Disclaimer: Wie sollte es auch anders sein? Der Herr der Ringe gehört Master Tolkien... Have Fun.

Kapitel 9
Die Luft ist rein

Traurig blickten die Augen des Elben auf das am Tisch stehende, mit einem der besten Rotweine Mittelerdes gefüllte, großbauchige Glas. Das war ihm also am Ende geblieben. Einsam und verlassen saß er an seinem Tisch und speiste. Früher, in seinen Glanzzeiten hatte er sich vor Gästen nicht retten können, doch heute? Saß er alleine an seiner langen Tafel, wurde bedient.

Tief in Gedanken versunken führte er den Kelch an die Lippen und trank. Was für ein Aufwand, der nur für ihn gemacht wurde. Sein Koch hatte einzig und alleine für ihn ein fünfgängiges Menü gezaubert. Reine Verschwendung. Gegessen wurde, was auf den Tisch kam, sie war schon immer Wyráths Devise gewesen und daran würde sich auch heute nichts mehr ändern.

Seufzend schob er den leeren Teller, der vor ihm stand von sich. Sofort kam auch schon ein Diener und räumte es mitsamt dem Besteck vom Tisch. Wyráth schüttelte den Kopf. Es war ihm eindeutig zu viel Schnick – Schnack für eine einzelne Person. Er hätte sich auch kein Bein ausreißen müssen, um den Teller selbst wegzutragen.

Der Tag neigte sich bereits seinem Ende. Keiner wartete nach getaner Arbeit auf den Elbenkönig. Niemand bat ihn, früher Schluss zu machen, pünktlich zum Essen zu kommen. Für ihn gab es kein gemütliches Zusammensitzen mit den Liebsten.

Es hatte freilich eine Zeit gegeben, da war dies so gewesen. Seine Familie, Frau und Kinder hatten ihn erwartete. Aber dieser Tage? Hatte sich die Situation geändert. Alleine bewohnte er nun sein Schlafzimmer, beinahe das ganze Haus schien alleinig für ihn gebaut worden zu sein.

Die einzige Gesellschaft, die der Elb hatte, bestand aus seinen Beratern und diversen Bediensteten. Nicht das, was er sich immer vorgestellt hatte. Nie hätte er sich einsam und verlassen in einem viel zu großen Herrenhaus gesehen. Und bis vor kurzem war es auch anders gewesen.

Seine Familie hatte bei ihm gelebt. Und nun? Nun waren sie in allen Teilen Mittelerdes verstreut.

Novartis, sein einziger Sohn und Thronfolger Vilwarnins, war auf Reisen. Der Tag seiner Wiederkehr, stand noch in den Sternen. Auch seine Tochter war unterwegs. Mit weinendem Herzen hatte er zusehen müssen, wie sei sich auf den Weg machte, um ihre Mutter, seine geliebte Frau, zu den grauen Anfurten zu begleiten. Täglich betete der Elb zu Eru, dass den beiden nichts zustieß und Nirvanya wohlbehalten zu ihm zurückkehrte, verspürte schon seine Frau den Drang, gen Westen zu segeln. Auch Wyráth selbst lockte der Gedanke, doch spürte er, dass die Zeit noch nicht reif dafür war, seiner Frau zu folgen.

Er hätte doch Myron mit Naranyiel und Nirvanya schicken sollen. Der Elb rügte sich in Gedanken. Er wusste, dass seine Tochter kämpfen konnte, doch wäre ihm wohler gewesen, hätte er sie in Myrons Gesellschaft gewusst.

Nur jetzt war es zu spät um auch nur irgendetwas zu ändern.

Ächzend erhob sich Wyráth vom Tisch. Seine Füße trugen ihn gemächlichen Schrittes aus dem Fürstenhaus. Sofort hatte man einen wunderbaren Blick über das gesamte Reich Vilwarnin. Das Heim der Königsfamilie war auf einem hohen Hügel gelegen, auf den in früheren Zeiten nur ein kleiner Ziegentrampelpfad geführt hatte. Doch mittlerweile konnten auch Kutschen ohne weiteres zum Schloss gelangen.

Mit Stolz erfüllt blickte Wyráth zu den Länderein seines Landes. Es war unglaublich, wie viel sich seit der Zeit, als er noch ein kleiner Elbling gewesen war, getan hatte. Unzählige Häuser waren gebaut worden. Sein Volk hatte den einst schmächtigen Wald gehegt und gepflegt. Inzwischen konnte man mit Stolz von einem Wald sprechen. Flora und Fauna erfreuten sich bester Gesundheit.

Auch hatten die Elben ihre großzügigen Wiesen genützt und Felder und Obstgärten angelegt. Mittlerweile stellte es kein Problem mehr dar, sich selbst zu versorgen. Jeden dritten Tag fand ein großer Markt statt, und Waren wurden getauscht. Sein Volk lebte im Einklang mit der Natur und hatte keine direkten Feinde, denn nur wenige wussten überhaupt von ihrem kleinen Königreich. Wie bald sich dies geändert haben sollte, hätte sich der Elb beim besten Willen nicht vorstellen können.

