10. Dezember

Winter ist 's

von Tamsyn

-

Dieses kleine, politisch vollkommen unkorrekte Gedicht ist in Anlehnung an den Film „Ist das Leben nicht schön?" entstanden.

Keine Ahnung, wem der gehört, mir auf jeden Fall nicht. Und von JKRs Kreationen gehört mir leider auch keine.

-

Winter ist 's. Der Mondenschein

Dringt schwach nur in die Kerker ein

Und trifft dort auf den dunklen Mann,

Der sich an nichts erfreuen kann.

Er sitzt im Sessel, ist ganz allein.

Keine Wärme ist um ihn, kein Kerzenschein.

So manches Mal seufzt er ins Leere:

„Wenn ich doch nie geboren wäre!"

-

Als wär 's ein Stichwort, mit einem Mal

Kommt Leben in den Mondenstrahl.

Etwas fügt sich zusammen. Zart und klein

Steht just auf der Lehne ein Engelein.

-

Noch sieht es nicht der dunkle Mann,

Drum piepst es wisperhell ihn an:

„Ich habe deinen Wunsch gehört,

Und wenn 's dich nicht beim Grübeln stört,

Will ich dir zeigen, was wäre gescheh 'n

Hättest nie das Licht der Welt du geseh 'n"

-

Sprach 's und tat 's. Der dunkle Mann

Fängt engelgesteuert das Träumen an.

Bilder rauschen an ihm vorbei,

So wäre die Welt, wär' er nicht dabei.

Ein Bild ist es, das tief an ihn rührt,

Das flackernd und lodernd den Lebensgeist schürt:

Ein Mann, eine Frau, ein Kind noch dabei.

Lachend und scherzend winken die Drei.

-

Jäh erlischt der Träume Schein

Verlegen druckst das Engelein:

„So dacht' ich das nicht, doch ein Engel, ein Wort:

Wenn du es dir wünscht, hol ich dich hier fort.

Es wär', als hätt 's dich nie gegeben.

Die andren werden trotzdem leben"

-

Zögernd hält es inne. Der dunkle Mann

Wendet langsam den Kopf und sieht es an.

Dann hebt er die Hand und schnippt, sehr grob,

Das Englein zurück in den Schein, der es wob.

-

„Kein Interesse", der Dunkle schnaubt.

„Hast lang genug den Nerv mir geraubt"

Nach Träumen steht ihm nicht der Sinn,

Doch plötzlich grinst er vor sich hin:

„Aber eines hat wohl den Schmerz mir gelindert:

Den glücklichen James Potter hab ich verhindert!"