Disclaimer: Die Urheberrechte an Harry Potter gehören JK Rowling, alles was zu Bleach gehört ist geistiges Eigentum von Tite Kubo. Mit Sicherheit sind da noch ein paar Verlage im Spiel, vor allem Bloomsbury Publishing (Harry Potter) und Shueisha (Bleach).
Die Idee zu dieser Geschichte stammt nicht von mir, sondern von Eradona. Das hier ist eine Übersetzung, für die ich ihre Erlaubnis habe. Ihr findet das Original unter "www. fanfiction (.net)/ s/ 7197392/ 1/ Harry-Potter-and-the-Order-of-the-Bleached-Phoenix" (ohne Klammern, Leer- und Anführungszeichen).
Kapitel 10
Während der Zug nordwärts durch die saftig grüne Landschaft rasselte, ging Ichigo Kurosaki nur ein Gedanke durch den Kopf, während er hörte, wie alle bis auf zwei seiner Begleiter offen über die Landschaft staunten. Wie bin ich hier nur reingeraten? Und nach dem sauren Gesichtsausdruck von Toshiro Hitsugaya zu urteilen, dachte dieser genau dasselbe, überlegte Ichigo. Das weißhaarige Genie aus der Zehnten Kompanie zog eine Grimasse, als Momo, seine langjährige Freundin und 'Schwester' seinen Arm ergriff und – wieder – auf etwas vor dem Fenster deutete. Wahrscheinlich noch ein Schaf… Bernsteinbraune Augen trafen in geteiltem Mitgefühl auf seegrüne, vor allem, als auf Ichigos Arm eingeschlagen wurde – von drei verschiedenen Leuten. Er grunzte, schaute pflichtbewusst aus dem Fenster und nickte noch einmal geistesabwesend. Offensichtlich hatte sich das Neue an der ganzen Sache für die beiden schnell abgenutzt, selbst wenn das auf den Rest der Gruppe nicht zutraf. Er begegnete Mizuiros amüsiertem Blick, ehe er wieder Toshiro ansah, der einfach mit den Schultern zuckte und weiter gelangweilt dreinschaute. Tatsuki saß auf Ichigos anderer Seite, ignorierte alles und versuchte zu lesen. Er war sich nicht sicher, wohin Uryu verschwunden war, aber der Quincy war schon immer seltsam gewesen.
"Du hast dir das einzig und allein selbst zuzuschreiben, weißt du", sagte sie, indem sie endlich zu reden anfing und das Buch zuklappte.
"Eh?" Selbst Toshiro hob eine Augenbraue.
"Nun, es ist dein Fehler, dass wir alle hier, in diesem Zug sind. In diesem 'Hogwarts' zur Schule gehen", machte sie alle aufmerksam.
"Mein Fehler?" Ichigo blinzelte sie an. "Warum ist das mein Fehler?"
"Okay, vielleicht sollte ich das anders formulieren: Es ist der Fehler deiner Mutter. Sie war schließlich die Hexe in der Familie. Wenn sie es dir nicht vererbt hätte", sie lehnte sich in ihrem Sitz vorwärts, um die beiden Menschen anzusehen, die ihre Nasen an das Fenster gepresst hatten und deren Atem die Scheiben beschlagen ließ, "und deinen Schwestern, dann hätte dieser Generalkommandant-Typ…"
"Yamamoto", berichtigte sie Toshiro müde.
"…dich nicht gesehen, wie du aus Versehen Magie benutzt hast – und hätte nicht nach dem alten Typen geschickt, der uns alle getestet hat. Und sie hätten nicht die Köpfe zusammengesteckt und sich überlegt, dass es die Antwort auf ihrer beider Probleme sein könnte, wenn sie sich zusammentun." Tatsuki grinste. "Shinigami lernen eine neue Art von Magie, die sie gegen Aizen einsetzen können, und dieser Junge Harry Potter, um die sich die Zauberer so sehr Sorgen machen, bekommt eine ganze Gruppe neuer Beschützer, über die dieser dunkle Zauberer überhaupt nichts weiß." Sie zuckte mit den Schultern. "Also – da hast du's."
Ichigo sah zu Toshiro hinüber. "Hat das für dich einen Sinn ergeben?"
Toshiro seufzte und zuckte die Achseln. "Ich bin mir nicht sicher. Teilweise. Vielleicht." Er warf den anderen Insassen des Abteils einen Seitenblick zu, ehe er wieder Tatsuki ansah. "Vergiss nicht, Arisawa: Deine Eltern stecken ebenfalls bis zum Hals mit in diesem Durcheinander. Die Gaben die du hast, hast du von ihnen geerbt." Tatsuki warf ihm einen bösen Blick dafür zu, dass er sie an deren Tücke erinnert hatte. Sie hätte die ganze Zeit über zusammen mit Ichigo und den anderen kämpfen können, wenn sie es nicht vor ihr verborgen hätten… von all dem 'Spaß' ausgeschlossen gewesen zu sein, war immer noch ein sehr wunder Punkt für sie. Wenn sie Magie beherrscht hätte, hätte sie mitkommen können, als sie Orihime gerettet hatten…
Ichigo verzog das Gesicht, als er zu seinen beiden jüngeren Schwestern hinübersah, die immer noch aus dem Fenster auf die üppig grüne Landschaft schauten. "Meine Schwestern haben tatsächlich dieselben Fähigkeiten von meiner Mutter geerbt, damit hast du Recht." Und es sah so aus, als würde Karin in seine Fußstapfen treten – da sie eine große Dosis Shinigamifähigkeiten zusätzlich erhalten hatte. Yuzu jedoch schien lediglich eine Hexe zu sein, genau wie ihre Mutter. Aber wenigstens waren sie beide, anders als er, als Menschen geboren worden…
Toshiro warf Karin einen schnellen besorgten Blick zu, was ihrem Bruder nicht entging, der still nickte und es sich für den späteren Gebrauch merkte. "Ich weiß. Und ich wünschte wirklich, sie hätten es nicht", murmelte er. Momo sah ihren 'kleinen Bruder' mit einem Gesichtsausdruck an der zeigte, dass sie verstand, ehe sie sich dem Bruder des Mädchens zuwandte, der beinahe einen identischen Ausdruck zeigte. Sie kaute einen Augenblick lang an ihrer Lippe und überlegte, was sie beiden sagen könnte, um sie zu beruhigen. Sie und Matsumoto hatten ein langes Gespräch geführt, und sie hatte der Vizekommandantin der Zehnten Kompanie zögernd versprochen, der sich entwickelnden Beziehung – nachzuhelfen – wenn sie konnte. Im Moment war sie sich nicht sicher, dass sie Hilfe brauchte. Noch nicht.
