So, da bin ich wieder. Vielen Dank an meine liebe Reviewerin Hermine87, du hast mich sehr aufgebaut.
All die, die auf den großen Auftritt von Snape warten muss ich noch ein wenig vertrösten. Aber seit euch sicher, seine Zeit wird kommen.

Viel Spaß beim Lesen.

Kapitel 10

Felicita stand im Badezimmer und betrachtete ihr Spiegelbild. Ihre Mitschülerinnen hatten den Schlafsaal vor ein paar Minuten zum Unterricht verlassen.

Es war kein Wunder, dass niemand angezweifelt hatte, dass sie krank war.
Ihre Haut war blaß und glänzte, ihr sonst sanft gewelltes leuchtendes Haar fiel strähnig und wirr über ihre Schultern, ihre Augen waren geschwollen und rot vom vielen Weinen.

Was sie sah, gab ihr zu denken.
Gut, sie wusste nun um ihr Schicksal, aber änderte dieses Bewusstsein darüber an ihrem bisherigen Leben? Sie würde ihre Adoptiveltern nicht weniger lieben, nur weil nicht das selbe Blut durch ihre Adern floss.
Sie würde bestimmt nicht heute und nicht morgen gegen Voldemort antreten müssen, warum sollte sie ihr Leben bis dahin nicht genießen? Musste sie das nicht gerade deswegen tun, weil die Gefahr bestand das sie früher als erwartet sterben könnte?

Es war inzwischen Freitag, sie hatte die vergangenen zwei Tage nur im Bett verbracht und sich im Selbstmitleid gesuhlt. Das würde sich jetzt anziehen und das Mittagessen würde sie heute wieder in der großen Halle zu sich nehmen und es sich nicht noch einmal in den Schlafsaal bringen lassen.
Bis dahin hatte sie noch 3 ½ Stunden Zeit. Sie würde als erstes einen Teil des versäumten Unterrichsstoffs nachholen.
Ihre Freundin Amanda hatte ihre eigenen Notizen, selbst die Hausaufgaben, für Felicita magisch kopiert. Felicita brauchte sich daher nichts selbst ausarbeiten, sie musste sich den Stoff der letzten zwei Tage nur durchlesen und begreifen. Das dauerte nichteinmal zwei Stunden.
Sie hatte jetzt noch mehr als eine Stunde Zeit bis zum Essen, was sollte sie bis dahin tun?

Sie schaute eine Weile aus dem Fenster.

Das Wetter war immernoch sonnig, es war im Vergleich zum Mittwoch nur ein sehr stürmischer Wind hinzugekommen, der jetzt die vereinzelten Wolken am Himmel rasend schnell vor sich her trieb.
Die Wiesen der Ländereien von Hogwarts waren mit buntgefärbten Laub bedeckt.
Es war ein wunderschöner Herbsttag. Viel zu schön um im Schloss zu bleiben.
Felicita musste ein wenig lächeln.

Ihre Mitschüler mussten bis zum Nachmittag den Unterricht im Schloss besuchen.
Doch sie selbst würde die Gelegenheit nutzen und einen Spaziegang über das Gelände machen.
Wann hatte man schon mal bei einem solchen Wetter die Wiesen für sich allein?

Felicita ging noch schnell duschen und zog sich dann warm an.
Auch wenn das Wetter wunderschön aussah, es war extrem kalt.

Als sie durch das Schloss ging, hörte sie durch manche Tür die Stimmen ihrer lernenden Mitschüler und unterrichtenden Professoren.
In diesem Augenblick war sie Dumbledore wirklich dankbar. Eigentlich hätte sie jetzt Verteidigung gegen die dunklen Künste bei Professor Lupin gehabt.
So gut sein Unterricht auch war, so sehr sie dieses Fach auch mochte, mit einem Spaziergang durch die klare Herbstluft konnte Lupin's Unterricht, zumindest heute, nicht mithalten.

