10. Zerrbilder


Zusätzliche Warnings für dieses Kapitel: Androhung von Vivisektion

Zusätzliche Pairings: etwas Eobard/Kara


Als Kara wieder zu sich kam, fand sie sich an ein medizinisches Bett gekettet unter einer roten Neonröhre liegend wieder, so schien es zumindest. Was ist passiert?, wunderte sie sich. Sie konnte sich aber an Nichts mehr erinnern, was auf das helle Licht gefolgt war, das sie geblendet hatte. Außer vielleicht an einen heftigen Schlag in den Brustkorb?... Sie war sich nicht sicher, was das anging, aber sie nahm an, dass es passiert war. Und jetzt? Kara blickte sich um, und obwohl alles in rotes Licht getaucht war, erkannte sie StarLabs wieder.

„Oh, sieh an, Dornröschen ist erwacht", sagte eine Stimme, die Kara schnell zu hassen lernte – die ihrer Doppelgängerin von Erde-X. Klingt meine Stimme auch so?, fragte sie sich und hoffte, dass die Antwort „nein" lautete. Ihre Doppelgängerin tauchte in Karas Gesichtsfeld auf, und neben ihr stand der böse Speedster mit Dr. Wells Gesicht.

„Die Umstände unter denen wir dich hier festhalten müssen, tun mir leid", behauptete der Speedster, „Aber siehst du, wir mussten dich anketten, damit wir dazu in der Lage sind dich genug rotem Sonnenlicht auszusetzen um deine kryptonischen Fähigkeiten zu negieren. Denn ansonsten würde die Operation ein wenig … nun ja, sagen wir schwierig, werden. Aber keine Sorge, es sollte nur wenige Stunden in Anspruch nehmen dich genug zu schwächen um mit einem Skalpell durch deine Haut zu kommen."

Kara wusste zwar, dass es sinnlos war, aber sie versuchte trotzdem ihre Arme aus ihren Handschellen zu befreien, doch es gelang ihr nicht. Sie schnaubte wütend. „Ein wenig wirkt es schon, wie du siehst, und natürlich haben wir auch noch andere Vorkehrungen getroffen um dich davon abzuhalten zu türmen", fuhr der Speedster fort und fuhr Kara denn beruhigend durchs Haar, „Es mag nicht danach aussehen, aber es bereit mir kein Vergnügen Omegas zu quälen. Das hier ist aber allerdings leider nötig."

„Wenn ihr mich gefragt hättet, dann hätte ich mich vielleicht bereit erklärt Overgirl das zu spenden, was sie braucht!", beschwerte sich Kara.

„Nun, das bezweifle ich, denn siehst du, Overgirls Zustand ist so weit fortgeschritten, dass ihr nur noch ein neues Herz helfen kann, und bedauerlicherweise hast du nur eines davon, also…", der Speedster hob entschuldigend die Schultern, „… Wir fanden es eben nicht zielführend zu fragen."

„Ihr wollt mein Herz?!" Kara hoffte sich verhört zu haben.

„Ja, und das ist leider nicht die einzige schlechte Neuigkeit. Zu meinem großen Bedauern kann ich die Transplantation nur dann erfolgreich durchführen, wenn der Spender nicht nur lebendig sondern auch bei Bewusstsein ist, wenn ich es entnehme", erklärte der Speedster in diesem beruhigenden Tonfall, den er schon die ganze Zeit über benutzte, und der Kara wahnsinnig machte, während er ihr immer noch beruhigend über den Kopf strich.

Kara schrie wütend auf. „Wenn du es bedauerst, dann tu es nicht verdammt!"

„Er wird es tun", meinte die andere Kara kalt, „Immerhin geht es um mein Leben."

„Mein Cousin wird davon erfahren! Und dann wird er kommen, und ihr werdet es bereuen jemals Hand an mich gelegt zu haben!", drohte Kara ihnen wütend an.

Overgirl lachte. „Ka-El war immer schon ein kleiner Fisch, Kara, meine Süße. Mit dem werde ich locker fertig", spottete sie.

„Gesund vielleicht. Aber du bist nicht gesund, nicht wahr?!", hielt Kara ihr entgegen. Overgirls Miene gefror daraufhin. Doch sie sagte nichts dazu. Dafür ergriff der Speedster wieder das Wort. „Oh ja, dein berühmter Cousin. Soll ich dir etwas verraten? Ich habe schon einmal gegen deinen Cousin gekämpft und gewonnen. Ich muss sagen, ich fand ihn nicht sehr beeindruckend", verkündete er.

