Kapitel 10

Detention part 2

Snape stand geschlagene achtzig Minuten unter der Dusche, ehe er den Hahn abdrehte und Hermine wunderte sich, wann das warme Wasser wohl versiegen würde. Dann fiel ihr ein, dass sie ja in Hogwarts waren und er zaubern konnte, vielleicht würde er aber auch einfach mit kaltem Wasser duschen…

Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ihre Welt war vollkommen auf den Kopf gestellt, durch die Ereignisse, die sich in den letzten Tagen abgespielt hatten.

Professor Snape war nicht der Mann ihrer Träume und dennoch spürte sie, dass das eigenartige Pflichtbewusstsein, das sie ihm gegenüber empfand, die Ergebenheit in ihr Schicksal, wuchs. Sie fühlte sich machtlos und versuchte auf ihre ganz besondere Art und Weise damit klarzukommen.

Es war eigenartig, aber irgendwie war sie nicht halb so aufgebracht wie er, dass es zum Sex zwischen ihnen gekommen war. All sein Stolz und seine Stärke waren in der kurzen Zeit, als es geschehen war, verschwunden. Er hatte die Kontrolle über sich und die Situation verloren. Und das war etwas, was ihm noch nie zuvor passiert war.

Noch immer hockte sie auf dem Boden, wo er sie zurückgelassen hatte und wartete nachdenklich darauf, was wohl als nächstes geschehen würde.

Endlich ging die Tür vom Badezimmer auf und er trat heraus. Vollständig in seine schwarzen Gewänder gekleidet, ohne eine einzige Falte darauf und von einem betörenden Duft begleitet, der augenblicklich ihre Fantasie beflügelte.

Hermine sprang auf und kam ihm mit klopfendem Herzen entgegen, doch er warf ihr nur einen seiner üblichen abwertenden Blicke zu und machte vorsorglich einen weiten Bogen um sie, sofern die Größe des Zimmers es erlaubte.

Sie seufzte und setzte ihren Weg ins Bad fort. Dort wurde sie vom heißen Dampf verschluckt.

Nachdem sie erfrischt und mit Sporthose und Sweater bekleidet herauskam, fühlte sie sich gut. Zum ersten Mal seitdem sie wieder in Hogwarts war, spürte sie, wie ihre Lebensgeister erwachten. Vor allem aber fühlte sie den Triumph, dass sie keine Angst mehr vor ihm hatte. Und das gab ihr das Gefühl, dass es die Sache wert gewesen war.

Ihr Blick schweifte vorsichtig zum Sessel hinüber, von wo aus er sie mit seinen wachen Augen beobachtete, wie vermutet, mit einem Glas in der Hand. Als sie sich auf ihn zubewegte, setzte er es an die Lippen und leerte es in einem Zug.

Hermine seufzte. „Geben Sie mir das Glas", sagte sie streng und streckte die Hand danach aus.

Ihre Augen weiteten sich, als sie erkannte, dass es sich von selbst wieder füllte. „Nun machen Sie schon!"

Snape zuckte unbeeindruckt mit den Achseln und setzte es erneut an die Lippen.

„So geht das nicht", stellte sie fest.

Er rollte mit den Augen. „Ist es noch immer nicht genug, Miss Granger?"

Sie stutzte und legte fragend die Stirn in Falten. Jedes Wort aus seinem Mund klang kalt.

„Haben Sie nicht bekommen, was Sie wollten?"

Sie sah ihn verwundert an. „Wovon reden Sie?" Er konnte unmöglich das meinen.

„Sie haben Ihre Jungfräulichkeit verloren."

Ouch!

Sie hatte sich getäuscht und wurde knallrot im Gesicht. „Ebenso wie Sie."

„Hmmm", brummte er. „Offensichtlich war es nicht so, wie Sie es sich vorgestellt haben. Das tut mir leid."

Seine Lippen kräuselten sich zu einem süffisanten Grinsen.

Hermine wollte es ignorieren. Er hatte schon wieder getrunken, was konnte sie da erwarten?

„Ich bin ein alter Mann und zuweilen etwas ungeduldig, wie Sie vielleicht gemerkt haben."

Sie biss sich auf die Zunge. Es verletzte sie, wenn er so sprach. „Warum sagen Sie das, Professor?"

„Weil Sie mir keine Wahl lassen, Granger."

