Hallo zusammen,

ich übermittel wieder einmal Sirisas herzlichste Grüße an Euch alle!!

Manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit!

i.A. Alikema

10. Wenn man sich wiedersieht...

Lucius landete im Garten, direkt neben dem Gartenhaus, das einst seine Werkstatt gewesen war.

Trotz der winterlichen Kälte und Dunkelheit fühlte er sich hier noch zuhause.

Die Silhouette der Villa stand schwarz und unnahbar vor ihm. Kein Lichtstrahl drang durch die Vorhänge nach draußen. Das Haus wirkte gänzlich unbewohnt.

Zweifel nagten an Lucius.

Sollte an dem, was ihm die Vertraute seiner Frau erzählt hatte, wirklich etwas dran sein?

Konnte es sein, dass Gina dort im Haus war und sich versteckt hielt. Was war mit ihr? Was stimmte nicht mit ihr?

Er musste es herausfinden, für sich und seinen Seelenfrieden!

Die Schatten der Ilexsträucher ausnutzend schlich er zur Terrasse herüber und spähte durch ein Fenster in den Salon, doch der schien nach wie vor dunkel und unmöbliert.

Mit einem sanften Tipper seines Zauberstabes öffnete er die innenliegende Verriegelung und schlich sich ins Haus.

Eigentlich war es paradox, es war sein Haus. Nachdem Gina offiziell für tot erklärt worden war, war es in seinen Besitz übergegangen. Dennoch wollte er sich lieber still und in aller Heimlichkeit hier umsehen.

Er erlaubte sich nicht die Hoffnung, Gina tatsächlich hier vorzufinden, aber er konnte nicht nach Hogwarts zurückkehren, ohne nachgesehen zu haben.

Im Dunkeln tastete er sich an der Wand längs zum Treppenaufgang, schlich die Stufen so behutsam empor, wie zuletzt vor einigen Jahren, als er einen über den Durst getrunken hatte und Ginas Zorn fürchtete.

Sein Puls ging schneller, als er die obere Etage erreichte, denn er hörte das Geräusch von fließendem Wasser aus Ginas Schlafräumen und unter der Tür fiel ein dünner Lichtstrahl heraus auf den dunklen Flur.

Auf Zehenspitzen und den Atem anhaltend näherte sich Lucius Zentimeter für Zentimeter der nur angelehnten Tür.

Er fürchtete den Anblick von Gina. Die Worte ihrer Freundin klangen ihm noch in den Ohren.

„Nicht alles in ihr ist wieder lebendig!"

Lucius sann über die Bedeutung nach, während er verstohlen die Tür mit dem Zeigefinger einen winzigen Spalt weit öffnete.

Gina stand nackt vor ihrem Spiegel. Ihr Haar war noch nass von der gerade genommenen Dusche und sie war dabei, sich mit einem Badetuch abzurubbeln.

Ihre Bewegungen waren weich und geschmeidig, ihr Körper erschien Lucius gesund und alles andere als vom Tode gezeichnet.

Die Art wie sie schwungvoll ihren Schrank öffnete und den bequemen Kimono auswählte, den sie früher schon gerne zur Nacht getragen hatte, ließen Lucius fast glauben hier einem Trugbild aufzusitzen.

Es war so unglaublich, so wunderbar und in dem Entzücken Gina hier offensichtlich wohlbehalten, kerngesund und lebendig anzutreffen, vergaß er um ein Haar den Streit und Kampf, den sie gehabt hatten. Die Erinnerungen an die glücklichen Tage ihrer Ehe kamen mit aller Gewalt über ihn. Dort stand die Frau, die er einst über alles verehrt hatte, keine fünf Meter von ihm entfernt. Der Wunsch ihre Stimme zu hören, der Drang sie zu berühren wurde übermächtig.

„Gina!" flüsterte er nur einmal und leise, jedoch laut genug dass diese mit jähem Entsetzen im Gesicht herumwirbelte und mit angstvoll aufgerissenen Augen zur Tür starrte.

Lucius wusste, dass es nun kein Zurück mehr für ihn gab. Sacht schob er die Tür ein Stück weiter auf und sagte leise: „Erschrick nicht, Gina, ich bin es nur, Lucius!"

