Disclaimer: Hetalia Axis Powers und seine Charaktere gehört mir nicht sondern Himaruya-san. Ich leihe sie mir nur aus und verspreche, sie nachher wieder ins Regal zurück zu setzen.
Die hier genannten historischen Personen und Örtlichkeiten gehören mir noch viel weniger und die Verwendung der Namen geschieht nicht in der Absicht respektlos zu erscheinen usw. und so fort, ihr kennt es mittlerweile.
10 ... und wir wissen, wo wir stehen
„Ich fürchte, so lange Genosse Stalin Ivan beherrscht, werden sie versuchen, Gilbert und mich voneinander fern zu halten."
„Der russische Vertreter heißt tatsächlich Ivan?"
„Ivan Braginski", bestätigte Kirkland.
„Und er ist übel! Jawohl. Bösartig und voller finsterer Pläne", fügte Jones hinzu.
Adenauer sah ihn an. „Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, sie beide hätten sich einst deutlich besser miteinander verstanden."
„Das ist lange her und vorbei und sollte vergessen werden. Er ist der gesamten westlichen Welt in den Rücken gefallen, er und sein teuflischer Boss, dem man kein Wort glauben sollte. Wer weiß, was für unaussprechliche Dinge sie bereits jetzt heimlich planen. Der Kommunismus ist überhaupt die Wurzel allen Bösen."
Adenauer blinzelte ihn einen Moment an und wandte sich wieder an Beilschmidt. „Ich nehme an, das bedeutet, dass die Fronten auf beiden Seiten vollends verhärtet sind und in absehbarer Zeit keine Änderung von irgend einer beteiligten Partei in Sicht ist."
„Ganz genau so ist es."
„Schade. Ich kann daran nicht wirklich viel tun. Ich meine, offiziell erkennen wir die neue Republik, die er da hat nicht einmal an, das eigentlich nur, um deutlich zu machen, dass beide Teile weiterhin zusammen gehören, nach unserer Meinung. Außerdem, nach allen Hilfen, die man uns angedeihen ließ, will ich nicht undankbar erscheinen und möchte die gute Verbindung zu den Westmächten gerne halten. Aber das dürfte Stalin sicherlich weiter verärgern."
„Höchstwahrscheinlich."
„Was meinen Sie, was sagt Ihr Bruder dazu, dass wir seine Grenzen so grob missachten?"
„Früher oder später, wenn nicht bald, aber irgendwann werden wir uns treffen. Und wenn er sich dann beschwert, kann er von mir immer noch eins drauf kriegen", sagte Beilschmidt gelassen.
„Hey, ihr habt einen recht groben Umgangston miteinander, wie?" sagte Jones.
„Durchaus. Gilbert ist kein Mimöschen und auch nicht aus Zucker. Er kennt das Konzept, nach dem man jemanden auch mal grob anfassen muss, oder sogar treten, wenn man ihm langfristig auf den Weg helfen will. Und er hat dies Konzept auch an mir angewandt. Er kann die gleiche Behandlung auch einstecken, kein Problem."
„Wenn du sicher bist ..."
„Alfred, du hast doch erwähnt, dass du von ihm eine militärische Grundausbildung bekommen hast."
„Ja?"
„Weißt du noch, wie das ausgesehen hat?"
Jones zögerte nur kurz. „Erm, er hat mich ständig angeschrien und durch das Gelände gescheucht. Wenn ich mich mal lang gelegt hatte und schon mit dem Gedanken spielte, ein wenig liegen zu bleiben, bis ich wenigstens wieder zu Atem komme, dann hatte er mich schon am Kragen gepackt und auf die Füße gezerrt um mich mit einem Fußtritt wieder auf den Weg zu schicken. Und wenn es für mich schlecht lief an dem Tag hatte er außerdem dabei gelacht. Gott, ich habe es gehasst. Aber nachträglich muss ich zugeben, dass ich ihm dankbar bin. Es hat immerhin gewirkt. Und mit noch etwas Extrahilfe habe ich's ja geschafft ..."
„Können wir das Thema dann fallen lassen!" rief Kirkland aus. „Wieso sind wir überhaupt schon wieder dort angekommen? Tut das Not? Ich muss das wirklich nicht haben!"
„Warum schaust du MICH schon wieder so an, Angleterre?" fragte Bonnefoy von seiner Seite der Gruppe. „Ich habe kein Wort gesagt!"
„In diesem Fall reicht es, wenn du da sitzt!"
„Ah, mon dieux!"
„Arthur, ich bitte dich, Arthur, beruhige dich!" versuchte Jones ihn zu beschwichtigen. „Das ist doch inzwischen lange abgehandelt. Inzwischen vertragen wir uns doch, oder nicht? Ich möchte wirklich viel lieber friedlich mit dir umgehen!"
Kirkland murmelte etwas auf English vor sich hin, nickte aber schließlich doch.