Sie schüttelte den Kopf. „In Ordnung. Wir sollten damit aufhören, uns gegenseitig das Leben schwer zu machen."

Er lachte höhnisch auf. „Ja, gute Idee ..."

Sie stemmte die Hände in die Hüften. „Ich meine das ernst."

„Ich vielleicht nicht?" Er ließ den Alkohol in seinen Mund laufen und schwenkte ihn mit der Zunge auf und ab.

„Nein, das tun Sie nicht. Aber ich bin bereit, neu anzufangen, wenn Sie mir sagen, was Sie von mir erwarten. So kann es schließlich nicht weitergehen."

Er schluckte den Wein hinunter. „Keine Ahnung", sagte er leer.

„Was? Ich bin bereit, mich zu ergeben und Sie wissen nicht einmal, welchen Preis Sie fordern sollen?" Sie war verwirrt. „Das alles ist ein Spiel, nicht wahr?"

Er nickte. „Richtig. Und auch wieder nicht."

„Was meinen Sie?"

„Granger, Sie haben sich wacker geschlagen. Meine Hochachtung." Er deutete eine Verbeugung mit dem Kopf an. „Sie schlafen mit Ihrem Lehrer, obwohl Sie nicht dazu bereit waren. Ganz zu schweigen von ihm selbst."

Sie ging vor ihm in die Knie, setzte sich zu seinen Füßen nieder und sah ihm in die schwarzen Augen. „Professor", flüsterte sie milde. „Bitte hören Sie auf damit."

Er bückte sich und stellte zu ihrer Verwunderung sein Weinglas neben dem Sessel auf dem Boden ab. Seine Augen fixierten sie. „Ich hätte nicht gedacht, dass Sie das tatsächlich durchziehen", sagte er mit schwacher Stimme und verschränkte die Finger vor seinem Schoß.

Eine Weile starrte er sie einfach nur an, sah tief in ihre rehbraunen Augen, die ihn unschuldig anblinzelten.

„Es ist erstaunlich, Granger. Aber das hätte ich am allerwenigsten von Ihnen erwartet."

Hermine senkte beschämt den Blick. Beinahe hätte sie Mitleid mit ihm gehabt, doch noch immer waren seine grausamen Worte in ihrem Gedächtnis verankert, die er zu ihr gesagt hatte. Ihr war bewusst, dass sie beide in einer aussichtslosen Lage steckten, die sie sich nicht ausgesucht hatten.

Für einen Augenblick wusste sie nicht, ob sie lachen oder weinen sollte und streckte zaghaft ihre Hände nach seinen aus. „Professor …"

Er schluckte schwer. „Lassen Sie das!" Forsch stieß er sie zur Seite und fuhr sich mit den Fingern durch die frischen Haare. Sofort nahm sie seinen angenehmen Duft wahr.

„Sie müssen wohl immer das Gegenteil von dem tun, was man von Ihnen erwartet", stellte er fest und legte seine Handflächen elegant auf den Armlehnen des Sessels nieder.

Sie war so perplex, dass sie nicht weiter wusste. Es war nicht zu übersehen, dass ihn die sexuelle Erfahrung, die er mit ihr gemacht hatte, mitgenommen hatte. Er wirkte so verletzlich in diesem Moment, dass es ihr schwer fiel, ihn mit dem Mann zu vergleichen, den er in seinem Klassenzimmer darstellte.

„Was auch immer Sie wollen, ich werde es tun", flüsterte sie leise. „Ich bin an Sie gebunden."

„Was für eine Ironie", murmelte er abwesend.

Hermine schauderte beim Klang seiner tiefen Stimme. Sie ertappte sich dabei, ihn sehnsüchtig zu beobachten und verspürte das Verlangen, ihn zu berühren.

Was konnte in diesem Moment verführerischer sein, als seine verwundbarste Stelle? Sie griff mit ihrer Hand auf die Wölbung in seiner Hose, direkt zwischen seine Beine. Es geschah so plötzlich und unvermutet, dass sie schon damit rechnete, wieder durch den Raum gehext zu werden. Doch das Gegenteil war der Fall. Er stöhnte auf und krallte die Finger in die Lehnen des Sessels. Sie konnte die Anspannung fühlen, unter der er stand und richtete den Blick auf sein Glied das in der Hose sofort auf die unerwartete Berührung reagierte.