"Wir werden auf sie aufpassen, Shiro-chan, Ichigo-kun", sagte sie leise, damit die Zwillinge sie nicht hören konnten. "Wir werden nicht zulassen, dass etwas passiert – keiner von beiden." Ein Zucken machte sich auf Toshiros Stirn bemerkbar, aber er unterließ es, vor den anderen eine Szene zu machen. Es war ihm peinlich, dass sie seine Sorge durchschaut hatte. Ichigo warf ihr einen dankbaren Blick zu, eher er wieder Tatsuki betrachtete. Sie hatten sich in den letzten paar Jahren voneinander entfernt, aber gemeinsam den Sommer über Magie zu erlernen, hatte ihre alte Verbindung wiederbelebt und ihre Freundschaft gestärkt und er war überrascht festzustellen, wie sehr er dies vermisst hatte. Er zog eine Augenbraue hoch. "Jemand anderes hat sich buchstäblich auf die Gelegenheit gestürzt, mitzukommen; ihre praktisch erste Frage war: 'Wann fahren wir?'"
Seine älteste Freundin lächelte schwach. "Darauf kannst du wetten. Ich bleibe das nächste Mal nicht zurück, wenn ihr alle raus in den Kampf zieht."
"Das bedeutet dir so viel?" fragte sie Ichigo leise; so leise, dass Toshiro kaum hören konnte, dass die Frage gestellt wurde. Ihre Antwort war ein scharfer Stoß mit dem Ellbogen in seine Rippen, der ihn tatsächlich zusammenklappen und vor Schmerz ächzen ließ. Die Augen des jungen Kommandanten weiteten sich. Notiz an mich, dachte er, mach sie nie sauer auf dich…
"Musstest du das wirklich fragen, baka?" schnappte sie.
"Oni-chan, bist du in Ordnung?" Yuzu warf ihm einen besorgten Blick über die Schulter zu.
"Jah, Yuzu, mir geht's gut. Nichts, woran ich nicht schon gewöhnt bin", schaffte er zu keuchen. Warum, fragte er sich, während er sich die geprellten Rippen massierte, ende ich anscheinend immer bei Mädchen, die mich grün und blau prügeln können?
Uryu öffnete die Tür des Abteils und setzte sich zwischen Hinamori und Mizuiro. Sie hatten sich dafür entschieden, nur ein Abteil zu nehmen obwohl sie sich etwas zusammenquetschen mussten, anstatt zwei zu belegen. Obwohl, auf die Weise wie sich das Abteil magisch erweitert hatte um sie alle aufzunehmen, waren sie nicht so zusammengequetscht oder beengt, wie sie erwartet hatten. Tatsächlich hatten sie mehr als genug Platz.
"Was interessantes gesehen?" fragte ihn Rukia und ignorierte die Tatsache, dass Ichigo Schwierigkeiten hatte zu atmen.
Uryu rückte seine Brille zurecht, betrachtete den Ersatzmann eingehend und zuckte dann mit den Achseln. Er nahm an, dass Ichigo wahrscheinlich – wieder einmal – den Mund geöffnet hatte ohne nachzudenken.
"Alle Abteile sind voll, ein oder zwei sind genauso voll wie dieses hier. Also hätten wir wirklich kein weiteres belegen können."
"Halten die Sprachgeräte, die Urahara euch gegeben hat, durch?" fragte Ichigo, als er wieder atmen konnte.
"Es scheint ganz in Ordnung zu sein", Hinamori hielt ihr Handgelenk hoch. Ein dünnes goldenes Armband war darum gelegt. Urahara hatte sie alle unterschiedlich gemacht, angepasst auf die Bedürfnisse des Einzelnen. Ichigos Armband hatte mehr oder weniger zum größten Teil seinen Akzent entfernt, genau wie Tatsukis, Uryus und Mizuiros, während die anderen mehr Hilfe gebraucht hatten, Englisch von Grund auf zu lernen. Rukia nickte zustimmend zu Momos Worten, setzte sich wieder auf ihren Platz zu Ichigos Rechten und schob heimlich ihre Hand in seine. Zu ihrer Verlegenheit hatte Urahara für sie und ihn zusammen passende Armbänder angefertigt. Komplett mit ihrer beiden Initialen… es hatte Isshin durchdrehen lassen, bis Yoruichi ihn zum Schweigen gebracht hatte. Er hatte sie von einem lange ersehnten Nickerchen abgehalten.
"Ich frage mich, wie lange wir wohl noch brauchen", Karin setzte sich endlich wieder auf ihren Platz, da die Monotonie der schottischen Landschaft endlich zu ihr durchgedrungen war. Es gab jetzt da draußen nichts außer Schafen, Gras und Steinen.
"Nun, wir werden nicht ankommen, ehe es dunkel ist und es dämmert noch nicht einmal", sprach eine tiefe männliche Stimme von hinter Ichigos Kopf aus und er fühlte, wie sich die hinter ihm auf dem Sitz zusammengerollte Gestalt das erste Mal seit sie sich dort niedergelassen hatte bewegte.
"Ich dachte du schläfst, Yoruichi", Rukia warf der Prinzessin des Hauses Shihoin einen Blick zu, die gegenwärtig ihre bevorzugte Gestalt einer schwarzen Katze angenommen hatte. Sie gähnte.
