Kapitel 10

Eragon überlebte! Wer hätte das gedacht? So schnell, wie er fiel, habe sogar ich ihn schon abgeschrieben. Aber nein, er fiel in einen klitzekleinen Heuhaufen. Passiert euch das auch hin und wieder, dass ihr von irgendwo runterspringt, 'nem Turm oder so, dann ewig fällt und mit einer Geschwindigkeit von 30000 km/s in einem winzigen Heuhaufen landet… und überlebt? Also Fangirls, ihr könnt aufatmen. Eragon – der neue Junge, der überlebt hat.

Das Training war damit vorbei, nun gibt's nichts mehr zu tun, und was wäre sinnvoller nach Eragons Ankunft bei den Watten, als ein KRIEG! Obwohl die Watten seit Jahren nicht angegriffen wurden. Aber zum Jubiläum des 10. Kapitels lassen wir nicht nur ein paar Uglys angreifen, neeeeeein… Wir nehmen gleich die ganze Meute von Eragons bisher angesammelten Feinden. Nehmt eure Kissen und Teddybären zur Hand, liebe Fangirls, und fangt schon mal an zu zittern! Mal schauen, ob unser Weiberheld das überlebt!

Eragon war schon halb tot von diesem stupiden Training. Er lag ziemlich tot auf seiner Matratze zwischen dem Mörtel und wartete sehnsüchtig auf eine Schreibblockade des Autors, während Ruby sich damit begnügte vorm Haus Zwerge zu essen. Immer wieder kamen welche an, um die neuen Löcher neben dem Fenster zu reparieren, welche Ruby verursachte. Und nachdem das Loch repariert war, verschwanden die Zwerge spurlos. Und Ruby machte ein neues Loch.

Plötzlich stürmte Na-salada durch die Tür.

„Steh auf, du fauler Protagonist! KRIEG! KRIEEEEG!"

Eragon hob seinen Kopf einen Nanometer vom Kopfkissen. „Wat? Wer? Wieso ich?"

„Sie haben es auf dich abgesehen. Alle! Alle kommen her, um mit dir zu kämpfen! Und mit uns entsprechend auch."

Eragon hob seinen Kopf zwei Nanometer an. Dabei öffnete er auch seine Augen und schaute Na-salada in die ihren. Wie rund sie doch waren.

Die junge, vollbusige Frau zog ihm die Decke weg. „Komm schon! Wir müssen dich auf deine unzähligen Feinde vorbereiten. Ruby, mach, dass er aufsteht!"

Aufstehen, Kleiner! Ruby biss Eragon ins Bein.

„Aaaaaaaaaaargh!" Eragon riss sich hoch. „Schon wieder? Du hast es wohl auf mein Bein abgesehen?"

Bis(s) im Morgengrauen! Das funktioniert mit Abstand am besten, um deine Müdigkeit komplett auf den Leser zu übertragen.

Na-salada grinste. „Komm, wir gehen zu meinem Vater auf den Stützpunkt." Dann zerrte sie ihn nach draußen und zum Schloss. Erst auf dem Hof ließ sie ihn wieder los. Der Gestank dort ließ Eragon erst hellwach werden. Mit großen Augen und offenem Mund schaute er sich um. Das Schloss bestand aus Müll! Boden = Müll. Wände = alte, mit Snickersmatsche übereinander geklebte Verpackungen. Türme = übergroße Stapelchipspackungen. Und es stank so furchtbar! Er hatte so viele Fragen, z.B. wie sehr es drinnen stank im Vergleich zu draußen, aber er war einfach nur sprachlos. Kein Wunder, dass die Zwerge immer stanken.

Ich wünschte, ich hätte keine Klauen und könnte mir die Nase zu halten, hörte er Ruby.

„Hier bin ich aufgewachsen. Wenn wir verlieren, wird all das verschwinden", seufzte Na-salada in völlig übertriebener Nostalgie.