Er rechnete fest damit, dass Gina ihm einen derben Fluch entgegenschleudern würde und hatte seinen Zauberstab bereits zur Abwehr erhoben, während er ihr Schlafzimmer mit Bedacht betrat.

Doch statt eines Angriffes wich Gina zurück, ihren Blick nur bang auf Lucius Zauberstab geheftet. Erst als ihr Rücken das Fensterglas berührte, hauchte sie: „Bitte Lucius, ich bin unbewaffnet!"

Ihre leisen Worte trafen Lucius mehr als ein Fluch! Wie Gina dort stand, an die Wand gepresst als fürchtete sie das jüngste Gericht, wirkte sie so einsam und hilflos, wie er sie noch nie gesehen hatte und er vergab ihr im Bruchteil einer Sekunde alles, was sie ihm jemals angetan oder an den Kopf geworfen hatte.

„Gina! Engel!"

Lucius überwand die letzten Meter Distanz mit zwei großen Schritten und riss Gina in seine Arme, presste sein Gesicht in ihr feuchtes Haar.

Es war ein Traum, sein Traum, der nun plötzlich wieder wahr wurde.

Aber der Mensch, den er hier in Armen hielt, wirkte erstarrt und ließ die Herzlichkeit vermissen, an der er sich in seinen Gedanken noch wärmte.

Er löste sein Kinn von ihrem Kopf, strich dennoch fassungslos vor Glück ihr Haar mehrmals zurück, küsste zärtlich ihre Stirn und wurde dann ihrer angstvoll aufgerissenen Augen gewahr.

Prüfend drückte er sie etwas von sich weg, suchte forschend ihren Blick.

„Was ist mit dir?"

Gina zögerte.

In ihrem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander. Sie war mit Lucius Erscheinen überfordert. Wage erinnerte sie sich daran, diesen Mann einmal geliebt zu haben, doch da waren auch die Erinnerungen an die Aggressionen der letzten zwei Jahre die ihre Ursache nicht alleine daran gefunden hatten, dass sie die letzten Wochen und Monate unter dem Einfluss des schwarzmagischen Zauberstabes gestanden hatte.

Lucius war ein leicht zu manipulierendes Weichei gewesen, verpackt in der fantastisch aussehenden Schale eines Hünen mit blonder Mähne. Intellektuell ihm immer haushoch überlegen, konnte sie die Fluchduelle, die sie früher spielerisch und verliebt im Garten ausgetragen hatten, stets mit Leichtigkeit für sich entscheiden.

Wenn ihr jemals ein Mann verfallen gewesen war, dann Lucius!

Doch jetzt war die Lage anders. Ohne Zauberkraft war sie ihm hoffnungslos unterlegen.

Was wenn er es herausbekam, was wenn er es spüren sollte? Wie konnte sie ihr schlimmes Defizit vor ihm verbergen?

Niemals wäre es ihr in den Sinn gekommen, Lucius wissen zu lassen, dass sie wieder unter den Lebenden weilte, schon gar nicht jetzt, in ihrer misslichen Lage.

In ihr läuteten alle Alarmglocken. Sie durfte sich jetzt keinen Fehler erlauben.

Falls Lucius von ihrem Manko Wind bekam, dann würde ihr Problem in der kompletten Zaubererschaft publik. So etwas würde unter ihren Neidern herumgehen wie ein Lauffeuer.

Außerdem bräuchte gar nicht erst beim Dekan vorstellig werden. Eine Dozentin ohne Zauberkraft... Wenn sie denn schon ins Leben zurückgekehrt war, dann wollte sie bitteschön ihr altes Leben zurück, mit ihrer Magie und mit ihrem Anspruch auf den Lehrstuhl an der renommierten Universität. Lucius war dabei so überflüssig wie ein Kropf und am liebsten hätte sie ihn jetzt in das Land gehext wo der Pfeffer wächst. Nur wie denn bloß, ohne Zauberkraft?

Deshalb rang sie sich nur ein schüchternes Lächeln ab, während sie zu Lucius aufsah.

„Dann... dann bist du mir nicht mehr böse?"

Sie ließ gekonnt ihre Unterlippe vibrieren.

Lucius zog sie wieder an sich.