"Bei all der Aufregung war es schwer ein Nickerchen zu machen", antwortete sie, ihr zuckender Schwanz strich über Ichigos Wange. Das macht sie mit Absicht, dachte er; natürlich war es ihre Idee gewesen, als "Vertraute" mitzukommen. Sie hatte gedacht, dass das eine gute Idee wäre, einen älteren und weiseren Kopf dabei zu haben, der die Dinge im Auge behielt… außerdem würde es Spaß machen. Selbstverständlich würde er Toshiro nicht sagen, dass sie das gesagt hatte. Er hatte ihr allerdings zugeflüstert, dass sie in das Haus gehen würde, dem seine Schwester Yuzu zugeteilt würde – wenn sie aus irgendeinem Grund in ein anderes Haus kam als das, in dem er war. Da sie den Befehl dazu gleichzeitig nicht nur von Jinta sondern auch von ihrem Vater Isshin erhalten hatte, hatte Yoruichi einfach nur genickt. Isshin hatte ihr etwas anderes gesagt, was sie wahrscheinlich dazu bringen würde, ihre Aufgaben zwischen Gryffindor und Yuzus Haus aufzugteilen… er machte sich Sorgen um seinen Sohn, und das offenbar aus gutem Grund. Obwohl das Problem sich dadurch lösen könnte, dass Ichigo in einem Schlafraum mit einer Menge anderer Jungen untergebracht war…
Ichigo lehnte sich in seinem Sitz zurück und entschloss sich, ein Nickerchen zu machen, aber sein Geist wanderte zurück zu dem, was Tatsuki vorher gesagt hatte – dass es sein Fehler war, dass sie hier waren. Auf gewisse Weise nahm er an, dass es stimmte – alles was er wirklich gewollt hatte, war in die Soul Society zu schlüpfen um Rukia zu sehen und ihr ein Geburtstagsgeschenk zu geben. Und den Kommandanten und Vizekommandanten Yuzus 'Bestechung' zu geben, die irgendwie raffinierter und umfangreicher geworden war, als irgendjemand ursprünglich hätte planen können. Er und die anderen waren jetzt tief in eine geheime Mission eingebunden, die die nächsten drei Jahre dauern könnte…
Es war draußen immer noch hell, und wie Yoruichi bemerkt hatte, würden sie Hogwarts erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen. Tatsuki hatte sich zusammengerollt und benutzte seine Schulter als Kissen, genau wie Rukia. Er hörte ein Kichern und warf Uryu einen missbilligenden Blick zu. Klar, dass er den zimperlichen, besserwisserischen Quincy an der Backe hatte, knurrte er bei sich. Natürlich war Uryu während der Paukerei im Sommer nicht in allem hervorragend gewesen, sehr zu seinem Ärger. Der beste Schüler seines Jahrgangs hatte dieses Mal Konkurrenz bekommen, und das von der unwahrscheinlichsten Person – Ichigo selber. Nicht, dass Ichigo ein schlechter Schüler war – im Gegenteil. Wenn seine Pflichten als Shinigami ihn nicht für längere Zeit die Schule verpassen ließen, landete er gewöhnlich unter den zwanzig besten des Jahrgangs. Um seine langen Abwesenheiten zu erklären, hatten Urahara und Isshin es geschafft eine Krankheit zu erfinden, und hatten sogar irgendwie Uryus Vater dazu überredet, mitzumachen (mit einem Zweitgutachten). Dann hatten sie die Abwesenheit seiner Freunde damit erklären können, dass sie ihn in einem Krankenhaus in einer anderen Stadt besuchten, während er sich den Behandlungen unterzog… Tatsuki, Keigo und Mizuiro hatten mitgespielt, und als Chizuru von der Soul Society erfahren hatte, war sie auf den Zug aufgesprungen… es hatte tatsächlich eine Zeitlang jede Menge Kopfschmerzen verursacht. Wenn er gefragt wurde, hatte Ichigo tatsächlich mehrfach vergessen, was er eigentlich haben sollte. Also hatte er geblufft und behauptet, dass er Schwierigkeiten hätte, den Namen auszusprechen. Uryu, der kein Problem damit hatte, es sich zu merken, hatte die Augen verdreht und in gelangweiltem Ton den Leuten gesagt, woran Ichigo 'litt', worauf Ichigo mit den Achseln zuckte und antwortete: "Was er gesagt hat."
Plötzlich öffnete sich die Tür zu ihrem Abteil, was alle überraschte und sie zu der Person, die sie geöffnet hatte, aufsehen ließ.
Es war ein Mädchen in einem Hexenumhang und einem Abzeichen mit einem "V" in den Farben Gryffindors darauf. Sie war ungefähr in Ichigos Alter, vielleicht ein wenig jünger, und hatte buschige braune Haare und braune Augen. Sie schaute auf ein gefaltetes und zerknittertes Stückt Pergament in ihrer Hand, dann sah sie die Gruppe an. Ein großer, schlaksiger Junge stand hinter ihr, nur dass er etwas – verblüfft – von dem wirkte, was sie tat. Sein Haar leuchtet, soweit das überhaupt möglich war, in einem noch intensivieren Orange als das Ichigos. Tatsächlich, überlegte dieser, hatte es fast genau dieselbe Farbe wie das Haar von Bill Weasley…
"Hallo, ehm… Professor Dumbledore sagte, dass ihr alle Englisch sprecht…" das Mädchen sah sich im Abteil um, als ob sie versuchte sich zu entscheiden, wen sie ansprechen sollte.
"Nun", es war Uryu der antwortete, nachdem sie einander amüsierte Blicke zugeworfen hatten. "Wir würden nicht auf eine englische Schule kommen, wenn wir kein Englisch sprechen könnten, nicht wahr?"
Das Mädchen schien erleichtert. "Ah, nun, ich bin Hermine Granger; Professor Dumbledore hat mich darum gebeten sicherzustellen, dass ihr euch alle in Hogwarts eingewöhnt."
"Wann hat er…" der Junge beugte sich vor und begann die Frage, nur um durch einen wütenden Blick des Mädchens zum Schweigen gebracht zu werden.
"Das steht in seinem Brief, Ron. Der, den ich im Treffen der Vertrauensschüler bekommen habe." Sie wedelte mit dem Pergament unter seiner Nase, wodurch sie ihm beinahe eine böse Papierschnittwunde beibrachte.
Ichigo sah das Mädchen mit neuem Interesse an. Schlau, Professor, dachte er, einen von Potters besten Freunden zu ihrer Kontaktperson zu machen… der Karottenkopf hinter ihr musste Ron Weasley sein, der, von dem sie angenommen hatten, das er als Verwandter gelten konnte – Bills jüngster Bruder. Kein Wunder, dass sie dieselbe Haarfarbe hatten.