„Hier will doch sicher eh niemand leben", sagte Eragon.

„Bist du verrückt?", schrie sie auf! „Das ist unser wertvollster Besitz! So viele Erinnerungen an so viel gutes Essen stecken in diesem Schloss. Und unser großer Kristallstein, der steht auch hier. Unser größter Schatz und kostbarster Besitz: eine wunderschöne, kristallende Müllsäule, welche die Höhle stützt. Angefertigt von meisterhaften Künstlern und nur aus dem wundervollsten, am meisten glitzernden Müll hergestellt, den wir je produziert haben. Macht sie bloß nicht kaputt!"

„Du benutzt ja patentierte Wörter!"

Na-salada nickte. „Um den Stein zu beschreiben haben uns die Elfen erlaubt welche zu benutzen. Aber nur, weil ein Elfo die oberste Aufsicht beim Bau der Säule hatte."

„Wo is'n dat Ding?"

Na-salada zeigte auf einen abgelegenen Winkel der Höhle, wo ein schiefer, aber glitzernder aufgestapelter Müllhaufen bis an die Decke ragte. „Er hält die ganze Höhle zusammen. Nur nicht dran lehnen!"

„Warum habt ihr überhaupt so viel Müll?"

„Wir haben versucht ihn oben aus dem Loch zu hieven", erklärte sie. „Hat nicht geklappt, er ist wieder runtergefallen, als wir ihn schon zur Hälfte hoch gestapelt haben. Und so viel, wie unsere Bevölkerung davon erzeugt, müssen wir ihn irgendwie loswerden. Also haben wir das einzig vernünftige gemacht."

„Vernünftig, hm?", stöhnte Eragon. „Ich will ja nicht drängen, aber ich habe ne Menge Feinde und wenn wir sie in diesem Kapitel alle erledigen wollen, sollten wir uns lieber beeilen."

Na-salada nickte. „Dann schnell zu Vater."

Sie liefen die Treppe zum Eingang und dann durch die Gänge und Eragon wurde seine dringendste Frage beantwortet: hier drinnen stank es tatsächlich fürchterlicher, als draußen. Sie gelangen zu einem Saal, an dessen Tür „War Meetings" stand. Eragon hatte natürlich immer noch keinen Plan, was er da las. Sie traten ein. In der Mitte des Saals stand ein großer, verstaubter Tisch aus Müll, der fast den ganzen Raum ausfüllte. An ihm saßen La-Djihad und etwa 10 andere uninteressante Personen.

„Ah, gut, dass ihr kommt :-) ", freute sich der König. „Unsere Kundschafter, die beim auskundschaften dummerweise ihr Leben gelassen haben, haben eine Menge Feinde entdeckt, die uns entweder töten wollen oder dazu gezwungen werden. Und uns fehlen Truppen. :-S"

Ruby rülpste verlegen.

„Unsere Bewohner verschwinden irgendwo, und diese Zwerge sind eigentlich nur zum graben und kämpfen (gut). Wir sind gerade dabei einen Plan auszutüfteln, wie wir die unzähligen Feinde schlagen können. Und wir brauchen einen sehr guten. :-! Also." Er blickte in die Runde. „Jemand eine Idee?"

Die ganze am Tisch sitzende Meute schaute, wie verblödet, an die Decke und fing an laut zu grübeln:

„Hmmm. O_o Hmmmmmm. :-? Hmmmm. O-: Hmmmmmm. . Hmmmm."

Minutenlang überlegten sie in voller Lautstärke, während sie sich am Bart zupften, am Kopf kratzten oder in der Nase bohrten. Eragon betrachtete das eine Weile, schließlich sagte er:

„Ich dachte, ich wäre der dämlichste der Welt."

„Wird schon", tröstete ihn Na-salada. „Du stellst dich trotzdem unglaublich dämlich an."

Ich habe eine Idee. Wie wäre es, wenn wir alle Feinde hier herein locken und sie ersticken dann?