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Hin und wieder schnaubte ein Pferd zufrieden. Arods Mähne wiegte ihm Takt seiner Schritte. Entspannt hielt er den Kopf gesenkt. Es machte ihm nichts aus, neben seinem Elben auch noch den Zwerg auf seinem Rücken zu tragen. Zufrieden, dass es in ein neues Abenteuer ging, kaute der Hengst auf der Trense.

„Legolas?", flüsterte der hinter ihm auf dem Pferd sitzende Zwerg seinem Freund zu, „Legolas?" Gimli sah den Schalk in Legolas' Augen aufblitzen, als er sich zu seinem Freund umdrehte. „Was habt Ihr auf dem Herzen, Herr Zwerg? Pickst etwa einer meiner Pfeile? Oder ist es einer meiner Dolche, der Euch Böses antun will?", schmunzelte der Elb. Er konnte einfach nicht anders, als den Zwerg zu foppen.

Empörtes Schnauben war seine Antwort. „Fulayor, ich hoffe du hast nicht vor, in die Fußstapfen deines Vaters zu treten. Ansonsten sehe ich schwarz für das Überleben des Zwergenvolkes." Fulayor der schweigend neben den beiden Gefährten geritten war, grinste. Der Zwerg war wirklich ein Original, durch und durch. Er räusperte sich vernehmlich, bevor er antwortete.

„Keine Sorge, Herr Gimli, ich habe nicht vor, Euch wie mein Vater zu necken" Fulayor kam nicht dazu, seinen Satz zu vollenden, denn sowohl Gimli, als auch Legolas unterbrachen den Jungen Elb. „Wie kannst du ihn nicht necken wollen?", verlangte sein Vater zu wissen, während Gimli nur meinte: „Siehst du Legolas, der Junge wird nicht wie du auf die schiefe Bahn geraten. Er hat Anstand. Sind sicher die Gene seiner Mutter!" Doch es war nicht wirklich das, was Fulayor hatte sagen wollen. „Darf ich bitte ausreden?", wollte der Elb scheinheilig wissen, „Ich war noch nicht fertig."

Erwartungsvoll blickten ihm zwei Augenpaare entgegen. Fulayor konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. „Ich habe vor, viel schlimmer zu werden!", lachte er, und sein Vater stimmte ein, während Gimli wahrscheinlich alle Elben verfluchend, Verwünschungen in seinen Bart murmelte, die vermutlich nicht mal Legolas hören konnte. Was sicher auch besser so war.

Auch die übrigen Gefährten, die ihr Gespräch gehört hatten, lachten über Fulayors Zukunftspläne, vor allem aber auch über den mürrischen Zwerg. „Du hast viel vor, willst du schlimmer als dein Vater werden. Ich war mit den beiden im Ringkrieg und kann dir sagen, es ist mir schleierhaft, wie die beiden Freunde werden konnten", mischte sich auch Aragorn ein. Er war froh zu sehen, dass sich die beiden Elben augenscheinlich näher kamen.

„Aragorn, fall mir nicht in den Rücken. Nicht vor meinem eigenen Sohn! Außerdem hat Gimli angefangen!", versuchte Legolas, sein Gewissen reinzuwaschen. Selbst Novartis, der die Freunde erst kürzlich kennen lernte, konnte sich denken, dass die Neckereien zwischen Gimli und Legolas längst nicht so ernst gemeint waren, wie man annehmen konnte.

Elladan und Elrohir bekamen von dem Gespräch der Übrigen nichts mit, waren sie doch schon wieder von den Hobbits in Beschlag genommen worden, die offensichtlich einige Mühe hatten, ihre Ponys unter Kontrolle zu halten. Konnte das wohl an zu viel Hafer liegen?

Ein hilfesuchender Blick zu Aragorn allerdings reichte aus, um ihn sich zu ihnen gesellen zu lassen.

„Nun ist also auch dein letzter Zeuge außer Reichweite, Gimli, mellon nîn", grinste Legolas noch immer über den murrenden Zwerg. Kurze Zeit blieb es still, auf den billigen Plätzen. Doch alle wussten, oder konnten ahnen, dass der Zwerg nicht lange den Rand halten konnte. Zu ausgeprägt war sein Bedürfnis, seine Gesichtsmuskeln zu trainieren. „Und dann kommt er mir immer mit diesem Melonenzeug!" Die Elben lachten. Niemand außer einem Zwerg konnte ihre Sprache derart missverstehen. Wenn auch wissentlich.

