Hallo und herzlich Willkommen beim Viertelfinalteilnehmer Deutschland in Deutschland! °jubel°
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Noch eine Anmerkung zu Harrys wiederkehrendem Dialekt: Er wurde durch seine Auseinandersetzung mit Draco mit einem Schlag in sein altes Leben zurückversetzt und redet deshalb auch dem entsprechend.
Achtung! Wer keine detaillierten Beschreibungen über für Tränke verwendetes Blut lesen kann oder möchte, sollte den unterstrichenen Teil des Kapitels besser übergehen. Kontext geht euch dabei nicht verloren.
Viel Spaß mit Kapitel 9!
Eure Snitch
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Original von: Saerry Snape
Kapitel übersetzt von: Mykene
Kapitel-Beta: TheSnitch
Kapitel 9
Draco zur Schnecke machen und andere lustige Dinge
„Ist er schon wach?"
„Nee."
„Gut."
„Ron? NEIN!"
„Was? Ich will ihm doch nur eine verpassen. Hey, wo ist…? Harry, wie hast du den so schnell gekriegt?"
Harry drehte den silbernen Teller, mit dem Ron Draco eine überziehen wollte, in seinen Händen. „Ich wa' früher 'n Taschendieb", antwortete er.
„Okay. Das erklärt das wohl. Wie lange musst du hier bleiben?"
Harry zuckte mit den Schultern und stellte den Teller auf seinem Nachttisch neben Hedwigs Statur ab. Sehr widerwillig.
Niamhs Augenbrauen zogen sich leicht zusammen, als sie ihm einen leicht besorgten Blick zuwarf. „Bist du okay?"
„So gut 's halt geht", antwortete Harry düster, Draco einen kurzen zornigen Blick zuwerfend. Ron tat dies ebenfalls und drehte sich dann wieder Harry zu.
„Sag mal, was lässt dich Snape jetzt eigentlich machen?"
„Ein' Monat Nachsitz'n - mit Malfoy."
Niamhs Kiefer klappte hinunter und sie schnappte nach Luft. „Ist der verrückt geworden? Nach dem was passiert ist sollt ihr zwei im selben Klassenzimmer sitzen? Alleine? Gott, ich will überhaupt nicht wissen, was er sich dabei gedacht hat!"
„Nicht viel?", schlug Ron vor, sich dafür einen Seitenblick von Niamh einfangend.
Harry schüttelte den Kopf über seine beiden Freunde und drehte sich dann zu Niamh. „Haste das im Spiel geseh'n? Quirrell?"
Niamh nickte, aber Ron blinzelte nur verwirrt.
„Warte. Ich habe Snape gesehen. Hermione hat gesagt, er hat deinen Besen verhext."
Harry zog eine Augenbraue hoch. „Wieso sollt' Snape das mach'n? Ich bin in sein'm Haus. Er war's nich'. 'S war Quirrell."
„Quirrell?", sagte Ron verwundert. Harry nickte.
„Yeah. Ni hat ihn geseh'n."
„Ich hab ihn auch verhext", sagte Niamh mit stolzer Stimme. Dann fügte sie etwas gedämpfter hinzu: „Er hat mich angeschaut – Gott, es war schrecklich. Schlimmer als Snape, wenn der die Gryffindors anguckt."
Ron riss die Augen auf und zog scharf die Luft ein. „Du machst Witze."
„Nein."
„Das hört sich nicht gut an. Warum hat er das gemacht?"
Beide sahen Harry an, der die Stirn in Falten zog.
„Das is' die Frage. Warum hat er das gemach'?"
Niamh und Ron sahen einander an und dann wieder zu Harry. Keiner von ihnen wusste eine Antwort auf diese Frage.
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„Sie können gehen, Mr Potter."
Harry schnappte sich Hedwigs Statue und Niamhs Buch von dem kleinen Tisch und verließ den Krankenflügel so schnell er konnte. Er hielt es einfach nicht aus, hier noch weiter zu bleiben.