„Nicht möglich -_- ", antwortete La-Djihad. „Wir sind doch auch nicht erstickt."

Richtig. Ruby ließ den Kopf hängen. Noch nicht.

„Ich habe eine Idee :-) ", rief La-Djihad. „Erst kämpft Eragon, dann kämpfen wir, dann kämpft Ruby, dann kämpft Eragon, dann kämpfen wir, dann kämpft Ruby, dann kämpft Eragon, dann kämpfen wir, dann…"

Äh…

„Das ist euer bester Plan?", fragte Eragon überrascht. Seine Frage wurde jäh beantwortet, als das ganze Komitee anfing fröhlich zu brüllen:

„Jaaa! :-D das ist es! :-] die mega geile Lösung =D der perfekte Plan! :-) so machen wir es!"

Dann liefen die uninteressanten Personen alle aus dem Raum. La-Djihad stand auf, kam auf Eragon zu und legte ihm die Hand auf die Schultern. „Alles verstanden, Eragon? O_o "

„Nein", antwortete er wahrheitsgemäß.

„Gut. Hoffen wir das beste! Hals- und Beinbruch! :-D"

Damit verließ auch er den Raum. Eragon drehte sich hilfesuchend zu Na-salada. Zum ersten Mal schaute er in ihre Augen. Hey, die waren ja auch hübsch. Dann… schaute er wieder auf ihre Augen.

„Mach dir nichts draus. Zur Aufheiterung erzähl ich dir was lustiges, wie unsere Gehirne funktionieren: männliche Gehirne sind analytisch, aus einem großen Problem machen sie kleine. Frauengehirne sind synthetisch, sie machen aus kleinen Problemen große."

„Hehe."

Hihi.

„Dir ist klar, dass du dich damit grade selbst gedisst hast?"

„Argh!", rief Na-salada und schlug sich an die Stirn. „Das passiert mir immer wieder! Komm schon, der KRIEEG fängt gleich an und wir haben ne Rüstung für Ruby."

Sie liefen wieder in den Hof. Dort hatten Diener schon einen Haufen Klopapierrollen hingestellt.

„Die heilige, mystische Rüstung der Drachen", erklärte Na-salada. „Davon werden alle Wurfgabeln und ne ganze Menge anderer stumpfsinniger Waffen abgefedert."

Ruby guckte so blöd, wie er aussah, und zwar furchtbar blöd, als man ihn mit dem Klopapier einwickelte. Währenddessen dachte Eragon nach. Mittlerweile passierte es, dass er immer öfter nachdachte. Er zupfte Na-salada am Ärmel.

„Ich habe eine taktische Idee."

„Lass hören."

„Dieses Einwickeln dauert furchtbar lange und das Kapitel ist schon sooo lang. Es langweilt alle beteiligten. Außerdem blutet mein Bein, welches Ruby fast abgebissen hat, wie ne abgeschossene Wildsau. Und das Blut fließt nach und aus meinem Hirn ab. Also sollten wir im nächten Kapitel meine ganzen Feinde bekämpfen und aufhören, ehe ich total verdumme, findest du nicht?"

„Und du bist ja schon extrem dumm, wir sollten das keinesfalls fördern. Wie lang ist dieses Kapitel denn jetzt schon?"

Eragon zuckte mit den Schultern. „Frag den Autor."

1390 Wörter.

„1390!? Na, ich weiß ja nicht, was der Durchschnitt ist, aber das klingt, als würden wir die Leser doch schon ziemlich lange langweilen", bestätigte Na-salada. „Ich würd sicher nicht so viel über dich lesen wollen."

„Ich habe eine Menge Fangirls, die das gerne machen. Und je öfter ich fast tot geschlagen werde, auch mehr und mehr Fanboys."

„Ja ja. Und wie willst du das Kapitel beenden?"

„Na, auf die übliche Weise."

Eragon fiel in Ohnmacht.