Das nächste Kapitel hat es aus meinem Kopf in den PC geschafft, und ich freu mich, dass ich es mit euch teilen darf. Ich wünsche euch viel Vergnügen beim lesen. Und freu mich über die Rückmeldungen, danke an alle die mir zum letzten Kapitel eine Review hinterlassen habe.
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Kapitel 9
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Gerade als Harry den Blick von Hermine löste, durchzuckte ihn die Gewissheit, dass es ein Fehler war. Keinen Augenblick später, sah er sie wieder - die Schreckensbilder. Durchdringender und angsteinflößender als beim ersten Mal. Je mehr er sich bemühte, seinen Blick von Snape zu lösen, umso stärker drängten sich die Szenen vor sein geistiges Auge.
Er japste nach Luft, versuchte den Schrei, und die Übelkeit herunter zu schlucken. Nur die Tatsache, das Hermine seine Hand umklammerte, lies ihn nicht wimmernd auf den Boden sinken. Harry krallte sich mit der freien Hand in die weiche Lehne des Sessels, um sich besser in Gewalt zu bekommen.
„Severus, hör auf…", die Stimme von brach, und verstummte mit einem erstickenden Laut. Aus dem Augenwinkel nahm der junge Zauberer war, wie die Frau auf das Sofa sackte, und von dort, auf den Boden rutschte. Scheinbar konnte auch sie das schrecken Szenario mit beobachten. Ein kleiner Teil in seinem Kopf war erleichter, das sie nun genau wusste, was mit Hermine geschehen war. Doch tat es ihm auch unendlich leid, dass sie es so deutlich sehen musste. Harry wehrte sich gegen den Horror, der in seinem Kopf immer wieder von neuem und mit mehr Details wütetet.
Er wollte – nein - er konnte es nicht nochmal mit ansehen, wie die Eltern seiner besten Freundin starben. Konnte nicht ertragen, zu wissen, wie sehr Hermine gefoltert wurde, dennoch war er auf eigenartige Weise froh, dass es so war. Snape hatte seinen Blick schon vor einer Weile von ihm gelöst, trotzdem halte das soeben gesehen in seinem Gehirn nach, ebenso das dumpfe Gefühl der Hilflosigkeit.
Harry hatte keine der Männer erkannt, die an dem Attentat beteiligt waren, und auch keiner der Hermine gefoltert hatten. Den Zauberspruch, den sie auf Hermine legten, nachdem ihre Hände mit einem breiten Gürtel gefesselt wurden, kannte er nicht. Er konnte nur erahnen, was für ein Gefühl es war, solch roher und brutaler Gewalt ausgesetzt zu sein. Daran zu denken zerriss Harrys Herz. Zu sehen wie Hermine geschändet und zurück gelassen wurde, das Lachen der Peiniger in der Luft. Und er schämte sich dafür, dass er es nicht ertragen konnte. Dass er sich nicht stark genug fühlte, um ihr etwas von der Last abnehmen zu können.
Neben ihm hatte sich die Ärztin soweit aufgerappelt, dass sie nun auf dem Sofa sahs und mit den Tränen kämpfte. Ihr war anzusehen, dass sie nicht vor Hermine weinen wollte. Auch Harry kämpfte um Fassung, nur Snape war keine Gefühlsregung anzumerken. Doch wäre es Harry möglich gewesen, ihm in die Augen zu blicken, hätte er den Ekel, den der Zaubertränkemeister in diesem Moment verspürte, deutlich sehen können.
Wie lange sie schweigend da gesessen hatten, konnte Harry nicht sagen, erst das klopfen an der Türe lies alle –bis auf Hermine- aufschrecken. Genau das, was alle gebraucht hatte, als die Türe sich öffnete waren alle Anwesend so gefast wie nur möglich.
„Wir haben die Sachen von Hermine. Seid Ihr soweit das wir aufbrechen können, oder braucht Ihr noch etwas Zeit?" fragend blickte Remus Lupin die vier Personen in der gemütlichen Sitzecke an. „Wir können auch draußen noch einen Moment warten, wenn das Nötig ist." Setzte er hinzu, und wollte sich schon wieder zum gehen wenden, als Prof. McNeal ihn zurück hielt.
„Ich glaube nicht, dass es nötig ist im Moment noch mehr zu erfahren." gab sie als Antwort und blickte zu Lupin, der scheinbar nicht ganz mit der Spannung im Raum zurechtkam. Er fühlte sich unwohl, und konnte es kaum noch erwarten wieder im Hauptquartier zu sein.
