9. Nickerchen

Das schwache Licht des Fernsehers flimmert bläulich durchs Wohnzimmer, und die einzige weitere Lichtquelle ist das Kaminfeuer. House hat den Ton abgeschaltet; außer dem Knacken des Feuers ist es still im Zimmer. Langsam fangen die beiden Vicodintabletten, die er geschluckt hat, als er vor einer halben Stunde nach Hause kam, an zu wirken. Er schließt die Augen und genießt das stufenweise Abklingen der Schmerzen. Es dauert eine ganze Weile, aber irgendwann ist aus dem permanenten Stechen und Ziehen ein dumpfer Schmerz geworden, der sich gut aushalten lässt. Sein Atem wird ruhiger, und seine Gesichtszüge entspannen sich. Seine rechte Hand, die anfangs die verkrampften Muskeln oberhalb der Narbe massiert hat, streicht nur noch leicht auf und ab. Die Bewegung wird langsamer, und schließlich bleibt die Hand ruhig auf dem Oberschenkel liegen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man ein leichtes Lächeln auf seinem Gesicht, kurz bevor sein Kopf ein wenig zur Seite sinkt. Er ist eingeschlafen.

Als das Telefon direkt neben seinem Kopf anfängt zu klingeln, erwacht er mit einem Ruck. Die Bewegung war zu hastig, und der altbekannte Schmerz zuckt durch seinen Körper, bis hinunter in den rechten Fuß und hinauf bis kurz unterhalb der Rippen. Die rechte Hand umklammert die empfindlichste Stelle am Oberschenkel während er mit der linken hinter sich greift, um das Telefon von der Ladestation zu nehmen.

„Was ist?", fragt er merklich angefressen. Ungeduldig hört er Kutner zu, der ihm die letzten Testergebnisse durchgibt.

„Wie sind die Glukosewerte?" House sieht auf die Uhr. Es ist gleich halb 10, und er hat fast drei Stunden lang geschlafen. Kutners Bericht ist alles andere als zufriedenstellend. Die Tests haben keine brauchbaren Ergebnisse gebracht, und der Patient hat zudem einen Hautausschlag im unteren Gesichtsbereich bekommen.

„Wie sieht der aus?", fragt House halbherzig und niedergeschlagen, als ihm klar wird, dass er wieder in die Klinik fahren muss. Kutner gibt sein Bestes, doch am Ende des Gesprächs gibt es nur eines: „Ich komm rein. Behalten Sie den Blutdruck im Auge." Sie legen auf.

House greift nach der Tablettendose, die neben ihm auf dem Couchtisch steht, schüttelt sie kurz und öffnet den Deckel mit dem Daumen. Er schluckt eine Tablette trocken herunter, verschließt die Dose und setzt sich auf. Mit der linken Hand unterstützt er das rechte Bein bei der Bewegung, während er gleichzeitig mit der rechten Hand nach dem Stock greift. Der Tag geht weiter.