau von Uhura hatte nämlich eine Einweisung bekommen. Ich wusste, wo man eine Übertragung unterbrechen konnte, und welchen Knopf man brauchte). Die gesamte Brückencrew sah mich entsetzt an.

„Öffnen Sie einen Kanal zum Schiff", wies ich an. Toll, zu dem Schiff hatte wir Kontakt, aber nicht zum Planeten. Ich hätte wirklich gerne mit dem Captain gesprochen.

„Was fällt ihnen ein!", fuhr mich Bred Pitt an.

„Sie sind ins Labern gekommen. Mr Pitt, warum können wir nicht über unsere Differenzen reden?"

„Glauben Sie ernsthaft, dass das was bringt? Dass die Sternenflotte bei einem Kaffeeklatsch meinen Forderungen nachkommen würde?" Zweifeln sah Bred mich an.

„Nein, aber dann hätten wir jetzt alle Feierabend", erläuterte ich. Er stützte seinen Kopf auf seine Hand.

„Ich möchte jetzt mit Ihrem Captain sprechen", wiederholte er seine Forderung.

„Und ich habe Ihnen schon erklärt: Ich bin Captain Scott", wiederholte auch ich meine Aussage.

„Sie tragen blau, wie oft noch!"

„Wollen Sie jetzt ernsthaft hören, warum ich blau trage und nicht gelb?" Er nickte. Ich seufzte.

„Na schön. Sie haben – falls Sie sich erinnern können – mein Schiff beschossen. Ich brachte einen schwer Verletzten zur Krankenstation, aber dabei habe ich leider etwas Blut abbekommen. Und die einzige Farbe, die man da kriegt, ist blau." Ich hoffte, das reichte. Was besseres wollte mir nicht einfallen.

Auf dem Planeten schafften es aber auch der Captain, Spock und Pille, die verbliebenen Geiselnehmer auszuschalten, während Sulu irgendwo rum rannte. Die anderen versuchten, Chekov und MG zu finden. Als sie das geschafft hatten, siedelten sie die ganzen Admiräle um. MG und Pavel spielten immer noch mit Technik. Und ich mit Bred.

„Wissen Sie, Captain Scott, ich glaube, Sie sollte sich ergeben und sich ganz ruhig verhalten, damit wir nicht einige der Admiräle töten." Bred grinste mich an. „Was meinen Sie?"

„Ich glaube, Sie verstehen nicht richtig. Die Sternenflotte verhandelt nicht mit Terroristen. Also sollten Sie sich ergeben, weil wir sonst Sie angreifen werden, egal, ob wir uns zurückhalten sollten oder nicht."

„Sie können mich ja wohl schlecht hier abschießen, das kriegen die da unten mit", teilte er mir mit.

„Wundervoll. Sie haben fünf Minuten, um sich zu ergeben", lächelnd unterbrach ich erneut die Leitung..oder wie man das nennt.

„Wir haben nicht genug Munition, um die Schilde des Schiffes zu durchdringen", klärte man mich auf.

„Brücke an Maschinenraum, wie sieht's da unten aus?" Ela antwortete mir.

„Na ja, in drei vier Stunden haben wir vielleicht wieder Photonentorpedos."

„Kriegen wir vielleicht jetzt schnell noch ein paar Phaserschüsse?", bettelte ich quasi.

„Nein, leider nicht", musste mich Ela enttäuschen. Aber Moment...Die hatten keine Sensoren. Die wusste gar nicht, dass wir beinahe wehrlos waren.

„Ich brauch eine Möglichkeit, um ihre Schilde zu durchdringen", erinnerte ich das Team im Maschinenraum.

„Wir haben nicht genug Schuss, tut mir leid, Kathi", gab Ela zu.

„Wenn wir nun einen gezielten Tachion-Impuls aussenden würden, könnten wir die resultierenden Schildfluktuationen nutzen, um einen Treffer auf die Lebenserhaltungssysteme und die Energieversorgung zu erzielen", führte ich an.

