Harry
Potter
Und der Zeitzauber
Kapitel 10:
Wie jeden Morgen
weckte Clive Harry und wie jeden morgen verließen sie gemeinsam
den Schlafraum, doch diesen Morgen, stand schon Jemand wartend vor
der Tür.
"Morgen Harry!...Morgen Clive", hängte
Riddle noch beiläufig an, und musterte dabei kurz, den kleinen
braunhaarigen Jungen, dann widmete er sich wieder voll und ganz
Harry. "Ich wollte dich eigentlich nur in die große Halle
begleiten." Etwas entgeistert starte Harry Riddle an. Was sollte
das denn jetzt. "Sag mal Riddle, verfolgst du mich?" "Aber
nein, wie kommst du denn darauf", entgegnete Riddle mit einem
süffisanten Lächeln. "Riddle, lass mich bitte einfach
nur in Ruhe!", sagte Harry und ging an Riddle vorbei, zur großen
Halle. Clive schaute hilflos Harry hinterher und dann zu Riddle. Bis
er schließlich zu der schlauen Erkenntnis kam: "Ihr habt
euch gestritten, oder?" Riddle antwortete nicht, sonder warf nur
einen abfälligen Blick auf Clive und verschwand ebenfalls,
allerdings in die Entgegengesetzte Richtung.
'So eine eingebildete kleine Ratte!', fluchte Riddle innerlich. So etwas musste er sich nun wirklich nicht bieten lassen, vor allem nicht von so einem unbedeutendem 'Nichts', wie Harry! Aber leider musste er sich eingestehen, dass dies nicht stimmte. Harry war für ihn der einzige Mensch, außer sich selber, der eine Bedeutung in seinem Leben besaß!
Währenddessen saß Harry schon in
der Halle und starrte desinteressiert auf sein Frühstück.
"Harry was ist? Geht es dir nicht gut?" Harry drehte leicht
den Kopf in Clives Richtung und sah dessen besorgten
Gesichtsausdruck. 'Ich mag ja Clive, aber warum muss er mich ständig
so bemuttern? Hat er etwa kein eigenes Leben?', kurz darauf schalt
sich Harry aber schon innerlich für diesen Gedanken. Schließlich
konnte Clive nichts dafür, dass er so schlecht drauf war. "Es
ist nichts, ich bin wahrscheinlich nur müde." Misstrauisch
beäugte Clive Harry, welcher nun lustlos in ein mit Marmelade
beschmiertes Brötchen biss. "Harry sag mir doch die
Wahrheit. Vertraust du mir etwa nicht? Was ist zwischen dir und
Riddle vorgefallen? Ihr habt euch doch sonst immer so gut
verstanden." "Es ist nichts!", sagte Harry genervt und
verdrehte die Augen. Er konnte Clive doch nicht jede Einzelheit
seines Lebens erzählen. Dann wäre er erst Recht
aufgeschmissen. Schließlich hatte er noch einen Auftrag zu
erfüllen.
Bei diesem Gedanken musste Harry schwer schlucken.
Ja, er hatte noch einen Auftrag, aber er war auf dem besten Wege
diesen zu vermasseln. Doch was sollte er denn machen? Er konnte doch
Riddle schlecht vorspielen das er in ihn verliebt war, nur um an
Informationen zu kommen! Nicht Riddle wegen, der Typ hatte
schließlich nichts Besseres verdient. Eher wegen sich selbst.
Denn schon bei dem Gedanken, dass er eine Beziehung mit einem Jungen
hätte und dann auch noch mit Tom Vorlost Riddle, oder mit
anderen Worten Lord Voldemort, lies ihm einen eiskalten Schauer über
den Rücken laufen und er verzog bei diesem Worten nur angewidert
die Mundwinkel. Clive der ihn noch immer aus den Augenwinkeln
beobachtete, verstand dies falsch und meinte schließlich:
"Schmeckt es dir nicht? Also wenn das der Grund für deine
Appetitlosigkeit ist, nimm dir doch einfach was anderes."