"Er sagte", sie prüfte noch einmal das Pergament. "Es gibt sechs Fünftklässler und drei Erstklässler, aber nur die Erstklässler müssen zugeordnet werden." Sie schien davon verwirrt zu sein. "Warum sollte er das sagen?" Schließlich fand die Auswahlzeremonie erst nach ihrer Ankunft in Hogwarts statt und diese Gruppe war noch nicht dort gewesen…
"Ah, der Grund ist, dass Professor Dumbledore, Professor McGonagall, und Professor Snape das bereits in Japan getan haben", sagte Tatsuki hilfsbereit. "Sie hatten diesen wirklich alten, schäbigen Hut…"
Momo kicherte. "Ich dachte, dass er zum Schluss kaputt gegangen war, oder dass er aufgehört hat zu funktionieren oder dass er eingeschlafen war. Fünf von uns hat er ohne Probleme zugeordnet, aber dann hat er eine lange Zeit einfach nur dagelegen und nichts getan, um Ichigo zuzuordnen…"
Ron versuchte seinen Namen zu wiederholen, schaffte aber nur, ihn zu verstümmeln, was Hermine dazu brachte, die Augen zu verdrehen. Die anderen zuckten zusammen.
"Nein, nein, nein", stöhnte Ichigo, "Nicht so. Sprich es so aus – Ih-tschi-go", er sagte es sehr langsam. Karin kringelte sich beinahe vor Lachen. Ron, der knallrot wurde, wiederholte es mehrmals. "Na also, das ist besser", sagte Ichigo erleichtert. Danach mussten sie sich alle selber vorstellen. Hermine hatte mit ihren Namen keine Probleme – aber der arme Ron verhunzte sie und er hatte genauso viele Probleme mit den Namen von Tatsuki, Toshiro und Mizuiro wie mit dem von Ichigo. Dankenswerter Weise konnte er sich die Namen von Momo, Rukia, Yuzu und Karin leicht genug merken.
"Warum konnte der Hut dich nicht zuordnen?" fragte er endlich, nachdem er es geschafft hatte, Ichigos Namen richtig ausgesprochen hatte – auch wenn er es übertrieben langsam tat.
"Er konnte sich nicht entscheiden", sagte Toshiro in einem gelangweilten Tonfall. "Offenbar hat Kurosaki eine so komplexe Persönlichkeit, dass er in alle vier Häuser gleich gut gepasst hätte."
"Außerdem löst er in Koboldbanken Alarm aus", Tatsuki stieß ihn mit dem Ellbogen an und Ichigo verdrehte die Augen, als Ron und Hermine ihn anstarrten.
"Du hast in Gringotts Alarm ausgelöst?" Ron blinzelte erstaunt und fragte sich, wie der rotblonde japanische Jugendliche das wohl geschafft hatte. "Ach du Scheiße, wie hast du das denn hingekriegt?"
"Ich habe ihnen auf Dumbledores Bitte hin nur ein wenig Blut gegeben, zusammen mit den Gewölbeschlüsseln, die wir bei den Sachen meiner Mutter gefunden haben. Als Nächstes wurden alle anderen außer unserer Gruppe aus der Tür geschubst und der Professor und ich hatten eine bewaffnete Eskorte runter zu den Gewölben." Ichigo zuckte die Achseln. "Ich dachte nicht, dass es so was Aufregendes war, aber anscheinend waren sie anderer Meinung." Nein, Ichigo dachte nicht, dass er seinen Besuch sowohl in der Winkelgasse als auch bei Gringotts so bald vergessen würde. Die Menge Gold in den Gewölben war enorm gewesen; er war in der Lage gewesen, für alle Ausrüstung, Umhänge und die zusätzlichen Eulen zu bezahlen. Er hatte noch nicht einmal das Gold in vier der Gewölbe angetastet… tatsächlich war er der Meinung, dass sie ihre Reise nach Amerika mit nur einer Handvoll von dem bestreiten konnten, was dort lag, wenn all das hier vorbei war. Er hatte so etwas in der Richtung zu Tatsuki und Uryu gesagt, die beide gegrinst und vorgeschlagen hatten, in diesem Fall der Liste ein paar Freizeitparks hinzuzufügen… Und Ichigo dachte daran, seine Schwestern zur Belohnung mitzunehmen. Beide würden es lieben.
"Die Schlüssel – Mehrzahl?" fragte Ron schwach, als würde er hoffen, dass Ichigo auf Englisch einen Fehler gemacht hatte. "Du meintest nur einen Schlüssel, richtig?"
"Nein, sie hatte fünf. Mein Englisch ist ziemlich gut", antwortete Ichigo mit zuckenden Lippen.
"Sein Englisch ist besser als deins, Ronald", murmelte Hermine im Flüsterton. Sie schüttelte den Kopf. "Warum haben sie sich so aufgeregt? Lag es an den Schlüsseln?"
"Ehm, nun…"
"Offenbar hatte niemand die Gewölbe seit sehr langer Zeit mehr betreten", sagte Uryu mit einem spöttischen Lächeln in Richtung seines Freundes, der sich plötzlich wand. "Also war der Betrag darin recht groß. Ichigo – hast du nicht gesagt, dass einer von ihnen in der Tat von einem Drachen bewacht wurde?"
Er nickte – das Ding hatte ihm eine Scheißangst eingejagt; tatsächlich versuchte er immer noch herauszufinden, wie man einen Drachen gegen Aizen einsetzen konnte, aber bis jetzt hatte er noch kein Glück gehabt… Währenddessen versuchten alle so zu wirken, als warteten sie nicht mit angehaltenem Atem auf die Reaktion des Paares, die so ausfiel wie sie gehofft – und erwartet hatten.
"Wow", hauchte Ron, dessen Augen groß wurden. "Das ist dann eines der Gewölbe mit der höchsten Sicherheitsstufe, die es gibt! Es muss mehr als nur ein Schlüssel nötig gewesen sein, um da rein zu kommen."