„Das …..könnte klappen", drang Elas Stimme – hörbar verwirrt - aus dem Kommunikationssystem.

„Dann macht das so", ich hatte grade tatsächlich was gefunden:)

„Übernehmen Sie mal kurz, ich will Bred glücklich machen und suche mir was Gelbes mit Captainstreifen", sagte ich noch, bevor ich die Brücke verließ.

In der Station hatte zu der Zeit...glaub ich... Sulu schon den Weg zu den anderen gefunden, die mit aller Macht den Raum verteidigten. MG und Pavel arbeiteten an einer Lösung. Als Pavel den Transporterstörstrahl unterbrochen hatte, hatte MG noch keinen Weg gefunden, das Kommunikationssignal wieder herzustellen. Auf dem Schiff registrierten wir alle nicht, dass wir wieder beamen konnten, ganz einfach weil es nicht angezeigt wurde.

Ich hatte mir ein gelbes Kleidchen mit 3 Streifen angezogen, was ich auch Bred stolz präsentierte.

„Gucken Sie mal, extra für Sie habe ich mich umgezogen!", strahlte ich ihn an.

„Gehen Sie nun auf mein Angebot ein?", fragte Bred scharf.

„Gehen Sie denn auf meines ein?", fragte ich zurück.

„Natürlich nicht", sagte er.

„Dann wüsste ich nicht, was wir beide jetzt noch zu besprechen hätten", entgegnete ich und ließ die Verbindung unterbrechen. „Eröffnen Sie das Feuer...na gut, den einen Schuss", befahl ich. Dabei fühlte ich mich sehr unwohl. Immerhin waren da Menschen. Ich glaube, ich war kein guter Captain. Ela kam wieder auf die Brücke.

„Schicke Uniform", lachte sie mich an.

„Ach,lach doch", meinte ich, „öffnen Sie einen Kanal zum Schiff."

„Sie...Sie...", Bred fand keine Worte, um mich zu beschimpfen. Ela dafür andersherum.

„Sie sehen ja lächerlich aus!", rief sie ihm entgegen.

„Ich finde, Sie haben ein zu großes Ego, Mr Pitt, Sie sind ein Arschloch mit Überwertigkeitskomplexen und anderen Problemen. Sie sollten mal zum Arzt. Oder sich erhängen", schlug Ela vor. Ich musste ein Kichern unterdrücken.

„Spaß beiseite: Sie haben unser Schiff kaputtgemacht, Sie haben meine Crew verletzt..."

„Kathi, ich habe mit der Krankenstation gesprochen", Wow, Ela war der bessere Captain. Sie hat daran gedacht, „niemand wurde verletzt", flüsterte sie in mein Ohr.

„Na und? Ich versuche, ihm ein schlechtes Gewissen zu machen und ihm zu drohen!"

„Das geht anders", meinte Ela und nahm das Ruder in die Hand.

„Mr Pitt, Sie haben noch genau 5 Sekunden, um sich zu ergeben", fing sie an.

„Sonst beschießen wir ihr Schiff aus allen Rohren", fügte ich hinzu, und Ela zählte:

„5...4...3...2...1"

„OK, Stopp!", rief Bred. Ela hatte Nerven. Ich grinste bestimmt, weil ich oft grinste, wenn ich etwas sehr lustig finde. Und Breds Gesichtsausdruck war auf jeden Fall lustig.

„Wir werden Sie jetzt in Gewahrsam nehmen. Fahren Sie Ihre Schilde runter und machen Sie sich bereit zum Beamen", erklärte ich Bred. Ich gab noch schnell entsprechende Befehle an die Sicherheit und Ela an die Beamleute, dann hatte Ela die Brücke für sich, weil ich mich umzog. Wieder in blau.

Nachdem fast alle vom Schiff in Zellen saßen, war ich wieder auf der Brücke und stand Ela gegenüber.