„Ach Engel, ich weiß doch jetzt, dass es nur an dem verdammten Zauberstab gelegen hat.

Meine Selbstvorwürfe haben mich beinahe umgebracht."

Gina schmiegte sich an ihn und seufzte tief.

„Ich war so fürchterlich zu Dir! Ich würde verstehen, wenn du mich nicht mehr mögen würdest!"

Statt einer Antwort presste Lucius sie nur noch fester an sich und bedachte ihren Hals mit einer Vielzahl kleiner Küsse, die Gina mit einem schnurrenden Geräusch entgegennahm.

Doch entgegen dem Gewohnten, reagierte Lucius nun nicht mit weiteren Liebkosungen, sondern entließ seine Frau aus der Umklammerung.

„Und du bist wirklich ganz O.K.? Ich meine, du warst tot. Ich selber habe dich in deinen Sarg gelegt. Selbst Waida konnte damals nichts für dich tun. So wunderbar es ist... aber warum bist du wieder lebendig?"

Anscheinend fand Lucius seine Fassung und seinen Verstand wieder, die er bei Ginas Anblick zunächst verloren hatte.

Gina ordnete den Gürtel ihres Bademantels.

„Oh das ist eine lange Geschichte, mein Lieber. Dazu müsste ich dich in die Grundbegriffe der Biochemie einweihen. Ich glaube nicht, dass dich das interessiert!"

Lucius setzte sich auf das breite Bett und sah Gina aufmerksam an, hielt weiterhin ihre Hand in seiner.

„Mich interessiert alles, was dich angeht, erst Recht nach diesen Geschehnissen!"

Gina hob zweifelnd die Augenbrauen.. Dies war das erste Mal, dass Lucius sich für kompliziertere Vorgänge interessierte als das Schnitzen von Zauberstäben.

„Nun mein Schatz, du erinnerst dich sicherlich daran, dass Severus und ich mit der Ronkowa Essenz experimentiert haben..."

Lucius fiel ihre sofort ins Wort.

„Mich überrascht es, dass du es Experimentieren nennst. Nach meinem Kenntnisstand war es euch gelungen, aus der Essenz ein Gift zu machen, für das es niemals ein Gegenmittel geben würde. Und trotzdem stehst du nun offensichtlich gesund und munter vor mir. Wie kann das sein?"

Auf Ginas Stirn bildete sich augenblicklich eine kleine Zornesfalte. Sie mochte es nicht, wenn man ihr ins Wort fiel. Was erlaubte sich dieser kleine Besserwisser hier? Zwar hatte Waida ihr erzählt, dass Lucius nach Hogwarts berufen worden war, aber das gab ihm nicht das Recht, sie bei ihren Ausführungen zu unterbrechen.

Patzig erwiderte sie: „Das hört sich jetzt fast so an, als würdest du diesen Zustand bedauern!"

„Firlefanz, Gina!" Lucius schüttelte energisch den Kopf, „ich möchte doch nur wissen, wie es sein kann, dass du mehrere Monate unbeschadet in der heißen afrikanischen Erde überstanden hast."

Gina warf genervt ihre blonden Locken in den Nacken und rollte theatralisch mit den Augen.

„Gut, ich werde versuchen es so zu erklären, dass du es auch verstehst!"

Lucius nahm diesen Seitenhieb mit stiller Freude entgegen. Sie schien wirklich ganz die alte Gina zu sein.

„Die Essenz ist in ihrer modifizierten Form ein geniales Konservierungsmittel. Stelle dir vor, das Leben wäre ein Rad, das man nach Belieben einfach anhalten und wieder antreiben kann...!"

Während sie nun ihren Mann einen Vortrag über die chemischen Vorgänge in der lebenden und toten Gewebezelle hielt, entwickelte sich eine tiefe Sorgenfalte auf Lucius Stirn.

„Das was du mir hier erzählst, ist reine Chemie. Du redest hier ausschließlich über Konservierung des Körpers, über elektrische Impulse der Nerven, die diesen funktionieren lassen, aber was ist mit dem, was uns ausmacht, Gina? Was ist mit der Seele, was ist mit unseren Erinnerungen, mit unserem Wissen, den uns gegebenen Gaben und Talenten? Kann dies auch alles einfach angehalten und konserviert werden?"