„Wir können den Kamin hier in meinem Büro verwenden, dann müssen wir nicht nach Midfield hinunter laufen. Wenn ich Sie bitten dürfte einzutreten." Mit einer Handbewegung wies sie die beiden Zauberer an der wieder zurück in ihr Büro.
„Ich und Severus werden ihnen gleich folgen, ich kann nicht ohne ein paar Vorbereitungen die Klinik verlassen. Und ich kann auch nicht ohne die Hilfe eines Zauberers alleine mit Flohpulver reißen."
Harry schaute sich im Raum um, ihm war bis jetzt kein Kamin aufgefallen, und auch jetzt konnte er keinen erblicken. Die Wände waren alle mit einem dunkeln Holz getäfelt, und an der einen Wand zog sich, von einem Ende des Raums zum andern, und bis unter die Decke, ein riesiges Bücherregal.
Die Wand hinter dem Schreibtisch war mit Urkunden und Bildern behangen. An der Fensterfront war auch kein Kamin erkenntlich, genauso wenig wie die Wand mit der Türe. An dieser hingen vereinzelt Bilder von Landschaften und ein Stillleben. Zudem ein leere Rahmen. Harry stutzte kurz, das war doch ein magisches Portrait, nur dessen Bewohner war gerade abkömmlich.
Sein bar war Ron genauso verwirrt über Prof. McNeals Aussage, denn auch er schaute sich verwirrt in dem großen Raum um, und konnte anscheinen auch keinen Kamin enddecken.
Er wechselte mit Harry ein paar besorgte Blicke, die seinem Freund deutlich machen sollten, das er der Ansicht war diese Frau arbeite wohl schon zu lange hier. Auch Lupin schien etwas verwirrt, doch noch bevor einer Fragen konnte wo sich ihr Kamin den befand, zog sie an einer Art Armleuchter, der an der Wand angebracht war, und das mittlere Regal glitt geräuschlos zu Seite. Dahinter kam ein großer behaglicher Kamin zum Vorschein, mit dem gleichen Holz getäfelt, wie der Rest des Raums.
Harry staunte nicht schlecht und Ron gab ein anerkennendes OH von sich. Worauf die Ärztin ihn mit einem kurzen Blick bedachte und nur trocken erwiderte.
„Nicht immer muss man Magie verwenden, um etwas zu verstecken. Mr. Lupin wären sie so nett ein Feuer zu entfachen, und Hermine und ihre Freunde nach Hogwarts zu begleiten? Bitte bringen sie Hermine in das Büro des Schulleiters, er wird sie dort sicher schon erwarten."
Remus tat wie ihm geheißen, legte ein paar frische Holzscheite in den sauberen Kamin, und entzündete, mit dem schlecker seines Zauberstab, ein Feuer, in genau der richtigen Größe.
„Flohpulver befindet sich in der Schale auf dem Kamin." Fügte Dr. McNeal hinzu, während sie einige Unterlage heraussuchte, und in zwei Stapel sortierte. Da keiner der Anwesenden auch nur die Anstalten macht ihren Anweisungen folgen zu leisten, blickte sie kurz auf.
„Nun, wenn keiner den Anfang macht, werden wir morgen noch hier stehen, richtig?" fragend blickte sie in die Runde. Lupin schien nicht so recht zu wissen, ob er den Anweisungen folgen sollte, oder ob er nicht doch ins Hauptquartier reisen sollte. Mit einem kurzen Blick zu Severus, gab dies ihm aber unmissverständlich zu verstehen, das er genau das tun sollte, was im soeben aufgetragen wurde. Also nahm er eine Hand voll Flohpulver, reichte sie Ron und schickte ihn damit in den Kamin. Ron nannte seinen Zielort, und verschwand in einem Meer aus grünen Flammen.
„Harry, jetzt du." Sagte Lupin und streckte dem Angesprochenen, ein Handvoll mit dem Pulver entgegen. Langsam kam Harry auf seinen Füßen zum stehen. Die eine Hand, immer noch mit Hermines verfochten.
„Hermine, vertrau mir, ich werde dir nicht tun, ich werde gut auf dich Acht geben. Wir werden jetzt zusammen nach Hogwarts reisen. Es ist nicht der angenehmste Weg, aber der schnellste, schließ am besten die Augen wenn wir im Kamin sind." Versuchte er die verstörte Hexe vor ihm zu beruhigen.