„Ich werde mich jetzt in diesen Stuhl setzte", legte ich fest.

„Das will ich sehen", meinte Ela. Zeitgleich versuchten wir, uns über die Armlehnen in den Stuhl zu werfen, was darin endete, dass wir beide zur Hälfte auf dem Stuhl saßen und uns kloppten.

Inzwischen hatte MG es geschafft, die Kommunikation wieder herzustellen, und der Captain rief panisch per Funk (oder was auch immer):

„Beamen Sie uns rauf, jetzt!" Keine Minute später ging eine Meldung bei uns ein, dass sich die Rebellen ergeben haben. Ela und ich waren mit uns zufrieden und wir liefen dem Captain, der hochgebeamt worden ist, entgegen.

„Na Mädels, alles ganz entspannt, nicht wahr?", rief Kirk uns entgegen. Pille brummelte etwas. Ach Pille.

„Schön, dass du wieder da bist, Jim", sagte Ela.

„O ja, meine Enterprise...Ich bin verliebt. Man gibt einem Captain das Schiff so zurück, wie man es bekommen hat, also muss die Besatzung wieder an die richtigen Stellen, nicht?", lächelte Jim. O Moment, wir hatten da ja noch das Loch in der Hülle.

„Kathi, dir weicht die Farbe aus dem Gesicht, bist du krank?", fragte Jim besorgt, dann schnallte er, was los ist und fragte, „Hast du mein Schiff kaputt gemacht?"

Ich glaube, Ela und ich sind noch nie so schnell gerannt. Macht bestimmt einen guten Eindruck bei den Admirälen...

Irgendwie landeten wir in der Kantine. Bei Drachenfrucht-Saft, logischerweise. Das beste Getränk des Universums. Ich war total fertig und plante schon meine Beerdigung, als Ela zu lachen anfing.

„Was ist?", fragte ich sie genervt.

„Du guckst so...paranoid", lachte sie. Ich sah sie an. Paranoid? Na logisch, hallo, wir hatten grad das Schiff kaputtgemacht. So richtig. Es hatte ein Loch. Plötzlich kam Marelc vorbei.

„Hallo Marelc", flötete Ela. Sie sah ihn an. Ich starrte Ela an. Denn: Ich verstand jetzt, wie sie ihn mochte. Gott, hoffentlich denkt sie jetzt nicht, ich bin in Cupcake verknallt.

„Guten Tag, Lieutenat.", antwortete Marelc.

„Nenn mich doch Ela", bat sie ihn.

„Ich geh dann mal...", und weg war ich. Am besten, ich lasse die beiden in Ruhe und gehe irgendwo hin, wo der Captain nie hingehen würde. Spontan fiel mir die Krankenstation ein. Nie würde der Captain dort hingehen. Nicht bei seiner panischen Angst vor Pille mit Zugang zu Medikamenten. So unauffällig wie möglich versuchte ich, zur Krankenstation zu kommen. Ich war auch ganz gut, ich nahm nur drei Tische und neun Personen mit, bis ich...aus der Kantine raus war. Nee, heute ist nicht mein Tag. Aber ich schaffte es bis zur Krankenstation.

„Kathi, was machst du hier, hast du nicht noch Dienst?", schrie Pille mich an. Ich zuckte zusammen und sah ihn verängstigt an. Hauptsache, ich breche jetzt nicht auch noch in Tränen aus. Ich bin so schlecht darin, meine Gefühle nach außen nicht preiszugeben.

„Na, na, nicht weinen", jetzt fing er an, mit mir wie ein Kind zu reden, dem er eine Spritze geben wollte, „Ist ja alles gut, was hast du denn?" Ich schluchzte einfach nur. Mist, jetzt heulte ich doch noch.

„Hast du Angst vor Jim?" Ich nickte.

„Meinetwegen weinst du?", sagte diese Stimme hinter mir. So, als ob er mit mir ins Bett wollte. Scheiße, was macht der hier? Und wieso muss ich jetzt noch mehr heulen?

