Disclaimer: Sorry, hat wieder etwas länger gedauert. Hmm, jetzt brauch ich
ne gute Ausrede... Also, mein PC wurde von Außerirdischen entführt und mir
erst wieder gegeben nachdem ich ihnen versichert hatte das es sich nicht um
eine nukleare Waffe handelt die dem Zweck dient ihren Planeten zu erobern.
Was? Das glaubt ihr nicht? Wieso nicht?!
An Ödarius: Die Idee entsprang dem unverglichen Genie von Mrs. Tolkien... Danke fürs Betalesen!!
An Enemy: Find ich total nicht nett von dir das du wieder meine Betaleserin warst... gg
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Chapter10: Masken
„Hat es dir die Sprache verschlagen?", fragte Legolas mit leichtem Triumph in der Stimme. „Warum? Du hast es gewusst."Thranduil zog scharf die Luft ein und es hatte den Anschein das er etwas erwidern wollte. Doch er konnte kein Wort über die Lippen bringen. Natürlich hatte er es gewusst. Er hatte dieses Wissen in seinem Unterbewusstsein mit sich getragen. Nie hatte er auch nur einen Gedanken daran verschwendet. Er wusste, was geschehen war, hatte jedoch nie versucht es sich vorzustellen. Die Details dieser Vorfälle hatte er nicht erfragt. Es interessierte ihn nicht. Doch die Worte seines Sohnes waren nun für ihn die grausame Bestätigung dessen, was er nicht hatte wahrhaben wollen.
„Warum legst du so großen Wert darauf, das ich der Wahrheit ins Gesicht sehe?"antwortete Thranduil. „Du weißt warum", sagte Legolas, „du musst begreifen was wahr ist. Du hast mich bereits erfolgreich von Aragorn getrennt, also musst du dich nicht fürchten, dass sich etwas von dem was geschah wiederholen könnte. Du kannst es vergessen. Aber wenn du dich nicht damit abfindest, wenn du in dem Glauben bleibst, es sei nur eine Illusion, dann wirst du es niemals vergessen können."Thranduil wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. „Warum sollte ich mich einfach damit abfinden? Du wirst mich nicht zwingen können", sagte er gefährlich langsam. „Aber du hast Recht. Es wird sich nicht wiederholen. Und nun entschuldige mich." Thranduil wandte sich um und verließ den Balkon. Ohne ein weiteres Wort.
– Thranduils Part –
Wie soll ich jemals der Wahrheit ins Gesicht sehen? Wie soll ich es akzeptieren? Ich habe mein Leben lang mit der Einstellung gelebt, Gesetzesverstöße nicht zu rechtfertigen. Warum soll ich mich ändern? Ich habe keinen Grund dafür.
Legolas Worte hallen in meinen Kopf wieder. Ich kann nicht fliehen. Nicht vor mir selbst. Meine Gedanken kann ich nicht aus meinen Kopf verbannen. Ich fühle mich machtlos. Der Wiederklang dieser Worte verfolgt mich. Wie lange? Werde ich je davon loskommen?
Ich muss die Vergangenheit vergessen. Doch ich bin noch viel zu schockiert. Irgendwann werde ich mich vielleicht damit abfinden. Es wird mit der Zeit uns allen aus dem Gedächtnis weichen. Die Erinnerung wird verblassen. Und dann wird sich niemand mehr daran erinnern. Die Wahrheit wird ebenso in Vergessenheit geraten wie die Lüge die wir verbreiteten.
Doch kann ich mir sicher sein, das es mir gelingen wird? Vielleicht muss erst noch mehr Zeit verstreichen, bis ich dazu fähig bin. Jedes mal wenn ich Legolas sehe, werde ich mit den Erinnerungen konfrontiert, die in meinem Unterbewusstsein verborgen sind. Was wäre es für eine Qual wenn es ewig so weiterginge.
Vielleicht werde ich dieses Wissen ewig in mir tragen. Vielleicht werde ich sogar eines Tages meine Einstellung dem gegenüber ändern. Es wird sich zeigen.