Da der Unterricht schon begonnen hatte, waren die Flure leer, als er zurück in den Gemeinschaftsraum der Slytherins lief. Das einzige Lebewesen, dem er unterwegs begegnete, war Mrs Norris, die freundlich ihren Kopf an seinen Beinen rieb. Harry bückte sich und streichelte die Katze, die ihn von ihrer ersten Begegnung an gemocht hatte. Nach ein paar Momenten richtete er sich wieder auf und lief weiter. Mrs Norris folgte ihm bis er die Kerker betrat, dann lief sie einen anderen Gang hinunter.
Harry schlich sich an Snapes Klassenzimmer vorbei, aus dem Snapes Stimmer schallte, der ein paar hoffnungslose Drittklässler aus Gryffindor zusammenstauchte. Seinen Kopf schüttelnd lief Harry weiter, bis zu der Stelle wo der Gemeinschaftsraum versteckt war.
„Serpens."
Die steinerne Wand glitt beiseite und Harry trat den Gemeinschaftsraum, besser bekannt als Arx Serpens+. Er ging in den Schlafsaal der Erstklässler, legte Hedwigs Statue und Niamhs Buch in seinen Koffer und murmelte „Aromahola", bevor er sich seine Tasche schnappte und sich auf den Weg in den Unterricht machte.
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„Sieh an, Potter. Dass ich dich hier sehe."
Harry sah von seinem Mittagessen auf, als er die gedehnte Stimme vernahm, in der ein höhnisches Lächeln mitschwang. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen aus grünem Feuer. „Malfoy", sagte er kalt.
Dracos graue Augen weiteten sich einen Moment lang, Angst blitzte tief in ihnen auf, dann war es wieder vorbei. Er sah an seiner hocherhobenen Nase vorbei auf Harry, als ob der andere Junge nur ein Stück Dreck wäre. Einige Slytherins beobachteten sie mit großen Augen, ganz offensichtlich erinnerten sie sich an das letzte Mal, dass die beiden Jungen aufeinander getroffen waren.
Niamhs Stimme durchbrach den stummen Wettkampf, den die beiden austrugen.
„Lass ihn, Harry. Er ist es nicht wert."
Harry drehte sich von Draco weg und sah in ihre blauen Augen. Sie sah ihn stumm darum bittend an, dass er sich nicht in noch einen Kampf verwickeln ließe. Er nickte leicht und sie erhoben sich gleichzeitig, um zu gehen. Während sie davon gingen, rief Draco ihnen noch hinterher. „Der große Harry Potter steht unter der Kontrolle einer Schlammblüterin! Was passiert als nächstes mit der Welt?"
In Harry stieg erneut der Zorn auf und er zog seinen Zauberstab, wirbelte herum und deutete auf Dracos Kopf. Man hörte mehrere Leute in der Halle nach Luft schnappen und die Slytherins, die sich zwischen ihnen befanden, machten sich schnell aus dem Weg. Niamh hob den Arm und griff sanft nach Harrys Handgelenk, es konsequent hinunterdrückend, während sie ihm den Zauberstab aus der Hand nahm. Sie warf Draco noch einen Blick zu, der ihn getötet hätte, wenn das möglich gewesen wäre, steckte Harrys Zauberstab ein, dann bugsierte sie ihn aus der Halle.
Niemand bemerkte Snape, der Harry mit verwundertem Blick nachschaute.
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„Dieser Vollidiot! Dieser schleimige Angeber! Ich würde ihm am liebsten das Grinsen aus seinem schmierigen Gesicht fluchen!"
Harry beobachtete Niamh, während sie von einem Ende des Kaminvorlegers zum anderen lief und sich über Dracos Verhalten in Rage redete. Alle anderen waren beim Abendessen, die beiden hatten beschlossen es ausfallen zu lassen (Harry wegen Draco und Niamh, weil sie das Gefühl hatte, sie würde ihn verfluchen, wenn sie ihm das nächste Mal über den Weg lief).
In diesem Moment glitt die Wand beiseite und Draco trat ein, Niamh selbstgefällig angrinsend. Sie hielt in ihrer Bewegung inne, erdolchte ihn mit ihren Blicken und zog dann ihren Zauberstab. Draco sah Harry an und fragte mit seinem noch immer selbstgefälligen Ausdruck: „Willst du sie nicht zurückpfeifen?"
