So, weiter gehts...

Kurz und knapp...

Viel Spaß...


9. Aufwärts?

„Also Severus, was halten Sie selbst von Ihrem Leben?", fragte Petrus ruhig. Severus schluckte.

„Wenn ich ehrlich bin...es war kein gutes Leben. Ich habe Fehler gemacht, die sich nicht wieder gut machen lassen und die ich schnell bereut habe.", begann er.

„Was empfinden Sie als Ihren schlimmsten Fehler?"

„Dass ich den Todessern beitrat, denn..." Severus stockte, denn er vernahm das erstaunte Murmeln von Minerva und Tonks.

„Denn?" Petrus sah die Frauen strafend an. Severus holte tief Luft.

„Damit fing alles an...und es gipfelte in dem Mord an meinem Freund, Albus Dumbledore."

„Wenn Sie damals gewusst hätten, was Sie heute wissen, hätten Sie es anders gemacht?" Severus sah nachdenklich in Petrus' gütige Augen.

„Ich weiß es nicht, aber ich denke, ich hätte mich anders entschieden.", erklärte er dann.

„Sie hatten heute einen Talisman bei sich, stimmt das?", fragte Petrus neugierig.

„Sie wissen davon? Ich trage...trug ihn bei mir, seit jenem Abend, als ich..." Er lächelte, als Severus abermals stockte.

„Wieso nahmen Sie die Kette an sich?"

„Ich weiß nicht, ich war durcheinander...nachdem...dieser Brief." Severus verstand nicht, warum das für diesen Engel so interessant war.

„Ich verstehe. Aber wieso haben Sie die Kette und den Brief über so lange Zeit aufbewahrt?" Petrus ließ sich nicht abwimmeln.

„Ich hatte es beinahe vergessen...sie fielen mir erst kurz vor ... ich fand sie erst zufällig wieder.", murmelte Severus. Er sah in Petrus' Gesicht, dass dies nicht die Antwort war, die der Engel wollte. „Die Sachen sollten mich an etwas erinnern."

„Ja?"

„Wofür ich in den Kampf zog...sie zeigten mir...dass mich einmal...jemand für wert befunden hat...geliebt zu werden." Petrus sah ihn wohlwollend an, dann wanderte sein Blick hinter ihn und er blinzelte Mackenzie zu.

„Was halten Sie eigentlich von der Farbe weiß, Severus?" Irritiert sah Severus auf.

„Nicht gerade meine Lieblingsfarbe, Sir!" Petrus lachte leise.

„Das tut mir wirklich leid. Aber damit müssten Sie sich arrangieren. Es gibt kaum schwarz, da wo Sie jetzt hingehen werden. ---- Nimm ihn mit, Mac!" Severus erstarrte. Er verstand nicht gleich, was das nun für ihn bedeutete. Langsam drehte er sich auf dem Stuhl um und sein Blick blieb bei Mackenzie hängen. Sie sah ihn lächelnd an, mit Tränen in den Augen.

„Habe ich eine Chance verdient?", fragte er ungläubig.

„Petrus meint ja...und ich bin der selben Meinung.", erklärte Mackenzie und erhob sich. Sie sah Petrus erleichtert an. „Danke..." Sie winkte die anderen zum Aufzug und wollte gerade hinter ihnen einsteigen, als Petrus sie noch einmal ansprach.

„Ach, Mac, warte kurz." Sie sah ihn fragend an. „Ich habe heute einige schlampig gepflegte Flügel zu Gesicht bekommen...wie oft pflegst du deine?"

„Regelmäßig, Sir. Wie Uriel es damals gesagt hat.", beteuerte Mackenzie.

„Dürfte ich sie sehen?" Sie nickte und spannte ihre Flügel auf. „Gut...so weiß sind sie ja kaum bei meinen Erzengeln.", murmelte Petrus lächelnd.

„Ich habe ja auch mehr Zeit als die Erzengel, Sir.", erklärte sie gerade, als die Tür zur Welt der Lebenden aufflog. Uriel schleifte einen sich heftig wehrenden Tom Riddle herein und verfrachtete ihn auf den Stuhl. Mit festem Griff hielt der Erzengel den Neuankömmling ruhig.

„Du hast ihn also gekriegt.", bemerkte Mackenzie und fuhr ihre Flügel wieder ein.

„Ja, du kennst mich doch. Aber wie ich sehe, darfst du gleich drei Passagiere mit rauf nehmen." Sie grinste breit und Uriel blinzelte ihr zu. „Du weißt noch, was du alles erklären musst?" Mackenzie nickte und trat in den Aufzug. Langsam schlossen sich die Türen.