Und in einem Punkt muss ich Legolas trotz allem Recht geben. Es wird sich nicht wiederholen. Niemals. Es war das Ende, noch bevor es wirklich begonnen hatte.
– Legolas Part –
Er war eingeschüchtert. Es war deutlich. Doch das ihn so wenige Worte so nervös machten, spricht nicht für viel Courage. Es ist schwach. Doch einerseits kann ich ihn verstehen. Wahrscheinlich hätte jeder andere gleich oder ähnlich reagiert.
Ich weiß, dass die vergangenen Tage nicht leicht waren. Bis Aragorn und ich gefunden wurden, waren wir auf der Flucht. Es war riskant, was wir getan haben. Die ganze Zeit in Bree habe ich mich wie in einer Art Gefängnis gefühlt. Aber nun wünschte ich, ich könnte zurückkehren.
Ich will mich nicht erinnern. Es war unser Schicksal, getrennt zu werden, und es war sinnloses Hoffen zu denken es könnte anders kommen. Ich will vergessen. Und obwohl ich davon überzeugt bin, vergessen zu wollen, weiß ich dass ich mich belüge.
Niemand lässt sich anmerken was er denkt. Sie alle tragen Masken. Sie lügen ohne zu sprechen, ihre Mimik sagt mehr als Worte. Sie tun, als wäre alles so, wie das Volk es glaubt. Ihre wahren Gesichter sind durch unsichtbare Masken verdeckt. Masken der Emotionen. Es ist nicht gut, sich so zu verstecken. Man wird schweigsam und zieht sich zurück. Wenn man allein ist, brechen die Gefühle aus einem heraus, jene die man versteckte. Wenn es so weitergeht, wird niemand vergessen können.
Dabei ist es dass doch, was alle wollen.
---------------
Die großen Waldflächen gehörten längst nicht mehr zum Chetwald, doch sie unterschieden sich in keiner Weise von diesem. Es waren die Wälder die auch Bruchtal umschlossen.
Es waren schier endlos viele Tage vergangen, seit Aragorn den Chetwald verlassen hatte. Er war niemandem begegnet, doch so forderte die völlige Einsamkeit ihren Tribut. Die ganze Zeit hatte Aragorn gewusst, das es so kommen würde. Und selbst wenn man sie nicht im Chetwald entdeckt hätte, so hätte man sie auch anders wo gefunden. Zu einer anderen Zeit. Doch zu jedem anderen Zeitpunkt wäre es ebenso schmerzhaft gewesen.
– Aragorns Part –
Ich weiß nicht, wie viel Zeit verstrichen ist, seit ich den Chetwald hinter mir ließ. Es muss viel sein, aber dennoch bin ich nicht weit gekommen. Diese Wälder umschließen Bruchtal. Ich wollte nicht dorthin zurück. Ich werde niemals dorthin zurückkehren können. Mein altes Leben ist vorüber. Aber mein neues hat noch nicht begonnen.
Es war unser Schicksal zusammen zu finden, ebenso wie es Schicksal war, das wir nie hätten zusammen bleiben können. Wenn es schon in völliger Abgeschiedenheit unmöglich war, wie hätte es sein sollen, an Orten wo wir nicht allein wären?
Vielleicht werden wir eines Tages erneut durch Schicksal vereint sein. Vielleicht war unsere Begegnung in Bree unsere letzte. Aber ganz gleich wie es kommt, ich liebe dich und ich weiß dass auch du für mich Liebe empfindest. Und nichts ist besser als diese Erkenntnis um über den Schmerz der Trennung hinweg zu kommen.
Ich habe niemanden mehr gesehen, seit ich den Chetwald verließ. Diese Wälder sind sehr verlassen. Die stetige Einsamkeit trägt nicht gerade dazu bei mir andere Gedanken zu bescheren als die Erinnerungen. Doch das ist es, was ich nicht will. Ich weiß, das ich die Erinnerung nicht völlig verdrängen kann, aber sie ständig aufs neue ans Licht zu holen ist ebenso wenig empfehlenswert. Es würde in vollständiger Verzweiflung enden.