„Jetzt habe ich also schon drei Sprosse der Familie Grünwald am Halse. Will Aule mich damit bestrafen? Wenn ja, finde ich das keinesfalls amüsant. Und einer scheint schlimmer als der Andere." Gimli seufzte gottergeben. Was konnte er gegen so eine Übermacht auch schon ausrichten. Wenn doch nur seine Mela bei ihm wäre.

Legolas schien dem Zwerg genug auf der Nase herumgetanzt zu sein. Deshalb fragte er des Friedens willen: „Was wolltest du vorhin wissen, Gimli? Damit ich dir nicht mehr mit dem ‚Melonenzeug' auf den Nerv falle, wie du es betitelst."

Gimli grummelte gekränkt und schnappte nach Luft, als Arod stolperte. Legolas versuchte ein Lächeln zu unterdrücken. Sein Freund fühlte sich noch immer nicht wohl am Rücken eines Pferdes.

Doch Legolas wusste genau wie er es meinte, und verdrehte ihm wohlweislich das eigene Wort im Mund. Dennoch kam der Zwerg um eine Antwort nicht umhin. „Ähm... Weißt du, so genau weiß ich das nicht mehr. Hast du es doch gleich als Grund genommen, dich über mich lustig zu machen!"

Der blonde Elb lachte. „Es tut mir leid, Gimli, es wird nie wieder vorkommen." Sowohl Gimli, als auch Legolas wussten, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Und auch Fulayor, Novartis, und Lonath, der sich die Unterhaltung zuweilen stillschweigend angehört hatte, zweifelten, an der Ehrlichkeit Legolas'.

Nun aber erhob auch Lonath seine Stimme. „Legolas, ich bitte dich, du hast einen Sohn. Tatsächlich müsstest du eine Vorbildfunktion erfüllen. Und was tust du? Lügst uns, vor allem aber auch deinem Sohn, schamlos ins Gesicht!" Kabbelein unter dem Geschwisterpaar standen üblicherweise an der Tagesordnung.

Legolas lachte. „Ich denke Fulayor ist soweit erwachsen. Und da du der Meinung bist, ich erfülle meine Vorbildfunktion, wie du es nennst, schlecht, lass mich dir sagen, dass auch du diese Aufgabe erfüllen kannst. Immerhin bist du sein Onkel." Darauf wusste auch der Prinz nichts zu erwidern. Gimli feixte hinter Legolas' Rücken ungeniert. „Gib's ihm!" Worauf er von Novartis einen äußerst zweifelnden Seitenblick zuwarf.

Für einen Moment war die Stimmung durch das Spaßen der Gefährten aufgelockert worden, doch nun legte sich wieder Stille über die Reisenden.

Langsam wurde der Pfad auf dem sie ritten unwegsamer. Immer wieder teilte er sich, endete in einer Sackgasse, führte in einen Umweg. Doch die Gefährten bewegten sich zielstrebig durch den Wald. Noch kannte Legolas die Umgebung wie seine Westentasche, wenn nicht besser, doch wusste er auch, dass es nicht immer so sein würde. Früher oder später würden sie in ein Gebiet vordringen, dass nahezu niemand aus ihrer Gruppe jemals gesehen hatte.

Der Weg wurde immer steiniger, und Gimli dankte den Göttern, dass Arod ein trittsicheres Pferd war, und wusste, wohin ihn seine Schritte führen mussten, um nicht zu stolpern oder am teils matschigen Untergrund zu rutschen. Die Elbensiedlungen hatten sie schon vor einiger Zeit hinter sich gelassen, und alle fragten sich, wann sie wohl ihre Heimat wiedersehen würden. Falls sie sie wiedersehen würden, aber daran wagten die Gefährten nicht zu denken, hatte doch der Ringkrieg um einiges hoffnungsloser ausgesehen, und sie hatten ihn überstanden.

Novartis, der die Gruppe anführte legte ein strammes Tempo an den Tag, wollte er doch so bald wie möglich seine Heimat erreichen, dem die Hobbits nur schwer folgen konnten. Fulayor war froh, dass nicht er es war, der die Gruppe bremste. Er war froh über die Späße, die Legolas und Gimli provoziert hatten, beschlich ihn doch das Gefühl, Legolas näher gekommen zu sein. Doch wurde er das Gefühl nicht los, wusste er doch mit Sicherheit, dass er seinen Vater nicht wirklich kannte, und nicht mehr von ihm wusste, als alle anderen. Es wurde Zeit das zu ändern.

„Ada?" Legolas drehte sich mit fragendem Ausdruck im Gesicht zu seinem Sohn. „Darf ich dich etwas fragen?", wollte sein Sohn wissen. Der ältere Elb nickte. „Du darfst mich alles fragen, was du willst." „Wirklich alles?", bohrte der neugierige Zwerg nach, „Wenn dem so ist, Jungchen, überleg dir was du wissen willst!"