Es war ein kurzer Moment, in dem er sich gehen ließ, doch sofort hatte er seine alt gewohnte Kontrolle wieder gefunden. Seine kräftigen Hände griffen nach ihr und hielten sie von sich fern.

„Warum wollen Sie das?", fragte er mit einer Mischung aus Unbehagen und Verlangen in der Stimme.

„Weil Sie es wollen", antwortete sie schlicht.

Er schüttelte den Kopf. „Das ist nur die Hülle, nicht der Geist."

„Das spielt keine Rolle", hauchte sie aufreizend und beugte sich zu ihm hinab.

Was auch immer zuvor zwischen ihnen geschehen war, hatte ihr gezeigt, dass sie eine gewisse Macht über ihn ausüben konnte. Und das gefiel ihr wesentlich besser, als diese ständige Ungewissheit, wie es nun weiter gehen sollte.

Eine seiner Brauen schoss unvermittelt in die Höhe. „Sie fordern mich erneut heraus?"

„Sie lassen mir keine Wahl", wiederholte sie seine Worte, die er ihr zuvor an den Kopf geworfen hatte.

„Sie wollen wirklich, dass ich Ihnen wehtue?", fragte er ungläubig. „Warum?"

„Sie können den Vertrag nicht verleugnen", gab sie zurück. „Es gibt Dinge, die wir herausfinden müssen. Ganz gleich zu welchem Preis. Ich habe nicht viel zu verlieren, wenn ich mir das Leben ansehe, das vor mir liegt. Ich bin in einem Kerker eingeschlossen, mit einem Mann, der zwar mit mir verheiratet ist, aber keinerlei Interesse an mir zeigt. Das ist nicht besonders schmeichelhaft, nicht wahr?" Zu deutlich lag die Sehnsucht nach dem Unbekannten in ihrer Stimme.

Er antwortete nicht. Stattdessen stemmte er sich auf und packte sie mit festem Griff an den Schultern, ohne dass sie auch nur die geringsten Anstalten machte, sich gegen ihn zu wehren.

Mit wenigen Schritten hatte er sie hinter sich her gezerrt, hinüber zum Bett. Dort drückte er sie auf die Matratze, hockte sich auf sie und riss ihr unsanft die Sporthose vom Körper. Als er feststellte, dass sie nichts darunter an hatte, sah er sie an wie ein Fragezeichen.

„Tragen Sie keine Unterwäsche?"

Sie wirkte verwirrt. „Nicht im Moment. Ich darf die Räumlichkeiten ja nicht verlassen ..."

Er zögerte nicht länger und befreite seinen Unterleib von den Schuhen und der Kleidung und warf alles auf den Boden.

Hermine sah zum ersten Mal die Länge seines vollkommen nackten harten Glieds aus der Nähe vor sich aufragen. Ohne seine Kleidung wirkte alles noch viel unwirklicher, als zuvor.

Ihr Herz begann wie wild zu schlagen, als er sich tief über sie beugte und sie lüstern anstarrte. Es dauerte auch nicht lange und sie schlang neugierig und erwartungsvoll die Finger um seine Männlichkeit. Er stöhnte auf und bewegte sich in ihrer Hand. Hermine mochte das Gefühl der festen, weichen Haut in ihrer Hand und die Wärme, die er ausstrahlte.

Vorsichtig strich sie mit dem Daumen über die empfindliche Spitze und genoss die unerwarteten Reaktionen ihres Körpers, als ihn ein wohliger Schauder durchfuhr.

Nach kurzer Zeit legte er seine Finger um ihre und drückte seinen Penis ungeduldig nach unten, zu ihrer warmen Körpermitte.

Hermine blieb nur wenig Zeit, sich auf den Schmerz vorzubereiten, ehe er gegen ihre weichen Lippen stieß. Sie biss sich auf die Zunge und stöhnte trotzdem auf. Er drang unsanft in sie ein und fuhr wieder heraus. Sie spannte unter ihm ihre Muskeln an und krallte ihre Fingernägel in die langen Knopfreihen an seinen Armen, während er sich auf und ab bewegte, hinein und wieder hinaus.

Plötzlich hörte er auf und verharrte. „Ich kann das nicht tun", sagte er wie gelähmt.

Schweiß glänzte auf seinen Schläfen und Hermine wurde erneut von diesen eigenartig verzerrten Zügen überrascht, die sie zuvor zum allerersten Mal auf seinem Gesicht bezeugen konnte.