„Du hast ihn wohl noch nie wütend erlebt", entgegnete Kara, „Und er wird wütend sein, wenn er erfährt, was ihr mit mir tun wolltet!"

„Nicht wolltet, meine Liebe, getan haben. Wir haben diese Erde vor Breachern und Speedstern gesichert. Der einzige Weg hierher, der noch funktioniert, führt über unsere Erde, und von dort kommen nur Freunde und keine Feinde", belehrte sie Overgirl, „Sieh es ein, du hast verloren."

Kara knirschte mit den Zähne, aber egal, wie sehr sie sich anstrengte, sie konnte sich immer noch nicht befreien. „Was habt ihr mit meiner Schwester und meinen Freunden gemacht?!", wollte sie dann wissen, obwohl sie nicht damit rechnete eine ehrliche Antwort zu bekommen.

„Du solltest dir mehr Sorgen um dich als um sie machen", bemerkte Overgirl, „Ihr Tod wird wenigstens schnell gehen. … Nun, ja, der von den meisten von ihnen zumindest."

Kara hatte so eine Antwort befürchtet, und wusste auch nicht, wie viel sie davon glauben konnte, aber zumindest waren sie noch nicht tot, denn ansonsten hätte ihr Overgirl das mit Sicherheit unter die Nase gerieben.

„Du hast gesagt, es wird ein paar Stunden dauern, ja?", wandte sich Overgirl an den Speedster, „Dann gib mir bitte ein paar Momente alleine mit einer Doppelgängerin. Ich habe das Bedürfnis mich ein wenig mit mir selbst zu unterhalten. … Und bitte, hör auf sie zu streicheln, als wäre sie ein Hündchen. Ich finde das entwürdigend."

Der Speedster, der Kara immer noch am Kopf gestreichelt hatte, hörte damit auf, und Kara konnte riechen, dass er unzufrieden war. Aber er ging. Overgirl sah ihm kopfschüttelnd hinterher.

„Diese Alphas … sie sind alle gleich. Auch die, die behaupteten anders zu sein, oder sollte ich sagen gerade die?", meinte sie geringschätzig, „Aber sie haben ihren Nutzen. Letztlich hat doch jedes Wesen einen Nutzen, findest du nicht auch?"

„Normalerweise würde ich dir zustimmen, aber im Moment fällt mir kein Weg ein, auf dem du irgendjemanden von großen Nutzen sein könntest", presste Kara wütend hervor.

„Ich bin der General, Kara. Es gibt niemanden, der nützlicher ist, als ich. Ich halte alles zusammen – das ganze Reich. Weißt du, es ist kein Geheimnis, auch wenn niemand darüber spricht, aber das Reich war schon vor Hitlers Tod am Ende. Es hatte einen toten Punkt erreicht. Keiner wusste, wie es weiterwachsen sollte. Was sein Endziel war. Erst Oliver und ich haben dem Reich dabei geholfen wieder zu wachsen und sich in eine neue Richtung zu entwickeln. Wir haben es wiederbelebt. Und das war wunderbar. Ich wünschte, du hättest es sehen können. Ich meine, die Erde war kurz davor zu einem weiteren Krypton zu werden, aber wir konnten sie retten. Natürlich verehren sie uns wie Götter, denn in ihren Augen sind wir auch Götter – ihre Retter, die einzigen, die sich jemals die Mühe gemacht haben ihre Gebete zu erhören", meinte Kara-X mit einem fanatischen Glitzern in den Augen.

„Wir helfen den Menschen nicht, weil sie uns darum bitten. Wir helfen ihnen, weil wir dazu in der Lage sind es zu tun!", hielt ihr Kara entgegen.

Kara-X lachte. „Als wüsstest ausgerechnet du, wozu du in der Lage bist! Du, die du hier liegst, hilflos, alleine, von allen verlassen. Du solltest eine Göttin sein! Aber sieh dich an! Keine Gefolgschaft, keine Armee, kein Ehemann. Und deine Freunde und deine Schwester? Die sind genauso große Versager wie du einer bist", spottete sie, „Ich meine, welcher Omega muss schon ohne Begleitung auf eine Hochzeit gehen?! Ich weiß nicht, wieso du dich über die geplante Operation aufregst. Wozu braucht du ein Herz, wenn du es nicht benutzt?"

