Titel: Dating für Dummies
Autor: Laren
Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing oder Torchwood. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.
Betadank: an Zanna

Ich weiß, ich weiß. Es hat ewig gedauert. Außer den üblichen Ausreden wie zuviel Arbeit und so kann ich gar nicht mal genau sagen wieso es so lang gedauert hat. Hmmm, vielleicht noch dass ich meiner neuen Sucht Dr. Who und Torchwood ausgiebig frönen musste.

Noch was, an dem zweiten Teil dieses Kapitels sind ganz allein Soryu und Zanna schuld. 'g'

Viel Spaß beim lesen. Und ich verspreche dass das nächste Kapitel sehr viel schneller kommen wird


Völlig überrascht nahm Duo den Telefonhörer von seinem Ohr und starrte fragend darauf. Er konnte grad doch wohl nicht wirklich gehört haben dass Quatre und Trowa heiraten wollten, oder?

Vorsichtig führte er den Hörer wieder an sein Ohr zurück und fragte hoffnungsvoll: „Kannst du das bitte noch mal wiederholen?"

„Trowa und ich werden heiraten," tönte es fröhlich an Duos Ohr.

Oh, doch nicht verhört. Duo schüttelte sich. Normalerweise würde er jetzt annehmen dass er träumen würde, aber das war selbst für einen Traum zu surreal. Und langsam wurde ihm bewusst dass Quatre als sein Freund von ihm auch eine gewisse Reaktion auf diese Neuigkeit erwarten würde. „Das ist… ähm super," stammelte Duo. „Meinen herzlichen Glückwunsch. Aber glaubst du nicht, dass das ein wenig zu schnell ist?" wagte er noch vorsichtig hinzuzufügen. Immerhin konnte er doch wohl nicht zulassen dass sein bester Freund so einen Fehler machte. Auch wenn er sich selbst nicht klar war ob das jetzt ein Fehler war oder nicht. Auf jeden Fall war es zu schnell.

„Ach was. Es war genau wie alle immer sagen. Wenn man den perfekten Partner findet, dann macht es einfach klick und man weiß bescheid. Ich habe nicht vor Trowa jemals wieder gehen zu lassen. Wir sind das perfekte Paar."

Quatres Stimme schwellte fast vor Freude über. Aber langsam wurden auch Duos Gehirnzellen wach und er war wieder in der Lage zusammenhängende Gedanken zu fassen. Außerdem kam ihm die Sache plötzlich mehr als merkwürdig vor. Wer beschloss schon zu heiraten nach nur einer Nacht? Sicher, in Schundromanen passierte das garantiert andauernd. Aber irgendwie glaubte Duo nicht dass Quatre sein Leben nach Schundromanen gestaltete. „Äh, sag mal Quatre, weiß Trowa schon von der bevorstehenden Hochzeit?"

„Nein, bis jetzt noch nicht," kam es gut gelaunt zurück.

„Und du glaubst nicht, dass er dabei auch ein Wörtchen mitzureden hat?" sprudelte es aus Duo hervor bevor er sich auf die Lippen beißen konnte.

„Sicher hat er das," bestätigte Quatre. „Aber da seh ich kein Problem drin. Wir passen zusammen. Und er hat gesagt dass er mit mir zusammen sein will. Natürlich wird das in einer angemessenen Zeit in einer Ehe enden. Wie gesagt den lass ich mir nicht entgehen. Er ist einfach toll."

Für einen Moment überlegte Duo, ob sich das was sein Freund da gerade sagte etwas merkwürdig anhörte. Aber dann schüttelte er den Kopf. Wieso eigentlich nicht. Wenn bei den beiden tatsächlich der Blitz eingeschlagen hatte, dann konnte es doch tatsächlich auch mit einem großen Donner weiter gehen, oder? Außerdem schien Quatre jemand zu sein der in seinem Beruf sehr schnelle und wichtige Entscheidungen in rascher Folge zu treffen hatte, vielleicht spiegelte sich das in seinem Privatleben auch wieder. Und solange Trowa damit einverstanden war, war es ok.

Aber wieso war Trowa damit einverstanden, kam plötzlich eine ungewollte Frage in Duo auf. Eine Frage die natürlich sofort in ihm den Beschützerinstinkt wach rief. „Hast du dir das auch gut überlegt?" fragte er seinen Freund deshalb. „Im Grunde weißt du doch noch gar nichts über Trowa."

„Hey, wir haben uns heute Nacht nicht ausschließlich in den Laken gewälzt," gab Quatre mit einem leicht vorwurfsvollen Tonfall zurück. „Wir haben auch geredet."

„Ja, aber…"

„Nichts aber. Trowa und ich passen perfekt zusammen. Wir mögen die gleichen Dinge, haben den gleichen Geschmack was Musik und Kunst angeht. Außerdem ist er absolut heiß und eine Granate im Bett."