"Das stimmt, und dein Bruder Bill – ich nehme mal an, dass du mit deiner Haarfarbe ein Weasley bist – hat gesagt, dass sie zu den Hochsicherheitsgewölben der Bank gehören", seufzte Ichigo. Tatsächlich wollte er noch nicht einmal über die ganzen Zauber und Bannsprüche nachdenken, die auf den Gewölben der Vier Gründer gelegen hatten. Professor Dumbledore zufolge hatten drei der Gründer ihren Familienbesitz anderen Zweigen ihrer Familien hinterlassen; aus irgendeinem Grund hatte seine Mutter am Ende jedoch das Bankguthaben erhalten. Er hatte keine Ahnung, wie das Ganze passiert war; es war möglich, dass Professor Dumbledore die Antwort darauf in den Kisten mit den Gegenständen finden würde, die er von Isshin ausgeborgt hatte, die nach dem Testament, das er ausgegraben hatte, tatsächlich Ichigo gehörten. Koboldmagie hatte ihn als ihren Nachfahren bestätigt, und dass er zu dem Familienzweig gehörte, der tatsächlich diese winzig kleinen goldenen Schlüssel geerbt hatte. Er gehörte zur Blutlinie, hatte die Schlüssel, das Testament, und er war in Begleitung eines der wenigen Zauberer gewesen, die die Kobolde tatsächlich respektierten. Offenbar war das ausreichend gewesen. Ron sagte, dass er tatsächlich Bills jüngster Bruder war – und dass Ichigo gut geraten hatte.
"Also, ehm… welche Gewölbe waren es? Ich meine, ich vermute nicht, dass wir wissen, wem sie gehörten?" fragte Ron hoffnungsvoll, was ihm einen Ellbogenstoß und einen finsteren Blick von Hermine einbrachte. Sie dachte, dass er viel zu neugierig war.
Ichigo zuckte die Achseln. "Könntet ihr, es bedeutet für uns allerdings nicht so sehr viel", antwortete er. "Außer der Tatsache, dass ein Kobold und Bill in sie einbrechen mussten, weil sich niemand mehr an alle Zauber und Flüche erinnern konnte. Sie waren seit ungefähr einer Ewigkeit nicht mehr betreten worden. Eines davon gehörte Godric Gryffindor…"
Bei diesen Worten fiel sogar Hermine die Kinnlade herunter und sie gab ein ersticktes Geräusch von sich.
"… und die anderen drei gehörten Rowena Ravenclaw, Helga Hufflepuff und Salazar Slytherin."
"Alle… vier?" Ron schluckte. "Wow."
"Ich… denke, das würde ausreichen", sagte Hermine schwach. Die Kurosakis waren… sie waren Nachfahren von… oh.
"Ist etwas nicht in Ordnung?" fragte Yuzu mit großen Augen.
"Ehm…"
"Du siehst ein wenig blass aus, Hermine. Musst du dich setzen?" fragte Momo mit einem besorgten Stirnrunzeln. "Professor McGonagall sah auch so aus, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen… aber wir verstehen immer noch nicht warum."
"Und Professor Snape sagte, dass wir es niemanden wissen lassen sollten, weil es in die falschen Ohren gelangen könnte und dass jemand, den er ständig 'Du-weißt-schon-wer' nannte, davon erfahren könnte." Rukia tippte sich ans Kinn, "Unglücklicherweise kennen wir nicht wirklich jemanden, der 'Du-weißt-schon-wer' heißt."
Das brachte die erwartete und erwünschte Reaktion: sich weitende Augen, Keuchen und hastige Zustimmung.
"Wir erklären es euch später, wenn es weniger Möglichkeiten gibt, dass jemand mithört", sagte Hermine. "Aber das ist etwas, über das ich nicht leichtfertig sprechen würde. Da stimme ich Professor Snape definitiv zu."
"Also… welchen Häusern seid ihr zugeteilt worden?" fragte Ron, den seine Neugierde endlich überwältigte. Er entschied, dass er es wissen wollte, da er Schwierigkeiten hatte, die andere Sache zu begreifen (allerdings sollte er in der Zwischenzeit daran gewöhnt sein, da sein bester Freund niemand anders als Harry Potter war; Leute wie diese hier zu treffen, sollte ihn nicht zum Stottern bringen und ihn das vergessen lassen, welche Gedanken ihm gerade durch den Kopf gingen).
"Wir sind in Hufflepuff!" sagte Momo fröhlich und deutete auf Mizuiro und sich selbst.
"Ravenclaw", Uryu schob seine Brille wieder an die richtige Stelle auf seiner Nase.
"Gryffindor, wir alle drei", sagte Tatsuki und deutete auf sich, Ichigo und Rukia.
"Du hast dich also für Gryffindor entschieden", Hermine konzentrierte sich wieder auf Ichigo.
"Das sollte er besser", sagte Rukia mit einem leicht finsteren Tonfall und einem stechenden Seitenblick auf den Ersatzshinigami. "Ich könnte ihn sonst nicht im Auge behalten."
"Rukia, habe ich jemals…" setzte Ichigo heftig an.
"Um dich mache ich mir keine Sorgen", unterbrach sie ihn, was seine Schwestern, Tatsuki und Momo in Gelächter ausbrechen ließ, "Es geht um alle anderen. Weißt du, wie viele Mädchen ich zu Hause von dir wegjagen musste?" Sie durchbohrte ihn förmlich mit ihrem Blick. "Es liegt an dem ganzen missmutigen 'Böser Junge'-Image, das du laufen hast… sie lieben das einfach."
"Ehm…" Ichigo starrte sie an; er hatte keine Ahnung, dass etwas in der Richtung vor sich gegangen war… Er war gegenüber Mädchen ziemlich gleichgültig gewesen, bis Rukia aufgetaucht war. Außer gegenüber Tatsuki, aber sie war wie eine weitere Schwester, in Kumpel, eine Kusine, einer der Jungs...
"Nimm dazu, dass du gut aussiehst, klug bist und großartig mit Kindern umgehen kannst, verursacht mir das Ganze enorme Kopfschmerzen. Wenigstens bis ich alle anderen mit einem großen Stock vertrieben habe." Inzwischen grinsten auch Uryu, Toshiro und Mizuiro über sein Unbehagen. "Nur gut, dass ich Tatsukis und Orihimes Hilfe hatte, oder ich wäre nicht zurecht gekommen."
Tatsuki brüllte jetzt vor Lachen. "Du hast nicht die ganzen Blicke voller Liebeskummer und gebrochener Herzen gesehen die sie ihm zugeworfen haben, als sie erfahren haben, dass er aus Karakura weggeht!"
"Was?" Ichigos Kopf schwenkte zwischen dem Paar hin und her und jetzt lachten sowohl Momo als auch seine Schwestern ihn hysterisch aus. Yoruichi tat ihr bestes, nicht in unpassende Aktionen zu verfallen, die sie verraten hätten.