Die Einsamkeit hat auch ihre guten Seiten. Würde ich mich in Gesellschaft mit anderen befinden, so würde ich sie belügen. Mit Worten. Und mit Blicken. Mit einer Maske die meine eigentlichen Gefühle verbirgt. Ich weiß nicht, was besser wäre. Ich schätze weder das Eine, noch das Andere.
Mein Ziel war Minas Tirith. Doch wie lange werde ich bis dorthin brauchen, wenn ich in der langen Zeit die vergangen ist, etwa auf der Höhe von Bruchtal angelangt bin?
Und noch ein weiteres Hindernis liegt unmittelbar in der Nähe: Das Nebelgebirge. Minas Tirith liegt auf der anderen Seite und wenn ich es nicht in einem sehr großen Bogen umgehen will, muss ich wohl das Gebirge durchqueren. Ich kenne nur zwei Wege die über diese Berge führen. Den Caradhras und Moria. Ich weiß nicht, welcher Weg gefährlicher ist. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt anders durch das Gebirge zu gelangen, würde mir dies sehr entgegen kommen. Durch Moria würde ich kein zweites Mal gehen. Außerdem wäre es der sichere Tod. Entweder durch Orks, oder durch die Tatsache das es unmöglich ist dort wieder herauszufinden, wenn man keinen Führer hat. Es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als das Nebelgebirge zu umgehen.
Dieser Weg wird sich unnötig in die Länge ziehen. Ich kenne das Nebelgebirge nicht, selbst wenn es Wege gibt die auf sichere Weise auf die andere Seite führen würde ich sie nicht finden. Immerhin lenkt die Frage nach dem Weg von den schmerzlichen Erinnerungen ab.
Ich erkenne in der Ferne die Gipfel der ersten Berge. Weit ist das Gebirge nicht mehr. Das Nebelgebirge zieht sich über endlos lange Ebenen als ein schmaler Strich hinweg, deshalb wird es so schwierig werden es zu umgehen. Wenn ich nur genauer wüsste, an welcher Stelle des Gebirges ich mich momentan befinde. Ich hatte vor, Bruchtal ebenfalls zu umgehen, aber ich weiß nicht mehr, wie weit es von hier entfernt ist.
Der Tag neigt sich zum Ende, heute werde ich nicht mehr versuchen mich dem Gebirge zu nähern. Vielleicht wäre es sinnvoll, bei Nacht weiter zu reiten, aber bis jetzt habe ich jeden Gedanken daran verworfen.
Die Bäume stehen dicht aneinander gedrängt und verhindern die Sicht in den freien Himmel. An den wenigen Stellen an denen die Bäume in größerem Abstand zu einander stehen, scheint er orange und leuchtend durch. Unter den Kronen der Bäume wurde es sehr schnell dunkel, da sie nicht viel Licht durchlassen. Mit Einbruch der Nacht wird man hier nicht die Hand vor Augen sehen.
Es ist eine vollkommende, alles einnehmende Dunkelheit. Und es ist ein beunruhigendes Gefühl, ihr ausgeliefert zu sein.
---------------
Das wenige Licht das durch die Baumkronen drang, wurde von Minute zu Minute schwächer. Ein lauer Wind wehte und brachte die Blätter der alten Bäume zum rascheln. Aragorn hatte das Pferd an einen der Baumstämme gebunden. Der Wald war erfüllt von Geräuschen. Nicht nur das leise Rauschen des Windes und das Rascheln der Blätter die durch ihn bewegt wurden, es waren Geräusche die zeigten, dass der Wald lebte.
Im Dickicht knackte ein Zweig. Das Geräusch riss Aragorn aus seinen Gedanken. Es war doch niemand hier. Sollte es ein Tier des Waldes gewesen sein? Das Gefühl beobachtet zu werden überfiel ihn. Wurde er verfolgt? Die aus dem Düsterwald hatten keinen Grund mehr, dies zu tun. Und sonst auch niemand.
Obwohl kein weiteres Geräusch zu vernehmen war, wusste Aragorn nun sicher, das sich ihm jemand von hinten näherte. Er umfasste den Griff seines Schwertes, in Sekunden würde er es hervor ziehen können, bereit jeden zu töten der sich als Feind heraus stellte. Aragorn verharrte für einen kurzen Moment, dann drehte er sich schlagartig um, das gezogene Schwert vor sich haltend.
