Kapitel 9
Am nächsten Morgen blieb kaum Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, wenigstens hatten sie die Koffer schon am vorherigen Abend gepackt, auch wenn es bei den beiden klamottentechnisch nicht viel zu packen gab.
Etwas das sie in nächster Zukunft unbedingt ändern mussten.
Als sie sicher waren, dass nichts vergessen wurde, aktivierte Harry den Portschlüssel und sie wurden zu den Weasleys transportiert. Wo man wohl schon auf sie gewartet hatte.
Als die Welt um sie herum aufgehört hatte sich zu drehen, waren sie auch schon umringt von einer Schar Rotschöpfe und einer Brünette. Besser gesagt Harry wurde umringt und Ryo wurde ins Abseits gedrängt, was ihm allerdings nur recht war, solche Gefühlsduseleien konnte er nicht leiden, besonders, wenn man ihm dabei so auf die Pelle rückte.
Nur mit Mühe schaffte es Harry, wieder etwas Abstand zwischen sich und den anderen zu gewinnen. Fast schon instinktiv suchte er Schutz hinter Ryo, in der Hoffnung, dass er ihn vor der Gruppe schützen könnte.
Gleich würden sie wohl wieder mit ihrem Ausfragen beginnen und dann würden sie ihn bis heute Nacht nicht mehr in Ruhe lassen.
Aber Ryo nahm die Initiative in die Hand und sorgte mit einer einzigen Handbewegung für Ruhe im ganzen Haus. Das war wahrscheinlich auch der Moment, wo die anderen mitbekommen hatten, dass er nicht allein gekommen war.
„Äh Harry, wer ist das?" fragte Ron und zeigte mit dem Finger auf Ryo.
„Das, Ron, ist Ryo Asuka," antwortete Harry, als wäre das das Offensichtlichste auf der Welt, „Er könnte demnächst dein neuer Lehrer sein, als wäre ich vorsichtig, was ich sage."
„Könnte?" schaltete sich nun auch Hermine ein.
„Ja, Dumbledore kommt die Tage vorbei, um eine Entscheidung zu treffen und die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht."
Harry freute sich wie ein Schneekönig, endlich wusste er mal etwas, bevor seine Freunde davon erfahren hatten, was ihn verwunderte, sonst wurden sie doch auch immer auf dem Laufenden gehalten.
Scheint als wäre der alte Mann doch beschäftigter gewesen, als angenommen. Hoffentlich würde das nicht wieder zusätzlichen Ärger für ihn bedeuten, davon hatte er in den letzten Jahren wirklich genug gehabt.
Außerdem hatte er schon etwas zu tun und mehr wollte er sich momentan nicht aufhalsen. War schon schlimm genug, dass sie auf der Suche nach einer Person waren, die sich überall auf diesem Planeten befinden könnte und er bezweifelte, dass es so einfach werden würde, ihn zu finden. Er wusste ja nicht mal, wie dieser Akira überhaupt aussah, etwas, was er in nächster Zeit unbedingt ändern musste, wollte er nicht einem Phantom hinterher jagen.
Ron und Hermine beäugten Ryo immer noch, als wäre er ein leibhaftiger Todesser, aber bevor die Situation sich noch weiter verschlimmern konnte, schaltete sich Molly Weasley ein und lud sie zu einem üppigen Mittagessen ein, dass sie vorbereitet hatte.
„Wie lange kennen sie Harry schon? Ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass er sich jemals erwähnt hatte..." erkundigte sich Arthur Weasley, als er sich eine große Portion dampfendem Gemüses auf seinen Teller lud. Scheint als hätte Molly ihn mal wieder auf Diät gesetzt...
„Noch gar nicht so lange, wie sie vielleicht glauben. Wir haben uns zufällig getroffen und kamen schließlich ins Gespräch. Der Rest hat sich fast von allein ergeben."
Ryo strahlte ein Charisma aus, wie es Harry noch nie erlebt hatte, er hatte gelesen, dass Satan ein großer Verführer war und so wie es aussah, hätte er es wahrscheinlich auch geschafft am Nordpol Kühlschränke zu verkaufen...
Und momentan wickelte er gerade die ganze Weasley Familie um seinen kleinen Finger, mit Ausnahme von Ron der immer noch skeptisch zu ihm hinüberblickte. Auch Hermine schien unbeeindruckt.
Aber von ihr hatte er auch nichts anderes erwartet, sie vertraute immer ihrer eigenen Intuition.
Hoffentlich würde sie nicht wieder anfangen schweres Geschütz auszufahren, denn er bezweifelte, dass er das lange durchhalten würde, ohne sich zu verplappern.
Bei Ryo hingegen machte er sich in dieser Hinsicht keine Sorgen, der würde sich wahrscheinlich aus jeder Sache herausreden können.
Etwas neidisch musste er zugeben, dass er das auch gerne könnte, aber leider musste man wohl schon ganz schön abgebrüht sein, um so etwas durchziehen zu können.