Und das gerade jetzt, wo Kara es geschafft hatte für längere Zeit nicht an Mon-El zu denken. „Zumindest habe ich ein Herz!", zischte sie, „Während du… Tante Astra würde sich für dich schämen."

„Oh, nein, sie würde sich für dich schämen, genau wie jeder andere standhafte Kryptonier ebenfalls. Du tust so, als wärst du ein Mensch, Kara Zor-El! Du benutzt einen menschlichen Namen anstelle des Namens deines Vaters, du gehst einen menschlichen Beruf nach, du lebst unter Menschen und verbirgst deine Fähigkeiten und Kräfte und sogar dein Wissen vor den meisten von ihnen. Du hörst du die Befehle eines Relikts einer untergegangenen Rasse, die vernichtet wurde, weil sie nicht stark genug war. Du überlässt deinen Gefährten kampflos einem Beta, der es nicht einmal verdient hat deine Schuhe zu lecken. Und das Schlimmste von allen: Als du die Gelegenheit hattest deiner wahren Bestimmung zu folgen und zu herrschen, hast du diese Möglichkeit abgelehnt. Du hast deinen treuesten Priester ins Gefängnis gesteckt, anstatt dich von ihm auf eine neue Ebene erheben zu lassen! Du bist Kara-Zor-El, Omega-Kriegerin von Krypton, das letzte weibliche Mitglied des Hauses von El. Die Tochter von Alura der Gerechten und die Nichte von Astra der Starken. Dein Vater war klüger als es die besten Wissenschaftler der Erde zusammen überhaupt sein könnten. Und was machst du? Was tust du? Du schreibst Artikel für ein untergehendes Medium-Imperium, hilfst deiner menschlichen Adoptivschwester durch ihren uninteressanten Herzschmerz, trinkst Tee mit Lena Luthor, und löscht zwischendurch immer wieder mal ein paar Feuer, als wärst du nichts weiter als intergalaktischer Feuerwehrmann. Du bist eine einzige Enttäuschung für deine Ahnen, deinen Planeten, und deine Rasse. Kein Wunder, dass dich nicht einmal ein Daxamit haben wollte. Du hast dein Herz nicht verdient, Kara Danvers, ich werde es besser gebrauchen als du jemals in deinem Leben getan hast", schrie die andere Kara sie an. Dann beugte sie sich über Kara und starrte ihr einen Moment lang tief in die Augen, bevor sie ihr ins Gesicht spukte und ging.

Offenbar war sie von ihrer Doppelgängerin schon länger beobachtet worden. Diese wusste mehr über ihr Leben als Kara recht war, und einiges von dem, was sie ihr gerade eben vorgeworfen hatte, tat weh, weil Kara sich des Gefühls nicht erwehren konnte, dass es stimmte.

Sie war gerne Journalistin, aber was hatte sie in diesem Feld Wichtiges getan oder erreicht seit die Daxamiten geschlagen worden waren? Und wo wir gerade bei diesem Thema waren: Es waren Lena und Winn gewesen, die die Erde vor Rheas Invasion gerettet hatten, nicht Kara. Kara hatte es nicht geschafft Mon-Els Mutter zu Vernunft zu bringen und es auch nicht geschafft einen Weg zu finden um sie ohne fremde Hilfe zu schlagen. Und sie wusste, dass Tante Astra mit dem, was Kara tat, nicht einverstanden gewesen war. Dass sie nichts davon gehalten hatte sich zu verstecken und für einen Menschen auszugeben, und das brachte sie manchmal dazu sich zu fragen, was ihre Eltern davon gehalten hätten. Und ob sie nicht enttäuscht von dem wären, was aus Kara geworden war, die weder Wissenschaftlerin noch Richterin geworden war und mit ihrem kryptonischen Verstand nichts tat, was die Welt verbesserte. Und natürlich tat es weh, dass ihr Gefährte sie verlassen hatte. Ja, es waren Wurmlöcher, Zeitreisen, und der drohende Tod mit im Spiel gewesen, aber trotzdem gab es einen Teil von Kara, der sich des Gefühls nicht erwehren konnte, dass sie einfach nicht gut genug für Mon-El gewesen war.