Feinde waren es nicht. Es bot sich ihm ein vertrauter Anblick. Er erstarrte.
An Ödarius: Die Idee entsprang dem unverglichen Genie von Mrs. Tolkien... Danke fürs Betalesen!!
An Enemy: Find ich total nicht nett von dir das du wieder meine Betaleserin warst... gg
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Chapter10: Masken
„Hat es dir die Sprache verschlagen?", fragte Legolas mit leichtem Triumph in der Stimme. „Warum? Du hast es gewusst."Thranduil zog scharf die Luft ein und es hatte den Anschein das er etwas erwidern wollte. Doch er konnte kein Wort über die Lippen bringen. Natürlich hatte er es gewusst. Er hatte dieses Wissen in seinem Unterbewusstsein mit sich getragen. Nie hatte er auch nur einen Gedanken daran verschwendet. Er wusste, was geschehen war, hatte jedoch nie versucht es sich vorzustellen. Die Details dieser Vorfälle hatte er nicht erfragt. Es interessierte ihn nicht. Doch die Worte seines Sohnes waren nun für ihn die grausame Bestätigung dessen, was er nicht hatte wahrhaben wollen.
„Warum legst du so großen Wert darauf, das ich der Wahrheit ins Gesicht sehe?"antwortete Thranduil. „Du weißt warum", sagte Legolas, „du musst begreifen was wahr ist. Du hast mich bereits erfolgreich von Aragorn getrennt, also musst du dich nicht fürchten, dass sich etwas von dem was geschah wiederholen könnte. Du kannst es vergessen. Aber wenn du dich nicht damit abfindest, wenn du in dem Glauben bleibst, es sei nur eine Illusion, dann wirst du es niemals vergessen können."Thranduil wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. „Warum sollte ich mich einfach damit abfinden? Du wirst mich nicht zwingen können", sagte er gefährlich langsam. „Aber du hast Recht. Es wird sich nicht wiederholen. Und nun entschuldige mich." Thranduil wandte sich um und verließ den Balkon. Ohne ein weiteres Wort.
– Thranduils Part –
Wie soll ich jemals der Wahrheit ins Gesicht sehen? Wie soll ich es akzeptieren? Ich habe mein Leben lang mit der Einstellung gelebt, Gesetzesverstöße nicht zu rechtfertigen. Warum soll ich mich ändern? Ich habe keinen Grund dafür.
Legolas Worte hallen in meinen Kopf wieder. Ich kann nicht fliehen. Nicht vor mir selbst. Meine Gedanken kann ich nicht aus meinen Kopf verbannen. Ich fühle mich machtlos. Der Wiederklang dieser Worte verfolgt mich. Wie lange? Werde ich je davon loskommen?
Ich muss die Vergangenheit vergessen. Doch ich bin noch viel zu schockiert. Irgendwann werde ich mich vielleicht damit abfinden. Es wird mit der Zeit uns allen aus dem Gedächtnis weichen. Die Erinnerung wird verblassen. Und dann wird sich niemand mehr daran erinnern. Die Wahrheit wird ebenso in Vergessenheit geraten wie die Lüge die wir verbreiteten.
Doch kann ich mir sicher sein, das es mir gelingen wird? Vielleicht muss erst noch mehr Zeit verstreichen, bis ich dazu fähig bin. Jedes mal wenn ich Legolas sehe, werde ich mit den Erinnerungen konfrontiert, die in meinem Unterbewusstsein verborgen sind. Was wäre es für eine Qual wenn es ewig so weiterginge.
Vielleicht werde ich dieses Wissen ewig in mir tragen. Vielleicht werde ich sogar eines Tages meine Einstellung dem gegenüber ändern. Es wird sich zeigen.
Und in einem Punkt muss ich Legolas trotz allem Recht geben. Es wird sich nicht wiederholen. Niemals. Es war das Ende, noch bevor es wirklich begonnen hatte.