„Das mag schon sein, aber kann es nicht sein dass er sich nur an dich heran gemacht hat weil du Quatre Winner bist?" fragte Duo. Zwar war das Zusammentreffen der beiden nicht so verlaufen, aber wer wusste schon was Trowa dazu geführt hatte aus einem One Night Stand etwas Längeres zu machen? Vielleicht hatte Quatres Reichtum da eine große Rolle gespielt. Nicht dass Duo das wirklich glauben würde, aber im Moment schien er die Rolle des Advocatus Diaboli inne zu haben.

„Natürlich nicht," gab Quatre zurück.

„Aber man hat schon so oft gehört dass sich Künstler an reiche Mäzene heran machen," gab Duo sein Wissen aus der Klatschpresse zum besten. „Woher willst du sicher sein dass er von dir nicht nur Prestige und Geld will?"

„Aus einem einfachen Grund," erwiderte Quatre. Er schien nicht mal böse zu sein weil Duo diese Fragen stelle. Was sehr gut war, denn Duo wollte seinen Freund ja nicht verärgern. „Trowa ist ein ganz bekannter Künstler. Seine Bilder verkaufen sich schon unheimlich gut, sprich er ist vielleicht bei Leibe nicht so reich wie ich, aber er nagt auch nicht am Hungertuch. Und mehr Prestige kann er durch eine Verbindung mit mir auch nicht erlangen. Im Grunde genommen muss ich bei Trowa viel weniger Angst haben dass er in mir nur die wandelnde Geldbörse sieht, als bei jedem potentiellen Partner den ich im Geschäftsleben kennen lernen würde."

Das schien Sinn zu machen und Duo fühlte sich gleich viel besser.

„Ist es wirklich so schlimm das ich jetzt mit Trowa zusammen bin?" fragte plötzlich Quatre.

„Was?" hakte Duo nach. „Ich find das nicht schlimm. Im Gegenteil! Ich freu mich für dich. Ich war nur überrascht dass es so schnell geht. Und als bester Freund musste ich doch sicher sein dass dir nicht über kurz oder lang weh getan wird. Ich nehme meinen Job als bester Freund sehr ernst. Warte nur bis ich Trowa zur Seite nehme um ihn zu erklären was ihm passiert sollte er dich jemals betrügen," beruhigte Duo seinen Freund.

„Du bist unmöglich," erklärte Quatre lachen. „Ich kann doch auf mich selbst aufpassen."

„Klar kannst du das. Aber beste Freunde tun das trotzdem füreinander. Ich erwarte von dir schließlich auch dass du meinem zukünftigen Partner klar machst was ihm passieren könnte wenn er sich daneben benimmt."

„Wirklich absolut unmöglich!" kicherte Quatre.

„Jupp, aber dafür liebst du mich schließlich."


Ein paar Tage später war es so, als wären Quatre und Trowa schon Ewigkeiten zusammen. Den einen ohne den anderen zu erwischen wurde ziemlich schwer. Irgendwie vermisste Duo die Tage als sein Freund noch nicht in festen Händen war, aber zumindest hoffte er bald auch einen Partner zu haben, damit er sich nicht mehr wie das fünfte Rad am Wagen vorkommen musste.

Aber er konnte mit Fug und Recht sagen, dass Trowa tatsächlich unheimlich nett war und mehr als nur gut zu Quatre passte. Etwas das Duo – und Quatres Familie – wohlwollend zur Kenntnis nahm.

Hin und wieder gelang es Duo trotzdem seinen Freund mal allein zu erwischen. Und wenn es auch nur für eine kurze Einkaufstour war. Grinsend betrat Duo mit Quatre den Laden den sie angesteuert hatten. Sicher, später würden sie sich mit Trowa zum Essen treffen, aber im Moment gehörte sein Freund noch ihm allein.

„Ich glaub hier solltest du fündig werden," erklärte Quatre.

Duo nickte. Das Gefühl hatte er auch. „Zum Glück. Ich hatte echt keine Idee was ich Sarah zum Geburtstag schenken sollte. Da sie der beste Boss überhaupt ist, sollte es aber was tolles sein." Duo schaute sich mit großen Augen in dem nicht gerade kleinen Laden um. Wer hätte gedacht dass es so viele verschiedene Sorten gab? Zumindest der Duft war einzigartig.

„Ok, deine Abteilung ist dort auf der rechten Seite. Ich komm gleich nach, will mich nur kurz bei den Teesorten umschauen."

Duo nickte seinem Freund zu. Dann wandte er sich nach rechts und ging etwas verwundert an den unzähligen Sorten vorbei.