„Bring ihn nicht auf falsche Gedanken, Gimli. Ich habe nicht gesagt, dass ich auf alles antworten werden." Legolas zwinkerte seinem Sohn zu und Gimlis Träume zerplatzen wie Seifenblasen. Es gab da mehrere Sachen, die er von seinem Elbenfreund nur zu gerne erfahren hätte, doch Legolas grinste nur neckisch und bedeutete Fulayor zu fragen, was immer ihm auf dem Herzen lag.

Einen Augenblick schien sein Sohn zu überlegen. Viele Fragen schwirrten in seinem Kopf herum, doch welche war wichtig genug, um gestellt zu werden. ‚Du darfst mich alles fragen!' Im Moment gab es nur eines, das Fulayor wirklich interessierte. „Wie kommt es, dass du mit einem Zwerg befreundet bist?" Lächelnd betrachtete Legolas seinen Sohn und schien sich eine Antwort zurechtzulegen. Doch der vielbesagte Zwerg war schneller. „Was jedoch noch interessanter ist, ist die Frage, wieso ein Zwerg mit einem Elb befreundet ist!" Legolas lachte und antwortete: „Wenn ich dir das erklären könnte, Fulayor. Es ist mir bis jetzt ein Rätsel. Gimli selbst ist mir zuweilen ein Rätsel." Den letzten Satz flüsterte er seinem Sohn zu, jedoch nicht leise genug.

Selbst ohne elbische Ohren hatte Gimli die Worte seines Freundes gehört. „Das habe ich gehört!", knurrte der Zwerg und Legolas antwortete nur trocken: „Das war auch meine Absicht!" Gimlis Meinung nach, war der Elb heute zu gut aufgelegt. Und dass er sich mit den anderen Verbrüderte, nur um seinen armen Freund zu necken, hob Gimlis Stimmung nicht.

Fulayor lachte leise und streichelte den Hals seines Pferdes, was dieses mit einem vergnügten Schnauben belohnte. „Gimli, ich frage mich wahrhaftig, wie du den Ringkrieg überstanden hast." „So unerträglich bin ich wahrlich nicht! Er provoziert es!", versuchte Legolas sich zu verteidigen. Komischerweise ging der Zwerg nicht auf die Aussagen der Elben ein. Es schien tatsächlich so, als würde er schmollen. Verbittert und mit angestrengtem Gesichtsausdruck hielt er sich verbissen an seiner geliebten Axt fest. Es schien, als hätte er Mühe, sie nicht in das nächstbeste Opfer zu schlagen.

Legolas spürte offenkundig, dass Gimli sich nicht mehr lange unter Kontrolle halten konnte, und wandte sich wieder seinem Sohn zu. „Gibt es noch etwas, was du wissen willst? Vielleicht etwas, dass ich auch beantworten kann?" Wieder dachte Fulayor nach. Die unsinnigsten Fragen kamen ihm in den Sinn. So entschied er sich für die Frage, die ihm am ernsthafteren vorkam. „Was ist dein Lieblingsessen?"

Legolas hatte Mühe nicht zu lachen. „Willst du das wirklich wissen? Ist das dein voller Ernst?" Auch Fulayor grinste. „Es war die erstbeste Frage, die mir in den Sinn gekommen ist", meinte er entschuldigend. Dem älteren Elb waren zwar schon viele Fragen gestellt worden, doch diese war bei weitem eine der unsinnigsten. Dennoch überlegte er. Was aß er am Liebsten? „Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich denke Kalbsragout mit Kartoffeln, Tomatensalat und Weißbrot aus Gondors Küche. Zufrieden?"

Fulayor nickte grinsend. „Darf ich dich noch etwas fragen?" Legolas nickte ergeben, fügte jedoch hinzu: „Wenn du nicht wissen willst, was ich am liebsten trinke, gerne." Der Elb lachte leise. Das interessierte ihn nicht wirklich.

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Schweiß bedeckte ihre Haut. Ihr Körper glühte förmlich, doch konnte die Elbe ein Frösteln nicht unterdrücken. Ihr Atem ging zu schnell. Hyperventilierend saß Nirvanya angekettet am Boden. Als hätte sie in ihrem Zustand flüchten können. Selbst den Orks sollte langsam klar werden, dass Fieber ihren Körper schwächte. Anscheinend hatte sich eine ihrer Wunden entzunden.

Trotzdem wurde sie immer wieder Verhören unterzogen. Mittlerweile war sei einer Ohnmacht nahe. Noch nie zuvor war sie so entkräftet gewesen. Immer wieder fielen ihre Augen zu. Lange konnte sie nicht mehr dagegen ankämpfen. Sie wollte den Orks jedoch nicht wehrloser ausgeliefert sein, als sie es ohnehin schon war.

Doch ihr Körper forderte die nötige Ruhe. Sie fiel in einen unruhigen Schlaf. Unterbewusst erinnerte sie sich an ein weit zurückliegendes, jedoch prägendes Ereignis.

