Disclaimer: Nichts gehört mir; Übersetzung aus dem Englischen (Original von coffeeonthepatio).
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Minimalpaare und -sets:
Die phonemische Unterscheidung in einer Sprache kann mit Wortpaaren und –sets getestet werden. Wenn zwei Wörter, wie zum Beispiel pat und bat im Englischen, in der Form bis auf den Unterschied in einem Phonem, das in der selben Position vorkommt, identisch sind, werden die zwei Wörter als ein Minimalpaar bezeichnet. Genau genommen würden sie in der Phonologie der englischen Sprache als Minimalpaar klassifiziert werden (das Arabische unterscheidet nicht zwischen diesen zwei Lauten). Andere Beispiele für Minimalpaare im Englischen sind fan – van, bet – bat, site – side. Solche Paare werden oftmals in Englisch-als-Zweitsprache-Tests benutzt, um die Fähigkeit von nicht-Muttersprachlern, den Unterschied in der Bedeutung, der durch den minimalen Lautunterschied entsteht, zu ermitteln. Wenn man in einer Gruppe von Wörtern jedes Wort von den anderen durch die Veränderung eines Phonems (stets an der gleichen Stelle) unterscheiden kann, dann haben wir ein Minimalset. Folglich würde ein Minimalset, das auf den vokalischen Phonemen des Englischen basiert, die Wörter feat, fit, fat, fate, fought, foot beinhalten, und eins, das auf Konsonanten basiert, die Wörter big, pig, rig, fig, dig, wig.
(Yule, 1985)
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Sie führte ihn mit einem Lächeln im Gesicht herein, mit einem strahlenden Lächeln, mit einer Art schelmischem Funkeln in ihren wässrigen blassgrünen Augen. „Ich habe etwas für dich gefunden," erzählte sie ihm, fast lausbubenhaft und während sie ihn veranlasste, sich auf den alten Stuhl am Küchentisch zu setzen, stellte sie einen großen Karton auf den Tisch.
„All das hier hat Stephen gehört," erklärte Mrs Callaghan – Eleanor. „Aber jetzt, wo er in London wohnt und eine eigene Familie hat, würde er die Sachen nicht mehr wollen."
Sie zog eine alte, schwarze, abgetragene Lederjacke aus dem Karton und reichte sie ihm mit einem breiten Grinsen. „Er war genauso dünn wie du, aber jetzt durch seine Frau ist er ziemlich rund geworden," kicherte sie. „Probiere sie an."
Er wusste nicht, was er sagen sollte, und er war sich nicht sicher, was angemessen war, doch die Lederjacke – sie sah schön aus. Alt und getragen, aber – schön. Etwas, was man tragen und tragen und tragen konnte, und man würde darin nie frieren und man wäre immer darin – geschützt. Eine andere Art von Rüstung als das, was er damals getragen hatte, als er noch ein Zauberer war, aber trotzdem eine Rüstung. Ein Schutzschild.
Sie verdrehte in der Zwischenzeit ihre Augen, lief um den Tisch herum, die Jacke ihn ihren Händen, und hob kurzerhand seinen Arm, dann den anderen, und zog sie ihm an.
„Man könnte meinen, ich müsste keine Kinder mehr anziehen," murmelte sie gutmütig vor sich hin. „Da," fügte sie einen Moment später hinzu, „passt wunderbar."
Severus räusperte sich. Diese Frau brachte es fertig, dass er in eine Situation nach der anderen geriet, in der er komplett sprachlos gemacht wurde. In der Zauberwelt, wie er sich erinnerte, gab es keine Nächstenliebe, es gab nichts dergleichen wie jemandem seine alte Kleidung zu geben. Es war vielleicht anders in einer anderen Zauberwelt, doch in der seinen galt Auge um Auge, Zahn um Zahn, es gab nichts wie diese sanfte Großzügigkeit dieser Frau.
„Danke," sagte er leise.
„Ah, sei leise," sie fuhr ihm mit einer Hand durchs Haar. „Ich bin froh, die Kartons loszuwerden," fuhr sie fort und legte ihre alten, faltigen, mit Leberflecken übersäten Hände mit dem schlichten, goldenen Ehering auf seine in Leder gekleideten Schultern, doch auf einmal richtete sie sich auf, griff nach seinem Kinn und sah ihm tief in seine Augen.
„Da sind auch Bücher. Aus der Zeit, als Steven zur Uni gegangen ist. Die könntest du auch haben. Und noch einige andere. Aber… du bekommst alle Kleidungsstücke und alle Bücher nur unter einer Bedingung."