„Hey, eigentlich bin ich ziemlich beeindruckt, wie ihr die Situation unter Kontrolle hattet, und die Admiräle auch. Wieso weinst du also?"

„Ich kahahann nicht mehehr auaufhöhören", sagte ich mit dieser Wein-Stimme, mit der man unkontrolliert Silben wiederholte. Ich fühlte mich in diesem Augenblick so gedemütigt, dass ich erst nach 2 Minuten einigermaßen wieder reden konnte. Solange habe ich Rotz und Wasser in Pilles Uniform geweint. Ich will einfach nur in mein Bett.

„Warum bist du denn auf der Krankenstation?", fragte ich Jim, als ich mir eine Träne aus dem Auge wischte.

„Pilles Vorschrift", sagte er, als ob das alles erklären würde. Ich verstand aber nur Bahnhof, weil ich eh nie eine Ahnung von irgendetwas hatte.

„Nach Außenmissionen wird jeder untersucht", klärte mich Pille auf, nicht ohne ein „Heulsuse" hinterherzuschieben. Ich sah ihn böse an (mit verquollenen Augen...also vielleicht doch nicht so böse, aber ich strengte mich an) und drehte mich dann zu Jim um.

„Da ist noch die Sache mit den Chemikalien", versuchte ich vom Thema abzulenken. Jim beeindruckte das nicht im mindesten, es war ja auch ein schlechter Versuch.

„Versuch nicht, vom Thema abzulenken. Du hast meinetwegen geweint. Hast du Angst vor mir?"

„Ich habe Angst vor allen verliebten Männern, deren Frauen ich die Flanke aufgerissen habe", sagte ich. Ehrlich, ich dachte, gleich wär's das mit mir, als ich seinen Gesichtsausdruck sah. Dann lächelte er plötzlich.

„So dumm hast du nur ausgesehen, als ich dich in der Badewanne überrascht habe", lachte er. Aha, mein Gesichtsausdruck belustigte meinen Captain. Leck mich doch. Ich finde es jedenfalls gar nicht lustig. Zumal ich wahrscheinlich jetzt wieder rot anlief, was vielleicht durch die Heul-Röte überdeckt wurde. Aber bei meinem Glück heute...

„Du guckst wirklich ein bisschen doof aus der Wäsche, Kathi", bemerkte Pille. Ja, danke, dass wir darüber gesprochen haben.

„Ich unterschreibe dir nachher auch deinen Wisch, damit du glücklich bist", sagte Jim. Und grinste. Ich wäre echt gern sauer, aber das konnte ich nicht, wenn ich grade geweint hatte. Ich fing eher nochmal an. Also schluckte ich den Kloß im Hals so gut es ging runter und bedankte mich. Ehe noch ein dummer Kommentar kommen konnte, lief ich zu meinem Quartier.

Anscheinend hatte irgendwer MG gesagt, er soll doch mal nach mir sehen, denn keine 10 Minuten später klopfte er an meine Tür. In meiner Trauer konnte ich mich nicht mal darüber freuen, dass einer anklopft.

„Kathi, warum weinst du?", fragte mich MG und setzte sich neben mich.

„Anfangs wegen Jim..."

„Was hat der Tribble mit dir gemacht?", MG schaute Jim brutal fies an. Jim knurrte zurück. Ich hielt das kleine Fellknäuel zur Sicherheit fest und kuschelte mit ihm.

„Nicht dieser Jim", erklärte ich.

„Ach so!", erkannte nun auch MG. Himmel.