„Was? Warum nicht?"

Die Enttäuschung, die in ihrer Stimme lag, hätte nicht größer sein können.

„Es war nie meine Absicht, das zu tun, Granger. Vor allem nicht mit Ihnen!"

Sie fühlte sich wie geohrfeigt und war unfähig zu antworten. Schon glitt er hinaus, rollte sich von ihrem Körper und ließ sich neben ihr auf das Bett fallen.

Hermine stützte sich auf die Ellenbogen und sah zu ihm hinüber, wie er mit bebender Brust auf dem Rücken lag und sich mit beiden Händen durch die langen Haare fuhr. Seine Erregung war noch deutlich zu erkennen und es irritierte sie, dass er sich trotzdem zurückgezogen hatte.

Neugierig stemmte sie sich auf und legte sich mit ihrem Körper nahe an seinen, den Kopf auf die Hand gestützt, sodass sie ihm ins Gesicht sehen konnte.

„Natürlich können Sie", sagte sie auffordernd. Was hatte sie schon zu verlieren? „Ich sehe, dass Sie es wollen."

Snape ließ blitzschnell die Arme sinken und starrte sie mit Unwohlsein in seinem Blick an. Seine Augen wurden zu schmalen Schlitzen und er schien zu überlegen, was er tun, geschweige denn, darauf antworten sollte.

Sekunden der Stille vergingen und Hermine wurde bewusst, wie zerrissen er war. Als er dann noch immer nicht reagierte, fuhr sie fort. „Ich kann es auch."

„Das ist etwas vollkommen anderes", schnappte er zurück.

Sie stutzte. Gewissermaßen hatte er Recht, wenn sie alleine seine Kraft in Betracht zog, könnte er sie dazu zwingen, Dinge zu tun, die sie nicht wollte. Aber das war nicht das, was geschehen war.

„Sehen Sie mich an", sagte sie fordernd und zu ihrer Verwunderung tat er es. „Sie haben nichts falsch gemacht. Es war meine Entscheidung, das zu tun. Mit Ihnen, meinem Ehemann."

Er schüttelte den Kopf und raufte sich gestresst die Haare. „Es ist nicht richtig. Ich bin Ihr Lehrer, Miss Granger. Verstehen Sie, was das bedeutet?"

Sie kaute auf ihrer Lippe herum und ließ ihre Finger über die Knöpfe auf seiner Brust fahren.

Verstand sie es? Wollte sie es überhaupt verstehen, bei all den Problemen, die sie umgaben? Sie war sich selbst nicht sicher.

„Wann hören Sie endlich damit auf, sich ständig als mein Vorgesetzter zu sehen?", fragte sie im Gegenzug.

„Solange Sie hier zur Schule gehen und ich Sie unterrichte, wird sich daran nichts ändern. Und selbst dann, wenn Sie nicht mehr meine Schülerin sind, werde ich nicht einfach so tun, als wären Sie es nie gewesen. Und selbst dann", er holte angestrengt Luft, „gibt es immer noch diesen Altersunterschied von zwanzig Jahren, der zwischen uns liegt. Genügt Ihnen das, Granger?"

Hermine nickte vorerst einmal. Sie konnte seine Atmung neben sich spüren und beobachtete ihn interessiert.

Sie sah seine tiefschwarzen Haare, die mit einem Mal unendlich faszinierend auf sie wirkten. Viele Teenager konnten ihn darum beneiden, es war ein Glücksfall, so starkes Haar zu haben. Ihre Augen wanderten verträumt über sein Gesicht, bis hin zu seiner kräftigen Nase. Die Nase, die ihn so unverwechselbar machte. Sie begutachtete seinen Körper, der voller Leben und Energie war, was sie niemals gedacht hätte. Er sah eindeutig anders als gewöhnlich aus, als er neben ihr lag und die Augen halb geschlossen hatte. Nachdenklich und schuldig.

Mit vorsichtigen Bewegungen streckte sie ihre Hand aus und legte sie an seine Schläfe.

Seine Augen schnappten schlagartig auf und er starrte sie an, als wäre sie nicht von dieser Welt.

„Miss Granger", sagte er mahnend. „Sie strapazieren meine Geduld."

Sein Herz pochte so stark, dass sie es deutlich fühlen konnte. Ihre Finger fuhren vorsichtig durch seine langen Haare und sie genoss mit einem tiefen Atemzug den markanten, männlichen Duft, der von seiner Kopfhaut aufstieg.