– Legolas Part –
Er war eingeschüchtert. Es war deutlich. Doch das ihn so wenige Worte so nervös machten, spricht nicht für viel Courage. Es ist schwach. Doch einerseits kann ich ihn verstehen. Wahrscheinlich hätte jeder andere gleich oder ähnlich reagiert.
Ich weiß, dass die vergangenen Tage nicht leicht waren. Bis Aragorn und ich gefunden wurden, waren wir auf der Flucht. Es war riskant, was wir getan haben. Die ganze Zeit in Bree habe ich mich wie in einer Art Gefängnis gefühlt. Aber nun wünschte ich, ich könnte zurückkehren.
Ich will mich nicht erinnern. Es war unser Schicksal, getrennt zu werden, und es war sinnloses Hoffen zu denken es könnte anders kommen. Ich will vergessen. Und obwohl ich davon überzeugt bin, vergessen zu wollen, weiß ich dass ich mich belüge.
Niemand lässt sich anmerken was er denkt. Sie alle tragen Masken. Sie lügen ohne zu sprechen, ihre Mimik sagt mehr als Worte. Sie tun, als wäre alles so, wie das Volk es glaubt. Ihre wahren Gesichter sind durch unsichtbare Masken verdeckt. Masken der Emotionen. Es ist nicht gut, sich so zu verstecken. Man wird schweigsam und zieht sich zurück. Wenn man allein ist, brechen die Gefühle aus einem heraus, jene die man versteckte. Wenn es so weitergeht, wird niemand vergessen können.
Dabei ist es dass doch, was alle wollen.
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Die großen Waldflächen gehörten längst nicht mehr zum Chetwald, doch sie unterschieden sich in keiner Weise von diesem. Es waren die Wälder die auch Bruchtal umschlossen.
Es waren schier endlos viele Tage vergangen, seit Aragorn den Chetwald verlassen hatte. Er war niemandem begegnet, doch so forderte die völlige Einsamkeit ihren Tribut. Die ganze Zeit hatte Aragorn gewusst, das es so kommen würde. Und selbst wenn man sie nicht im Chetwald entdeckt hätte, so hätte man sie auch anders wo gefunden. Zu einer anderen Zeit. Doch zu jedem anderen Zeitpunkt wäre es ebenso schmerzhaft gewesen.
– Aragorns Part –
Ich weiß nicht, wie viel Zeit verstrichen ist, seit ich den Chetwald hinter mir ließ. Es muss viel sein, aber dennoch bin ich nicht weit gekommen. Diese Wälder umschließen Bruchtal. Ich wollte nicht dorthin zurück. Ich werde niemals dorthin zurückkehren können. Mein altes Leben ist vorüber. Aber mein neues hat noch nicht begonnen.
Es war unser Schicksal zusammen zu finden, ebenso wie es Schicksal war, das wir nie hätten zusammen bleiben können. Wenn es schon in völliger Abgeschiedenheit unmöglich war, wie hätte es sein sollen, an Orten wo wir nicht allein wären?
Vielleicht werden wir eines Tages erneut durch Schicksal vereint sein. Vielleicht war unsere Begegnung in Bree unsere letzte. Aber ganz gleich wie es kommt, ich liebe dich und ich weiß dass auch du für mich Liebe empfindest. Und nichts ist besser als diese Erkenntnis um über den Schmerz der Trennung hinweg zu kommen.
Ich habe niemanden mehr gesehen, seit ich den Chetwald verließ. Diese Wälder sind sehr verlassen. Die stetige Einsamkeit trägt nicht gerade dazu bei mir andere Gedanken zu bescheren als die Erinnerungen. Doch das ist es, was ich nicht will. Ich weiß, das ich die Erinnerung nicht völlig verdrängen kann, aber sie ständig aufs neue ans Licht zu holen ist ebenso wenig empfehlenswert. Es würde in vollständiger Verzweiflung enden.
Die Einsamkeit hat auch ihre guten Seiten. Würde ich mich in Gesellschaft mit anderen befinden, so würde ich sie belügen. Mit Worten. Und mit Blicken. Mit einer Maske die meine eigentlichen Gefühle verbirgt. Ich weiß nicht, was besser wäre. Ich schätze weder das Eine, noch das Andere.