„Manchmal ist es schwer, das Gespräch nicht aus dem Ruder laufen zu lassen", sagte Jones zu Adenauer. Er hatte wieder seine Mappe aufgeschlagen und griff nach den Unterlagen darin. „Mit Ihrem Einverständnis würde ich dann gerne den leidigen Papierkram erledigen, der noch aussteht. Langweiligen Verwaltungskram. Ich brauche noch Unterschriften von dir, Ludwig. Mietvertrag und dein Anstellungsvertrag."
„Wo habt ihr mich denn einquartiert?" Beilschmidt suchte nach der Adresse. „Ich kenne die Straße. Lauter Etagenwohnungen."
„Wir haben dich im vierten Stock einquartiert und es gibt keinen Fahrstuhl, es macht dir doch nichts aus?"
„Kein Problem."
„Außerdem ist es Dachgeschoss und wahrscheinlich schlecht isoliert, also im Sommer warm und im Winter eher kühl."
„Es gibt schlimmeres."
„Und klein ist es auch: nur das eine Zimmer mit Kochnische, Kohleofen, kein extra Schlafzimmer, Toilette im Treppenhaus. Du hast immerhin 30 qm."
„Größer als mein Bunker!"
„Und es gibt ein Fenster!"
„Ihr verwöhnt mich!"
Jones förderte noch mehr zu Tage.
„Dein neuer Ausweis. Du gehst als zwanzigjähriger durch, also haben wir dein Geburtsjahr mit 1929 angegeben. Und den Tag haben wir auf den 23 Mai gelegt. Ich hoffe, dir ist das recht, sonst musst du dir beim nächsten mal gleich alles ändern lassen."
„Beim nächsten mal?" fragte Adenauer.
„Ja, es empfiehlt sich, in regelmäßigen Abständen neue Personalpapiere machen zu lassen. Jedes mal zum Ende oder Anfang einer neuen Regierungsperiode zum Beispiel."
„Legislaturperiode", warf Kirkland ein."
„Wie auch immer. Wenn die Lücke zwischen angeblichem Geburtsjahr und Aussehen zu groß wird, kann das zu peinlichen Zwischenfällen führen. Also deinen nächsten Ausweis lässt du dir selber fälschen."
„Der ist nicht gefälscht. Wenn eine berechtigte Behörde den Ausweis drucken lässt, dann ist er nicht gefälscht sondern denkbar echt."
„Bist du 1929 geboren?"
„Nein, natürlich nicht."
„Oder im Mai, wenn wir schon dabei sind?"
„Auch nicht, und überhaupt. Gilbert hat mich zum Anfang der zweiten Oktoberwoche gefunden."
„Aber Mai ist dir recht, oder?"
Beilschmidt sah ihn stumm an, mit einem Blick, der fragte, ob er das wirklich ernst meinte.
„Ich meine, wir haben das Datum genommen, weil dein komisches Grundgesetz da rausgekommen ist und du schienst von dem Ding ganz angetan gewesen zu sein... War doch so, oder?" Er schien ehrlich besorgt.
Das erste mal an diesem Abend lag etwas ähnliches wie ein Lächeln auf Beilschmidts Zügen. Er nickte. „Der 23. Mai ist in Ordnung, Alfred."
„Freut mich, das zu hören. Ich habe noch mehr für dich. Hier noch eine Ausweiskarte, damit man dich morgen früh auch hier rein lässt, ein Führerschein und in den nächsten Tagen werden noch Unterlagen an dich gehen, die wir aber durch die Hände der Sekretärin draußen gehen lassen, nicht über den Postweg. Ist etwas?"
Beilschmidt hielt den Führerschein in der Hand und sah mehrmals zwischen Jones und dem Dokument hin und her. „Ich habe hier ein kleines Problem mit dem Führerschein."
„Wieso? Du kannst doch fahren, oder?"
„Ich fahre alles, was rollt. Und mit den richtigen Werkzeugen repariere ich auch alles, was rollt. Das Problem liegt anderswo. Hierzulande sind Leute erst mit 21 Jahren offiziell volljährig, weißt du."
Kirkland schlug eine Hand über die Augen, Bonnefoy unterdrückte mühsam ein Grinsen und Adenauer legte den Zeigefinger über die Lippen, um an sich zu halten. Er war während des Wortwechsels wieder in die Position des amüsierten Zuschauers gewechselt. Jones schaute nur fragend und offensichtlich verständnislos. Beilschmidt stellte fest, dass ihm die logische Verbindung fehlte, die das Problem erklären würde. Anscheinend funktionierten einige Dinge in Amerika anders als hier.
„Führerscheine werden nur an volljährige Personen ausgegeben" sagte er.
„Ach so! Dann bleibt wohl zu hoffen, dass sich die nächsten Monate keiner kontrolliert, falls du zufällig hinter das Steuer eines Autos gerätst."
