Kapitel 10
„Du siehst aus, als würdest du etwas jagen", sagte Hermine leise, als sie bemerkte, wie Severus andauernd nach links und rechts schaute, während sie die Korridore von Hogwarts Hand in Hand entlangliefen.
„Es ist Valentinstag. Hier könnten einige Schüler sein, die in dunklen Ecken knutschen und vögeln," brummte Severus. „Man weiß nie. Jugendliche und ihre Hormone – eine tödliche Mischung am Valentinstag."
„Schlimmer als Aphrodisiaka und ein wenig Wein?" kicherte Hermine. „Ich denke nicht."
Severus verengte die Augen, Hermine ansehend, und biss die Zähne fest zusammen. „Ich habe dich gewarnt! Ich habe gesagt ‚keine Aphrodisiaka', und trotzdem hast du sie bestellt."
„Das waren die Sachen, die gut auf der Speisekarte aussahen," verteidigte sich Hermine. „Du kannst dich nicht beschweren, das Essen war göttlich."
„Und sieh bloß, wozu es geführt hat."
„Wir wurden von diesem Polizisten nicht geschnappt oder verhaftet."
„Erinnere mich nicht daran," entgegnete Severus gedehnt.
Nach dem Abendessen hatten die beiden sich dazu entschlossen, einen Spaziergang zu machen, welcher in einem nahegelegenen Park endete. Sie saßen auf einer Bank und nach kurzer Zeit küssten sie sich sehr leidenschaftlich. Genauso wie beim Laternenpfahl Vorfall hatten sie vergessen, wo sie sich befanden. Severus legte sich auf Hermine, während sie sich weiterküssten. Petting kam dazu, als er in ihr Shirt griff und seine Hand um ihre Brust legte.
Erst als sie jemand sah, traf sie die Realität. Und es war nicht bloß irgendjemand, sondern ein Polizist, der drohte, sie zu verhaften. Severus und Hermine sprangen eilig von der Bank und sprinteten davon, da sie verfolgt wurden. Gerade als sie ihm entkommen waren, zog Hermine ihren Zauberstab aus der Tasche und disapparierte sie beide nach Hogwarts ohne Sorge über den Polizisten.
„Er denkt vermutlich, dass er jetzt zum Psychiater gehen muss, nachdem er uns wortwörtlich hat verschwinden sehen vor seinen Augen," kicherte Hermine erneut.
„Das würde mich nicht überraschen," stimmte Severus zu.
„Gut, ich glaube das ist mein Stichwort," sagte Hermine betrübt, als sie beide vor ihren Räumen stoppten. Sie wollte nicht, dass dieser Abend zu Ende ging, aber er musste. „Danke, Severus, ich hatte eine wundervolle Zeit."
„Danke, dass du mein Leben gerettet hast," erwiderte er und sah zu ihr herunter.
Eine unangenehme Stille herrschte zwischen ihnen, bis Hermine anfing zu sprechen: „Ja, dann gute Nacht." Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste Severus auf die Ecke seines Mundes. Als sie sich zurückzog, sah sie, wie Augen sie intensiv anblickten.
Severus hatte beim Betreten der Tore viele Male darüber nachgedacht, ob er Hermine nochmals küssen sollte oder nicht. Er wusste, dass er sich nicht stoppen könnte, wenn es es nochmals täte. Scheiß drauf. Er senkte seinen Kopf, eroberte ihren Mund rau und zog sie fest an sich.
Hermine schlang ihre Arme um Severus' Hals. Als sie merkte, dass sie hochgehoben wurde, schlang sie auch ihre Beine um seine Taille. Sie unterbrach den Kuss, als sie fühlte, wie ihr Rücken gegen ihre Tür gepresst wurde. „Oh Gott, ich liebe es, dich zu küssen!" gestand sie atemlos.
„Ich kann mich bei dir nicht kontrollieren und nur Merlin weiß warum, aber ich will dich," sagte Severus an ihrem Hals. „Sag jetzt nein und ich höre auf."
„Ich will dich auch," stöhnte Hermine, während sie ihren Nacken mehr in Richtung von Severus streckte, der sie an der Seite ihres Halses biss.