Lucius legte skeptisch den Kopf leicht schräg! Waidas Worte, die er über einen kleinen Umweg gehört hatte, klangen wieder in seinen Ohren. „Nicht alles in ihr ist wieder lebendig!"

Gina starrte ihn an, leckte nervös über ihre Unterlippe. Ahnte er etwas?

„Vergisst ein Bär im Winterschlaf etwa auch, dass er ein Bär ist?", konterte sie rasch und überlegte zugleich, wie sie Lucius von dieser brisanten Thematik ablenken konnte.

„Dann bist du nie wirklich tot gewesen?"

Gina warf lachend den Kopf in den Nacken und schüttelte ihre Haare in der Weise, die Lucius früher immer verrückt gemacht hatte.

„Natürlich nicht, mein Schatz, oder wirke ich auf dich wie ein seelenloser Zombie?"

Mit einem verspielten Lächeln blieb sie breitbeinig vor ihm stehen und streckte ihm aufreizend das Becken entgegen.

„Betrachte es einfach als einen sehr langen Schlaf, den ich machen durfte!"

Damit nahm sie seine Hand und legte sie auf ihre Hüfte.

Lucius Atem beschleunigte sich sofort. Am Weiten seiner Pupille erkannte sie, dass er sie begehrte, trotz allem was vorgefallen war.

„Dann..., dann bist du also gut erholt?" Lucius Hand glitt von ihrer Hüfte herab und stahl sich auf Ginas Oberschenkel

Etwas, dass Gina seit ihrer Wiedererweckung nicht mehr gespürt hatte floss nun wie heiße Lava durch ihre Venen. Lucius Hand entfachte ein Feuer, dessen Hitze sie sich nicht erwehren wollte.

„Sehr gut erholt, mein Hübscher! Und ich hatte einige verdammt anregende Träume!"

Gina trat einen halben Schritt näher an ihn heran. Sie spürte seinen warmen Atem auf ihrem Bauch. Lächelnd streichelte sie ihm über den Kopf und ließ ihre Hand auf seiner Schulter liegen, tat dann als wolle sie seine Haarsträhnen ordnen.

„Ich habe dich vermisst!", säuselte sie leise. In Wirklichkeit hatte sie nur die eine Sache vermisst, die ihr mit Lucius immer Spaß gemacht hatte.

Impulsiv schlang Lucius seine Arme um ihre Taille, zog sie an sich und presste sein Gesicht an ihren Körper.

Mit ihrer freien Hand öffnete Gina rasch den Gürtel ihres Seidenkimonos. Der weiche Stoff floss auseinander und gewährte Lucius Lippen nun Zugang zu ihrem nackten Bauch

Sie nahm sich Zeit, das Gefühl seiner Zunge auf ihrer Haut zu genießen, konzentrierte sich ganz auf ihre wachsende Begierde. Wie ein Kater die Milch, leckte Lucius mit geschlossenen Augen um ihren Bauchnabel herum, bis Gina ihre Hand rüde in sein Haar stieß und seinen Kopf unsanft von sich riß, nur um sich dann rittlings auf seinen Schoß zu setzen. Sofort presste sie ihre Lippen auf die seinigen und bemächtigte sich seiner Zunge, fordernd und gierig.

Lucius keuchte vor Überraschung und Erregung kurz auf und ließ es nur zu gerne zu, das Gina seinen Körper mit sanfter Gewalt nach hinten in eine liegende Position drängte.

„Was tust du da?" Lucius rang zwischen zwei Küssen nach Luft.

„Nach was fühlt es sich denn an?", antwortete Gina und öffnete seinen Gürtel, damit ihre Hand leichter ihren Weg zu seiner Männlichkeit finden konnte. Ihr Fingerspiel lenkte ihn davon ab, weitere unbequeme Fragen zu stellen.

„Gut...es fühlt sich gut an!" stöhnte Lucius und schloss die Augen vor Ginas siegessicherem Lächeln.

tbc

Jaja so kennen wir unsere Gina... Aber wird sie sich auch dauerhaft ohne Zauberkraft in ihrem Leben zu behaupten wissen???