"Ich bin froh, dass ich nichts mitbekommen habe", sagte Rukia grimmig, während sie in Ichigos Richtung eine Augenbraue hob. "Ich habe bereits Professor Snape gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, Liebestränke zu entdecken… oder ihnen sogar vorzubeugen. Er sagte, dass es so etwas gäbe, aber meine Fähigkeiten in Zaubertränke wären nicht ausreichend. Ich würde dich am Ende womöglich vergiften", grummelte sie. "Also wird er das Rezept dir und Uryu geben. Du stellst besser sicher, dass du ihn braust, oder ich hetze Nii-sama auf dich!"
Ichigo starrte sie einfach nur an, ein bisschen von ihrer Vehemenz überrascht. Sie hatte tatsächlich mit Professor Snape gesprochen? Von allen Leuten? Es ist ihr ernst!
"Wer ist Nii-sama?" fragte Hermine die am nächste sitzende Person, bei der es sich um Toshiro handelte.
"Das ist Japanisch für Bruder", antwortete Toshiro, "eine formelle, höfliche Form. Tatsächlich heißt er Byakuya."
"Sind diese beiden…?" Ron ließ seine Frage verklingen; es war für ihn ziemlich offensichtlich, dass Ichigo und Rukia zusammen waren. Er wollte einfach eine Bestätigung.
"So unglaublich es scheint, ja", nickte Uryu, "Sind sie."
"Oh, nun, ehm…"
"Wir kommen in ungefähr einer halben Stunde am Bahnhof Hogsmeade an; ihr wollt bestimmt eure Umhänge anziehen", sagte Hermine. "Ich komme zurück und hole euch, damit ihr mit Sicherheit an den richtigen Ort kommt." Mit diesen Worten schon Hermine Ron aus der Tür.
Sie sahen sich gegenseitig triumphierend an, nachdem das Paar gegangen war.
"Kontakt hergestellt. Erster Schritt erfolgreich abgeschlossen", murmelte Toshiro und nickte den anderen zu. "Momo – bist du bereit?" Sie lächelte, verließ schnell ihren Gigai und wirkte den Kido, der sie für andere unsichtbar machen würde – es hatte keinen Sinn, Risiken einzugehen. Das hatten sie entschieden, obwohl Byakuya berichtet hatte, dass er erfolgreich in das Zaubereiministerium eingedrungen war und mit Hilfe von Dumbledore und einem weiteren Mitglied des Orden des Phönix mehrere Tests durch geführt hatte, die darauf hinwiesen, dass Shinigami größtenteils für Zauberer unsichtbar und ihr Kido-Sprüche für ihre magischen Sensoren nicht zu entdecken waren. Er hatte sogar Senbonzakura freigesetzt, ohne entdeckt zu werden. Tatsächlich hatte Potter keine Ahnung, dass der Kommandant der Sechsten Kompanie währen der Dauer seiner gesamten Anhörung weniger als dreißig Zentimeter entfernt von ihm gestanden hatte. Ihr Test war der Grund gewesen, dass Dumbledore an jenem Tag so früh im Ministerium gewesen war. Das, und wenn es notwendig geworden wäre, hätte sich Byakuya Potter gegriffen und wäre mit ihm weggelaufen. Alle bezweifelten stark, dass irgendjemand vom Ministerium den Edelmann hätte einholen können, wenn er erst einmal losgelaufen war – außer vielleicht Dumbledore selbst.
Momo folgte dem Paar Gryffindor leise, während diese den Zug absuchten. Niemand sah sie, oder wenn doch, gab niemand einen Kommentar über die japanische Schwertkämpferin ab, die durch die Gänge wanderte. Sie ging bis zu ihrem Abteil durch, ohne von jemandem bemerkt oder gesehen zu werden.
Sie waren in ein Abteil mit vier weiteren Schülern gegangen, zwei Jungen und zwei Mädchen. Eins der Mädchen sah Ron ähnlich genug, um mit ihm verwandt zu sein. Momo konnte nur annehmen, dass es sich um seine jüngere Schwester, Ginny Weasley, handelte. Das Mädchen, das eine Zeitschrift kopfüber las, hatten sie nicht auf dem Schirm, also lauschte sie sorgfältig nach einem Namen, was schließlich belohnt wurde – Luna Lovegood – und sie merkte ihn sich, falls sie ihn in Zukunft benötigen würde. Der Junge mit der Pflanze, Neville Longbottom, war ebenfalls in ihrem Jahrgang und der Junge mit den dunklen Haaren und der Brille konnte nur Harry Potter sein.
"Ich bin am Verhungern", verkündete Ron. Er verstaute den Käfig, in dem seine winzige, erregbare Eule saß – ein Vetter ihres eigenen Winzlings – neben dem, in dem sich eine schöne Schneeeule befand. Das sah eher nach Potter aus, dachte Momo, da sie wusste, dass Potter eine Schneeeule besitzen sollte. Sie lauschte sorgfältig, als sie darüber sprachen wer die Vertrauensschüler waren und was sie eigentlich tun sollten.
"Oh, ihr werdet das nie erraten", sagte Ron plötzlich. "Wir haben Austauschschüler."
"Austauschschüler?" fragte Neville. Sogar die ätherische Blondine legte ihre Zeitschrift weg. Trug sie tatsächlich Radieschen in den Ohren?
"Sag's ihnen Hermine", drängte Ron.
"Es stimmt", nickte sie. "Es sind sechs Fünftklässler und drei Erstklässler. Professor Dumbledore ist sehr begeistert von ihnen…"
"Von woher sind sie gewechselt? Durmstrang? Beauxbatons? Wir haben ein paar von denen schon getroffen…"
"Sogar von noch weiter her. Japan!" Ron spielte praktisch Pantomime, so aufgeregt war er.
"Das ist tatsächlich ein ziemlich weiter Weg", bemerkte der Junge, den Momo für Potter hielt. "Haben sie keine Schulen, die näher an zu Hause liegen?"
"Offenbar ist die japanische Schule schon seit einiger Zeit geschlossen, also sind die Schüler gezwungen, woanders hinzugehen", erklärte Hermine, "Professor Dumbledores Notiz besagte, dass die Mutter von in Hogwarts zu Schule gegangen ist, also haben sie sich entschlossen, ebenfalls hierher zu kommen."