Fröhlich glucksend sprang das kleine Elbenmädchen um seine Eltern herum. Seine Augen funkelten lebensfroh und der kleine Wirbelwind steckte alle in seiner Umgebung mit dessen guter Laune an. „Kleiner Sonnenschein, nicht so wild!", lachte ihre Mutter, als Nirvanya sie am Arm packte, und mit sich ziehen wollte.

Du willst doch nicht dein hübsches Kleid schmutzig machen, oder?" Der Vater des Kindes schmunzelte, als die Kleine stehen blieb und verstohlen den Kopf schüttelte. „Nicht dreckig machen!", murmelte Nirvanya und schien nicht zufrieden zu sein. Einen Augenblick lang dachte sie nach, dann weiteten sich ihre Augen und sie begann zu protestieren: „Aber Novartis darf sich auch schmutzig machen! Schaut, er läuft durch den Dreck!"

Die Stirn des kleinen Wirbelwindes legte sich in Falten und sie zeigte mir ihrem dünnen Fingerchen auf ihren großen Bruder. „Petze!", rief dieser. „Ich bin älter als du, ich werde nicht dreckig!" Überheblich grinste Novartis seine um nur dreizehn Jahre jüngere Schwester an. Im Grunde wussten alle, dass die beiden ein Herz und eine Seele waren, und Novartis Nirvanya nicht wirklich ärgerte, doch heute zog Nirvanya eine gekränkte Schnute, die das Elternpaar grinsen ließ.

Ich werde auch nicht schmutzig!", rief Nirvanya im Brustton der Überzeugung ihrem Bruder entgegen und lief auf ihn zu. Kaum hatten sich die Elben versehen, lief das kleine Elbenmädchen auch schon los. Novartis stand inmitten einer sumpfigen Wiese und seine kleine Schwester hatte Mühe zu ihm zu gelangen. Immer wieder stolperte sie über die hochgewachsenen Gräser.

Ihr Bruder grinste ihr entgegen. Das lange blonde Haar hatte er zu einem langen Zopf gebunden, sodass es ihn nicht störte. Lange konnte es seiner Meinung nach nicht mehr dauern, bis Nirvanya im Schlamm landen und bitterböse sein würde. Auch ihre Eltern wussten dies, jedoch sollte ihre Tochter, aus ihren eigenen Fehlern lernen. Die kleine Elbe jedoch schien überzeugt, der Prophezeiung trotzen zu können.

Konnte sie jedoch nicht. Ihr Fuß verhedderte sich in einem besonders tückischen Gewächs und Nirvanya fiel der Länge nach in den sumpfigen Untergrund. Grummelnd stütze sich sie Gefallene auf die Hände und erhob sich. Ihr einst strahlend gelbes Kleid verschwand unter einer Schlammschicht. Ach Nirvanyas Gesicht hatte einige Spritzer abbekommen.

Tränen füllten die Augen des Elbenmädchens. Trotzig schniefte sie. Sie hatte sich nicht schmutzig machen wollen. Sie war doch schon groß, und konnte selbst auf sich aufpassen. Verzweifelt versuchte Nirvanya ihre Tränen wegzublinzeln. Aufmunternd lächelnd legte Novartis seiner Schwester die Hand auf die Schulter.

Hei, Wirbelwind, ist doch halb so schlimm. Das Kleid kann man waschen", versuchte er sie zu trösten. Trotzig blickte sie in seine blauen Augen. „Nirvanya, nicht weinen. Sieht du die Halskette die ich trage?" Novartis fischte eine feingliedrige silberne, offensichtlich aus Mithril gefertigte Kette unter seinem strahlend weißen Hemd hervor. An ihr hing ein kleines silbernes Pferd. Es stieg und seine Mähne schien förmlich im Wind zu flattern.

Nirvanya nickte, streckte ihre Hand aus, und berührte das Pferd vorsichtig. „Diese Kette mitsamt Anhänger dürfen nur wirklich große Kinder tragen, die alleine auf sich aufpassen können!" Der Elb öffnete den Verschluss der Kette. Seine Schwester beobachtete sein Tun mit erwartungsvoller Miene. Novartis ging zu dem schlammbespritzten Kind und legte ihr die Kette um. Sofort griff Nirvanya danach. „Bin ich jetzt auch ein großes Kind?", wollte der kleine Wirbelwind wissen und ihr Bruder nickte.

Mittlerweile lächelnd umarmte die kleine Elbe ihren Bruder. Beide konnten ihre Eltern lachen hören. Als sie sich voneinander lösten, wusste auch Novartis, warum. Nicht nur Nirvanya war nun schlammig braun. Auch Novartis' eins blütenweißes Hemd hatte schlammig braune Flecken. Nirvanya grinste unschuldiger als ein kleines Lämmchen. „Na warte, du!", rief der Elbenjunge und rannte hinter Nirvanya her, die bereits Schutz suchen hinter ihre Eltern getreten war.

