Das Licht der Sterne

Disclaimer - siehe Kapitel 1 u.a.

Warnung: Nicht beta-gelesen und diese Geschichte ist AU.

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A/N: Ich hätte nie gedacht, dass ich noch mal ein Kapitel zu dieser Geschichte poste. Sie ist mir über den Kopf gewachsen, aber da sie quasi mein erstes richtiges Baby war, kann ich sie doch nicht einfach so verlassen, auch wenn ich mit dem Ergebnis nicht wirklich glücklich bin.

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Zuhören bedeutet nicht zwingend, den anderen es ist ein guter Anfang.

Sarah Razak, (*1975)

Lord Elrond war die angespannte Atmosphäre zwischen seinen beiden engsten Vertrauten selbstverständlich nicht verborgen geblieben.

Beide waren alt und professionell genug, ihre Aufgaben gewissenhaft zu erledigen, aber Glorfindels Heiterkeit hatte stets einen Unterton von Verzweiflung und Erestors Gefasstheit war getränkt von einer traurigen Schwere.

Elrond rang lange mit sich, ob er sich einmischen sollte oder besser doch nicht.

Selbstverständnis lag ihm das Wohl und Glück von den beiden Elben am Herzen, aber

beiden waren schließlich keine Kinder mehr, und wenn ihr Glück an ihrer Sturheit scheitern sollte, dann waren sie vielleicht doch nicht füreinander die Richtigen.

Schweren Herzens entschied sich der Elbenlord gegen eine Einmischung und beschloss vorerst doch lieber abzuwarten.

Aber so ganz sicher, ob sein Entschluss der richtige war, war er sich auch nicht.

Sowohl Erestor als auch Glorfindel hatten von den Überlegungen und den nachdenklichen Blicken Lord Elronds nichts mitbekommen; zu sehr waren sie damit beschäftig, die Form zu wahren und die Fassade von Normalität aufrecht zu halten.

Während Glorfindel noch damit kämpfte, seinen Stolz und seine Verletztheit zu überwinden, suchte der sonst so wortgewandte und kundige Ratgeber, nach Möglichkeiten, diesem Trauerspiel ein Ende zu bereiten.

Aber es fiel Erestor durchaus nicht leicht, denn auch sein Stolz war verletzt worden und er fragte sich, ob er einfach zuviel von Glorfindel erwartet hatte und dieser so unbewusst zu einer Projektionsfläche für all seine Sehnsüchte und Wünsche geworden war.

Und wenn dem so wäre, dann hätte der goldhaarige Balrogtöter durchaus etwas Besseres als einen leicht unterkühlten, trockenen und recht eigenbrötlerischen Stubenhocker verdient, der vor lauter unbefriedigten Sehnsüchten nicht mehr klar denken konnte.

Erestor seufzte tief auf.

Das ganze Hadern und Zaudern im Stillen brachte doch nichts, er musste auf jeden Fall ein klärendes Gespräch mit Glorfindel führen…und dann…dann würde er schon weiter sehen.

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Glorfindel zu einem gemeinsamen Gespräch zu bitten, stellte sich jedoch schwieriger heraus als erwartet.

Schickte er einen der Bediensteten mit einer Botschaft, bekam er stets als Antwort, dass Glorfindel leider keine Zeit hätte.

Versuchte er es mit einer schriftlichen Einladung, erhielt er bald darauf ebenfalls schriftlich und sehr höflich eine Absage.

Letztendlich sah sich Erestor gezwungen, selbst Glorfindel aufzusuchen, auch wenn ihm dies ein wenig Unbehagen bereitete.

Ihm wäre es viel lieber gewesen, wenn dieses Treffen unter seinen Bedingungen an einem von ihm gewählten Ort stattfände, weil er so das Gefühl hatte, zumindest ein wenig die Kontrolle zu haben, was für seine Gemütslage sehr wichtig war, aber das war ihm wohl leider nicht vergönnt.

So kam es, dass eines Tages Erestor eine seiner kostbaren Mittagspausen opferte, um Glorfindel aufzusuchen.

Erestor hatte bewusst, die Mittagszeit gewählt, da er wusste, dass Glorfindel gerne mit seinen Männern zu Mittag aß und er sich ausrechnete, dass seine Chancen größer waren, dass Glorfindel auf ein Gespräch mit ihm einwilligte, wenn er keine Szene vor seinen Männern machen wollte.

Und wie der dunkelhaarige Elb den blonden Hünen einschätzte, würde dieser sich keine Blöße geben wollen.

Mit klopfendem Herzen, doch äußerlich unbewegt, betrat Erestor die Räumlichkeit, die hauptsächlich als Truppenküche und Kantine fungierte. Ein lautes Stimmengewirr, unterbrochen von dem einen oder anderen Gelächter, begrüßt ihn.

Der Lärmpegel senkte sich ein wenig und zahlreiche neugierige Blicke folgten ihm, als er durch die Reihen schritt.

Glorfindel, dessen große und kräftige Gestalt selbst zwischen all den Kriegern noch hervorstach, wandte verwundert den Kopf und wurde Ererstors schlanker Gestalt gewahr, die sich ihm langsam näherte.

Glorfindel schluckte, er wusste, dass er einer Konfrontation mit Erestor nicht länger ausweichen konnte. Es war sonst nicht seine Art, so feige zu sein und Problemen aus dem Weg zu gehen, aber bei Erestor fiel es ihm schwer, die Beherrschung zu wahren.

Er musste sich immer wieder vorhalten, dass Erestor ein verheirateter Familienvater war und er keine Familien zerstörte. Das ginge gegen seine Prinzipien und sein Ehrgefühl.

Aber bei Erestor fürchtete er, dass er jegliche Vernunft über Bord werfen würde und den dunkelhaarigen Berater kurzerhand entführen und über ihn herfallen würde, nur um ihn endlich sein eigen nennen zu können.

Deshalb hatte er nur den aller nötigsten Umgang mit Erestor gepflegt und war stets darauf Bedacht gewesen, nie mit ihm allein zu sein.

Und nun stand der Elb, nach dem er sich so sehr verzehrte vor ihm und sah ihn aus seinen seelenvollen Augen bittend an.

„Dürfte ich um ein Gespräch unter vier Augen bitten?"

Und Glorfindel wusste, dass es auf diese Frage aus diesem wunderschönen roten Mund nur eine Antwort gab…

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A/N: Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr 2009! :)