"Wow", sagte das rothaarige Mädchen. "Wisst ihr, das könnte wirklich interessant werden. Ich meine denkt mal drüber nach – sie haben eine komplett andere Kultur und Sprache als wir… denkt an ihre Geschichte… Sie könnten sogar Magie kennen und Dinge auf eine Weise tun, von der wir keine Ahnung haben. Denkt doch mal, was wir möglicherweise von ihnen lernen können!"
Hermine bekam einen träumerischen Ausdruck bei dem Gedanken an neue Magie, neue Zauber… Sie mussten ziemlich klug sein, um Austauschschüler zu werden… Leute, mit denen sie lernen konnte… die Bücher zu schätzen wussten… Lernen…
Das ist die allgemeine Idee, dachte Momo mit einem Grinsen, während sie schamlos lauschte.
"Ich frage mich, in welche Häuser sie kommen", grübelte Neville. "Wir können nicht so viel Glück haben."
"Tatsächlich haben wir das. Die Fünftklässler sind bereits Zugeordnet. Professor Dumbledore, Professor McGonagall und Professor Snape sind tatsächlich nach Japan gereist, um sie zu treffen", sagte Hermine und riss sich selbst aus ihren Tagträumen. "Und sie haben sie bereits auch schon in ihre Häuser eingeordnet."
"Warum sollten sie das tun? Und warum Snape?" der brillentragende Junge sah sieh an und Momo bekam sein Gesicht – und seine Narbe – gut zu sehen. Also hatte sie Recht gehabt – es war Potter.
"Nun…"
"Ron!" zischte Hermine ihn an, aber er schien sie nicht zu hören.
Na los, kleines Fischlein, drängte Momo im Stillen. Wir haben dich mit dem Köder gefüttert… jetzt gib ihn dem großen Fischlein.
"Offenbar ist der eine Junge – Ichigo –" Ron sagte seinen Namen langsam, so wie zuvor, "ein Nachfahre aller Vier Gründer von Hogwarts!"
Ja! Guter Junge, lächelte Momo triumphierend. Das hat er perfekt gemacht, dachte sie.
"Du meinst – sogar…" Nevilles Augen wurden groß. Das Mädchen mit den Radieschen ließ ihre Zeitschrift fallen und musste herumkrabbeln, um sie aufzuheben.
Hermine seufzte, während sie Ron einen vernichtenden Blick zuwarf. "Ja, Neville; alle Vier Gründer bedeutet genau das: alle vier. Sogar Slytherin."
"Also – in welchem Haus ist er? Ist er einer der Fünftklässler?"
"Er ist ein Gryffindor, gemeinsam mit zwei anderen. Außerdem ist einer in Ravenclaw und zwei in Hufflepuff." Hermines Augen schweiften mit strengem Blick über die anderen. "Ich glaube nicht, dass wir etwas – zu irgendjemandem – über seine Herkunft sagen sollten. Professor Snape hat ihm das geraten und ich denke, wir sollten ihnen so schnell wie möglich von Du-weißt-schon-wem erzählen, damit er versteht, warum er niemandem davon erzählen sollte." Sie seufzte. "Und Professor Snape ist hingegangen um ihre Fähigkeiten in Zaubertränke zu testen, um nachzuprüfen, ob sie zu weit zurückgefallen sind; soweit ich weiß ist Professor Lupin ebenfalls dort gewesen."
Potter nickte. "Ich verstehe. Ich nehme an, das ergibt Sinn. Und du hast Recht – ganz bestimmt. Ich stimme zu. Wir müssen sie so bald wie möglich warnen." Die anderen nickten alle.
Phase zwei erfolgreich abgeschlossen, jubelte Momo still. Sie wandte sich zum gehen und musste ein überraschtes Aufquietschen unterdrücken, als sich die Abteiltür öffnete. Sie drückte sich an die Seite und versuchte niemanden zu berühren. Sie beäugte die drei Jungen, die dort standen. Einer hatte sich in eine aufgeblasene Pose geworfen und trug ein Abzeichen ähnlich dem von Hermine und Ron, nur dass die Farben Silber und Grün für Slytherin waren. Die beiden die bei ihm waren sahen aus, als würden sie zu der gehirnamputierten kampfeswütigen Elften Kompanie passen. Momo konnte sie auf Anhieb nicht leiden.
"Was?" fragte Potter den in der Mitte angriffslustig.
"Achte auf deine Manieren, Potter, oder ich muss dir eine Strafarbeit verpassen", grinste der Abzeichenträger ihn an. "Weißt du, anders als du bin ich zum Vertrauensschüler ernannt worden, was bedeutet, dass ich, anders als du, die Macht habe, Strafen zu verhängen."
"Jah", schoss Potter zurück. "Aber du bist, anders als ich, ein Depp, also verschwinde und lass uns in Ruhe."
Die anderen lachten ihn aus, was dazu führte, dass der Neuankömmling den Mund verzog. "Sag mir, wie fühlt es sich an, zweiter hinter Weasley zu sein, Potter?"
"Halt die Klappe, Malfoy", schnappte Hermine, auf deren Wangen sich zornesrote Flecken bildeten, als sie die drei anstarrte.
Momos Kopf bewegte sich zwischen den beiden Gruppen hin und her, als würde sie einem Tennismatch zusehen. Die drei Slytherins gingen endlich, was es Momo erlaubte, ebenfalls zu gehen. Sie eilte zu ihrem eigenen Abteil zurück um den anderen zu berichten, was sie mitgehört hatte.
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Hermine kam nicht viel später zurück und erklärte, dass sie die Schüler beim Ausladen der Koffer, Eulen und anderer Besitztümer beaufsichtigen musste, dass sie aber mit ihr kommen könnten. Ichigo, Uryu, Rukia und Karin nahmen jeder eine Eule; Yuzu trug Yoruichi, die sich um ihren Hals gelegt hatte.
"Die Erstklässler fahren alle mit dem Boot über den See zur Schule", erklärte ihnen Hermine. Sie wirkte zweifelnd als sie ihr versicherten, dass Yoruichi nicht in Panik geraten und da bleiben würde, wo sie war. Sie musste nicht in irgendeine Art von Korb gesteckt werden, so wie es bei Krummbein notwendig war.