Harry sah Draco unter seinen dunklen Haaren heraus an, das ihm ins Gesicht gefallen war. „Nee. Ich würd' 's eig'ntlich ganz gern seh'n, wie dein G'hirn über'n Bod'n spritzt." Dann sah er zu Niamh. „Versuch, nich' die Stühle zu treff'n, ich mag die irg'ndwie."
Niamh lächelte – ein boshaftes Lächeln – und antwortete mit weicher Stimme. „Natürlich Harry." Draco sah erst Harry wütend an, dann blickte er entsetzt zu Niamh. Jetzt war es die Dunkelhaarige, die selbstgefällig grinste. Mit ihrem Zauberstab zeichnete sie ein mehr oder weniger sternenförmiges Muster in die Luft.
„Dolor Acidus!"+
Draco viel mit einem Stöhnen auf die Knie und griff sich an den Bauch. Seine grauen Augen loderten, als er Niamh mit purem Hass musterte. Sie lächelte nur als Antwort. „Das ist, was passiert, wenn du ein Schlammblut beleidigst, Malfoy. Du solltest das beim nächsten Mal besser beherzigen."
Harry grinste, als sie Draco sein eigenes Schimpfwort zurückschleuderte, dann stand er leichtfüßig auf.
„Lass ihn bessa geh'n. Woll'n doch nich, dass Professor Snape was vermisst."
Niamh nickte und bewegte ihren Stab erneut, dieses Mal in umgedrehter Sternenform. Draco erhob sich zitternd, sein Gesicht von dem Fluch gerötet. „Das wirst du noch bereuen, O'Feir", spie er ihr entgegen.
Harry schritt rasch auf ihn zu, so wie es Snape immer tat, und schnappte sich Draco am Kragen seines Umhangs. Er presste ihn gegen die Wand, ihre Gesichter nur wenige Zentimeter von einander entfernt.
„Tust du Ni irg'ndwas – und ich mein irg'ndwas – und ichfind's raus, land'st du wieda im Krank'nflügel. Und dies Mal kommst du nich' bis zum Ende vom Jahr wieda raus. Verstand'n?"
Draco hatte anscheinend den Versuch aufgegeben, nicht verängstigt zu gucken oder er konnte es einfach nicht vermeiden. Mit aufgerissenen Augen und blassem Gesicht nickte er heftig, entweder zu erschreckt oder zu verängstigt, um zu antworten. Er wusste aus erster Hand, was Harry in einem Kampf mit einem so alles anstellen konnte.
Harry verzog seinen Mund zu einem höhnischen Lächeln (erneut sah er Snape sehr ähnlich), dann schleuderte er Draco herum und schmiss ihn in den Sessel, aus dem er sich zuvor erhoben hatte. Er bedachte Draco mit dem gleichen Blick, mit dem dieser ihn beim Mittag bedacht hatte, dann drehte er sich zu Niamh um. „Bis nachher."
Niamh nickte und lächelte ihm zu, ihre Mundwinkel zuckten, als sie sich zu einem breiten Grinsen zu verziehen drohten. Harry erwiderte das Lächeln, dann verließ er Arx Serpens und hörte wie Draco ihm folgte.
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Als die zwei den Klassenraum für Zaubertränke betraten, sah Snape von einem Stapel Pergamente auf, die er wohl gerade kontrolliert hatte.
„Ah. Ich habe mich schon gewundert, wann sie auftauchen würden. Malfoy, Sie sortieren diese Zutaten dort im Schrank. In alphabetischer Reihenfolge
Draco sah auf den großen Stapel verschiedener Kräuter und Flüssigkeiten und fragte dann mit nasaler Stimme: „Was wird Potter tun, Sir?"
Snapes kalte schwarze Augen wandten sich Draco zu. „Das geht Sie nichts an, Mr Malfoy. Und nun an die Arbeit!"
Sobald Draco zu arbeiten begann, drehte sich Snape zu Harry. Er studierte den Jungen einen Moment lang. „Potter, Sie werden mir helfen. Mitkommen." Harry folgte ihm in sein Büro und sah einen Kessel, der über lilafarbenen Flammen hing. Snape deutete auf einen Stapel von Schlangenzähnen auf dem Tisch. „Zerstampfen Sie die, Potter, dann hacken sie die Tollkirschen-Wurzeln. In gleiche Teile, wenn es recht ist, danke."