„Öffne die verdammte Tür! Meine Hände sind voll mit einer heißen Hexe!"
Hermines Hand bewegte sich seitwärts über das kalte Holz, während sie blind nach dem Türknauf griff. Als sie ihn gefunden hatte, drehte sie ihn und ermöglichte es der Tür so, einen Spalt aufzugehen.
Severus öffnete die Tür weiter, indem er dagegentritt. Nach ein paar Schritten in den Raum, setzte er Hermine auf ihren Füßen ab. Er drehte sich zurück zur Tür und schloss sie. Als er sein Gesicht ihr wieder zuwandte und ohne dass er es sah, stürzte sie sich auf ihn, sodass er sie wieder tragen musste. Er stolperte einige Schritte rückwärts, bis sein Rücken gegen die Tür schlug. „Was ist los mit dir, Frau?" knurrte er. Wäre die Tür nicht gewesen, wäre er ganz sicher hingefallen. „Du planst wohl, meinen Rücken zu brechen."
„Ich will dich schon den ganzen Abend lang", antwortete Hermine.
Severus drehte sich auf seinen Absätzen um und drückte sie grob gegen die Tür. „Du willst mich?" fragte er und drückte seine Erektion fest gegen ihre Oberschenkel. „Du bist vielleicht eine lügende Gryffindor!", zischte er. „Du hast gesagt, es würde heute Abend keine Qualen geben und trotzdem war ich den ganzen Abend lang gequält. Gott, du machst mich hart."
„Ich bin schon den ganzen Abend lang nass wegen dir", wisperte Hermine verführerisch in sein Ohr. „Wie fühlst du dich nun? Besser?"
„Du Quälgeist!" erwiderte Severus kurz bevor er ihren Mund für sich beanspruchte. Er stöhnte laut, als er sie erneut schmeckte. Eine leichte Spur von Zartbitterschokolade war noch in ihrem Mund, was den Kuss nur noch himmlischer machte.
Ihr Versuch, das Wohnzimmer zu durchqueren, glich einem asynchronen Tanz.
„Verflucht seien diese Dinger," fluchte Severus, während er wieder auf seine Füße sprang und seine Jeans und Boxershorts wegkickte. Es war schwierig mit diesen um seine Knie zu laufen.
„Beeil dich!" rief Hermine und streckte die Arme nach ihm aus. „Du musst jetzt sofort mit mir schlafen!"
„Willst du nicht, dass wir in dein Schlafzimmer gehen?" fragte er, während er sich auf sie legte; sein Glied pulsierte schmerzhaft zwischen ihren Körpern.
„Jetzt Boden, später Schlafzimmer," keuchte Hermine, als sie nach seiner Erektion griff und sie direkt vor ihrer Öffnung positionierte. „Ich kann nicht noch länger warten. Jetzt quälst du mich!"
„Dann machen wir es so," erwiderte Severus und drang langsam in sie ein. Er schloss seine Augen und stöhnte mit ganzem Vergnügen, bis er voll und ganz in ihn steckte. Sie fühlte sich so eng, nass und heiß an. Er wusste, dass er es nicht lange aushalten würde, aber er wollte die ganze Nacht lang mit ihr schlafen.
Hermines Mund stand offen, während sie versuchte zu atmen. Noch nie in ihrem ganzen Leben hatte sie sich je so erfüllt und gut gefühlt. Es war so viel besser als sie es sich vorgestellt hatte, wenn sie träumte, wie er mit ihr schlief. Es war, um es mit einem Wort auszudrücken, - perfekt.
Sie machten zwei weitere Male Liebe miteinander in dieser Nacht. Einmal gegen die Wand, als sie versuchten, es ins Schlafzimmer zu schaffen. Dieses eine Mal war rau und schnell, wie das vorherige Mal auf dem Boden. Zuletzt schliefen sie miteinander im Schlafzimmer, in einer langsamen und viel gemäßigteren Weise. Sie nahmen sich die Zeit, sich gegenseitig mehr zu verwöhnen und jeden Zentimeter vom Körper des jeweils anderen zu erforschen. Am Ende fielen sie in einen Haufen von erfüllten und verschlungenen Körpergliedern zusammen, erschöpft vom dauernden Liebemachen.