Yuzu drehte sich zu ihrem Bruder um, der sich vor ihr hinkniete. "Hey", sagte er beruhigend, während er ihr sanft durchs Haar strich. "Hab' keine Angst. Du bist bei Karin und Toshiro, und du hast Yoruichi. Es wird alles gut gehen."
"Onii-chan…" stöhnte sie, ergriff seine Hand und hielt sie fest, als wolle sie ihn hinter ihnen her mit auf das Boot ziehen. Yoruichi stupste sie mit der Nase an, in dem Versuch, sie zu trösten.
"Mom hat das geschafft, erinnerst du dich? Und sie hatte niemanden bei sich", er umarmte sie schnell. "Jetzt geh los. Lass mich Paps schreiben und ihm erzählen können, wie tapfer du warst."
"Komm schon, Yuzu", drängelte Karin, "Wir werden noch zurückgelassen."
"Keine Sorge, Kurosaki", sagte Toshiro leise. "Ich passe auf sie auf."
"Ich weiß, und danke ", sagte er genauso leise zum Kommandanten der Zehnten Kompanie.
Ichigo beeilte sich, zu den anderen aufzuschließen.
"Geht es Yuzu gut?" fragte ihn Rukia, die dem sich entfernenden Trio nachsah.
"Sie hat ein wenig Angst. Das ist das erste Mal seit wir Japan verlassen haben, dass sie von mir – uns – getrennt ist. Sie ist auf eine Art gesehen jetzt auf sich allein gestellt."
"Es wird ihr gut gehen ", sagte Momo mit einem beruhigenden Lächeln. "Shiro-chan wird sich um sie kümmern."
"Ja, das weiß ich ", seufzte er, während er den sich entfernenden Erstklässlern hinterher sah. Sie folgten der sie rufenden Stimme wie dem Rattenfänger. "Dennoch…" er sah sich nach ihrer Führerin um, "Wo ist Hermine?"
"Sie ist losgegangen um noch einen Erstklässler vor Draco Malfoy, dem Vertrauensschüler der Syltherins, zu retten", sagte Uryu mit dem Finger deutend.
Hermine kam kurz danach leise murmelnd wieder zu ihnen zurück geeilt. "Tschuldigung!" rief sie aus. "Sind alle da?"
"Wir sind alle hier!" nickte Mizuiro fröhlich.
Sie führte sie dahin wo die Kutschen auf sie warteten und erklärte ihnen, dass sie ohne Pferde durch Magie bewegt wurden… außer, bemerkte Ichigo, der ihr einen seltsamen Blick zuwarf, dass da tatsächlich etwas war, dass sie zog. Wenn das ein Pferd ist, bin ich kein Vizard, dachte er. Er sah zu seinen Freunden hinüber, um festzustellen, ob sie ebenfalls sehen konnten, was er sah. Ihren Gesichtern nach zu urteilen, konnten sie es alle.
"Was… sind die?" hörte er Rukia im Flüsterton fragen. Er fing an den Kopf zu schütteln, und dann erinnerte er sich...
"Ihr nehmt eine Kutsche und ich finde euch wieder, wenn wir zum Schloss kommen", sagte ihnen Hermine, während sie wieder forteilte.
"Und ich dachte, wir hätten in Hueco Mundo seltsame Dinge gesehen", murmelte Uryu fast unhörbar. Ichigo nickte langsam, als er sich daran erinnerte… Dies war, woraus der Kern seines Zauberstabs gemacht war…
"Thestrale", sagte Ichigo ruhig und erstarrte, als sie alle die Köpfe wandten – sie hatten eine drachenartige Form mit Augen die weiß waren und keine Pupillen hatten – als er sprach und ihn mit einigem Interesse anstarrten. Wie ein umgekehrter Hai, dachte er mit einer Art makabrer Faszination. Und sie hatten Schwingen – er konnte nicht anders als leicht zu schaudern, weil ihn die Schwingen an Ulquiorra erinnerten. Ohne sich dessen bewusst zu sein, fasste er sich an die Brust, wie ums sicherzugehen, dass sie ganz war, dass kein Loch hindurch gesprengt war…
Er fühlte, wie Uryu leicht seine Schulter berührte; von all seinen Freunden war nur der Quincy zusammen mit Orihime dort gewesen. Er würde es erkennen… und verstehen, was Ichigo vielleicht fühlten könnte. Er drehte sich weg, nicht in der Lage, sie noch einmal anzusehen. Die Berührung wurde ein tröstender Druck, ehe er in die Kutsche einstieg. Niemandem sonst fiel es auf.
Ichigo warf einen Blick zurück zu der Kutsche, zu der Hermine geeilt war, und sah dass ein schwarzhaariger Junge mit Brille dort stand. Auch er starrte die 'Pferde' an. Als ob er spürte, dass jemand ihn ansah, drehte er sich um und sah, dass Ichigo ihn beobachtete. In dem schwachen Licht konnte er gerade die hellen grünen Augen des anderen Jungen hinter der Brille ausmachen, die vage beunruhigt wirkten. Gegen seinen Willen ließ Ichigo seinen Blick wieder zu dem Pferd-Fledermaus-Drachen-Ding gleiten. Und wieder konnte er kaum seinen Abscheu gegenüber dem Ding verbergen.
"Ichigo!" er fuhr herum, sah zu Rukia hinüber und brach so den Blickkontakt mit dem anderen Jungen. "Komm schon, wir halten alle auf!"
Harry seufzte, als der andere Teenager in die Kutsche einstieg. Nach seiner Reaktion zu urteilen hatte er – und das Mädchen hatte ihn Ichigo gerufen, also war er einer der Austauschschüler – ebenfalls die Kreaturen gesehen, die die Kutschen zogen.
"Das ist schon in Ordnung", sagte Luna mit ihrer träumerischen Stimme zu ihm. Er blinzelte und drehte sich zu ihr um. "Du wirst nicht wahnsinnig oder ähnliches. Ich kann sie auch sehen. Auf dieselbe Weise wie er."
"Das kannst du? Wirklich?"
"Oh, ja", Luna lächelte ihn undeutlich an. "Ich kann sie schon seit dem ersten Tag hier sehen. Sie haben schon immer die Kutschen gezogen. Mach dir deswegen keine Sorgen. Du bist genauso geistig gesund wie ich."
Aus irgendeinem Grund dachte Harry, als er hinter Ron in die Kutsche stieg, war das nicht wirklich beruhigend.