"Clive...bitte halt endlich den Mund. Erstens du brauchst mich
nicht ständig zu bemuttern, zweitens wenn es mir nicht schmecken
würde, hätte ich noch so viel Grips um selbst auf die Idee
zu kommen mir etwas Anders zu nehmen und drittens, wenn du dich immer
überall einmischen musst, wundert es mich nicht das ich dich nie
mit anderen sehe. Mir gehst du nämlich so langsam auch auf den
Geist!", fauchte Harry Clive an und verlies die große
Halle.
Clive saß völlig verstört auf seinem
Platzt und sah Harry nach. Er wollte doch nicht das Harry auf ihn
sauer war! Harry war doch der einzige der je mit ihm befreundet war!
Sein Blick senkte sich und er versuchte mit aller Kraft seine Tränen
zu unterdrücken. Was würden die anderen sagen, wenn sie
sahen, dass er als Slytherin anfing wie ein kleines Kind zu heulen.
Es nahm ihn doch ohnehin schon keiner für voll. Er wollte nicht
von der ganzen Schule verspottet werden! Doch es half nichts, er
spürte wie die Tränen über sein Gesicht rannen. Er
biss sich auf die Unterlippe um ein Schluchzen zu unterdrücken,
sprang plötzlich auf und stürmte regelrecht aus der großen
Halle. Einige sahen ihm irritiert nach und fingen plötzlich an
zu kichern oder zu tuscheln.
Harry befand sich währenddessen
auf dem Nordturm von Gewissensbissen geplagt. Er hätte so etwas
nicht zu Clive sagen dürfen! Gut, Clive konnte ganz schön
nervig sein, aber dass hätte er ihm auch anders vermitteln
können. Schließlich sorgte sich doch Clive nur um ihn.
Als Harry wenig später vor der Tür zu den Schlafräumen
stand hörte er ein leises Wimmern, doch sobald er die Tür
geöffnet hatte war alles verstummt.
Clive lag eingerollt in
seinem Bett und hatte sich die Decke über den Kopf gezogen. Als
er hörte wie sich die Tür öffnete hielt er die Luft an
um sein Schluchzen zu unterdrücken und spürte wie sein
Körper leicht zitterte.
Harry setzte sich vorsichtig auf die
Bettkante und versuchte die Decke von Clives Kopf zu ziehen, dieser
hielt sie aber krampfhaft fest. "Es tut mir leid was ich gesagt
habe," brachte Harry leise hervor und wartete eine Reaktion von
Clive ab, als jedoch keine kam setzte er fort: "Ich wollte dich
nicht verletzten. Es ist nur so, dass ich manche Dinge auch für
mich behalten möchte und du brauchst dich nicht ständig um
mich zu sorgen. Aber du bist einer der liebsten Menschen die ich
kenne. Und eigentlich schätze ich es auch an dir das du dich um
andere sorgst, nur nicht in dem Maße." Harry wartete
abermals, aber noch immer sagte Clive kein Wort. "Nun sag doch
bitte was. Es tut mir doch leid." Eine kurze Stille trat ein,
die Clive nach einiger Zeit endlich unterbrach. "Heißt das
wir sind noch Freunde fragte er und sein Gesicht kam zum Vorschein.
"Klar sind wir das!", sagte Harry schließlich
erleichtert. Und schloss Clive in die Arme. Es war eigentlich nicht
seine Art einen Jungen zu umarmen, aber Clive kam ihm in dem Moment
so klein und hilflos vor, dass er einfach das Gefühl bekam ihn
schützen zu müssen. Leicht wiegte er ihn und strich ihm
durchs Haar. Clive hatte sich an Harrys Pulli festgeklammert und
seine Augen geschlossen. Beide merkten nicht wie sich langsam die Tür
öffnete und Jemand ins Zimmer trat.
Steve sah zuerst
ungläubig auf die Szenerie die sich ihm bot und verließ
schließlich mit einem finsteren Gesichtsausdruck, dass Zimmer,
ohne das die beiden merkten, dass überhaupt Jemand da gewesen
war.