Wie in Trance fasste Nirvanya sich an den Hals. Sie spürte die Kette und zog sie unter ihrem zerschlissenen Kleid hervor. Eine einsame Träne kullerte über ihre Wange. Sie blickte auf die Kette. Schon oft war das silberne Kettchen, an dem der Anhänger hing repariert worden. Nicht nur die Elster, welche ihr liebstes Schmuckstück stehlen wollte, hatte die feinen Glieder entzwei gerissen. Doch noch immer trug Nirvanya sie. Sie betrachtete das kleine silberne Pferd, das an der Kette hing. Wie sehr hatte sie sich gefreut, als ihr Bruder es ihr geschenkt hatte. Novartis. Ob sie ihn je wieder sehen würde?

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Stillschweigend saßen sie alle in einem Raum und aßen. Unausgesprochen waren ihre Gedanken, doch wussten alle, dass sie sich um ihre Liebsten sorgten. Wussten sie doch nicht, was sie in Vilwarnin erwarten würde, und ob sie wohlbehalten zu ihnen zurückkehren würde.

Das Mahl hatten Mirilya, Aslyn, Mela, Maryolwen und Thranduil längst beendet, doch keiner der Genannten machte auch nur die geringsten Anstalten sich zu erheben. Jeder hing seinen mehr oder weniger tristen Gedanken nach. „Werden wir sie wiedersehen?", flüsterte die Zwergenfrau ängstlich. Noch war sie nicht an den Gedanken gewöhnt, Gimli in der Schlacht, in Gefahr zu wissen. Mit der Zeit würde sich dass sicher ändern, doch sie hatte nicht vor, ihren Gemahl sich so schnell wieder in Gefahr begeben zu lassen.

„Keine Sorge, Merry und Pippin werden dafür Sorge tragen, dass ihnen nichts passiert und alle wohlbehalten wieder vor uns stehen werden", versuchte Mirilya Mela aufzuheitern. Ein wehmütiges Lächeln breitete sich auf den Zügen der Zwergin aus. „Das ist auch meine Angst."

Aslyn schmunzelte. Sie hatte die hier Anwesenden vor nicht allzu langer Zeit kennen gelernt, und doch fühlte sie sich in der Sorge um ihren Liebsten mit ihnen verbunden. Thranduil und Maryolwen beteiligten sich nicht an dem aufkeimenden Gespräch. Längst hätte sich das Elbenpaar daran gewöhnen müssen, dass ihre Kinder in die Schlacht zogen. Wie hatten sie damals um Legolas' Leben gebangt, als er mit den Gefährten in den Ringkrieg zog. Sie waren stolz auf ihn gewesen, doch konnten sie nicht bestreiten, auch in Sorge gewesen zu sein.

Aufmunternd griff Thranduil nach der Hand seiner Frau und drückte sie zärtlich. Wieder mussten sie darauf hoffen, dass es das Schicksal mit ihnen gut meinte, und diesmal gleich beide Söhne verschonte. Langsam aber sicher musste es aufhören. Hätte man doch meinen können, nach dem Ringkrieg wäre Frieden eingekehrt, in Mittelerde.

Offensichtlich war es bis zu diesem Augenblick noch ein langer Weg. Ein langer Weg der noch viele Opfer, auf beiden Seiten, kosten würde.

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Hidakas Atem ging schwer. Viel zu schwer, seiner Ansicht nach. Er würde ihn noch verraten und wieder in das Drecksloch, dass sich Gefängnis nennen durfte zurückbringen.. Doch was sollte man sich auch erwarten, nach diesem Sprint. Seit er seine Zelle verlassen hatte, war ihm keine Verschnaufpause gegönnt gewesen. Lange würde es nicht mehr dauern, bis der Ork, der ihn bewacht hatte, bemerkte, dass er die Tür nicht richtig verschlossen hatte. Hidaka schickte ein Dankgebet zum Himmel, dass sein Bewacher ein notorischer Säufer war.

Sein Blick wanderte nach rechts. Die Luft schien rein, doch der Mann wollte nicht riskieren, entdeckt zu werden. Er musste seine Freunde retten. Er duckte sich hinter sein Versteck, einer äußerst großen Statue Cameloparalais Pretoris', der Gründerin Vilwarnins.

Hidaka hatte Schritte vernommen. Die schlurfenden, schweren Schritte eines Orks. Eines Orks, der hoffentlich an ihm vorbeiging. Der Mann hielt förmlich die Luft an.