Die braunhaarige Frau ließ ihn nicht los, und er wollte genauswenig das sie es tat. Als zog er sie behutsam aus ihrer starren Haltung, und umfasste ihre Taille. Er hörte Dr. McNeal scharf die Luft einziehen, ignorierte sie aber, da er spürte das Hermine keinerlei Anstalten machte sich gegen sein Berührung zu wehren. Er hatte sogar den Eindruck, dass sie sich an ihn lehnte, aber da konnten ihm auch seine Hormone täuschen.
Gemeinsam gingen sie auf den großen Kamin zu Lupin warf das Pulver in die Flammen und Harry konzentrierte sich darauf deutlich zu sprechen. Er schloss die Augen und drückte Hermine nun mit beiden Armen fest an sich, damit sie nicht, von einem der vorbei fliegenden Kaminöffungen, verletzt wurde.
Kurz darauf spürte er festen Boden unter seinen Füßen, und machte einen Schritt nach vorne, um nicht mit Hermine im Arm zu stürzen, was ihm nur gelang weil Ron noch vor dem Kamin wartete, und die beiden auffing.
Hermine zuckt zurück, und ein Druck ging von ihr aus, so dass Ron sich am anderen Ende der Eingangshalle wieder fand. Harry lockerte seinen griff um die junge Hexe und wollte gerade zu Ron um ihm auf die Beine zu helfen, als dieser die Arme hob als Teichen das es ihm gut ging und er bei Hermine bleiben sollte. Dennoch entging Harry nicht, dass Ron diese deutliche Zurückweisung mehr traf, als er zugeben wollte.
Noch bevor Harry überhaupt etwas sagen konnte, erschien sein ehemaliger Professor im Kamin, klopfte sich den Staub vom Umhang, und wieß seine Begleiter an sich zu beeilen, bevor einer der Lehrer ihnen über den Weg lief.
Ohne ein Wort zu sprechen, und mit zügigen Schritten liefen sie durch das Schloss, zum Büro des Schulleiters. Zu ihrer Überraschung schien dieser sie schon zu erwarten, neben ihm stand Madam Pomfrey. Sie hatten noch vor dem Wasserspeier auf sie gewartet. Als die beiden Hermine erblickten zog die Heilerin scharf die Luft ein und Professor Dumbledore schüttelte traurig den Kopf.
„Severus, und , werden etwas später nach kommen. Hermine geht es den Umständen entsprechen gut. Sie hat einen gebrochen Arm, die Muggelärzte haben ihn eingegipst. Aber sie können das doch sicher schneller heilen, nicht war Madam Pomfrey?" erstatte Remus kurz Bericht.
„Natürlich kann ich das. Mein arme Kleine, was haben die nur mit ihnen Angestellt." Behutsam streckte die Heilerin eine Hand nach Hermine aus, um ihr ebenfalls die Treppen hinauf zu helfen, doch Hermine zuckte zurück, und rückte sich ein wenig mehr an Harry. Der ihr behutsam eine Hand um die Hüfte schlag, und mit der anderen, noch immer, die schmale Hand der Hexe hielt. Kaum merklich schüttelte er den Kopf und die ältere Dame ihm gegenüber verstand.
Sie mussten keine zehn Minuten warten bis Severus Snape und Mary McNeal das Büro des Schulleiters bertraten. Während dieser Zeit hatte keiner der Anwesenden auch nur ein lautes Wort gesprochen, bis auf Madam Pomfrey die sich bemühte so gut es ging Hermines Arm zu heilen, und sie zu untersuchen, ohne sie dabei zu berühren, oder zu ängstigen.
Harry war sehr darauf bedacht, nicht von Hermines Seite zu weichen, aber er verspürte auch den Drang Ron zu trösten. Wobei er sich sicher war, dass Ron sich jetzt nicht unbedingt von ihm trösten lassen wollt. Der Rothaarige starrte aus dem Fenster hinaus auf die Länderrein und versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
Kurz bevor die beiden erwarteten Personen das Büro betraten, dachte Harry, er hätte Professor Dumbledore etwas flüstern hören, er war sich nicht sicher, aber es klang nach:
„Wie hatte ich ihr das nur zumuten können."
Der Junge, mit der Narbe auf der Stirn, war sich nicht sicher, ob diese Selbstvorwürfe, Hermine oder Mary McNeal galten.
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TBC