Beilschmidt schlug eine Hand vor das Gesicht und peilte zwischen den Fingern hindurch Jones an, der wieder einmal seine nervtötende Lache demonstrierte. „Ahahaha, keine Sorge. In den nächsten Tagen können wir dir eine hübsche Sondergenemigung fälschen. Aber um einen fahrbaren Untersatz musst du dich schon selbst kümmern."
„Ich wünschte, du würdest nicht immer von Fälschungen sprechen", seufzte Beilschmidt.
„Ach, Formfragen! Völlig nebensächlich! Wir sind soweit fertig eigentlich. Ich hab nur noch eine Kleinigkeit für dich."
Er klopfte wieder einmal seine sämtlichen Anzugtaschen ab.
„Den Wohnungsschlüssel vielleicht?"
„Ganz recht. Ich habe sogar einen hübschen Schlüsselanhänger für dich gefunden. Ich hoffe, er gefällt dir!" Jones war fündig geworden und legte den Schlüssel auf den Tisch. Am Ring befestigt war ein eckiger Anhänger in schwarz, rot und gelb. „Glaubst du, ich habe das Ding in einem amerikanischen Reiseshop gefunden. Man findet so etwas überhaupt nicht bei dir. Was ist denn los, hier?"
Beilschmidt hatte den kleinen Anhänger in die Hand genommen und schwieg nachdenklich.
„Ludwig?"
Beilschmidt seufzte lange und tief auf. „Ich fürchte, es werden noch allerhand lange Jahre vergehen, bevor hier jemand irgend eine Fahne unbeschwert herum schwenkt."
„Aber das ist doch jetzt eine andere!"
„Ja."
„Du hast mir mal gesagt, das hier wäre wirklich deine! Damit wären du und deine Leute irgendwann voriges Jahrhundert das erste mal rausgekommen."
„Spielt keine Rolle."
„Das ist mir jetzt zu hoch. Und wahrscheinlich auch zu deprimierend, um darüber nachzudenken. Ich hoffe, der Anhänger gefällt dir trotzdem." Jones' Stimme hatte einen bittenden Klang bekommen und Beilschmidt blickte zu ihm hoch.
„Natürlich, Alfred. Ich danke dir."
Leise sagte Jones: „Gott sei Dank! Was bin ich erleichtert." um sich gleich darauf zu strecken, die Hände im Nacken verschränkt. Laut sagte er: „Seht ihr, wir haben es heute Abend geschafft und alles unfallfrei über die Bühne bekommen. Genau wie ich gesagt hatte!"
„Das war wirklich brillant von dir!" behauptete Bonnefoy mit strahlendem Lächeln.
„Nicht wahr!" Zufrieden deutete Jones eine Verbeugung in Bonnefoys Richtung an. Hinter seinem Rücken rollte Kirkland mit den Augen.
Auch Adenauer lächelte ihn an. „Ich gebe zu, ich habe es ihnen nicht einfach gemacht. Aber Sie waren wirklich eine Überraschung, meine Herren. Bevor jetzt alle auseinander gehen, hätte ich noch kleine Anmerkungen zu machen. Dazu hätte ich gerne, wie soll ich sagen, Zeugen."
A/N:In dem Mehrparteienhaus in dem ich meine erste „eigene" (WG-)Wohnung hatte, waren diese Türen zu der Toilette auf halber Treppe noch da, aber verschlossen und außer Funktion. Es gab inzwischen komplette Badezimmer in allen Wohnungen (aber immer noch Wasserrohre aus Blei * grusel *)
Am 23 Mai 1949 wurde das Grundgesetz unterzeichnet und trat am 24 Mai in Kraft.
Im 19ten Jhd waren die Farben Schwarz Rot Gold gewählt worden nach den Farben der Uniform der Freiwilligenarmee, die 1813 im Kampf gegen die französische Besetzung antrat. Kurzes Zitat aus dem Wiki aus dem Artikel „Flagge Deutschlands": „Da die Freiwilligen unter dem preußischen Major Adolf von Lützow aus allen Teilen Deutschlands stammten und von dort höchst unterschiedliche Uniformen und Zivilkleidung mitbrachten, war die einzige Möglichkeit, eine einheitliche Bekleidung herzustellen, die unterschiedlich farbigen Uniformen schwarz einzufärben. Hinzu kamen goldene (messingfarbene) Knöpfe sowie schließlich rote Aufschläge und Vorstoß" Zitatende.
Diese Farben wurden von der Studentenschaft in die Märzrevolution getragen.
Im Kaiserreich gab es dann wieder eine andere Fahne: Schwarz, Weiß und Rot in waagerechten Balken. Aber immer wenn man es mit der Demokratie versuchen wollte, kehrte man zu Schwarz Rot Gold zurück, wie es aussieht ^^.