°°

„Aufwärts!", murmelte Mackenzie und der Aufzug setzte sich ruckend in Bewegung. Sie sah die drei lächelnd an. „So, wie fangen wir an? Zuerst einmal, Willkommen! Wir sind auf dem Weg in ihr zukünftiges Zuhause, die himmlischen Gärten. Sofern Sie nicht von Freunden und Familie aufgenommen werden, wird Ihnen eine Unterkunft zugeteilt. Es gibt keine strengen Pflichten, die Sie einzuhalten haben. Die Anfangszeit werden Sie recht müde sein, so geht es vielen...ich glaube ich habe ganze zwei Tage nur geschlafen.", bemerkte Mackenzie leise. Die anderen schienen ihr aufmerksam zu lauschen, was sie ein wenig nervös machte. „Wenn Ihnen dann irgendwann die Decke auf den Kopf fallen sollte, gibt es jede Menge Möglichkeiten. Tun Sie einfach, wozu Sie Lust haben. Wir haben einen Chor. Manche Himmelsbewohner kümmern sich um das Essen, sie ziehen Obst und Gemüse, oder sie verarbeiten es. Andere lesen einfach nur vor. Wir haben auch einen Bereich für Tiere, die freuen sich immer über ein wenig Gesellschaft.", erklärte sie. Tonks grinste.

„Ich glaube, das mit den Tieren könnte mir gefallen...", murmelte sie. Minerva nickte lächelnd.

„Wie war das eigentlich mit dem Weiß gemeint, was dieser Petrus vorhin erwähnt hat?", fragte sie dann. Mackenzie lächelte und wies an sich herab.

„Sie bekommen weiße Kleidung."

„Na toll, ich werde aber bestimmt kein Kleid tragen.", entfuhr es Severus. Mackenzie kicherte.

„Wie kommen Sie denn da drauf?"

„Dieser Engel trug doch ein Kleid?" Sie musste sich mit aller Kraft das Lachen verbeißen.

„Lassen Sie das nur nicht Uriel hören. Er ist ein Erzengel und die tragen Togen. Keine Angst, Sie werden Hemd und Hosen bekommen...das müsste sich übrigens gleich erledigen." Mackenzie sah auf die Anzeige über der Tür, einen Augenblick später drang helles Licht durch den Aufzug, es glitt von oben nach unten und danach trugen die neuen Himmelsbewohner nur noch weiß.

„Gewöhnungsbedürftig...", murmelte Tonks grinsend.

„Eine Bitte hätte ich noch, nutzen Sie die Möglichkeit, Verwandte zu besuchen...sie bleiben nicht für immer...und manchmal ist es hilfreich, auf die eine, oder andere Art. Ihr Aufenthalt ist abhängig von ihrem Leben. Ein perfektes Leben, Sie bleiben für immer. Ein unvollkommenes Leben heißt, Sie bleiben für eine recht lange Zeit. Wenn Sie gerade so eine Chance bekamen, verkürzt sich ihr Aufenthalt."

„Das heißt also, ich bleibe nicht lange.", bemerkte Severus leise.

„Es kommt darauf an, was Sie unter nicht lange verstehen...Onkel Gordon kam geradeso herauf. Und ich besuche ihn nun schon seit beinahe zehn Jahren täglich. Selbst er verbringt hier oben eine kleine Ewigkeit.", erklärte Mackenzie und sah Severus lächelnd an.

„Wie läuft das hier oben? Wenn jemand in Asien stirbt, kommt er dann auch hierher?", fragte Tonks nachdenklich.

„Nicht ganz. Die himmlischen Gärten sind ähnlich wie die Erde aufgeteilt, es gibt fünf größere Bereiche, die wieder unterteilt sind. Aber jeder einzelne Abschnitt ist gut zu erreichen."

„Wie? Gibt es ein Transportmittel?" Tonks sah sie neugierig an.

„Himmelsbewohner gehen gern zu Fuß, der Boden aus Wolken ist schön weich...Aber über längere Strecken verwenden wir dann doch unsere Flügel.", meinte Mackenzie ruhig.

„Wir kriegen Flügel?", fragte Minerva überrascht. Mackenzie schluckte.

„Die haben Sie doch schon...aber bitte nicht hier ausprobieren. Das würde etwas eng...schon bei nur zwei Passagieren...ich spreche aus Erfahrung."

„Das ist alles so unwirklich, Miss O'Neil." Mackenzie nickte.

„Aber es ist wahr, Sie haben Flügel. Was ich noch sagen muss, hier oben gibt es keine Nachnamen...man kennt mich nur als Mackenzie, oder auch Mac.", erklärte sie noch.

„Oh nein, ich mag aber nicht Nymphadora genannt werden.", murmelte Tonks verschreckt.

„Ich denke, man kann auch eine Ausnahme machen, Tonks.", bemerkte Minerva und tätschelte der jungen Frau die Schulter. Mackenzie nickte.