Duo fühlte sich merkwürdig, er mochte es gar nicht so völlig ohne Ahnung auf verschiedene Produkte zu blicken. Fast wünschte er sich dass Quatre jetzt neben ihm stehen würde. Auch wenn Q ein ausgemachter Tee-Fan war, kannte sich dieser sicher besser in Gourmet-Kaffeesorten aus als Duo.

Seufzend schüttelte Duo einmal den Kopf und gab sich selbst einen kleinen Tritt in den Hintern. Es war schließlich nur Kaffee, da sollte er doch wohl in der Lage sein was Gutes zu finden. Seine Augen wanderten weiter über die verschiedenen Regale, dann entdeckte er einen Namen, der ihm aus der Werbung bekannt vorkam.

Fast erleichtert ging Duo zu der speziellen Sorte und war schon dabei eine der – erstaunlich teuren – Packungen hervorzuziehen, als neben ihm eine sympathische Stimme ertönte. „An deiner Stelle würde ich diese Sorte nicht kaufen," wurde ruhig erklärt.

Duo drehte sich zu der Stimme um. Was er sah gefiel ihm gut. Der Mann der ihn angesprochen hatte war ungefähr so groß wie Duo, hatte kurze dunkle Haare und sah verdammt gut aus in dem noblen Anzug den er trug. Normalerweise stand Duo ja nicht unbedingt auf Anzugträger, aber hier war er mehr als bereit eine Ausnahme zu machen. Jetzt musste er nur noch mit dem anderen ins Gespräch kommen, was kein Problem sein würde. „Wieso denn nicht?" fragte Duo mit seinem strahlenden Lächeln.

Sein Gegenüber lächelte ebenfalls, und auch wenn er dabei kaum seine Mundwinkel bewegte erstrahlte es sein Gesicht. „Diese Sorte gibt an etwas zu sein, dass sie nicht ist. Sicher, es ist kein wirklich schlechter Kaffee, aber er ist auch nicht so besonders wie uns die Werbung weismachen möchte. Und auf jeden Fall ist der Preis der Qualität nicht angemessen."

„Oh," erklärte Duo und kratzte sich verlegen am Kopf. „Ich hab den nur ausgewählt weil ich die Sorte aus der Werbung kenn. Ich hab im Grunde keine Ahnung von Kaffee."

Es schien fast so als wenn sein Gegenüber bei dieser Aussage kurz den Kopf schüttelte aber er hatte sich wohl schnell gefangen denn er redete mit freundlichem Tonfall weiter. „Also kein Kaffeetrinker?" fragte er mit hochgezogener Augenbraue.

Duo grinste schelmisch. „Naja Kaffee trinke ich schon manchmal im Büro. Aber bei diesen besonderen Sorten kenn ich mich halt nicht aus. Ich wollte auch nur ein Geburtstagsgeschenk besorgen."

„Bürokaffee… das hört sich schrecklich an," gab der andere freundlich zurück.

„Ist es auch. Und weil Sarah – sie ist mein Boss – auch immer über die ‚Plörre' gejammert hat soll sie jetzt eine Espressomaschine fürs Büro bekommen. Und ich dachte ich steuere etwas Kaffee dazu."

„Du bist wirklich kein Experte," sagte der andere. Auf Duos fragenden Blick hin erklärte er, „Diesen Kaffee kann man nicht für ne Espressomaschine verwenden. Pass auf, ich werd dir beim auswählen helfen. Und vielleicht kann ich dir auch noch etwas mehr über Kaffee beibringen. Mein Name ist übrigens Ianto. Ianto Jones."

„Duo Maxwell!" gab Duo zurück und schüttelte erfreut die Hand des anderen. Wenn es nach ihm ginge, dann würde diese Beratung lange dauern. Vielleicht könnte er den anderen ja sogar zu einem Kaffee einladen. Natürlich nur aus erzieherischen Gründen.

Die nächsten Minuten verliefen mehr als angenehm – auch wenn Duos Kopf bald rauchte bei dem Versuch die ganzen Informationen die Ianto ihm gab aufzunehmen. Duo lächelte die ganze Zeit und versuchte sein bestes mit dem gut aussehenden Mann zu flirten. Zwar konnte er nicht hundertprozentig sagen ob er damit Erfolg hatte – Ianto war ziemlich schwer zu lesen – aber zumindest schien es den anderen nicht abzuschrecken, was Duo als großen Erfolg wertete.

Doch bevor er tatsächlich zu seinem großen Schlag ausholen und Ianto zu dem Kaffee einladen konnte stellte sich plötzlich jemand neben den anderen Mann, schlang seinen Arm um dessen Schulter und verkündete ziemlich laut. „Also wirklich, Ianto. Ich sitz draußen im Auto und warte seit Ewigkeiten dass du von deinem Kaffeeeinkauf zurück kommst und was ist, du flirtest hier fremde Männer an."

