Kapitel 10
Die Stunden gingen vorüber, viele hingen erschöpft auf den Sofas, wollten die Party aber so nicht ausklingen lassen. Da hatte Pansy eine Idee.
„Hey Leute", rief sie und alle wandten sich ihr zu. „Lasst uns ein Spiel spielen, ich kenn da so´n Muggelspiel...heißt Flaschendrehen!" Sie besaß nun die ganze Aufmerksamkeit, denn neue Spiel waren in Hogwarts immer beliebt. Und bei Pansy konnte man auch sicher sein, das sie ein wenig verrucht waren.
„Kommt, ihr setzt euch alle in einen Kreis, wer neben wem ist egal!", befahl sie und alle standen auf und ließen sich in der Mitte des Raumes nieder. Meist neben ihrem Partner, da sie ja keine Ahnung hatten, was sie erwarten würde.
Pansy nahm eine leere Flasche und legte sie in die Mitte. Sie setzte einige Angeheiterte wieder gerade hin und erklärte weiter, sie selbst schien erstaunlicherweise noch relativ klar. „Also einer dreht die Flasche und auf den dann der Flaschenhals zeigt, den muss er küssen." Einiges Murren wurde laut als klar wurde, dass dies durchaus kein Partnerspiel war, aber als Harry nickte, er kannte das Spiel von seinem Cousin, fügten sich alle. Aber nicht nur Draco sah skeptisch aus.
Nun ja, das Spiel begann, während sich einige schon gähnend an ihre Partner lehnten, wurde Ginny auserkoren, die Flasche als erstes zu drehen. Das tat sie auch und der Flaschenhals zeigte auf Dean. Es gab einige Lacher bei Deans entsetztem Gesicht. Schließlich war er 100% schwul.
Pansy giggelte: „Du musste mit Zunge, mindestens eine Minute!"
Die anderen johlten und Dean wusste nicht zu entkommen. Ergeben seufzte er. Langsam beugte er sich zu der erwartungsvollen Ginny, ließ sanft seine Hand in ihren Nacken gleiten. Dies wurde von Seamus, der neben ihm saß, misstrauisch beobachtet. Wehe seine Finger verirrten sich dahin, wo sie nichts zu suchen hatten.
Sanft küsste Dean Ginny auf die Lippen, die sogleich ein wenig ihren Mund öffnete und sich weiter vorbeugte. Ein heißer Zungenkuss entbrannte, der alle in seiner Heftigkeit erstaunte. Die Menge johlte. Rotwerdend lösten sich die beiden und mussten sich Sprüche anhören wie:
„Wohl doch die falsche Seite gewählt" oder „Haste wohl viele Talente, Dean!"
Pansy beruhigte die kochende Menge, sie hatte ja gewusst, dass das ein Spaß werden würde, und forderte Dean zum weiterdrehen der Flasche auf.
So nahm das Spiel ihren Lauf, mal musste Pansy Padma küssen, mal Neville Ginny. Dann ein anderes Mal Harry Hermine, was Draco eifersüchtig beobachtete. Mittlerweile konnte er dieses Gefühl ganz gut einordnen und er akzeptierte es. Wobei er nicht akzeptierte, dass sich Granger seinem Harry so an den Hals warf. So ein Miststück. Unter den amüsierten Blicken der Anderen zerrte er Harry nach Ablauf der Minute schnell von Granger weg. Harry lächelte ihn sanft an. „Nicht eifersüchtig sein Drache".
Alle hatten viel Spaß bis die Runde an Ron kam, der vorher von Milli geküsst wurde, was ihnen beiden sehr entgegen kam, und nun selbst die Flasche drehte.
Der Flaschenhals blieb auf Draco stehen. Die Meute hielt den Atem an. Der Eisprinz sollte das Wiesel küssen, einen Jungen den er noch mehr verachtet als er es bei Harry getan hatte.
Harry sprang wütend auf. Er hatte gesehen wie Ron hinter seinem Rücken mit der anderen Hand seinen Zauberstab gehalten hatte, irgendwie die Flasche beeinflusst hatte, irgendwas an ihr gedreht hatte, damit sie auf seinem Freund stehen blieb.