Aber ich wollte niemals angebetet werden. Das habe ich dem Kult gesagt, und das meine ich auch so. Ich bin keine Göttin, ich bin nur eine Person, deren DNA anders ist als die eines Menschen. Und davon gibt es viele, oder nicht?

Nein, Overgirl war im Unrecht. Es ging nicht darum zu herrschen. Oder angebetet zu werden. Oder allen zu beweisen, dass sie die Beste in allem, was sie tat, sein konnte. Es ging darum zu helfen. Und das tat Kara. Tag für Tag. Vielleicht machte sie da zu einem intergalaktischen Feuerwehrmann, aber was war schlecht daran ein intergalaktischer Feuerwehrmann zu sein?! Genau: Nichts.

Und im Augenblick wäre ich sehr dankbar, wenn einer hier auftauchen würde um zur Abwechslung einmal mich zu retten.


„Ich kann nicht glauben, dass sie auf uns vergessen haben", murmelte Felicity.

„Psst!", befahl Iris, die wollte, dass das auch weiterhin so blieb. Wenn sie auch noch gefangen werden würden, dann wären sie für niemanden mehr eine Hilfe.

Iris und Felicity waren in der Kommandozentrale gewesen, als der Kampf rund um sie ausgebrochen war, und irgendwie hatten sie es geschafft lange genug zu entkommen um sich in Eobard Thawnes Zeittresor zu verstecken, dem einzigen Ort im Gebäude, der vor jeder Art von Scan geschützt war. Vermutlich würde Thawne irgendwann auf die Idee kommen nachzusehen, ob sich dort eh niemand versteckte, aber solange ihm nicht auffiel, dass irgendjemand, den er für wichtig hielt, fehlte, hatten sie zumindest eine Chance weiterhin frei zu bleiben. Und offenbar suchte auch keiner nach ihnen.

Die Kämpfer und die Wissenschaftler waren alle überwältigt und in die Pipeline gesperrt worden, doch Iris und Felicity hatte dabei offenbar keiner vermisst. Thawne dachte vermutlich, dass die beiden Frauen alleine nichts gegen ihn ausrichten konnten, denn immerhin hatte sie keine Kräfte oder Kampfausbildung, und jeden Hackerangriff würden er und seine Leute sofort bemerken.

Aber Iris hatte trotzdem nicht vor die Beine still zu halten, während Thawne und seine Nazi-Freunde hier in StarLabs wer-weiß-was taten. Barry und die anderen waren niemals von ihrer Mission zurückgekehrt. Lediglich Kara war von ihrer bösen Doppelgängerin hierher gebracht worden und zur Krankenstation geschafft worden. Durch den Belüftungsschacht der Krankenstation hatte Iris und Felicity den Plan, den Thawne und Karas Doppelgängerin mit ihrer Freundin hatten, erfahren und natürlich konnten sie nicht so einfach zulassen, dass die Kryptonierin bei lebendigen Leibe aufgeschnitten wurde.

Also mussten sie sie befreien. Nur, dass sie leider unter strenger Bewachung stand, da sie die wertvollste Gefangene war, die die Erde-Xler hier hatten.

Iris sah nach, ob die Luft rein war und winkte Felicity dann zurück in den Zeittresor. Dann nickte sie dem Beta zu um anzudeuten, dass sie sich nun wieder gefahrlos unterhalten konnten.

„Also gut, wie sieht dein Plan au-AH!", schrie Felicity und sprang erschrocken zurück. Iris knurrte und stellte sich kampfbereit zwischen ihre Freundin und die potentielle Gefahr, doch es war nicht Thawne, der hier im Zeittresor stand. Langsam entspannte sie sich wieder.

„Ganz ruhig. Ich bin's nur", meinte Julian und hob beschwichtigend die Arme.

„Julian! Wie kommst du hier rein? Wir dachten eigentlich, dass alle anderen gefangen genommen wurden", sagte Iris schließlich.

„Ich konnte aus der Krankenstation entkommen, bevor die Nazis dort ankamen, und habe mich mit ein paar Sedativen bewaffnet bis hierher vorgekämpft. Das ist doch immer noch der Sammelpunkt für den Fall einer Fremdbelagern, oder?", erklärte der britische Arzt.

„Ja … Ja, das ist er. Das hast du gut gemacht", meinte Iris, nachdem sie sich wieder gesammelt hatte.

