Hallo an alle! Hier kommt die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an euch Leser, und natürlich auch an meine Betaleserin, Verliebtindich.
Disclaimer: Nichts gehört zu mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Anmerkung des Übersetzers: Ich weiß, dass Bill der älteste Weasley ist, aber es war eine längere Zeit unsicher und Gabrielle hat Charlie zum ältesten Bruder gemacht, also habe ich das in der Übersetzung gelassen.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 10: Wenn man sich verspricht:
Harry erholte sich sehr schnell. Alle waren bereits mit der Hochzeit beschäftigt. Zwischen den Anproben, den Hochzeitsgeschenken, dem Buffet und der Vorbereitung des Raums, schienen alle unter Druck zu sein, vor allem Rons Mutter. Die Tage verliefen sehr schnell.
Am Tag der Hochzeit war der Druck so stark, dass man ihn im Verhalten mancher Leute spürte.
„Ich glaube, Mum wird verrückt", sagte Ron. „Sie ist heute Nacht sechs Male aufgestanden, um zu prüfen, ob die Stühle gut aufgereiht waren."
Die Hochzeit sollte im Zeremoniensaal im ersten Stock des Ministeriums gefeiert werden. Ein Saal, der normalerweise für die großen Ereignisse, die im Ministerium geschahen, reserviert war. Alles war für die Gelegenheit dekoriert worden. Ein riesiges Glasfenster, das mit großen durchsichtigen weißen, von Feen gehaltenen Tüchern bestückt wurde, ließ das blendende Licht in den Raum hinein scheinen. Überall waren weiße und gelbe Blumen.
„Ich denke, dass alles bereit ist", sagte Ron. „Es wird Zeit, dass wir uns vorbereiten."
„Okay, ich glaube, du hast Recht. Wo steckt deine Mutter?"
„Mein Vater hat ihr gesagt, sie sollte sich ein bisschen hinlegen, denn er fürchtete, dass sie in Ohnmacht fallen könnte. Und sie stresste jeden, indem sie wissen wollte, ob alles bereit sei. Da sie aber ständig aufstand, um etwas zu prüfen, hat Dad Fred und George darum gebeten, ihr was zu geben, um sie ein wenig zu beruhigen. Du kannst dir vorstellen, wie sehr ihn ihr Verhalten geärgert hat, dass er sowas getan hat! Offenbar scheint es gewirkt zu haben. Ich habe sie seit gut zwei Stunden nicht gesehen."
Sie hörten einen lauten Krach hinter sich.
„Charlie!", sagte Ron. „Du hast es geschafft zu kommen!"
„Hallo Brüderchen! Hallo Harry! Ich hätte die Hochzeit meines Bruders doch nicht verpasst", sagte Charlie. „Wo steckt Bill? Ich muss ihn tadeln! Ich hätte als Erster heiraten sollen. Ich bin der Älteste."
„Er ist bestimmt dabei, sich mit Percys Hilfe bereit zu machen", antwortete Ron.
„Percy? Hatte er nicht entschlossen, er würde seine Familie ignorieren?"
„Weißt du, seit einer Woche hat sich die Lage geändert. Als Percy von Bills Hochzeit gehört hat, hat er sich in seine Arme geworfen, als wäre nie was passiert. Mum und Dad waren zu froh, dass er plötzlich aufhörte, sie zu ignorieren, dass sie ihn nicht getadelt haben."
„Nichts ist besser als eine Hochzeit, um alles zu vergessen, selbst den schlimmsten Verrat", sagte Charlie. „Ich appariere zu ihnen. Bis später!"
Und er disapparierte. Sie konnten dann im Gang Hermines Stimme hören, die sich näherte.
„Was macht ihr denn bloß? Ihr müsst euch sofort vorbereiten, die Zeremonie fängt in zwei Stunden an."
Dann betrat Hermine den Raum. Sie trug ein langes weißes Kleid aus Musselin mit gestrickten silbernen Motiven und hatte Blumen im Haar, was an die Dekoration des Saals erinnerte.
„Hermine! Du siehst wunderschön aus! Es steht dir sehr gut!", sagte Harry.
„Danke, Harry!", antwortete Hermine.
„Das st... st... stimmt!", stotterte Ron mit weit geöffneten Augen. „D... du... du bist... du bist... Ich liebe dich! Tja, ich meine, ich mag deinen Umhang! Du bist schön... na ja, nicht... DEIN Umhang ist schön."