„Was bezweckst du damit, Ron?", schrie er. „Du bist weder schwul noch bi, warum willst du grad Draco küssen?"
Ron schnaubte nur arrogant. „Bild dir nichts ein, Goldjunge, die Flasche hat entschieden!" Langsam stieg ihm die Röte in die Wangen und er stand ebenfalls auf, um seinem ehemals besten Freund in die Augen zu sehen. „Hast du irgendein Problem mit den Spielregeln?"
„Mit den Spielregeln nicht, aber mit dir! Du hast irgendeinen Zauber gewirkt! Ich hab's genau gesehen! Du erträgst es nur nicht, das ich beliebter bin als du, das ich den beliebtesten Jungen der Schule als Freund habe!"
„Gar nicht wahr, ich hab Milli. Du bist mir einfach zu eingebildet geworden, nur weil ne Narbe dein Gesicht entstellt... Heul doch bei deiner Mami... Oh ich vergaß, du hast gar keine mehr!", höhnte Ron.
Harry wollte sich auf ihn stürzen, wurde aber von Hermine zurückgehalten, die sich zwischen sie gestellt hatte. „Ruhig Blut Jungs! Benehmt euch nicht kindisch!"
„Ich bestehe aber auf mein Recht, so sagen es die Regeln!", forderte Ron.
Harry, der derweil auch von Draco daran gehindert wurde sich auf den Rothaarigen zu stürzen, faucht: „Du willst mich und Draco nur auseinander bringen! Doch das wird dir nicht gelingen, er wird dich nicht küssen. Du weist doch, ich darf es bestimmen. Nicht wahr du wirst ihn nicht küssen, nicht wahr Draco?" Fast schon verzweifelt fragte er das den Blonden.
„Psst", machte Draco, und streichelte ihm beruhigend über den Kopf. Dieser lehnte sich gegen ihn. Irgendwie machte ihn der Alkohol weinerlich und kämpferisch zugleich. „Nicht wenn du nicht willst, Jay. Ich mach das was du sagst. Ist ja gut.", beruhigte ihn Draco.
Ron zeterte weiterhin nach seinem Recht.
Irritiert schaute Hermine von einem zu anderen. Die besten Freunde waren zu Feinde geworden und das wegen eines nichtigen Grundes. Wahrscheinlich entluden sich jetzt die Spannungen der letzten Zeit. „Hey Jungs, hört mal zu! Draco sollte selber entscheiden, wen er küssen will!"
Die beiden Jungen waren plötzlich still. Auffordernd sahen sie den Blonden an. So im Blickpunkt des Interesses, denn die anderen waren natürlich auch brennend daran interessiert, was der Blonde sagen würde, schwieg dieser erst mal. Natürlich war dies für ihn gar keine Frage, wie er sich entscheiden sollte, aber er war in den letzten Wochen sosehr von Harrys Entscheidung abhängig gewesen, das es ihm auf einmal schwer fiel, seine eigene zu formulieren.
Er schaute auf den Jungen neben sich, zu dem er so ganz Malfoy-untypisch Zuneigung gefasste hatte und der nun ihn flehen ansah, dann zu dem Rothaarigen, denn er mehr als alles auf der Welt verabscheute.
Mit dem Blick auf Hermine sprach er bedächtig: „Nun wenn ich selber entscheiden darf... Ich werde das Wiesel nicht küssen. Ein Malfoy ist in einer Beziehung absolut treu!"
Ein Aufraunen ging durch die Menge. Harry Potter hatte mit Draco Malfoy eine wirkliche Beziehung! Kaum zu glauben.
Ron fluchte wild und schnappte sich Milli um wütend den Raum zu verlassen. Das bekamen Harry und Draco jedoch schon gar nicht mehr mit, erleichtert und dankbar küsste Harry ihn.
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Hm... ein paar Komplikationen gab es jetzt ja bereits... aber der große Knall war's noch nicht... der sollte dann nächstes Mal kommen...
Rewiews?