„Ihr habt einen Sammelpunkt für den Fall einer Fremdbelagerung? Wir haben keinen Sammelpunkt für den Fall einer Fremdbelagerung. Aber wir sollten einen haben. Andrerseits, so groß ist der Bunker auch wieder nicht…", ließ sich Felicity vernehmen.

Iris beschloss ihr Geplapper fürs Erste zu ignorieren und konzentrierte sich auf die bevorstehende Aufgabe. „Also, wir müssen es irgendwie schaffen lang genug für Ablenkung zu sorgen, dass wir eine Chance haben Kara zu befreien", meinte sie, „Wenn du dich in das StarLabs-Computersystem einhacken wollen würdest, was bräuchtest du dazu?"

„Ein Tablet und einen Zugang zum System, am Besten einen direkten, das geht schneller. Aber sie würden mich vermutlich entdecken", erklärte Felicity nun wieder konzentriert.

„Nun, das müssen wir riskieren. Du lenkst sie damit ab, während Julian und ich Kara raus holen. Dann treffen wir uns wieder hier. Wenn wir Glück haben, konzentrieren sie ihre Suche auf dich", schusterte Iris einen Plan zusammen, „Julian wie viel Sedativ hast doch noch übrig?"

Der Alpha zog einen entschuldigende Miene. „Nicht viel. Ich habe das Meiste aufgebraucht. Ich kann ihr genug geben um einen Alpha umzuhauen, wenn sie gut zielt, aber danach wird es knapp", erläuterte er.

„Dann brauchen wir Waffen. Hast du was?"

Julian präsentierte ein Skalpell und eine Pistole mit SS-Gravur. „Die habe ich einem der Nazis abgenommen", erklärte er.

„Nun gut. Gib beides Felicity", beschloss Iris, „Und die vorbereitete Spritze auch."

„Aber was ist mit euch?", wandte Felicity ein, „Wenn ich all unsere Waffe mitnehme, dann seid ihr unbewaffnet."

„Nein", korrigierte sie Iris, „Wir sind Alphas, wir sind immer bewaffnet. Und außerdem könnte es sein, dass wir ein paar Soldaten unterwegs treffen. Denen können wir immer noch Waffen abnehmen." Sie öffnete eine Konsole unter der Abbildung des in der Zeit eingefrorenen Artikels über das Verschwinden des Flashs aus der Zukunft und nahm ein Tablet heraus. „Hier, damit sollte es gehen. Es war gut von Cisco darauf zu bestehen hier eines zu lagern."

Felicity musterte den Artikel. „Iris, was ist das?", wunderte sie sich.

„Ein Problem für einen anderen Tag", gab diese zurück, „Das Gute daran ist, so lange dieser Artikel noch da ist, wissen wir, dass Barry noch lebt."

„Mhm, besser als die Weasley-Uhr", kommentierte Felicity.

„Okay, das ist also der Plan. Gibt es Einwände?" Iris wandte sich Julian zu und sah ihn herausfordernd an. Dieser wirkte einen Moment irritiert. „"Was? Nein, wieso sollte ich Einwände haben? Du bist der Alpha, oder?", gab er dann verstimmt zurück.

Iris unterdrückte ein Knurren, immerhin war sie es, die ihn herausforderte, und das eigentlich grundlos. Nur, dass es eben nicht ganz grundlos war. Noch vor wenigen Tagen hatte er durchblicken lassen, was er von ihr als Anführerin hielt, und er hatte damit ja auch recht. „Du hast es selbst gesagt: Das hier ist nicht Team Iris, und im Moment ist es nicht einmal Team Flash", erklärte sie, „Ich muss mich darauf verlassen können, dass du mir den Rücken freihältst. Aber wenn du das nicht kannst, weil du mit meiner Vorgehensweise nicht einverstanden bist, oder weil du mich für einen schlechten Alpha hältst…"

Felicity sah irritiert zwischen den beiden hin und her. „Äh, Leute, ich will mich ja nicht einmischen in … was auch immer das hier gerade ist … aber wenn wir Kara retten wollen, dann sollten wir uns besser beeilen, oder?", wandte sie zaghaft ein und sonderte beruhigende Beta-Hormone in Anschluss daran aus.

Iris sah Julian herausfordernd an. „Wie gesagt, du bist der Alpha", wiederholte Julian, „Und wenn ich etwas gegen dein Plan hätte, dann würde ich es sagen."