Als sie das Schloss durch das Portal verließ, schlug ihr sofort der kalte Wind entgegnen. Es würde bis zum ersten Schnee sicherlich nicht mehr lange dauern.
Ganz langsam schritt Felicita über die Ländereien.
Es war fast so, als würde ihr die klare Luft helfen, auch klarer zu denken.
Zum ersten Mal seit jener Nacht machte sie sich keine Gedanken mehr um die Vergangenheit, die sie ohnehin nicht mehr ändern konnte, sondern dachte darüber nach, wie ihr weiteres Handeln aussehen würde.
Wie sollte sie den Erben Gryffindors finden?
Nach „ein paar Jahrhunderten" war das schon nicht mehr gelungen. Wie sollte sie ihn dann nach gut 1.000 Jahren finden?
Ihr erster Gedanke war gewesen, dass vielleicht Harry Potter der Erbe sein könnte.
Doch dann hatte sie sich an das vergangene Schuljahr erinnert, da hatten viele ihrer Mitschüler geglaubt zu wissen, Harry sei der Erbe Slytherins, der wohl die Kammer des Schreckens geöffnet hatte.
Dieser Gedanke zeigte ihr, dass die erste und oberflächligste Eingebung nicht unbedingt die richtige sein musste.
Wenn sie ihre Suche auf diese Person und Beweise für seine Herkunft beschränkte, würde sie vielleicht Hinweise auf den waren Erben übersehen. Nein, sie würde ganz unvoreingenommen an diese Aufgabe heran gehen und jede Möglichkeit in betracht ziehen.

Sie war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie nicht die Gestalt bemerkte, die ihr vom Schloss aus gefolgt war.
Sie bekam das erst mit, als Dumbledore sie ansprach, was sie erschrocken zusammenzucken ließ.

„Hallo Felicita"

Das Mädchen antwortete ebenfalls mit einem schlichten Hallo. Zu etwas anderem war sie nicht in der Lage, sie war von dem plötzlichen Erscheinen des Direktors viel zu überrascht.

„Ich habe dich von meinem Fenster aus gesehen. Das erste Mal seit zwei Tagen, dass ich dich überhaupt zu Gesicht bekommen habe."

Der Direktor sah sie besorgt an.

„Geht es dir gut?"

Er wikrte so führsorglich und vertrauenswürdig.
Hätte sie nicht noch immer die Worte ihres Vaters im Gedächtnis gehabt, hätte sie ihm alles erzählt, auf der Stelle.
Doch so antwortete sie mit einem schlichten „Es geht mir besser."
Dumbledore nickte darauf nur. Gemeinsam gingen sie dann eine Weile schweigend in Richtung des Sees.
Als Felicita sich nicht weiter äußerte, ergriff Dumbledore erneut das Wort.

„Kann ich dir irgendwie helfen?"

Das Mädchen sah ihn traurig an, so gerne hätte sie jemanden, mit dem sie alles besprechen konnte, der ihr mit einem guten Rat zur Seite stand.

Sie schüttelte den Kopf.

„Felicita, ich hatte geahnt, dass dein Vater dich auffordern würde, dich niemanden anzuvertrauen, doch das heißt doch nicht, dass du keinerlei Hilfe annehmen sollst.
Als dein Vater damals bei mir war, hat er auch meine Hilfe in Anspruch genommen, ich musste dazu nicht viel wissen.
Ich weiß nicht, was dich in Zukunft erwartet, doch eines weiß ich gewiss.
Ein Mensch allein kann nicht viel ausrichten, wenn man etwas erreichen will, muss man manchmal auch die Hilfe seiner Mitmenschen in Anspruch nehmen."

Felicita überlegte kurz.

„Professor, mir wäre schon sehr geholfen, wenn ich mich ein wenig mit der Geschichte meiner Vorfahren auseinander setzen könnte, ganz in Ruhe, ohne das ich gefragt werde, warum ich das tue.

Der Direktor nickte.

„Ich werde mit Mdm Pince sprechen. Es gibt bei der Bibliothek mehrere kleine Räume, in die du dich zurückziehen könntest..."

„Das wäre schon wirklich hilfreich, vielen Dank."

Beide schienen sehr zufrieden mit diesem ersten Lösungsschritt. Dumbledore versprach, während sie sich zurück zum Schloss begaben, noch heute mit der Bibliothekarin zu sprechen.
Felicita nahm sich vor bereits morgen mit ihrer Forschungsarbeit zu beginnen. Als erstes würde sie sich intensiver als jemals zuvor mit der Geschichte dieser Schule befassen.

Doch als aller erstes würde sie jetzt zum Mittagessen gehen.

Sie hatte wieder Appetit.

Ich möcht wie immer um eine Review bitten. Ich habe im Augenblick das Gefühl, das keiner diese Geschichte liest, oder sie kaum jemanden gefällt.
Also bitte seit nett und tut mir den Gefallen.
Eure Vestilia