Harry nickte und machte sich stumm an die Arbeit. Snape nahm die Zutaten, nachdem er sie fertig bearbeitet hatte, und gab ihm danach jedes Mal neue Anweisungen. Bald… bald sind wir fertig, dachte Harry.
„Ich brauche jetzt einige Tropfen Ihres Blutes, Potter."
Harry blinzelte.
„Sir?"
„Ihr Blut, Potter, Ihr Blut! Geben Sie mir Ihren Arm."
Harry runzelte die Stirn, aber wagte es nicht, seinem Lehrer zu widersprechen. Nicht nur, dass Snape der Lehrer war, den er am meisten fürchtete – obwohl er sein Hauslehrer war – er respektierte ihn auch am meisten. Er rollte seinen Ärmel auf, seine sehr blasse Haut zeigend, die sich in elf Jahren auf der Straße nie verdunkelt hatte.
Eine ganze Menge Narben wurden sichtbar, leicht weißlich bis rosa. Snape schien bei diesem Anblick zusammenzuzucken, doch Harry überging das.
Er beobachtete Snape, wie dieser ein kleines Messer über eine der kleineren Venen seines Handgelenkes zog und ließ das Blut in eine Schale tropfen. Snape beobachtete ihn die ganze Zeit über, doch Harry reagierte nicht, sein Gesichtsausdruck blieb unbewegt. Er war es gewohnt, Blut zu sehen – oftmals hatte es den Boden unter ihm befleckt.
Nach, wie es Harry schien, Stunden, heilte Snape die Wunde mit einem leichten Antippen seines Zauberstabes und goss das Blut in den Trank. Es zischte und änderte die Farbe von einem hellen gelb zu einem leuchtenden scharlachrot. Während die zwei es beobachteten, fing der Trank an Blasen zu bilden und zu schäumen, dann nahm er eine smaragdgrüne Färbung an. Dieselbe Farbe wie Harry Augen.
Snape sah ihn an. „Danke Potter, Sie können gehen. Sagen Sie dies Mr Malfoy ebenfalls", sagte er rau.
Harry nickte und verließ Snapes Büro, während eine Frage ihm durch seinen Kopf schwirrte.
Warum hatte Snape ihn mit diesem seltsamen, leicht stolzen aber dennoch angstvollen Blick bedacht?
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„Albus! ALBUS!"
Die Tür flog auf und Dumbledore schaute aus ihr hinaus, seine blauen Augen hinter der Halbmondbrille geweitet.
„Severus? Was soll all der Aufruhr?"
Snape schob sich an ihm vorbei und zog eine Phiole aus seinem Umhang. Er hielt sie hoch. „Dies ist ein Prosapia+ Trank. Ich habe ihn vor gerade einer Stunde gebraut. Potter hat mir geholfen."
Dumbledore zog die Augenbrauen in die Höhe, als er sich wieder hinter seinen Schreibtisch setzte.
„Harry, Severus?"
Snape nickte.
„Ich – ich habe sein Blut verwendet."
Dumbledores Augenbrauen hoben sich noch weiter.
„Warum?"
„Du erinnerst dich an die kleine Szene vorhin in der Halle? Zwischen Harry und Draco?"
„Wie könnte man die vergessen?"
„Erinnerst du dich auch daran, wer sich einmal in der gleichen Position befand?"
Dumbledore lächelte, als er antwortete. „Natürlich. Du selbst und James."
Snape nickte.
„Du hast auch einen kleinen weiteren Faktor bemerkt, der der Gleiche war."
„Ja. Miss O'Feir hat sich in ihrer Position erstaunlich wie Lily verhalten."
Snape blickte auf den Boden.
„Was bedeutet das alles, Severus?"
Die dunklen Augen hoben sich wieder und trafen die hellblauen.
„Harry ist mein Sohn."
tbc.
Übersetzungen/Bedeutungen:
Arx Serpens – Schlangenzuflucht
Aromahola – Gegenteil von Alohomora
Dolor Acidus – Stechender Schmerz
Prosapia – Familie