Mein Ziel war Minas Tirith. Doch wie lange werde ich bis dorthin brauchen, wenn ich in der langen Zeit die vergangen ist, etwa auf der Höhe von Bruchtal angelangt bin?
Und noch ein weiteres Hindernis liegt unmittelbar in der Nähe: Das Nebelgebirge. Minas Tirith liegt auf der anderen Seite und wenn ich es nicht in einem sehr großen Bogen umgehen will, muss ich wohl das Gebirge durchqueren. Ich kenne nur zwei Wege die über diese Berge führen. Den Caradhras und Moria. Ich weiß nicht, welcher Weg gefährlicher ist. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt anders durch das Gebirge zu gelangen, würde mir dies sehr entgegen kommen. Durch Moria würde ich kein zweites Mal gehen. Außerdem wäre es der sichere Tod. Entweder durch Orks, oder durch die Tatsache das es unmöglich ist dort wieder herauszufinden, wenn man keinen Führer hat. Es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als das Nebelgebirge zu umgehen.
Dieser Weg wird sich unnötig in die Länge ziehen. Ich kenne das Nebelgebirge nicht, selbst wenn es Wege gibt die auf sichere Weise auf die andere Seite führen würde ich sie nicht finden. Immerhin lenkt die Frage nach dem Weg von den schmerzlichen Erinnerungen ab.
Ich erkenne in der Ferne die Gipfel der ersten Berge. Weit ist das Gebirge nicht mehr. Das Nebelgebirge zieht sich über endlos lange Ebenen als ein schmaler Strich hinweg, deshalb wird es so schwierig werden es zu umgehen. Wenn ich nur genauer wüsste, an welcher Stelle des Gebirges ich mich momentan befinde. Ich hatte vor, Bruchtal ebenfalls zu umgehen, aber ich weiß nicht mehr, wie weit es von hier entfernt ist.
Der Tag neigt sich zum Ende, heute werde ich nicht mehr versuchen mich dem Gebirge zu nähern. Vielleicht wäre es sinnvoll, bei Nacht weiter zu reiten, aber bis jetzt habe ich jeden Gedanken daran verworfen.
Die Bäume stehen dicht aneinander gedrängt und verhindern die Sicht in den freien Himmel. An den wenigen Stellen an denen die Bäume in größerem Abstand zu einander stehen, scheint er orange und leuchtend durch. Unter den Kronen der Bäume wurde es sehr schnell dunkel, da sie nicht viel Licht durchlassen. Mit Einbruch der Nacht wird man hier nicht die Hand vor Augen sehen.
Es ist eine vollkommende, alles einnehmende Dunkelheit. Und es ist ein beunruhigendes Gefühl, ihr ausgeliefert zu sein.
---------------
Das wenige Licht das durch die Baumkronen drang, wurde von Minute zu Minute schwächer. Ein lauer Wind wehte und brachte die Blätter der alten Bäume zum rascheln. Aragorn hatte das Pferd an einen der Baumstämme gebunden. Der Wald war erfüllt von Geräuschen. Nicht nur das leise Rauschen des Windes und das Rascheln der Blätter die durch ihn bewegt wurden, es waren Geräusche die zeigten, dass der Wald lebte.
Im Dickicht knackte ein Zweig. Das Geräusch riss Aragorn aus seinen Gedanken. Es war doch niemand hier. Sollte es ein Tier des Waldes gewesen sein? Das Gefühl beobachtet zu werden überfiel ihn. Wurde er verfolgt? Die aus dem Düsterwald hatten keinen Grund mehr, dies zu tun. Und sonst auch niemand.
Obwohl kein weiteres Geräusch zu vernehmen war, wusste Aragorn nun sicher, das sich ihm jemand von hinten näherte. Er umfasste den Griff seines Schwertes, in Sekunden würde er es hervor ziehen können, bereit jeden zu töten der sich als Feind heraus stellte. Aragorn verharrte für einen kurzen Moment, dann drehte er sich schlagartig um, das gezogene Schwert vor sich haltend.
Feinde waren es nicht. Es bot sich ihm ein vertrauter Anblick. Er erstarrte.