„Nun, immerhin fehlt dir diesmal die Möglichkeit beleidigt nach England abzureisen, also will ich das hoffen", konnte sich Iris nicht verkneifen.

Julian runzelte die Stirn und deutete dann anklagend mit dem Finger auf sie. „Ich wusste es! Ich wusste, dass du wütend auf mich bist, weil ich gegangen bin!", warf er ihr vor, „Dass ich gute Gründe dafür hatte, ist dir egal!"

„Ähm, Leute…", meinte Felicity leise.

„Ich bin nicht wütend, weil du gegangen bist! Ich bin wütend, weil du den Grund dafür nicht zugeben willst!", hielt ihm Iris entgegen.

„Was…?!"

„LEUTE!" Iris und Julian wandten Felicity überrascht ihre Köpfe zu. „Omega in Gefahr! Jetzt! Nehmt eure Alpha-Hirne zusammen und klärt das gefälligst später!", herrschte der Beta sie beide an.

„Entschuldigung", meinte Iris und Julian fast gleichzeitig.

„Meine Güte, ich habe keine fünf Jahre damit verbracht Oliver und John davon abzuhalten sich gegenseitig die Köpfe abzureißen um nun zu sterben, weil ihr beide nicht lange genug zusammenarbeiten könnt, bis wir unsere Freundin aus den Klauen von bösen Doppelgängern gerettet haben", murmelte Felicity, „Falls ich das überstehe, schreibe ich vielleicht mal ein Selbsthilfebuch: Das Leben zwischen Alphas – wie man es schafft, dass sich Alphas untereinander wie Menschen anstatt wie Tiere benehmen. Schritt Eins: Man muss lernen lauter zu Schreien als diese."

„Schon gut", versuchte Iris sie zu bremsen, „Wir haben gesagt, dass es uns leid tut, oder? Also, ich erklär dir jetzt, wo dich am besten einstöpselt ohne sofort bemerkt zu werden, und dann trennen wir uns und hoffen, dass alles gut geht. Zumindest lang genug um Kara hier rein zu schaffen."

Felicity und Julian nickten. Was Iris ihnen gegenüber nicht erwähnte, war natürlich die Tatsache, dass es ihnen möglicherweise nicht viel nützen würde das zu schaffen, da sie ein Versteck benutzten, das von dem Mann gebaut worden war, der Kara lebendig ausweiden wollte. Bisher hatte er sie nicht für wichtig genug genommen um nach ihnen zu suchen, doch sobald seine „Patientin" verschwunden war, würde es wohl nicht mehr lange dauern bis er auf die Idee kommen würde im Zeittresor nach ihr zu suchen.

Aber diesem Problem stellen wir uns, wenn es soweit ist. Bis dahin … Sie warf einen kurzen Blick auf die eingefrorene Zeitung. … bis dahin sind Barry und die anderen vielleicht bereits zurück.


A/N: Ich bin prinzipiell schon ein Karamel-Shipper, aber ich finde, dass die Autoren diese Staffel und besonders im Crossover etwas zu sehr implizieren, dass die Tatsache, dass sie nicht mit Mon-El zusammen sein kann einzige Grund für Karas Depression ist, denn das ist sie nicht. Sicher, sie spielt eine große Rolle und ist auch der Auslöser, ist aber gekoppelt mit vielen anderen Problemen, wie der Annahme er sei tot, PTSD über ihre eigene Ankunft auf der Erde, Survivors Guilt, prinzipiellen Schuldgefühl, und dem Gefühl versagt zu haben, weil es ihr nicht gelungen ist Rhea zu besiegen und zu vertreiben, was letztlich das war, was dazu geführt hat, dass sie Mon-El verloren hat.

Kara denkt, dass sie nicht beides haben kann: Kara Danvers und Supergirl, weil der Versuch beides zu haben damit geendet hat, dass sie als Supergirl versagt hat und als Kara Danvers deswegen die Liebe ihres Lebens verloren hat.

Deswegen wollte ich in der Kara/Kara-Konfrontation auch ein bisschen tiefer gehen als dem etwas oberflächlichen „Oh, du hast es nicht mal geschafft ein Date für eine Hochzeit aufzutreiben, deswegen bist du eine Versagerin!". Und da ich keinen Fernsehvierteiler schreiben muss, kann ich mir auch die Zeit dafür nehmen tiefer ins Detail zu gehen.

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