„Wer sind Sie, Professor Snape", murmelte sie leise.

Er schob sie energisch von sich, setzte sich auf und fingerte nach seinen Kleidungsstücken, doch sie beobachtete ihn noch immer, was ihm keineswegs entging.

„Das ist nicht real, Miss Granger", sagte er deutlich, als er seine Hose zumachte. „Vergessen Sie das alles, vergessen Sie Ihre krankhaften Fantasien."

Sie setzte sich auf und sah ihn verletzt an. „Denken Sie das wirklich von mir?"

„Eine andere logische Erklärung gibt es nicht für das, was Sie in Bezug auf meine Person getan haben."

Er wendete sich von ihr ab und ging zu seinem Sessel hinüber. Kaum saß er darin, hielt er auch schon das Weinglas in der Hand und drehte es zwischen den Fingern.

Enttäuscht schlüpfte Hermine in ihre Sporthose, kroch zum Kopfende des Bettes und lehnte sich mit verschränkten Armen dagegen.

„Warum denken Sie das?", fragte sie vorsichtig. „Selbst Sie sind anders, als Sie es vorgeben. Ich konnte es fühlen."

„Das hat nichts zu bedeuten", gab er knapp zurück. „Was geschehen ist, hätte nie passieren dürfen. Es war verboten. Und das aus gutem Grund."

Hermine nickte unbewusst. „Fürchten Sie sich vor mir, Professor? Das müssen Sie nicht."

Seine Augen blitzten gefährlich auf. „Seien Sie vorsichtig mit Ihren Worten, Granger. Wir werden weiterhin zusammen in einem Klassenzimmer sein. Das bedeutet, wir müssen beide vorgeben, es wäre nichts geschehen, um die Form zu wahren. Denken Sie nicht, dass es da angebracht wäre, etwas Abstand zu mir zu haben?"

Sie blinzelte ihn an. „Ehrlich gesagt bin ich mir da nicht mehr so sicher", sagte sie zögerlich. „Mir hat diese Seite an Ihnen gefallen."

Ungläubig starrte er sie an. „Das haben Sie eben nicht gesagt."

„Warum nicht?"

Schaudernd senkte er den Blick. „Vergessen Sie es."

„Sie sind grausam", sagte sie tief getroffen. „Anstatt mit mir zu reden, ziehen Sie sich zurück."

„Das mag sein. Ich bin nicht stolz darauf, aber so ist das Leben."

„Es ist so, weil Sie es so wollen."

Er hob eine seiner Augenbrauen an und warf ihr einen abschätzenden Blick zu.

„Tatsächlich. Es ist seltsam, dass ausgerechnet Sie so etwas sagen. Denken Sie, ich hatte vor, auf diese Art und Weise intimere Bekanntschaft mit dem weiblichen Geschlecht zu machen?"

Hermine schluckte. „Sie hätten nicht mitspielen müssen, Professor."

„Hmmm. Wenn Sie es sagen ..."

„Wollen Sie vielleicht etwas anderes behaupten?"

„Nun ja, wenn ich darüber nachdenke, dass ich heute hier mit Ihnen meine Jungfräulichkeit verloren habe, wie Sie es ausdrücken würden, sollte ich mich vermutlich glücklich schätzen, nicht wahr?"

Ein süffisantes Grinsen lag auf seinem Gesicht und Hermine schüttelte den Kopf darüber.

„Sie sind ein komischer Mensch."

„Vermutlich."

„Ist Ihnen bewusst, dass sich fast alle Jungs, ganz gleich ob Griffindor oder Slytherin, in dieses Abenteuer stürzen, ohne auch nur ausreichend darüber nachzudenken?"

„Da haben wir das Problem", rief er dazwischen. „Ich bin kein Teenager. Ich bin ein Mann."

Hermine presste die Lippen aufeinander. Das musste ja kommen!

„Seltsam, ich dachte, das wüssten Sie", setzte er nach.

„Es spielt keine Rolle, was Sie sind, solange ich mit Ihnen verheiratet bin."

„Auch wieder wahr. Sie scheinen ja wirklich eine Vorliebe dafür zu haben, sich über meine Person hinweg zu setzen, Miss Granger."

Ihr Kinn klappte nach unten. Die Art und Weise, wie er Miss Granger sagte, ließ sie schaudern.

