Betty. Wenn ihr Ex… Er würde mit Sicherheit... Sie mußte dort weg. Er mußte… sich hinlegen.
"Soldat, Sie sind eine Schande für die ganze Einheit, wenn Sie sich jetzt nicht zusammenreißen."
Danil hielt mit den Händen den Kopf, drehte sich um, taumelte. Woher kam die Stimme?
"Ist das alles, was Sie können? Sie wollen wirklich in eine Spezialeinheit? Sie laufen wie eine Schnecke!"
Beinahe stürzte er, fing sich mit der Hand noch an der Hauswand ab. Es drehte sich alles. Bauchschmerzen. Er raffte sich auf, es mußte gehen. Irgendwie.
"Lieutenant Peck, Ihre Leistungen sind wie immer beeindruckend."
"Wer?" Danil hörte seinen eigenes Keuchen, spürte wie sein Kopf zu glühen schien. Er mußte langsamer atmen. Konzentrierter. Nicht auf seinen Körper achten, Fokus nur auf das Vorhaben. Vorwärts kommen. Keine Pause. Er fror.
"Wissen Sie Brown...Ich will den hier weg haben! Sehen Sie zu, daß der nächste Woche auf den Beinen ist und vernünftig aussieht."
"Geht es Ihnen nicht gut? Brauchen Sie Hilfe?" Irgendjemand berührte ihn am Arm
"Was?" Danil zuckte zusammen, blinzelte ihn an.
"Sir, brauchen Sie Hilfe?"
"Nein… Nein. 's geht schon." Danil versuchte sich so gut es ging aufrecht zu halten
"Sind Sie sicher?"
"Ja… muß nach Hause."
"Ich hole besser einen Arzt."
"Nein… nein, bitte. Ich weiß es nicht. Ich weiß wirklich nicht."
"Was wissen Sie nicht?"
"Bitte nicht."
"Haben Sie keine Angst. Ich gehe jetzt dort drüben in das Geschäft und rufe den Krankenwagen. Ich bin ein wenigen Sekunden wieder bei Ihnen."
"Muß zu Betty...zu Betty."
"Beweg' dich endlich, Danil. Sieh' zu, daß du auf die Beine kommst!"
"Alexejew?"
"Enttäusch' mich nicht. Enttäusch' mich niemals. Das wirst du nicht, oder?"
"Nein, Nein."
Er gab sich Mühe, es war besser Alexejews Wünschen Folge zu leisten. Sofort. Er spürte die Pistole an seiner Schläfe, wie immer, wenn Alexejew wütend war. Wer ist Mario?
Die Bushaltestelle. Er könnte es schaffen. Er mußte.
"Mr Ivankov?"
"Ja, was ist jetzt schon wieder?" die Stimme klang durch das Autotelefon noch unfreundlicher wie gewohnt.
"Ich habe gute Neuigkeiten."
"Es ist jetzt legal Chemikalien in den Fluß zu kippen?" Ivankov lachte. "Das wäre in der Tat mal eine gute Neuigkeit."
"Nein, Sir, nicht ganz. Aber wir haben den Typen, der bei uns eingebrochen ist."
"Wo ist er?"
Jackson räusperte sich: "Ein Mitarbeiter hat ihn gerade in der Stadt wiedererkannt und uns informiert." Jackson schaute auf dem blonden Mann auf der anderen Strassenseite, während seine Finger an dem Holm seiner Waffe spielten. "Er ist keine 30 Meter von mir entfernt."
"Schmeißt ihn gleich in den Fluß."
Jackson nickte unterwürfig, wohlwissend, daß ihn sein Gesprächspartner nicht sehen konnte.
"Ach nein, die Umwelt. Das Leichengift versaut einem ja alles. Bringt ihn erst her, vielleicht will er noch etwas sagen."
"Gut Sir. Wir sind in 15 Minuten zurück. Ich glaube nicht, daß er großen Widerstand leisten wird. " Er hörte ein langes Tuut, Ivankov hatte einfach aufgelegt.
Immernoch haftete Jackson's Blick auf dem jungen Mann, offenbar konnte er sich kaum auf den Beinen halten. Wie praktisch.
"Dann wollen wir mal los. Für diejenigen, die es vergessen haben: wir sind hier auf der Mainstreet. Überall sind Leute. Ich will kein großes Aufsehen, ist das klar?" Ein kurzer Blick zu den drei Männern im Auto, ein Nicken zurück.
"Offensichtlich geht es ihm nicht gut, also helfen wir unserem Kumpel ganz freundlich nach Hause. Greift ihm unter die Arme und redet höflich mit ihm. Logan, Ethan - ihr zwei geht rüber und holt ihn.. Ich bleibe mit Jay hier."
Er blickte noch mal aus dem Fenster, beobachtete wie sich der Mann erschöpft gegen das Schild der Bushaltestelle lehnte. "Beeilt euch, los!"
Nikolai Ivankov legte den Telefonhörer auf die Gabel.
"Nichts können diese Typen allein. Warum muß man mich wegen jedem Scheiß belästigen?" Er seufzte. "Aber was soll ich machen? Vergessen wir das, entschuldige bitte, Albert. Ich hab gehört, du warst in Colorado beschäftigt?"
"Ja, nicht so lange. War ein angenehmer Job, hat mir Spaß gemacht... leider ist mein Arbeitgeber in der Ausübung seiner Pflicht dahingeschieden."
Ivankov lachte herzlich: "Dahingeschieden?"
Auch Albert mußte lachen: "Du weißt ja wie das ist. Ein unzufriedener Kunde… und dann geht es schneller in diesem Geschäft zu Ende, wie man denkt."
"Und jetzt machst du Urlaub?"
"Ich weiß noch nicht genau, ob ich mich zur Ruhe setze, bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Und die nächste Generation, die arbeiten mir einfach nicht mehr sauber genug. Alles muß immer schnell gehen, Quantität statt Qualität. Das ist einfach nicht mein Stil. Wie auch immer, ich dachte, wenn ich schon nach Vancouver fahre, kann ein Besuch bei einem alten Freund nicht schaden."
"Da hast du Recht, guter Junge. Es ist wirklich schön, dich wieder zu sehen. Da werden Erinnerungen wach."
Nikolai erhob sich von seinem Tisch. Aus dem kleinen SChrank zu seiner Rechten holte er zwei Gläser heraus, stellt die Flasche Cognac dazu. "Meukow, den magst du doch besonders gerne, wenn ich mich recht entsinne? So war es jedenfalls damals, als wir beide noch Russland unsicher machten"
"Ja, stimmt genau."
"Wie lange bleibst du, Albert?"
"Eine Woche vielleicht, mal sehen. Ich bin flexibel."
"Hervorragend. Am Freitag möchte ich dich einladen, sei mein Ehrengast. Ich gebe eine kleine Gala für Wohltätigkeitszwecke. Schickes Essen, Schicke Leute und besonders schicke Weiber. Sag' mir, was du dir wünschst, und du bekommst es. Ich weise meine Männer an, zu tun was du verlangst."