Und atmete erleichtert wieder aus, als der Ork an ihm vorbei war. Jetzt oder nie, dachte sich der Mensch und schlüpfte aus seinem Versteck. Auf möglichst leisen Sohlen schlich Hidaka durch den Ahnensaal. Immer wieder duckte er sich hinter Säulen und Büsten. Das kleinste Geräusch ließ ihn aufhorchen. Scheinbar endlos lange schien es zu dauern, bis er an der Tür angelangt war. Nur noch ein langer Gang trennte ihn von der theoretischen Freiheit, doch auch dann noch lang ein weiter Weg vor ihm. Er verweilte hinter einer Büste, nahe der Tür.

Der Mann wusste, dass noch viele Strapazen auf ihn wartete, sollte er es aus Vilwarnin heraus schaffen, doch zuallererst, so dachte Hidaka, brauchte er einen Plan. Er musste schnell flüchten, doch an ein Pferd zu kommen, war schwierig. Hidaka konnte nicht riskieren, einfach in die Stallungen zu marschieren, zu groß war das Risiko ertappt zu werden. Auch das Hufgetrappel oder eventuelle Wiehern und Schnauben eines Pferdes wäre zu gefährlich. Zu viel stand auf dem Spiel.

Vorsichtig ging er zur Tür. Seine Hand legte sich auf den Knauf und öffnete langsam die schwere Holztür. Langsam streckte Hidaka seinen Kopf zur Tür hinaus. Er sah zuerst nach links, dann nach rechts. Der Gang lag in völliger Stille vor ihm. Leise öffnete er die Tür weiter, und schlüpfte hinaus. Noch war kein Ork zu sehen. Hoffentlich würde es so bleiben.

Der Flüchtige hastete den Gang entlang, immer darauf bedacht, kein Geräusch zu verursachen. Das hatte er von den Elben mittlerweile gelernt, auch wenn er es nicht so perfektionieren konnte, wie das edle Volk Mittelerdes. Schon lange brachten ihn seinen Handelsbeziehungen nach Vilwarnin. So war es auch nicht das erste mal, dass er sich im königlichen Palast befand. Hidaka wusste, er musste nur mehr den Gang entlang, die zweite Tür rechts, ins Vorhaus und durch das schwere kunstvoll geschnitzte Eingangstor.

Mit jedem Meter, den der Mensch zurücklegte, schlug sein Herz schneller. Der Duft der Freiheit wurde immer stärker. Wenn er doch nur schon aus dem Palast wäre. Ihm wäre um einiges wohler ums Herz. Hidaka hastete zur Tür. Wie auch schon vorher, warf er zunächst einen kontrollierenden Blick in den nächsten Raum. Er atmete wieder erleichtert aus. Wieder war niemand zu sehen, doch Hidaka traute der Stille nicht.

Er drückte sich mit dem Rücken zur Wand und schlich weiter. Der Läufer unter seinen Füßen kam ihm zugute. Dieser schluckte auch die kleinsten Geräusche, die der Mensch verursachte. Noch immer atmete er schwer. Für ihn war es ein zu großer Nervenkitzel. Mit seinen nun mehr 57 Jahren sollte er eigentlich ein geruhsames Leben führen, aber nein, er musste in einen Konflikt zwischen Elben und Orks geraten.

Hidaka schüttelte resignierenden den Kopf. Das würden ihm seine Enkelkinder nicht im Traum glauben. Er war allen Anschein nach der einzige, der Vilwarnins Bewohner retten konnte. Sie würden ihn für verrückt erklären. Zögernd lief Hidaka zur Tür. Sollte es ihm wirklich so leicht fallen, aus dem Schloss zu entkommen? Wieder schüttelte der Mensch den blonden Kopf. Er sollte sich nicht beschweren.

Flugs öffnete er das Tor, das ihn zur Freiheit führen sollte und trat nach draußen. Jetzt kam der wirklich schwierigen Teil. Er musste ungesehen verschwinden.

Das glockenhelle Zwitschern eines Vogels ertönte, und es schien, als würden die düsteren Machenschaften in Vilwarnin ihre Umwelt nicht im geringsten berühren. Schon eigenartig, dachte Hidaka bei sich. Ein ganzes Königreich sollte dem Erdboden gleich gemacht werden, und in der Tierwelt ging so gut wie alles seinen normalen Gang.

Doch was hatte Hidaka erwartet? Dass alles still stehen würde? Der Mensch wusste es nicht genau. Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen. Die Gefahr entdeckt zu werden war zu groß, würde er die Hauptstraße entlang vom Berg hinunter gehen. Vor langer Zeit, so schien es ihm, hatte Hidaka etwas von einem versteckten Weg gehört. Angelegt, um ungesehen aus dem Schloss flüchten zu können, so wie er es gerade vorhatte.

Angestrengt versuchte sich Hidaka genau daran zu erinnern, wo sich dieser Pfad befand. Angeblich führte er den Hügel geschützt von Bäumen hinunter und endete direkt im Wald.