Ianto schien kurz schuldbewusst zusammen zu zucken. Genauso wie Duo. Hieß dass, das Ianto schon einen Freund hatte? Wieso hatte der dann nichts gesagt, dann hätte Duo sich das ganze sinnlose flirten sparen können. Neugierig betrachtete Duo den Neuankömmling genauer. Braunes Haar, blaue Augen, ein Grinsen dass fast die ganze Breite des Gesichts einnahm und scheinbar das Selbstvertrauen eines Superstars. Der andere wirkte total ruhig und so als ob ihm die ganze Welt gehörte. Nur so ließ sich wahrscheinlich auch seine merkwürdige Kleidung erklären. Nicht jeder konnte Klamotten aus den Vierzigern tragen ohne sich lächerlich zu machen.

„Sir?" fragte Ianto verwirrt.

Das ließ Duo aufhorchen. Wieso nannte Ianto den Neuankömmling Sir?

Doch bevor Duo auf falsche Gedanken kommen konnte sprach der andere Mann. „Ianto, wie oft hab ich dir schon gesagt dass du mich nicht Sir nennen sollst wenn wir nicht im Dienst sind. Eigentlich auch nicht während wir im Dienst sind, schließlich sind wir nicht beim Militär."

„Wenn du meinst, Jack," erklärte Ianto ruhig.

„Aber kommen wir zu den wichtigen Fragen zurück. Wieso lässt du mich die ganze Zeit allein zurück? Ich mein ich kann verstehen dass du dich mit diesem gut aussehenden Mann flirten wolltest, aber hättest du mir nicht bescheid sagen können?"

„Ich hab nicht geflirtet. Ich hab Duo nur mehr über Kaffee erklärt," gab Ianto zurück.

„Für dich ist das flirten," erklärte Jack. Dann drehte er sich vollends zu Duo um. „Wie gesagt, nicht das ich es ihm verübeln würde. Du bist schließlich heiß. Mein Name ist Jack, Jack Harkness."

Duo war fast völlig überrumpelt von der Macht die Jacks Lächeln ausstrahlte. Ihm wurden die Knie weich und dabei hatte der andere Mann ihm nur seinen Namen genannt. Duo war sich immer noch nicht sicher ob Ianto nun mit ihm geflirtet hatte oder nicht, aber dieser Jack tat es auf jeden Fall. „Ähm und ich heiße Duo Maxwell," gab Duo zurück.

Seine Hand wurde gedrückt und dann grinste Jack ihn wieder an. „Interessanter Name. Und wenn ich das mal so sagen darf, Duo, deine Haare sind der pure Wahnsinn. Öffnest du den Zopf während des Sex? Es muss wunderbar sein seine Hände dadurch fahren zu lassen."

Jup, Duos Knie hatten sich inzwischen in unstabilen Wackelpudding verwandelt. Und er war sich sicher, dass er rot war wie eine Tomate. Irgendwie gaben die zwei ihm total vermischte Signale. Zum einen hatte Jack immer noch seinen Arm fast beschützend um Ianto geschlungen, aber gleichzeitig flirtete er mit Duo als ob es kein Morgen gäbe. Waren die zwei jetzt ein Paar oder nicht? Duo war verwirrt.

Doch dann sah er Iantos Gesichtsausdruck und ihm wurde klar dass dieser von Jacks Verhalten überhaupt nicht amüsiert war. Und irgendwie fand Duo das fast lustig.

Besonders als Ianto ihm plötzlich die Hand schüttelte und sich verabschiedete. „Duo, es war nett dich kennen zulernen. Aber Jack und ich müssen jetzt gehen." Dann schnappte er sich Jacks Arm der um seine Schultern lag und zerrte den anderen mit sich mit.

„Ianto was ist denn mit dir los? Du bist doch sonst nicht so unhöflich und gehst mitten in einer Unterhaltung."

„Das war keine Unterhaltung. Und außerdem müssen wir jetzt schnell weiter."

„Wohin denn?" protestierte Jack.

„Ich hab gesehen dass zwei Läden weiter ein Tätowierungsstudio ist."

„Du bist wirklich kinky, Ianto Jones."

„Ich werd dir endlich ein ‚Finger weg, Eigentum von Ianto Jones' auf die Stirn tätowieren lassen. Vielleicht kann ich dann endlich in Ruhe Einkaufen gehen."

„Ich sag's doch. Kinky."

Duo starrte den beiden mit offenem Mund nach. Er konnte einfach nicht glauben was da gerade passiert war. Drehten die hier im Laden die versteckte Kamera?

Plötzlich stand Quatre neben ihm. „War was los?" fragte der Blonde.

Duo schüttelte den Kopf und sagte, „Nur ein sehr, sehr merkwürdiger Ehestreit."