Nun – so viel zur Nächstenliebe. Es war immer Auge um Auge, Zahn um Zahn. So viel wusste er. Damit konnte er arbeiten. Das kannte er.
„Welche Bedingung?" fragte er argwöhnisch und zog die Lederjacke aus.
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Hermine grinste und reichte Harry den Sportteil des Tagespropheten und behielt den Rest für sich. Es war ein Scherz, da sie wusste, dass, während er sich für Quidditch interessierte, ihm die restliche Welt des Zaubersports ziemlich egal war und sie die Zeitung überhaupt nicht mochte. Doch er verstand. Sie hatte Frühstück für ihn gemacht und ihn mit einem Kuss auf die Wange begrüßt, mit einem ‚Guten Morgen, Liebling', und war um ihn herumgeflitzt wie eine übersorgsame Ehefrau. Er hatte gegrinst, sie hatte gegrinst, und irgendwie ließ sie nur diese kleine Sache besser fühlen. Vorzugeben ein altes verheiratetes Paar zu sein. Er lächelte sie über seinen Zeitungsteil hinweg an und seufzte.
„Ich bin froh, dass du hier bist," flüsterte Harry.
„Ich bin froh, dass ich hier bin," flüsterte sie zurück und lächelte.
„Willst du heute etwas unternehmen?"
„Was zum Beispiel?" fragte sie.
„Weiß nicht. Aber…" er zögerte.
„Aber was?" Hermine hob die Augenbrauen. Er führte etwas im Schilde. Er hatte einen Plan. Er wollte irgendwohin gehen, zu einem bestimmten Ort. Er wollte…
„Ich, ähm…, die Sache ist, dass… es ist komisch, wirklich, aber…"
„Harry," stöhnte sie. „Raus mit der Sprache."
„Die Weasleys haben mich eingeladen. Naja, uns."
„Was?"
„Sie haben uns eingeladen. Arthur hat eine Eule geschickt. Und er hat gesagt, dass es Ginny ganz gut geht und dass ich nicht aus ihrer Familie verschwinden würde, nur weil… naja, weil ich es mit ihr vermasselt habe. Aber ich kann nicht hingehen, oder? Ich... Es ist so früh."
Hermine seufzte. „Fragst du, weil… du hingehen möchtest und willst, dass ich mit dir mitkomme? Oder fragst du mich um meine Meinung?"
„Deine Meinung bitte," er schwang seinen Zauberstab und ihre Teetassen füllten sich mit mehr Tee. Sie nahm einen Schluck (nicht ganz zufrieden mit dem Geschmack von dem herbeigezauberten Tee, doch es war in Ordnung) und kratzte sich an ihrer linken Augenbraue (die gezupft werden musste – die rechte ebenfalls). Sie dachte nach. Sie hatte kein Verlangen danach, die Weasleys zu sehen. Und sie dachte ehrlich gesagt nicht, dass Harry schon bereit war, dort hinzugehen. Es war nicht genügend Zeit zwischen der Trennung und dem jetzigen Zeitpunkt vergangen. Vor nur zwei Tagen und der Nacht davor hatten sie es sich auf der Couch zusammen gemütlich gemacht, naja, ihre Füße hatten in Wahrheit in seinem Schoß gelegen, und sie hatten über ihre gemeinsame Zeit gesprochen, über alles. Hermine, Harry, Ron. Und Neville, Ginny, Luna, die guten alten Schulzeiten, die nicht so guten Schulzeiten. Es war therapeutisch gewesen, hatte sie gedacht. Es war nett gewesen, darüber mit jemandem, dem sie vertraute, mit jemandem, der mit ihr dort gewesen war, zu sprechen. Hatten darüber gesprochen, wie Ron einfach verschwunden war und wie es – ein wenig – ihre Beziehung ohne ihn verändert hatte. Hatten darüber gesprochen, was dann geschehen war, wie es gewesen war, als Harry seinen ‚toten Moment', wie es genannt wurde, hatte.
Es war komisch, hatten beide gedacht, wie viel sie zusammen durchgemacht hatten – und dass letztendlich nichts so geklappt hatte, wie sie es sich vorgestellt hatten. Sie war nicht mit Ron zusammen (gemeinsame Entscheidung), er war nicht mit Ginny zusammen (seine Entscheidung). Es hatte kein Happy End gegeben. Es musste Arbeit erledigt werden, sie versuchten immer noch, ihren Weg zu finden. Sie versuchte immer noch, ihren Weg zu finden, und Harry hatte mit dem Aurorentraining zu kämpfen – was jetzt nur noch komischer sein würde, wo Ginny und er getrennt waren und er das Training mit Ron hatte.