Langsam dämmerte es ihm wieder. Ein Elb der Palastwache hatte ihm davon erzählt. Sie waren in den Stallungen gestanden. Die Bilder in Hidakas Kopf wurden immer konkreter. Der Elb hatte eine schimmernde Rüstung getragen, hierfür zwar unwichtig, jedoch ein Anhaltspunkt. Sie hatten gescherzt, dass es wohl nie einem einzigen Gefangenen gelingen würde, ungesehen aus Vilwarnin zu verschwinden, dafür wären zu viele Wachen auf Aussichtstürmen im Schloss positioniert, hatte der Elb gemeint. Hidaka hatte ihm zugestimmt. Außerdem führte nur die Hauptstraße zum Wald und aus Vilwarnin heraus.

In diesem Punkt hatte Aliyos ihm jedoch widersprochen. Er wusste von einem weiteren Weg. „Erinnre dich!", flüsterte Hidaka und versuchte intensiv seine grauen Zellen zum Denken zu animieren. Der Elb meinte, es würde eine Unmöglichkeit sein, für einen Uneingeweihten diesen Pfad zu finden.

Und plötzlich durchzuckte die Erkenntnis Hidaka wie einen Geistesblitz. Der Pfad begann unter dem sechsten Fenster von links, des höchsten Turmes, und schlängelte sich von dort den Berg hinunter. Neuer Tatendrang und Hoffnung durchfluteten Hidakas Körper. Er konnte Vilwarnin retten.

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Lautes Schnarchen drang aus dem Raum. Die Tür stand einen Spalt breit offen, doch außer Dunkelheit konnte Cyneh nichts erkennen. Wieder einmal stand er vor den Gemächern seines grausamen Herrn. Er wusste, ging etwas nicht nach seinem Plan, kam es einem Todesurteil gleich diese Nachricht zu überbringen.

Doch diesmal war es anders. Es war alles nach Plan gegangen. Zwar hatte es einige Zeit gedauert, aber sie hatten Gemmas Befehle ausgeführt. Diesmal hatte Cyneh keinen Grund, um sein Leben fürchten zu müssen. Der Meister würde zufrieden mit ihm sein. Auf mehr, wagte er gar nicht zu hoffen.

Langsam hob er die Hand um zu klopfen. Doch konnte er wirklich riskieren, Gemma zu wecken? Cyneh war sich nicht schlüssig darüber. Zu unberechenbar war ihr Anführer, als dass man ihm gegenüber etwas nicht überlegtes tun sollte. Ihn wecken, war eines dieser Dinge. Cyneh dachte nach. Wollte er nicht erfahren, wenn etwas so wichtiges passiert war? Und wenn sie es auch geschafft hatten? Wenn auch noch ein ebenso großer Teil ihres Auftrages vor ihnen lag?

Wieder hörte er ein Schnarchen aus dem Raum. Kurz überlegte die Kreatur noch, bevor sie an die leicht angelehnte Tür klopfte. Wäre er an Gemmas Stelle, würde er alles Wissenswerte erfahren wollen.

Das Schnarchen verstummte. Gemma war wach. Nun war es zu spät um wieder umzukehren, dass erkannte selbst Cyneh. Zögernd öffnete er die Tür weiter. Ein Knurren kam ihm entgegen. Gemma war nicht angetan davon, geweckt zu werden, so schien es.

„Wehe es ist nicht wichtig!", blaffte Gemma seinen Wecker an. Insofern es möglich war, entwich sämtliche Farbe de Gesicht des Orks. Er hatte es wieder geschafft. Sein Meister war wütend. Doch heute hatte er die Möglichkeit, ihn zu besänftigen. „Mein Meister, wir haben sie!"

Gemma kniff die Augen zusammen und betrachtete seinen Untergebenen misstrauisch. Sollte diesen Nichtsnutzen wirklich einmal etwas gelungen sein? Gemma wagte nicht daran zu denken. „Wen habt ihr?" Man sah dem Orks ein Unbehagen einmal mehr deutlich an. Nun war er nicht mehr so überzeugt, dass die Nachricht Gemma friedfertig stimmen würde. Cyneh schluckte und würgte hervor: „Wir haben die Elbe nach der ihr verlangt habt. Unsere Truppen halten sie gefangen."

Gemma schien dem nicht wirklich zu trauen. „Seid ihr euch sicher, dass die Elbe Nirvanya ist? Wyráths Tochter? Was ist mit ihrem Bruder? Habt Ihr auch ihn?" Er konnte bei diesen Orkstümpern nie sicher sein, ob sie auch die Richtigen gefangen hatten. Gemma hatte aus der Vergangenheit gelernt.

Cyneh hielt dem stechenden Blick seines Meisters stand. Er war sich sicher, dass sie die Elbe fingen, nach der sie suchten. Und bald würde auch ihr Bruder in ihrer Gefangenschaft sein.

Kapitel 9 Ende