„Sicher doch, wenn man Sie immer Tonks genannt hat? Gibt es sonst noch Fragen?" Sie sah ihre Passagiere fragend an und da sich keiner rührte, ging sie in Gedanken noch einmal die Liste durch. „Ach ja, eine Pflicht gibt es doch...pflegen Sie Ihre Flügel...Sie haben bemerkt, dass Petrus es hin und wieder kontrolliert. Es gibt eine gute Gelegenheit...die Ihnen die anderen Himmelsbewohner sicher gern näher bringen werden. Es reicht, wenn Sie einmal in der Woche diese Möglichkeit nutzen.", erklärte Mackenzie. Wieder ging ihr Blick zu der Anzeige über der Tür. „Wir sind fast da.", stellte sie leise fest. Nur einen Augenblick später ruckte der Lift und stoppte.

°°

„Wenn Sie Hilfe brauchen, fragen Sie einfach. Ich bin auch immer erreichbar." Die Türen glitten auf. „Und nun, sehen Sie sich Ihr neues zu Hause an." Tonks trat als Erste hinaus.

„Hallo, Tonks."

„Remus..."

„Ich war kein guter Beschützer, hmm?"

Mackenzie schmunzelte, sie konnte nicht sehen, was da draußen vor sich ging, doch in ihrer Vorstellung entstand ein lebendiges Bild.

„Hallo Kleines...", drang eine dunkle Stimme herein

„Sirius!"

„Tonks!" Mackenzie nahm eine Bewegung hinter sich wahr. Es war Severus, der sich in seine Ecke drückte.

„Sirius ist auch hier?", fragte Minerva verblüfft. „Der alte Rabauke..." Nun trat auch Minerva aus dem Lift.

„Minerva?" Dieser Ausruf kam von Albus. Wieder spürte Mackenzie, wie Severus zusammenzuckte.

„Albus, mein Lieber."

„Hallo...Professor McGonagall..."

"Sirius…James…Lily…" Mackenzie schluckte, Severus war in diesem Moment sehr blass geworden.

„Kommen Sie, es wird Zeit, Severus."

„Ich kann da nicht hinaus gehen.", flüsterte er.

°°

„Sagt mal ihr zwei, seid ihr allein gekommen.", fragte draußen Albus gerade.

„Nee, Mackenzie kümmert sich bestimmt gerade um unseren anderen Passagier.", erklärte Tonks.

„Wer?" Sirius steckte den Kopf zur Tür herein. „Severus? Es ist Severus!", rief er aus.

°°

„Wieso können Sie nicht hinaus, Severus?", fragte Mackenzie irritiert.

„Ich kann einfach nicht."

„Zum Teufel damit, Severus...natürlich können Sie.", fuhr Mackenzie auf. Sie schlug die Hand vor den Mund. „Verzeihung!" Severus sah sie mit erhobenen Augenbrauen an.

„Die...es gibt Menschen, die gute Gründe haben, mich zu hassen...und die meisten, stehen jetzt gerade da draußen." Severus zuckte zurück, als Sirius herein schaute und den Kopf dann wieder zurückzog.

„Wieso sollte man Sie hassen?", fragte Mackenzie ernst. Und sie erntete dafür einen belehrenden Blick von Severus.

„Ja genau Severus, wieso sollten wir dich hassen?", fragte nun Albus, der gerade hereinsah, sanft.

„Ich bin schuld, dass zumindest vier von euch hier sind."

„Moment Mal, so viel ich weiß, haben Sie nur einmal getötet. Und Albus erklärte mir, dass er es Ihnen befohlen hat.", bemerkte Mackenzie durcheinander.

„Das war auch so.", murmelte Albus ernst.

„Und an unserem Tod bist du nicht schuld. Ja, du hast Du-weißt-schon-wem von der Prophezeiung erzählt. Aber verraten wurden wir von jemandem, den wir immer für einen Freund hielten.", erklärte James und seine Frau Lily nickte zustimmend. Nun sah auch Sirius wieder herein.

„Ich werde nicht zulassen, dass du dir die Schuld an meinem Ableben gibst. Daran bin ich selbst schuld. Gut, du hast mich oft genug gepiesackt und getriezt, aber an jenem Abend hätte ich auf dich hören sollen. Und nun komm endlich raus da." Mackenzie streckte Severus lächelnd die Hand entgegen.

„Komm, du bist nicht allein. Ich bin ja auch noch da.", flüsterte sie. Severus griff nach ihrer Hand und gemeinsam traten sie aus dem Aufzug ins Licht.

„Noch etwas, Severus...gib zu, dass du den Brief...diese Warnung geschrieben hast." Sirius sah ihn ernst an und Severus sah überrascht auf...


Das war's mal wieder...

Ich hoffe auf Reviews. Biiiitteeee °ganz lieb schaut°

LG Noel