Und Harry hatte das sogar in dieser vergangenen Nacht erwähnt, nach dem dritten Silvergin Martini (eine von Harrys Erfindungen. Er versuchte Zaubereralkohol mit Muggelalkohol zu mixen und ihrer Meinung nach kamen dabei großartige Cocktails heraus – aber sehr stark). Hatte erwähnt, dass er nicht ganz zufrieden war mit der Tatsache, dass er mit Ron arbeiten musste – und seine explosiven, eifersüchtigen Wutanfälle kannte.
Ich denke, wir sollten woandershin gehen. In den Zoo oder zur Oxford Street, ein paar Muggelklamotten einkaufen, oder… die National Gallery. Oder so. Aber die Weasleys? Es ist zu früh, wenn du mich fragst. Ich denke nicht, dass du Ginny so sehen möchtest…"
„Das habe ich mir gedacht. Aber wie sage ich es ihnen auf nette Weise? Ich…"
„Schreib Arthur eine Eule. Sag ihm, du hattest schon andere Pläne. Und wir werden irgendwohin gehen und dich ablenken. Und mich übrigens auch."
„Naja, ich brauche Klamotten…" lächelte er. „Danke."
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Er hatte ziemlich schnell kapituliert. Eleanor hatte nicht erwartet, dass es so einfach sein würde. Unter einer Bedingung, die er gefordert hatte. Und diese Bedingung war – nicht zu kurz. Das würde sie hinbekommen. Und sie dachte nicht wirklich, dass ihm sehr kurze Seiten und längere Haare auf dem Oberkopf stehen würden. Nein, sie würde nur die langen Strähnen schneiden, das zu lange, unordentlich aussehende Haar und würde es lang genug lassen, damit es schön zerzaust werden konnte, wenn sie sich danach fühlte.
Und so saß ihr Nachbar, der Junge, den sie im Grunde seit seiner Geburt kannte, aber den sie so viele Jahre lang nicht gesehen hatte, der Junge, der zu einem traurigen, einsamen Mann geworden war, so saß er auf einem Stuhl in ihrer Küche mit einem ihrer Handtücher um seine Schultern, hielt sehr still, sobald sie nah an seinen Ohren war, vertraute ihr so viel, dass er sie sein Haar abschneiden ließ – im Tausch gegen eine Lederjacke, einige alte Jeanshosen, einige alte Shirts, eine schwere Winterjacke, die Stephen nie gemocht hatte und die Mark noch weniger gemocht hatte und in die Thomas nicht hineingepasst hatte, und ein paar Fachbücher, die Stephen zurückgelassen hatte, ein paar Romane, die Mary gelesen hatte, einige von Kathleen. Ein Karton voll mit Sachen von ihren Kindern – und sie fühlte sich schlecht, weil sie ihm diese ausrangierten Dinge gab. Er verdiente neue Sachen, neue Kleidung, doch das Geld war knapp und es würde bald Weihnachten sein. Alle Kinder, Enkel und Urenkel wollten zumindest ein kleines Geschenk. Und Severus würde etwas Neues zu Weihnachten bekommen.
Doch sie lächelte, als sie sich daran erinnerte, wie seine Augen aufgeleuchtet hatten, besonders wegen der Lehrbücher. Wie er dann fast gelächelt hatte. Eileen war genauso gewesen. Sie war so glücklich gewesen, wenn sie von Büchern umgeben war, den Kleinen auf ihrem Schoß, ein Buch in der Hand, über die Gartenmauer hinweg Gespräche führend. Es gab keinen Grund, wegen Leuten, die schon lange tot waren, traurig zu sein. Sie waren an einem besseren Ort.
Sie schnitt ein wenig mehr vom Haar ab, prüfte, ob es gleichmäßig war, und tätschelte seine Schultern. „Fertig. Guck mal, ob es dir gefällt," flüsterte sie sanft in sein Ohr und küsste ihn auf die Wange (was sie angefangen hatte, zu machen – einfach weil er sich immer in ihre Berührungen zu lehne schien). Eleanor gestikulierte in Richtung Spiegel im Flur und betrachtete ihn, wie er sich selbst ungläubig betrachtete.