„Das ist nicht wahr!"

Seine Augen bohrten sich durchdringend in ihre. „Warum haben Sie mich verführt?", fragte er, jede Silbe deutlich betonend.

„Ich hatte das Gefühl, dass es so sein muss."

Seine Braue rutschte wieder nach oben. „Hatten Sie?" Es klang verwundert was er sagte.

„Ja, ich habe mich einzig und allein von meinen Gefühlen leiten lassen. Zugegeben, es war nicht romantisch und es hätte vielleicht etwas zärtlicher sein können, aber abgesehen davon war es … richtig?" Sie stutzte. „Oder eher angemessen."

Er starrte sie an und wirkte dabei, als würden ihm jeden Moment die Augen aus dem Kopf fallen.

Angemessen?"

„Nun ja, ich wollte, dass es passiert, Sie etwa nicht?"

„Ich dachte, diese Frage erübrigt sich."

Hermine legte den Kopf schief.

„Nein!"

„Oh."

„Allerdings. Ich habe mich ab einem gewissen Alter damit abgefunden, allein zu sein und mich mit meiner eigenen Gesellschaft zu begnügen."

„Sie meinen, Sie haben …"

Er presste die Kiefer aufeinander, als er antwortete. „Nein, Miss Granger. Sie sind ein infantiles Ding! Es ist nicht das, was sie denken."

„Nicht? Sie haben nicht einmal damit experimentiert? Ich dachte alle Jungs tun das …"

Er rollte mit den Augen. „Natürlich tun sie das. Aber das steht hier und jetzt nicht zur Debatte."

„Warum nicht?"

„Ich bin ein Mensch, der seinen Horizont erweitert und nicht jemand, der beliebig sein Sexualleben ausweitet."

„Aber haben Sie denn vorhin so gar nichts gespürt?"

Er lachte spöttisch auf. „Was meinen Sie? Das ausgiebige Vorspiel vielleicht?" Wieder war deutlich das dämonische Grinsen auf seinem Gesicht zu erkennen.

„Kommen Sie schon, Professor!", sagte sie auffordernd und voller Neugierde.

Er seufzte. „Verschafft es Ihnen Befriedigung, wenn ich es ausspreche?" Sie starrte ihn mit großen Augen an. „Meinen Sie den Höhepunkt, Miss Granger? Ich kann Ihnen versichern, dass Sie Erfolg hatten."

„Das meinte ich nicht", murmelte sie leise und wurde dabei so rot wie eine Tomate. „Ich meinte Gefühle. Gefühle, die Sie noch nie zuvor hatten. Regungen. Lust. Und ich wage zu sagen - sogar unter diesen Umständen - so etwas wie Sinnlichkeit gespürt zu haben."

„Sehr schmeichelhaft", bemerkte er und stockte. „Das – das alles haben Sie gefühlt?"

Hermine nickte.

„Miss Granger", seufzte er, als wäre sie hoffnungslos verloren. „Ich denke nicht, dass wir auf einer Wellenlänge miteinander kommunizieren. Diese Dinge gibt es nur im Traum. Sie entsprechen nicht der Wirklichkeit."

„Wie wollen Sie das wissen, wenn Sie so etwas noch nie gespürt haben? Sie sind so prüde und verschlossen wie ein Mauerblümchen."

Seine Brauen zogen sich eng zusammen. „Das habe ich jetzt nicht gehört. Zu Ihrem eigenen Schutz."

Hermine seufzte. „Meinetwegen …"

„Gehen Sie zu Bett, Granger", sagte er auffordernd „Es ist spät."

„Was? Sie denken, ich könnte jetzt einfach so einschlafen?"

„Was wollen Sie dann tun? Dabei zusehen, wie ich mich am Ende eines überaus gelungenen Tages volllaufen lasse? Bitte, wenn es Ihnen Vergnügen bereitet, dann nur zu. Sie machen ja ohnehin nur das, was Sie wollen."

„Ich wünschte wirklich, Sie würden das nicht tun, Professor."

„Was für einen Unterschied macht das für Sie?"

„Den Unterschied, dass ich Sie kennen lernen möchte und nicht Ihren betrunkenen Zwilling."

Sie sah ihn vorwurfsvoll an, doch er zuckte unbeeindruckt mit den Schultern.

„Gute Nacht, Granger."