„Und dann, weil ich mich vor dem Captain und Pille und allen anderen auf der Krankenstation zum Affen gemacht habe", fuhr ich fort. Bei der Zusammenfassung kamen mir schon wieder die Tränen. So hab ich nicht mehr geweint seit...ich glaub, das war in der Grundschule. Da habe mich die älteren Jungs immer fertig gemacht. Keine Ahnung weshalb. Könnte an meiner einnehmenden Art gelegen haben. Jedenfalls hatten sie Spaß dran, mich zu ärgern. Und steckten mich eines Tages in den Kompost. Mit halb vergammelten Tomaten. Das war so widerlich. Geweint habe ich wegen der Demütigung, so nach Hause laufen zu müssen. MG war damals schon da und hat mir geholfen, mich wieder hinzubekommen. Aber vergessen hab ich das bis heute nicht. Jetzt war es aber schlimmer, glaube ich. Denn diesmal konnte ich den Menschen nicht ausweichen. Warum hasst mich mein Leben?

MG war noch nie gut im Trösten. Auf der Bettkante sitzend, versuchte er, mich aufzumuntern. Als er mich Babysitten musste, war er auch nicht gut darin. Mama hat erzählt, dass er Angst vor mir hatte, weil ich als kleines Baby immer an meinen Füßen geknabbert habe. So richtig dran gelutscht. Und ich starrte ihn auch gerne aus meinen damals noch riesigen grünen Augen an. Wie es nur Kinder können. Heute gucke ich meistens total bescheuert. So als ob ich gleich einen Amoklauf starten würde. Jedenfalls mochte MG das nicht. Ihm war auch suspekt, dass ich nichts gegessen habe (so als Baby habe ich ja immer meine Milch bekommen). Aber ansonsten kamen wir gut aus. Das meiste legte sich ja auch, als ich älter wurde. Ich himmelte MG an, ich glaub, ich habe sogar die Sandwichessweise von ihm kopiert. Sagten zumindest alle. Nun ja, wir stritten uns auch nie um Holzklötze. Ela hatte mir erzählt, dass sie immer mit Pille um die blauen gekämpft hatte. MG wollte immer die roten und ich immer die blauen. Grün und gelb teilten wir uns gerecht. Frühkindliche Prägung nennt man das, glaub ich. MG bekam auch immer rote Strampler, ich hatte blaue (das lag daran, dass meine Mutter das Christentum so interessant fand, und blau war die Farbe der Jungfrau Maria...was eigentlich niemanden interessiert, aber ich wurde als Kind damit gequält, ihr haltet das auch aus).

Meine einzige Hilfe bestand also aus Schokolade und Jim. Jim fraß ein Viertel der Schokolade, was voll süß war. Er brachte mich zum Lachen. Als dann auch noch Pavel kam, um zu fragen, was ich so machte (er war ja auch auf der Krankenstation, genau wie Hika, ich kann mich doch nie wieder so zeigen), ging's mir schon richtig gut. Von Pavel ließ ich mich auch auf einen Saft einladen, und so gingen wir drei in die Kantine, wo Ela mit ihrem Flirt fertig war.

„Hey, na, wo warst du, Kathi?", begrüßte sie mich.

„Kein gutes Thema", brummelte ich zurück, „Wie lief's mit Marelc?"

„Er heißt Marcel", klärte Ela mich auf. Ich begriff endlich. Und ich habe mich über meinen Bruder beschwert...

„Gut, und habt ihr ein Date?", fragte ich.

„Vielleicht.."

„Ich freu mich für dich", lachte ich. Währenddessen hatte Pavel seinen Mentor in ein Gespräch verwickelt (MG sagt selbst, Pavel kann ein ganz großer werden, man muss ihn nur führen, und ich fragte ihn: bist du also sein Führer? Er hat den Witz nicht kapiert)über blah. Ich verstand nur Schild und Tachionstrahl. Anscheinend nichts wichtiges. Ela stieg mit ein. Und ich trank meinen Saft und streichelte Jim, während ich überlegte, wie ich am besten die Erinnerungen an den Nachmittag in der Krankenstation bei allen löschen kann. Mir fiel leider nichts brauchbares ein, das erfolgversprechendste war definitiv die Ermordung aller Beteiligten, aber das war dann doch zu hart. Ich würde wohl mit der Schmach leben müssen.