Er sah nicht so viel anders aus. Sein Haar war genauso dunkel, sein Gesicht genauso schmal (sogar nach der Mahlzeit, die sie kurz vor dem Haarschnitt gemeinsam gegessen hatten), doch seine Augen waren nun deutlich sichtbar und erschienen wärmer als zuvor, ausdrucksstärker. Er hatte Eileens Augen, wahrhaftig dunkel und schön und tief. Seine Nase, andererseits, erschien weniger markant mit dem neuen Haarschnitt. Auf irgendeine Weise schienen die Haarspitzen nicht mehr in Richtung seiner Nase zu zeigen – und es war nicht die einzige Sache, die aus seinem Vorhang aus Haaren hervorragte, den er üblicherweise nach vorne ließ, wenn beschämt war oder nicht gesehen werden wollte.
Da – sie mochte es so lieber. So konnten Leute sein Gesicht sehen. Und sie konnte sein Gesicht die ganze Zeit sehen.
Eleanor lächelte in sich hinein, als er sein Haar berührte und es zu mögen schien. Seine Mundwinkel zuckten ein klein wenig und seine Augen leuchteten. Das war gut – es ging mit ihm aufwärts.
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Die Frau im grünen Mantel sah sich um. Ja. Es sah immer noch so aus wie früher, aber es schien eine Ewigkeit her zu sein. Es schien, als würde es nun einen Sinn ergeben, dass die Welt so aussah. Nun ergab es einen Sinn, dass es eintönig war und leicht roch und die Häuser aussahen, als hätte sich niemand um sie für eine lange Zeit gekümmert. Nun ergab es einen Sinn. Damals war es nicht so gewesen.
Sie zog eine Grimasse und drückte ihre Fingernägel tiefer in den Stoff vom Mantel des Manns, an dessen Arm sie sich festhielt. Dessen freie Hand sich von Zeit zu Zeit auf die ihre legte und dessen Gesicht klar zu verstehen gab, dass er – glücklich – war, nicht in solchen Verhältnissen zu leben. Glücklich, weil er ein Risiko eingegangen war, glücklich, dass er nicht gezwungen war, an diesem Ort zu sein, glücklich, dass… naja. Es hatte jetzt keinen Sinn. Es war wie es war.
Sie hatte genug Tränen geweint. Der Mann, an dem sie sich festhielt, hatte recht – sie mussten eine Schuld begleichen. Sie mussten Sachen erledigen. Zeit zum Weinen war später. Jetzt war es an der Zeit, Sachen auszugleichen.
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Semantik ist die Lehre von der Bedeutung von Wörtern, Phrasen und Sätzen. Bei semantischen Analysen wird stets versucht, den Fokus auf die konventionelle Bedeutung von Wörtern zu legen anstelle der vom Sprecher gewünschten Bedeutung der Worte in einer speziellen Situation. Dieser fachliche Bedeutungsansatz unterstreicht das Objektive und das Allgemeine. Es vermeidet das Subjektive und das Lokale. Linguistische Semantik beschäftigt sich mit der konventionellen Bedeutung übermittelt durch die Nutzung von Worten und Sätzen einer Sprache.
So viel konnte er verstehen, und während er vor seinem Feuer saß, während er da saß und eines der Fachbücher durchlas (weil er nicht verzweifelt genug für einen Liebesroman war), fand er es zunehmend interessanter. Linguistik, wurde es ganz einfach genannt. Und er war sich nicht darüber im Klaren gewesen, wie viel Zeit vergangen war seitdem er angefangen hatte, es zuerst zu überfliegen, es dann gründlich zu lesen. Er hatte nicht ganz realisiert, dass es interessant war. Hatte sein kürzeres Haar vergessen, das Potters Frisur ein wenig ähnelte. Er las einfach nur – und er vergaß, Mrs Callaghans zweitem Sohn, Stephen, für sein Studium dankbar zu sein. Er vergaß, das Licht anzumachen, und las im flackernden Licht der Flammen. Sog alles auf. Alles.
Hörte kaum das Klopfen an der Tür und stand nur auf, als es beharrlich wurde. Hatte immer noch keinen Tee für Eleanor gekauft. Er würde es am Morgen machen müssen.
„Ich bin ziemlich…" sagte er, als er die Tür öffnete, und sein Mund klappte auf. Er schluckte, blinzelte, schluckte erneut, blinzelte erneut.
„Hallo Severus," sagte die Frau.
„Hallo Severus," sagte der Mann, der sich an ihrem Arm festhielt.
Er blinzelte. Dracos Besuch war ein Schock gewesen, aber das hier war im positiven Sinne – wesensfremd. „Narcissa. Lucius," konnte er gerade so hinauswürgen, trat zur Seite und ließ sie rein.
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