Ron und Hermine waren beide scharlachrot geworden. Hermine fing an, ihre Schuhe anzustarren.
„Danke, Ron", sagte sie und drehte sich um. „Beeilt euch, ihr müsst euch vorbereiten."
Und dann lief sie zum Aufzug. Harry schaute Ron an, der rot wie eine Tomate war. Als jener bemerkte, dass ihn Harry beobachtete, rief er aus:
„WAS?"
„Es tut mir Leid, es dir zu sagen, aber du bist ein Dummkopf."
„Wie bitte?"
„Du bist ein Dummkopf, Ron! Warum sagst du ihr nicht, was du empfindest? Du hast ihr gerade gesagt, dass du sie liebst, und du nimmst das linkisch zurück, was du sagst."
„DAS IST ABER REINER UNSINN! DU REDEST HEUTE NUR UNSINN! ICH HABE IHR BLOSS GESAGT, DASS ICH SIE LIEBE... VERDAMMT, DASS ICH IHREN UMHANG MAG! IHREN UMHANG! IHREN UMHANG!"
Ron hatte die letzten Wörter wiederholt, als wollte er sich selber überzeugen, und fing dann an, seine Zunge zu kratzen. Harry sprach dann zu ihm:
„Ron... Harry spricht zu dir! Harry Potter, dein bester Freund! Der, dem du ALLES sagen kannst."
Ron überlegte einen Augenblick lang und gestand dann widerwillig.
„Gut, okay! Du hast Recht, aber sie ist sowieso mit Krum zusammen. Er, zumindest, ist ein Quidditchchampion! Also sehe ich nicht ein, warum ich es ihr je sagen sollte, da es nichts ändern wird."
„Pah, was für ein Idiot!"
„Was?"
„IDIOT! Wenn sie wirklich mit ihm zusammen wäre, hätte sie seine Einladung im Sommer angenommen und sie ist lieber mit DIR im Fuchsbau geblieben! Sie wiederholt stets, dass Krum ein FREUND ist! Und denkst du, Hermine würde mit jemandem gehen, nur weil er ein Quidditchchampion ist?"
„Nein. Aber warum war sie seine Partnerin beim Trimagischen Ball?", sagte Ron mit einem herausfordernden Ausdruck.
„Vielleicht, weil der große Tölpel, der vor mir steht, sie nicht vorher gefragt hat, ob sie ihn begleiten würde! Oder vielleicht, um dich eifersüchtig zu machen? Das ist doch eine für Mädels typische Reaktion!"
Ron, der in eine tiefe Überlegung vertieft war, blieb stumm.
„Nun, komm schon", fuhr Harry fort. „Sonst gehen wir das Risiko ein, uns zu verspäten."
Sie gingen zum Aufzug. Ron war immer noch in seine Überlegung vertieft.
„Wir streiten doch ständig", sprach er weiter. „Das heißt, dass sie nichts für mich empfindet."
„Wenn du ehrlich bist, wirst du gestehen, dass du meistens mit ihr Händel suchst. Wenn du mal aufhören würdest, sie zu sticheln, würde es vielleicht weniger Probleme geben."
„Zehnter Stock, Büro und Wohnung des Ministers", sagte die Stimme, da die Türen sich öffneten.
Einige Gäste standen schon bei einem Buffet.
„Harry! Ron! Was macht ihr denn bloß?", sagte Ginny.
„Ja, Ginny", sagte Harry und drehte sich zu ihr um. „Wir wollten uns gleich vorbereiten."
Während Ron mit den Augen in die Leere weiterging, blieb Harry plötzlich stehen. Hinten im Raum redete ein Mädchen mit langem blondem Haar, die einen dunkelblauen Umhang trug, gerade mit Fred und George.
„Wer ist das?", fragte Harry Ginny. „Dieses Mädchen da, neben Fred und George?"
Ginny lächelte.
„Sie gefällt dir, was? Sie gefällt auch Fred und George. Das ist keine Überraschung, sie ist Fleurs Cousine. Sie hat Veelablut. Sie ist übrigens auch ihre Trauzeugin. Wie du haben die beiden sie nicht wieder erkannt."
Harry sah Ginny erstaunt an.
„Eine Veela akzeptiert nicht immer ihre Schönheit und macht manchmal alles, was sie kann, um sie zu verstecken. Luna gehört dazu."
